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Filmanalyse - Ronja Räubertochter

Seminararbeit 2006 21 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Inhalt des Films

3. Die Hauptfiguren

4. Themen und Werte im Film
4.1. Familie: Ronja und ihre Eltern
4.2. Freundschaft: Ronja und Birk

5. Darstellungen und ihre Bedeutung
5.1. Gewalt und das Räuberleben
5.2. Der Mattiswald und seine Bewohner
5.3. Der Höllenschlund

6. Musik und Geräusche

7. Schlussbetrachtung und Resümee

8. Einsatz des Films in der Kinder- und Jugendarbeit

1. Einleitung

Die folgende Arbeit befasst sich mit dem Werk „Ronja Räubertochter“. Der Film basiert auf der literarischen Vorlage von Astrid Lindgren und wurde 1983 von Tage Danielsson verfilm.

Wie der Titel „Ronja Räubertochter“ vermuten lässt, geht es zum einen um die Geschichte einer Tochter Namens Ronja - zum anderen verweist er auf eine Räuberhandlung.

Es ist ein Film über die Freundschaft von Ronja und Birk. Er zeigt den Wunsch und die Hoffnungen der beiden Kinder nach Frieden innerhalb der Familie und mit anderen. Er verdeutlicht, wie es Ronja und Birk gemeinsam gelingt, sich durch ihre Freundschaft über ihre Sippen hinwegzusetzen und letztlich auch die lang herrschende Fehde zwischen den beiden Banden zu beenden.

Der Film greift darüber hinaus das Thema des Erwachsenwerdens von Kindern auf. Er beschreibt das Heranwachsen und Selbstständig werden von Kindern. Er zeigt den Ablösungsprozess Ronjas vom Elternhaus, der für das Mädchen ebenso wie für die Eltern mit schmerzlichen Erfahrungen verbunden ist.

In der folgenden Arbeit möchte ich mich mit folgenden Fragen beschäftigen:

- Wie gehen Ronjas Eltern mit dem Selbständigwerden ihrer Tochter um?
- Mit welchen Entwicklungsaufgaben müssen sich Ronja und Birk im Laufe ihres Ablösungsprozesses auseinandersetzen?
- Wie schaffen es die beiden Kinder die Fehde zwischen den beiden Räubersippen zu beenden? Welche Bedeutung spielt die Freundschaft zwischen den beiden Kindern dabei?

Hierzu möchte ich nach einer kurzen Inhaltsbeschreibung, die Hauptfiguren des Films charakterisieren. Anschließend werde ich mir die Beziehung zwischen Ronja und ihren Eltern betrachten und mich dem Thema Freundschaft widmen. Zur Verdeutlichung konzentriere ich mich danach auf die Beschreibung des Räuberlebens, auf den Schauplatz Wald und auf die Bedeutung des „Höllenschlunds“.

Da in „Ronja Räubertochter“ auch viel Wert auf den Einsatz von Musik gelegt wird, werde ich mich auch damit näher auseinandersetzen.

Im Anschluss folgt eine kurze Schlussbetrachtung mit meinem Resümee.

Abschließen werde ich meine Arbeit, indem ich den Bogen zur Sozialarbeit spanne und darauf eingehe, inwiefern ich mir diesen Film in der Kinder- und Jugendarbeit vorstellen könnte.

2. Zum Inhalt des Films

Grelle Blitze über der Mattisburg, ein Donnerschlag und ein bedrohlicher Höllenschlund im Berg entsteht. Die Burg bricht unter furchterregendem Lärm mitten entzwei. In diesem Moment wird Ronja geboren, die Tochter von Lovis und dem Räuberhauptmann Mattis. Das Mädchen wächst wohlbehütet in der finsteren Mattisburg auf, inmitten einer Schar raubeiniger und fröhlicher Räuber.

Nach etwa elf Jahren halten Lovis und Mattis die Zeit für gekommen, dass ihre Tochter die Welt draußen kennen lernt. Der Räuberhauptmann gibt ihr gut gemeinte Ratschläge mit auf den Weg: „ Nimm dich vor den Graugnomen und Wilddruden und Borkaräubern in acht...". Ronja streift Tag für Tag durch den wildromantischen Mattiswald, bis sie alles kennen gelernt hat, wovor ihr Vater sie gewarnt hat. Schließlich muss man wissen, wovor man sich zu hüten hat.

Auf ihren Streifzügen trifft sie eines Tages Birk Borka, Sohn des Erzfeinds der Mattisräuber. Nach anfänglichem Zögern entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft.

Mattis tobt vor Wut, als er erfährt, dass sich Borka mit seiner Bande im anderen Teil der Mattisburg einquartiert hat. Er möchte seinen Erzfeind aus der Burg vertreiben.

Als Mattis durch einen Zufall Birk in seine Gewalt bringt, stellt sich Ronja auf die Seite ihres Freundes. Der Vater ist tief verletzt und für niemanden mehr ansprechbar.

Ronja hält es in der Mattisburg nicht mehr aus, läuft weg und zieht mit Birk in eine Bärenhöhle.

Obwohl sie dort, in freier Natur, einen wunderschönen Sommer erleben, denkt Ronja immer wieder sehnsuchtsvoll an ihr Zuhause. Auch der dickköpfige Räubervater Ronjas kann den Verlust der Tochter nicht ertragen. Er kommt zum Ende des Sommers, um seine Tochter um Verzeihung zu bitten und sie nach Hause zu holen. Dass seine Tochter die Freundschaft mit dem jungen Borka nicht aufgibt, hat er inzwischen eingesehen.

Am Ende ist er sogar bereit, sich auf Glatzen-Pers Ratschlag einzulassen, und sich mit Borka gegen die gemeinsame Bedrohung durch die Landsknechte zu verbünden. In einem Zweikampf entscheiden sie darüber, wer künftig der Räuberhauptmann sein soll.

Zukünftig ziehen sie gemeinsam auf Raubzüge, doch in ihren Kindern werden sie keine Nachfolger haben - weder Ronja noch Birk wollen die Nachfolge ihrer Väter antreten.

Die Geschichte von Ronja Räubertochter besitzt mittelalterlichen Charme. Durch die märchenhafte Erzählung ist die Zeit, in der die Geschichte spielt, allerdings schwer datierbar.

Der Handlungsort ist aufgrund der Naturaufnahmen und der mythischen Fabelwesen in Skandinavien anzusiedeln.

Der Handlungszeitraum erstreckt sich über ca. 12-13 Jahre.

3. Die Hauptfiguren

Ronja:

Ronja erscheint mit ihrem verschmitzten Lächeln und ihren dunklen Augen naiv und erfahren zugleich. Ihre Haare erinnert an die Mähne der Wildpferde, die Freiheit verkörpern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Sie ist wissbegierig, abenteuerlustig und stellt sich mutig all den Herausforderungen, die in ihrem jungen Leben auf sie zukommen. Ronja ist ein selbstbewusstes Kind, mit einem ausgeprägten Bewusstsein für Recht und Unrecht.

Birk:

Birk wirkt durch sein krauses, rotes Haar und durch seine offene Art aufgeweckt.

Er begegnet Ronjas anfänglicher Zurückweisung mit Verstand und Ironie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Birk akzeptiert die kleine Räubertochter als gleichwertig, erscheint teilweise jedoch auch stur. Er ist selbstsicher und hat einen Sinn für Gerechtigkeit.

Mattis:

Mattis wirkt durch seine große Figur stark und gefährlich. Er gibt sich intolerant, engstirnig und skrupellos. Mit seinen ungehobelten Ausdrücken und Aktionen und seinen unkontrollierten Wutausbrüchen erscheint er wie ein grobschlächtiger Räuber.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daneben besitzt er jedoch auch eine sensible und emotionale Seite. Seine enorme Liebesfähigkeit und Verletzlichkeit wird besonders in der Beziehung zu seiner Tochter und zu Glatzen-Per deutlich; er äußert offen seine Ängste und seine Verzweiflung „Er fehlt mir so sehr, dass mir das Herz weh tut!“.

Lovis:

Lovis ist eine verlässliche Mutter und selbstbewusste Frau. Sie ist ruhig, aber auch bestimmend und auf ein harmonisches Zusammenleben bedacht. Sie regelt das Leben auf der Burg, wobei sie bei Bedarf die Männerbande zur Arbeit anhält.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Lovis steht dem Leben zuversichtlich gegenüber und vertraut ganz den Fähigkeiten ihrer Tochter.

Mattis´ Räuberdasein akzeptiert sie, nimmt es jedoch gleichzeitig nicht ganz ernst.

Glatzen-Per:

Glatzen-Per wirkt alt und gebrechlich. Er ist fest verwurzelt mit der Vergangenheit der Mattissippe und profitiert von seiner Lebenserfahrung. Er hat eine väterliche Beziehung zu Mattis und vertritt als einziger Räuber offen seine Meinung gegenüber dem Räuberhauptmann. Glatzen-Per ist gutmütig und vernünftig. Er äußert sich gegenüber allen für ein respektvolles Miteinander z. B. „Aber Kind, spricht man so mit seinem Vater“ und hofft auf eine friedvolle Zukunft ohne Räubertum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Details

Seiten
21
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638546478
Dateigröße
699 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v61121
Institution / Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Note
1,3
Schlagworte
Filmanalyse Ronja Räubertochter Thema Ronja Räubertochter

Autor

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Titel: Filmanalyse - Ronja Räubertochter