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Strategische Auswirkungen des Wissensmanagements

Seminararbeit 2002 20 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Wissensmanagement als Folge des Strukturwandels zur Informations- und Wissensgesellschaft
2.1 Die steigende Bedeutung der Ressource Wissen
2.2 Grundlagen des Wissensmanagements

3 Verbindung der Unternehmensstrategie mit Wissensmanagement
3.1 Unterstützung strategischer Unternehmensziele durch Wissensmanagement
3.2 Möglichkeiten der Wertsteigerung durch Wissensmanagement
3.3 Kritische Würdigung der Unternehmensstrategien und der Wertschöpfungs­möglichkeiten

4 Wertinnovation statt Wettbewerbsorientierung
4.1 Die Strategie der Wertinnovation erfolgreicher Unternehmen
4.2 Chancen und Risiken wissensintensiver Produkte und Dienste
4.3 Veränderungen des strategischen Fokus
4.4 Kritische Würdigung der Wertinnovation

5 Resumée und Schlussbetrachtung

Verzeichnis des Anhangs

Anhang

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

In unserer modernen Informationsgesellschaft des ausgehenden 20. und gerade beginnenden 21. Jahrhunderts wächst die Informations- und Wissensmenge explosionsartig und unkontrolliert, wie eine Suche bei der Internet-Suchmaschine Google zum Stichwort „Knowledge Management“ mit über 706.000 Resultaten bei 2,07 Mrd. registrierten Webseiten eindrucksvoll zeigt.[1] Diese Entwicklung bezeichnet man auch als „Wissensexplosion“ bzw. „Wissensinflation“[2], bei der „der Prozeß der Wissensvermehrung [...] im Grunde außer Kontrolle [ist].“[3]

Heutzutage ist effektives und effizientes Wissensmanagement für viele Unternehmen zu einem entscheidenden strategischen Wettbewerbsfaktor geworden. Doch im Vergleich mit etablierten Ansätzen wie dem Finanzmanagement ist das Wissensmanagement noch immer unterentwickelt, es fehlen z. B. eine gemeinsame Sprache und klare Zielvorgaben.[4] Außerdem wird Wissensmanagement „[...] immer noch relativ losgelöst von strategischen Absichten, Ideen und Konzepten betrachtet und bearbeitet“[5], weil in den meisten Köpfen eine assoziative Kopplung mit Informationstechnologie besteht.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es nun, die Auswirkungen eines strategischen, an den Unternehmenszielen ausgerichteten Wissensmanagements zu untersuchen, und erfolgversprechende Unternehmensstrategien zur optimalen Nutzung des vorhandenen Wissens zu erläutern.

1.2 Gang der Untersuchung

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den veränderten externen Strategien, die Unternehmen nach der Einführung eines strategischen Wissensmanagements anwenden müssen, um im Wissenswettbewerb unserer modernen Gesellschaft bestehen zu können. Zur Zeit richtet sich der Fokus vieler Wissensmanagementprojekte sehr stark auf die internen strategischen Auswirkungen im Bereich der Organisation, Mitarbeitermotivation und Führungsstrukturen. Auf deren Erläuterung soll hier auf Grund des begrenzten Umfangs bewusst verzichtet werden, um der hohen Bedeutung sinnvoller externer Strategien für das Bestehen eines Unternehmens Rechnung zu tragen.[6]

Im zweiten Kapitel werden die steigende Bedeutung der Ressource Wissen und die Grundlagen des Wissensmanagements erläutert, um die Basis für das Verständnis der Arbeit und der Diskussion um veränderte Unternehmensstrategien zu legen.

Im Kap. 3.1 soll dann die Integration des Wissensmanagements in die Unternehmensstrategie untersucht werden, indem drei unternehmensübergreifende Strategien und ihre Unterstützung durch Wissensmanagement vorgestellt werden, um dann in Kap. 3.2 die Verknüpfung dieser Strategien mit den Möglichkeiten der Wertsteigerung durch Wissensmanagement zu erläutern und die generellen strategischen Auswirkungen kritisch zu betrachten.

Im vierten Kapitel wird die Wertinnovation als eine erfolgversprechende Unternehmensstrategie für die Wissensgesellschaft untersucht, weil diese Strategie auf Grund der neuartigen Chancen und Risiken wissensintensiver Produkte und Dienste Veränderungen des strategischen Fokus eines Unternehmens verlangt und somit konkrete strategische Auswirkungen des Wissensmanagements aufzeigt. Im fünften Kapitel erfolgt zum Abschluss ein Resumée und eine Schlussbetrachtung.

2 Wissensmanagement als Folge des Strukturwandels zur Informations- und Wissensgesellschaft

2.1 Die steigende Bedeutung der Ressource Wissen

Für die steigende Bedeutung der Ressource Wissen in der postindustriellen Ära lassen nach North drei zentrale, sich gegenseitig bedingende Triebkräfte identifizieren: Der strukturelle Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft, die Globalisierung[7] und die Informations- und Kommunikationstechnologien.[8]

Die Informations- und Kommunikationstechnologien stellen „die Energie dar, den ‚Wind’, der Strukturwandel und Globalisierung anfacht.“[9] Sie ermöglichen beschleunigte Transaktionen, reduzierte Transaktionskosten und weltweite Informationstransparenz. Dadurch wird erst die weltweite Steuerung von Geschäftsprozessen und die internationale Arbeitsteilung der Globalisierung ermöglicht. Die physische Produktion wird in Entwicklungs- und Schwellenländer auslagert, und die Industrienationen vollziehen mit der Konzentration auf wissensintensive Aktivitäten einen Wandel zu Wissensnationen. Viele Unternehmen verkaufen zunehmend Informationen, Wissen oder intelligente Produkte und Dienstleistungen, sodass der Produktionsfaktor Wissen Arbeit und Kapital als knappe Ressource ablöst.[10]

Für diese Unternehmen bildet Wissen heutzutage also die strategische Schlüsselressource, denn „wer sich außerhalb des Wettbewerbs von Ideen, Informationen und Innovationen begibt, fällt unweigerlich zurück.“[11] Daher hat sich in den letzten Jahren unter dem Schlagwort „Wissensmanagement“ eine rege Diskussion um effizientes Managen und Nutzen von Wissen entwickelt. Im folgenden sollen nun die Grundlagen des modernen Verständnisses von Wissensmanagement erläutert werden.

2.2 Grundlagen des Wissensmanagements

Da nach Expertenschätzungen lediglich ein geringer Teil des in Unternehmen verfügbaren Wissens für die Wertschöpfung verwendet wird, versucht Wissensmanagement vorhandenes Wissen optimal zu nutzen und weiterzuentwickeln, um den Ausnutzungsgrad der so wichtigen Ressource zu verbessern. Das wesentliche Ziel ist dabei die Steigerung des Unternehmenswertes durch die Erhöhung der Effizienz, der Effektivität und der Qualität von Prozessen und Strukturen und die Umsetzung des verfügbaren Wissens in neue Produkte, Prozesse und Geschäftsfelder.[12]

Ausgangspunkt für die folgenden Überlegungen soll der einheitliche Definitionsansatz nach Alex, Becker und Stratmann sein, der Wissen ansieht als „[...] das Ergebnis eines Verstehensprozesses, der sich durch die Einordnung von Informationen in den Kontext auf Basis individueller Erfahrungen vollzieht. [… Wissensmanagement] verbessert den kontinuierlichen Transformationsprozess von individuellem Wissen in organisationales Wissen [...]. Es umfasst das systematische Identifizieren, Sammeln, Aufbereiten, Verteilen, Erweitern und Bewerten von Wissen.“[13] Dieser Definitionsansatz versucht, die heterogenen Begriffsdefinitionen in der Fachliteratur[14] aufzugreifen und durch eine relativ allgemeine Begrifflichkeit eine leichte Anpassung an die individuellen Anforderungen
verschiedener Unternehmen zu ermöglichen. Er ist deshalb für die Betrachtung unterschiedlicher Unternehmensstrategien in dieser Arbeit sehr gut geeignet.

Des weiteren ist noch auf die Interdependenz von operativem und strategischem Wissensmanagement hinzuweisen. Erst durch die Technologien und Methoden des operativen Wissensmanagements, z. B. einheitliche Daten- und Informationsverwaltung, Expertendatenbanken, Intranetportale, Communities of Practice etc.[15], wird eine Unternehmung in die Lage versetzt, Wissen als strategischen Wettbewerbsfaktor zu nutzen und sinnvolle Wissensziele und -strategien auszuarbeiten. Ein funktionierendes operatives Wissensmanagement ist also eine notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung wissensbasierter Unternehmensstrategien.[16]

Umgekehrt ist aber auch operatives Wissensmanagement nur dann erfolgreich, wenn ein übergeordnetes strategisches Ziel im Sinne einer Einordnung in die Unternehmensstrategie und der Unterstützung des Top Management erkennbar ist.[17]

Im folgenden soll dieser wichtige, aber in der praktischen Umsetzung oft vernachlässigte Bereich der Verbindung des Wissensmanagements mit der Unternehmensstrategie erläutert werden, um dann die Auswirkungen des Wissensmanagements im Sinne einer möglichen Veränderung des strategischen Fokus untersuchen zu können.

3 Verbindung der Unternehmensstrategie mit Wissens­management

Wenn ein Unternehmen im Rahmen der Entwicklung strategischer Zielsetzungen zu dem Schluss gelangt, dass Wissen erheblich zu seinem Geschäftserfolg beiträgt, dann wird es Wissensmanagement einführen müssen. Denn genauso wie Qualitätsmanagement, welches mit der Verbreitung der ISO-9000-Zertifizierung allgemein üblich und zu einer Eintrittsbarriere in Märkte geworden ist, wird Wissensmanagement anfangs noch enorme Vorteile bieten, bald aber in fast jedem Unternehmen zu finden sein. Deshalb gilt es, die Vorteile eines schnellen Einstiegs zu nutzen und strategische Ziele des Wissensmanagements frühzeitig festzulegen, „[...] d.h. Wissen eine Richtung zu geben“.[18]

[...]


[1] Vgl. www.google.de/search?hl=de&q=%22knowledge+management%22&meta=, Abrufdat.: 25.2.02.

[2] Vgl. STOEBER (2000), S. 25; ROMHARDT (1998), S. 24; NEFIODOW (1990), S. 275. Nefiodow differenziert nicht zwischen Wissen und Information, zur Unterscheidung vgl. STOEBER (2000), S. 5-12.

[3] NEFIODOW (1990), S. 275.

[4] Vgl. ROMHARDT (2002), S. 22.

[5] HILSE (2002), S. 163.

[6] Interne Veränderungen sind trotzdem eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches strategisches Wissensmanagement. Für eine Darstellung vgl. STOEBER (2000), S.217-244; NORTH (1998), S. 71-116.

[7] Für eine differenzierten Definition der Globalisierung vgl. STOEBER (2000), S. 72-78.

[8] Vgl. NORTH (1998), S. 14.

[9] NORTH (1998), S. 15.

[10] Vgl. NORTH (1998), S. 14-21.

[11] NEFIODOW (1990), S. 38.

[12] Vgl. ALEX/BECKER/STRATMANN (2002), S. 49; NORTH (1998), S. 3-4.

[13] ALEX/BECKER/STRATMANN (2002), S. 50.

[14] Vgl. STOEBER (2000), S. 5; ROMHARDT (1998), S.47-71; Für eine theoretische Abhandlung über Wissen und Erkenntnis vgl. NONAKA/TAKEUCHI (1997), S. 33-64.

[15] Für die technische Dimension des Wissensmanagements vgl. STOEBER (2000), S. 244-284 u. S. 360-384. Für Communities of Practice , d.h. organisationsübergreifende Interessengruppen und informale Netzwerke, vgl. WENGER (2000), S. 229-232; ALEX/BECKER/STRATMANN (2002), S. 57-58; HILSE (2002), S. 168.

[16] Vgl. NORTH (1998), S. 39-43.

[17] Vgl. ALEX/BECKER/STRATMANN (2002), S. 52; NORTH (1998), S. 43.

[18] Vgl. NORTH (1998); S. 213-215, Zitat auf S. 215.

Details

Seiten
20
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638140614
ISBN (Buch)
9783638746182
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6511
Institution / Hochschule
European Business School - Internationale Universität Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel – Lehrstuhl für allgemeine Betriebswirtschaftslehre insb. Entscheidungstheorie
Note
1,7
Schlagworte
Wissensmanagement Strategie Auswirkungen Wissen Informationen Unternehmenstrategie Wissensgesellschaft Wissensstrategie

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