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Starkult heute

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 17 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Starkult heute

1. Die Boygroups
1.1 Die Bacstreet Boys
1.1.1 Die Karriere der umschwärmten Band
1.1.2 Kriterien als Boyband
1.2 Der Starkult um eine Boyband

2. Der Popstarkult
2.1 Vom Boygroup-Sternchen zum Superstar – Robbie Williams
2.1.1 Die Karriere des britischen Popstars
2.1.2 Geliebt und verehrt

3. Die Schattenseiten des Starkults
3.1 „Hier reimt die Unterschicht“ – Deutsche „Gangstarapper“ als Idole
3.1.1 Sido – Der Mann mit der Maske
3.1.2 Sozialkritisch oder jugendgefährdend?

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis
5.1 Internetquellen
5.2. Abbildungen

Starkult heute

Der heute vorherrschende Starkult hat sich im Vergleich zu früher verändert. Heutzutage ist die Hysterie um einen Star meist kurzlebig und hält meist nicht länger als 5 Jahre an. Nur Wenige schaffen es, eine große und beständige Fangemeinde aufzubauen und langfristig sich im Musikgeschäft zu etablieren.

Gerade viel umschwärmte Gruppen trennen sich nach oft immensen Erfolg und wollen solo ihre Karriere fortsetzten, was jedoch selten gelingt. Meistens landen diese Solokünstler noch einen Hit und können danach nicht mehr an ihrem früheren Erfolg anknüpfen.

Der Kult um einen Star oder einer Stargruppe wird heute auch durch gezieltes Marketing hervorgerufen, was im Folgenden bei der Vorstellung von so genannten Boygroups weiter thematisiert werden soll. Daran anknüpfend wird ein ehemaliges Boygroup-Mitglied vorgestellt, das durch einem großen Hype der Fans um seine Person eine große Musikkarriere macht.

Ein ganz anderes Beispiel für Starkult wird mit der Vorstellung der Starz von „Aggro Berlin“ aufgezeigt, die mit ausgesprochen derben Texten und provokantem Auftreten eine große Fangemeinde ansprechen, die deren Ausdrucksweise und Verhalten nachahmt.

1. Die Boygroups

Eine Boygroup wird nach Wikipedia folgendermaßen beschrieben:

„Eine Boygroup ist eine Pop-Gruppe junger Sänger und Tänzer, die auf junge Mädchen besonders attraktiv wirken. Die Bezeichnung "Boygroup" gibt es erst seit Beginn der 1990er Jahre, auch wenn das dahinter stehende Konzept schon älter ist. (Im angelsächsischen Raum wird der Begriff "boy band" verwendet.)[1]

Diese Boygroups werden nach bestimmten Eigenschaften in einem Casting zusammengestellt, wobei nicht nur auf eine gute Stimme sondern auch auf Aussehen, Tanztalent und unterschiedlichen Charakteren (z.B. Schwiegermuttertraum, Sunnyboy, Rebell, Chaot, Komiker) geachtet wird. Meist besteht eine Boyband aus vier bis fünf Mitgliedern die unterschiedliche Männertypen darstellen und dementsprechend verschiedene Images haben. Die Fans von solchen Boygroups sind größtenteils pubertierende Mädchen, die oft für ein bestimmtes Mitglied schwärmen, das für sie den „Traummann“ darstellt. Dies hat einen großen Vorteil für das Management und die Plattenfirma:

„Durch die Identifikation mit dem Sänger, mit der Gruppe wird eine starke Bindung zum "Produkt" erzielt, mit der erwünschten und geplanten Folge, dass die CDs der Gruppe gekauft werden, sie die Stimmen der jungen Fans bei Hitparaden erhalten, dass Merchandising-Artikel der Gruppe gekauft werden, usw.“ 1

Die Naivität und die typisch pubertären Bedürfnisse der Mädchen werden also beim Konzept der Boygroups ausgenutzt, um möglichst viel Erfolg zu haben. Der Starkult einer solchen Band ist demnach ein wichtiger Faktor, um im Musikgeschäft viel Geld zu verdienen. Im Folgenden soll anhand des Beispiels der Backstreet Boys eine solche Boyband vorgestellt werden.

1.1 Die Backstreet Boys

1.1.1 Die Karriere der umschwärmten Band

Die fünf Jungs aus Orlando, USA gründeten 1993 ihre Band, wobei sie sich teilweise vorher kannten und nicht wie normalerweise bei Boybands üblich gecastet wurden. „Boygroupschöpfer“ Lou J. Pearlman managte[2] die Gruppe mit Erfolg, denn nach zwei Jahren landeten die Backstreet Boys den ersten Hit „We’ve got it goin’ on“ in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Es folgten innerhalb von fünf Jahren vier Alben, die alle sehr erfolgreich waren und millionenfach auf der ganzen Welt verkauft wurden. Die Gruppe leistete unzählig viele Touren ab, erst durch Europa und später auch den USA, Asien und Australien, die größtenteils ausverkauft waren. Der Hype um die Backstreet Boys war in diesen Jahren besonders bei Mädchen zwischen 9 und 18 Jahren riesengroß. Sie gehörten zu den beliebtesten Bands der meist weiblichen Jugendlichen und können vom „Kultstatus“ her mit den heutigen Starbands Tokio Hotel oder US5 verglichen werden. In dieser Zeit wurde die Band mit etlichen namhaften Musikawards ausgezeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 1 Die Backstreet Boys 1996

Im Jahr 2001 wurde ein Greatest Hits – Album veröffentlicht, was zu Trennungsgerüchten führte. Es wurde darauf bekannt, dass ein Bandmitglied durch den Druck und Stress zu einem Alkoholiker geworden war und die übrigen sich auch nach einer Auszeit sehnten. In dieser, fünf Jahre andauernden Auszeit veröffentlichte das Bandmitglied Nick Carter ein Soloalbum, das allerdings nicht an frühere Erfolge der gesamten Band anknüpfen konnte. Im Jahr 2005 hatte die Band mit ihrem fünften Studioalbum „Never gone“ ein Comeback und gab einige Konzerte in Europa. Sie präsentieren sich heute erwachsener, wobei auch angenommen wird, dass ihre Fans erwachsen geworden sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 2 Die Backstreet Boys 2005 im erwachsenen Look

1.1.2 Kriterien als Boyband

Die Backstreet Boys erfüllen bestimmte Kriterien, die charakteristisch für Boybands sind und deren Erfolg mitbestimmen:

- Die Band besteht aus verschiedenen Männertypen: Nick Carter ist der Milchbubi und Mädchenschwarm, Brian Litrell ist ein Komiker, AJ Mclean der Rebell und Bösewicht, Howie Dourough der Latino und Kevin Richardson der nachdenkliche Beschützer. Damit ist in der Band für jedes Teeny-Herz etwas dabei und gewährleistet damit, dass viele Mädchen Fans werden.

Alle Mitglieder können singen und tanzen, wobei gerade das Tanzen ein wichtiges Kriterium bei einer Boyband ist. Da die Backstreet Boys bei Konzerten keine Instrumente spielten, führten sie ausgeklügelte Choreographien vor, um letztendlich auch nicht untätig auf der Bühne zu stehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 3 Tanz

- Ihre Lieder handeln größtenteils von der Liebe, wodurch sich gerade die weiblichen Fans angesprochen fühlen (z.B „I’ll never break your heart“ oder „As Long As You Love Me“) Aber auch schnelle Popnummern sorgen für Abwechslung und sprechen vielleicht eher auch männliche Fans an (z.B. „We've Got It Goin' On“ oder „Everybody“).

[...]


[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Boygroup

[2] Lou J. Pearlman ist auch der Mitbegründer und Förderer der Boyband N’Sync und US5.

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638538480
Dateigröße
653 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v60089
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
1,0
Schlagworte
Starkult Popmusik- Beatles Tokio Hotel

Autor

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