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Stress und die Reaktionen des Körpers

Referat (Ausarbeitung) 2006 21 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Terminologie
1.1 Was ist Stress?
1.2 Was sind Stressoren?

2 Geschichtlicher Rückblick

3 Der Stressablauf im ursprünglichen Sinn
3.1 Orientierung
3.2 Aktivierung
3.3 Anpassung
3.4 Erholung
3.5 Überforderung
3.6 Erschöpfung

4 Ablauf der Stressreaktion auf den vier Ebenen
4.1 Kognitive Reaktionen
4.2 Emotionale Reaktionen
4.3 Vegetativ hormonelle Reaktionen
4.4 Muskuläre Reaktionen

5 Häufige belastende Ereignisse

6 Stress und Krankheit
6.1 Wahrnehmung der Bedrohung
6.2 Fehler beim allgemeinen Adaptionssyndrom
6.3 Erschöpfung durch kontinuierliche Adaption

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Thesenpapier

Einleitung

Über Stress wird heute allgemein geklagt. Nicht nur die Manager oder Politiker leiden unter negativem Stress, dem sogenannten Distress. Die positiven Auswirkungen von Stress (Eustress) werden jedoch meist nicht weiter thematisiert.

In dieser schriftlichen Ausarbeitung zum Referatsthema „Stress und die Reaktionen des Körpers“ geht es im Einstieg um die Auseinandersetzung mit den Begriffen „Stress“ und „Stressoren“. Danach erfolgt ein kurzer geschichtlicher Einblick in Bezug auf die Stressforschung.

Doch wie ist Stress im ursprünglichen Sinne zu sehen und wie wirkt sich Stress auf vier verschiedenen Ebenen aus? Welche Reaktionen treten in unserem Körper auf, wenn wie Stress ausgesetzt sind? Welche Krankheiten werden durch Stress verursacht? Diese Fragen werden im zweiten Teil der Arbeit näher erläutert und bilden den Schwerpunkt.

1 Terminologie

Es gibt keine einheitliche Definition für den Begriff Stress. Stress ist immer sehr individuell zu betrachten und sollte flexibel gehandhabt werden. Auch der Begriff Stressoren wird in der Literatur unterschiedlich beschrieben. Einige Definitionen sollen hier aufgeführt und diskutiert werden.

1.1 Was ist Stress?

Stress ist ein Muster spezifischer und unspezifischer Reaktionen eines Organismus auf Reizereignisse, die sein Gleichgewicht stören und seine Fähigkeiten zur Bewältigung strapazieren oder überschreiten. Diese Reizereignisse umfassen eine ganze Bandbreite externer und interner Bedingungen, die allesamt als Stressoren bezeichnet werden. (Zimbardo, 1995, S. 575)

Vom Ursprung her kommt der Begriff Stress aus dem angelsächsischen Sprachraum. Er wurde in der Materialprüfung/ Werkstoffverarbeitung verwendet und erläuterte die Anspannung und Verzerrung von Metallen oder Glas.

In der Medizin und Psychologie hat der ungarisch- kanadische Mediziner Hans Selye im Jahre 1950 Stress wie folgt beschrieben:

„Die Belastungen, Anstrengungen und Ärgernisse, denen ein Lebewesen täglich durch viele Umwelteinflüsse ausgesetzt ist. Es handelt sich um Anspannungen und Anpassungszwänge, die einen aus dem persönlichen Gleichgewicht bringen können und bei denen man seelisch und körperlich unter Druck steht". ( Selye, a.a.O.) Stress ist lebensnotwendig sagt Stressforscher Selye an einer anderen Stelle. Es ist ein Lebensausdruck, denn jedes Erlebte löst Spannungen aus. Das gilt sowohl für negative wie für positive Ereignisse. Stress ist an die Erlebnisfähigkeit des Menschen gebunden, hängt also auch davon ab, ob er ein Ereignis als positiv oder als negativ empfindet und wertet. (Juchli, 1997, S.430)

An einer anderen Stelle wird Stress wie folgt definiert:

Stress bezieht sich also auf das Verständnis der Person, dass ihre normalen Funktionen bedroht sieht. Damit ist jedoch nicht die Einsicht der Person gemeint, ein Problem nicht effizient genug gelöst zu haben- eine Implikation, die den meisten Stress-Management zu Grunde liegt... (Brenner, 1997, S. 86)

Des weiteren wird der chronische Stress unterschieden und wie folgendermaßen definiert:

Chronischer Stress wird definiert als Erregungszustand, der andauert, während die Anforderungen von der Person als größer als die verfügbaren inneren und äußeren Ressourcen zur Bewältigung wahrgenommen werden. (Powell & Eagleston, 1983, a.a.O)

1.2 Was sind Stressoren?

Ein Stressor (Erlebnisreiz) ist ein Reizereignis, das vom Organismus eine adaptive Reaktion verlangt. (Zimbardo, 1995, S. 575)

Weiter werden Stressoren als alle inneren und äußeren Anforderungen bezeichnet. Die auf dem Organismus einwirkende Reize werden in positiv und negativ unterteilt. Erlebnisse die als angenehm, nützlich und befriedigend erlebt werden, erscheinen in positiver Betrachtung. Überfordernd, bedrohlich und unangenehm Erlebtes wird als negativer Stressor gewertet. (vgl. Wagner-Link, 2002, S.8)

Unterschieden werden physische, psychische und soziale Stressoren. Physische Stressoren können z.B. schlechte Arbeitsbedingungen wie Lärm, schlechtes Licht oder Schichtarbeit sein. Psychische oder auch Leistungsstressoren sind z.B. Langeweile, Überforderung, Zeitdruck oder Angst vor dem Versagen. Unter sozialen Stressoren sind z.B. Streit in der Familie, wenig Anerkennung für erbrachte Leistung oder Konflikte mit Arbeitskollegen oder Vorgesetzten zu sehen.

Antonovsky definiert Stressoren als „eine von innen oder außen kommende Anforderung an den Organismus, die sein Gleichgewicht stört und die zur Wiederherstellung des Gleichgewichts eine nicht-automatische und nicht unmittelbar verfügbare, energieverbrauchende Handlung erfordert“ (Antonovsky, 1979, S.72) Des weitern werden Stressoren dem Begriff Stressfaktoren gleichgestellt. Dies ist die Bezeichnung für seelische oder körperliche Belastungen (Umwelteinflüsse, Krankheiten, lebensgeschichtliche Ereignisse u.a.), die Stress auslösen können. (Pschyrembel, 1997, S.1518)

2 Geschichtlicher Rückblick

Der Gedanke das Stress unsere Gesundheit beeinflusst ist sehr alt und wird erstmals 1910 in der Literatur erwähnt. William Osler hat damals die bei jüdischen Geschäftsleuten häufig auftretende Angina pectoris mit deren hektischer Lebensweise in Beziehung gebracht. Hans Seyle hat später im Jahre 1946 ein Stressmodell beschrieben. Er nannte die im Kontext mit Stresseinwirkung auftretenden Krankheitssymptome „allgemeines Adaptionssyndrom“, welches in drei Phasen abläuft.

1.Alarmrektion: Auf die anfängliche Schockphase folgt eine Aktivierungsphase in der die Abwehrmechanismen des Individuums angeregt und aktiviert werden.
2. Widerstand: In diesem Stadium erfolgt die maximale Anpassung und im günstigen Fall die Rückkehr zum Gleichgewicht des Individuums. Bleibt der Stressor jedoch wirksam oder versagt die Abwehr erfolgt der Übergang in die nächste Phase.
3. Erschöpfung: Die adaptiven Mechanismen brechen zusammen.

Caplan erweiterte 1964 das physiologische Reizreaktionsmodell, indem er es in Beziehung brachte zum menschlichen Energiepotential. Appley erforschte 1967 die Merkmale der Person und spricht vom Verwunderbarkeitsprofil eines Individuums, womit Persönlichkeit, demografische Fakten, körperliche Verfassung, Erfahrung und Motivation erfasst wurden. Studien hatten gezeigt, dass gut angepasste und reife Personen geringere Störungen aufweisen als andere. Lazarus u.a. wiesen 1971 darauf hin, dass das Reizreaktionsmodell zudem abhängig ist bzw. dessen Ablauf beeinflusst wird von der Art und Weise, wie die individuelle Person das Stressereignis deutet, also davon, wie das Individuum ein bedrohliches oder schädigendes Ereignis bewusst oder unbewusst interpretiert.

Caplan fasste 1981 diese Theorien zusammen und erklärte, dass das Konzept Stress weiniger reaktions- und situationsgebunden sei, sondern nur Sinn ergibt, wenn Stress als Ungleichgewicht im Zusammenhang einer Individuum - Umwelt - Transaktion verstanden wird. Damit entstand dass heute allgemein verstandene Mensch – Umwelt – Modell. (Vgl. Juchli, 1997, S.430-431)

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Details

Seiten
21
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638557719
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62555
Institution / Hochschule
Hochschule Osnabrück – Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Note
2
Schlagworte
Stress Reaktionen Körpers Soziologische Problemanalysen Pflege

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Titel: Stress und die Reaktionen des Körpers