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Maria Montessori - „Hilf mir, es selbst zu tun!“

Seminararbeit 2004 17 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person Maria Montessori

3. Ausgangspunkt für Maria Montessoris Pädagogik

4. Die Erziehungsphilosophie Maria Montessoris

5. Grundlagen der Montessori-Pädagogik

6. Schlüsselbegriffe der Montessori-Pädagogik
6.1 Der „psychische Embryo“ oder „Das ganze Geheimnis liegt in zwei Worten: Milch und Liebe“
6.2 Der „absorbierende Geist“ und die „sensiblen Perioden“
6.3 Die „vorbereitete Umgebung“
6.4 Die „kosmische Erziehung“

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Maria Montessori: Kämpferin für die Demokratisierung der Bildung, Kämpferin für die Arbeiterbildung, Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frau. Das sind Rollen, die in Hinblick auf Maria Montessori in Vergessenheit geraten sind. Der weltweite Bekanntheitsgrad dieser Persönlichkeit beruht vor allem auf ihren Erfolgen und Entwicklungen in Bezug auf die Pädagogik.

Maria Montessori: Kämpferin für die Rechte der Kinder, Kämpferin für das Recht der Kinder auf Eigenleben, auf Freiheit und Selbsttätigkeit (vgl. März 2000, S. 609). Doch wie vollbrachte eine Frau dieses Werk in einer vom Patriarchat geprägten Zeit?

„Das Erziehungswesen war (zur Zeit des Aufwachsens Maria Montessoris) das finsterste Kapitel in der italienischen Sozialgeschichte.“ (Kramer 1995, S. 30) und konnte nicht als kindgerecht bezeichnet werden. Die am meisten angewandte Form des Lernens war die des Drills. Das Schulsystem bemühte sich demnach nicht, den Verstand der Kinder zu entfalten oder ihre Phantasie anzuregen, sondern wollte sie lediglich nach ihren Vorstellungen formen.

Diese „Erwachsenenerziehung“ widersprach Maria Montessori, da ihrer Meinung nach Kinder grundsätzlich nicht die Möglichkeit haben, die sozialen Aktivitäten der Erwachsenen auszuüben. Sie plädierte vielmehr dafür, dass die Erziehung die sozialen Rechte und Möglichkeiten der Kinder berücksichtigen und sich nach ihnen richten sollte („Pädagogik vom Kinde aus“), als die Kindheit als Durchgangsstadium zum Erwachsensein zu betrachten.

Mit diesem revolutionären Ansatz wandte sich Maria Montessori der „Reformpädagogik“ zu. Die grundlegenden Erkenntnisse dieser Strömung, denen sich auch Maria Montessori annahm, sind das Individualitätsprinzip (Orientierung am Kind), das Aktualisierungsprinzip (kindgemäße Förderung) und das Selbstregulationsprinzip (junge Menschen tragen selbst zu ihrer Unterrichtung bei).

Im Folgenden soll auf das Leben und Arbeiten, sowie auf die Inhalte der Montessori-Pädagogik explizit eingegangen werden.

2. Zur Person Maria Montessori

Maria Montessori kam am 31. August 1870 in Chiaravalle in der Provinz Ancona in Italien als Tochter von Allessandro Montessori, Beamter, und Renilde Montessori, geborene Stoppani, zur Welt.

Durch die berufliche Tätigkeit des Vaters zog die Familie fünf Jahre später nach Rom um.

Verwöhnung hatte keinen Platz in Maria Montessoris Erziehung, vielmehr wurde sie besonders von ihrer Mutter dazu bewegt und ermutigt, mit Stärke und Disziplin aus der stereotypen Rolle der Frau auszubrechen. Das junge Mädchen Maria entwickelte aufgrund dieser Erziehung schon früh eine außerordentliche Zielstrebigkeit und Willensstärke, die darin mündeten, dass sie nach ihrer Schulzeit entgegen aller öffentlichen Ablehnung und Feindseligkeit als erste Frau Italiens Medizin studierte und 1896 promovierte. Diesem Studiengang schlossen sich Studien der Psychologie, Philosophie, Anthropologie und Pädagogik an.

Im Anschluss an das Medizin-Studium beschäftigte sie sich im Rahmen ihrer Arbeit als Assistentin in der Psychiatrischen Klinik der Universität Roms mit geistig behinderten Kindern und lernte die Erkenntnisse der französischen Ärzte Jean-Marc-Gaspard Itard, Arzt an der Taubstummenanstalt Paris und seines Schüler Edouard Seguin kennen. Diese Personen fungierten in ihrem Denk- und Arbeitsprozeß als Orientierungspunkt und boten ihr einen Ausgangspunkt für ihre eigenen Arbeiten. Durch ihre berufliche Tätigkeit gelangte sie zu der Überzeugung, besondere Schulen für die Erziehung und Schulung geistig behinderter Kinder errichten zu müssen. Sie entwickelte hierbei das Prinzip, dass ihre spätere Arbeit mit normal entwickelten Kindern bestimmen sollte: „Erst die Erziehung der Sinne, dann die Erziehung des Verstandes.“ M. Montessori war maßgeblich an der Bildung der Liga für die Erziehung behinderter Kinder beteiligt, die unter ihrer Leitung 1900 eine Schule zur Ausbildung von Lehrern für die Betreuung und Erziehung geistig behinderter Kinder eröffnete. Schon während dieser Zeit entwickelte Maria Montessori eine Reihe von Lehrmaterialien, die später in Verwendung mit normalen Kindern das Montessori-Material, die Montessori-Methode wurde. Durch die durchschlagenden Erfolge, die sie mit Hilfe ihrer Materialien bei behinderten Kindern erzielte, mutmaßte sie über die Erfolge, die ihre Methode bei normal entwickelten Kindern bewirken würde.

Aufgrund der unehelichen Geburt ihres Sohnes Mario und der persönlichen Umstände beschloß sie, die Sonderpädagogik hinter sich zu lassen und sich der Erziehung normaler Kinder zuzuwenden. Die Gelegenheit ihre Methode bei normalen Kindern anzuwenden, bekam sie 1907 mit der Eröffnung ihres ersten Kinderhauses („Casa dei Bambini“) für herumstreunende Kinder im Vorschulalter im Elendsviertel San Lorenzo in Rom. Ihre dortigen Entwicklungen trugen wesentlich zur Entwicklung ihrer Pädagogik bei. Trotz einiger Schwierigkeiten, auch politischer Natur (faschistischer Umbruch in Italien), fand ihre Methode, auch durch ihre Verbreitung durch mehrere Bücher und Lehrkurse, auf der ganzen Welt Anerkennung und Umsetzung, so dass auch heute noch nach ihrem Konzept gearbeitet wird.

Maria Montessori starb am 6. Mai 1952 82jährig an einer Gehirnblutung in Noordwijk, Niederlande.

3. Ausgangspunkt für Maria Montessoris Pädagogik

Hinter der Lehre Montessoris stehen ihre positivistische Wissenschaftsauffassung und ihre katholische Gläubigkeit gleichermaßen.

Vom Positivismus des 19. Jahrhunderts geprägt, kristallisierte sich ein Teil ihres pädagogischen Denkens heraus. Zusammen mit ihrem Wissen aus der Medizin, glaubte sie an die selbstheilenden Kräfte im menschlichen Körper. Deshalb liegt die Hauptaufgabe der Erziehung laut Montessori im „Hilfeleisten“. Dies trägt dazu bei, die inneren Kräfte eines Menschen entfalten zu können, denn anthropologisch gesehen, ist der Mensch im Gegensatz zum Tier ein „unfertiges Lebewesen“. In einem langwierigen Prozess muss er erst lernen, sich in der Gesellschaft zu bewegen, was Maria Montessori als „embryologisch aufbauende Lebensperiode“ bezeichnet.

Das religiöse Element gehörte von Anfang an mit zu ihrem pädagogischen Denken, da sie selbst in einer sehr christlichen Familie aufwuchs. In diesem Zusammenhang sprach sie auch vom „inneren Bauplan“. Damit das Kind Herr seiner selbst werden kann, ist Freiheit als Voraussetzung notwendig. Diese schafft den Rahmen für Erziehung und Bildung. Das Prinzip der Freiheit bildet das Fundament für alle Elemente der Pädagogik. So auch für die Begriffe „Peripherie“ und „Zentrum“. Unter Peripherie verstand Montessori jene Faktoren, die den Kontakt mit der Umgebung vermitteln. Das Zentrum ist das geheimnisvolle Wirken verborgener Kräfte im Kind, demnach das Innerste des Kindes, das jedem Menschen verwehrt bleibt.

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Details

Seiten
17
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638558037
ISBN (Buch)
9783656246961
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62590
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Philosophisch-sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Maria Montessori Vorlesung Personen- Ideengeschichte

Autor

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Titel: Maria Montessori - „Hilf mir, es selbst zu tun!“