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Jahresabschlussanalyse anhand eines praktischen Beispiels

von Katja Bornholt (Autor) André Hartmann (Autor)

Hausarbeit 2006 44 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Teil A: Bilanzanalyse anhand der bekannten Kennzahlen
I. Grundlegung
II. Grundsätzliches zum Begriff der Bilanzanalyse
III. Typischen Kennzahlen der Bilanzanalyse
a. Hier verwendete Kennzahlen
1. Rentabilitätskennzahlen
2. Kennzahlen des Aufwands
3. Liquiditäts - und Kapitalkennzahlen
4. Kennzahlen der Umschlagshäufigkeit und Zahlungsdauer
b. Bewertung der Aussagekraft von Kennzahlen in Hinblick auf Entscheidungsgrundlagen zum Zwecke der Betriebsführung
IV. Bildung einer Strukturbilanz
a. Aufbereitungsmaßnahmen auf der Vermögensseite der Bilanz
1. Ausstehende Einlagen
2. Aufwand für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes
3. Geschäfts- oder Firmenwert
4. Erhaltene Anzahlungen
5. Eigene Anteile einer AG
6. Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite
7. Latente Steuern
b. Aufbereitungsmaßnahmen auf der Kapitalseite der Bilanz
1. Bilanzgewinn
2. Sonderposten mit Rücklageanteil
3. Bauzuschüsse
4. Pensionsrückstellungen
5. Aufwandsrückstellungen
6. Rechnungsabgrenzungsposten der Passivseite
7. Verbundbeziehungen
V. Darstellung einer Einperiodenbetrachtung anhand eines praktischen Beispieles
a. Aufbau der Strukturbilanz
b. Rentabilitätskennzahlen
c. Kennzahlen des Aufwands
d. Umschlagshäufigkeiten und Zahlungsziele
e. Kennzahlen der Liquidität und des Kapitals
VI. Bewertung der Bilanzkennzahlen
VII. Schlusswort und Fazit
Literatur und Quellenverzeichnis
Literatur
Gesetze und Richtlinien
Quellenverzeichniss

Teil B: Kapitalflussrechnung und Bewegungsbilanz
I. Grundlegung
a. Veränderungsbilanz
b. Bewegungsbilanz
c. Gliederung einer Bewegungsbilanz
d. Auswirkungen durch Abschreibungen (Anlagenspiegel)
e. Verbindlichkeitenspiegel
III. Kapitalflussrechnung
a. Struktur einer Kapitalflussrechnung
b. Publizität nach HGB und IAS
c. Statement of Cashflow
d. Statement of Cashflow- Funktionen
e. Finanzmittelfonds
f. Kapitalflussrechnung nach US-GAAP
IV. US-GAAP und IAS, die Einflussfaktoren auf die Rechnungslegung
V. Praktisches Beispiel einer Bewegungsbilanz anhand der Alexanderwerk Aktiengesellschaft
VI. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Anhang: Bilanz Alexanderwerk

Abbildungsverzeichnis

Systematik der Kennzahlen

Du Pont Kennzahlensystem

Korrektur der Abschlussposten

Formale Gestaltung einer Strukturbilanz

Praktisches Beispiel für eine Strukturbilanz

Darstellung einer Bilanz

Aufbau einer Bewegungsbilanz

Aufbau eines Anlagenspiegels

Aufbau eines Verbindlichkeitsspiegels

Darstellung einer Kapitalflussrechnung:

Darstellung einer Bewegungsbilanz

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Katja Bornholt

Teil A: Bilanzanalyse anhand der bekannten Kennzahlen

I. Grundlegung

Der Teil A der Arbeit stellt zuerst die bekannten Bilanzkennzahlen dar und erläutert diese kurz. Der Ablauf der Jahresabschlussanalyse wird anhand eines praktischen Beispiels dargestellt und die Möglichkeiten durch den Einsatz der Kennzahlen hinsichtlich der Entscheidungsfindungsunterstützung deutlich gemacht. Es soll auf die Problematiken einer externen Bilanzanalyse hingewiesen und die Qualität einer Jahresabschlussanalyse bei einer Einperiodenbetrachtung hinterfragt werden. Auf eine vollständige Auswertung des Jahresabschlusses wurde hier verzichtet, um den Rahmen dieser Arbeit nicht gänzlich zu sprengen.

II. Grundsätzliches zum Begriff der Bilanzanalyse

Die Jahresabschlussanalyse dient dem Zwecke der extern orientierten Rechenschaftsfunktion, der internen Kontroll- oder Planungsfunktion[1] und als Grundlage für Unternehmerische Entscheidungen[2]. Da der Jahresabschluss an unterschiedliche interne sowie externe Adressaten gerichtet ist, unterliegt er einer entsprechenden Bilanzpolitik, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll[3]. Ein Teil der Jahresabschlussanalyse beruht auf Bestandsgrößen, die in der Bilanz, zum Bilanzstichtag, erfasst werden[4]. Aus diesem Teil werden die statischen Kennzahlen gebildet. Ein weiterer Teil des Jahresabschlusses beruht auf Strömungsgrößen, die in der GuV erfasst werden. Die GuV bildet die Grundlage einiger, dynamischer Kennzahlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Systematik der Kennzahlen

Quelle: Perridon, L. / M. Steiner, S.554

III. Typischen Kennzahlen der Bilanzanalyse

a. Hier verwendete Kennzahlen

Bilanzkennzahlen gliedern sich in zwei verschiedene Bereiche. Zum einem in den Bereich der Grund- oder Absolutzahlen zum anderen in den Bereich der Verhältnis- oder Relationszahlen. Die Absolutzahlen finden Ihre Bedeutung zum Beispiel in den Kennzahlen des Cashflows oder dem Umsatz. Die Relationszahlen finden in der horizontalen, vertikalen Auswertung und zur Bildung von Relationen zwischen GuV- und Blianzgrößen ihre Verwendung.

1. Rentabilitätskennzahlen

Typische Relationszahlen finden sich z.B. im Du Pont Kennzahlensystem.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Du Pont Kennzahlensystem

Quelle: Thommen, J.P. / A.K. Achleitner, S.493

Das Du Pont Kennzahlensystem geht von der Zielkennzahl Return on Investment aus und stellt rekursiv die benötigten Kennzahlen plastisch dar. Durch die systematische Darstellung ist dieses Zahlensystem geeignet, das Zustandekommen des ROI darzulegen, Schwachpunkte aufzudecken sowie eine Entscheidungsfindung zur Verbesserung des ROI herbeizuführen[5]. Weitere Kennzahlen der Rentabilitätsanalyse sind:

- Return on Investment (ROI) =Gewinn(G) / Umsatz(U) * Umsatz / Æ Gesamtkapital(GK)
- Gesamtkapitalrentabilität (GKr) = (G + Fremdkapitalzins (FKzins) / U * U / ÆGK[6]
- Eigenkapitalrentabilität (EKr) = G / Eigenkapital (EK)
- Umsatzrentabilität (Ur) = G / U

Die Rentabilitätskennzahlen zeigen an, mit welcher Rendite das Kapital eingesetzt wurde. Das Gesamtkapital entspricht der Summe der Bilanz. Eine Durchschnittsbildung des Gesamtkapitals erfolgt hilfsweise durch eine Summierung des Bestandes an Gesamtkapital in der Eröffnungsbilanz sowie der Schlussbilanz und anschließender Division durch zwei. Eine exakte Ermittlung des durchschnittlichen Gesamtkapitals ist nur mit unverhältnismäßigem Aufwand zu erzielen.

Der ROI entspricht nicht der Gesamtkapitalrentabilität, da im ROI der Fremdkapitalzins keine Berücksichtigung findet[7]. Diese Kennzahlen sind in Prozent auszuweisen.

2. Kennzahlen des Aufwands

- Materialaufwandsquote = Materialeinsatz / U
- Personalaufwandsquote = Personalaufwand / U
- AfA-Aufwandsquote = AfA-Aufwand / U

Diese Größen geben das Verhältnis der einzelnen Aufwandsposten der GuV im Verhältnis zum Umsatz wieder. Sie sagen aus, wie der erzielte Umsatz realisiert und welcher Input geleistet wurde. Der Umsatz aus der GuV entspricht den Umsatzerlösen und stellt die Leistung des Betriebes durch die gewöhnliche Geschäftstätigkeit dar. Die Darstellung der Kennzahlen erfolgt in Prozent.

3. Liquiditäts - und Kapitalkennzahlen

- Verschuldungsgrad (V) = FK / EK
- Leverageeffekt (EKrl) = GKr + (GKr-FKzins) * V
- Anlagedeckung (AD) = EK / Anlagevermögen (AV)
- Anlagendeckung II (AD II) = (EK + Langfristiges FK) / Anlagevermögen (AV)
- Anlagendeckung III (AD III) = (EK + Langfristiges FK) / (AV + Langfristiges Umlaufvermögen (UV)
- EK-Quote = EK / GK
- FK-Intensität =FK / GK
- Nettoverschuldung (NV) = FKgesamt – Zahlungsmittel (ZM)
- Cashflow (CF) = Gewinn (G) + Abschreibung für Abnutzung (AfA) + Zuführung Pensionsrückstellungen
- Theoretische Entschuldungsdauer = NV / CF
- Liquidität I (L I) = ZM / kurzfristige Verbindlichkeiten
- Liquidität II (L II) = (ZM + Forderungen) / Kurzfristige Verbindlichkeiten
- Liquidität III (L III)=Kurzfristiges Umlaufvermögen/Kurzfristige Verbindlichkeiten

Der Leverage Effekt gibt an, ob sich durch die Änderung der Vermögensstruktur eine Erhöhung der Eigenkapitalrentabilität erzielen lässt (Leverage Chance) oder ob sich diese Änderung negativ auf diese auswirkt (Leverage Risk)[8]. Er dient als Entscheidungsdeterminante für oder gegen eine Umstrukturierung des Vermögens, einer möglichen Optimierung der Unternehmensfinanzierung[9]. Die Größe der Nettoverschuldung ergibt im Zusammenhang mit dem Cashflow, hier in der einfachen Version, die theoretische Entschuldungsdauer in Jahren. Die Liquidität I. Grades, auch Barliquidität oder Liquidity Ratio genannt, spiegelt das Verhältnis der Zahlungsmittel zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten wieder. Die Liquidität II. Grades bezieht in die Formel die üblicherweise schnell liquidierbaren Forderungen mit ein. Dieser Liquiditätsgrad, net quick Ratio oder Acid Test genannt, zeigt die Möglichkeiten des Betriebes auf, die kurzfristigen Verbindlichkeiten zu begleichen ohne die Vorräte zu veräußern, also die Handlungsfähigkeit des Betriebes bei vollständiger Begleichung aller kurzfristigen Verbindlichkeiten aufrecht zu halten. Entsprechend werden hier Werte von 1:1 gefordert, während für die Liquidität III Grades, current Ration, ein Verhältnis von 2:1 gefordert wird. Die Liquiditätsgrade und die Anlagendeckung geben das Verhältnis der Kapitalbindungsdauer an. Gefordert wird, dass langfristiges gebundenes Kapital durch langfristiges Vermögen finanziert, also die Finanzierung fristenkongruent ist. Dieses entspricht der goldenen Finanzierungsregel[10]. Auch diese Zahlen sind, bis auf den Cashflow, der theoretischen Entschuldungsdauer und der Nettoverschuldung als Prozentzahlen auszuweisen.

4. Kennzahlen der Umschlagshäufigkeit und Zahlungsdauer

Kreditorenumschlagshäufigkeit (KDU) = (Materialaufwand + MwSt (16%) / Ø Lagerbestand der Roh - Hilfs - und Betriebsstoffe

Kreditorenzahlungsziel (KZZ) = 360[11] / KDU

Debitorenumschlagshäufigkeit (DU) =

U / Ø Forderungsbestand

Debitorenzahlungsziel (DZZ) = 360 / DU

Diese Kennzahlen dienen als Grundlage für die dynamische Liquiditätsplanung. Die Zahlungsziele geben aus finanztechnischer Sicht an, wie groß der Zeitabstand zwischen Auszahlung für Lieferanten und Einzahlung aus den Forderungen ist. Die Angaben erfolgen in Absolutzahlen.

b. Bewertung der Aussagekraft von Kennzahlen in Hinblick auf Entscheidungsgrundlagen zum Zwecke der Betriebsführung.

Bilanzanalyse, ex post, unterliegt immer den jeweiligen bilanzpolitischen Instrumentarien die seitens der jeweiligen Rechtsnormen Spielraum zur Bewertung und zum Ansatz verschiedener Kapital und Vermögenspositionen lässt. Hier werden beispielsweise beim Ansatz von selbst erstellten Anlagevermögen die sog. Herstellungskosten berücksichtigt, die steuerrechtlich als Wertuntergrenze aus

Materialeinzelkosten,

Materialgemeinkosten,

Fertigungseinzelkosten,

Fertigungsgemeinkosten,

Sonderkosteneinzelkosten der Fertigung und

Abschreibungen

besteht.

Als Wertobergrenze können die folgenden Positionen miteinbezogen werden:

Kosten der allgemeinen Verwaltung,

Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes,

Aufwendungen für freiwillige soziale Leistungen,

Aufwendungen für betriebliche Altersversorgung sowie

Fremdkapitalzinsen.

Der Ansatz der Herstellungskosten nach Wertober- oder untergrenze hängt vom betrieblichen Gebaren ab. Diese Bilanzpolitik ist für externe Bilanzanalytiker faktisch nicht immer ersichtlich[12]. Eine Bilanzanalyse ist dennoch ein einfaches Mittel eine Analyse der Geschäftsperiode(n) durchzuführen und bildet somit auch extern ein unbestrittenes Instrumentarium zur Bewertung der betrieblichen Abläufe. Intern ist die Bilanzanalyse qualitativ deutlich besser zu sehen, da hier die entsprechenden bilanzpolitischen Gebaren bekannt sein sollten. Qualitativ sowie quantitativ ist die Bilanzanalyse hier ein gutes Controlling, Planungs- und Entscheidungsfindungsinstrument[13]. Als ex ante Betrachtung gewinnt die interne Bilanzanalyse weiter an Bedeutung. Hier können unter anderem bestimmte Zielgrößen definiert und entsprechende Planungswerte erstellt werden. Eine externe ex ante Betrachtung ist in der Praxis eher selten anzutreffen, da die Unternehmen keinerlei Verpflichtung unterliegen, die Planzahlen offen zu legen.

IV. Bildung einer Strukturbilanz

Bei einer Strukturbilanz handelt es sich um die Verdichtung einer originären Bilanz. Um eine Strukturbilanz zu erstellen, müssen die Abschlussposten der Bilanz entsprechend den bilanzpolitischen Gegebenheiten korrigiert werden, was, wie im Abschnitt zuvor dargestellt, nur im Falle der internen Bilanzanalyse möglich ist. Nach der Korrektur der Abschlussposten werden die einzelnen Posten der Bilanz zu einer verdichteten Strukturbilanz zusammengefasst.

In diesem Prozess des Zusammenfassens fallen Umgliederungs- sowie Umbewertungsmaßnahmen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Korrektur der Abschlussposten

Quelle: Küting, K. / C.P. Weber, S.56

a. Aufbereitungsmaßnahmen auf der Vermögensseite der Bilanz

Die Aufbereitungsnahmen auf der Aktivseite der Bilanz umfassen folgende Themengebiete:

Ausstehende Einlagen.

Aufwand für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes.

Geschäfts- oder Firmenwert.

Erhaltene Anzahlungen.

Eigene Anteile einer AG.

Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite.

Latente Steuern.

1. Ausstehende Einlagen

Ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital stellen eine Forderung des Unternehmens gegenüber den Gesellschaftern[14] dar. Prinzipiell ist diese mit dem gezeichneten Kapital zu saldieren, es sei denn, diese Einlagen sind eingefordert und der Eingang dieser Zahlung ist gesichert. In diesem Fall würde eine Aufrechnung gegen das gezeichnete Kapital die tatsächliche Kapitalsituation des Unternehmens falsch darstellen[15].

2. Aufwand für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes

Aufwendungen für Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes dürfen nach HGB aktiviert werden[16]. Hierbei handelt es sich um eine sog. Bilanzierungshilfe. Da diesem Aktivposten im Falle einer Insolvenz des Unternehmens keinerlei Vermögensgegenstand, der einen Versilberungswert hat, gegenübersteht, besitzt dieser in der Bilanzanalyse ebenfalls keinen Wert. Um diesen Betrag ist das entsprechend erhöhte Eigenkapital der Unternehmung zu bereinigen[17].

3. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Differenz zwischen den tatsächlich zur Geschäftsübernahme gezahlten Betrag, der über den Vermögensgegenständen abzüglich Schulden des Unternehmens liegt[18]. Auch dem Geschäfts- oder Firmenwert steht im Liquidationsfall kein Vermögensgegenstand gegenüber, somit ist auch dieser Wert aus der Strukturbilanz zu eliminieren und das Eigenkapital entsprechend zu saldieren.

4. Erhaltene Anzahlungen

Hierbei handelt es sich um Verbindlichkeiten des Unternehmens gegenüber einem Auftraggeber. Diese können mit dem Vorratsvermögen saldiert oder, als Verbindlichkeiten, passiviert werden. Im zweiten Fall ist diese Verbindlichkeit auf die Passivseite der Strukturbilanz zu übernehmen[19]. Dies gilt auch im Falle der Saldierung, sofern diese Aufrechnung nachvollziehbar ist.

5. Eigene Anteile einer AG

Eigene Anteile einer AG[20] oder GmbH[21] bilden für die Bilanzaufbereitung ein Entscheidungsproblem, da sie genauso zur Kapitalherabsetzung herangezogen, wie auch als Vermögenswert angesehen werden können[22]. Hier kann, nach Lage des Falles, eine Aufrechnung mit dem Eigenkapital erfolgen bzw. nicht erfolgen. Im Zweifelsfall sollte eine Saldierung erfolgen, was bei einer externen Bilanzanalyse der Fall sein wird.

6. Rechnungsabgrenzungsposten der Aktivseite

Aktivische Rechnungsabgrenzungen sind unter dem Posten des Umlaufvermögens zu subsumieren, da diese einen kurzfristigen Charakter besitzen. Bei einem Disagio handelt es sich um eine Verpflichtung des Unternehmens zur Leistung. Nach Baetge, Kirsch und Thiele wird ein Disagio dem Umlaufvermögen zugerechnet. Küting und Weber sind der Auffassung dass ein Disagio vom Eigenkapital zu saldieren und aus der Strukturbilanz zu eliminieren ist[23]. Dem Disagio steht kein Vermögensgegenstand gegenüber, der im Falle der Liquidation einen Versilberungswert besitzt, somit schmälert ein Disagio das zur Insolvenzabhandlung notwendige Eigenkapital. Es ist, gemäß dem Vorsichtsgrundsatz nach Küting und Weber zu verfahren und das Disagio mit dem Eigenkapital zu saldieren.

[...]


[1] Vgl. : Schierenbeck (2003), S.603, erweitertend Perridon / Steiner, (2004), S.551f

[2] Vgl. : Wissenbach (1967), S.103-186

[3] Vgl. : Schierenbeck (2003), S.605ff

[4] Vgl. : Ditges (2005), S.64 f

[5] Vgl. : Thommen / Achleitner (2003), S.492f

[6] Vgl. : Ebenda, S.492

[7] Vgl. : Ebenda, S.493

[8] Vgl. : Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S.359-368

[9] Vgl. : Schierenbeck (2003), S.79ff

[10] Vgl. : Perridon / Steiner (2004), S.560

[11] 360 Tage für ein buchhalterisches Jahr.

[12] Vgl. : Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S. 65ff

[13] Vgl. : Küting / Weber (2004), S.8-16

[14] Vgl. : §272 Abs.1 HGB

[15] Vgl. : Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S.88f

[16] Vgl. : §269 HGB, steuerlich nicht zulässig

[17] Vgl. : Küting / Weber (2004), S.61f

[18] Vgl. : §255 Abs. 4 HGB

[19] Vgl. : Küting / Weber (2004), S.62ff

[20] Vgl. : §71 AktG

[21] Vgl. : §33 GmbHG

[22] Vgl. : Küting / Weber (2004), S. 64

[23] Vgl. : Ebenda, S65 anders Baetge / Kirsch / Thiele (2004), S.91f

Details

Seiten
44
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638602945
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v66133
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Department Wirtschaft und Politik
Note
2,0
Schlagworte
Jahresabschlussanalyse Beispiels Bilanzen Bilanzierung

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