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Barrierefreies Webdesign

Hausarbeit 2006 24 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

I . A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S

II. T A B E L L E N V E R Z E I C H N I S

1. Einleitung

2. Barrierefreiheit
2.1 Barrieren im Internet
2.2 Zielgruppe von barrierefreien Internetseiten
2.2.1 Sehbehinderte und blinde Menschen
2.2.2 Hörgeschädigte und gehörlose Menschen
2.2.3 Kognitiv eingeschränkte/ konzentrationsschwache Menschen
2.2.4 Manuell-motorisch eingeschränkte Menschen
2.3 Die besten Gründe für barrierefreies Webdesign
2.4 Nachteile der Barrierefreiheit

3. Gesetzestexte und Instanzen
3.1 World Wide Web Consortium (W3C)
3.1.1 WAI Richtlinien
3.1.2 Web Content Accessibility Guideslines
3.2 Barrierefreie Informationstechnik- Verordnung (BITV)
3.2.1 §1 Sachlicher Geltungsbereich
3.2.2 §2 Einzubeziehende Gruppen behinderter Menschen
3.2.3 §3 Anzuwendende Standards
3.2.4 §4 Umsetzungsfristen für die Standards
3.2.5 §5 Folgenabschätzung
3.2.6 § Inkrafttreten

4. Anleitung zur Gestaltung barrierefreier Internetseiten
4.1 Texthinterlegung
4.2 Farben und Kontraste
4.3 Schriftbild und Skalierbarkeit
4.3 Navigation und Verständlichkeit
4.5 Linearisierbarkeit und Layout
4.6 Geräteunabhängigkeit

5. Positive Beispiele aus dem Web

6. Fazit

Anlage 1: Text der BITV (Priorität I und II)
Anlage 2: WAI- 66 Gebote
Anlage 3: Kriterienkatalog des Biene Awards

III. L I T E R A T U R V E R Z E I C H N I S

I. A B B I L D U N G S V E R Z E I C H N I S

Abb. 1: Internetkenntnis nach Behinderungsart

Abb. 2: Tastatur mit Braillezeile

Abb. 3: Braillezeile

Abb. 4: Altergruppen und Konsum- Haushalts- Nettoeinkommen nach Alter

Abb. 5: Anteil des Konsums der Haushalte über 65 Jahre

Abb. 6: Kontrast- Modus sowie Ignorieren aller Farb- und sonstigen Angaben im Browser

Abb. 7: Homepage- Startseite www.theologisches-seminar-elstal.de

Abb. 8: Homepage-Startseite www.fh-welcome.de

Abb. 9 : Suche auf http://labs.google.com/accessible

Abb. 10 : Anzeige der Suchergebnisse

II. T A B E L L E N V E R Z E I C H N I S

Tabelle 1: Schwerbehinderte Menschen am 31.12.2003 nach Art der schwersten Behinderung und Altersgruppen

Tabelle 2: Überblick der wichtigsten WAI- Richtlinien für Barrierefreiheit im Internet

Tabelle 3: Umsetzungsfristen laut BITV

1. Einleitung

Das Internet erfüllt in einer Gesellschaft wie der unseren eine immer wichtiger werdende Funktion. Dies zeigt sich unter anderem in einer Reichweite von inzwischen 57,8 Prozent. Das sind 37,51 Millionen deutsche User im Jahr 2005.

Top-Aktivitäten sind die Email- Kommunikation bei 85,6 Prozent der Nutzer und die Informationsrecherche bei 84,5 Prozent. Gefolgt von der Nachrichten-Recherche zum Weltgeschehen bei 62,8 Prozent und dem Online-Shopping bei 56,9 Prozent. Welche zentrale Rolle das Internet bei der kaufvorbereitenden Informations-Recherche spielt, belegen die 95,3 Prozent der Internet-Nutzer, die sich im Internet über Produkte informieren. Drei Viertel der Internetnutzer kaufen mittlerweile online ein.[1]

Mit der wachsenden Beliebtheit des Internets tauchen auch immer mehr Wörter im Zusammenhang mit dessen Nutzung auf. Usability, Accessabiliy, Barrierefreiheit - sind das nur Modewörter oder was verbirgt sich dahinter? Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Hausarbeit. Ziel ist es Barrierefreiheit in seinen einzelnen Facetten zu beleuchtet und dabei die Situation all derer Nutzer deutlich zu machen, für die der Zugang zum Internet nicht selbstverständlich aber umso wichtiger ist.

Als Untersuchungsobjekt dienen das Internet und seine Nutzer.

In Kapitel 2 werden zunächst die begrifflichen Grundlage geschaffen, indem Barrieren, Zielgruppen sowie Vor –und Nachteile der Umsetzung benannt werden. In Kapitel 3 folgt eine kurze Darstellung der Gesetzesgrundlage unter Nennung der wichtigsten Paragraphen und Umsetzungsfristen. Eine kurze Anleitung zur Gestaltung barrierefreier Internetseiten erfolgt schließlich in Kapitel 4. Dieser Teil wird bewusst in Form eines Überblicks dargestellt, da in dieser Arbeit auf die Menschen und ihre Bedürfnisse und erst nachfolgend auf die technischen Aspekte eingegangen werden soll. Kapitel 5 rundet das Thema ab, indem einige Positivbeispiele aus der Praxis genannt werden. Eine kritische Schlussbetrachtung folgt in Kapitel 6.

2. Barrierefreiheit

Wenn über Barrierefreiheit in der Informationstechnik gesprochen wird, werden meist nur Teilaspekte behandelt. In Wahrheit bedeutet Barrierefreiheit in Webauftritten, DVDs, CD-ROMs sowie in Software, dass kein Nutzer ausgeschlossen werden darf. Diese Forderung wird zwar in erster Linie von Behindertenverbänden gestellt, jedoch profitieren weitaus mehr Nutzer davon. Für manche Nutzer bedeutet Barrierefreiheit eine Verbesserung der Nutzung, für andere ist sie unabdingbare Voraussetzung dafür, mit einem Medium überhaupt arbeiten zu können.[2] Barrierefreie Informationstechnik bedeutet die technische Zugänglichkeit der Software und Hardware verbunden mit grundlegenden Prinzipien der Software-Ergonomie.[3]

2.1 Barrieren im Internet

Im Internet existiert eine Vielzahl von Barrieren. Viele Nutzer

- sind nicht bereit, überflüssige Grafiken zu laden und die dadurch längeren Ladezeiten zu akzeptieren.
- arbeiten mit textorientierter Zugangssoftware oder grafischen Browsern mit ausgeschalteter Grafikfunktion.
- sind unterwegs, benutzen ein Notebook oder wählen sich per Modem ins Netz ein.
- surfen mit einem PDA (Personal Digital Assistent) oder einem Handy, was nur einen eingeschränkten Datentransfer zulässt und obenrein hohe Kosten verursacht.
- surfen in einem Gebiet mit niedrigen Übertragungsraten, wie etwa in Entwicklungsländern.
- suchen nur Textinformationen.
- benutzen statt eines Monitors eine Sprachausgabe oder einen Web-Reader, da sie blind oder sehbehindert sind.

Werden Farbkonzepte auf einer Internetseite eingesetzt, können diese von manchen Nutzern nicht erkannt werden. Hierbei handelt es sich nicht nur um Farbfehlsichtige sondern auch um solche Nutzer, die eine alte Grafikkarte oder einen alten Monitor nutzen. Auch die Verwendung von JavaScript und anderen Programmiersprachen kann die Nutzer vor Schwierigkeiten stellen. Aus Sicherheitsgründen dürfen einige Nutzer kein JavaScript nutzen. Andere haben nicht den aktuellsten Plug-In für Multimedia installiert.[4] Diese Beispiele bilden nur einen kleinen Auszug möglicher Barrieren im Internet. Im nächsten Kapitel wird dies präzisiert, denn im Fall von behinderten Nutzern gilt es für Webdesigner, Programmierer, Unternehmen und Behörden auf weitaus mehr Dinge zu achten.

2.2 Zielgruppen von barrierefreien Internetseiten

Menschen mit Behinderungen haben Schwierigkeiten, das Internet zu nutzen. Dabei ist das Internet gerade für diese Menschen besonders wichtig. Das Internet ermöglicht ihnen den Zugang zu Informationen, Menschen und Märkten. Sie können teilhaben am sozialen, kulturellen und beruflichen Leben. Kein anderes Medium war dazu bisher im Stande. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) stellte in einer Studie im Rahmen der Kampagne „Internet für alle“ fest, dass behinderte Menschen das Internet weit häufiger nutzen als nicht behinderte. Für Blinde gab es beispielsweise früher kaum Möglichkeiten an Informationen zu gelangen. Mit dem Erfolg des Internets hat sich dies geändert. Im Internet gibt es keine Stufen für Rollstühle und keine unverständlichen Ansagen für Gehörlose oder Schwerhörige.[5] Von der Barrierefreiheit profitieren allerdings nicht nur Behinderte sondern alle Nutzer. Auch ältere Menschen, die mit zunehmendem Alter mit mehr und mehr Einschränkungen konfrontiert sind, stellen in unserer stetig alternden Gesellschaft eine nicht zu vernachlässigende Zielgruppe dar.[6]

2003 umfasste die Gruppe der Schwerbehinderten in Deutschland 9.432.196 Menschen. Hiervon waren über 81.000 Menschen blind (vgl. Tabelle 1).[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Schwerbehinderte Menschen am 31.12.2003 nach Art der schwersten Behinderung und Altersgruppen

Bereits im Jahre 2001 nutzten 80% der Behinderten das Internet. 55% davon sahen dabei die größten Schwierigkeiten im Bereich der technischen Zugänglichkeit und Navigation. Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen den Behinderungsformen. Während über 50% der Sehbehinderten von sich sagen, dass sie Internetkenner seien, waren fast 70% der geistig behinderten Menschen noch nie im Netz (vgl. Abb.1).[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Internetkenntnis nach Behinderungsart

2.2.1 Sehbehinderte und blinde Menschen

Internetseiten können grundsätzlich auch von blinden bzw. stark sehbehinderten Menschen erfasst werden. Voraussetzung hierfür ist, dass auf den Seiten enthaltene Informationen als Text und nicht nur als Grafik vorliegen. Der Text kann in Blinden- bzw. Punktschrift über eine Braillezeile, die als Leiste vor der Computertastatur (vgl. Abb.2) liegt, ausgegeben werden. Je nach Größe der Braillezeile können bis zu 40 oder 80 Zeichen angezeigt werden.[9]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Tastatur mit Braillezeile Abb. 3: Braillezeile

Innerhalb der Braillezeile sind die Stifte (vgl. Abb.3) in einer Matrix angeordnet und hintereinander geschaltet, so dass je eine komplette Bildschirmzeile in 8-Punkt-Braillezeichen dargestellt werden kann. Die Punkte können hierbei je nach Bedarf in unterschiedlicher Geschwindigkeit vibrieren, um zusätzliche Informationen wie Großbuchstaben, Zeichen oberhalb eines ASCII-Codes von 127, Cursorposition oder Einfügebetrieb zu übertragen. Die Braillezeile funktioniert nur, wenn der Bildschirm im Textmodus arbeitet, also lediglich 256 ASCII-Zeichen darstellt. Das Auslesen des Bildschirms mit diesem Gerät funktioniert, also ob ein Sichtfenster über den Bildschirm bewegt würde.

Kommunikationssoftware wie Jaws, Supernova oder Virgo ermöglicht die Ausgabe in Blindendruck. Als Alternative zu Standgeräten gibt es tragbare Kleingeräte, die mit einer Braillezeile ausgestattet sind. Ein weiteres Werkzeug ist die Tasthilfe, die von etwa 13% der Sehbehinderten genutzt wird. Die meisten Systeme arbeiten mit einer Kombination aus Braillezeile, Sprachausgabe und Großbilddarstellung.[10]

[...]


[1] Vgl. Berichtsband- Teil 1 zur internet facts 2005- IV, In Internet: http://www.agof.de/studie.353.html, Zugriff am 17.09.06.

[2] Vgl. Hellbusch, J.-E.: Barrierefreies Webdesign- Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen, 1. Aufl., dpunkt.verlag GmbH, Heidelberg, 2005, S.5.

[3] Vgl. ebenda, S.6.

[4] Vgl. Hellbusch, J.-E. / Mayer, T.: Barrierefreies Webdesign, 3. Aufl. 07/2005, KnowWare Verlag Deutschland, Osnabrück, S.5f.

[5] Vgl. Dunckert, M. / Jüptner, O.: Wettbewerbsvorteile durch barrierefreie Internetauftritte, hessen-media Band 48, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Wiesbaden 2004, S.10.

[6] Vgl. Hellbusch, J.-E.: Barrierefreies Webdesign- Praxishandbuch für Webgestaltung und grafische Programmoberflächen, a.a.O, S.25.

[7] Vgl. In Internet: http://www.destatis.de/allg/d/veroe/behinderte.htm, Kurzbericht: Statistik der schwerbehinderten Menschen, Zugriff 13.09.06.

[8] Vgl. Dunckert, M. / Jüptner, O.: Wettbewerbsvorteile durch barrierefreie Internetauftritte, a.a.O, S.11.

[9] Vgl. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Barrierefreies E-Government- Leitfaden für Entscheidungsträger, Grafiker und Programmierer, in Internet: http://www.e-government-handbuch.de, Zugriff am 13.09.06, S. 5f.

[10] Vgl. Dunckert, M. / Jüptner, O.: Wettbewerbsvorteile durch barrierefreie Internetauftritte, a.a.O, S.29.

Details

Seiten
24
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638581080
Dateigröße
1004 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v65580
Institution / Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
1,0
Schlagworte
Barrierefreies Webdesign

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Titel: Barrierefreies Webdesign