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Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner

Hausarbeit 1999 8 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Darstellung der Besserverdienenden

3. Ziele und Intentionen der Gedichte

4. Aufbereitung der Thematik

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

1. Vorwort

„Satiriker können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind. Und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten.“[1]

Erich Kästner bringt im Vorwort seines Gedichtbandes „Bei Durchsicht meiner Bücher“ zum Ausdruck, worin er Ziele und Sinn der Satire sieht. In mehreren seiner Gedichtbände vor 1933[2] nimmt der Moralist aus Dresden wohlsituierte Menschen und Personen aus höheren Schichten zur Thematik – und macht sie somit auch zum Objekt der Satire.

Im folgenden werde ich daher „das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner“ untersuchen.

Einleitend betrachte ich die behandelte Gesellschaft – also die Millionäre, Besserverdienenden, Großindustriellen, usw. – in der Zeit um die Entstehung der in Frage kommenden Gedichte näher. Anschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Absichten Kästner hatte, sich mit dieser Gesellschaftsschicht lyrisch auseinanderzusetzen. Anknüpfend daran untersuche ich noch, wie der Schriftsteller an die Thematik herangeht, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen und gerade das auszudrücken, was er beabsichtigt.

2. Die Darstellung der Besserverdiendenden

Kurt Beutler konstatiert in seiner Untersuchung:

„Kästner stellt die Reichen in den Gedichten als Arbeitgeber dar, welche die Arbeitnehmer autoritär maßregeln und über sie als dem Produktionsfaktor Arbeit ‚verfügen‘, d. h. innerhalb des Arbeitsverhältnisses sie nach freiem Ermessen bis zur Willkür befehligen, [...].“[3]

In den Gedichten „Offener Brief an Angestellte“, „Knigge für Unbemittelte“ oder „Hymnus an die Zeit“ gelingt es Kästner, den Tonfall der Herrschenden zu imitieren. Die Verwendung von Imperativen als Ausdruck der Herrschsucht der Kritisierten demonstriert die enge Verbindung von wirtschaftlichen und militaristischen Strukturen.

„Sie [die Imperative, FS] zeigen an, daß auch die ökonomisch Verfügenden die militaristischen Strukturen der Vergangenheit in die Berufs-, Produktions-, ja Öffentlichkeitsspähre der Weimarer Republik hinübergerettet haben."[4]

[...]


[1] Kästner, E. (19973), S. 11.

[2] Herz auf Taille (1928), Lärm im Spiegel (1929), Ein Mann gibt Auskunft (1930), Gesang zwischen den

Stühlen (1932). „In Kästners Nachkriegslyrik hingegen finden sich keine sozialkritischen Anmerkungen im

Sinne einer linksbürgerlichen Ausprägung mehr.“ [Leibinger-Kammüller, N. (o. J.), S. 145].

[3] Beutler, K. (1967), S. 111.

[4] Walter, D. (1977), S. 73.

Details

Seiten
8
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638137515
ISBN (Buch)
9783656650409
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6080
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Lehrstuhl für Neue Deutsche Literatur
Note
2,0
Schlagworte
Erich Kästner Gedicht Millionär Interpretation

Autor

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Titel: Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner