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Weibliche Heldinnen im Fernsehen - Dargestellt am Beispiel von "Buffy the Vampire Slayer"

Seminararbeit 2006 36 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

1.Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Problemstellung

4. Darstellung der Frau im Fernsehen
4.1 Wer formt das Frauenbild?
4.2 Sexualisierung der Frau
4.3 Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen
4.3.1 Frauenmagazine
4.4 Frauenbilder
4.4.1 Traditionelle Frau
4.4.2 Moderne Frau
4.4.3 Das Opfer
4.4.4 Die Täterin
4.4.5 Die Heldin

5. Die Serie „Buffy – The Vampire Slayer”
5.1 Weibliche Charaktere
5.1.1 Buffy Anne Summers
5.1.2 Willow Rosenberg
5.2 Feminisierte männliche Charaktere
5.2.1 Rupert Giles
5.2.2 Alexander „Xander“ Harris
5.2.3 Oz
5.3 Patriarchalische Einflüsse
5.3.1 Vampire
5.3.2 Der Rat der Wächter
5.3.3 Die Initiative
5.4 Shifting Gender
5.4.1 Buffy – Eine männliche Heldin?
5.4.2 Buffy – Eine Open-Image-Heldin

6. Inhaltsanalyse
6.1 Welcome to the Hellmouth
6.2 Enemies
6.3 Life Serial
6.4 Chosen

7. Ergebnisse
7.1 Sind Frauen in Buffy unterrepräsentiert?
7.2 Werden Frauen in „Buffy“ trivialisiert?
7.3 Werden Frauen in „Buffy“ sexualisiert?
7.4 Sind die Opfer in „Buffy“ trotz der weiblichen Titelheldin überwiegend Frauen?
7.5 Entspricht das Frauenbild in „Buffy“ dem typischen Frauenbild im Fernsehen?
7.6 Werden in Buffy Frauenfragen behandelt?

8. Quellenverzeichnis

2. Einleitung

„It was pretty much the blond girl in the alley in the horror movie who keeps getting killed (..) I felt bad for her, but she was always more interesting to me than other woman. She was fun, she had sex, she was vivacious. But then she would get punished for it. Literally, I just had that image, that scene, in my mind, like a trailer for a movie – what if the girl goes into the dark alley. And the monster follows her. And she destroys him. “ (Joss Whedon, Season 1 DVD Box)

Das Ziel dieser Seminararbeit ist es festzustellen welche Frauenbilder im Fernsehen propagiert werden. Studien der Geschlechterforschung beschäftigen sich nun seit knapp 30 Jahren mit dem Frauenbild im Fernsehen. Ich möchte den aktuellen Forschungsstand erfassen und mit Hilfe einer Inhaltsanalyse feststellen, ob das Frauenbild in der Serie „Buffy – The Vampire Slayer“ mit meinen Ergebnissen aus der Literatur einhergeht.

3. Problemstellung

Im Fernsehen und in Serien sind die Männer größtenteils die Helden oder zumindest jene die alles zusammenhalten und eine Familie oder Gruppe anführen. Frauen hingegen bekleiden hauptsächlich Nebenrollen. Anhand dieser Seminararbeit möchte ich herausfinden ob die Serie „Buffy - The Vampire Slayer“ es schafft von den verbreiteten Frauenbildern abzuweichen und eine neuen Typ Frau als Zentrum einer Serie zu etablieren. Es st nicht leicht meine Arbeit einem Ansatz zuzuordnen. Der Teil in dem die allgemeine Literatur behandelt wird ist dem Differenzansatz zu zuordnen, betrachtet man jedoch den Teil über die Serie „Buffy“ findet man hier den Dekonstruktivismus wieder. Ich werde eine Inhaltsanalyse von vier Episoden der Serie durchführen. Dabei lauten meine Forschungsfragen folgendermaßen:

- Sind Frauen in „Buffy“ unterrepräsent?
- Werden Frauen in „Buffy“ trivialisiert?
- Werden Frauen in „Buffy“ sexualisiert?
- Sind die Opfer in „Buffy“ trotz der weiblichen Titelheldin überwiegend Frauen?
- Entspricht das Frauenbild in „Buffy“ dem typischen Frauenbild im Fernsehen?
- Werden in „Buffy“ Frauenfragen behandelt?

4. Darstellung der Frau im Fernsehen

Die erste Studie über Frauen im Fernsehen von Erich Küchenhoff, die im Jahr 1975 durchgeführt wurde, ergab, dass Frauen in allen Bereichen eine Benachteiligung erfahren. Neben der Unterrepräsentation von Frauen wurde durch diese Studie auch die Reduzierung auf einige wenige Stereotype offensichtlich. Jedoch gab es schon damals im Fernsehen neben der traditionellen Mutterrolle auch schon das Bild der jungen, attraktiven und modernen Frau. Trotz Berufstätigkeit und Unabhängigkeit war auch das oberste Ziel dieser Frauen häusliches Glück zu erlangen. (Vgl. Klaus 2005: 218)

30 Jahre später hat sich für die Frauen einiges verändert. Vor allem durch die steigende Erwerbstätigkeit der Frau hat sich ein neues Frauenleitbild entwickelt. Trotzdem hinkt die Darstellung der Frau im Fernsehen der Realität weiterhin hinterher. (Vgl. Klaus 2005: 218)

Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass selbstbewusste und emanzipierte Frauen im Fernsehen immer mehr werden. Analysiert man jedoch ihre Rollen genauer wird klar, dass sie weiterhin den weiblichen Stereotypen entsprechen. (Rodde 2002: 10)

Nach dem derzeitigen Forschungsstand sind Frauen im Fernsehen unterrepräsentiert. Wie vor 30 Jahren gibt es neben dem Bild der traditionellen Frau gibt es noch das der jungen, schönen und unabhängigen Frau. Auffallend ist jedoch, dass eine kritische Auseinandersetzung mit der Lebenssituation der Frau weitgehend vernachlässigt wird. So ist beispielsweise die Doppelbelastung der Frau in Familie und Beruf kaum ein Thema. Besonders auffallend ist dies bei fiktionalen Fernsehsendungen. Frauen werden auf bestimmte Stereotype festgelegt, die in der Realität längst überholt sind. (Raschke 1997: 77f)

Schon beim Kinderfernsehen beginnt dieser Trend. Auch wenn die Repräsentanz von Mädchen immer mehr zunimmt, übernehmen doch männliche Figuren die wichtigen Rollen, Heldinnen gibt es kaum. So bekommen schon die Kinder diese Stereotype vorgesetzt die ihre eigene Identität mitprägen. In Kinderprogrammen sind 63,9 % der Hauptpersonen männlich. Ungefähr ein Viertel davon, teilt sich die Hauptrolle mit einer weiblichen Figur. Nur cirka 10 % der Hauptfiguren sind weiblich. Daraus kann man schließen, dass eigenständige weibliche Heldinnen im Kinderprogramm kaum gezeigt werden. Schon der Titel der meisten Serien verrät den männlichen Fokus. Beispiele hierfür sind:

- Michel aus Lönneberga
- Grisu, der kleine Drache
- Alvin und die Chipmunks

Auffällig ist, dass auch nicht sexualisierte Figuren männliche Namen tragen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Mainzelmännchen männliche Vornamen tragen. Auch die allgemeine Unterrepräsentanz von weiblichen Figuren wird im Kinderfernsehen sehr deutlich. In vielen Kinder Serien, wie zum Beispiel Winni Puh, gibt es gar keine weiblichen Figuren. Bei den Schlümpfen, gibt es zwei weibliche Figuren, was aber noch lange nicht den 51 % entspricht den der Frauenanteil in der Bevölkerung ausmacht. Weibliche Figuren sind nur eine Abweichung der Normalität. Das wird durch weibliches Auftreten und weibliche Kleidung symbolisiert und endet somit in einer Sexualisierung. (Vgl. Götz 1999, online)

Nicht zu übersehen ist jedoch die Darstellung der weiblichen Protagonisten in gemischt geschlechtlichen Gruppen. Hier ist die Rollenvielfalt weiblicher Figuren eindeutig höher, sie sind eigenständige Individuen, auch wenn sie immer in der Minderheit sind. (Vgl. Götz 1999, online)

4.1 Wer formt das Frauenbild?

Bei der Diskussion um die Darstellung der Frau im Fernsehen spielt es eine äußerst wichtige Rolle wie diese Bilder konstruiert werden. Es ist nicht nur von den Frauen selbst abhängig wie sie im Fernsehen wegkommen, sondern auch von vielen „männlichen“ Aspekten.

Denn die Verantwortlichen und Entscheidungsträger beim Fernsehen sind zu einem großen Teil Männer. An der Produktion eines Films oder einer Fernsehserie ist immer ein ganzer Stab von Leuten beschäftigt. Regie, Kamera, Drehbuch, Schnitt und die Maske um nur einige Bereiche der Produktion zu nennen. Auffällig dabei ist, dass Frauen meist nur die Assistenz Posten innehaben. Andere beliebte Bereiche von Frauen sind das Kostüm- und Maskenbild. Doch bei der wichtigsten Position an einem Set, nämlich bei der Regie, haben die Frauen nichts mitzureden. Dieser Beruf ist und bleibt eine Männerdomäne. Im Jahr 2003 betrug der Anteil der Regisseurinnen beim ZDF nur 18 Prozent. Obwohl es in Deutschland mit Doris Dörrie und Margarethe von Trotta sehr bekannte Regisseurinnen gibt, ist die Gesamtzahl trotzdem sehr gering. Auch bei der Regie finden sich viele Frauen in der Assistenz, jedoch steigen diese nur selten zur Regisseurin auf. Anders ist es bei den AutorInnen. Im Jahr 2003 waren bei den Fernsehfilmen der ARD rund 40 Prozent der AutroInnen und Co AutorInnen weiblich. Der höchste Frauenanteil ließ sich bei den TV Serien feststellen. Bei den Kinofilmen hingegen wurde der geringste Frauenanteil festgestellt.

Dasselbe wie bei der Regie lässt sich beim Beruf des Kameramanns erkennen. Schon die Berufsbezeichnung sagt aus, dass es eine Männerdomäne ist (vgl. Sichtermann/Kaiser 2005: 16ff). Das „bedeutet in der Praxis, dass das meiste, was wir im Fernsehen sehen, zuvor durch eine männliche Linse ging.“ (Sichtermann/Kaiser 2005: 18)

Daraus ergibt sich, dass die Frauen zwar an dem Bild, das über sie konstruiert wird mitwirken, aber es trotzdem maßgeblich von Männern gezeichnet wird. (Vgl. Sichtermann/Kaiser 2005: 19)

Auch in den Spitzenpositionen bei den Fernsehsendern zeigt sich ein ähnliches Bild. In den Spitzenpositionen gibt es bei weitem weniger Frauen als Männer. Bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten des deutschen Fernsehens gibt es keine Intendantin, eine Verwaltungsdirektorin, eine Justitiarin, drei Hörfunkdirektorinnen, eine Programmdirektorin beim Fernsehen und vier Chefredakteurinnen beim Fernsehen. Damit sind die Frauen in der Minderheit in den oberen Rängen der Fernseh-Verantwortlichen (vgl. Leutheusser 2000: 122). Die Medien werden also immer noch von den Männern beherrscht. Die Männer entscheiden dem nach, wie die Frauenbilder gezeichnet werden, die den Rezipienten vorgesetzt werden. Männer neigen dazu Frauen für den Bildschirm auszuwählen, nach denen sie sich selbst sehnen (vgl. Leutheusser 2000: 127 ). „Er sucht die Fernseh-Traumfrau im Alltag.“ (Leutheusser 2000: 127) Diese Frauen müssen natürlich dem gängigen Schönheitsideal entsprechen und dienen vorwiegend als Dekoration und Helferinnen für männliche Moderatoren, womit wir wieder bei den klischeehaften und traditionellen Frauenrollen angekommen wären. (Vgl. Leutheusser 2000: 127f)

4.2 Sexualisierung der Frau

Im Fernsehen werden Frauen immer wieder als „Sexualobjekte“ gesehen. Auch wenn es nichts zur Handlung beiträgt wird eine Frau fast immer sexualisiert. Der Frau im Fernsehen wird also eine sexuelle Bedeutung zugeschrieben, während das bei den Männern nicht der Fall ist. Bei der Sexualisierung kann es sich um einen Bezug auf sexuelle Eigenschaften oder Qualitäten, oder auf die Reduzierung der Frau auf ihr Äußeres handeln. Daneben existiert noch die verbale Sexualisierung, die sich vor allem in Witzen und Anspielungen äußert. Der, schon oben genannte visuelle Sexualisierung wird hauptsächlich durch die Kameraführung Ausdruck verliehen. Der weibliche Körper rückt in den Fokus der Aufnahme, auch wenn es nicht in den Handlungskontext passt. Das äußert sich in Nahaufnahmen und Schwenks über Brüste, Po und Beine der Frau. Objekte von Sexualisierung sind zu 88 Prozent Frauen. Diese zieht sich durch alle Programmbereiche und kommt in Spielfilmen, Krimis, Comedys, Talkshows, Quizsendungen und sogar in Nachrichtensendungen vor. Obwohl in letzterem die Sexualisierung am geringsten ausgeprägt ist. Der höchste Grad an Sexualisierung lässt sich in Talk- und Quizshows feststellen. (Vgl. Luca 1998: 12)

Zwischen der Sexualisierung der Frau und der Gewalt im Fernsehen besteht ein eindeutiger Zusammenhang. Diese Verbindung entsteht durch die gleichzeitige Inszenierung von Gewalt und Sexualität. Vor allem in sexuellen Beziehungen zwischen Mann und Frau werden die Frauen häufig zum Opfer. Sie werden vom Ehemann geschlagen, oder vom Ex-Freund bedroht. Ein häufiger Anlass für die Gewalt an Frauen im Fernsehen ist ihre sexuelle Aktivität, wofür sie von den Männern mittels Gewalt bestraft werden. Frauen werden also nur, weil sie Frauen sind, zum Opfer von Gewalt. (Vgl. Luca 1998: 121f)

4.3 Behandlung von Frauenfragen im Fernsehen

Auffallend ist, dass eine kritische Auseinandersetzung mit der Lebenssituation der Frau im Fernsehen weitgehend vernachlässigt wird. So ist beispielsweise die Doppelbelastung der Frau in Familie und Beruf kaum ein Thema. Besonders auffallend ist dies bei fiktionalen Fernsehsendungen (vgl. Raschke 1997: 77). Auch andere frauenspezifische Themen wie Emanzipation und Gleichstellung werden in Nachrichten, Filmen und Serien kaum bis gar nicht thematisiert. Monika Weiderer stellte in ihrer Studie im Jahr 1990 fest, dass der Anteil an frauenspezifischen Themen im Dokumentarbereich bei 1,6 Prozent und bei den Nachrichten sogar nur 0,9 bzw. 1,8 Prozent. Grund dafür ist, dass diese Themen so gut wie keinen Nachrichtenwert haben und diese schon bei der Nachrichtenselektion aussortiert werden (vgl. Klaus 2005: 229). Trotz der steigenden Beteiligung von Frauen an der Aufbereitung und Präsentation von Nachrichten gibt es keine Veränderung des Nachrichtenwerts und frauenspezifische Themen finden keinen Eingang in die tägliche soziale und politische Berichterstattung. Monika Weiderer konnte jedoch in ihrer Studie feststellen, dass es sich andersherum gegensätzlich verhält. Wenn eine Sendung frauenrelevante Themen aufgreift ist der Anteil der Frauen die an den Programmen beteiligt sind sehr hoch. Vor 30 Jahren wurde auch dieser Bereich noch von Männern dominiert, aber heute finden sich in Frauenmagazinen überwiegend weibliche Moderatorinnen und Expertinnen. Doch auch diese positive Entwicklung birgt Gefahren für die Berichterstattung über frauenrelevante Themen. Solange diese Themen nicht in die politische Berichterstattung Eingang finden „ist damit zugleich auch die Gefahr einer Trivialisierung emanzipatorischer Themen und der Abdrängung von Journalistinnen und Expertinnen in eine prestigelose Nische verbunden.“ (Klaus 2005: 230)

4.3.1 Frauenmagazine

Seit den 80er Jahren sind Frauenmagazine ein fester Programmbestandteil der Fernsehanstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. So lange Frauen in der Gesellschaft benachteiligt werden und die fiktiven Sendungen sich kaum mit der Lebenssituation der Frauen beschäftigt bieten diese Magazine den einzigen Raum für solche Themen. (Vgl. Leutheusser 2000: 23)

Es scheint, dass es nur in diesen Nischen-Programmen möglich ist frauenrelevante Themen zu etablieren (vgl. Klaus 2005: 231). Beispiele für Programme dieser Art sind „Frauenfragen“(WDR), „Mona Lisa“(ZDF) und „Nova“(3sat).

Diese Magazine behandeln politische als auch gesellschaftliche Themen, die vor allem Frauen betreffen. Dabei sind sie engagiert, couragiert, informativ und kritisch. Auch die so genannten Tabu Themen gehören zur Palette der Frauenmagazine. Hier wird nicht vor Berichterstattung über Vergewaltigung (in der Ehe) und Kinderpornographie zurückgeschreckt (vgl. Leutheusser 2000: 123). Trotzdem sind die Programme weiterhin Nischen-Programme und müssen sich ständig legitimieren (vgl. Klaus 2005: 230). Mit den Frauenmagazinen soll ein besseres Verständnis für gesellschaftliche relevante Themen verbreitet werden und diese Sendungen übernehmen auch eine Ratgeberfunktion für Frauen. Die wahrscheinlich wichtigste Funktion der Frauenmagazine ist es Vorurteile von und über Frauen abzubauen. Denn auch in den Köpfen der Frauen sind Klischees verankert, die sie selbst betreffen. (Vgl. Leutheusser 2000: 123)

Aufgrund des Randdaseins der Frauenmagazine haben diese immer wieder mit strukturellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Änderung der Sendezeiten ist keine Seltenheit und auch die personellen und finanziellen Mittel sind stark begrenzt. (Vgl. Klaus 2005: 231)

4.4 Frauenbilder

In den letzten 30 Jahren hat sich das Frauenbild im Fernsehen nicht wirklich verändert, trotzdem gab es zumindest kleine Fortschritte. So gibt es mehr berufstätige Frauen und auch Männer werden manchmal bei der Hausarbeit gezeigt. Nichts desto trotz bleiben uns die traditionellen Frauenbilder erhalten. ( Vgl. Becker/Becker 2001: 2)

Es werden auch heute noch hauptsächlich die alten Rollenklischees verbreitet. Frauen sind Mütter, Männer sind Professoren. (Vgl. Leutheusser 2000: 122)

Nach Margarete Gallagher gibt es drei Wertkategorien, welche den Frauen im Fernsehen zugewiesen werden:

- Traditionsverbunden: Damit sind Frauen gemeint, welche die patriarchalische Ordnung akzeptieren. Den Mittelpunkt des Lebens solcher Frauen bildet das Zuhause und die Familie.
- Modern: In dieser Kategorie ist von Frauen die Rede, die ihren eigenen Willen haben und somit aus der patriarchalische Ordnung ausbrechen.
- Neue Werte: Damit sind Frauen gemeint, die sich im Beruf, sowie im familiären Leben selbst verwirklichen. Diese ist jedoch die Gruppe, die im Fernsehen am wenigsten vertreten ist. (Vgl. Raschke 1999: 78)

„Inhaltlich füllen die weiblichen Figuren oftmals Rollen und Eigenschaften aus, die ’nicht männlich sind’: das hilflose Opfer, das zu begehrende Weibchen, die umsorgende Mutter, oder die verständnisvolle Großmutter.“ (Götz 1999, online)

4.4.1 Traditionelle Frau

Der Lebensmittelpunkt der traditionellen Frau ist die Familie und das Zuhause. Dieser Typ Frau ist zuständig für den Haushalt und hat keinerlei politisches Interesse. Dieses Frauenbild vermittelt, dass berufliche Orientierung keinen Platz im Leben der Frau hat (vgl. Luca 1998: 36). Im Hollywood Kino haben Mütter und das traditionelle Familienmodell Konjunktur. Die Frauen werden von der Außenwelt abgeriegelt und werden nur in ihrem Heim gezeigt, wo sie sich um ihre Kinder kümmern. (Vgl. Rodde 2002: 12)

4.4.2 Moderne Frau

Es gibt sie, die moderne, berufstätige Frau im Fernsehen. Doch leider gibt es in diesem Zusammenhang viel Platz für Kritik. Obwohl heute viele Frauen mit Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben, scheint es dieses Problem in der TV Welt nicht zu geben. Die moderne TV Frau hat eine gute Stellung, einen Titel, viel Geld und eine tolle Wohnung. Trotz der guten beruflichen Situation werden Frauen im Fernsehen nicht über ihren Beruf definiert. Das ist weiterhin nur den Männern vorbehalten. Die Frauen hingegen werden kaum bei der Arbeit gezeigt, sondern stattdessen im familiären und partnerschaftlichen Kontext. So entsteht ein Nebeneinander von einem traditionellen und einem modernen Frauenbild im Fernsehen. Die Frauenrollen werden auch wenn sie beruflich sehr gut situiert sind, auf Ehefrauen, Geliebte und Mütter reduziert und über ihr Gefühlsleben definiert. Erst wenn sich das ändert, kann den vorherrschenden Rollenklischees eine Absage erteilt werden.

Es ist außerdem hervorzuheben, dass die berufliche Karriere eine Frau im Fernsehen nicht glücklich macht. Trotz des Erfolgs ist sie immer noch auf der Suche nach dem richtigen Mann um absolut glücklich zu sein. (Vgl. Sichtermann/Kaiser 2005: 69ff)

Der wichtigste Aspekt aber für moderne, unabhängige Frauen ist das Aussehen. Fast nur Frauen die dem Schönheitsideal entsprechen wird eine solche Handlungsweise zugeschrieben. Die moderne Fernseh-Frau ist schlank, schön und zwischen 19 und 35 Jahren alt. Es kommt kaum vor, dass eine Frau im Fernsehen eine Brille trägt, oder gar Falten hat. Dies ist sowohl im Fiction als auch im Non-Fiction Bereich zu beobachten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, die Mehrheit der Frauen im Fernsehen ist jedoch dem genannten Stereotyp zuzuordnen. (Vgl. Klaus 2005: 225)

Eine weitere negative Belastung für die moderne Frau im Fernsehen, ist dass solche Frauen gerne als Biester dargestellt werden. Diese Frau lebt nur für ihren Beruf und alles andere scheint ihr egal zu sein. Deswegen muss sie in der typischen Fernseh-Dramaturgie einen schweren Verlust erleiden um bestraft zu werden. Diese Frauen werden auch bei der Arbeit gezeigt, aber nur um zu verdeutlichen, dass sie ihre eigentlichen „Pflichten“ vernachlässigen. Sie sind immer die Verliererinnen, gegenüber den Frauen die weniger aufstiegsorientiert sind und deshalb für einen Mann in Frage kommen.

[...]

Details

Seiten
36
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638576789
Dateigröße
626 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v65014
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
Gut
Schlagworte
Weibliche Heldinnen Fernsehen Dargestellt Beispiel Buffy Vampire Slayer

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