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Kompetenzsteigerung im Konfliktmanagement

Hausarbeit 2005 15 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Gliederung

1 Unterschiedliche Interessenslage als Konfliktauslöser

2 Kommunikationsbereiche
2.1 Indirekte Kommunikation
2.2 Direkte Kommunikation
2.2.1 Beispiel für eine Konfliktmöglichkeit

3 Definition Konfliktkompetenz
3.1 Kommunikationstechniken zur Konfliktvermeidung
3.1.1 Die Sprache als Konfliktregulator
3.1.2 Das Aktive Zuhören
3.1.3 Kontern
3.1.4 Weitere Instrumente zur Konfliktvermeidung
3.1.5 Der Mediator als letzte Möglichkeit der Schlichtung

4 Notwendigkeit von Konflikten

5 Quellenangabe

1. Unterschiedliche Interessenslage als Konfliktauslöser

Jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse, verfolgt seine Ziele und besitzt eigene Wertvorstellungen. Auch hinsichtlich Prioritätensetzung, Ansichten über diverse Dinge und Meinungsbildungen unterscheiden sich Menschen voneinander; was für den einen von Bedeutung sein mag, muss für den anderen längst keine Relevanz besitzen. Daher behauptet Monika Bröcker-Garbers, die selbst Workshops im Bereich Konfliktmanagement durchführt, ein Konflikt bestehe dann, „wenn Handlungen, Bedürfnisse, Interessen, Wünsche, Erwartungen oder Gefühle von zwei Menschen oder Gruppen (oder sich selbst) im Widerspruch zueinander stehen.“ (http://www.frauen-computer-schulen.de) Häufig ist daher das entstehen eines Konfliktes unausweichlich. Konflikte insbesondere in Unternehmen seien hier nach Friedrich Glasl definiert als eine „Spannungssituation, in der zwei oder mehr Parteien, die voneinander abhängig sind, mit Nachdruck versuchen, scheinbar oder tatsächlich unvereinbare Handlungspläne zu verwirklichen und sich dabei ihrer Gegnerschaft bewusst sind.“ Auseinandersetzungen, Streit, Meinungsverschiedenheiten sind im menschlichen Zusammenleben und –arbeiten vorprogrammiert und daher im Alltag nicht vollkommen vermeidbar. Man begegnet ihnen ständig, da schon allein eine nicht einwandfreie Kommunikation dazu führen kann, einem Konflikt einen idealen Nährboden zu bieten. Doch hängt ihr Ausbruch oder ihr Verlauf letztlich davon ab, wie man mit ihnen umgeht und wie man lernt, sie zu bewältigen. (vgl. http://www.wissen24.de) Ein geschickter, konstruktiver Umgang mit Konflikten ist gefragt, um sie effektiv zu steuern und positiv zu beeinflussen.

In dieser Hausarbeit möchte ich einige Anwendungsmöglichkeiten aufzeigen, um einen Konflikt idealerweise gar nicht erst aufkeimen zu lassen und aber auch Maßnahmen anführen, diesen zu bereinigen. Es soll deutlich gemacht werden, wie man durch den Einsatz einiger einfacher Kommunikationsinstrumente seine Konfliktkompetenz steigern kann, um sie explizit im Arbeitsleben weitgehend zu vermeiden.

2. Kommunikationsbereiche

Zu Beginn soll vorausgesetzt werden, dass ein zwischenmenschlicher Konflikt erst aufgrund von Fehlern in der Kommunikation zweier oder mehrerer Gesprächspartner entstanden ist. Unter Fehlern in diesem Zusammenhang können beispielsweise Missverständnisse oder Fehlinterpretationen verstanden werden. Kommunikation kann zum einen in indirekter Weise stattfinden, worunter das Email- oder Briefschreiben, das SMS versenden oder das Telefonieren zählen oder in direkter Weise im Sinne einer face-to-face-Kommunikation.

2.1. Indirekte Kommunikation

Die indirekte Kommunikation tritt im modernen Zeitalter aufgrund des technischen Fortschritts und der Schnelllebigkeit immer mehr in den Vordergrund. Menschen tauschen sich zunehmend über elektronische Medien wie mit dem Computer über das Emailschreiben oder via Handy per SMS aus. Auch die inzwischen etwas veraltete und kaum mehr angewendete Form des klassischen Briefschreibens zählt zu den indirekten Kommunikationsmitteln und ferner auch das Telefon, bei dem man sich zwar verbal verständigt, aber dem Gesprächspartner nicht persönlich gegenüber steht. So praktisch und flexibel solche Kommunikationsmedien auch sein mögen, da man sich räumlich uneingeschränkt innerhalb kürzester Zeit austauschen kann, so gefährlich sind sie auch, da Missverständnisse und Fehlinterpretationen vorprogrammiert sind und sie eine face-to-face-Kommunikation nicht 100% ersetzen können (vgl. http://www.hausarbeiten.de). Gerade bei schriftlicher Kommunikation bieten sich unzählige Möglichkeiten an, Aussagen falsch zu verstehen und sie anders zu deuten, je nachdem „wie“ man einen Satz gerade liest, welches Bild man von dem Absender hat, welchen Sympathiestatus er für einen selbst innehat und wie man sich selbst an diesem Tag fühlt. Es gibt zahlreiche Gründe, die eine Botschaft beim Empfänger anders ankommen lassen als sie vom Absender gemeint ist.

2.2. Direkte Kommunikation

Doch meint man, all diese Missverständnisse durch eine face-to-face-Kommunikation ausgleichen zu können, liegt man falsch. Denn auch hier agieren Menschen oft unzureichend offen und zu wenig vorbereitet. Besonders fließt hierbei auch die nonverbale Kommunikation sehr stark mit ein, die Körpersprache, Mimik, Gesten beinhalten, die vom Gegenüber ebenso interpretiert werden wie der eigentliche sachliche Inhalt einer Konversation. In jeder sozialen Umgebung ergeben sich Problemstellungen, die aus Missverständnissen und Fehlinterpretationen entstanden und nur durch ein wiederholtes Zusammensetzen, um das Problem zu klären, behoben werden können.

2.2.1 Beispiel für eine Konfliktmöglichkeit

Ein solches potenzielles Konfliktbeispiel aus dem alltäglichen Leben soll folgende Szene veranschaulichen: Nehmen wir an, ein Vorgesetzter fragt seine Assistentin nach der Uhrzeit. Was antwortet sie? Was „versteht“ sie? Sie kann die Frage ihres Chefs als tatsächliche Frage nach der Uhrzeit verstehen und auf den sachlichen Teil exakt und direkt antworten, worauf sie dem Chef die genaue Uhrzeit mitteilt. Doch eine einfache Botschaft, die von dem Sender ausgeht, muss nicht ebenso bei dem Empfänger ankommen, denn der folgert häufig seine eigene Interpretation bzw. Botschaft daraus. Und gerade im Arbeitsleben liegt oftmals die Gefahr darin, die sachliche und die Beziehungsebene miteinander zu vermischen. In diesem Beispiel bietet sich für die Assistentin eine Bandbreite von Interpretationsmöglichkeiten an, je nachdem, wie ihr Verhältnis zu dem Chef aussieht – ist es eher locker, teamorientiert oder ist es eher distanziert und der Chef streng und autoritär - ,in welcher physischen und psychischen Verfassung sie sich selbst an diesem Tag befindet. Ist man beispielsweise schlechter Laune, ist man auch für vieles empfindlicher und sensibler und auch leichter angreifbar. Es gibt also eine Unmenge von Faktoren, die die „wahre“ Botschaft – oder wie sie zumindest vom Absender gemeint war - verschwimmen lassen könnten. Eine weitere Auffassungsmöglichkeit für die Assistentin hier wäre die unterschwellige Mitteilung des Chefs, sich mit der Bewältigung der gerade anliegenden Aufgabe zu beeilen. In dem Fall würde sie antworten mit: "Ich beeil mich, gleich bin ich fertig.", weil sie verstehen würde „Wie spät ist es? Wir haben nicht mehr lang Zeit, bald ist Abgabe!“ In diese Frage kann sie jedoch auch einen Vorwurf implizieren, nämlich „Wie lange brauchen Sie denn noch? Sind sie immer noch nicht fertig?“, auf den sie mit "Bin ich Ihnen zu langsam?!" reagieren oder es sich zumindest denken würde. Allerdings kann sie ebenso deuten, dass der Chef nur herausfinden möchte, ob die Zeit zur Beendigung der Arbeit noch ausreicht. Die Assistentin würde den Satz in dem Fall mit ihren Worten übersetzen als: "Befürchten Sie, dass wir es nicht rechtzeitig schaffen?"

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638557733
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62557
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Schlagworte
Kompetenzsteigerung Konfliktmanagement

Autor

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Titel: Kompetenzsteigerung im Konfliktmanagement