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Kunsttherapie mit Kindern. Formen und Ansätze für eine erfolgreiche Umsetzung

Hausarbeit 2003 42 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie entstand die Kunsttherapie?

3. Muss man für eine Kunsttherapie künstlerisch begabt sein?

4. Was bewirkt Kunsttherapie?

5. Ansätze der Kunsttherapie
5.1. Der psychiatrische Ansatz
5.2. Der künstlerisch-kunstpädagogische Ansatz
5.3. Der heilpädagogische Ansatz
5.4. Der psychotherapeutische Ansatz
5.5. Der anthroposophische Ansatz
5.6. Der rezeptive Ansatz
5.7. Der integrative Ansatz

6. Einzel- oder Gruppentherapie?

7. Kunsttherapie mit Kindern
7.1. Regression in der Kinderkunst
7.2. Notwendige Bedingungen für die erfolgreiche
Kunsttherapie
7.3. Ein diagnostisches Interview
7.4. Ein Bild des therapeutischen Prozesses
7.5. Wie kann die Therapeutin dem Kind zur Äußerung
verhelfen?
7.6. Die Evaluationssitzung mit der Familie
7.7. Gruppenkunsttherapie

8. Künstlerische Betätigung hilft auch dem „normalen“ Kind

9. Schlussbemerkungen

10. Anlage

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema „Kunsttherapie mit Kindern“ beschäftigen. Zuerst werde ich jedoch Allgemeines zur Kunsttherapie erarbeiten, da mir dies als Einführung notwendig erscheint.

Folgende Fragen werde ich in meiner Hausarbeit versuchen zu beantworten:

- Wie entstand die Kunsttherapie?
- Muss man künstlerisch begabt sein, wenn man sich für die Behandlung durch Kunsttherapie entscheidet?
- Was bewirkt Kunsttherapie?
- Was für Ansätze gibt es bei der Kunsttherapie?
- Für welche Patienten ist eine Einzeltherapie sinnvoller, für welche eine Gruppentherapie?
- Wie funktioniert die Kunsttherapie mit Kindern?
- Welche Bedingungen gibt es, damit eine solche Kunsttherapie erfolgreich ist?
- Welche Formen von Kunsttherapie für Kinder gibt es?
- Wie arbeitet eine Kunsttherapeutin?

Der Einfachheit halber, und weil ich mehr Bücher von KunsttherapeutINNEN als von Kunsttherapeuten gelesen habe, wird in meiner Hausarbeit nur von KunsttherapeutINNEN die Rede sein.

2. Wie entstand die Kunsttherapie?

Mitte des 19. Jahrhunderts stellten Ärzte fest, dass durch bildnerisches Gestalten bei vielen Patienten eine Besserung des psychischen Gesundheitszustandes erreicht worden war. Damals hatte das Malen aber nur die Funktion, Patienten, die sich schon länger in Spitälern befanden, sinnvoll zu beschäftigen. Das Malen hatte einen Stellenwert wie Haus-, Garten- und Feldarbeit, sollte Langeweile verhindern. (vgl. Kraus, 2002, S. 16) „Der Grund für die Einrichtung sogenannter künstlerischer Werkstätten in den (zumeist privaten) Hospitälern ab 1850 lag weniger in der Erkenntnis, dass mit künstlerischem Schaffen Heilerfolge zu verzeichnen waren, als vielmehr darin, dass sich viele Patienten aus gehobenen Schichten weigerten, anstrengende Arbeiten auszuführen. Das Malen hatte also andere Zielsetzungen und ist mit der heutigen kunsttherapeutischen Arbeit nicht zu vergleichen.“ (Kraus, 2002, S. 16)

Etwa um 1910 liegen die Anfänge der Kunsttherapie: Psychoanalytiker, wie Hermann Rohrschach oder Anna Freud, hatten damit begonnen, sich mit den bildnerischen Arbeiten ihrer Patienten auseinanderzusetzen. In den zwanziger und dreißiger Jahren beschäftigen sich dann Analytiker im Rahmen ambulanter Therapien mit Zeichnungen. (vgl. Kraus, 2002, S. 17) „Hier liegen die Anfänge der heutigen Kunsttherapie: der Versuch, mit bildnerischen Mitteln Zugang zur individuellen Geschichte der Patienten zu finden, mit dem Ziel, Konflikte aufzudecken, sie sichtbar und so zu einer bewussten Bearbeitung zugänglich zu machen.“ (Kraus, 2002, S: 17)

3. Muss man für eine Kunsttherapie künstlerisch begabt sein?

Viele Menschen denken, sie müssten künstlerisch begabt sein um sich einer Kunsttherapie zu unterziehen. Das stimmt nicht. Es kommt bei der Kunsttherapie nicht darauf an, „schön“ zu malen, vielmehr zählt der Entstehungsprozess und das bildnerische Gestalten. Es geht darum, dass der Patient seine Gedanken, Gefühle, Träume, Phantasien und Ängste zum Ausdruck bringt. Oft ist dies für den Patienten sehr schmerzlich, diese in sich zu finden, sie durch Malerei auszudrücken und sich dabei mit ihnen auseinanderzusetzen. (vgl. Kraus, 2002, S. 13) „Aber nur so können innere Prozesse bewusst gemacht und Lösungsmöglichkeiten entwickelt werden.“ (Kraus, 2002, S. 13) Auch haben die Patienten oft Angst, dass die Therapeutin bereits Sachverhalte erkennen kann, die die Patienten (noch) nicht bereit sind mitzuteilen. (vgl. Kraus, 2002, S. 13)

4. Was bewirkt Kunsttherapie?

Bei Patienten bewirkt die Kunsttherapie,

- dass verlorene kreative Fähigkeiten wiederentdeckt werden,
- das Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aufgebaut wird,
- dass sie sich ihrer Mit- und Umwelt verstärkt öffnen,
- dass sie in der Gruppenarbeit soziale Erfahrungen machen und soziale Kompetenzen entwickeln,
- dass sie psychische Stabilität erlangen und damit Lebensfreude zurückgewinnen.

(vgl. Kraus, 2002, S. 10)

Die Aufgaben der Kunsttherapie im Bereich der Klinik sind folgende:

- „bei schwer zugänglichen Patienten eine (zunächst nonverbale) Kontaktmöglichkeit anzubahnen und damit auch Wege für andere therapeutische Verfahren zu eröffnen,
- schwer fassbare innere Prozesse anschaubar zu machen und so deren bewusste Verarbeitung einzuleiten,
- Gefühlen wie Ängsten, Erwartungen und Sehnsüchten gestaltend Ausdruck zu verleihen,
- Verborgene kreative Kräfte zu aktivieren und damit gesunde Persönlichkeitsanteile zu stärken.“ (Kraus, 2002, S. 10)

5. Ansätze der Kunsttherapie:

Die verschiedenen Ansätze lassen sich in sieben Gruppen unterteilen, wobei die Zuteilungen nicht immer eindeutig sind, da sich die Methoden häufig überschneiden. (vgl. Kraus, 2002, S. 19)

5.1. Der psychiatrische Ansatz

„Der psychiatrische Ansatz der Kunsttherapie geht von neurobiologischen Erkenntnissen und der Annahme aus, dass den bildnerischen Darstellungen des Menschen eine Art „biologische Matrix“ in Form endogener Bildmuster zugrunde liegt und sich in dieser Matrix Elementarstrukturen unserer Wahrnehmung zeigen.“ (Kraus, 2002, S. 19) Das heißt, dass angenommen wird, dass die Menschen mit ihren bildnerischen Darstellungen eine Interpretation davon ausdrücken, was sie aus der Umgebung aufnehmen. Denn das, was wir sehen, wird von unserem Nervensystem aufgenommen und interpretiert. Bei kranken Menschen, vor allem bei Schizophrenen, ist dieses System gestört. Die Wahrnehmung ist verändert und dadurch kommt es zu einer Veränderung der bildnerischen Darstellung innerer und äußerer Bilder. (vgl. Kraus, 2002, S. 19) „In der Psychose kommt es also zu Störungen der Interpretation dessen, was wahrgenommen wird, und der angemessenen Gefühlsreaktion darauf.“ (Kraus, 2002, S. 19) Hier ist das Ziel der Kunsttherapie, diese Deformationen wieder rückgängig zu machen. Dieses erreicht man durch Nachzeichnen realer Strukturen. Dadurch wird das deformierte Wahrnehmungssystem verbessert; das Formenzeichnen hat eine heilende und stabilisierende Wirkung. (vgl. Kraus, 2002, S. 19) „Durch sich wiederholende, gleichförmige, rhythmische Bewegungsmuster auf dem Papier entstehen sich weiterentwickelnde Gebilde, wobei der Gestaltungsprozess beruhigend und entspannend wirken und die Stabilisierung fördern kann.“ (Kraus, 2002, S. 20)

Für mich klingt es einleuchtend, dass der Gestaltungsprozess beruhigend und entspannend wirkt und dass durch Nachzeichnen realer Bilder die geschädigte Wahrnehmung positiv beeinflusst - eventuell sogar geheilt - werden kann.

5.2. Der künstlerisch-kunstpädagogische Ansatz

Die Vertreter des künstlerisch-kunstpädagogischen Ansatzes der Kunsttherapie, vor allem Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Paul Klee, „gehen davon aus, dass die Beziehungen zwischen Bewegung, Form, Geist, Seele und Körper insbesondere aus dem emotionalen, nicht aus dem intellektuellen Bereich heraus erfolgen und entscheidende Bedingungen für die künstlerische Tätigkeit sind.“ (Kraus, 2002, S. 20) „Ein Beispiel für eine erlebnisorientierte kunsttherapeutische Methode, bei der nicht das fertige Bild, sondern der Malprozess und das persönliche Erleben im Vordergrund steht, ist das „messpainting“. Kraus (2002, S. 20) zitiert Gertraud Schottenloher: „es lässt den spontanen bildnerischen Prozess in seiner heilenden und selbstregulierenden Wirkung zum Tragen kommen, ohne Deutung und Interpretation der Bilder.“ Innerhalb einer kurzen vorgegebenen Zeit soll ein Bild gemalt werden, möglichst viel der Malfläche, 70 bis 90 Prozent, soll bearbeitet werden. Dadurch wird der Anspruch ein „gutes“ Bild zu malen ausgeschlossen und Gefühle jeglicher Art, wie Ärger, Wut, Traurigkeit und Freude können zugelassen und ausgedrückt werden. Diese Art des Malens nennt man „messpainting“. (vgl. Kraus, 2002, S. 20 – 21) „Messpainting ist geeignet, den kreativen Prozess in Gang zu bringen und trägt dazu bei, Hemmungen und Blockierungen abzubauen. Das „messpainting“ kann in abgewandelter Form dadurch praktiziert werden, dass z. B. ein Gegenstand in immer kürzeren Zeitabständen gezeichnet, beziehungsweise gemalt wird und die Therapeutin zum Teil auch selbst in den Gestaltungsprozess eingreift, indem sie verschiedene Malmaterialien auf das gerade in Arbeit befindliche Paper aufträgt. Auch hier besteht die Möglichkeit, manchmal sogar die Notwendigkeit, die subjektiven Erlebnisse beim Gestaltungsvorgang und die Bilder selbst zu besprechen.“ (Kraus, 2002, S. 21)

Ich denke, dass das Messpainting für die Anfangsphase gut geeignet ist, damit der Patient entspannter an die Sache herangehen kann und nicht unter dem Druck steht, etwas „schön“ zu malen.

5.3. Der heilpädagogische Ansatz

Die Heilpädagogik beschäftigt sich vor allem mit behinderten Menschen. Die Kunsttherapie wird hier mit Erfolg angewendet, da sie nonverbale Kommunikation ermöglicht und dadurch soziale Kompetenzen fördern kann. Die Kunsttherapie beschränkt sich hier auf den Umgang mit bildnerisch-ästhetischen Mitteln, wobei den größten Teil der Heilpädagogik die Ergotherapie ausmacht. (vgl. Kraus, 2002, S. 21 – 22)

Meines Erachtens ist die Kunsttherapie für Menschen, die nicht sprechen können besonders gut geeignet.

5.4. Der psychotherapeutische Ansatz

Da erkannt wurde, welche Bedeutung nonverbale Ausdrucksformen haben können, werden die bildnerischen Arbeiten von Patienten immer häufiger in gesprächsorientierte Verfahren, wie die klassische Psychoanalyse, miteinbezogen.

Immer mehr Psychotherapeuten lassen sich auf kunsttherapeutischen Gebiet ausbilden. Bei der psychoanalytischen Kunsttherapie steht der Erkenntnisprozess im Vordergrund. Das Erkennen und Bewusstwerden bezieht sich auf alle aus der Psychoanalyse bekannten und vertrauten psychischen Abläufe: die Abwehrmechanismen, Funktionen des Ich, Übertragung und Gegenübertragung und der Widerstand. Jeder Mensch träumt und denkt in Bildern, daher ist es naheliegend, dass Schwierigkeiten oder Probleme auch bildnerisch dargestellt werden. Wichtig dabei ist es, den Patienten zu beobachten und ihm aufmerksam zuzuhören: seine Mimik, Gestik, Kommentare, Innehalten des Patienten an einer bestimmten Stelle, ein plötzliches Wechseln der Farbe, Veränderungen seines Verhaltens wahrzunehmen. (vgl. Kraus, 2002, S. 22) „Informationen also, die der Patient zusätzlich und meistens unbewusst zu seiner Gestaltung gibt. Dieses „Material“ eröffnet Möglichkeiten weiterzuarbeiten, Ressourcen aufzuspüren und Konfliktstrategien zu ändern, wobei das therapeutische Gespräch eine bedeutende Rolle spielt.“ (Kraus, 2002, S. 22)

Einen anderen psychotherapeutischen Ansatz entwickelte Bettina Egger: „Sie lässt therapeutische Interventionen immer während des Malprozesses ablaufen, nicht im Anschluss daran, und hat diese Vorgehensweise zu ihrer Methode gemacht, die sie „Begleitendes Malen nach Bettina Egger“ nennt.“ (Kraus, 2002, S. 22 – 23)

Eine weitere psychotherapeutische Methode ist die des „Geführten Zeichnens“. Dabei überlässt sich der Patient, der mit geschlossenen Augen beidhändig malt, seinen spontanen Impulsen. So ein Bild wird als Psychogramm bezeichnet; es besteht meist aus elementaren Formen und Symbolen. (vgl. Kraus, S. 23) „Nach Ortrud Deuser eröffnet das „Geführte Zeichnen“ eine Möglichkeit, „den Fluss schöpferischer Energie anzuregen, aufzugreifen und über Gebärden- und Bildformen zu gestalten. Geformtes kann gegenübergestellt, in Dialog genommen, abgelöst werden, es regt die Weiterentwicklung zu neuen Formen an. Bildfolgen und Geschichten können entstehen, die wie ein eigener Mythos Entwicklungsverläufe prägen und darstellen. In den Grundmustern entsprechen sie den Stufen des Individuationsweges, die C.G. Jung entdeckte.“ „Geführtes Zeichnen“ ist ein ausschließlich nonverbales Verfahren, das den Gestaltbildungsprozess anregt und ihn fördert.“ (Kraus, 2002, S. 23)

Die Methode von Heinz Deuser ist die „Arbeit am Tonfeld“. Dabei werden sechs Kilogramm Tonerde in einem flachen Kasten bei geschlossenen Augen bearbeitet. Dadurch kann sich der einzelne in seinen Bewegungen wahrnehmen und den Ton zu dem umwandeln, was ihn bewegt.

In einer praktischen kunsttherapeutischen Arbeit sollte man sich offen halten, nicht an einer Methode festhalten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Therapie an den Bedürfnissen des Patienten vorbeigeht. (vgl. Kraus, 2002, S. 23 – 24)

Meines Erachtens ist es sinnvoll, kunsttherapeutische Ansätze in die klassische Psychoanalyse einzugliedern. Manchmal kann man Bilder und Gefühle tatsächlich nicht in Worte fassen, kann sie dafür aber wahrscheinlich bildnerisch darstellen. Dies ist eine sinnvolle Ergänzung zur klassischen Psychoanalyse. Die Methode von Bettina Egger geht noch einen Schritt weiter: Hier kann man sich während der gesamten Therapiestunde sowohl verbal wie auch nonverbal äußern, was den Vorteil hat, dass man sich auch während des Gesprächs nonverbal äußern kann, wenn man Gefühle nicht in Worte fassen kann.

5.5. Der anthroposophische Ansatz

Die Anthroposophie ist eine Geisteshaltung und wurde in den Jahren 1921 bis 1925 von Rudolf Steiner entwickelt.

Durch die Anthroposophie sollen, im Bereich künstlerischer Therapien, die Selbstheilungskräfte im Menschen gefördert und unterstützt werden. (vgl. Kraus, 2002, S. 24) „Sie bezieht sich dabei auf die von Rudolf Steiner beschriebenen „Wesensglieder“ des Menschen: Physischer Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich-Organisation, die in enger Wechselwirkung zueinander stehen. In der anthroposophischen Kunsttherapie geht es darum, deren Zusammenspiel zu harmonisieren und Übergewichte auszugleichen. Das „Formenzeichnen“ wie auch das „Geführte Zeichnen“ sind zu wichtigen Methoden dieses Ansatzes geworden.“ (Kraus, 2002, S. 24)

Kraus (2002, S. 24 – 25) zitiert Hildegard Pütz und Michael Glöckler: „Mit Hilfe äußerer Anwendungen und homöopathischer Heilmittel aus den Naturreichen können diese unterschiedlichen Kräfte (Wesensglieder) differenziert zur selbstheilenden Eigenaktivität angeregt werden. Ihre Aktivierung erfolgt in der Anthroposophischen Medizin unter Berücksichtigung natürlicher und im Menschen wirksamer Gesetzesmäßigkeiten. Sie wirkt harmonisierend und stabilisierend bis in den Physischen Leib hinein. In diesem Zusammenhang kann die therapeutische Anwendung der Künste als gezielte, direkte Aktivierung der leib- und bewusstseinsbildenden Selbstheilungskräfte verstanden werden. Ihre Indikationen liegen daher sowohl im psychotherapeutischen Bereich als auch in der Behandlung somatischer Erkrankungen. Praktisch wurde ein Übungsverfahren entwickelt, für diese im individuellen Menschen wirksamen Gestaltungskräfte und Persönlichkeitsanteile, deren Schwächung zur Krankheit geführt hat. Sie werden gestärkt und damit der Gesamtorganismus ins Gleichgewicht gebracht. Die aus dem Dominanzverhalten anderer Wesensanteile resultierende und krankmachende Vereinseitigung kann ausgeglichen werden. Manchmal erscheinen diese Ausgleichsübungen selbst einseitig. Das können sie anfänglich auch sein, offenbaren sie doch dasjenige, was ergänzend herangebildet werden will im Menschen. Dieses „Wollen“ drückt sich als unterbewusste Entwicklungsforderung im Prozess einer Krankheit aus, deren Erscheinungsbild hinweist auf die existentielle Fragestellung eines Menschen. Aus seiner Zurückgeworfenheit in sich selbst wird der Kranke abgeholt und einbezogen in die Entwicklung einer dynamischen Therapie.“

Ich denke, dass der anthroposophische Ansatz sehr sinnvoll sein kann, da angeregte Selbstheilungskräfte eine starke, positive Wirkung auf Leib und Seele haben können.

5.6. Der rezeptive Ansatz

„Bilder, die wir betrachten, wirken auf uns.“ (Kraus, 2002, S. 25) Davon geht die rezeptive Kunsttherapie aus. Welche Bilder uns ansprechen hängt davon ab wie wir uns gerade fühlen; wir nehmen das wahr, was uns gerade beschäftigt, auch, wenn wir uns dessen oft nicht bewusst sind. Oft drückt ein Bild etwas aus, was wir nicht in Worte fassen können.

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Details

Seiten
42
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638555869
ISBN (Buch)
9783640319428
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v62322
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Diplom - Sozialpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Kunsttherapie Kindern Sozialtherapie Jugendlichen

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Titel: Kunsttherapie mit Kindern. Formen und Ansätze für eine erfolgreiche Umsetzung