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Die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf (Work-Life-Balance WLB) und ihre Konsequenzen für die Personalarbeit

Vordiplomarbeit 2004 26 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau und Struktur

2. Begriffserläuterung und Definition 2.1 Begriffserläuterung
2.2 Definition, Konzept und Zielsetzung von WLB

3. Flexible Arbeitszeitmodelle als Möglichkeit zur Förderung von WLB
3.1 Flexibilisierung von Arbeitszeit und –ort
3.1.1 Gleitzeitarbeit
3.1.2 Teilzeitarbeit
3.1.3 Telearbeit
3.1.4 Sabbatical

4. Audit Beruf und Familie

5. Flankierende Maßnahmen als Möglichkeit zur Förderung von WLB
5.1 Gesundheitsmanagement
5.2 Einkommens- und Budgetberatung
5.3 „Personal coaching“
5.4 Relocation-Dienste
5.5 Beratung in Beziehungskonflikten
5.6 Rechtsberatung
5.7 Fitnessprogramme

6. Voraussetzungen zur Einführung von WLB-Maßnahmen
6.1 Veränderungen in der Führungskultur
6.2 Förderung der Informations- und Kommunikationspolitik

7. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„ Ich habe nächtelang in der Firma gesessen, war fast jedes Wochenende für das Unternehmen irgendwo auf der Welt unterwegs, habe eigentlich nur noch aus dem Koffer gelebt und im Schnitt 60 Stunden die Woche geschuftet. Am Ende war ich fertig, ausgebrannt, auf und zu Ende...!“ Als technischer Leiter einer Internetagentur hat Holger Wulff fast bis zur Selbstaufgabe gearbeitet, der Lohn für ihn: Ein dickes Bankkonto, attraktive Aktienoptionen, aber auch die Erkenntnis: “Ich habe nichts mehr vom Leben gehabt, kaum noch Freunde, kein Spaß und am Ende konnte ich vor Stress nicht mehr schlafen!“[1]

Dieses Beispiel ist eines von vielen und zeigt den Handlungsbedarf deutscher Unternehmen im Bereich Personalmanagement. Was früher meistens als familien- und frauenorientierte Personalarbeit bezeichnet wurde, findet sich heute umfassender unter dem Begriff „Work-Life-Balance“ wieder. Der Kern dieser personalpolitischen Strategie befasst sich mit der besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Die Entscheidung für den Schwerpunkt geht auf das wachsende Bedürfnis der Mitarbeiter[2] zurück, einen Ausgleich zwischen ihren Lebensbereichen herzustellen.[3]

Dabei müssen sich Unternehmen von veralterten Rollenverständnissen und dem Gedanken der Akzeptanz der Umwelt für überarbeitete Mitarbeiter lösen.

„Konflikte zwischen Arbeit und dem Privatbereich belasten die Mitarbeiter und die Unternehmen gleichermaßen. Sie beeinträchtigen die Arbeitszufriedenheit, Gesundheit und Produktivität der Beschäftigten und gefährden damit auch den Unternehmenserfolg. Angesichts wachsender Anforderungen an die Mitarbeiter in einer globalisierten Arbeitswelt und einem steigenden Anteil erwerbstätiger Frauen werden personalpolitische Maßnahmen zur Unterstützung einer besseren „Work-Life-Balance“ immer wichtiger.“[4]

1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit

Die Krieger der New Economy sind müde. Sie haben auch alles gegeben. Arbeiten am Tag und nachts bei Fertigpizza und Cola weiterleisten für das Unternehmen. Der Preis für diese Arbeitsweise war hoch: Nicht nur die Aktienoptionen sind heute nichts mehr wert, viele Start-up-Helden haben schlichtweg ihre Gesundheit ruiniert. Aber auch die Wirtschaftskapitäne der Old Economy sind von ihrer Arbeits- und Lebensweise gezeichnet: Bandscheibenvorfälle und Herzinfarkte gehören heute fast schon zum guten Ton, über Burn-Out und Drogenmissbrauch in den Manager-Etagen hält man sich noch etwas zurück. Gründe für diese Ausfälle sind laut Gesundheitsexperten u. a. Dauerbelastungen im Beruf, Erfolgsdruck und eigener Ehrgeiz. Halten diese Zustände über einen längeren Zeitraum an, so treten Körper und Psyche früher oder später in Streik. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass in 20 Jahren Angstneurosen und Depressionen nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit werden.[5] Dieses bedeutet sowohl für das Unternehmen als auch für die Wirtschaft enorme Folgekosten.

Schlüssig wird somit die Notwendigkeit für Unternehmen, WLB-Maßnahmen als Teil ihrer Unternehmensstrategie in die Personalarbeit einfließen zu lassen. Gegenstand dieser Arbeit soll in diesem Zusammenhang das Herausfinden der Konsequenzen für die Personalarbeit sein, die sich aus der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ergeben. Es soll verdeutlicht werden, wie wichtig es ist, dass Work-Life-Balance als selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur angesehen wird und welche Voraussetzungen zur Einführung dieser Maßnahmen geschaffen werden müssen.

1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit

Nach einer kurzen Einführung im ersten Kapitel beginnt die Arbeit im zweiten Kapitel mit der Erläuterung wichtiger Begriffe, der Definition, sowie kurzer Konzepterklärung und Zielsetzung von Work-Life-Balance. Im dritten Kapitel werden die Möglichkeiten zur Förderung von WLB durch die Flexibilisierung von Arbeitszeit- und ort anhand einer Auswahl von Arbeitszeitmodellen behandelt. In Kapitel Vier wird das Audit Beruf & Familie der Gemeinnützigen HERTIE-Stiftung als Maßnahme einer familienbewussten Personalpolitik aufgezeigt und im nächsten Kapitel werden flankierende Maßnahmen zur Förderung der WLB dargestellt und erörtert. Im sechsten Kapitel werden die Voraussetzungen zur Einführung von WLB-Maßnahmen aufgezeigt und ausführlich vorgestellt.

2. Begriffserläuterung und Definition

2.1 Begriffserläuterung

Bei den Begriffserläuterungen wird auf unterschiedliche Literatur zurückgegriffen, die sich auf Lexika oder Fachliteratur bezieht.

Work-Life-Balance (WLB)

„Die Herkunft von Work-Life-Balance kommt aus dem US-Personalmanagement. Work-Life: Übersetzt steht das für nichts anderes als für das Begriffspaar „Arbeit und Leben.“ Da dieses Begriffspaar jedoch in Deutschland seit Jahrzehnten ein gewerkschaftlich besetztes Konzept ist, wird dieses deutsche Synonym ungern verwendet. In Deutschland wird somit auch das englische Wort dafür genutzt, hauptsächlich auch, da diese Form in den internationalen Personalabteilungen gebräuchlich ist.

„Work-Life“ steht für die Ausweitung des Themas Familie und Beruf auf Privatleben und Beruf aus Sicht der Personalarbeit und Organisationsentwicklung-

und zwar auf alle Mitarbeitergruppen, insbesondere und immer ernsthafter auch männliche, aber auch die ältere Generation und nicht zuletzt die jungen Singles mit ihrem oft anstrengenden Privatleben. Was den Begriff „Balance“ angeht, so wird dieser nicht immer gern verwendet. Die bekannte Familienforscherin Ellen Galinsky, Leiterin des „Families and Work Institute“ in New York etwa argumentiert zugunsten von „Work-Life-Navigation“- es geht nach ihrer Meinung nicht darum, zu jeder Zeit ein Gleichgewicht zwischen beiden Sphären zu finden, sondern vielmehr die Existenz erfolgreich durch den Strom des Lebens und der Arbeit zu navigieren.“[6]

Personalarbeit

Der Begriff Personalarbeit wird auch als Personalmanagement bezeichnet. Darunter ist das Arbeiten bzw. Managen des betrieblichen Produktionsfaktors „Personal“ zu verstehen unter Berücksichtigung der Zielsetzungen moderner Unternehmen (einschl. nachhaltiger Erfolgs, Sozial- und Umweltverträglichkeit), also nicht ausschließlich im Interesse der Erfüllung kurzfristiger ökonomischer Erfolgsziele. Die Funktionsfelder sind Personalbedarfsbestimmung und –Bestandsanalyse, Personalveränderung (Beschaffung, Entwicklung, Freisetzung), Personaleinsatz, Personalkostenmanagement und Personalführung.[7]

Konsequenz

„Als Konsequenz bezeichnet man einen Sachverhalt im Hinblick auf seine Genese. Ein solcher Sachverhalt stellt eine nicht unbedingt kausale Folge oder kausale Konfiguration von Folgen einer oder mehrer vorangegangener Handlungen oder Sachverhalte dar.“[8]

[...]


[1] Work-Life-Balance- in der Ruhe liegt die Kraft

>http://www.jobpilot.de/content/journal/beruf/balance.html< vom 03.03.04

[2] Um lange und umständliche Sätze zu vermeiden ist in jedem Fall auch immer die feminine Form gemeint, als: Kollegin, Mitarbeiterin, Arbeitnehmerin usw.

[3] vgl. B. Badura/ H. Schellschmidt/ C. Vetter, Berlin/ Heidelberg 2004, Vorwort

[4] ebenda, Vorwort

[5] Freizeit trotz Aufstieg

>http://www.familienservice.de/detail.php?artikelid=276< vom 06.04.04

[6] D. Assig, München 2001, S.158/159

[7] vgl. Beitrag im Online Verwaltungslexikon

>http://olev.de/personalmanagement< vom 03.03.04

[8] Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon

>http://net-lexikon.de/konsequenz.html< vom 03.03.04

Details

Seiten
26
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638544610
ISBN (Buch)
9783638677615
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v60892
Institution / Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Note
2,0
Schlagworte
Vereinbarkeit Privatleben Beruf WLB) Konsequenzen Personalarbeit Personalwesen Wandel Arbeitszeit Hintergründe Modelle Rahmenbedingungen

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