Lade Inhalt...

Die Wirkung von Musik auf den menschlichen Organismus. Eine Bestandsaufnahme der bisherigen wissenschaftlichen Forschung

Studienarbeit 2005 45 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Musik
2.1 Definition von Musik
2.2 Entstehung von Musik

3. Wahrnehmung von Musik
3.1 Das Hör- und Gleichgewichtsorgan
3.2 Aufbau des Ohres
3.2.1 Das äußere Ohr
3.2.2 Das Mittelohr
3.2.3 Das Innenohr
3.3 Die Hörfunktion

4. Wirkung von Musik im täglichen Leben
4.1 Wirkung auf den Organismus
4.2 Musik und Emotionen
4.3 Einsatz von Musik

5. Untersuchungen
5.1 1000 v.u.Z. bis zum 19. Jahrhundert
5.2 Frühes 19. Jahrhundert bis heute
5.3 Darstellung ausgewählter Studien
5.3.1 Untersuchung von G. und H. Harrer 1974
5.3.2 Studie von Spintge und Droh 1975
5.3.3 Experiment von Gerassimowitsch/ Sidorenko/ Kuptschina/ Teterkina/ Korotkow

6. Resümee

7. Anhang

8. Glossar
8. Literaturverzeichnis
8.1 Bücher
8.2 Zeitschriften
8.3 Elektronische Informationen
8.4 Weiterführende Literatur

1. Einleitung

Diese Arbeit handelt von Musik und ihrer Wirkung auf uns.

Musik gehört in unserer Kultur zum Alltag. Sie umgibt uns von morgens bis abends, erwünscht oder unerwünscht, bewusst oder unbewusst, im Vordergrund oder als akustischer Hintergrund.

Jeder weiß, oder hat es zumindest schon einmal gehört, dass Musik uns beeinflussen kann und teilweise auch soll. Doch Genaueres wissen die Wenigsten und zu diesen gehörte einst auch ich. Allerdings hatte ich bereits zu meiner Schulzeit die Gelegenheit, in meiner Seminarfacharbeit darzustellen, inwieweit uns Musik im Fühlen, Denken und Handeln beeinflussen kann. Dieses Wissen konnte ich in einem Referat zum Thema Musikrezeption während des Studiums weiter ausbauen. In beiden Arbeiten fiel mir auf, wie wenig wissenschaftliche Literatur es zu diesem Thema gibt. Viele Bücher handeln von Musikästhetik, Musikgeschichte und Phänomene im Zusammenhang mit Musik. Doch nur sehr wenige Autoren beziehen sich hierbei auf tatsächliche Untersuchungen.

Diese Lücke gab mir den Anreiz zu dieser Studienarbeit. Denn nur solche wissenschaftlichen Studien beweisen letztlich die umstrittene Wirkung von Musik. Deswegen sollen sie in dieser Arbeit zusammengefasst werden.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, tatsächliche Untersuchungen zu finden, die von wissenschaftlichem Wert sind, stellte ich dann langsam fest, dass es sehr viele unterschiedliche Studien gibt. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu überschreiten, beziehe ich mich ausschließlich auf bisher veröffentlichte Untersuchungen, die die Wirkung von Musik auf unseren Organismus thematisieren. Andere Experimente und Studien über Hintergrundmusik (Kaufhäuser, Auto, Warteräume etc.), Werbung oder Politik, die ich sehr interessant finde, müssen aus diesem Grund entfallen.

Um den Leser zunächst mit der Materie vertraut zu machen, beginne ich mit der Definition von Musik, ihrer physikalischen Entstehung und wie wir Musik wahrnehmen.

Danach werde ich beschreiben, wie und wann Musik täglich auf uns wirkt.

Schließlich gebe ich im fünften Kapitel einen kurzen historischen Überblick über die Erforschung von Musikwirkung bevor ich beginne, sämtliche Studien, Experimente und Untersuchungen aufzulisten, die ab dem frühen 19. Jahrhundert die Wirkung von Musik nachweisen. Zum Abschluss werde ich drei Experimente aussuchen um aufzuzeigen, wie diese angeordnet sind und welcher Hilfsmittel es dabei bedarf.

2. Der Begriff der Musik

2.1 Definition von Musik

Musik ist ein sehr alter Begriff, der in unterschiedlichen Kulturen für verschiedene Dinge steht. An dieser Stelle seien einige Definitionen genannt: „Die Musik ist eine Zufluchtsstätte für individuelles Erleben und zugleich eine Form der Kommunikation.“1

„Musik ist ein Phänomen, das sich in wechselseitiger Beeinflussung von Individuum und Gesellschaft bildet und definiert. Sowohl als Prozess als auch als Produkt manifestiert sich Musik in der Kultur, die das Medium und die Rahmenbedingung für Individuum und Gesellschaft darstellt.“2 „Musik ist eine symbolische Sprache. Sie ist begründet auf einer spezifischen, nichtinhaltlichen, formalen, konnotativen Beziehung zwischen Musik und dem subjektiven Erleben und Fühlen. Musik klingt in der Art und Weise, wie man erlebt und fühlt.“3

„Musik nahezu aller Sparten und Stile umgibt uns von morgens bis abends, sie beeinflusst uns, motiviert uns positiv oder negativ, schafft Hörerwartungen und bestimmte Formen des Hörverhaltens, prägt Aversionen und Präferenzen, Musikgeschmack und Musikverständnis.“4

Der Duden definiert Musik als:

1. „(Ohne Plural) die Kunst, Töne in melodischer, harmonischer und rhythmischer Ordnung zu einem Ganzen zu fügen; Tonkunst.
2. Kunstwerk, bei dem Töne und Rhythmus eine Einheit bilden.“5

Musik galt im antiken Griechenland zunächst als zusammenfassender Begriff für die Ton-, Dicht- und Tanzkunst. In verschiedenen Kulturen und Epochen wurde er später differenziert, doch alle (auch heute noch aktuellen) Definitionsversuche haben folgende Bestimmungen gemeinsam:

- Musik ist primär hörbar,
- Musik ist im Gegensatz zum Naturlaut vom Menschen absichtsvoll und nach gewissen Gesetzen gestaltet,
- Musik als bewusst gestaltetes Phänomen hat im Gegensatz zur Sprache meist keine eindeutig zeichenhafte Bedeutung,
- Musik ist vielfach eine kommunikative Aktion im weitesten Sinn.6

2.2 Entstehung von Musik

In der Physik besteht Musik lediglich aus Schallschwingungen, so wie jedes andere Geräusch, das der Mensch wahrnimmt, auch. Mit Hilfe von Erfahrungen ist unser Gehör und unser Gehirn in der Lage, aus diesen Schallwellen Musik herauszufiltern. Der menschliche Gehörsinn ist, im Zusammenspiel mit unserem Gehirn, in der Lage, aus einzelnen Tönen Musik wahrzunehmen. Dies ist allerdings nur durch die Kooperation mit unseren Erfahrungen möglich.

Goldfische, zum Beispiel, können auch Töne wahrnehmen, es fehlt ihnen jedoch die musikalische Erfahrung; das heißt, sie können in den Tönen keine Melodie, Rhythmus oder Harmonie erkennen.

Wenn in einem Raum ein Musikinstrument gespielt wird, entstehen Vibrationen in den Luftmolekülen, das heißt, sie schwingen hin und her und versetzen damit auch andere Teilchen in Bewegung. Wie hoch oder tief ein Ton wahrgenommen wird hängt davon ab, wie oft die Teilchen in der Sekunde hin und her schwingen. Schwingen die Teilchen 20 mal pro Sekunde hat der Ton eine Frequenz von 20 Hertz. Dies ist die tiefste Frequenz, die das menschliche Ohr wahrnehmen kann. Die höchsten Töne haben Frequenzen bis zu 20 000 Hertz. Spielen mehrere Instrumente gleichzeitig dann überlagern sich die Wellen.

Die Lautstärke eines Tones hängt davon ab, wie stark die Luftteilchen zusammen gedrückt werden. Je stärker dieser Druck ist, desto stärker wird Druck auf das Trommelfell ausgeübt und die Töne werden entsprechend laut wahrgenommen. Diese Schwingungen setzen sich im Raum fort und dringen an unser Ohr.7

3. Wahrnehmung von Musik

3.1 Das Hör- und Gleichgewichtsorgan

Das Hörorgan liegt zusammen mit dem Gleichgewichtsorgan gut geschützt in der Felsenbeinpyramide des Schläfenbeins. Beide Organe sind in verschiedenen Strukturen des Innenohrs lokalisiert und haben unterschiedliche Funktionen:

1. Das Gehör dient der Aufnahme von Schallreizen; seine Sinneszellen sind in der Schnecke enthalten.
2. Das Gleichgewichtsorgan registriert Körperlage und Körperbewegung im Raum; seine Sinneszellen befinden sich im Vorhof und in den Bodengängen.8

3.2 Aufbau des Ohres (Abb. 1 im Anhang)

Das Ohr wird in das äußere Ohr, das Mittel- und das Innenohr unterteilt.

3.2.1 Das äußere Ohr

Zum äußeren Ohr gehört die Ohrmuschel, welche eine von elastischem Knorpel geschützte, muschelförmige Hautfalte ist, die die Mündung des äußeren Gehörganges umgreift und die Aufgabe hat, Schallwellen aufzufangen. Der äußere Gehörgang stellt ein von der größten Vertiefung der Ohrmuschel nach innen verlaufendes, etwa drei Zentimeter langes Rohr dar, das einen leicht s-förmigen Verlauf zeigt. Er enthält Drüsen, die das Ohrenschmalz bilden, und einzelne Haare. Sie schützen vor eindringenden Fremdkörpern. Das Trommelfell ist eine schrägstehende, schwingungsfähige, runde Membran am inneren Ende des Gehörganges. Es bildet die Grenze zwischen äußerem Ohr und Mittelohr.9

3.2.2 Das Mittelohr

Das Mittelohr wird von der Paukenhöhle gebildet, die an vier Stellen mit Öffnungen versehen ist. Drei von ihnen, und zwar das Trommelfell, das ovale und das runde Fenster, finden ihren Abschluss in einer zarten, elastischen Haut, während die vierte Öffnung die Mündung der Eustachischen Röhre, die sogenannte Tube, darstellt, die ihrerseits mit dem Rachen kommuniziert. Quer durch diese Tube zieht sich die Kette der Gehörknöchelchen: Hammer, Ambos und Steigbügel, von denen der Hammer dem Trommelfell anliegt. Die Schallübertragung erfolgt durch das Mittelohr. Das Trommelfell schwingt mit dem fortzuleitenden Ton als resonierende Membran mit, überträgt die Bewegungen auf die Knöchelchenkette (insbesondere auf den Steigbügel), die dann die Bewegungen zum inneren Ohr weiterführt.10

3.2.3 Das Innenohr

Das Innenohr (auch Labyrinth genannt) ist im härtesten Knochen des Menschen, dem Felsenbein, geschützt untergebracht und besteht aus mehreren Abteilungen (Vorhof, drei Bogengängen und Schnecke), welche mit Flüssigkeit gefüllt sind. Im Vorhof und in den Bogengängen liegen die Sinnesrezeptoren des Gleichgewichtsorgans. Die Schnecke enthält die Sinnesrezeptoren für das Gehör.

Die knöcherne Schnecke, die äußerlich dem Bau eines Schneckenhauses ähnelt, stellt einen mit Flüssigkeit gefüllten Kanal oder, besser gesagt, einen Hohlraumkomplex, dar. Eine Zwischenwand teilt den Schneckenkanal in zwei Etagen. Oben liegt die Vorhoftreppe, diese beginnt am ovalen Fenster und geht an der Schneckenspitze in die unten gelegene Paukentreppe über, die am runden Fenster endet. Von der knöchernen Schnecke wird die häutige Schnecke umgeben. Dieser ist ein membranöser, ebenfalls mit Flüssigkeit gefüllter Schlauch. In ihr befindet sich die Basilaarmembran mit den Sinneszellen. Der feinhäutige Schneckenkanal beherbergt also das eigentliche Hörorgan. Die in ihr angeordneten Sinneszellen für das Gehör heißen Haarzellen.

Diese sind jeweils auf ganz bestimmte Frequenzen abgestimmt und wandeln die mechanischen Schwingungen des Labyrinthwassers in Sinnesenergie um. Diese wird über den Hörnerv zur Hirnrinde fortgeleitet, wodurch uns die Töne über Geräusche bewusst werden.11

3.3 Die Hörfunktion

Auf das Ohr eintreffende Schallwellen werden von der Ohrmuschel aufgenommen und durch den äußeren Gehörgang zum Trommelfell geleitet. Das Trommelfell wird durch die Schallwellen in Schwingungen versetzt, die sich auf die Gehörknöchelchenkette übertragen und schließlich das ovale Fenster erreichen. Die Steigbügelschwingungen am ovalen Fenster versetzen die Flüssigkeit der Vorhoftreppe in Schwingungen, durchlaufen diese als Wanderwellen bis zur Schneckenspitze und laufen von dort die Paukentreppe hinab zum runden Fenster, wo sie verebben. Die Wanderwellen in der Flüssigkeit der knöchernen Schnecke versetzen auch die Basilaarmembran innerhalb der häutigen Schnecke in Schwingung. Dadurch werden zwischen den Haarzellen auf der Basilaarmembran und der gallertigen Membran Bewegungen erzeugt, die dazu führen, dass die Härchen der Sinneszellen verbogen werden. Aufgrund dieses mechanischen Biegungsreizes werden die Haarzellen erregt, die ihre Reize an die basal gelegenen Nervenfasern weitergeben. Diese Nervenfasern vereinigen sich später mit den Nervenfasern des Gleichgewichtsorgans zum VIII. Hirnnerv und ziehen zum Hörzentrum im Großhirnschläfenlappen.

Es ist bekannt, dass das Gehirn Musik unterschiedlich aufnimmt. Die linke Gehirnhälfte nimmt den Rhythmus wahr und verarbeitet diesen, während die rechte Melodien wie Muster oder Modelle verarbeitet. Man fand zudem heraus, dass musikalische Bilder prinzipiell in der rechten Hirnhälfte und musikalische Informations- oder Lernprozesse in der linken Hirnhälfte lokalisiert zu sein scheinen.12

4. Wirkung von Musik im täglichen Leben

4.1 Wirkung auf den Organismus

„Die Wirkung von Musik auf den Menschen kann zum einen Teil wissenschaftlich exakt gemessen, zum Teil jedoch nur subjektiv geschildert und zu einem weiteren Teil- nach heutigem Ermessen- nur erahnt werden.“13 An jedem von uns kann man täglich Reaktionen auf Musik beobachten, denn allein in Deutschland werden mehr als zehn Millionen Menschen mehr als drei Stunden täglich mit Musik beschallt. Reaktionen während des Musikhörens können Wippen mit den Beinen, Trommeln mit den Fingern, rhythmische Bewegung unseres Körpers, Im- Takt- Wiegen mit dem Kopf oder Schlagen der Handflächen auf den Oberschenkeln sein; es gibt keine Einschränkungen. Oft stellen wir hinterher fest, dass dies nicht bewusst geschah. Reize, die über Musik transportiert werden, sind ausschlaggebend für diese Verhaltensweisen; manche Autoren sprechen sogar von der Manipulation unseres Körpers und unserer Psyche durch Musik. Musik kann wortwörtlich „in unsere Körper fahren“, denkt man z.B. an afroamerikanische Musik, die zu Erregung, Ekstase und Rausch führen kann.14

Doch wovon hängen diese Wirkungen ab? Klar ist, und dass betont jeder Autor, Musiktherapeut oder Forscher, dass es nicht die eine Wirkung von Musik schlechthin gibt. Ob und inwiefern sie auf uns wirkt hängt von verschiedenen Eigenschaften der Musik ab: Tempo, Lautstärke, das Ausmaß der auftretenden (bzw. als solche empfundenen) Dissonanzen und die Klangqualität.

Wird Musik dauerhaft laut, schnell und dissonant gespielt kann sie eine Überstimulierung hervorrufen und eine Produktion von zu viel Adrenalin auslösen, was zu Überspannung, herabgesetzten Immunreaktionen, Verdauungsproblemen und sogar zur Schwächung des Energiehaushaltes führen kann. Wird Musik gespielt, die langsamer als unser Herzschlag (zwischen 68 und 70 Schlägen pro Minute) ist und nicht lauter als 70 Dezibel, so wirkt diese ausgesprochen positiv auf unsere Gesundheit.

Diese Art der Musik finden wir im Barock bei Bach, Händel und Vivaldi und in der Klassik bei Mozart, Haydn und Beethoven. Viele Autoren sind davon überzeugt, dass grundsätzlich Musik mit mehr als 70 Hertz aufputschend und Musik mit weniger als 70 Hertz beruhigend wirkt. Auffällig hierbei ist, dass ein Tempo von 60 Hertz die stärkste Reaktion des menschlichen Körpers hervorruft. Dabei kommt es zur stärksten Entspannung und zu einer Entkrampfung. Die einzige Erklärung hierfür liegt in der Theorie, dass 60 Hertz die ursprüngliche Herzfrequenz des Menschen vor der Zeit des Zivilisationsstresses war.15

Therapeutisch nutzbare Wirkungen von Musik sind folgende:16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4.2 Musik und Emotionen

Doch ob unsere körperlichen Reaktionen wirklich nur an der Musik liegen, oder es zudem ausschlaggebend ist, was sich in dem Moment in unseren Köpfen abspielt, darüber streiten sich die Wissenschaftler bis heute. Die Autoren Delius und Fahrenberg z.B. gehen 1966 davon aus, dass körperliche Vorgänge und psychische Prozesse gleichzeitig geschehen. Auch Stokvis (1958) beschreibt, dass „Affekterleben und Affektausdruck“ zusammen gehören.17 Bruhn, Oerter und Rösing veröffentlichen 1985, dass Emotionen:

- Wahrnehmungen von Musik beeinflussen,
- Emotionale Effekte von Musik bestimmen und
- Die Hörumwelt über Motivationsbildung und resultierendes Verhalten beeinflussen.18

Durch die anatomische Verknüpfung zwischen Gehör, Thalamus und limbischem System ist bereits die Voraussetzung für den engen Zusammenhang emotionaler und vegetativer Prozesse gegeben. Der Reiz wird über das Rückenmark aufgenommen und über das Zwischenhirn zur Hirnrinde weitergeleitet. Die Hirnrinde arbeitet ebenfalls im schlafenden Zustand, was darauf hindeutet, dass Musik auch dann wirkt, wenn wir uns der Musik nicht bewusst sind. Die Hirnrinde beeinflusst das vegetative Nervensystem, welches auf Puls, Blutdruck, Atmung und Hautwiderstand wirkt. Allerdings spiegelt sich nur die Intensität des Erlebnisprozesses in der physiologischen Reaktion wieder, jedoch nicht die Qualität dessen. „Somit können wir an den biologischen Parametern (wie Hautwiderstand, Atmung, Blutdruck, Pulsfrequenz, Muskelspannung, hirnelektrische Aktivitäten usw.) nicht ablesen, ob etwas als belastend oder als glücklich erregend empfunden wird.“19 Um es anders zu sagen, die körperlichen Reaktionen hängen nicht von der Art der Musik ab, sondern von ihrem emotionalen Gehalt.20

Musik kann zu Ekstase, Entspannung, Trance und ähnlichen Zuständen führen. Die allgemeine positive Wirkung von Musik findet weitreichenden Einsatz wie z.B. in der Musiktherapie oder in der Medizin. Doch an dieser Stelle sei auch kurz erwähnt, welche negativen Emotionen Musik hervorrufen kann.

[...]


1 Van Deest, H.: Heilen mit Musik, 1997, S. 20, zweiter Abschnitt.

2 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 4, zweiter Abschnitt.

3 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 260, erster Abschnitt.

4 Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 269, zweiter Abschnitt.

5 Duden: Fremdwörterbuch, 2001, S. 657, mittlere Spalte, Mitte.

6 Bertelsmann Lexikon: Band 10, 1997, S. 244, unten.

7 Vgl. Jourdain, R.: Das wohltemperierte Gehirn, 1998, S. 371.

8 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 189 bis 190.

9 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 190.

10 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, ebd.

11 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S,: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 190 bis 191.

12 Vgl. Schäffler, A./ Schmidt, S.: Biologie, Anatomie und Physiologie, 1999, S. 191 bis 192.

13 Van Deest, H.: Heilen mit Musik, 1997, S. 28, erster Abschnitt.

14 Vgl. Liedtke, R.: Vertreibung der Stille, 2004, S. 144 bis 148.

15 Vgl. Van Deest, H.: Heilen mit Musik, 1997, S. 31 bis 33.

16 Vgl. Bruhn/ Oerter/ Rösing: Musikpsychologie, 1993, S. 93.

17 Vgl. Harrer, G.: Grundlagen der Musiktherapie, 1975, S. 80.

18 Vgl. Bruhn/Oerter/Rösing: Musikpsychologie, 1985, S. 181.

19 Harrer, G.: Grundlagen der Musiktherapie, 1975, S. 81, erster Absatz.

20 Vgl. Liedtke, R.: Vertreibung der Stille, 2004, S. 150.

Details

Seiten
45
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638546737
ISBN (Buch)
9783640208371
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v61157
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,0
Schlagworte
Wirkung Musik Eine Bestandsaufnahme Erhebungen Seminar Pädagogische Musiktherapie Menschen Behinderung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Wirkung von Musik auf den menschlichen Organismus. Eine Bestandsaufnahme der bisherigen wissenschaftlichen Forschung