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Offenes Lernen

Seminararbeit 2001 12 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1. Moderne Entwicklungspsychologie setzt Akzente

2. Definitionsversuch des Begriffs Offenes Lernen
2.1. Allgemeine Beschreibung
2.2. Überblick

3. Umsetzung in der Praxis
3.1. Arbeitsaufträge und Materialien
3.2. Arbeitsaufträge umfassen
3.3. Was lernen SchülerInnen beim Offenen Lernen?
3.4. Was gefällt den SchülerInnen am Offenen Lernen?
3.5. Das sagen Schüler zu Offenem Lernen

4. Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema Offenes Lernen
4.1. Konfrontation (2 min)
4.2. Information (20 min)
4.3. Organisation (10 min)
4.4. Selbsttätigkeit (Praktische Übung 13 min)
4.5. Kontrolle (5 min)

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Schule? Schule!

Ein offenes Haus -
voller Freude an Ideen
und voller Lachen.

Offene Kinder -
neugierig auf unsere Welt,
auf Geheimnisse.

Offene Lehrer -
auf der Suche nach sich selbst,
von Kindern lernend

(Ernst A. Ecker)

Dreimal ist in dem Gedicht das Wort „offen“ ausgesprochen: offenes Haus, offene Kinder und offene Lehrer. Ist Schule hier nicht zu sehr als Wunschvorstellung und Ideal ausgedrückt? Man könnte viele Klagegedichte diesem Gedicht gegenüberstellen und sagen: Die Realität ist ganz anders.

Achtet man hellhörig auf Probleme im System Schule - man spricht u.a. vom „Konfliktfeld Schule“[1] - , wundert es einen nicht, wenn Ivan Illich eine „Entschulung der Gesellschaft" postuliert. H. von Hentig fragt in seinem schon 1971 erschienen Büchlein Cuernaca „Wieviel Schule können wir noch aushalten?“ und er plädiert für die Wiederherstellung der Freiheit des Lernens als der Bedingung einer befreiten Existenz“[2] und postuliert in weiteren Publikationen „Humanisierung“ und Selbstbestimmung. Man wird die Probleme der Schule im System der Schule wahrnehmen.

Neueste Publikationen der Entwicklungspsychologie zeigen: Man rückt von der geschlossenen Phasenlehre ab hin zu einer offeneren Sicht von Entwicklung.

1.1. Moderne Entwicklungspsychologie setzt Akzente

- Differentielle Entwicklung ist ausschlaggebend.
- Keine Beschränkung auf Abfolge von Schritten.
- Individuelle Unterschiede werden erforscht und die Faktoren, die diese Unterschiede bedingen.
- Anregungsseite wird mitbedacht, beim einem Kind, das viele Anregungen erhält, wird die Entwicklung wesentlich beschleunigt.
- Man sieht die Entwicklung nicht monokausal, sondern in einer zirkulären Kausalität. Denn: Mensch und Umwelt ändern sich ständig und dieser Komplexität muß Rechnung getragen werden!
- Der Mensch wird nicht nur als Produkt, sondern auch als Gestalter seiner Umwelt gesehen.

2. Definitionsversuch des Begriffs Offenes Lernen

Im Bemühen um eine klare Definition von Offenem Lernen stößt man auf eine Vielfalt von Erläuterungen und auf verschiedene Begrifflichkeiten, besonders tauchen im Zusammenhang des Offenen Lernens die Termini „selbstgesteuertes Lernen“ und „selbstorganisiertes Lernen“ sowie „selbstbestimmtes Lernen“ auf. Ein kurzer Überblick fasst die wesentlichen Merkmale zusammen, die in Verbindung mit den jeweiligen Begriffen genannt werden.

2.1. Allgemeine Beschreibung

Nach F. Feiner ist „Offenes Lernen“ eine moderne Art zu lernen. Den Schülern werden mehrere verschiedenartig gestaltete Aufgaben gestellt, die in einem bestimmten Zeitraum erledigt werden müssen. Dafür gibt es einen genauen Arbeitsplan mit entsprechenden Anweisungen, wie die Übungen durchgeführt werden müssen. Manche Aufgaben werden in Partnerarbeit oder in Kleingruppen durchgeführt. Die Reihenfolge ist dabei frei wählbar; es gibt einen Pflichtteil und einen freiwilligen Teil. Benotet wird nur die Vollständigkeit und die Arbeitsweise bzw. die Arbeitshaltung der Schüler, nicht aber die Anzahl der Fehler, da oft auch neuer Stoff erarbeitet wird, oder ein größeres Stoffkapitel z.B. für eine Schularbeit wiederholt wird. Während die Schüler eigenständig arbeiten, kann der Lehrer Fragen beantworten, Unklarheiten beseitigen, gewisse schwierige Kapitel dem einen oder dem andren noch einmal erklären.

[...]


[1] F. Hadriga, Konfliktfeld Schule. Überlegungen für Lehrer und Eltern zur schulischen Erziehung, Wien 1991.

[2] H. v. Hentig, Cuernaca oder Alternativen zur Schule, Stuttgart - München 1971, 11.13. H.von Hentig kritisiert: „Die Schule produziert in sich die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft“ (29). H. von Hentig fordert die „Wiederherstellung offener und realer (nicht künstlich isolierter) Erfahrungen“ (109); „Wiederherstellung des dialektischen Verhältnisses von „Wissen und Erfahrung“ (109); „Die Herstellung eines breites Spektrums freier Wahlmöglichkeiten“ (110).

Details

Seiten
12
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638137317
Dateigröße
511 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v6039
Institution / Hochschule
Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz - Kunstuniversität Linz – Pädagogik
Note
gut
Schlagworte
Offenes Lernen Seminar

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Titel: Offenes Lernen