Lade Inhalt...

Überlegungen zu einem professionellen Beratungsleitbild für die soziale Beratung

Vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen innerhalb der Beratungsforschung

Diplomarbeit 2006 101 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis:

Einleitung

TEIL A: Theoretische Grundlagen

1. Abgrenzung der Beratung von der Therapie
2. Skizzierung verschiedener Beratungsprägungen
2.1. Psychologische Beratung
2.2. Pädagogische Beratung
2.3. Psychosoziale Beratung
2.4. Soziale Beratung

3. Beratungsorientierungen
3.1. Theoretische Hintergründe
3.1.1. Systemische Beratung
3.1.2. Lebensweltorientierte Beratung
3.1.3. Netzwerkorientierte Beratung
3.1.4. Ressourcenorientierte Beratung
3.1.5. Die Gemeindepsychologie und der Empowermentansatz
3.2. Beratungsmodelle in der Sozialen Beratung
3.2.1. Klientenzentrierter Beratungsansatz
3.2.2. Lösungsorientierter Beratungsansatz
3.2.3. Sozialökologischer Beratungsansatz

TEIL B: Entwicklungstendenzen und Forderungen nach einer eigenständigen, berufsspezifischen Beratungsrichtlinie

1. Anforderungen an eine „Theorie“- was soll ein theoretischer Rahmen grundsätzlich leisten können

2. Beratung als Basisqualifikation für in der Sozialen Arbeit Tätige

3. Grundbestandteile einer Theorie bzw. eines professionellen Beratungsleitbildes Sozialer Beratung
3.1. Grundbestandteile eines professionellen Beratungsleitbildes ...
3.2. Zusätzliche Grundbestandteile und Charakteristika einer professionellen Leitlinie für den Bereich der Sozialen Beratung

TEIL C: Folgen für die sozialpädagogische Professionalität
1. Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an das Personal in der Sozialen Beratung
2. Relevanz und etwaige Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für das Praxis- und Arbeitsfeld Sozialer Beratung

Resumé

1. Zusammenfassung

2. Schlussbemerkung zu Auswirkungen auf die Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Beraterinnen in halb- bis formeller Sozialer Beratung

Literaturverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

In der Regel lässt man sich beraten, wenn man Probleme jedweder Art vermeintlich nicht mehr alleine lösen kann. Beratung erhält man heute allerorten in unterschiedlichsten Formen - ob nun im Elektrofachgeschäft zum defekten Schnellkochtopf, beim Juristen zu Rechtsfragen, beim Ökotrophologen zu Ernährungsfragen, Betriebe konsultieren Unternehmensberaterinnen, die Politik lässt sich von sogenannten ,Wirtschaftsweisen` beraten usw. Was ist nun innerhalb dieser Vielfalt, die der Begriff „Beratung“ umfaßt, das Spezifikum der ,Sozialen Beratung´; bspw., wodurch unterscheidet sie sich von anderen Beratungsformen, an wen ist sie gerichtet und wer führt sie nach welchen Kriterien aus bzw. ist berechtigt sie auszuführen?

In diesem Sinne ist die vorliegende Arbeit eine theoretische Arbeit, die literaturbezogen den aktuellen Diskurs um eine eigenständige theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Beratung als Hintergrund für die Soziale (sozialpädagogische) Beratung bzw. für die Soziale Arbeit sammeln und sichten soll. Zu fragen ist, inwiefern das bereits durch die Fachwelt Diskutierte eine theoretisch verbindliche Basis für die sozialpädagogische Professionalität sein kann und welche praxisrelevanten Folgen das Entstehen einer theoretischen Leitorientierung für das Arbeitsfeld der Sozialen Beratung und sein Personal haben könnte.

Die Entstehung der Fragestellung ist insbesondere darauf zurück zu führen, dass sich das Arbeitsfeld der Beratung in Deutschland nach wie vor stark vergrößert und immer unübersichtlicher zu werden scheint und zugleich- aufgrund der zunehmenden Sparzwänge und des damit einhergehenden ökonomischen Effektivitätsdrucks1- von verschiedenen Berufsgruppen umkämpft wird. Aus diesem Grund mehren sich die Stimmen, die eigene Standards einer sozialprofessionellen Beratung fordern2. Die Hauptfragestellung der Arbeit ist deshalb darauf gerichtet, wie solche, allgemein verbindlichen, theoretischen Leitlinien Sozialer Beratung aussehen könnten und welche Konsequenzen diese für die Praxis und das Personal Sozialer Beratung hätten.

Zur Klärung dieser Frage wähle ich folgenden Dreischritt:

In Teil A werden zunächst die theoretischen Grundlagen rekonstruiert. Zum allgemeinen Begriffsverständnis soll einleitend Beratung von (Psycho-)Therapie unterschieden werden, damit im späteren Verlauf der Arbeit auf diffizilere Abgrenzungsfragen eingegangen werden kann.

Sodann soll eine theoretische Differenzierung der verschiedenen aktuellen Konzeptionen von Beratung vorgenommen werden, um dem Leser ein Mindestmaß an Überblick bieten zu können und um die Berechtigung einer eigenständigen Betrachtung der Sozialen Beratung darzustellen. Dabei werden zuerst folgende vier verschiedenen Beratungsprägungen vorgestellt, um die Abgrenzung der Sozialen Beratung von den anderen zu verdeutlichen: Die Psychologische Beratung, die Pädagogische Beratung, die Psychosoziale Beratung und insbesondere die Soziale Beratung.

Nach den vier Disziplinen werden verschiedene theoretische Hintergründe von Beratung erklärt. Systemische Beratung, Lebensweltorientierte Beratung, Netzwerkorientierte Beratung, Ressourcenorientierte Beratung und Gemeindepsychologie mit dem darin enthaltenen Empowermentansatz werden bündig dargestellt und deren Relevanz für die Soziale Beratung verdeutlicht. Zum Abschluss des ersten inhaltlichen Blockes wird die Arbeit mit drei konkreten Beratungsmodellen vorgestellt, die in der Sozialen Beratung Anwendung finden können: Klientenzentrierter, Lösungsorientierter und Sozialökologischer Beratungsansatz sollen durch ihre Grundmerkmale erläutert werden. Teil B beschäftigt sich mit Entwicklungstendenzen und Forderungen nach eigenständigen und berufsspezifischen Leitlinien Sozialer Beratung. Meinungen und Positionen dazu werden aufgezeigt und im nächsten Schritt soll geprüft werden, wie diese zu bewerten sind und aus welcher Perspektive argumentiert wird. Hier soll die aktuelle Diskussion um die theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Sozialen Beratung nachgezeichnet und aufgegriffen werden. Dazu ist es nötig vorab anzudeuten, was ein theoretischer Rahmen Sozialer Beratung generell leisten sollte und könnte. Die weitere Bearbeitung der Fragestellung in Teil B soll im Wesentlichen durch zwei inhaltliche Hauptpfeiler getragen werden: Der erste Aspekt widmet sich der Ausgangsfrage, ob Beratung eine zwingende Basisqualifikation für in der Sozialen Arbeit Tätige ist. In einem zweiten ausführlicheren die möglichen Grundbestandteile einer Theorie bzw. eines professionellen Beratungsleitbildes Sozialer Beratung zusammengestellt und diskutiert werden.

Der abschließende Teil C zeigt die Konsequenzen und Folgerungen auf, die durch die Festlegung theoretischer Standards für eine eigenständige sozialprofessionellen Beratung für die Profession Soziale Arbeit entstehen könnten. Exemplarisch läßt sich des Weiteren zeigen, inwieweit ein theoretischer Rahmen Praxisrelevanz für die soziale Beratungsarbeit beanspruchen könnte. Zum einen sollen die denkbaren Folgen einer theoretischen Leitorientierung für die Qualifikationsanforderungen an das Personal in der Sozialen Beratung aufgefächert werden. Dies beinhaltet neben Qualifikationswegen und Studiengängen auch die Frage, ob postgraduale Weiterbildung, Aufbaustudiengänge und andere Zusatzausbildungen verpflichtenden Charakter haben sollten.

Zum anderen stellt sich anschließend die Frage, inwieweit ein theoretischer Rahmen relevant für die Praxis Sozialer Beratung wäre.

Im Resumé werden die wesentlichen Erkenntnisse dieser Überlegungen zusammengefasst. Das Schlusswort bilden Überlegungen zu Folgen von theoretischen Standards für die Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Beraterinnen3in halb- bis formeller Sozialer Beratung.

TEIL A: Theoretische Grundlagen

1. Abgrenzung der Beratung von der Therapie

In diesem Abschnitt soll einleitend und zum allgemeinen Begriffsverständnis eine vorläufige Unterscheidung der Beratung von der (Psycho-)Therapie vorgenommen werden. Diese dient als Basis für spätere Diskussionspunkte der Arbeit.

Beraten kann, nach Dewe, „in der deutschen Sprache ‚transitiv´ oder ‚reflexiv´ benutzt werden.“4Das reflexive beschreibt das ,Sich-beraten´ unter zwei oder mehreren Personen. Die transitive Form ,jemanden beraten´ bedeutet, dass jemand einer anderen Person einen Rat oder einen unverbindlichen Handlungsvorschlag macht. In beiden Fällen impliziert Beratung eine soziale Beziehung.5 Unterteilt man Beratung in drei grobe Formalisierungsgrade, so werden die meisten Probleme zuerst durch die informale Beratung im Alltag mit Freunden, Bekannten, Kollegen und weiteren unmittelbaren sozialen Kontaktpersonen besprochen.6Die halbformale Beratung ist eingebunden in diverse professionelle Tätigkeiten (z.B.: Ärzte, Pädagogen, Rechtsanwälte). Von formalisierter Beratung spricht man bei Beraterinnen mit ausgewiesener Beratungskompetenz im speziellen Beratungsbereich und in speziellen Beratungsstellen. Vordergründig geht es hier um die professionellen Beratungsprozesse, die nach Nestmann dann beginnen, wenn sie in andere professionelle Tätigkeiten integriert7werden. So verstanden zieht sich Beratung als Querschnittsmethode durch verschiedene berufliche Felder. Dies gilt außerdem für alle sozialen Konstellationen von Beratung, wie Einzelberatung, Gruppenberatung, Familienberatung, Selbsthilfegruppen, Organisations- und Institutionsberatung, Supervision und Kollegiale Beratung.8

Was sind nun Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Beratung und Therapie?

Zum Ersten ist die zeitliche Dauer als ein äußeres Unterscheidungsmerkmal zu nennen. Es herrscht weitestgehend Konsens darüber, dass eine Beratung mit ca. 8 Sitzungen endet und Therapie im Normalfall mit mind. 12 Sitzungen beginnt. Schödter definiert Beratung als zeitlich überschaubar und spricht von 5-15 Terminen, bisweilen auch von Einzelgesprächen9; Rauchfleisch meint, dass man sich bei der Überschreitung von 3 Sitzungen eigentlich schon in einem therapeutischen Prozess befinden würde.10

Auch hinsichtlich der Finanzierung lassen sich Unterschiede finden: häufig wird die Therapie von den Krankenkassen übernommen, während Beratung meistens aus öffentlich Geldern finanziert wird.11 Die inhaltliche Abgrenzungsfrage gestaltet sich dagegen weitaus diffiziler. Ruth Großmaß definiert die Psychotherapie wie folgt: „[Als ] Psychotherapie bezeichnet ein professionelles psychosoziales Handeln, das als Teil des medizinischen Systems psychische Störungen und psychosomatische Erkrankungen mit psychologischen Mitteln - und d.h. interaktiv - behandelt.“12

Demnach stehen bei der Therapie primär die Person und deren psychische Gesundheit im Mittelpunkt. Auch Rauchfleischs Verständnis von Psychotherapie unterstreicht, dass vorrangig mit psychologischen Techniken gearbeitet wird: „Definition Psychotherapie: Bewusster und geplanter interaktioneller Prozess mit psychologischen Mitteln zur Beeinflussung von Verhaltensstörungen und Leidenszuständen, die für behandlungsbedürftig gehalten werden, und mittels lehrbarer Techniken [durchgeführt werden].“13 Hier wird deutlich, dass therapeutisches Vorgehen vorrangig ein kuratives Arbeiten am Menschen ist.

Brem-Gräser liefert dagegen eine klassische Definition von Beratung. Danach kann Beratung u.a., im Gegensatz zur Therapie, auch in die Zukunft hinein führen: „Beratung ist eine professionelle, wissenschaftlich fundierte Hilfe, welche Rat- und Hilfesuchenden Einzelnen und Gruppen auf der Basis des kommunikativen Miteinander vorbeugend, in Krisensituationen sowie in sonstigen Konfliktlagen aktuell und nachbetreuend, dient. Somit darf Beratung keinesfalls bestimmte Entscheidungen dem Ratsuchenden aufdrängen bzw. diese durch offenen oder verdeckten Machtmissbrauch erzwingen. Kennzeichnend für das Spezifische dieses Kontakts ist, dass die Probleme des Ratsuchenden den Mittelpunkt bilden.“14

Interaktion ist demnach auch konstituierendes Merkmal von Beratung. Nach dieser Definition rückt bei Beratungsprozessen aber eher das akute Problem des Individuums und nicht das Individuum selbst in den Vordergrund. Neben der Komponente des Problembezugs beinhaltet ein solches Beratungsverständnis als weiteren wichtigen Aspekt die Berücksichtigung und Reflexion der potentiell asymmetrischen Rollenverteilung zwischen Berater und Ratsuchendem. Damit einhergehend ist der Freiwilligkeitsaspekt als weiteres wesentliches Erkennungsmerkmal von Beratung anzusehen. Zwangsberatung (z.B. gesetzlich vorgeschriebene Schwangerschaftsberatung vor einem Schwangerschaftsabbruch) wäre nach diesem neueren Verständnis keine Beratung mehr.

Die Unterscheidung zwischen einem beratenden und einem therapeutischen Vorgehen ist im Einzelnen schwierig zu treffen, denn „beide […] agieren in Medium des strukturierten Gesprächs, der Freiwilligkeit und im Risiko einer offenen Verhandlung.“15 So gesehen ist es nachvollziehbar, dass vielfältig fließende Übergänge und damit verbunden Abgrenzungsschwierigkeiten auftreten.

Dennoch betonen Nestmann/ Engel/ Sickendiek demgegenüber, dass Beratung und Psychotherapie in unterschiedliche Logiken und Denkmodelle eingebunden seien. Die Psychotherapie, die, im Gegensatz zur Beratung, durch das Psychotherapeutengesetz von 1998 eine definitive Rahmung erhalten hat, sei primär medizinisch orientiert und auf Heilung ausgerichtet, während die Beratung ein eher offener integrativer Hilfediskurs und somit ein „auf Inklusion verschiedenster Felder und Klientele orientiertes präventives und entwicklungsorientiertes Unterstützungsangebot - eine in Lebensweltkontexte eingebundene offene eklektische Orientierungs-, Planungs- Entscheidungs- und Bewältigungshilfe“16ist.

Ähnlich beschreibt Dewe die Beratung als fall- und sachbezogen und die Psychotherapie als kommunikative Bearbeitung biographisch unvergleichbarer diffuser Problemlagen innerpsychischer Repräsentation mit dem Ziel der Rekonstruierung von Identitätsformen, Heilung psychischer Beschädigungen, Orientierungsdilemmata und Wahrnehmungsverzerrungen.17 So richte sich Beratungskommunikation im Unterschied zu Therapie auf zeitlich begrenzte und alltagsbewusstseinsnähere Phänomene und beanspruche reparative Funktion hinsichtlich der Bewältigung lebenspraktischer Problemlagen.

Es bleibt vorerst festzulegen, dass die Abgrenzung der Beratung von der Therapie bis heute noch nicht endgültig geklärt ist, bzw. eine eindeutige Abgrenzung unwahrscheinlich ist, da die Grenzen zwischen beiden aufgrund ihrer gemeinsamen Herkunft und der aufgezeigten Gemeinsamkeiten und Unterschiede als fließend zu bezeichnen sind.

Dennoch bleibt festzuhalten, dass bei der Therapie eher das Individuum und dessen psychische Gesundheit - oft medizinisch und kurativ ausgerichtet - behandelt werden, wohingegen die Beratung vielmehr unterstützend bei der individuellen Auseinandersetzung des Ratsuchenden mit dessen aktuellen sozialtypischen Problemen agiert.

Der notwendigen weiteren theoretischen Ausdifferenzierung von Beratung widmet sich das nächste Kapitel. Dort werden die verschiedenen Beratungsdisziplinen und ihre Akzentuierungen kurz beschrieben. Folgend sollen Beratungsorientierungen skizziert werden, wobei im ersten Schritt theoretische Hintergründe und im zweiten Schritt konkrete Beratungsmodelle erläutert werden, die in der Sozialen Beratung Anwendung finden.

2. Skizzierung verschiedener Beratungsprägungen

Die Prägungen von Beratung sind disziplinspezifisch und stammen aus Psychologie, Pädagogik, psychosozialer Arbeit und Sozialarbeit. Es existieren unterschiedliche Perspektiven, aber auch wichtige Übereinstimmungen, die in der folgenden Kurzübersicht veranschaulicht werden sollen.

2.1. Psychologische Beratung

In vielen Beratungseinrichtungen arbeiten ausgebildete Psychologen.18Nun stellt sich die Frage, inwieweit deren Disziplin Psychologie in die Beratung einfließt.

Als klassische psychologische Beratungsfelder nennt Anette Schröder die Erziehungs-, Berufs-, und Bildungsberatung.19

Unter Beratung wurde lange die psychologische Behandlung - durch Diagnoseerstellung und psychologisch wissenschaftlich fundierter Beeinflussung der Störungen - von persönlichen emotionalen Verhaltensproblemen und psychischen Störungen verstanden.20

In Deutschland überwogen dabei die psychotherapeutischen Modelle21und damit verbunden eine quasi-medizinische Logik. Dies begründete und verfestigte das Gefälle zwischen Therapie und Beratung,22 weswegen Beratung oft als defizitäre Form der Therapie oder als ,kleine Therapie´ im Schatten psychotherapeutischer Konzepte angesehen wurde und wird. Da psychologisches Arbeiten sich mit der Vergangenheit des Klienten beschäftigt, ist auch hier die Grenze zur Therapie schwierig einzuhalten.

Eine Fachrichtung der Psychologie, die die überindividuellen Kontexte berücksichtigt, ist die Humanistische Psychologie. In ihrem Mittelpunkt steht die Überzeugung, dass der Ratsuchende als autonomes Individuum zu sehen ist, dessen psychische Wachstums- und Selbstverwirklichungsprozesse durch widrige Lebensumstände gestört werden können. Beratung hätte als Aufgabe, diese nicht vollständigen bzw. gestörten Prozesse des Individuums unterstützend zu begleiten. Trotzdem betonten Bachmair et al., dass die Humanistische Psychologie nicht genug an der Lebenswelt der Ratsuchenden orientiert sei.23

Beratung als eine Teildisziplin der Psychologie ist - im Gegensatz zum angloamerikanischen Raum - immer noch eine relativ unselbstständige und zersplitterte Disziplin. 1983 entwarf Dietrich die einzige deutsche Publikation einer allgemeinen Beratungspsychologie, in der er versuchte, Fragen aus der Beratungspraxis aus der Perspektive der Psychologie zu beantworten.24 Im angloamerikanischen Raum etablierte sich hingegen die ,Counselling Psychology´, die nun auch die deutsche Beratungsdiskussion belebt. Diese beinhaltet eine deutlich größere Öffnung auf überindividuelle Lebenskontexte und Ressourcennutzung, wie man der Beratungsdefinition der amerikanischen Psychologinnenvereinigung APA entnehmen kann: „Individuen helfen, Hindernisse ihres persönlichen Wachstums zu überwinden, wo immer sie erfahren werden, und zu einer optimalen Entwicklung persönlicher Ressourcen zu verhelfen.“25

2.2. Pädagogische Beratung

Laut Krause/ Fittkau/ Fuhr/ Thiel ist Beratung ein wesentlicher Bestandteil jeder pädagogischen Arbeit und immer Hilfe zur Selbstorganisation, die in vielfältiger Form und unter Berücksichtigung des Umfeldes, in drei Gruppen von Anlässen zu unterteilen sei:26

Informationsbedarf in bestimmten Entwicklungsetappen.

Inadäquate Belastung, die zu psychischer Destabilisierung führt; dort soll Beratung stabilisieren, z.B. Hilfe in Erziehungsfragen geben.

Prävention zur Verhinderung von antizipierenden Problemen.

Von pädagogischer Beratung sprechen Krause/ Fittkau/ Fuhr/ Thiel, wenn Beratungsbedarf in einem pädagogischen Handlungsfeld besteht und es um die Gestaltung von Lernprozessen geht, wobei dem Ratsuchenden dazu verholfen werden soll, eigene Probleme zu bestimmen, erreichbare Ziele zu definieren, reflektierte Entscheidungen zu treffen und die eigenen Ressourcen zu entdecken.27

Ähnlich beschreibt Giesecke die Beratung als eine eigenständige zentrale Grundform pädagogischen Handelns neben dem Unterrichten, dem Informieren, Arrangieren und Animieren.28

In einem älteren, aber immer noch aktuellen Aufsatz beschrieb Mollenhauer schon 1965 die Beratung als pädagogisches Phänomen bzw. die Beratung als herausgehobenes Moment im Erziehungsprozess, da sie einen Einschnitt in den kontinuierlichen Ablauf der Erziehungsprozesse darstelle, in der sich die Probleme im speziellen Moment verdichten würden.29Neben der Bedeutung für den schulischen Bereich war es ihm genauso wichtig auf die emanzipativen Bildungsaspekte hinzuweisen, die eine Beratungsinteraktion beinhaltet. So verstanden soll Beratung, neben der problemlösenden Wirkung, auch kritische Aufklärung sein. Aufgabe der Pädagogik wäre damit eine Bildung hin zur Mündigkeit.

Dewe unterstreicht die Notwendigkeit eines solchen pädagogisch akzentuierten Beratungsanspruchs, aufgrund der wachsenden Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse und des damit einhergehenden Anstieges allgemeiner Verunsicherung: „Besonders die Pädagogik entwickelt sich zunehmend zu einer beratenden Profession.“30

Beratungsaufgaben sind fortwährend in das alltägliche pädagogische Handeln pädagogischen Personals integriert. Oft ist es die, umgangssprachlich genannte, ,Tür-und Angel-Beratung´ in der Probleme und Fragen aus unterschiedlichsten Problembereichen an die Pädagoginnen herangetragen werden. Sickendiek/ Engel/ Nestmann heben hervor, dass diese Beratungsanlässe Bestandteil pädagogischen Auftrags seien, die die (Sozial-)Pädagogen, im Verständnis einer umfassenden Erziehung und Bildung, als wichtige Chance wahrnehmen sollten und sich dieser Herausforderung nicht vorschnell - etwa durch Abgabe an Beratungsinstitutionen - zu entziehen.31

Was die Theorie von Beratung und Erziehungswissenschaft betrifft, so spricht Engel von vielen Parallelen im Alltag, kritisiert jedoch gleichzeitig, dass Beratung zwar als Grundform pädagogischen Handelns angesehen werde, sie aber innerhalb pädagogischer Debatten theoretisch weitgehend psychologischer und psychotherapeutischer Import bleibe. Sehe man vom großen Feld der Sozialpädagogik ab, so könne man letztlich das Verhältnis zwischen Beratung und Erziehungswissenschaft als vernachlässigte Relation bezeichnen - und vice versa Beratung als vernachlässigte Relation innerhalb erziehungswissenschaftlicher Debatten. Dabei könne die Erziehungswissenschaft eine grundlegende Reflexionsfolie professionellen Beratungshandelns liefern, dürfe sich aber auch nicht vehement gegen vereinfachte Methodisierungen und Handlungsanleitungen verweigern, die wiederum die Stärken der psychologischen Disziplinen seien.32

2.3. Psychosoziale Beratung

Will man die Psychosoziale Beratung von der Psychologischen, der Pädagogischen und der Sozialen Beratung abgrenzen, so ließe sich nach den bisherigen Kurzbeschreibungen sagen, dass die Psychologische Beratung persönliche Probleme behandelt, während die Pädagogische Beratung Aufklärung und Hilfeleistung hin zu einer reflektierteren und autonomeren Handlungsfähigkeit leisten soll. Die Soziale Beratung, die im nächsten Abschnitt genauer vorgestellt wird, befasst sich wiederum zu großen Teilen mit der Klärung und Aufarbeitung auftretender Schwierigkeiten im Lebensfeld. So wie das Wort „psychosozial“ eine Mischung aus ,psycho´33und ,sozial´34ist, so setzt auch die Psychosoziale Beratung bei der Entwicklung von Lösungen für Probleme an, die im sozialen Leben wahrnehmbar sind, aber als emotional-persönliche erlebt werden. In diesem Sinne definiert Ruth Großmaß Psychosoziale Beratung wie folgt: „Psychosoziale Beratung bezeichnet ein professionelles psychosoziales Handeln, das Orientierungshilfe bei der Klärung individueller Probleme bietet, die aus sozialen Anforderungen entstehen und den persönlichen, intimen Bereich der Person betreffen und irritieren.“35

Nestmann weist wiederum darauf hin, dass die Psychosoziale Beratung, trotz ihrer durchaus langen Praxistraditionen in Feldern wie der Beratung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, der Berufsberatung oder auch der Sexual- und Eheberatung, in Deutschland keine eigenständige konzeptionelle Identität entwickelt habe.36

Von großer Bedeutung bei der Psychosozialen Beratung seien, bei den Wechselwirkungen und Interaktionen der Person und ihrer Umwelt, die Antinomien zwischen den unterschiedlichen gesellschaftlichen Anforderungen und den subjektiven Bedürfnissen, Interessen und Zielen der Betroffenen.37Hier wird sichtbar, dass es im psychosozialen Feld zur Verknüpfung mit sozialpädagogischen Aspekten kommt. Psychologisches wird durch die Verknüpfung mit sozialpädagogischen Anteilen zu Psychosozialem. Das Hauptproblem ist zwar noch immer die Person selbst, es ist jedoch, besonders durch den Einfluss der nordamerikanischen Counselling-Methoden und dem darin verstärkt enthaltenen Ressourcenblick (i.d.A.), zu einer Perspektivenerweiterung gekommen.

2.4. Soziale Beratung

Soziale Beratung betrifft in erster Linie alle Probleme, die Einzelne oder Gruppen in und mit ihrem sozialen Umfeld erleben. Nach Belardi sind die Merkmale Sozialpädagogischer Beratung38- im Gegensatz zur Alltagsberatung - Professionalität, Erreichbarkeit, Uneigennützigkeit, Nichtverstrickung sowie Vermittlungsmöglichkeiten bezüglich weiterer Hilfsquellen; dabei könnten die Schwerpunkte Sozialer Beratung wiederum gänzlich unterschiedlich gelagert sein und bestünden aus mindestens fünf Varianten: Information, Vermittlung, Rückmeldung, Unterstützung und Hilfeplan.39Dies deutet an, wie vielschichtig sich die Soziale Beratung, neben der institutionalisierten Form, als Querschnittsmethode durch die zahlreichen Hilfeformen allgemeiner Sozialer Arbeit ziehen kann.

In der Vergangenheit war Beratung stets ein zielbestimmtes sozialarbeiterisches Handeln in der Sozialen Arbeit, dessen Wurzeln in der „Fallarbeit“ (social case work) nordamerikanischer und europäischer Hausbesucherinnen in den Wohnungen von Familien, die um soziale Unterstützung und Hilfe nachgesucht hatten, lägen.40Gleichsam wichtig waren psychoanalytische und psychologische Ansätze, doch die Sozialpädagogik, die seit jeher mehr als die schulische Pädagogik oder die psychologisch-therapeutische Schule in die alltägliche Komplexität von sozialen wie auch psychischen Problemlagen eingebunden war, forderte ab den 70er Jahren, dass man in der Beratung viel ausdrücklicher auf die komplexen Problemlagen eingehen und eine eindeutig parteiliche Position für die gesellschaftlich benachteiligten Subjekte einnehmen müsse.41Im Sinne Nohls sollte Soziale Arbeit, bei der Vermittlung zwischen den Ansprüchen der Gesellschaft und des Subjekts, primär parteilich sein für das Subjekt und dessen Probleme mit der Gesellschaft und nicht für die Probleme, die die Gesellschaft mit ihm hat.42Aus diesem Blickwinkel ist ein Problem nicht nur das einer Person, sondern gleichfalls das von Gesellschaft, Familie, Nachbarn etc. Als Indikator des geforderten Umschwungs in Richtung einer differenzierteren Berücksichtung verschiedenartiger sozialer Problemkonstellationen, kann man das Methodenrepertoire der Sozialen Beratung benennen. Für dieses konstatiert Nestmann, dass es bereits seit den 70er Jahren durch die Impulse von Sozialpädagogik und der Sozialen Beratung ausschlaggebend bereichert wurde43: Die bislang eher individuumsbezogenen Methoden wurden stärker auf praktische Hilfen hin, wie auf soziale Kontexte und die Lebenswelt der Adressaten ausgerichtete Unterstützungsformen (z.B. Alltagsbegleitung, materielle Unterstützung, Lebensweltanalysen etc.), erweitert.

Als Hauptinitiator der Wende zur Lebenswelt- und Alltagsorientierung (i.d.A.) in der Sozialen Arbeit und der Sozialen Beratung, ist Hans Thiersch zu nennen. Für ihn ist sozialpädagogisches Handeln gekennzeichnet durch prinzipielle Asymmetrie zwischen Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind und denen, die über Möglichkeiten zur Hilfe verfügen. Oberziel sollte die Auflösung dieser Asymmetrie sein. Er definiert Soziale Beratung als gemeinsame Verhandlung von Problemen und Lösungen im Medium von Gespräch und Freiwilligkeit, deren spezifische Aufgaben und Möglichkeiten sich im Kontext allgemeiner Aufgaben der Sozialen Arbeit ergeben würden, die wiederum im Antagonismus der gesellschaftlichen Verhältnisse und zwischen Kontrolle und Hilfe agiere.44

Somit handeln Soziale Arbeit und Soziale Beratung neben der individuellen eindeutig auch auf einer gesellschaftlichen Ebene bzw. in einem gesellschaftlichen Auftrag, indem sie, z.B. im Sinne von Empowerment, (i.d.A.) Bedingungen fördert, die dem Individuum mehr gesellschaftliche Partizipation ermöglichen. Silvia Staub-Bernasconi unterstreicht ebenfalls: „Soziale Arbeit wird […] in einem gesellschaftlichen Feld mit beträchtlichen Spannungen struktureller Art ausgeübt.“45

Auch Irmgard Vogt betont, dass Beraterinnen stets im Spannungsfeld verschiedener Interessen stünden. Seien es einerseits die Erwartungen der Institution an sie als deren Vertreter, so existierten andererseits die verschiedenen Interessen der Ratsuchenden. Außerdem komme es daneben dazu, dass Berater eigene Interessen gegenüber ihrem jeweiligen Interaktionspartner einbringen würden. Insgesamt sei eine Beratungssituation immer eine mit Dynamik aufgeladene Konstellation.46

Abschließend soll der wesentlichste Unterschied zwischen Sozialer und Psychosozialer Beratung noch einmal ausdrücklich benannt werden. Es existiert neben gleichen Charakteristika ein Hauptunterscheidungsmerkmal: Die rechtlichen, vor allem materiellen, finanziellen und existenziellen Aspekte sind bei der Sozialen Beratung von zentraler, bei der Psychosozialen Beratung eher von marginaler Bedeutung.

3. Beratungsorientierungen

3.1. Theoretische Hintergründe

Nach der Vorstellung der verschiedenen Disziplinen sollen nun die theoretischen Hintergründe betrachtet werden, die als mögliche Bestandteile eines ,Hauptnenners´ von Beratung von Bedeutung sein könnten. Die Konzepte der Systemischen Beratung, der Lebensweltorientierten Beratung, der Netzwerkorientierten Beratung, der Ressourcenorientierten Beratung und die Gemeindepsychologie mit dem darin enthaltenen Empowermentansatz werden knapp dargestellt und deren Relevanz für die Soziale Beratung verdeutlicht.

3.1.1. Systemische Beratung

Unter einem System47versteht man im Allgemeinen die Gesamtheit und das Gefüge von Teilen, die voneinander abhängig sind, ineinander greifen oder zusammenwirken.48

Der Systemgedanke wurde in Deutschland, laut Gudjons49, vor allem durch den Streit zwischen dem Frankfurter Sozialphilosophen Jürgen Habermas und dem Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann populär, die Reflexion nicht mehr am einzelnen Menschen orientierten, sondern am komplexen Zusammenwirken von Dingen, Teilsystemen, Beziehungen zwischen Systemen etc. Eine solche Systemtheorie befasse sich also nicht damit was Dinge seien, sondern was sie in einem System täten. Systeme seien ,autopoietisch´, d.h. sie brächten sich selbst immer wieder hervor und ,selbstreferentiell´, d.h. sie verfügten über Selbstbezug und die Fähigkeit die Differenzen zwischen Systemen und der Umwelt wahrzunehmen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Menschen kommen bei Luhmann allenfalls in der Umwelt von sozialen Systemen vor, und das Soziale besteht bei ihm nicht aus Menschen, sondern aus Kommunikation, die kein Resultat menschlichen Handelns, sondern Produkt sozialer Systeme sei. „Der Mensch kann nicht kommunizieren; nur die Kommunikation kann kommunizieren.“50

Wolf Rainer Wendt bringt das allgemeine Erkenntnissinteresse von Systemtheorien - auf der Systemische Therapie und Systemische Beratung letztendlich fußen - prägnant auf den Punkt: „Systemtheorien interessieren sich nicht für isolierte Eigenschaften beobachteter Objekte oder Vorgänge, sondern für ihre Verknüpfungen und Transaktionen in abgrenzbaren Gestalten, denen sie sich auf Grund eines vorgefundenen Wirkungszusammenhangs zurechnen lassen.“51 Ein weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang ist der des Konstruktivismus, der sich in der konstruktivistisch orientierten Systemischen Beratung niederschlägt. Im Gegensatz zu den Erkenntnistheorien der Wirklichkeit, denen zufolge die Umwelt wahrheitsgemäß in der menschlichen sinnlichen Wahrnehmung und Kognition abgebildet wird, stellt der konstruktivistische Theorieansatz die These auf, dass wir „die Realität in unserem Bewusstsein nicht widerspiegeln, sondern Wirklichkeiten eigener Art mental konstruieren.“52

Radikaler Konstruktivismus geht, nach Brunner, davon aus, dass eine objektive Analyse der sozialen Welt epistemologisch nicht möglich sei, da es sich bei der Beschreibung sozialer Sachverhalte um Konstruktionen handle, wie die soziale Wirklichkeit beschaffen sei53. Berater sollten sich des Prozesses bewusst sein, dass sie sich aus subjektiv getroffenen Einschätzungen ein Bild über Zusammenhänge machten.54

Insgesamt ist das zentrale Moment der Systemischen Beratung das umfassende und mehrperspektivische Denken in Verknüpfungen und Netzen von Beziehungen.

Systemische Konzepte kommen, so Sickendiek/ Nestmann/ Engel, vor allem im Bereich der Familien- und Organisationsberatung, aber auch in Einrichtungen des Erziehungs- und Gesundheitsbereichs sowie im Sozialwesen zur Anwendung.55 Als Vorläufer systemischer Beratung kann man die systemische Therapie bzw. die Familientherapie ansehen. Ihre Kernidee war, dass ein Familienmitglied nicht isoliert betrachtet, sondern die gesamte Familie als Gebilde mit einbezogen werden sollte. Über das System ,Familie´ hinaus gibt es weitere Personen- Netzwerke mit größerer persönlicher Verbindlichkeit, bis hin zu Arbeitsteams oder soziale und pädagogische Institutionen, die Gegenstände von Beratung sein können.56

Brunner betonte bereits 1990 den Bereicherungsaspekt der systemischen Sicht für die Beratung: „Das systemische Konzept von Beratung ermöglicht eine Erweiterung des Horizonts in mehrfacher Sicht: Es geht nicht mehr nur um einzelne soziale Systeme (z.B. Familien); vielmehr lässt sich jedes soziale Netzwerk mit Hilfe der systemischen Betrachtungsweise analysieren; […] Systemische Beratung gibt uns […] die Chance, die Grenzen unserer beraterischen Machbarkeit zu erkennen und ernst zu nehmen.“57

Trotzdem birgt die systemische Perspektive auch Risiken, die insbesondere aus dem Blickwinkel der Sozialen Beratung wahrgenommen werden sollten: Sickendiek/ Engel/ Nestmann kritisieren zum einen die Vernachlässigung von Umweltbedingungen, wie Lebenslage, sozioökonomische Bedingungen oder gesellschaftliche Aufgabenzuweisungen und zum anderen, die relative Ausblendung von (patriarchalen) Macht- und Ungleichheitsverhältnissen in Familien oder Organisationen.58

3.1.2. Lebensweltorientierte Beratung

Historisch betrachtet, entwickelten Mary Richmond und Alice Salomon, als Mitbegründerinnen professioneller sozialer Arbeit, schon zu Beginn des 20.Jahrhunderts ihr sozialprofessionelles Handeln aus der alltäglichen Problematik ihres Klientels.59

Wie bereits erwähnt60ist Hans Thiersch als heutiger Hauptstreiter für eine an der Lebenswelt und dem Alltag der Adressaten orientierte Beratung zu nennen. Er betont, dass gerade die Soziale Beratung als lebensweltorientierte Beratung gestaltet werden müsse, die Hilfe in den sozialen Strukturen biete, in denen die Menschen leben: „Soziale Beratung also ist eine Beratung, die ausgeht von den Problemen in den Verhältnissen, so wie sie Menschen selbst erfahren und erleben, die ausgeht vor allem von der Gemengelage von Problemen und Ressourcen, von Belastungen und Stärken im Feld. Soziale Beratung insistiert in dieser Gemengelage […] ein gelingenderes Leben, […] in dem die Menschen sich […] als Subjekt ihrer Lebenspraxis […] erfahren.61

Nun ist es zudem so, dass im Zuge allgemeiner Modernisierungsprozesse in der Gesellschaft, in der so genannten ,Spät- oder Postmoderne´ oder Becks ,Risikogesellschaft´, das Meistern des Alltags für eine zunehmende Zahl von Menschen immer schwieriger zu werden scheint und keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt. Die relativ populäre ,Becksche Risikogesellschaft´62oder die ,Enttraditionalisierung´ sind Schlagwörter in diesem Zusammenhang. Diese Prozesse ließen sich, nach Beck, einerseits als tiefgreifende Individualisierung, simultan jedoch als explosive Pluralisierung beschreiben.63Gemeint, dass die eigene Lebensform immer individueller gestaltet werden könne und die Angebotsformen durch die Pluralisierung vielfältiger sind denn je. Diese Entscheidungsvielfalt birgt jedoch, neben dem Freiraum eines selbstbestimmteren Lebens, im gleichen Maße einen Entscheidungsdruck, der sich als schwierige Anforderung für viele Menschen entpuppen kann. Da überkommende Entwürfe von ,Normalität´ und ,Identität´ zunehmend verschwömmen und die wachsende Unübersichtlichkeit und Komplexität Viele verunsichere, sieht Keupp die Aufgabe der Beratung in der Förderung von Identitätsarbeit, die reflektieren sollte, wie sich Gesellschaftliches auf die individuelle Identitätsarbeit auswirke, welche Kompetenzen zunehmend gebraucht würden und wie man solche stärken könne. Eine gelingende Lebensbewältigung definiert er als die Fähigkeiten zur Selbstorganisation, zur Verknüpfung von Ansprüchen auf ein gutes und authentisches Leben mit den gegebenen Ressourcen und letztlich die innere Selbstschöpfung von Lebenssinn. Für die Beratung gelte es dabei, Wege zu bahnen, auf denen sich Menschen Klarheit über ihre Handlungsmöglichkeiten verschaffen, Optionen und Alternativen abwägen, eigene Ressourcen klären und für sich Handlungssinn entwickeln zu können.64

Ähnlich beschreibt Dewe Beratung als eine Form des Umgangs mit lebenspraktischen Problemsituationen, deren Reichweite sich auf die alltagsbewusstseinsfähigen und zweckbestimmten gestaltbaren Momente von Lebenspraxis bezögen. Dort sieht er aber gleichermaßen die Grenzen von Beratung, wenn etwa durch Prozesse der Verarmung und der strukturellen Massenarbeitslosigkeit Lebenssituationen entstehen, die kaum mehr durch individuelles Handeln veränderbar seien.65Hier wird sichtbar, inwiefern die im Alltag verspürten Einschränkungen durch die gesellschaftlichen Verhältnisse geprägt sind.

Aufgrund der veränderten Alltagsstrukturen, setzten Engel und Nestmann für eine lebenswelt- und alltagsorientierte Beratung allgemein eine größere kommunikative Sensibilität voraus, die gekennzeichnet sei vom Respekt vor der Autonomie des Ratsuchenden. Damit sei lebensweltorientiertes Beraten gleichermaßen abhängig von der Person der Beraterin und ihrer individuellen Art und Weise mit dem Beratungswissen umzugehen und es handlungsfähig zu machen.66

Ein kurzes Wort zu den Begrifflichkeiten: ,Alltagsorientierte´ Beratung ist keine ,Alltagsberatung´. Unter ,Alltagsberatung´ versteht man die bereits beschriebene informale67Beratung, die als häufigste Möglichkeit gegenseitiger Hilfe täglich und überall in Gesprächen in der Familie, zwischen Freunden, Nachbarn aber auch zwischen völlig unbekannten Menschen stattfindet.68 Ihr kommt eine immense Bedeutung zu, sie stößt aber in dem Moment an ihre Schranken, wenn es um tiefer gehende Schwierigkeiten geht, „die überhaupt erst nach einer vertrauensvollen und anonymen - also nicht verstrickten- Beratungsbeziehung ans Licht kommen.“69 Nestmann, der 1988 mittels empirischer Forschung eine beachtliche Beratungsleistung von Berufsgruppen im Dienstleistungsgewerbe (Taxifahrerinnen, Frisöre, Gastronomen) feststellte, verweist auf die Chance für die professionelle Beratung, von den Stärken der Alltagsberatung zu lernen und deren Schwächen, wo es geht und nötig ist, zu kompensieren.70

Lebensweltorientierte Soziale Arbeit ist, im Sinne Thierschs71, immer ein Rahmenkonzept, das die heutigen gesellschaftlichen Strukturen und die darin liegenden alltäglichen Lebens- und Bewältigungsaufgaben für ihre Handlungsmuster berücksichtige. Gleiches gelte damit für das Konzept der Sozialen Beratung als eine Handlungsform der Sozialen Arbeit. Im hehren Selbstanspruch an soziale Gerechtigkeit, im Wissen um Benachteiligungen, Ausgrenzungen und Verunsicherungen in der Unterschiedlichkeit von Lebenslagen, ginge es insgesamt um das Bereitstellen eines ressourcenorientierten (i.d.A.) Unterstützungsangebotes, das niemals perfekte Lösungen anbieten könne, aber bei der Ermöglichung eines gelingenderen Alltags ansetze. Die im praktischen Alltag zu bewältigen Aufgaben müssten in unserer auch maßgebend offenen Gesellschaft verhandelt, also vor anderen und sich selbst ausgehandelt und riskiert werden. Soziale Lebensweltorientierte Beratung basiere deshalb auf Verhandlung, sei strukturell asymmetrisch und ziele auf die Eigenständigkeit der Subjekte - und sei immer auch ein „Wagnis ins Offene“72.

3.1.3. Netzwerkorientierte Beratung

Zur Beschreibung eines Netzwerkes sei der Vergleich mit einem Fischernetz gestattet. Dieses besteht prinzipiell nur aus Knoten, die durch Kanten oder Bänder mit den anderen Knoten verbunden sind. In sozialen Netzwerken sind die Menschen die Knoten, und die Kanten die Relationen zu anderen Menschen. Insgesamt ergibt diese soziale Beziehungsverflechtung ein Netzwerk. „Ca. 80% aller Beratungen finden im Alltag durch Mitglieder des sozialen Netzwerks statt.“73Dies weist darauf hin, wie wichtig sozialer Rückhalt oder mitmenschliche Unterstützung als wirksame Bewältigungsressource ist. Gemäß Schwarzer/ Posse, hätte sich dieser protektive Faktor in vielen Studien als höchst effizient herausgestellt.74

Der Soziologe Florian Straus unterteilt und beschreibt Netzwerke folgendermaßen:75Allgemein gebe es drei Typen von Netzwerken, das Netzwerk einer Person, Gruppennetzwerke und Organisationsnetzwerke. Bei dem Blick auf das gesamte Netzwerk einer Person gehe es um die systematische Einbeziehung des Netzwerkes in das beraterische Handeln, dass man in sieben Grundprinzipien zur Netzwerkarbeit mit Klienten verdeutlichen könne. Netzwerkarbeit bedeute:

1) Netzwerkorientierung und -analyse,
2) ziele darauf ab, vorhandene Netzwerke zu stärken,
3) schaffe neue Netzwerke,
4) helfe fragwürdige Netzwerke aufzulösen,
5) prüfe und modifiziere Vernetzungen im professionellen Helfernetzwerk,
6) bedeute meist auch soziale Identitätsarbeit und
7) sei immer auch Ablösearbeit.

Ein Rahmenprinzip von Netzwerkarbeit sei dabei die Förderung von Empowermentprozessen. Oberziel einer sozialen Netzwerk-Arbeit, im Sinne von Silvia Staub-Bernasconi, wäre ein „fairer Ausgleich von Pflichten und Rechten zwischen Menschen und sozialen Gruppen, ferner Regeln der Machtbegrenzung wie der gerechten Machtverteilung als Bedingung für sozialen (familiären, organisationellen, gesellschaftlichen) Frieden.“76

Momentan ist die Netzwerkperspektive ein ,Modethema´ geworden und man läuft Gefahr ihr Potential zu überschätzen, da mittlerweile viele und hohe Erwartungen an sie geknüpft werden. Dies hat mehrere Gründe: In Zeiten finanziell knapper Ressourcen, werden primär die sozialen Unterstützungsformen bevorzugt, die

möglichst wenig derartige Mittel benötigen und ein Netzwerk kostet in diesem Sinne nichts. Sickendiek/ Engel/ Nestmann erklären, dass das Konzept der Netzwerkperspektive deshalb so verlockend sei, da es die oft gesuchte überbrückende Funktion zwischen der Mikroebene, von zwischenmenschlicher Interaktion, zur Makroebene sozialer und gesellschaftlicher Beziehungs- und ökologischer Strukturen einzunehmen vermöge. Außerdem enthalte die Netzwerkperspektive, angesichts zunehmender Individualisierungs- und Pluralisierungstendenzen, die Chance, diesen Trends durch die Bereitstellung ,künstlicher´ Hilfe und Unterstützungsnetze zu begegnen.77

3.1.4. Ressourcenorientierte Beratung

Die Ressourcenorientierung ist ein ,Gegenstück´ zur Defizitorientierung. Sie versucht vorhandene Stärken und Potentiale wahrzunehmen und nutzbar zu machen. Selbst in Negativem, wie z.B. einer zurückliegenden Suchtkrankheit, sucht sie nach vorhandenen Ressourcen von Menschen, wie z.B. der damals erfolgreichen Bewältigungsstrategie.

In Deutschland hat Frank Nestmann die Ressourcenorientierung in Beratungsprozessen am meisten vorangetrieben.78 Nach ihm müsse die Ressourcenorientierte Beratung davon ausgehen, dass die Anforderungen an Menschen stetig wachsen. Aufgrund der gesellschaftlichen Individualisierungs- und Pluralisierungsprozesse wären Chancen und Risiken nicht gleich verteilt, und Zugangschancen zu Entwicklungs- und Entfaltungsspielräumen seien an ökonomische, soziale und psychologische Sicherheiten - eben an Ressourcen - geknüpft, die sich das Individuum aus seiner Umwelt, aus sich selbst und aus dem Zusammenspiel von sozialen und individuellen Potential heraus verfügbar und nutzbar machen könne. „Diesen Ressourcen muss sich Beratung erhaltend, aufbauend und fördernd zuwenden.“79

[...]


1vgl. Engel/ Nestmann 1995; S.183.f.

2Einzelne Werke, die hier exemplarisch zu nennen wären sind neben anderen: Belardi, Nando u.a.: Beratung. Eine sozialpädagogische Einführung. 4. Auflage. - Weinheim und München: Juventa 2005. DBSH Landesverband Baden-Württemberg; Schulz-Wallenwein, Uwe; Beilmann, Michael (Hrsg.): Beratung. Eine Schlüsselqualifikation in der Sozialen Arbeit- ein Diskussionsbeitrag. - Berlin: VWB 2002. Nestmann, Frank (Hrsg.): Beratung. Bausteine für eine interdisziplinäre Wissenschaft und Praxis. - Tübingen: DGVT 1997. Nestmann, Frank/ Engel, Frank/ Sickendiek, Ursel (Hrsg): Das Handbuch der Beratung. 2 Bände. - Tübingen: DGVT-Verlag 2004.

3 Um den Lesefluss nicht zu stören, werde ich weibliche und männliche Formen abwechselnd verwenden, wobei das andere Geschlecht jeweils mitgemeint ist.

4Dewe 2000; S.120.

5vgl. Dewe 2000; S.120f.

6vgl. Belardi 2005; S.34f.

7vgl. Nestmann 2004; S.33.

8 vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.93ff.

9vgl. Schrödter 2004; S.810.

10vgl. Rauchfleisch 2001; S.37

11Die Finanzierungslage spitzt sich durch die fortlaufende Verknappung von Geldern zunehmend zu und verlagert sich. Sie kann aber hier nicht ausführlicher behandelt werden.

12Großmaß 2004; S.97.

13 Rauchfleisch 2001; S.47

14Brem-Gräser 1993 a; S.15.

15Thiersch 2004; S.119

16 Nestmann/ Engel/ Sickendiek 2004; S.37

17vgl. Dewe 2000; S.123f.

18 vgl. Engel/ Nestmann 1995; S.184f.

19vgl. Schröder 2004; S.49.

20vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.17.

21Besonders überwogen dabei die tiefenpsychologischen, behavioral-kognitiven, humanistischen und systemischen Schulen, die meist aus der Klinischen Psychologie entstammten und bestenfalls marginal durch die Pädagogische Psychologie ergänzt wurden.(vgl. Nestmann 2004; S.61.)

22vgl. Nestmann 2004; S.61ff.

23vgl. Bachmair et al. 1989; S.13.

24 vgl. Schröder 2004; S.56.

25Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.16.

26vgl. Krause/ Fittkau/ Fuhr/ Thiel 2003; S.25ff.

27vgl. Krause/ Fittkau/ Fuhr/ Thiel 2003; S.28.

28vgl. Giesecke 1987; S.66ff.

29 vgl. Mollenhauer 1965; S.30ff.

30Dewe 2000; S.119.

31vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.19.

32 vgl. Engel 2004; S.105ff.

33psycho, abgeleitet aus dem griechischen Wort psyche, bedeutet seelisch, die Seele betreffend (vgl. Wahrig Fremdwörter Lexikon 2002; S.771.)

34„sozial (Adj.) 1 die Gemeinschaft, Gesellschaft betreffend, dazu gehörend […] 2 die Normen einer Gesellschaft respektierend“ (Wahrig Fremdwörterlexikon 2002; S.879)

35Großmaß 2004; S.100.

36vgl. Nestmann 1997; S.7.

37 vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.19f.

38Die Begriffe Sozialpädagogik und Sozialarbeit werden heute im Oberbegriff Soziale Arbeit zusammengefasst, infolgedessen gilt dies auch für den Begriff Soziale Beratung. (vgl. Belardi 2005; S.11.)

39vgl. Belardi 2005; S.32ff.

40vgl. Belardi 2005; S.9f.

41 vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.41f.

42zitiert nach: Thiersch 2004;S.117.

43vgl. Nestmann 2004; S.788

44vgl. Thiersch 2004; S.117ff.

45 Staub-Bernasconi 1994; S.57.

46vgl. Vogt 2002; S.108f.

47Das griechische Wort ,systema´ heißt übersetzt u.a. Gebilde. Vgl. bspw. Langenscheidts Großwörterbuch Griechisch Deutsch unter Berücksichtigung der Etymologie von Prof. Dr. Hermann Menge. 27.Auflage: 1991; S. 667: „systema: Zusammenstellung, Gebilde, insbes. A) Vereinigung, Gesamtheit, das Ganze; auch Inbegriff. b) Abteilung, Schar, Gruppe (auch Völkerguppe). C) Verein, Genossenschaft, Korporation, Kollegium. D) staatliches Gebilde, Verfassung.“

48 vgl. Wahrig Fremdwörter-Lexikon 2002; S. 917.

49vgl. Gudjons 2001; S.46.

50Luhmann 1990; S.31.

51Wendt 1990; S.79.

52 Siebert 2004; S.91.

53Heinz von Foerster verdeutlich dies mit folgender Aussage: „Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.“ (Foerster 2002; S.40).

54vgl. Brunner 2004; S.658.

55vgl. Sickndiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.283.

56vgl. Brunner 2004; S.656.

57 Brunner 1990; S.97f.

58vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.191ff.

59vgl. Sickendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.163.

60S.o. Kapitel 2.4. Soziale Beratung.

61Thiersch 1997; S.99.

62Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. - Frankfurt: Suhrkamp 1986.

63 zitiert nach: Keupp 2004; S.470.

64vgl. Keupp 2004 S.477ff.

65vgl. Dewe 2000; S.123.

66 vgl. Engel/ Nestmann 1995; S.181.

67s.o. Kapitel 1. Abgrenzung der Beratung von der Therapie.

68vgl. Belardi 2005; S.34f.

69Belardi 2005; S.35.

70vgl. Nestmann 2004; S.552f.

71vgl. Thiersch 2004; S.700ff.

72 Thiersch 2004; S.700.

73Schröder 2004; S.49.

74vgl. Schwarzer/ Posse 2004; S.81.

75vgl. Straus 2004; S.408ff.

76 Staub-Bernasconi 1995; S.135f.

77vgl. Sikendiek/ Engel/ Nestmann 2002; S.171f.

78Besonders hervorzuheben sind hier seine zwei Aufsätze:

- Ressourcenorientierte Beratung. In: Nestmann, Frank/ Engel, Frank/ Sickendiek, Ursel (Hrsg.): Das Handbuch der Beratung. Band 2: Ansätze, Methoden und Felder. - Tübingen: DGVT-Verlag 2004. S.725-733.
- Beratung als Ressourcenförderung. In: Nestmann, Frank (Hrsg.): Beratung. Bausteine für eine interdisziplinäre Wissenschaft und Praxis. - Tübingen: DGVT 1997. S.15-38.

79 Nestmann 2004; S.727.

Details

Seiten
101
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638550277
ISBN (Buch)
9783638775809
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v61599
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Fachbereich Erziehungswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Beratungsleitbild Beratung Hintergrund Entwicklungen Beratungsforschung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Überlegungen zu einem professionellen Beratungsleitbild für die soziale Beratung