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Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der Betriebswirtschaft unter gesonderter Betrachtung von Return on Investment und Cash Flow

Hausarbeit 2002 24 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Kennzahlen und Kennzahlensysteme
1.1 Kennzahlen
1.2 Kennzahlensysteme

2. Ret urn on Investment und Cash Flow
2.1 Return on Investment
2.2 Cash Flow

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Beispiel zum Planungs- und Steuerungssystem

Abb. 2 Einteilung der Kennzahlen in ihre Arten

Abb. 3 Aufbau und Errechnungsansatz einer Kennzahlenpyramide

Abb. 4 Die Berechnung des Return on Investment

Abb. 5 Graphische Darstellung des Return on Investment

1. Kennzahlen und Kennzahlensysteme

Kennzahlen und Kennzahlensysteme werden heutzutage zu einem immer wichtigeren Mittel, wirtschaftliche Größen in einfachen Zahlen darzustellen und sie mit anderen zu vergleichen. Hier soll geklärt werden, was Kennzahlen und Kennzahlensysteme überhaupt sind, weshalb sie sinnvoll sind und welche Bedeutung sie haben. Außerdem sollen zwei wichtige Kennzahlen vorgestellt werden, die innerhalb der Betriebswirtschaft wichtig sind und immer mehr an Bedeutung gewinnen.

1.1 Kennzahlen

Im Allgemeinen kann man sagen, dass Kennzahlen Zahlen sind, die verschiedene betriebswirtschaftliche Daten in Beziehung zueinander setzen. Sie sind Messziffern bzw. Vergleichswerte für innerbetriebliche (Bewertung des Unternehmens) und zwischenbetriebliche Vergleiche (Messung mit anderen Unternehmen)[1].

Kennzahlen liefern Informationen, um den Führungskräften dabei zu helfen, festgelegte Ziele zu verfolgen, richtige Entscheidungen zu fällen und Verbesserungen in der Zukunft anzustreben[2]. Sie dienen also der Planung, Steuerung und Kontrolle und spielen auch im Bereich des strategischen und operativen Controllings eine große Rolle.

Während der Planungsphase wird ein Ziel gesetzt. Dazu werden für verschiedene Kennzahlen die Werte dieser Kennzahlen aus den letzten Wirtschaftsperioden herangezogen. Durch den Vergleich dieser Werte werden für die einzelnen Kennzahlen Ziele definiert. Zum Beispiel soll der Cash Flow um 10 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werde[3]. Dann wird eine Lageanalyse durchgeführt. Hier wird analysiert, wie die aktuelle Lage des Unternehmens ist, d.h. welche Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken das Unternehmen besitzt. Beispielsweise könnte der Cash Flow bei 10 Mio. € liegen. Die nächste Phase der Planung besteht darin, die Lage des Unternehmens zu

prognostizieren. Es wird also analysiert, wie sich das Unternehmen entwickeln würde, wenn keine besonderen Maßnahmen ergriffen würden. In dem aufgeführten Beispiel würde dann der Cash Flow bei beispielsweise 10, 5 Mio. € liegen. Aus einem Vergleich der Zielplanung mit der Lageanalyse (Soll-Ist-Vergleich) und einem Vergleich zwischen Zielplanung und Lageprognose (Soll- Wird- Vergleich) wird in der vierten Phase das Problem formuliert, d.h. es werden die Abweichungen vom Ziel analysiert. Im Beispiel ist der Unterschied durch den Soll-Ist-Vergleich 1 Mio. € und der Soll- Wird- Vergleich 0,5 Mio. €. Daraus lässt sich eine Abweichung von 0,5 Mio. € ablesen. In der nächsten Phase der Planung werden dann Alternativen gesucht, die zur Lösung des Problems führen könnten. Der Cash Flow könnte zum Beispiel durch eine Umsatzsteigerung durch bessere Vertriebsarbeit oder eine billigere Produktion erhöht werden. Während der Entscheidungsphase werden schließlich die besten Alternativen ausgewählt und es wird ein Plan erstellt, der alle Informationen zur Umsetzung enthält. Im Beispiel ist als beste Alternative die Umsatzsteigerung ausgewählt worden.

In der anschließenden Steuerungsphase wird der in der Planungsphase erstellte Plan dann umgesetzt. Die Steuerungsphase beginnt mit der Organisation zur Umsetzung des Planes. Den Mitarbeitern wird angewiesen, ihre Arbeit auf eine gewisse Art umzustellen. Beispielsweise werden die Vertriebsmitarbeiter zu Schulungen geschickt. In der folgenden Realisationsphase werden dann diese Anweisungen umgesetzt. Die Vertriebsmitarbeiter verändern ihre Rhetorik im Verkaufsgespräch, indem sie ihr neu erworbenes Schulungswissen anwenden, und können somit höhere Umsätze erzielen. Während der gesamten Realisation wird in gewissen Abständen ein Soll-Ist-Vergleich erstellt, um die Realisation zu kontrollieren und wenn es notwendig ist gegenzusteuern. Im Beispiel erhöht sich der Cash Flow monatlich um 1 %.

Kennzahlen gliedern sich in verschiedene Arten. Da wären als erstes die absoluten Kennzahlen[4],[5]. Absolute Kennzahlen, auch Grundzahlen genannt, lassen sich ganz einfach aus den Betriebsdaten errechnen. Sie können direkt aus der GuV oder anderen Unterlagen errechnet werden. Zu den absoluten Kennzahlen gehören Einzelzahlen, Summen, Differenzen und Mittelwerte. So sind z. B. der Bilanzgewinn, das Anlagevermögen oder auch Umsatzerlöse ganz einfache Grundzahlen, die eine hohe Aussagekraft besitzen.

Die zweite Gruppe bilden die Verhältniszahlen, die man auch als Relativzahlen bezeichnet. Sie setzen mehrere Zahlen aus den Betriebsdaten ins Verhältnis, d.h. es werden absolute Zahlen zueinander in Beziehung gestellt. Sie unterteilen sich in drei verschiedene Arten, den Gliederungs-, Beziehungs- und Indexzahlen.

Bei den Gliederungszahlen wird eine Teilmasse zu einer Gesamtmasse in Beziehung gesetzt, wie z. B. bei der Eigenkapitalquote. Sie errechnet sich, indem man das Eigenkapital durch das Gesamtkapital teilt. Möchte man diesen Wert als Prozentsatz ausweisen, wird das Ergebnis mit 100 % multipliziert.

Setzt man wesensverschiedene absolute Zahlen ins Verhältnis, erhält man sogenannte Beziehungszahlen. Der Deckungsgrad 1 ist ein Beispiel dafür. Er errechnet sich, indem man das Eigenkapital durch das Anlagevermögen teilt und diesen Wert mit 100 % multipliziert. Dabei sind das Eigenkapital und das Anlagevermögen zwei wesensverschiedene absolute Zahlen.

Als letzte Untergruppe der Verhältniszahlen sind die Indexzahlen zu nennen. Sie werden auch als Messzahlen bezeichnet und zeigen das Verhältnis von zeitlich oder räumlich getrennten Massen auf. Sie geben an, um welchen Prozentsatz sich ein Vergleichswert in der Berichtsperiode zur Ausgangsperiode geändert hat. Der Ausgangswert ist hierbei gleich 100 %. Dadurch ist eine zeitliche Entwicklung ablesbar. Der Preisindex ist ein Beispiel dafür. Er gibt an, in welchem Maße sich die Preise, die heute gelten, im Vergleich zu einem Basiszeitraum, geändert haben.

Die Richtzahlen sind die dritte Gruppe der Kennzahlen. Sie setzen Orientierungsgrößen außerhalb des Unternehmens mit Kennzahlen in Relation. Dabei werden branchenspezifische Durchschnittszahlen mit denen des eigenen Unternehmens bzw. analysierten Unternehmen verglichen. Bestimmte Kennzahlen vergleicht man auch mit allgemeinen Durchschnittsgrößen des Marktes. Ein Beispiel für solch eine Richtzahl ist der durchschnittliche Zinssatz des Kapitalmarktes, der als Maßstab für die Gesamtkapitalrentabilität herangezogen wird.

Kennzahlen sind nur sinnvoll, wenn man sie mit anderen wesensgleichen Kennzahlen vergleicht. Dabei werden drei verschiedene Arten von Vergleichen unterschieden[6].

Die erste Art sind die Betriebsvergleiche. Dabei werden die Kennzahlen des eigenen Unternehmens mit denen anderer Unternehmen oder den Durchschnittskennzahlen der jeweiligen Branche verglichen. Ebenso ist es möglich die Kennzahlen verschiedener betrieblicher Bereiche zu vergleichen. Das Ergebnis des Vergleiches ist dann eine Stärke- Schwäche- Analyse, bei der die Probleme der einzelnen Bereiche bzw. des Unternehmens aufgedeckt werden.

[...]


[1] vgl. „Lexikon des treffenden Fachworts für die Wirtschaft“, Normann, Seite 221

[2] vgl. „Kennzahlen“, Vollmuth, Seite 9

[3] vgl. Abb. 1

[4] vgl. „Kennzahlen“, Vollmuth, Seite 11 – 14

[5] vgl. Abb. 2

[6] vgl. „Controlling“, Piontek, Seite 352

Details

Seiten
24
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638139588
Dateigröße
778 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6370
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg – Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Note
2,1
Schlagworte
Kennzahlen Kennzahlensysteme Betriebswirtschaft Betrachtung Return Investment Cash Flow

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Titel: Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der Betriebswirtschaft unter gesonderter Betrachtung von Return on Investment und Cash Flow