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Popkultur und Medien

Hausarbeit 2005 16 Seiten

Kulturwissenschaften - Europa

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeine Betrachtung
2.1 Rolle der Technik bei der Popularkultur
2.2 Kultur im Fernsehen

3. Kulturtheoretische Überlegungen
3.1 Unterhaltung als Maxime
3.2 Kultur als Ware
3.3 Entwicklung zum Massenmensch
3.4 „Freizeitpassivität“

4. Popkultur = Auflösung der Nationalkulturen? – Ein Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Bei der Suche nach einer Definition von Massenkultur, Popkultur, Popular- oder Populärkultur, Pop-Art-Kultur oder einfach nur Pop, und der Gewissheit einer vorhandenen Klassifikation von „hoher“ und „niederer“, so würde ich die Popkultur intuitiv der niederen zuschreiben. Doch um was handelt es sich eigentlich wenn wir von Popkultur sprechen? Walter Nutz setzt den Begriff Popularkultur gleich mit Volkskultur, weil seiner Betrachtungsweise nach alle Kulturgüter die eine Gesellschaft hervorbringt unter diesem Etikett zu vereinen sind. „Der Mensch und die Akzeptanz `seiner` Kulturgüter, d.h. was er und seine Mitmenschen `akzeptieren`, schafft seine Kultur , so dass sie auch als `massenhaft`, als `popular` messbar wird, vor allem dann, wenn die popularen Angebote `massenhaft` akzeptiert und nicht nur produziert werden.“[1]

Roger Behrens hingegen lässt in seinen Arbeiten mehr oder weniger offen, was er unter dem Begriff Popkultur genau versteht. „Die Definition von Pop besteht in der Definition des Definitionsproblems: dass Pop begrifflich nicht eindeutig zu fassen ist, weil es sich nicht um ein eindeutiges Phänomen handelt; dass Pop also nicht definierbar ist, ist selbst schon Pop = Definition von Pop.“[2]

Auch wenn die Herangehensweise der beiden sich gravierend voneinander unterscheidet, so lässt sich doch in ihren Werken ein gemeinsamer Aspekt finden, der für den Entwurf einer Theorie der Popkultur wichtig ist: die Massenmedien. Die den Massenmedien zugrunde liegenden Technologien und eine neue Aufbereitung von Informationen gelten als Grundvoraussetzung für eine Konstitution der modernen Popkultur.

Die hier verfasste Bearbeitung konzentriert sich besonders auf das popkulturelle Phänomen „Fernsehen“ in demokratisch verfassten Gesellschaften, vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Tendenzen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert, in denen der freie Informationsfluss weder durch staatliche Institutionen noch durch andere rigide Zwangsmaßnahmen unterbunden wird. Ich versuche in dieser Abhandlung die gesellschaftliche Relevanz, sowie den besonderen kulturellen Bezug dieses Mediums auf unsere heutigen modernen, ausdifferenzierten Gesellschaften darzustellen. Die konträren Interpretationsansätze und unterschiedlichen Definitionen zeigen sich konkret in der “ Diskussion über das Fernsehen und seinen Einfluss auf Mensch und Kultur“. Während staatliche Institutionen dem Fernsehen einen Bildungsauftrag zuschreiben, und es als über nationale Grenzen hinausblickendes „kulturelles Forum“ bezeichnen, sehen Kritiker in ihm einen Untergang der Nationalkulturen.

2. Allgemeine Betrachtung

2.1 Rolle der Technik bei der Popularkultur

Fernsehen entwickelte sich in seiner relativ kurzen Geschichte zum bedeutendsten gesellschaftlichen Leitmedium in westlich industrialisierten Gesellschaften. Nahezu 100 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland besitzen einen oder mehrere Fernsehgeräte. Die besondere Bedeutung dieser beliebten kulturellen Freizeitaktivität äußert sich in der Tatsache, dass Fernsehen fester Bestandteil der Alltagsaktivität nahezu aller Bevölkerungsgruppen geworden ist. Eine ständige Verfügbarkeit sowie eine populäre Ästhetik, die sich bewusst von den Formen der etablierten Kultur und Ästhetik absetzt, machten es zu einem nicht mehr wegzudenkenden Leitmedium, dessen qualitativer und quantitativer Stellenwert in den letzten Jahren stetig wuchs.

Die erfolgreiche Ära dieses Mediums begann in der Bundesrepublik in den fünfziger Jahren mit dem bis dato einzigen Fernsehprogramm, der heutigen ARD. In den sechziger Jahren erweiterte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) und später die so genannten dritten Programme das Rundfunkangebot.

Durch die Erfüllung rechtlicher und technischer Grundlagen (Verkabelung, Satellitenfernsehen) differenzierte sich das Fernsehen Mitte der Achtziger in öffentlich-rechtliche und privat-kommerzielle Programmanbieter, die in Konkurrenz miteinander stehen.

Anfang der neunziger Jahre konnte man den wachsenden quantitativen Stellenwert, anhand der bis zu 30 empfangbaren Kanälen im Kabelnetz sowie der zeitlichen Strukturveränderungen sehr gut erkennen. Während noch zu Beginn der achtziger Jahre ein „löchriges“ Programm geboten wurde, wird heute auf fast allen Sendern rund um die Uhr gesendet.

Im Laufe der Neunziger begann ebenfalls eine Ausdifferenzierung des Programmangebotes. Es entwickelte sich ein „Trend zum spezifischen Zielgruppenfernsehen für abgegrenzte Marktbereiche“.[3] Die Musiksender VIVA und MTV, die Sportsender DSF und Eurosport, die diversen Homeshopping - Kanäle, sowie das vielfältige Programmangebot des Pay-TV Senders Premiere untermauern die gesellschaftliche Zustimmung dieses Mitte der Neunziger beginnenden und momentan anhaltenden Trends.

2.2 Kultur im Fernsehen

Die Kulturwissenschaft widmet dem Komplex Medien zunehmend mehr Aufmerksamkeit, da sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts immer neue Medienformen entwickelten, die den Alltag der Menschen prägten. „Der Alltag, in den die Medien eingreifen, den sie mitbestimmen, in dem sie in jedem Moment gegenwärtig sind, den sie täglich verändern und in dem sie jede(n) ständig betreffen.“[4] Kultur ist demnach nicht denkbar ohne Medien, doch wie stellt sich die Kultur in den Medien dar?

Der Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland vom 31. August 1990 sieht die Rundfunkprogramme als technische Möglichkeit, in dessen Rahmen Kultur- und Bildungsprogramme, neben informierenden und unterhaltenden Sendungen als fester Bestandteil verankert sein sollten.[5]

[...]


[1] NUTZ, Walter (1999): Trivialliteratur und Popularkultur S.298

[2] BEHRENS, Roger (2003): Die Diktatur der Angepassten – Texte zur kritischen Theorie der Popkultur S.37

[3] MIKOS, Lothar (1994): Fernsehen im Erleben der Zuschauer S.10

[4] NEITZEL, Britta (1999): Kursbuch Medienkultur S.197

[5] Vgl. WEIß, Hans-Jürgen (1992): Kultur- und Bildungsprogramme im bundesdeutschen Fernsehen – Begriffsdiskussion und Programmanalyse S.3

Details

Seiten
16
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638590952
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66521
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Institut für Europäische Ethnologie
Note
2,0
Schlagworte
Popkultur Medien

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