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Zusammenhang zwischen Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen

Hausarbeit 2006 11 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff Trauma

3 Bindung

4 Bindungsstörungen
4.1 Traumatisierungen die zu Bindungsstörung führen
4.1.1 Formen der schweren emotionalen und körperlichen Verwahrlosung und Deprivation
4.1.2 Wiederholte Verluste von Bindungspersonen in den ersten Lebensjahren (durch natürlichen Tod, Unfälle, Naturkatastrophen)
4.1.3 Erleben von sexueller Gewalt
4.1.4Körperliche Gewalt und Misshandlung
4.1.5 Risikoschwangerschaft und Risikogeburt

5 Fazit

Literatur

1 Einleitung

Die Bindungstheorie lernte ich erstmals im Rahmen meiner Tätigkeit als Erzieherin in Kindertageseinrichtungen kennen. Wurden Kinder neu in die Gruppe aufgenommen, zeigten sie in der Eingewöhnungsphase unterschiedliche Verhaltensweisen. Einige Kinder konnten sich schnell von der Mutter lösen und nach wenigen Tagen oder 1-2 Wochen allein im Kindergarten bleiben. Es gab aber auch Kinder, die in der Trennungssituation kaum oder nicht zu beruhigen waren. Mir war bekannt, dass es verschiedene Bindungsmuster gibt, über Bindungsstörungen und Traumatisierungen hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Kenntnisse. Im Seminar „Psycho-therapeutische Zugänge zum Verständnis und zum Umgang mit traumatisierten Menschen“ wurde bei mir das Interesse geweckt, mein geringes Wissen über die Bindungstheorie zu erweitern. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen psychischer Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen.

2 Zum Begriff Trauma

Das Wort „Trauma“ hat seinen Ursprung in der griechischen Sprache und bedeutet so viel wie „Wunde, Verletzung“. „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Traumata im ICD 10 als „…ein belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes (kurz- oder langanhaltend), die bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen würde.“ Traumata treten durch Ereignisse auf, die die normalen Anpassungsstrategien des Menschen überfordern. Sie sind eine Bedrohung für Leben und körperliche Unversehrtheit. Psychische Traumata sind immer von Gefühlen intensiver Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust begleitet.“ (Weiß, 2003, S.19) Ein solches Ereignis kann beispielsweise ein Unfall, eine Krankheit, Verlust eines Elternteils, eine Naturkatastrophe, Krieg oder Gewalt sein.

3 Bindung

Der englische Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby (1907 – 1990), begründete die Bindungstheorie. Unter Bindung (attachment) versteht man die starke, stabile sozial-emotionale Beziehung zwischen dem Kind und der ständig verfügbaren Bezugsperson. (vgl. Zimbardo/Gerrig, S.485) Die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindungsbeziehung beim Kind ist ein Schutzfaktor für seine emotionale Stabilität und die gesunde psychische Entwicklung. Die ganz frühe Funktion der Bindung besteht darin, das Überleben des Kindes sicherzustellen, da diese nicht in der Lage sind, sich selbst zu ernähren oder sich zu schützen.

Durch eine Vielzahl von Längsschnittstudien ist die Bindungsforschung zu grundlegende Erkenntnissen und Zusammenhänge gekommen, die für die gesunde, sichere Bindungsentwicklung eines Kindes eine entscheidende Rolle spielen. Haben die Eltern selbst eine sichere innere Bindung, können sie mit ihrem Partner/in eine „stabile, von gegenseitiger Wertschätzung und Empathie getragene Partnerschaft gestalten, die auf längere Zeit ausgelegt und für beide Seiten befriedigend ist.“ (Brisch, 2003, S.105) In der Interaktion mit ihrem Säugling können sich diese Eltern feinfühlig auf das Verhalten ihres Kindes einstellen.

Babys reagieren auf ihre Bezugspersonen und treten gleichzeitig auch von sich aus mit ihnen aktiv in Interaktion. Sie senden an (Bezugs-)Personen, die ihnen mit Aufmerksamkeit und Zuneigung begegnen, Botschaften aus. Babys lernen aus den Rückmeldungen, wie beispielsweise Anschauen, Lächeln, Berühren, der Interaktions-partner. Die Fähigkeit zur wechselseitigen Anpassung in der Kind - Bezugsperson - Beziehung ist lebenswichtig, denn dadurch reagiert die Bezugspersonen angemessen auf die Bedürfnisse des Kindes. Damit eine sichere Bindung entsehen kann, ist vor allem die Reaktion der Bindungsperson auf die Signale des Kindes von Bedeutung. Der Säugling wird Bindung an Personen entwickeln, die seine Signale rasch erkennen und zusammenhängend und angemessen auf seine Signale reagieren. (vgl. Zimbardo/Gerring, 1999 S.487)

Eine feste Bindungsbeziehung stellt eine „sichere emotionale Basis“ dar, von der aus das Kind die materielle und soziale Umwelt erkunden kann. Eine sichere emotionale Bindung an seine Eltern, dient dem Kind in seiner weiteren Entwicklung als Schutzfaktor. Dieser wird das Kind bei emotionaler Belastung durch ängstige Ereignisse widerstandsfähig machen. (vgl. Brisch, 2003, S.105) Das Kind kann durch eine feste Bindung zu seinen Bezugspersonen und deren verlässliche soziale Unterstützung, „eine Reihe unterschiedlicher prosozialer Verhaltensweisen lernen, Risiken eingehen, sich in neuartige Situationen vorzuwagen sowie Intimität in persönlichen Beziehungen suchen und akzeptieren.“

( Zimbardo/ Gerring, 1999, S. 486f)

Mary Ainsworth und Mitarbeiter, entwickelten den „Fremde – Situation – Test“ (strange situation test), um verschiedene Bindungsqualitäten zu beobachten. Dieser Test ist ein Beobachtungsverfahren um Bindungsqualitäten von Kindern im Alter von etwa 1-2 Jahren zu beobachten.

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Details

Seiten
11
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638582100
Dateigröße
416 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v65704
Institution / Hochschule
Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Reutlingen
Note
1,3
Schlagworte
Zusammenhang Traumatisierung Entwicklung Bindungsstörungen

Autor

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Titel: Zusammenhang zwischen Traumatisierung und der Entwicklung von Bindungsstörungen