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Was ist neu an der Globalisierung?

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Definitionen der Globalisierung Was ist neu an der Globalisierung?

2. Begünstigende Faktoren und Betrachtungsweisen der Globalisierung

3. Dimensionen und Folgen der Globalisierung

4. Gewinner und Verlier der Globalisierung

5. Ökonomische Globalisierung

6. Ökonomische Globalisierung in Deutschland

Literaturverzeichnis

Einleitung

Bei der Bearbeitung dieses Themas, stellt sich grundlegend die Frage, wie man Globalisierung definieren kann, um sich überhaupt grundsätzlich die Frage stellen zu können, was neu ist an der Globalisierung. Welche Trends gibt es in der tatsächlichen, faktischen Veränderung und wie wird Globalisierung verstanden oder wahrgenommen? Hierzu sind einige Definitionen sinnvoll, die klar machen, aus welcher Sichtweise heraus man Globalisierung betrachtet.

Es scheint schwer oder gar unmöglich zu sein Globalisierung im Ganzen mit all ihren Ausprägungen und Wirkungen definitorisch zu bündeln.

Es bietet sich also an, bestimmte Teilbereiche der Globalisierung getrennt zu betrachten, und dabei die Interdependenz der Teilbereiche so weit es möglich ist unberücksichtigt zu lassen.

Des weiteren scheint die Globalisierung ein Thema zu sein, das die wissenschaftliche Bearbeitung erschwert, da die Herangehensweise häufig geprägt zu sein schient von der normativen Grundeinstellung des Betrachters.

Die persönlich, unterschiedliche Wahrnehmung von Bedenken bzw. Ängsten und/oder Hoffnungen die einhergehen mit der Entwicklung der Globalisierung, machen eine objektive Beobachtung und Beschreibung schwer.

So fällt auf, dass aufgrund gleicher empirischer Ausgangsdaten, grundlegend verschiedene Bilder von Globalisierung gezeichnet werden können. ( Dies viel bei der Recherche und bei den Präsentationen im Seminar Soziologie der Internationalisierung zu diesem Thema auf).

Aus den genannten Gründen, wird folgend eine definitorische Abgrenzung des Teilbereichs der marktwirtschaftlichen Globalisierung vorgenommen, an welchem ergründet werden soll, was sich ausschließlich in diesem Teilbereich für Trend heraus stellen lassen. Des Weiteren soll untersucht werden, ob diese Entwicklungen neu sind, oder ob sie historisch fortschreitende Ereignisse sind, die eventuell nur beschleunigt sind, oder mehr wahrgenommen werden.

I. Definitionen der Globalisierung - Was ist neu an der Globalisierung?

Diese Frage lässt sich nur beantworten, wenn man sich über den Ursprung des Begriffs der Globalisierung klar wird. Das Wort Globalisierung wird seit Anfang der 90er Jahre verwendet und hat seinen Ursprung in amerikanischen Managementschulen.[1][2]

Die Definitionen von Globalisierung sind sehr unterschiedlicher Natur, deshalb ist Globalisierung kein eindeutiger Begriff.[3] Es besteht eine gewisse Konkurrenz dieses Begriffs mit anderen wie zum Beispiel der Internationalisierung und der Transnationalisierung.[4] Eine Definition von Globalisierung lieferte S. A. Schirm 2001: „Globalisierung ist der zunehmende Anteil von grenzüberschreitenden Aktivitäten privater Wirtschaftsakteure an der gesamten Wirtschaftsleistung.“

Allgemein wird unter Globalisierung eine in erster Linie weltweite wirtschaftliche Verflechtung gesehen, also eine zunehmende Verflechtung der einzelnen Volkswirtschaften durch grenzübergreifenden Handel mit Gütern, Dienstleistungen, Kapital und technischem Wissen. Eine messbare Größe der Entwicklung ist die Entwicklung des Welthandels und der Auslandsinvestitionen, die beide seit den 90er Jahren stärker zu genommen haben, als die Weltproduktion.[5] Beweis hierfür ist, dass allein von 1990 bis 1996 der Umfang des Handels mit Industriegütern um durchschnittlich 6 % wuchs und die Weltproduktion nur um 1,5 % zugenommen hat.[6]

Das Hauptproblem mit dem Begriff der Globalisierung liegt darin begründet, dass er eine hohe inhaltliche Breite und Unschärfe besitzt. Die OECD definiert Globalisierung noch relativ schlicht als einen Prozess, durch den Märkte und Produktionen in verschiedenen Ländern immer voneinander abhängig werden, als Folge der Dynamik des Handels mit Gütern und Dienstleistungen und durch die Bewegung von Technologien.[7] Hauptakteure der Globalisierung sind multinationale Unternehmen, die die Globalisierung heute maßgeblich durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien und neue Organisationsformen der betrieblichen Produktion vorantreiben.

Der Begriff Globalisierung hat aber auch verschiedene Aufgaben, so dient er als Entschuldigung für die nationale Untätigkeit oder für Misserfolge oder als Ausrede für Resignation, aber er wird auch benutzt, um Druck auf nationale Regierungen oder Verbände auszuüben.

Abschließend lässt sich feststellen, dass Globalisierung ein Prozess mit einer ökonomischen, politischen und kulturellen Dimension ist. Die ökonomische und technologische Entwicklung der letzten zwei Jahrzehnte haben zu einer wachsenden Interdependenz der Staaten und Gesellschaften der Erde sowie zu einer Internationalisierung einer Vielzahl von Politikfeldern und Lebensbereichen geführt.[8]

II. Begünstigende Faktoren und Betrachtungsweisen der Globalisierung

Für die „Verschmelzung der Welt zu einem riesigen Marktplatz“ kann man zunächst „… die moderne Informationsgesellschaft, Hightech-Kommunikation, fallende Transportkosten und grenzenlosen Freihandel…“ verantwortlich machen.[9]

Allerdings ist entscheidend für diese Entwicklung der Mensch, der sich als Investor, Konsument und Kapitalanleger einbringt.

Dieses lässt sich sehr gut durch ein Zitat widerspiegeln: „Jeder Mensch, der zum Frühstück Kaffee aus Kolumbien, Orangensaft aus Südafrika trinkt, jeder der eine Kamera aus Japan verwendet, Textilien aus Taiwan trägt oder Cohiba-Zigarren aus Kuba raucht, unterstützt und beschleunigt die internationale Verflechtung und Arbeitsteilung“[10] Es lässt sich hieraus erkennen, dass der Mensch der entscheidende Faktor für das Fortschreiten der Globalisierung ist und ohne ihn und seinen Konsum eine solche Entwicklung nicht möglich wäre.

Aber natürlich ist die Betrachtungsweise der Globalisierung stark von der eigenen Position abhängig. Diese zeigt sich, wenn man verschiedenste Schlagzeilen und Aussagen zum Prozess der Globalisierung betrachtet. „Globalisierung gefährdet nationales Recht“, „Globalisierung gefährdet Standort Deutschland“, „Nicht weniger Arbeit durch Globalisierung“, „Keine Angst vor der Globalisierung“ oder „Globalisierung – Exodus oder Exitus ?“.[11]

In der Alltagswahrnehmung ist die Globalisierung wohl zuallererst ein wirtschaftliches Phänomen. Diese Entwicklung ist nicht neu, aber die Geschwindigkeit ist neu, der so genannte „Turbo-Kapitalismus“ und auch die theoretische Interpretation, Neoliberalismus oder die gesellschaftspessimistische Bewertung, Globalisierungsfalle.[12]

[...]


[1] Brodmerkel, Sven: Globalisierung – Freund oder Feind des Föderalismus ?, Münster 2003.

[2] http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/finanzen/index,page=1111210.html

[3] Praxis Geographie H142, 8/1998, S4.

[4] Praxis Geographie H142, 8/1998, S4.

[5] Praxis Geographie H142, 8/1998, S6.

[6] Praxis Geographie H142, 8/1998, S5.

[7] Praxis Geographie H142, 8/1998, S4.

[8] Brodmerkel, Sven: Globalisierung – Freund oder Feind des Föderalismus ?, Münster 2003.

[9] Neebe, Reinhard, Weichenstellung für die Globalisierung, Köln, 2004.

[10] http://www.armutszeugnisse.de/themen/themen_12.pdf

[11] Praxis Geographie H142, 8/1998, S4.

[12] Praxis Geographie H142, 8/1998, S5.

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638556033
ISBN (Buch)
9783656785620
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62342
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Sozialwissenschaftliche Fakultät
Note
2,0
Schlagworte
Globalisierung Seminar Soziologie Internationalisierung

Autor

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Titel: Was ist neu an der Globalisierung?