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Unterrichtseinheit: Erweiterung des Zahlenraumes bis 1000 (3. Klasse)

Unterrichtsentwurf 2005 11 Seiten

Didaktik - Mathematik

Leseprobe

1. Lerngruppenbeschreibung

1.1 Allgemeine Lernvoraussetzungen

Die Klasse 3c der XXXSchule besteht aus 24 Kindern, 11 Mädchen und 13 Jungen. Die Mehrzahl der Kinder hat Eltern ausländischer Herkunft. Die Herkunftsländer der Eltern sind unter anderem Marokko, Türkei, Italien, Mazedonien, Polen, Rumänien, Indien und Jugoslawien. 6 Kinder kommen aus einem deutschen Elternhaus. Dies bringt teilweise deutliche Sprachprobleme mit sich. Dennoch sind alle Kinder in der Lage dem Unterricht zu folgen, Arbeitsaufträge zu verstehen und diese auszuführen. 3 der 24 Kinder besuchten bereits die Vorklasse. Ein Kind wiederholt freiwillig das 3. Schuljahr und besucht deshalb seit kurz vor den Sommerferien die Klasse 3c. Ein Kind ist zugezogen und gehört seit Beginn des Schuljahres zur Klasse. Somit ist die Altersspanne recht groß. Das älteste Kind der Klasse ist im Oktober 1995 geboren, das jüngste im August 1997. Dennoch existiert eine angenehme Klassengemeinschaft. Die Kinder kennen ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen und sind in der Lage sich gegenseitig um Hilfe zu bitten bzw. sich gegenseitig zu helfen. Auch der Umgang mit freien Arbeitsformen wie Werkstattarbeit oder Arbeitsplänen ist den Kindern vertraut. Oftmals schaffen sie es gut, sich in solchen Arbeitsphasen eine Aufgabe zu suchen und konzentriert und leise daran zu arbeiten.

1.2 Lernvoraussetzungen für die Stunde

Die Leistungen in Mathematik sind wie in allen anderen Fächern sehr unterschiedlich. Daher ist es nötig sehr stark zu differenzieren. Dies hat zur Folge, dass einige Kinder in der Zeit nach den Ferien zunächst den Stoff der 2. Klasse (Addition, Subtraktion sowie das kleine Einmaleins) wiederholen mussten, sodass sie nun im 3. Schuljahr in der Lage sind, auf die erworbenen Kenntnisse auszubauen. Dejana, Taira, Salina und Salih haben trotz allem große Schwierigkeiten mit bekannten Inhalten wie dem Zehnerübergang oder dem Einmaleins. Zudem ist keine klare Zahlvorstellung im Zahlenraum von 0 bis 100 vorhanden. Gerade für solche Kinder ist die Verwendung von anschaulichem Material sehr wichtig. Aus den vergangenen Schuljahren sind ihnen die Hundertertafel, der Zahlenstrahl und der Zahlenstrich, das Hunderterbrett und die Rechenmaschine vertraut.

Bei anderen Kindern war nur eine sehr kurze Wiederholung nötig. Eine ausführliche Beschäftigung mit dem bereits behandelten Stoff hätte diese Kinder unterfordert. Aus diesem Grund haben die leistungsstärkeren Kinder Stefanie, Kaan, Robert, Fabian, Sven W., Metin, Maruane und Luca in der Zeit nach den Ferien schwierigere Aufgaben bearbeitet, die teilweise auch schon den bekannten Zahlenraum von 0 bis 100 überschritten haben.

2. Sachanalyse

Eine sichere Zahlvorstellung ist die Voraussetzung für das Beherrschen und Verstehen von Rechenstrategien. Da jedoch jedes Kind eine individuelle Zahlvorstellung entwickelt, ist es wichtig verschiedene Anschauungsmittel zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist es sinnvoll auf entsprechende Materialien aus dem Hunderterraum zurückzugreifen und diese in erweiterter Form fortzuführen.

DerTausenderstrahl(als Fortsetzung des Hunderterstrahls) ist ein Anschauungsmittel, welches den ordinalen Zahlaspekt verkörpert. Hierbei wird den Kindern die lineare Struktur des Zahlenraumes verdeutlicht.[1]Man sieht die Nachbarn einer Zahl, Größenbeziehungen können durch Vor- bzw. Zurückgehen verdeutlicht werden. Als echtes Anschauungsmittel hat der Tausenderstrahl jedoch seine Grenzen, da er, wenn man wirklich jede Zahl einzeichnen will, sehr lang und unübersichtlich werden kann. Er ist zwar sehr sinnvoll für die „gedankliche Konstruktion“ des Tausenderraums in der Vorstellung der Kinder, in der Praxis wird jedoch häufig ein Rechenstrich verwendet (ohne Markierungen oder mit Markierungen des benötigten Ausschnittes im benötigten Maßstab).[2]

DasTausenderbuch(als Fortsetzung der Hundertertafel und des Hunderterfeldes) eignet sich gut, um den Kindern den dekadischen Aufbau des Tausenderraumes deutlich zu machen. Dies bedeutet, dass je 10 Einheiten einer Stufe zu einer Einheit der nächsthöheren Stufe zusammengefasst werden. (Aus 10 Einern entsteht 1 Zehner, aus 10 Zehnern 1 Hunderter und aus 10 Hundertern 1 Tausender.) Es verfügt über 10 Seiten, auf denen sich auf der Vorderseite die Zahlen von 1 bis 1000 in systematischer Anordnung befinden. Auf der Rückseite sind 1000 Punkte in der Anordnung von 10 Hunderterfeldern zu finden.

Ein weiteres Merkmal des Fortschreitens von einer Stufenzahl zur nächsten ist der Dreierrhythmus: Die dreistellige Tausenderstruktur (H, Z, E) wiederholt sich in der Million (HAT, ZT, T) und so weiter. Daher ist auch eine Beschäftigung mit derStellenwerttafelein gutes Anschauungsmittel. Wenn die Kinder somit den „Dreier-Aufbau“ des Tausenders verstanden haben, haben sie den Schlüssel für den Aufbau des gesamten Zahlensystems gefunden.[3]

Im Zusammenhang mit der Stellenwerttafel können zudem Zehner-Systemblöcke (1000er Blöcke, 100er Platten, 10er Stangen, 1er Würfel) für Übungen zur Zahldarstellung und Zahlauffassung, sowie zum Bündeln und Entbündeln eingesetzt werden.[4]

[...]


[1]Vgl. Gierlinger (Hrsg.) 2005, 43.

[2]Vgl. Wittmann 2002, 123.

[3]Vgl. Wittman 1998, 10-14.

[4]Vgl. Radatz u.a. 2003, 66.

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638568234
ISBN (Buch)
9783656068228
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v63885
Schlagworte
Unterrichtseinheit Erweiterung Zahlenraumes Klasse)

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