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Alkohol am Arbeitsplatz

von Anke Hartwig Stefanie Grönniger

Hausarbeit 2006 23 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung - Inhaltsverzeichnis

Alkohol am Arbeitsplatz

Einleitung

1. Alkohol – die Sucht

2. Ursachen, die zu einer Alkoholabhängigkeit führen können
2.1 Schaubild über Faktoren, die die Alkoholabhängigkeit entstehen lässt.
2.2 Alkoholismus im Arbeitsbereich
2.2.1 Körperliche Faktoren
2.2.2 Psychische Faktoren
2.2.3 Verhaltensbedingte Faktoren
2.2 Alkoholismus im privaten Bereich
2.3 Jugendalkoholismus

3. Gesundheitliche Folgen für den Alkoholabhängigen
3.1 Folgen in Verkehr und Betrieb
3.2 Soziale Folgen
3.3 Rechtlichen Folgen

4. Co-Abhängigkeit
4.1 Verhaltensrichtlinien

5. Maßnahmen, die ein Sozialarbeiter ausführen kann/sollte/müsste

Fazit

Alkohol am Arbeitsplatz

Einleitung

Das Thema Alkohol stellt oft eine schlecht einzuschätzende Gefahr dar. Jedes Kind behandelt bereits in der Schule das Thema Drogen, Süchte und auch Alkohol, aber trotzdem kommt es immer wieder dazu dass erneut Menschen dem Alkoholgenuss nicht widerstehen können.

Das Thema Alkohol spielt somit nicht mehr nur an Veranstaltungen, Feiern und Festen eine große Rolle, sondern spätestens wenn es zum regelmäßigen Genuss kommt, auch am Arbeitsplatz. Vielen ist nicht bewusst, dass durch den langsamen Alkoholholabbau, nicht nur die Fahrtüchtigkeit am selben Abend eingeschränkt ist, sondern ebenso auch noch am nächsten Morgen. Ist jedoch die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt lässt sich daraus schlussfolgern das auch die Arbeitsleistung keine 100%ige sein kann.

In dieser Hausarbeit möchten wir uns nun damit beschäftigen, wie es überhaupt zur Sucht kommen kann und inwiefern sich Alkohol im menschlichen Körper auswirkt. Wie Menschen mit Alkohol in Freizeit und Beruf umgehen? Welche Rolle Alkohol letztendlich auf der Arbeit und auch im alltäglichen Leben spielt und vor allem welche Schritte zu unternehmen sind, wenn solch ein Fall beispielsweise im Betrieb aufkommt?

1. Alkohol – die Sucht

In einer Gesellschaft, wie die unsere, gehört Alkohol bei vielen Gelegenheiten wie Festen und Feiern einfach dazu. Gerade hier in Deutschland, wo sowieso schon viel Alkohol gebraut und gekeltert wird, ist Alkohol kaum noch wegzudenken, da sich so ja auch schnell die Möglichkeit bietet, diesen zu konsumieren. Da auch einige Menschen den Alkohol als Entspannungsmöglichkeit ansehen ist das Konsumieren ein weiterer Grund für die Verbraucher.

Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 145,5 Liter Alkohol pro Kopf konsumiert, davon 115 Liter Bier und 20,1 Liter Wein.[1]

Gegen das Konsumieren von Alkohol ist allgemein nichts einzuwenden, denn Alkohol, in geringen Maßen, ist nicht gesundheitsgefährdend sondern sogar gesundheitsfördernd, denn in vielen Statistiken ist nachzulesen, dass z. B. ein Glas Wein am Tag gesund sein soll. Zugleich kann Alkohol im Übermaß die Gesundheit gefährden, auch zerstören und abhängig machen.

Wichtig hierbei sind auch die Alkoholprobleme im Betrieb zu sehen und wie damit umgegangen wird. Oft werden hier Probleme, die das Arbeitsleben stark beeinflussen unter den Tisch gekehrt und verharmlost. Die Mitarbeiter, die hier z. B. auffallen, wären nur „der Monteur, der seinen Führerschein verlor“, oder „der Verkaufsleiter, der zur `Kreativität´ einen Cognac braucht“.

Damit wird noch einmal sehr deutlich, dass der Umgang mit Alkohol auf diese Extremfälle heruntergespielt wird und dass die jeweiligen Personen nichts mit den Extremfällen zu tun haben wollen. Das Vertuschen und Überdecken von „Ausnahmefällen“ steht dann für die Mitarbeiter an der Tagesordnung.[2]

2 Ursachen, die zu einer Alkoholabhängigkeit führen können

2.1 Schaubild über Faktoren, die die Alkoholabhängigkeit entstehen lassen

Um zu verdeutlichen, dass Alkoholabhängigkeit nicht nur durch die „Droge“ allein entsteht, wird im Folgenden ein Schaubild dargestellt, wie bestimmte zusammenhängende Faktoren die Alkoholsucht begünstigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[3]

Alkohol: Alkohol hat eine enthemmende, entspannende, angstmindernde und sedierende Wirkung und damit ein beachtliches Missbrauchs- und Abhängigkeitspotential.

Person: An der Entstehung einer Abhängigkeit sind genetische und psychische Vorraussetzungen beteiligt. Genetische Faktoren haben Einfluss auf Alkoholverträglichkeit und Toleranzentwicklung. Psychische Faktoren, wie Tendenz zur Problemvermeidung, Selbstunsicherheit und geringe Frustrationstoleranz können eine Suchtentwicklung fördern. Es gibt folglich nicht den typischen Alkoholiker.

Sozialfeld: Alkohol ist leicht erhältlich. Der Konsum von Alkohol ist gesellschaftlich toleriert. Zu vielen Gelegenheiten gehört Alkohol einfach dazu. Wer sich ausschließt, kommt möglicherweise in eine Außenseiterposition, wer viel verträgt, erntet dafür Anerkennung. Eine solche Sichtweise trägt zur Verharmlosung des Alkoholkonsums bei.[4]

2.2 Alkoholismus im Arbeitsbereich

Seit einigen Jahren wird ein Ziel verfolgt und das ist die Sensibilität im Umgang mit den so genannten "legalen Drogen" zu erhöhen und für den Bereich der betrieblichen Suchtprävention wirksame Präventionskonzepte zu entwickeln. Betriebliche Alkoholprobleme waren und sind ein zentrales Handlungsfeld das zum Einstieg in betriebliche Suchtpräventionsprogramme und Maßnahmen der Gesundheitsförderung genutzt wurde. Um die Sensibilität des einzelnen anzuregen werden im Weiteren einige Faktoren aufgezeigt, die sich auf das körperliche und seelische Wohlbefinden des Menschen auswirken können.

2.2.1 Körperliche Faktoren

Viele Beschäftigte leisten Schichtarbeit. Dieses ist sehr schädlich für den Körper, da jener sich immer wieder neu auf die jeweilige Tageszeit einstellen muss und der Körper sich an einem anderen Rhythmus orientieren muss und sich nicht einpendeln kann. Oft stellen sich dann Schlafstörungen ein, die durch Alkohol ausgeschaltet werden sollen.

Begünstigend ist der Alkoholkonsum auch, wenn z. B. in Gießereien oder an Hochöfen gearbeitet wird. Hier ist es so warm, dass die Beschäftigten viel trinken müssen und dort fällt es nicht so leicht auf wenn dann ein „wenig Alkohol“ getrunken wird.

Auch körperlich einseitige Arbeit fördert den Alkoholgebrauch bzw. Alkoholmissbrauch. Dadurch können Verspannungen und Schmerzen auftreten, die durch den Gebrauch von Alkohol bekämpft werden. Körperlicher Stress, der durch häufiges Reisen mit Zeitverschiebung verursacht wird, begünstigt den Alkoholmissbrauch zusätzlich.

2.2.2 Psychische Faktoren

Psychische Probleme wegen der Arbeit sind in der heutigen Zeit gar nicht so selten wie eigentlich immer angenommen wurde. Allein schon wegen dem Mobbing am Arbeitsplatz sind so viele Menschen psychisch angeschlagen. Dass dies auf Dauer seelisch krank machen kann, ist nicht verwunderlich, denn wer lässt sich schon gerne von seinen Kollegen ausspielen. Durch weitere Aspekte, wie Termindruck und Hetze durch Akkordarbeit zum Beispiel könnte die Psyche eines Menschen auch erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden, da die Psyche des Menschen nicht für solche großen Belastungen auf längere Zeit geschaffen ist. Auch wie oben in Kap. 2.2.1 kann die Psyche eines Berufstätigen durch unregelmäßige Tagesabläufe wie z.B. Schichtarbeit sehr stark belastet werden. Aber auch Monotonie und Unterforderung können sich negativ auf den Betroffenen auswirken; dieser durch seine Überqualifikation nicht glücklich mit seiner Arbeit ist und dann auch „zur Flasche greift“.

Im Gegensatz zur Unterforderung kann jemand aber auch wegen einer Überforderung zum Alkohol kommen, da Versagensängste und Stress auf der Arbeit auch die Psyche angreifen kann. Ein weiterer Punkt sind auch Ängste, die jemand im höheren Alter haben könnte, vor Entlassung wegen Rationalisierung oder wegen der Erneuerung und Verbesserung durch technische Hilfsmittel.[5]

2.2.3 Verhaltensbedingte Faktoren

Nicht nur die körperlichen und psychischen Faktoren haben einen Einfluss auf die Suchtentstehung sondern auch die Trinksitten, die im Betrieb an den Tag gelegt werden. Wenn in einen Betrieb an jedem Geburtstag oder auch zu den Mahlzeiten immer Alkohol getrunken wird, dann steigt der Alkoholpegel an jedem Tag rapide an. Auch das Management kann vom Alkoholkonsum stark betroffen sein, denn die dortigen Trinkanlässe, wie z. B. der Sekt, der den Vertrag besiegelt oder der Begrüßungstrunk, den neue Vertragspartner bekommen.[6]

2.2 Alkoholismus im privaten Bereich

Nicht nur der Arbeitsbereich des Betroffen ist entscheidend für die Entstehung einer Alkoholsucht, sondern auch der private Bereich, der Bereich in dem die Familie, Angehörige und Freunde sich befinden. Dort könnte es dem Betroffenen schwer fallen, das richtige Maß für den Umgang mit Alkohol zu finden. Wenn in der Familie oder im Bekanntenkreis Alkohol als „normal“ betrachtet wird, d. h. dass an jedem Tag eine Menge Alkohol getrunken wird, dann gilt jemand als Außenseiter, wenn er nicht dem Alkoholgenuss beiwohnt.

Ein weiterer Aspekt wäre wenn der Freundeskreis dem Alkohol eine sehr hohe Bedeutung zuspricht. Es könnte z. B. eine Hackordnung entstehen, dass derjenige, der am meisten Alkohol verträgt auch der Ranghöchste in der Clique ist.

Der Alkohol wird heutzutage, gerade hier in Deutschland, in Mengen zu Hause gelagert, weil die Alkoholpreise dieses zulassen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich dann auch die Gelegenheit bietet, diesen zu konsumieren. Auch dass dann immer mehr Alkohol getrunken wird, was erst als Ausnahme gesehen wird, aber sich dann doch später als Routine einschleicht.

Ein Schicksalsschlag (Tod eines Angehörigen...) wäre auch ein Anlass dafür, dass ein Mensch alkoholabhängig werden kann, denn die psychischen Belastungen sind für den Betroffenen enorm, dass kein anderer Ausweg gesehen wird.[7]

2.3 Jugendalkoholismus

Erwachsene haben Jugendlichen gegenüber eine große Vorbildfunktion. Wenn diese aber durch den Konsum übermäßigen Alkohols gestört wird, könnte dieses für den Jugendlichen erhebliche Auswirkungen haben. Je selbstverständlicher und häufiger der Erwachsene Alkohol konsumiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Jugendliche auch dementsprechend höhere Mengen Alkohol konsumiert und dieses als selbstverständlich ansieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[8]

Wie man an diesem Schaubild unmissverständlich erkennen kann, steht Deutschland mit dem Alkoholverbrauch im Vergleich zu den dort aufgeführten Ländern an zweiter Stelle. Der Anteil der 15-jährigen männlichen Konsumenten ist im Gegensatz zu den gleichaltrigen weiblichen Mitstreitern um über 10% höher auf 45%. Das einzige Land, in welchem noch erheblich mehr Alkohol konsumiert wird ist England mit einem deutlichen Verbrauch von über 50%.

Bereits abhängig oder alkoholgefährdet sind in Deutschland etwa 250.000 Menschen unter 25 Jahren. Jeder vierte Todesfall bei jungen Männern zwischen 15 und 29 Jahren steht im Zusammenhang mit Alkohol: Das meldet der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ).[9]

[...]


[1] vgl. http://www.rezepte-und-tipps.de/Cocktailrezepte/Alkohol.html

[2] vgl. Keil, W., Kraushaar, D., ..., Alkohol am Arbeitsplatz, Teil 1, S. 2, 1990

[3] Meier, B., Schulz, W., Wall, E., Suchtprobleme am Arbeitsplatz, S. 10, 1998

[4] Meier, B., Schulz, W., Wall, E., Suchtprobleme am Arbeitsplatz, S. 10, 1998

[5] vgl. Herzhauser, Alkohol im Betrieb, S.18 f, 1990

[6] vgl. Ebda S. 18 ff

[7] ebda S. 16 f

[8] http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Teenager und Alkohol.png

[9] vgl. http://www.was-wir-essen.de/verbraucher/5285_5298.cfm

Details

Seiten
23
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638588799
ISBN (Buch)
9783640860869
Dateigröße
735 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66199
Institution / Hochschule
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Standort Oldenburg
Note
1,0
Schlagworte
Alkohol Arbeitsplatz Betriebliche Sozialarbeit

Autoren

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