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Drogenpolitik im Vergleich - Schweiz/Deutschland

Hausarbeit 2002 24 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Drogen
2.1 Definitionsmöglichkeiten

3. Drogenszene und Drogenpolitik in Europa
3.1 Die Niederlande als Musterbeispiel

4. Drogen in Deutschland
4.1 Rechtliche Lage
4.2 Drogenpolitik
4.3 Präventionsmaßnahmen

5. Drogen in der Schweiz
5.1 Rechtliche Lage
5.2 Drogenpolitik
5.3 Präventionsmaßnahmen

6. Internationale / Grenzüberschreitende Drogenbekämpfung?

7. Schlussfolgerung

8. Literaturverzeichnis

Anhang 1: Opportunitätsprinzip

Anhang 2: Pressemitteilung Bundesministerium für Gesundheit 21.12.01

Anhang 3: Artikel „Entkriminalisierung des Cannabis-Konsums“ NZZ Online

Anhang 4: Das „4-Säulen-Modell“

1. Einleitung

Drogen sind ein transnationales Problem. Es gibt auf der Welt kein einziges Land, wo man keine Drogensüchtige vorfinden kann. Wenn aber Drogenpolitik international diskutiert wird, so spalten sich die Gemüter in zwei Lager. Manche sehen die Legalisierung der weichen Drogen als Vorstufe zum Konsum von härteren Drogen und halten deswegen an der alten Drogenpolitik fest und wollen, dass Drogen weiterhin verboten sind und wiederum andere verlangen eine Einstufung der Drogensüchtigen als Kranke, denen man medizinischen und sozialen Beistand leisten sollte, anstatt polizeilich gegen Ihnen vorzugehen. Jedes Land hat eine andere Einstellung zu Drogen und eine andere Politik um mit dem Problem umzugehen. In der folgenden Arbeit werde ich versuchen darzustellen, wie die Drogenpolitik in Europa, insbesondere in der Schweiz aussieht. Bei der Recherche war es mir leider nicht möglich mehr als zwei Fachbücher über die verschiedenen Situationen in Deutschland und in der Schweiz zu finden, deshalb basieren die hier geschilderten Daten überwiegend auf Informationen aus dem Internet.

2. Drogen

So wie jedes Land eine andere Drogenpolitik hat, so gibt es auch verschiedene Ansichten davon, was nun tatsächlich als eine Droge zu bezeichnen ist. Den Medizinern zufolge können nämlich auch Alkohol und Zigaretten als die Drogen oder Suchtmittel, die in unserer Gesellschaft am weitesten verbreitet sind, bezeichnet werden. Der Begriff Droge ist also bei weitem nicht so einfach zu definieren, wie man vielleicht denkt.

2.1 Definitionsmöglichkeiten

Als Droge bezeichnete man bis in die Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein fast alle medizinischen Wirkstoffe und Medikamente. Drogen gab es früher ganz normal zu kaufen, daher auch der Begriff Drogerie. Oft findet man an alten Häusern auch noch die Aufschrift "Medizin - Drogen - Kräuter".

Beim Begriff „Droge“ werden die meisten Menschen jedoch wahrscheinlich zuerst an illegale Drogen, wie Marihuana, Kokain, Heroin und synthetische Pillen denken. Das Duden (1996) bestimmt den Begriff „Droge“ jedoch wie folgt:

„Droge, die; 1. pflanzlicher, tierischer oder mineralischer Rohstoff für Heilmittel, Stimulanzien oder Gewürze: starke Schmerzen lindernde –n.

2. a) (veraltend) Arzneimittel; b) Rauschgift: harte, weiche –n; unter (dem Einfluss von) –n stehen.“

Diese Definition lässt aber auch andere Sachen, wie zum Beispiel Heilmittel als Drogen gelten. Meiner Meinung nach fehlt in dieser Definition die Einbeziehung des Suchtfaktors und damit bleibt die Frage nach den legalen Drogen und die Eingrenzung wesentlich schwieriger. Um ein Mittel als Droge einstufen zu können, könnte man den Suchtfaktor als Maßstab benutzen, aber verfolgt man diesen Gedanken konsequent, so umfasst die Definition außerdem einige Medikamente (Morphin, Herzmedizin) und so alltägliche Dinge wie Süßigkeiten, Kaffee und manchmal sogar Sex. Alle diese Dinge können Suchterscheinungen annehmen und werden in der heutigen Gesellschaft trotzdem nicht als Drogen angesehen und durch Gesetze verboten. Die Brockhaus Enzyklopädie hat dagegen eine Definition, der ich mich auch anschließen möchte, da ich finde, dass diese den Begriff Droge/Rauschgift exakt bestimmt:

„Rauschgifte, Rauschmittel, Gruppe verschiedenartiger Stoffe (Drogen), die beim Menschen erregend oder lähmend auf das Zentralnervensystem wirken, häufig zu Bewusstseinsveränderungen und Euphorie führen und psychische und körperliche Abhängigkeit hervorrufen können. Kennzeichen der psych. Abhängigkeit ist das Unvermögen, mit der Rauschgifteinnahme aus eigener Kraft aufhören zu können. Die körperl. Abhängigkeit äußert sich durch ernste körperliche Störungen (Entzugserscheinungen) bei Dosisverringerung oder Rauschgiftentzug. Drogenabhängigkeit führt häufig zu chronischen Gesundheitsschäden, sozialem und beruflichem Abstieg und Gesetzeskonflikten.“ (Brockhaus Enzyklopädie 2001)

In dieser Definition steht die medizinische Betrachtungsweise des Drogenkonsums im Vordergrund und Drogen werden deshalb nach den Kriterien der psychischen und körperlichen Abhängigkeit definiert. Außerdem ist in dieser Begriffsbestimmung der Aspekt der sozialen und beruflichen Abstieg und der oft daraus folgende Gesetzeskonflikt mit einbezogen, was ich für sehr wichtig halte, da dies den Begriff Droge auf die Mittel beschränkt, die in vielen Ländern gesetzlich verboten sind, wie Heroin, Kokain usw.

Die genaue Bestimmung des Begriffes „Drogen“ ist deshalb oft subjektiv zu betrachten, da jedes Land und jeder Mensch darunter etwas anderes versteht. So erklären sich auch die Unterschiede in der Drogenpolitik in den verschiedenen Ländern. In dieser Arbeit sind aber nur die illegalen Drogen von Interesse, nämlich die, die in dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) Deutschlands vom 1.1.1982 beschrieben sind. Wenn im folgenden der Begriff Drogen benutzt wird, sind also nur diese Substanzen gemeint.

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Details

Seiten
24
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638139687
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6385
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg) – Linguistik
Note
1
Schlagworte
Drogenpolitik

Autor

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Titel: Drogenpolitik im Vergleich - Schweiz/Deutschland