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Basel II - Ein Überblick

Seminararbeit 2001 14 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung
1.1. Definition Basel II
1.2. Zeitplan der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung
1.3. Basel I (Basler Akkord) versus Basel II

2. Die drei Säulen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung
2.1. Mindesteigenkapitalanforderung
2.1.1. Das Kreditrisiko
2.1.1.1. Die Standardmethode
2.1.1.2. Die IRB - Methode
2.1.2. Marktrisiko und operationelles Risiko
2.2. Überprüfung durch die Bankenaufsicht
2.3. Marktdisziplin

3. Auswirkungen und Gefahren
3.1. Sicherheit des Finanzsystems
3.2. Bankenorientierung versus Kapitalmarktorientierung
3.3. Eigenkapitalausstattung der Banken
3.3.1. Kreditrisiko
3.3.2. Operationelles Risiko

4. Auswirkungen auf Unternehmen
4.1. Klein- und mittelständische Unternehmen
4.2. Grosse Unternehmen

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung1

Abbildung2

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

1.1. Definition Basel II

Die Neue Basler Eigenkapitalvereinbarung, auch unter dem Namen Basel II be­kannt, regelt die Eigenkapitalvorschriften für Banken. Beteiligt an der Ausarbei­tung dieses Papiers sind Bankaufsichtsbehörden, Noten- und Geschäftsbanken.[1] Die Notwendigkeit dieser Vereinbarung resultiert aus der zunehmenden Globali­sierung, einer Vielzahl an Anlegercharakteren und der sich daraus ableitenden unüberschaubaren Menge an Finanzinnovationen[2]. Diese wenige Jahre alten Ein­flüsse können zur Instabilität des Bankensystems und der daraus folgenden volkswirt­schaftlichen Schwächung führen.[3]

1.2. Zeitplan der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[4][5]

1.3. Basel I (Basler Akkord) versus Basel II

Um den Änderungen im Finanzsektor gerecht zu werden, wurde der 1988-Basler Akkord geändert. Inhalt des Basler Akkordes ist unter anderem eine einheitliche 100%-Gewichtung der Unternehmenskredite. Unabhängig von der Bonität[6] des Kreditnehmers, muss jeder vergebene Kredit mit 100% Eigenkapital bei der Bank gesichert sein.[7] Dies ist das Ergebnis zahlreicher Forderungsausfälle seitens der Bank aufgrund zahlungsunfähiger Schuldner. Im folgenden soll gezeigt werden, dass Basel II die Bonität jedes einzelnen Kreditnehmers berücksichtigt und des­halb individuelle Kreditvergabekonditionen möglich sind.

2. Die drei Säulen der Neuen Basler Eigenkapitalvereinbarung

Basel II beruht auf drei Säulen. Neben den noch nicht festgelegten Mindestkapi­talanforderung eines Finanzinstitutes ist eine konsequente Prüfung durch Auf­sichtsinstanzen sowie eine umfangreiche Offenlegung durch die Banken von Nö­ten. Im folgenden sollen die drei Säulen näher erörtert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1[8]

2.1. Mindesteigenkapitalanforderung

Die erste große Säule befasst sich mit der Eigenkapitalausstattung der Banken. Grundlage zur Berechnung der Eigenkapitalausstattung einer Bank ist die Eigenka­pitalquote. Sie gibt das Verhältnis zwischen Eigenkapital und risikoge­wichteter Aktiva der entsprechenden Bank an.[9] Da der Grossteil der Aktiva aus Forderun­gen[10], be­dingt durch Kreditvergaben, resultiert, muss besonders das Ri­siko des Forde­rungs­ausfalles berücksichtigt werden. Es ist also der Nenner der folgenden Gleichung, der im Mittelpunkt der ersten Säule steht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2[11]

2.1.1. Das Kreditrisiko

Für die Bemessung des Kreditrisikos werden die Standardmethode oder die, auf internen Ratings beruhende, IRB-Methode verwendet. Diese Verfahren[12] sind ent­schieden ausgefeilter als in der geltende Eigenkapitalvereinbarung. Ziel dieser Verfahren ist die individuelle Einordnung von Kreditrisiken in verschiedenen Klassen.

2.1.1.1. Die Standardmethode

Die Standardmethode weist jedem Aktivposten ein bestimmtes Risikogewicht zu. Diese Gewichte spiegeln die Ausfallwahrscheinlichkeit der Kreditforderung wi­der. Sie werden durch externe Ratings des Kreditnehmers ermittelt.

Hat der Schuldner der Forderung, also der Kreditnehmer, eine hohe Bonität (AAA-Rating[13] ), so ist das Ausfallrisiko gering. Die entsprechende Gewichtung des Kreditrisikos ist niedrig. Externe Ratings werden von Rating-Agenturen durchgeführt. Diese errechnen das Risiko des potenziellen Kreditnehmers und ordnen es in Rating-Klassen ein (siehe 3.3.1).

2.1.1.2. Die IRB - Methode

Mit diesem Verfahren erhalten Banken die Möglichkeit, die Bonität ihrer Schuld­ner durch ein internes Rating[14] zu prüfen. Dazu schätzt jede Bank das Aus­fallri­siko eines Schuldners selbst ein. Um ein einheitliches Rating aller Banken zu ge­währen, sind die Methoden standardisiert. Diese einheitlichen Systeme bringen Kostenvorteile und die Möglichkeit, die Kreditforderungen zwischen den Banken zu handeln, mit sich.[15] Um ein Unternehmen korrekt zu raten, muss es zuerst ei­ner Risikoklasse zugewiesen werden. Die unterschiedlichen Klassen resultieren aus den verschiedenen Merkmalen einer Organisation oder den vielfältigen ma­thematischen Methoden zu deren Bewertung und Analyse. Eine denkbare Klas­senaufteilung könnte als Differenzierung die Begriffe Staaten, Banken, Firmen- bzw. Privatkun­den, Projektfinanzierung und Beteiligungen enthalten.[16]

2.1.2. Marktrisiko und operationelles Risiko

Das Marktrisiko spiegelt das nicht diversifizierbare Risiko[17] wider, d.h. das Ri­siko, welches durch Aufnahme weiterer Assets ( Vermögensgegenstände) nicht weiter gesenkt werden kann.

Im Gegensatz zum Marktrisiko, dessen Messung unverändert bleibt, wurden erst­mals für das operationelle Risiko Messmethoden entwickelt. Definiert wird das operationelle Risiko als Risiko aus dem Bankbetrieb, wie z.B Systemversagen oder Unterschlagungen.[18]

2.2. Überprüfung durch die Bankenaufsicht

Die Konsequenz für die Bankenaufsicht besteht in Zulassung, Kontrolle und Ent­wicklung interner Modelle, Methoden und Ratingsysteme. Des weiteren muss sie Zinsänderungsrisiken einschätzen und das Fachwissen von Bankaufsichtsinstan­zen weiterentwickeln. Da unser Finanzsystem einem ständigen Wandel unterliegt, muss die Bankenaufsicht einem dynamischen Prozess folgen und Änderungen der Marktstruktur umgehend verarbeiten.[19] Die Bankenaufsicht hat Einflussfaktoren, wie Anzahl der Finanzintermediäre, deren Marktverhalten sowie Qualität und Quantität der Dienstleistungen zu analysieren und auszuwerten.[20]

2.3. Marktdisziplin

Eine erhöhte Marktdisziplin lässt sich unter anderem durch eine erweiterte Of­fenlegungspflicht erreichen. Die einzelnen Risikoarten werden mit speziellen in­ternen Methoden ermittelt. Eine umfangreiche Offenlegungspflicht ermöglicht es dem Markteilnehmer, die Solidität des Finanzinstitutes zu prüfen.[21] Interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Risiko und Eigenkapital. Um eine größere Sicher­heit zu erreichen, werden von den Banken unter anderem Angaben über Eigenka­pitalstruktur, Risikobeurteilungs- und Risikomanagementverfahren sowie Eigen­kapitalausstattung verlangt.[22] Ziel dieser erweiterten Offenlegungspflichten der Banken ist es, den Markt allgemein transparenter zu machen.

[...]


[1] Vgl. TCF – Team Corporate Finance (2001), S.1.

[2] Vgl. Gerke/Bank (1998), S.376.

[3] Vgl. ebenda.

[4] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001) a, S.1.

[5] Vgl. Liebert, (2001), S.1.

[6] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (1997), S.678.

[7] Vgl. Kotz (2000), S.4.

[8] Vgl. Hofmann, (2001), S.6.

[9] Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon (1997), S.1029.

[10] Vgl. Wimmer (2001), S.21.

[11] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001) a, S.3.

[12] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001) a, S.3-4.

[13] Vgl. Hofmann, (2001), S.6.

[14] Vgl. Boos/Schulte-Mattler (2001), S. 346-354.

[15] Vgl. Hofmann, (2001), S.2.

[16] Vgl. Wehrspohn (2001), S.1.

[17] Vgl. Gerke/Bank (1998), S.199.

[18] Vgl. Wanner (2001), S.1.

[19] Vgl. Kotz (2000), S.3.

[20] Vgl. ebenda.

[21] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001) b, S.39.

[22] Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001) b, S.39.

Details

Seiten
14
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638141840
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6660
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – WISO
Note
2
Schlagworte
Basel

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Titel: Basel II - Ein Überblick