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Zur Entwicklung bzw. ökonomischen und sozialen Funktion von Gruppenarbeit im Unternehmen

Hausarbeit 2006 19 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gruppenarbeit
2.1 Merkmale der Gruppenarbeit
2.2. Ziele der Gruppenarbeit
3. Führung in der Gruppenarbeit
4. Formen von Gruppenarbeit
4.1 Teilautonome Gruppenarbeit
4.2 Fertigungsteams – Teamarbeit
4.3 Qualitätszirkel

5. Die Entwicklung von Gruppenarbeit und ihren Formen
5.1 Deutschland in den goldenen 20er Jahren 10 – erste Ideen der Gruppenarbeit
5.2 Skandinavien in der 60er Jahren: Arbeitsgruppen
5.3 Schwedische Automobilwerke führen in den 70er Jahren teilautonome 11 Gruppenarbeit ein
5.4 Die deutsche Humanisierung der Arbeit in den 70er Jahren
5.5 In den 80ern wird Japan wirtschaftliches Vorbild
5.6 Anfang der 90er: teilautonome Gruppenarbeit gewinnt in Deutschland 15 an Bedeutung
5.7 Perspektive

6. Soziale und betriebliche Interessenlagen der Gruppenarbeit

7. Schlusspunkt

8. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Wer in der heutigen Zeit auf der Suche nach einer Arbeit ist, muss meist eine wichtige Eigenschaft besitzen um in Unternehmen Fuß zu fassen: man muss teamfähig sein. Teamfähigkeit wird groß geschrieben, es klingt fortschrittlich, jung und dynamisch.

Warum suchen Unternehmen teamfähige Mitarbeiter? In welchen Gruppenformen beschäftigt man Angestellte und Arbeiter und wie sind diese Gruppenformen entstanden?

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gruppenarbeit und soll ihre Entwicklung beschreiben, sowie auf die verschiedenen Formen des gemeinschaftlichen Arbeitens eingehen. Anschließend werden die betrieblichen und sozialen Interessen an der Einführung von Gruppenarbeit verdeutlicht und gegenübergestellt.

2. Gruppenarbeit

Gruppenarbeit, Arbeit in Teams oder Projektgruppen findet man heute in fast allen Branchen der Wirtschaft. Eine Gruppe von Krankenschwestern und Krankenpflegern im Krankenhaus, aber auch ein Team von Verkäufern in einem großen Kaufhaus oder eine Gruppe von Industriearbeitern, die ein Produkt oder Teilprodukt in einem Werk herstellt: sie alle sind in Gruppen organisiert und weisen trotz ihres sehr unterschiedlichen Arbeitsfeldes einige Gemeinsamkeiten in ihrer Zusammenarbeit auf.

Gruppenarbeit bezeichnet jede Zusammenarbeit von Menschen. Die Gruppe erhält Aufträge und dazugehörige Informationen und Material. Die Aufträge führt sie zusammen aus, dazu gehört auch das Planen, Prüfen und Auswerten von Qualität und entstandenen Fehlern. Ergebnisse der Gruppenarbeit sind Produkte, oder Teilprodukte, aber auch Dienstleistungen.

„Gruppenarbeit ist durch die Ausrichtung auf Kundenzufriedenheit Bestandteil eines umfassenden Qualitätsmanagements“[1] Die Mitarbeiter der Gruppe beherrschen alle Aufgaben ihres Bereiches und können ihre Aufträge flexibel und individuell nach Kundenwünschen gestalten. Sie lernen ständig beim Bearbeiten ihrer Aufträge, da neben ihren Hauptaufgaben auch arbeitserweiternde Tätigkeiten, wie planen, kontrollieren und entscheiden, im Gruppenarbeitsfeld anfallen.

Im Unterschied zu einzelnen Geschäftssegmenten trifft die Gruppe keine Zielentscheidungen und hat keinen Einfluss auf das Produktionsprogramm.

2.1 Merkmale der Gruppenarbeit

Eine Arbeitsgruppe besteht aus mehreren Personen, die eine organisatorische Einheit im Unternehmen bilden. Sie arbeiten zusammen, um eine oder mehrere gemeinsame Aufgaben zu lösen. Dabei ist z.B. in der Krankenpflegergruppe, der Verkäufer- und der Produktionsgruppe ein wichtiges Merkmal zu erfassen: das Wir-Gefühl. Die Mitarbeiter richten sich nach demselben Gruppenziel, zu dessen Erreichen jeder beitragen muss. Der Gruppe wird ein gewisser Handlungs- und Entscheidungsspielraum überlassen, innerhalb dem die Mitglieder Aufträge gemeinsam planen und steuern.

2.2. Ziele der Gruppenarbeit

Mit Gruppenarbeit will ein Unternehmen Flexibilität erreichen, um auf Kundenwünsche problemlos reagieren zu können. Daher müssen auch die Mitarbeiter des Unternehmens flexibel in den Arbeitsprozess eingebunden werden. Das geschieht mit Gruppenarbeit und ihrer Fähigkeit zur Selbststeuerung. Die Gruppe bestimmt bis zum gewissen Maß alleine, wann, wie und in welcher Reihenfolge sie Aufträge bearbeitet.

Ein Unternehmen hat neben einem hohen Gewinn auch das Ziel niedriger Kosten. Die Gruppe soll durch eigene Entscheidungs- und Handlungskompetenzen dazu in der Lage sein, Durchlaufzeiten und Bestände auf geringstmöglichem Niveau zu halten, und Verbesserungen im Produktionsablauf eigenständig durchzuführen und folglich Kosten zu sparen. So schafft die Gruppe nicht nur Kostenvorteile für das Unternehmen, sondern auch eine hohe Kundenzufriedenheit, was sich folglich positiv auf den Umsatz auswirkt.

Doch nicht nur wirtschaftliche Ziele sind Grund zur Einführung von Gruppenarbeit, sondern auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und damit der Motivation der Mitarbeiter. In der Gruppe stellen die Mitarbeiter gemeinsam ein ganzes Produkt, oder einen eigenständigen Produktteil, her. Die Arbeit wird befriedigender für den Menschen, als wenn dieser nur einen kleinen Teil der Fertigung, wie bei der Fließbandarbeit, ausführt. Außerdem erweitert sich bei der Gruppenarbeit das Tätigkeitsfeld, z.B. durch selbstständige Fehlerbeseitigung. Die Mitarbeiter dürfen ihre Aufgaben untereinander wechseln, die Arbeit wird vielseitiger.

3. Führung in der Gruppenarbeit

Die Führung in der Gruppenarbeit ändert bedeutend die Rolle von Führungspersonen wie Meistern und Vorarbeitern. ANTONI fasst die Veränderung wie folgt zusammen: „„Durch die Delegation von klassischen Meisterfunktionen, wie die Arbeitseinteilung, Urlaubsplanung oder die Fertigungsfeinsteuerung in die Gruppe, wird der Meister von einem Teil seiner bisherigen Aufgaben entlastet. [..] Der Schwerpunkt seiner Aufgaben verlagert sich daher von der Führung von Einzelpersonen zur zielorientierten Koordination und Unterstützung von Gruppen“[2]

Die Führung von Arbeit im Unternehmen wird demnach nicht abgeschafft, sondern sie ändert sich. Inwieweit dies geschieht, hängt von der Struktur des Unternehmens ab. Herrscht eine zentrale Führungsstruktur entscheidet der Führende über sämtliche Vorgänge selbst und ordnet diese selbst an. Die zentrale Struktur ist ein herkömmliches Modell, welches von der gemischten und dezentralen Struktur abgelöst wird. So werden Mitarbeiter in Unternehmen gemischter Führungsstruktur vor dem Treffen von Entscheidungen nach ihrer Meinung gefragt, oder treffen in dezentralen Strukturen die Entscheidungen selber. Der Vorgesetzte hat hier nur noch die Funktion als Sprecher und Moderator nach innen und außen.[3]

Der Meister oder Vorarbeiter kontrolliert in der Gruppe nicht mehr die Verrichtung der Arbeit, welche die Mitarbeiter autonom steuern, sondern das Arbeitsergebnis. Als Sprecher der Gruppe hat der Vorgesetzte die Aufgabe, Informationen von außen an die Gruppe weiterzugeben. Damit kann die Gruppe, mit Hilfe des Meisters oder Vorarbeiters, die Produktionsabläufe alleine planen und ausführen.

4. Formen von Gruppenarbeit

Von der Struktur des Unternehmens hängt auch die Form der praktizierten Gruppenarbeit ab. Ebenso die Leistungen, die das Unternehmen erstellt und die Beziehungen, die es zu seinen Kunden pflegt, bestimmen die Art der Gruppenarbeit.

Die wichtigsten, weil am häufigsten genutzten Formen, werden in dieser Arbeit als teilautonome Gruppenarbeit, als Fertigung in Teams und als gegensätzliche Form der Qualitätszirkel vorgestellt.

4.1 Teilautonome Gruppenarbeit

Teilautonome Gruppenarbeit ist eine beliebte Form von Gruppenarbeit. Sie verbindet in hohem Maß die Ziele des Unternehmens mit den Zielen der Mitarbeiter.

Die Gruppe arbeitet nicht am Fließband, sondern in einem von anderen Gruppen abgegrenztem Raum, wie einer Fertigungsinsel, welcher komplett mit Maschinen und Werkzeugen ausgestattet ist. In diesem Raum stellt die Gruppe ein komplettes Produkt oder Teilprodukt her, die Verteilung der Produktion untereinander ist Gruppenaufgabe. Eine hohe Qualifizierung wird von jedem Mitarbeiter verlangt und ihm durch Schulungen ermöglicht, da nur so eine hohe Flexibilität innerhalb der Gruppe, und damit des Unternehmens, gesichert ist.

[...]


[1] S. Kühl; G. Kullmann: „Gruppenarbeit: einführen, bewerten und weiterentwickeln“, S.9

[2] C. H. Antoni (Hrsg.): „Gruppenarbeit in Unternehmen: Konzepte, Erfahrungen, Perspektiven“, S. 129

[3] S. Kühl; G. Kullmann: „Gruppenarbeit: einführen, bewerten und weiterentwickeln“, Vgl. S.80

Details

Seiten
19
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638550628
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v61651
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin – Wirtschaft
Note
1,0
Schlagworte
Entwicklung Funktion Gruppenarbeit Unternehmen Arbeits- Sozialstrukturen Betrieb Interessenvertretung

Autor

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