Lade Inhalt...

"Kriegsdarstellung in Roman und Tagebuch" - Rezension zu "Deutsche Literaturgeschichte", Bd. 9: Weimarer Republik 1918-1933

Rezension / Literaturbericht 2003 6 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Freie Universität Berlin

Neuere deutsche Literatur

Grundkurs C: Romane der Weimarer Republik

Dozent: Walter Delabar

Aufgabe: Rezension eines Sekundärtextes

„Kriegsdarstellung in Roman und Tagebuch“

Im zur „Deutsche[n] Literaturgeschichte“[1]gehörenden Band über die Weimarer Republik widmen die Autoren Ingo Leiß und Hermann Stadler einen Abschnitt der Kriegsdarstellung in Roman und Tagebuch. Die Thematik ist in einem Gesamtüberblick über die Dichtung dieser Zeit von Bedeutung. Die Relevanz erklärt sich bereits mit dem ersten Satz der Ausführungen: „Zu den besonderen Schwerpunkten der Literatur in der Weimarer Republik zählte die Auseinandersetzung mit dem Krieg“.[2]

Was aber ist insgesamt von den Verfassern und ihrer Einführung in die Thematik zu erwarten? Beide Autoren haben Germanistik studiert und sind als Lehrer tätig. Das Ziel „gradlinig und allgemeinverständlich […] auf der Höhe der wissenschaftlichen Kenntnisse, doch ohne Kompliziertheit und akribische Weitschweifigkeit“[3]zu schreiben, haben sie für ihre Bände zur„Deutsche[n] Literaturgeschichte“formuliert. Doch werden die Verfasser diesem Anspruch gerecht? Haben beispielsweise die Ausführungen zur Kriegsdarstellung in Roman und Tagebuch vor der Literaturwissenschaft Bestand?

Strukturell gliedert sich der Text in sechs Abschnitte. Nach einer Einführung in das Thema werden fünf Bücher, die zur Zeit der Weimarer Republik entstanden sind und Kriegsdarstellungen enthalten, vorgestellt. Ausgewählt haben Leiß und Stadler„Der Streit um den Sergeanten Grischa“von Arnold Zweig,„Krieg“von Ludwig Renn, „In Stahlgewittern“von Ernst Jünger,„Im Westen nichts Neues“von Erich Maria Remarque und„Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hieß“von Georg Britting. Weitere Veröffentlichungen werden kurz angeschnitten.

Ausgangspunkt der Betrachtung über die Kriegsliteratur der Weimarer Republik ist die gespaltene Meinung damaliger Autoren bei der Bewertung des Kaiserreiches und den in seinem Namen geführten Krieg. Die Skala, die in den Romanen ablesbar sei, reiche „von der resignierenden Einsicht in die Tatsache der Unvermeidlichkeit von Kriegen bis zur Verherrlichung von Krieg und Soldatentum, von einer kritischen Distanzierung bis zum radikalen Pazifismus“[4]. Der politische Streit um die Inhalte der Texte, der mit der Auseinandersetzung um Remarques„Im Westen nichts Neues“seinen Höhepunkt erreichte, bringt die Autoren zu ihrer These: Durch diese Kontroversen sei die Frage nach der literarischen Bedeutung der Texte im Bewusstsein der Öffentlichkeit weitgehend außer acht geblieben. Deshalb wolle man anhand von Beispielen zeigen, „in welcher Form und mit welchen Absichten […] über den Tagesstreit hinausweisende Texte entstehen“[5].

[...]


[1]Leiß, Ingo und Hermann Stadler: Deutsche Literaturgeschichte Bd. 9: Weimarer Republik 1918-1933. München 2003.

[2]Ebd., S. 237.

[3]Ebd., S. 2.

[4]Leiß und Stadler 2003, S. 239.

[5]Ebd.

Details

Seiten
6
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638571951
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v64351
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Institut für Deutsche und Niederländische Philologie
Schlagworte
Kriegsdarstellung Roman Tagebuch Rezension Deutsche Literaturgeschichte Weimarer Republik Romane

Autor

Teilen

Zurück

Titel: "Kriegsdarstellung in Roman und Tagebuch" - Rezension zu "Deutsche Literaturgeschichte", Bd. 9: Weimarer Republik 1918-1933