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Ist die Eurozone ein optimaler Währungsraum?

Diplomarbeit 2006 191 Seiten

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik

Leseprobe

INHALTERZEICHNI

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Tabellen

Abkürzungs- und mbolverzeichnis

Abstract

1. EINLEITUNG
1.1. Problemstellung
1.2. Abgrenzung des Themas
1.3. Gang der Untersuchung

2. KLAIHE ANTZE ZUR ABGRENZUNG DEOPTIMA- LEN WÄHRUNGRAUMEBEI MIKROÖKONOMIHEN ÖRUNGEN
2.1. Zum Begriff und Umfang des optimalen Währungsraumes
2.2. Zur Definition asymmetrischer hocks
2.3. Das Kriterium von Mundell: Faktormobilität
2.3.1. Vorbemerkungen
2.3.2. Darstellung des Mundell´schen Kriteriums
2.3.3. Kritische Würdigung des Mundell´schen Ansatzes
2.4. Der Ansatz von McKinnon: Offenheit der Volkswirtschaft
2.4.1. Der Fall der kleinen, offenen Volkswirtschaft
2.4.2. Anpassung in der großen, geschlossenen Volkswirtschaft
2.4.3. Kritische Würdigung des McKinnon´schen Ansatzes
2.5. Der Ansatz von Kenen: Diversifikation
2.5.1. Darstellung des Konzeptes
2.5.2. Kritische Würdigung des Kenen´schen Ansatzes
2.6. Der Ansatz von Vaubel: Variabilität des realen Wechselkurses

3. MAKROÖKONOMIHE AEKTE DER THEORIE OPTIMALER WÄHRUNGRÄUME
3.1. Vorbemerkungen
3.2. Kapitalmobilität
3.2.1. Darstellung des Konzeptes
3.2.2. Kritische Anmerkungen
3.3. Die Ähnlichkeit der Inflationsraten
3.3.1. Darstellung des Konzeptes
3.3.2. Kritische Anmerkungen
3.4. Koordination der Fiskal-, euer- und Wirtschaftspolitik
3.5. Gleichgerichtete konjunkturelle Entwicklung und hocksymmetrie

4. KOEN UND NUTZEN DER EUROPÄIHEN WÄH- RUNGNION
4.1. Vorbemerkungen
4.2. Wesentliche Kostenaspekte der EWU
4.2.1. Kosten auf der Mikroebene
4.2.1.1. Kosten der Währungsumstellung
4.2.2. Kosten auf der Makroebene
4.2.2.1.Verlust des Wechselkurses als Anpassungsinstrument nach exogenen hocks
4.2.2.2. Verzicht auf autonome Geldpolitik
4.2.2.3. Verzicht auf Philipps-Kurven trade-off
4.2.2.4. Verzicht auf ignorageeinnahmen
4.2.2.5. Verringerung der finanzpolitischen Autonomie
4.2.2.6. Kosten in Zusammenhang mit dem Balassa-muelson-Effekt
4.3. Wesentliche Nutzenaspekte der EWU
4.3.1. Nutzen auf der Mikroebene
4.3.1.1. Reduktion von Transaktions- und Informationskosten
4.3.1.2. Positive Handels- und Wachstumseffekte durch Verringerung der Unsicherheit
4.3.2. Nutzen auf der Makroebene
4.3.2.1. Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik
4.3.2.2. Verbesserung der Effizienz der Geldpolitik
4.3.2.3. Verbesserung der Kapitalallokation und der verschiedenen Funktionen des Geldes
4.3.2.4. Erhöhte Transparenz
4.3.2.5. nkung des Bedarfes an Devisenreserven
4.4. Kosten und Nutzen im Vergleich
4.4.1. Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse
4.4.2. Kosten und Nutzen aus nationaler cht
4.4.3. Kosten und Nutzen aus gesamteuropäischer cht
4.5. Endogenität oder ezialisierung?
4.5.1. Die Endogenitätshypothese
4.5.2. Die Krugman´sche ezialisierungshypothese

5. DIE EUROPÄIHE WÄHRUNGNION IM LICHTE DER THEORIE OPTIMALER WÄHRUNGÄUME
5.1. Marktbasierte Absorptionsmechanismen
5.1.1. Analyse der Arbeitsmobilität
5.1.2. Kapitalmobilität in der Eurozone
5.1.2.1. Wie mobil ist das Kapital in der EU?
5.1.2.2. Einige stilisierte Fakten zum Kapitalverkehr der Eurozone
5.1.3. Faktorpreisflexibilität
5.1.3.1. Lohnflexibilität
5.1.3.2. Preisflexibilität
5.1.3.3. Flexibilität der Arbeits- und Produktmärkte
5.2. „Größe“, „Offenheit“ und Handelsverflechtung
5.3. Diversifikation in der Eurozone
5.3.1. Diversifikation der Produktionsstruktur
5.3.2. Diversifikation der Exportstruktur
5.4. Die EWU bezüglich makroökonomischer Variablen
5.4.1. Gleichheit der Inflationsraten
5.4.2. Gleichgerichtete konjunkturelle Entwicklung
5.4.2.1. atische Analyse
5.4.2.2. Dynamische Betrachtung
5.5. Institutionelle Absorptionsmechanismen
5.5.1. Instrumente der nationalen Fiskalpolitik
5.5.2. Automatische abilisatoren
5.5.3. Transfers aus dem EU Budget
5.6. Die Eurozone im Licht der „neuen“ Theorie
5.6.1. Ein optimaler DM-Währungsraum?
5.6.2. Ein zweistufiger Optimierungsprozess zur Bestimmung eines optimalen Währungsraumes in der EWU
5.6.3. Korrelation von Angebots- und Nachfrageschocks
5.7. Weitere Problemfelder einer optimalen europäischen Geldpolitik
5.7.1. Inhomogenitäten in Bezug auf BIP-Verteilung und Wohlstand
5.7.2. Öffentliche Verschuldung
5.7.3. Unterschiede in den Transmissionsmechanismen

6. ZUMMENFAUNG UND FAZIT
6.1. Zusammenfassung
6.2. Ist die Eurozone ein optimaler Währungsraum (oder wird sie einer?)

7. ANHANG
7.1. Entwicklungslinien der europäischen monetären Integration
7.1.1. Von der Europäschen Gemeinschaft für Kohle und ahl bis zum Werner Plan
7.1.2. Von der Währungsschlage zum EW
7.1.3. Die Einheitliche Europäische Akte und der Delors-Bericht
7.1.4. Der Vertrag über die Europäische Union (Vertrag von Maastricht, EU Vertrag
7.1.4.1. Vertrag über die Europäische Union (Vertrag von Maastricht)
7.1.4.2. Die Konvergenzkriterien von Maastricht in einer kritischen Betrachtung
7.1.4.3. Institutionelle Voraussetzungen eines Beitritts zur EWU und jüngste Entwicklungen in der EWU
7.2. Heterogenität Europas
7.3. Faktormobilität in der Eurozone
7.3.1. Arbeitslosenraten und durchschnittliche Abweichung EU 15/EU 25
7.3.2. Kapitalmobilität in Europa
7.3.3. Reallohnflexibilität
7.3.3.1. Elastizität des Reallohns
7.3.3.2. Organisationsgrad der Arbeitnehmer
7.4. Offenheit in Europa
7.4.1. Export- und Importquoten in der EU
7.4.2. Exportquoten im EU Vergleich
7.4.3. mme der Export- und Importquoten
7.4.4. Handel der EU 10 mit der EU 15
7.4.5. Intra-EU-Handel der EU 15
7.5. Produktdiversifikation in Europa
7.5.1. Diversifikation der Produktionsstruktur: Anteil der ktoren an der Wertschöpfung (2004)
7.5.2. Exportdiversifikation (2004)
7.6. Inflation im Euroraum
7.6.1. Inflationsraten 1999 - 2005
7.6.2. reuung der Inflationsraten
7.7. Bruttoinlandsprodukt der EU 15 und der EU 25 (in KKP)
7.8. Einkommensumlaufgeschwindigkeit von M3
7.9. Empirische Bestimmung der Integrationskosten eines optimalen DM- Währungsraumes
7.10. nchronisierung der Konjunkturzyklen
7.10.1. Korrelation der Konjunkturzyklen
7.10.2. Leads und Lags
7.10.3. Volatilität der Konjunkturzyklen
7.10.4. “Persistence”
7.10.5. Die hockverarbeitung (impulse-response)
7.10.6. Ergebnisse und Zusammenfassung
7.11. Preisdifferenzen in der EWU
7.12. Problemfeld Öffentliche Verschuldung
7.13. Reale Wachstumsrate des BIP in der Eurozone
7.14. rukturmittel aus dem Kohäsionsfonds
7.15. Korrelationsmatrizen der gesamtwirschaftlichen Angebots- und Nachfrageschocks (Bayoumi/Eichengreen (1996))

8. LITERATURVERZEICHNI

VERZEICHNIDER ABBILDUNGEN:

Abb. 1: Wirkung eines Angebots- bzw. Nachfrageschocks auf Preise und Output

Abb. 2: Gewinn und Verlust einer Währungsunion in Abh. vom wirtschaftlichen Integrationsgrad

Abb. 3: Kosten und Nutzen aus gesamteuropäischer cht

Abb. 4: Die OCA-Linie

Abb. 5: reuung der Arbeitslosenquoten

Abb. 6: Entwicklung der nominalen und realen Wechselkurse

Abb. 7: Arbeits- und Produktmarktregulierungen (2003)

Abb. 8: Intra-EU Handel 1993 -

Abb. 9: Offenheitsgrad der neuen EU Mitgliedsländer

Abb. 10: Inflationskonvergenz in den EWU Teilnahmeländern

Abb. 11: Korrelation des BIP-Wachstums und der Inflationsraten zwischen ausgewählten Ländern und der Eurozone

Abb. 12: Kosten-Nutzen-Analyse für den gesamten europäischen Währungsraum

Abb. 13: Wunschpartner des optimalen europaweiten Währungsraumes nach Neu- bert

Abb. 14: Korrelation von Angebots- und Nachfrageschocks zwischen ausgewähl- ten Ländern und der Eurozone

Abb. 15: Korrelation von Angebots- und Nachfrageschocks zwischen ausgewähl- ten Ländern und Deutschland

Abb. 16: Korrelation von Angebots- und Nachfrageschocks zwischen MOE-aa- ten mit der Eurozone

Abb. 17: Veränderung der hockkorrelation in Westeuropa

Abb. 18: Verteilung der BIP-Anteile auf die FED-Distrikte und die EWU-Mit- gliedsstaaten

Abb. 19: Theoretisches Konzept optimaler Währungsräume

VERZEICHNIDER TABELLEN:

Tab. 1: reuung der nationalen Arbeitslosenquoten in Europa und den U

Tab. 2: Produktdiversifikation in der EU und den U

ABKÜRZUNG UND MBOLVERZEICHNI

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

ABSTRACT:

With the adoption of the EURO among some of the new countries in the European Union during the next few years, heterogenity of the European market will increase endangering economic stability. Most authors expect a decrease in optimality conditions of the eurozone referring to the theory of optimum currency areas. This diploma thesis tries to answer the question, whether the eurozone (EU 12), or the eurozone including Denmark, eden and the United Kingdom (EU 15), or, with respect to the future, an eurozone including the 10 new members of the European Union (EU 25) can be seen as an “optimum currency area” (OCA). In Part 1, the Theory of Optimum Currency Areas (OCA-theory), starting with the “founding-father” Robert Mundell in the early 1960ies is discussed critically, in part 2 macroeconomic aspects of the theory of optimum currency areas are presented and in part 3 costs and benefits of European Monetary Unification are discussed. In the main part, 4, the theory of optimum currency areas is applied on the eurozone, focussing on alternative absorptions-mechanisms after asymmetric shocks, macroeconomic structures of the current (and new) members and the level of correlation of business-cycles between the cycles of EMU-12 and those of each acceding country. With positive, high correlations standing for evidence of low risk of shock asymmetry and therefore optimality conditions, the economies of the European Union are analysed. The results show, that some of the new members share similar structures with some “old” EMU-members, and are therefore “good” candidates, some other results are less encouraging.

1. Einleitung

1.1. Problemstellung

„If there was ever a bad idea, EMU is it.“ Rudi Dornbusch, Foreign Affairs (1996, 124)1

Durch die Einführung des EURO zum 01.01.1999 in 11 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verwirklichte sich in dem durch zwei Weltkriege zerrüttetem Kontinent nach über 50jährigen (politischen) Einigungsbestrebungen der Europäer das „kühne Experiment“2 einer Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Obwohl zum damaligen Zeitpunkt 8 der insgesamt 11 EURO-Länder die im Vertrag von Maastricht ausgehandelten Budgetdefizitgrenze von 60% des BIP überschritten, hielten es die politischen Entscheidungsträger für angemessen, die Verwirklichung nicht zu gefährden, worin die primär politische Zielsetzung der europäischen Einheitswährung deutlich wird.3 Durch den Beitritt Griechenlands zur EWU, das den EURO zum 01.01.2001 einführte, umfasst die Europäische Währungsunion heute bereits 12 Mitglieder und bildet damit einen Währungsraum, der mit über 300 Mio. Verbrauchern die Bevölkerungszahl der U um über 10% übertrifft.4 In ihrer bisher größten Erweiterungsrunde traten zum 01. Mai 2004 die acht mittel- und osteuropäischen aaten Lettland, Estland, Litauen, Polen, Ungarn, Tschechien, owenien und die owakei sowie die zwei südeuropäischen (Insel-)aaten Zypern und Malta der Europäischen Union bei, so dass die „Eurozone“ in Zukunft bis zu 25 Mitglieder umfassen könnte. Durch den Beitritt der 10 neuen Mitgliedsländer zur EU erhöhte sich die Einwohnerzahl um rund 20% auf heute 450 Mio. Menschen.5

Im Vorfeld zur Errichtung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, insbesondere in den 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, kam es zu einer „Renaissance“ der durch Mundell (1961), McKinnon (1963) und Kenen (1969) entwickelten Theorie optimaler Währungsräume, „[...] die vor allem in den 60er und 70er Jahren vor dem Hintergrund der Kontroverse um feste und flexible Wechselkurse im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Diskussion stand.“6 Während die Theorie optimaler Währungsräume in

den 1970ern und frühen 1980er Jahren wieder in eine Phase relativer Vergessenheit geriet7 führten neuere Erkenntnisse auf dem Gebiet der makroökonomischen Theorie und bedeutende weltwirtschaftliche Ereignisse wie der Zusammenbruch der wjetunion zu einem „Wiederaufleben“.8 Die Theorie optimaler Währungsräume entwickelt insbesondere in ihren ursprünglichen Ansätzen Kriterien, unter welchen es für aaten als sinnvoll erachtet wird, auf das Wechselkursinstrument (d.h. eine autonome Geldpolitik) im Falle exogener örungen zu verzichten. Jüngere Ansätze der Theorie optimaler Währungsräume arbeiten insbesondere an der empirischen Umsetzung der Theorie und versuchen in Kosten- Nutzen-Analysen eine Aussage über die Optimalität eines Währungsgebietes zu treffen. Auch kann sich nach jüngsten empirischen Untersuchungen einiger Autoren die Optimalität eines Währungsraumes ex post einstellen, sofern ex ante keine Optimalität gegeben war - auch eine Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung erscheint einigen Autoren als möglich.9 Während insbesondere die Debatte über die haffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion teils in Form populistisch gesellschaftspolitischer Meinungen geführt wurde, mangelte es doch an fundierten ökonomischen Analysen, ob die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank einem solch heterogenen Währungsraum wie der Eurozone überhaupt gerecht werden kann und eine objektiv geführte Debatte fand nicht statt.10 Die Optimalität der Eurozone (EU 12) wurde in vielen udien diskutiert und meist ablehnend beurteilt - inwieweit eine mögliche EU 25 jedoch als „optimal“ im nne der Theorie angesehen werden kann, ist noch nicht geklärt.

1.2. Abgrenzung des Themas

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit einer kritischen Diskussion der Theorie optimaler Währungsräume und versucht in einer Übertragung der Theorie auf die EWU eine Antwort auf die Fragestellung zu finden, ob das „jetzige“ Europa der EU 12 (die „Eurozone“) bzw. die EU 15 (die EU 12 incl. der 3 sog. „EMU-Outs“ Dänemark, hweden und Großbritannien) oder ein Teil des durch die Erweiterung auf 25 Mitgliedsstaaten größer gewordenen EU 25 als „optimal“ im nne der Theorie angesehen werden kann, oder ob die EWU auf dem Wege ist, sich zu einem „Mundellianischen Albtraum“11 zu entwickeln.12 Der Begriff „Europa“ bezeichnet in folgender Arbeit stets den ganzen Kontinent und bezieht sich (sofern nicht anders erwähnt) stets auf das gesamte Gebiet der neu geschaffenen EU 25. Werden die neuen mittel-, ost- bzw. südeuropäischen aaten separat untersucht, gebraucht diese Arbeit auch den Begriff MOE-aaten (mittel- und osteuropäische Länder bzw. MOEL) oder EU 8 (bzw. EU 10 incl. Zypern und Malta). Aus währungspolitischer cht mag es sinnvoll erscheinen, bestehende Nationalstaaten in immer kleinere Einheiten aufzuteilen - allerdings bildet, wie in den meisten Ansätzen die sich auf die Operationalisierung der Theorie beziehen, im empirischen Teil dieser Arbeit stets die jeweilige Volkswirtschaft die Untergrenze eines Währungsgebietes.13 Auch vernachlässigt diese Arbeit politökonomische bzw. politische Aspekte der Einführung des EURO und beschränkt sich auf eine rein ökonomische Analyse.14 Werden Abgrenzungen und Zusammenschlüsse von Volkswirtschaften vorgenommen und diskutiert, so ist dies nicht politisch, sondern ökonomisch im nne eines „optimalen Währungsraumes“ zu verstehen.15 Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, zu einer Aussage über die Optimalität gemäß der ökonomischen Theorie der EU 12/15 bzw. der EU 25 zu gelangen.

1.3. Gang der Untersuchung

In Kapitel 2 erfolgt die Darstellung der klassischen Theorie optimaler Währungsräume, wie sie insbesondere durch die Ansätze von Robert Mundell, Ronald McKinnon und Peter Kenen entwickelt wurde, die partialanalytisch bei mikroökonomischen örungen Kriterien entwickelt, unter denen es für aaten von Vorteil sein kann, die Kontrolle über eine autonome Geldpolitik aufzugeben.

Kapitel 3 widmet sich makroökonomischen Aspekten der Theorie optimaler Währungsräume, die in Vielzahl nach oben genannten 3 „klassischen“ Ansätzen mit in die Diskussion eingebracht wurden: Hier werden makroökonomische Abgrenzungsaspekte veranschaulicht, unter denen ein Zusammenschluss der betrachteten Volkswirtschaften von Vorteil sein könnte.

In Kapitel 4 erfolgt die Darstellung des integrativen Ansatzes zur Bestimmung eines optimalen Währungsraumes in Europa: In Form eines Kosten-Nutzen-Kalküls werden hier vielschichtige Vor- und Nachteile der gemeinsamen europäischen Währung aufgezeigt und analysiert. Anschließend wird der Unterschied zwischen nationalem und gesamteuropäischem Kosten-Nutzen-Ansatz aufgezeigt, bevor sich eine kurze Darstellung der beiden sich konträren Hypothesen in Bezug auf die Entwicklung eines Währungssystems nach Einführung einer gemeinsamen Währung anschließt: der Endogenitätshypothese und der Krugman´schen ezialisierungshypothese.

Im Hauptteil der Arbeit in Kapitel 5 wird die EU 25 im Licht der Theorie optimaler Währungsräume analysiert und in einer, teils empirischen Analyse ausgewählter Kriterien eine Aussage über die Optimalität Europas getroffen.

Kapitel 6 schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und einem kurzen Fazit.

2. Klassische Ansätze zur Abgrenzung des optimalen Währungsraumes bei mikroökonomischen örungen

2.1. Zum Begriff und Umfang des optimalen Währungsraumes

Eine Beantwortung der Frage, ob die Eurozone ein optimaler Währungsraum ist, bedarf zuerst einer genaueren Klärung der Begriffe „Währungsraum“ sowie „Optimalität“. Neubert, der die Begriffe „Währungsblock“16, „Währungsgebiet“ oder auch „Währungsraum“ synonym gebraucht, versteht darunter „[...] ein geographisches Gebiet, das entweder durch eine einheitliche Währung gekennzeichnet ist oder in dem verschiedene Währungen zirkulieren, die jedoch durch feste Wechselkurse unwiderruflich miteinander verbunden sind.“17 Gegenüber dem Ausland herrschen flexible Wechselkurse.18 Der optimale Währungsraum stellt somit „[...] eine Festkursinsel in einem Meer flexibler Wechselkurse [...]“19 dar. hließen sich mehrere vormals souveräne aaten zu einem gemeinsamen Währungsraum zusammen, zwischen denen entweder eine Einheitswährung existiert oder deren Wechselkurse unwiderruflich fixiert sind, so spricht man, wie im Falle der EWU, von einer „Währungsunion“, einem „Währungszusammenschluss“ oder einer „Währungsvereinheitlichung“.20 Dessen Gebiet kann aus einem aat mit einheitlicher Währung bestehen, oder mehrere aatsgebiete mit nationalen Währungen umfassen, wobei im zweiten Fall der Währungsraum durch folgende Merkmale charakterisiert ist: „Erstens muss die unwiderrufliche und dauerhafte Fixierung der Paritätskurse gegeben sein, zweitens ist eine irreversible Konvertierbarkeit der Währungen zu gewährleisten und schließlich muss eine vollkommene Liberalisierung des Handels- und Kapitalverkehrs vorliegen.“21

Die Bestimmung eines „optimalen“ Währungsraumes bezieht sich im Wesentlichen auf die Festlegung des optimalen Geltungsbereiches einer Währung, „[...] d.h. die regionale Ausdehnung bzw. Abgrenzung der Währungsunion.“22 Herrmann definiert den Begriff „optimal“ als „[...] die Fähigkeit der Volkswirtschaft, innerhalb einer Währungsunion unter Aufrechterhaltung von Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung ein außenwirtschaftliches Gleichgewicht zu realisieren.“23 Die klassischen Ansätze der Theorie optimaler Währungsräume definieren die Optimalität hinsichtlich einzelner Kriterien, anhand derer die Zielerreichung bestimmt wird.24 Wohlfahrtsökonomische Aspekte veranlassten Grubel zu folgender Definition eines optimalen Währungsraumes: „[...] The term optimum currency area is used in a more restricted sense to describe the union between a number of regions or countries, which improves the welfare of the population resident within these territories above the level enjoyed when each was a separate currency area.”25 Ishijyma entwickelte zur Bestimmung des optimalen Währungsraumes ein totalanalytisches Konzept („alternative approach“), den Kosten-Nutzen-Ansatz, der vermehrt dynamische Elemente in die Diskussion miteinbringt - nach ihm liegt ein optimales Währungsgebiet dann vor, wenn sich Kosten und Nutzen einer gemeinsamen Währung gerade ausgleichen.26 Willms kennzeichnet den optimalen Währungsraum als einen Raum, „[...] innerhalb dessen der Nettonutzen einer Einheitswährung größer ist als der Nettonutzen einer Vielzahl von Währungen.“27 Diese Maxime erscheint einleuchtend - in der Praxis gestaltet sich die Ermittlung eines derartigen „Nettonutzens“ als schwierige, da sehr komplexe Angelegenheit.28

Mundell, der Pionier auf dem Gebiet der Theorie der optimalen Währungsräume, definiert den optimalen Währungsraum29 wie folgt: „[...] the optimum currency area is the region - defined in terms of internal factor mobility and external factor immobility.“30 Nach Mundell liegt somit ein optimales Währungsgebiet vor, „[…] wenn sich Preise und Beschäftigungsniveau im Falle von asymmetrischen Nachfrageschocks nur gering vom Gleichgewichtsniveau entfernen.”31 Der Begriff „asymmetrischer hock“ nimmt in der Literatur der Optimalen Währungsräume einen zentralen ellenwert ein, weshalb im Folgenden eine etwas genauere Erläuterung erfolgen soll.

2.2. Zur Definition asymmetrischer hocks

32 „Unter hocks werden im Allgemeinen relative starke oder auch rasche Änderungen des Güterangebots oder der Güternachfrage verstanden, die für die Marktteilnehmer überraschend kommen und somit nicht antizipierbar sind.“33 Beispiele für solch exogenen örungen/hocks sind neue Produktionstechnologien (Produktivitätsschocks), Änderungen von Verbraucherpräferenzen, durch reiks entstandene Lieferengpässe bei wichtigen Rohstoffen, Verschiebungen der relativen Preise (z.B. Ölpreisschocks) oder auch Kurswechsel in den Wirtschafts- und Lohnpolitiken der Europäischen Währungsunion.34 hocks können symmetrisch sein, d.h. eine Gruppe von Ländern gleichermaßen treffen (wie z.B. die Ölpreiskrise), oder auch einzelne Länder oder Regionen treffen (asymmetrischer hock) - mitunter verlaufen die Grenzen auch fließend, da asymmetrische hocks sich auf andere Länder (negativ) auswirken können.35 Auch bestehen Unterschiede in der Art der hocks: transitorische hocks (die durch gegenzyklische steuer- und/oder geldpolitische Maßnahmen abgefedert werden können) führen zur (zeitweiligen) Abweichung der Produktion von ihrem langfristigen Trend, permanente hocks hingegen führen zu dauerhaften Abweichungen vom Trend - auch hier können in der Praxis in einem hock sowohl permanente als auch transitorische Elemente vereint sein.36 Zur Beseitigung der örungen im zweiten Fall kann beispielsweise eine nkung der relativen Realeinkommen und Preise, langfristige Umstrukturierungen oder aber eine Abwanderung der Arbeitskräfte beitragen.37 Letztere Möglichkeit der hockabsorption sah Robert Mundell, dessen klassischer Ansatz im Folgenden dargestellt werden soll.

Auch Mundell ist sich der Problematik der „Optimalität“ bewusst und schreibt dazu auf 717: „The idea of optimality […] is complex and difficult to quantify precisely.“ (Mundell (1961), 717)

2.3. Das Kriterium von Mundell: Faktormobilität

2.3.1. Vorbemerkungen

Die traditionellen Ansätze zur Bestimmung optimaler Währungsräume begann mit dem grundlegenden38 Beitrag Robert Mundells „A Theory of Optimum Currency Areas“ aus dem Jahre 196139, der dafür 1999 den Nobelpreis für Ökonomie erhielt.40 Im Gegensatz zur Theorie des Wechselkurssystems, die keine Unterscheidung zwischen den einzelnen Volkswirtschaften trifft, sucht die Theorie der optimalen Währungsräume nach ökonomischen Kriterien zur Abgrenzung des Umfangs eines optimalen Währungsgebietes und analysiert, „[...] ob alternative Anpassungsmechanismen, die zur Wiederherstellung des Zahlungsbilanzungleichgewichtes unter Aufrechterhaltung von Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung bei fixiertem nominalen Wechselkurs und starren Nominallöhnen [...]“41 vorhanden sind. Die Frage, wie eine Volkswirtschaft aus einem „international disequilibrium system“42 zu führen sei, war schon vor Mundell Gegenstand der monetären Ökonomie.43 Der wohl wichtigste analytische hritt Mundell´s in seinen Arbeiten bestand nun darin, dass er zum ersten Mal die Frage, wann ein fester Wechselkurs für ein Währungsgebiet geeignet wäre, stellte, und dadurch den Begriff einer „regionalen Währung“ prägte, „[…] wobei er Regionen als Gebiete definiert, die durch ein hohes Ausmaß an Arbeitsmobilität im Inneren gekennzeichnet sind und zwischen denen (extern) Arbeitsimmobilität besteht.“44 Die Abgrenzung eines Währungsraumes erfolgt damit unabhängig vom Bestehen eines Nationalstaates, „[...] was zum damaligen Zeitpunkt als revolutionär angesehen werden muss.“45

Den traditionellen Ansätzen zur Bestimmung optimaler Währungsräume ist gemeinsam, dass sie alle aus dem keynesianischen Modellrahmen abgeleitet wurden, weshalb die klassischen Ansätze nur Aussagen bei gradueller oder vollständiger Lohn- und eventuell auch Preisinflexibilität treffen können.46 hwankungen der Gesamtnachfrage äußern sich dann nicht allein in Veränderungen des Preisniveaus sondern auch in Fluktuationen der Produktion.47 Die keynesianische Theorie geht zudem von Wirkungen der Geld- und Fiskalpolitik sowie einer Form der Erwartungshaltung aus, die nicht mehr der gängigen Auffassung der makroökonomischen Theorie entsprechen - im Mittelpunkt steht hierbei die Theorie der adaptiven Erwartungen.48 Die moderne Makroökonomie hingegen vertritt, vor allem mit Bezug auf Lucas,49 die Theorie rationaler Erwartungen, d.h. „[…] die Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen verhalten sich so, als ob sie das wahre Modell der Volkswirtschaft kennen würden, d.h. sie formulieren ihre Erwartungen nicht adaptiv oder aufgrund anderer mechanischer Prozesse.“50 Die Wechselkurspolitik kann zur Beseitigung allokativer Ungleichgewichte auf Arbeits- und Gütermärkten, die durch Nominallohn- und Preisinflexibilitäten entstehen, beitragen und wird als ein Instrument gesehen, das „externe Gleichgewicht“, d.h. die Beseitigung von Leistungsbilanzungleichgewichten (nach einem exogenen hock), wiederherzustellen. Mundell beginnt seinen Aufsatz mit obiger Problematik: „It is patiently obvious that periodic balance-of-payment crisis will remain an integral feature of the international economic system as long as fixed exchange rates and rigid wage and price levels prevent the terms of trade from fulfilling a natural role in the adjustment process.”51 Im Folgenden werden die klassischen Ansätze von Mundell (1961), McKinnon (1963), Kenen (1969) und Vaubel (1976/1978) vorgestellt, die nach Bedingungen suchen, die den Ausgleich bzw. die Anpassung einer Volkswirtschaft nach einer örung untersuchen - das optimale Währungsgebiet liegt vor, falls das jeweilige Kriterium erfüllt ist.52

2.3.2. Darstellung des Mundellschen Kriteriums

53 Mundell ging von zwei homogenen Gebieten54, Ost und West aus, die sich jeweils über die Grenzen der aaten, U und Kanada, erstrecken.55 Zwischen den aaten U und Kanada bestehen flexible Wechselkurse und jedes Land verfolgt eine eigenständige, souveräne Geldpolitik. Jede Region, Ost und West, produziert ein homogenes Gut, welches sowohl konsumiert als auch exportiert wird. Zwischen den Regionen herrscht Faktorimmobilität. In der Ausgangslage herrschen in beiden aaten Vollbeschäftigung und ein Zahlungsbilanzgleichgewicht.56 Dieses Gleichgewicht wird nun gestört (z.B. aufgrund von Präferenzverschiebungen der Konsumenten), da die Nachfrage nach Produkten der Ostregion zu Lasten von Produkten der Westregion (im gemeinsamen Gebiet) steigt. Unter obigen Voraussetzungen57 kommt es durch diesen asymmetrischen hock zu einem Preisanstieg bei Produkten der Ostregion und Preissenkungen bei Produkten der Westregion. Gleichzeitig führt der Kapazitätsabbau im Westen zu Unterbeschäftigung und in der Folge zu Leistungsbilanzdefiziten, wohingegen die Ostregion durch tendenziell steigende Preise, Beschäftigungsanstieg und Leistungsbilanzüberschuss gekennzeichnet ist. Aus dieser Konstellation ergibt sich nun die Fragestellung, unter welchen Bedingungen die aaten bei unterschiedlichen Währungsregimes zu einem neuen Gleichgewicht zurückkehren können. Wirtschaftspolitische Maßnahmen beider Länder führen in diesem Fall zu keiner Beseitigung des Ungleichgewichts. Versuchen die U (bzw. Kanada) beispielsweise durch expansive Geld- oder Fiskalpolitik die Arbeitslosigkeit im Westen zu senken, werden die Inflationstendenzen in der Ostregion verschärft. Umgekehrt verschärft sich bei Maßnahmen der Inflationsbekämpfung der Ostregion die Unterbeschäftigungssituation im Westen.58 „Thus, unemployment can be prevented in both countries, but only at the expense of unemployment; [...] both unemployment and inflation cannot be escaped.“59 Postuliert man also für beide Länder eine eigene Währungspolitik mit unabhängigen Notenbanken, so führen flexible Wechselkurse zwischen den U und Kanada in dieser tuation zu keinem Ausgleich, da die Nachfrageverschiebung nicht automatisch die Zahlungsbilanzen beider Länder betreffen würde und somit kein Anlass zu Wechselkursänderungen bestünde:60 „Offenbar lassen sich die regionalen Ungleichgewichte in beiden Ländern auch unter flexiblen Wechselkursen nicht simultan beseitigen.“61 Eine Lösung dieses wirtschaftspolitischen Dilemmas könnte nun darin bestehen, flexible Wechselkurse zwischen den Regionen einzuführen62: Hätten die Regionen Ost und West eigene Währungen mit flexiblen Wechselkursen, würde die Währung des Ostens (durch die Nachfrageverlagerung zugunsten der Produkte des Ostens) eine Aufwertung erfahren und die inflationäre Entwicklung dämpfen, die Währung des Westens würde abgewertet werden und dadurch eine Exportsteigerung und in der Folge eine Ausweitung der Beschäftigung erlauben. Im Falle fixer Wechselkurse zwischen den Regionen entfällt obiger Anpassungsmechanismus. Mundell hat nun erkannt, dass die Mobilität der Produktionsfaktoren, insbesondere der Arbeitskräfte63, bei Beibehaltung einer einheitlichen Währung die stabilisierende Funktion des Wechselkurses im Falle eines exogenen hocks übernehmen kann.64 Durch Abwanderung der Arbeitskräfte (bei genügend hoher Elastizität des Arbeitsangebotes) wird die Unterbeschäftigung im Westen beseitigt, wohingegen in der Ostregion den inflationären Tendenzen entgegengewirkt wird.65 Die Einkommenssteigerung im Westen (und ein entsprechender Einkommensrückgang im Osten) und die daraus resultierenden Nachfrage- und Importeffekte führen in der Folge zu einem Ausgleich der Leistungsbilanz zwischen den jeweiligen Regionen.66 Wählt man also Regionen statt Ländern, dann führt die Abwanderung der Arbeitskräfte von Ost nach West zu einem internen und externen Gleichgewicht für jede Region - der optimale Währungsraum ist nach Mundell auf Gebiete mit interner Arbeitsmobilität und externer Arbeitsimmobilität festgelegt: „ Today, if the case for flexible exchange rates is a strong one, it is, in logic, a case for flexible exchange rates based on regional currencies, not on national currencies. The optimum currency area is a region.“67 Alternativ könnte die Anpassung auch über flexible Löhne und Preise erfolgen: Eine nkung von Löhnen und Preisen im Osten würde (durch eine erhöhte Nachfrage nach Ostprodukten und die damit verbundene nkung der Arbeitslosigkeit) die Wettbewerbsposition verbessern und zu einem Ausgleich der Leistungsbilanzen führen.68 Neben ökonomischen Aspekten war sich Mundell jedoch auch der Bedeutung der Berücksichtigung politischer und nationaler Interessen bei der Ausgestaltung eines Währungsraumes bewusst: „A region is an economic unit while a currency domain is partly an expression of national sovereignty. Except in areas, where national sovereignty is being given up it is not feasible to suggest, that currencies should be reorganized; the validity of the argument for flexible exchange rates therefore hinges on the closeness with which nations correspond to regions.”69

2.3.3. Kritische Würdigung des Mundell´schen Ansatzes

Mundell´s Kriterium zur Abgrenzung optimaler Währungsräume erfuhr in der Literatur häufige Kritik: itovsky (1967) und Corden (1972) führen die Kosten auf, die mit der Wanderung des Faktors Arbeit auftreten: e seien zu hoch, als dass eine Wanderung in dem Maße stattfinden wird, die nötig wäre, um Leistungsbilanzdefizite zu beseitigen.70 spricht sich Maede (1957) bereits in den 50er Jahren gegen eine einheitliche europäische Währung aus.71 Außerdem sind die Arbeitskräfte nicht notwendigerweise homogen72, sondern weisen unterschiedliche Ausbildungsstandards, Altersstruktur und individuelle Fähigkeiten auf: Aufgrund unterschiedlicher rachen, Kulturen und Mentalitäten kann die Arbeitsmobilität nicht notwendigerweise den Wechselkurs substituieren73, obwohl sich Mundell dieser Problematik durchaus bewusst war: „[...] so that actual currency reorganization would be feasible only if it were accompanied by profound political changes“74. lbst wenn von ausreichender Mobilität der Arbeitskräfte ausgegangen werden kann, müssen Kosten der Migration, psychische Kosten der Anpassung an die neue Umgebung berücksichtigt werden.75 Besteht zwischen dem Faktor Arbeit eine endogene Abhängigkeit vom Wechselkursregime, könnte man kritisch sagen, dass keine logische Aussage nach Mundell´s Kriterium möglich ist, wenn ein solcher Zusammenhang besteht:76 Die Faktormobilität wäre somit erst ex post zu bestimmen77, „[...] wobei in der Praxis die ex ante Mobilität als adäquater Proxy für die ex post Mobilität gewertet wird.“78 Ferner weisen insbesondere die EU-Länder eine hohe Produktdiversifikation auf, so dass sie sich nur bedingt durch das Mundell´sche „one country - one sector“ Modell abbilden lassen.79 Auch kann Migration, die zu kurzfristigen abilisierungseffekten führt, langfristig zu ungleichgewichtigen Agglomerations- und Deindustrialisierungswirkungen führen:80 Wird die Annahme homogener Produktionsfaktoren aufgegeben, ist von einem „brain train“, einer Abwanderung hochqualifizierter Arbeitnehmer aus der Defizitregion auszugehen, was langfristig negativ auf die Faktorausstattung wirkt.81 Desweiteren ist zu klären, ob Nachfrageverschiebungen von Produkten eines Landes zu Erzeugnissen eines anderen Landes überhaupt von Bedeutung sind. schreibt De Grauwe für die europäische Union, dass asymmetrische örungen aufgrund des starken intraindustriellen Handels zwischen den europäischen Volkswirtschaften eher unwahrscheinlich sind, da die Länder gleiche Produktkategorien im- bzw. exportieren: „ [...] thus, France sells cars to and buys cars from Germany. And so does Germany. This structure of trade leads to a situation, where most demand shocks will affect these countries in a similar way.”82 Weiterhin ist die Prämisse, dass die Arbeitnehmer der Geldillusion83 unterliegen, von zentraler Bedeutung in Mundell´s Modell: Je weniger die Arbeitnehmer dieser unterliegen, umso schneller werden sie höhere Löhne fordern, um den konkurrenzsteigernden Effekt der Abwertung abzuschwächen - der Wechselkurs würde also im Falle einer fehlenden Geldillusion und sofortigen Tarifverhandlungen als Anpassungsinstrument wirkungslos werden.84 All diese Kritikpunkte führen zu einer sehr vorsichtigen Einschätzung des Mundell´schen Kriteriums: „Thus, it seems plain, without a length discussion, that labor mobility is an inadequate substitute for more conventional payments adjustment instruments - demand management and exchange rate variation.“85

2.4. Der Ansatz von McKinnon: Offenheit der Volkswirtschaft

86 McKinnon (1963) legt in einem weiteren frühen Beitrag zur Theorie optimaler Währungsräume seinen Analyseschwerpunkt auf die Gütermärkte.87 Er analysiert den Einfluss der „Offenheit“ einer Volkswirtschaft, definiert als Quotient zwischen handelbaren Gütern und den dort produzierten nicht-handelbaren Gütern.88 McKinnon unterscheidet handelbare („tradables“) und nicht-handelbare („non-tradables“) Güter: „Exportgüter werden dementsprechend im Inland produziert und zumindest teilweise exportiert, während Importgüter sowohl importiert als auch im Inland hergestellt werden.“89 McKinnon unterscheidet in seiner Analyse zwei Fälle: Im ersten Fall steht dem „kleinen Inland“ ein „sehr großes Ausland“ gegenüber90 - das kleine Land verhält sich als Mengenanpasser91. Im zweiten Fall betrachtet McKinnon eine relativ geschlossene Volkswirtschaft, in der das Verhältnis von „tradables“ zu „non-tradables“ sehr gering ist.92

2.4.1. Der Fall der kleinen, offenen Volkswirtschaft

93 Im Ausgangspunkt der Analyse im ersten Fall herrscht wiederum ein Zahlungsbilanzgleichgewicht, das durch einen exogenen hock gestört wird: Die Inländer fragen vermehrt handelsfähige Güter nach.94 Das dadurch entstehende Zahlungsbilanzdefizit soll durch Abwertung der Inlandswährung beseitigt werden, was die Preise der handelbaren Güter im Inland (die mit dem Wechselkurs steigen und fallen) steigen lässt - die Preise der nicht-handelbaren Güter bleiben konstant.95 Ausschlaggebend für das Ausmaß der Preiserhöhungen sind, entsprechend der Amoroso-Robinson- Bedingung, die gegebenen Elastizitäten der Export- und Importnachfrage bzw. des Export- und Importangebots. Im Falle des kleinen, offenen Landes ist von hohen Elastizitäten der ausländischen Exportnachfrage und des ausländischen Importangebots auszugehen sowie von niedrigen Elastizitäten der inländischen Importnachfrage und des inländischen Exportangebots.96 Durch den Preisanstieg der handelbaren Güter (proportional zur Abwertung) erfolgen Anreize zum „expenditure-switching“ bei den inländischen Konsumenten:97 Auf der Angebotsseite hin zu handelbaren Gütern, während die Nachfrage nach nicht-handelbaren Gütern (aufgrund des relativ geringeren Preises) steigt. Gleichzeitig erfolgen Anreize zum „production-switching“ bei den Produzenten hin zu handelbaren Gütern. Im Ergebnis kommt es durch obige bstitutionseffekte zu einer Verbesserung der Leistungsbilanz98, wohingegen eventuelle kundäreffekte (wie z.B. preisinduzierte Kostensteigerungen bei Vorprodukten) wieder zu einer Verschlechterung führen können.99 Allerdings steigen aufgrund der erhöhten Nachfrage auch die Preise der nicht-handelbaren Güter und das Ziel der Preisniveaustabilität wird verletzt: „From Case 1, it is clear that external exchange-rate fluctuations, [...] are not compatible with internal price-level-stability for a highly open economy.“100 Auch in McKinnon´s Modell ist die Annahme der bei den Inländern herrschenden Geldillusion gegenüber Importpreissteigerungen von zentraler Bedeutung:101 Die Orientierung der Konsumenten an realen statt nominalen Größen verhindert eine nachhaltige Verringerung der inländischen Absorption102, da mit zunehmendem Öffnungsgrad der Grad der Geldillusion sinkt.103 Die preisnehmende, kleine, offene Volkswirtschaft kann somit, wenn sie bei Vollbeschäftigung produziert, nur über eine verringerte Absorption, unterstützt durch restriktive Geld- und Fiskalpolitik Preisniveaustabilität erreichen:104 „[...] Eine restriktive Wirtschaftspolitik kann direkt die reale Absorption im Inland beschneiden, wodurch einmal die Importnachfrage zurückgeht und andererseits ein Teil der heimischen Produktionskapazitäten für den Export freigesetzt wird.“105 Zusammenfassend beeinflusst ein stem flexibler Wechselkurse bei zunehmendem Öffnungsgrad der Volkswirtschaft sowohl das externe Gleichgewicht als auch das Ziel der internen Preisniveaustabilität. In kleinen, offenen Volkswirtschaften können Wechselkursänderungen langfristig keine Wettbewerbsvorteile generieren, so dass feste Wechselkurse in dieser tuation vorzuziehen wären, „ [...] denn eine Nachfrageverlagerung könnte dann mit Hilfe einer restriktiven Geld- und Fiskalpolitik ohne Auswirkung auf das Inlandspreisniveau eine Verbesserung der Handelsbilanz etablieren.“106

2.4.2. Anpassung in der großen, geschlossenen Volkswirtschaft

107 Im zweiten Teil seiner Analyse untersucht McKinnon eine große, geschlossene Volkswirtschaft, wobei er „Größe“ definiert durch einen geringen Anteil handelbarer Güter an der Gesamtproduktion. Nun hat (z.B. infolge von Präferenzverschiebungen der Konsumenten in Richtung von „Weltprodukten“) eine Abwertung der Währung geringere Einflüsse auf das heimische Preisniveau. Der Preisanstieg der Welthandelsgüter bewirkt eine Nachfrageerhöhung der inländischen Konsumenten nach Binnengütern, andererseits wird die Produktion von Exportgütern angeregt. Dies führt wiederum zu einer Verbesserung der Handelsbilanzsaldos. Restriktive geld- und fiskalpolitische Maßnahmen zur Verringerung der inländischen Absorption würden nicht nur einen vergleichsweise großen Rückgang des Einkommens im Inland erfordern, sondern auch das Ziel der Vollbeschäftigung negativ (bei Annahme rigider Löhne und aufgrund des dominierenden ktors der nicht-handelbaren Güter) beeinflussen: „Effectively, we would have permitted the tail (tradable goods) to wag the dog (non-tradable goods) in pursuing restrictive monetary and fiscal policies, with fixed echange rates to improve the trade balance, for a small proportion of tradable goods.“108

Mit zunehmendem Offenheitsgrad einer Volkswirtschaft sinkt somit die Fähigkeit flexibler Wechselkurse, ein internes und außenwirtschaftliches Gleichgewicht wiederherzustellen. Geht man von einem zunehmendenden Offenheitsgrad einer Volkswirtschaft mit ihrer Größe aus, so erscheint für kleine Volkswirtschaften eine Währungsunion mit dem „großen“ Ausland sinnvoll.109

2.4.3. Kritische Würdigung des McKinnon´schen Ansatzes

McKinnon geht in seinem Modell von Prämissen aus, die fragwürdig erscheinen - gelten diese nicht, sind hlussfolgerungen aus seinem Modellrahmen nicht mehr möglich. berücksichtigt er, wie Mundell, in seiner Analyse lediglich mikroökonomische örungen. Nach Corden sind bei makroökonomischen örungen auf jeden Fall flexible Wechselkurse zur Beseitigung von Ungleichgewichten nötig.110 Ein weiterer Kritikpunkt an McKinnon´s Kriterium zur Abgrenzung eines optimalen Währungsraumes richtet sich an die Anfälligkeiten kleiner, offener Volkswirtschaften mit flexiblen Wechselkursen, bei externen hocks.111 Flexible Wechselkurse können als „shock-absorber“ dienen.112 Flassbeck kritisiert die Fähigkeit des Wechselkursinstrumentes Leistungsbilanzdefizite in großen Ländern zu beseitigen.113 Desweiteren vernachlässigt McKinnon, dass ein stem fester Wechselkurse nur vorteilhaft ist, wenn im Partnerwährungsland Preisniveaustabilität herrscht - herrschen im Leitwährungsland Inflationstendenzen, so könnten sich McKinnon´s hlussfolgerungen völlig umdrehen: „Vorteile, die fixierte Wechselkurse im Rahmen einer Währungsunion für ein sehr kleines, offenes Wirtschaftsgebiet bei der Absorption mikroökonomischer örungen bieten können, verwandeln sich dann in Nachteile, wenn die übrigen mit ihm verbundenen Wirtschaftsgebiete im makroökonomischen Bereich weniger stabil sind.“114 Auch die Trennung der Güter in handelsfähige und nicht-handelsfähige ist fragwürdig,115 wobei schon McKinnon auf diese Ungenauigkeit hinweist: „The sharp distinction between tradable and non-tradable goods makes the above model analytically much easier to work with; but in practice there is a continuum of goods between the tradable and non-tradable extremes.”116 Werden Güter temporär nicht gehandelt, weist dies nach lin nicht automatisch darauf hin, dass ein Binnengut vorliegt:117 „lbst im Falle eines Gebäudes sind die einzelnen Bestandteile handelbar, so dass es falsch wäre die Baubranche insgesamt als Binnengut zu klassifizieren.“118 Bei einer Währungsabwertung würden die zunächst nicht-handelbaren Güter wieder exportierfähig, woraus wiederum eine Verbesserung der Handelsbilanz resultieren würde. Komplikationen können sich ergeben, wenn man die Prämisse konstanter Weltmarktpreise nicht aufrechterhält - hierzu McKinnon in einem späteren Beitrag selbstkritisch: „In addition, the idea of openless would have to be modified when the area was large enough to affect external prices.“119 Wegen der rigorosen Annahmen erweist sich die Operationalisierbarkeit des McKinnon´schen Kriteriums als schwierig, da es an Grenzwerten fehlt, ab welchem Öffnungsgrad sich ein Land einer Währungsunion anschließen sollte.120 Aus seinen Überlegungen geht jedoch die Bedeutung der Wechselkursanbindung für die Haushaltsdisziplin einer kleinen, offenen Volkswirtschaft hervor: „The case for the openness criterion may be strengthened if small open countries tend to be financially „undisciplined“, in which case the self-imposition of fixed exchange rates is supposed to lead to sounder economic management.“121

2.5. Der Ansatz von Kenen: Diversifikation

2.5.1. Darstellung des Konzeptes

Aufbauend auf den Ansätzen von Mundell und McKinnon legte Kenen ein weiteres Konzept zur Abgrenzung optimaler Währungsräume vor.122 Er definiert den Diversifikationsgrad von Produktions- bzw. Exportstruktur einer Volkswirtschaft als Abgrenzungskriterium. Nach Kenen reagieren breit diversifizierte Länder unempfindlicher auf mikroökonomische örungen als weniger diversifizierte Regionen.123 illustrieren z.B. erdölexportierende aaten oder Entwicklungsländer, die überwiegend agrarische Produkte exportieren124, deren Produktionsstruktur i.A. weniger diversifiziert ist und die somit zur Kompensation externer hocks auf das Wechselkursinstrument eher angewiesen sind als breit diversifizierte Industriestaaten, seine These.125 Kenen stützt seine These durch die Analyse der Auswirkungen des unterstellten Nachfragerückgangs auf die Beschäftigung, was Parallelen zur Mundell´schen Argumentation aufweist:126 Länder, deren Produktpalette breiter diversifiziert ist als bei anderen, unterliegen bei Nachfrageschocks geringeren Terms-of-Trade-Veränderungen.127 Eine diversifizierte Volkswirtschaft verfügt über einen besseren Absorptionsmechanismus, da die in einem ktor freigesetzten Arbeitskräfte von anderen ktoren eher absorbiert werden können, als dies in einer gering diversifizierten Volkswirtschaft der Fall wäre.128 Tritt beispielsweise129 in einer stark diversifizierten Volkswirtschaft eine Nachfrageänderung von Chemikalien hin zu Maschinenbauteilen ein, so werden ausländische Wirtschaftssubjekte mehr Maschinenbauteile nachfragen, was den Inflationsdruck im Inland erhöht, wohingegen es im Chemiesektor zu einem Beschäftigungseinbruch kommt. Allerdings sollte die Arbeitslosigkeit im Chemiesektor die wirtschaftspolitischen Akteure vor keine allzu großen Herausforderungen stellen, denn: „Bei genügend hoher intersektoraler Arbeitsmobilität kann ein baldiger Abbau der Arbeitslosigkeit erwartet werden, so dass im Extremfall als Folge der exogenen örungen alleine eine - zeitlich begrenzte - friktionelle Arbeitslosigkeit auftreten wird.“130 Die hoch diversifizierte Volkswirtschaft kann also eher auf das Anpassungsinstrument Wechselkurs verzichten, in der gering diversifizierten Ökonomie ist „[...] ein flexibler Wechselkurs die bessere währungspolitische Lösung, um abilität und einen hohen Beschäftigungsstand zu sichern.“131

Kenen fasst seine Überlegungen wie folgt zusammen:

„1. [...] a well-diversified national economy will not have to undergo changes in its terms of trade as often as a single-product national economy.
2. […] when, in fact, it does confront a drop in the demand for its principal exports, unemployment will not rise as sharply as it would in a less-diversified national economy.
3. […] the links between external and domestic demand, especially the link between exports and investment, will be weaker in diversified national economies, so that variations in domestic employment “imported” from abroad will not be greatly aggravated by corresponding variations in capital formation.”132

2.5.2. Kritische Würdigung des Kenen´schen Ansatzes

Kritikpunkte an Kenen´s Ansatz zur Abgrenzung eines optimalen Währungsraumes richten sich in der Literatur v.a. auf folgende Aspekte: Zum einen geht er von einer unendlich hohen Elastizität des Arbeitsangebots hinsichtlich des Nominallohnes aus, andererseits unterstellt er einen Anstieg des internationalen Preises der Importgüter und des Nominallohnes im selben Ausmaß.133 Bei Aufgabe der einschränkenden Prämissen sind somit formale Beweise seiner Analyse nicht mehr möglich. Berücksichtigt man die Größe der betrachteten Volkswirtschaft, stehen Kenen´s hlussfolgerungen im Widerspruch zu McKinnons Ergebnissen: Nach Kenen ist die Voraussetzung für feste Wechselkurse gegeben, wenn man davon ausgeht, dass „große“ Länder einen höheren Diversifikationsgrad aufweisen als „kleine“ Volkswirtschaften; unterstellt man, dass „große“ Volkswirtschaften einen geringeren Offenheitsgrad als kleine aufweisen, sind beide Ansätze nicht kompatibel.134 Elborgh-Woytek (1998) kritisiert, dass sich Kenen´s Kriterium bei Berücksichtigung des sektoralen Aspekts der Mobilität von Arbeitskräften als ezialfall des Mundell´schen Kriteriums herausstellt: können „[...] im Extremfall einer perfekten intersektoralen Immobilität [...] Regionen mit nicht-diversifizierten Produktions- und Exportstrukturen entstehen.“135 Zum einen wird bei Kenen die Besonderheit des Kriteriums „Diversifikation“ gegenüber der Mobilität hervorgehoben, zum anderen betont Kenen explizit die Bedeutung der Diversifikation für die Faktormobilität.136 Auch in der weiteren Diskussion über Kenen´s Kriterium wird auf die Interdependenz der Faktormobilität und der Diversifikation hingewiesen.137 Berücksichtigt man, dass normalerweise die intrasektorale Mobilität über der intersektoralen Mobilität der Arbeitskräfte liegt, bleibt die nthese zwischen Faktormobilität und Diversifikation widersprüchlich. Nach Rühl ist eine hohe intersektorale Mobilität v.a. zwischen branchenverwandten Produktionseinheiten zu vermuten, so dass von ähnlichen Anfälligkeiten gegenüber externen hocks auszugehen ist.138 mit ist davon auszugehen, dass sich Nachfrageschocks innerhalb eines ktors auf den gesamten ktor auswirken, wohingegen die Anbieter anderer Güter nicht tangiert werden: „Kenen setzt implizit voraus, dass der von ihm postulierte Nachfragerückgang nicht konjunkturell bedingt ist.“139

2.6. Der Ansatz von Vaubel: Variabilität der realen Wechselkurse

Aufgrund der Vielzahl der Kriterien zur Theorie optimaler Währungsräume, die im Zeitablauf entwickelt wurden, ergab sich das Problem einer geeigneten Gewichtung, um zu einer Aussage über die Optimalität zu gelangen.140 Dies erscheint einigen Autoren nicht möglich. schreiben Tower und Willett: „[...] there is no general agreement on the importance of these factors (which influence the ease of adjusting to imbalances), nor is the list considered here necessarily exhaustive. It cannot be said, that we have a unified theory of optimum currency areas. [...] the goal of such a unified theory is probably illusionary.“141 Auch Pelkmans schließt sich dieser chtweise an: „Economists have come to realise, that it is rather fruitless to lump a large variety of often conflicting arguments together in a super- theory of currency areas.”142 Für Vaubel ist die Volatilität des realen Wechselkurses ein umfassendes Kriterium zur Abgrenzung von optimalen Währungsräumen, welches sämtliche traditionellen Kriterien „automatisch“ erfasst: Mit steigender Diversifikation des Außenhandels (Kenen-Kriterium) sowie steigender Faktormobilität (Mundell-Kriterium) nehmen reale Wechselkursschwankungen ab, wohingegen mit zunehmendem Öffnungsgrad (McKinnon-Kriterium) abnehmende hwankungen des realen Wechselkurses zu erwarten sind.143 Demzufolge bedeuten stabile reale Wechselkurse, dass in der Vergangenheit zwischen den betrachteten Volkswirtschaften keine längerfristigen Über- oder Unterbewertungen vorgelegen haben, woraus auf relativ homogene ökonomische Fundamentalfaktoren in den Volkswirtschaften geschlossen werden kann, was die Voraussetzungen für eine Währungsunion begünstigt144 - nach Vaubel ist der optimale Währungsraum durch stabile reale Wechselkurse gekennzeichnet.145 Nach Bofinger ist die Instabilität realer Wechselkurse allerdings kein geeigneter Indikator für eine Analyse der Optimalität der Europäischen Währungsunion, so dass im empirischen Teil dieser Arbeit von einer Analyse der realen Wechselkursschwankungen abgesehen wird, da diese für die Europäische Währungsunion als nicht aussagekräftig genug eingeschätzt werden:146 „Ein ganz offensichtliches Defizit besteht allerdings darin, dass eine Währung mit starken realen Wechselkursveränderungen in der Vergangenheit nicht notwendigerweise ähnlich großen hwankungen in der Zukunft ausgesetzt sein muss - und vice versa. [...] Aus den genannten Gründen ist es also nicht angemessen, die Entscheidung über eine Europäische Währungsunion vom Indikator der realen Wechselkurse abhängig zu machen.“147 Auch Bayoumi/Eichengreen unterstützen Bofingers Argumentation: Die Autoren zeigen in einer Regressionsanalyse, dass hohe reale Wechselkursschwankungen zwischen den europäischen Ländern nicht ausschließlich auf obige Anpassungsmechanismen zurückzuführen sind, sondern auch durch z.B. politische Faktoren mitbeeinflusst werden.148

3. Makroökonomische Aspekte der Theorie optimaler Währungsräume

3.1. Vorbemerkungen

Die traditionellen mikroökonomischen Ansätze zur optimalen Abgrenzung eines Währungsgebiets fokussieren vor allem auf die Kosten der Zahlungsbilanzanpassung bei fixierten Wechselkursen, stellen jedoch kein geschlossenes, theoretisches Modell dar.149 Die

Einzelkriterien stehen isoliert voneinander, sind untereinander teils widersprüchlich und nur wenig operational; als problematisch anzusehen ist auch, dass die Vorzüge einer gemeinsamen Währung zu wenig Beachtung finden - es werden nur diejenigen Kosten quantifiziert, die im Rahmen des Verlusts des Wechselkurses als abilisierungsinstrument anfallen.150

Im Gegensatz zu den klassischen Ansätzen werden in den „neueren“ Ansätzen151, die vor allem in den 80er und 90er Jahren vor dem Hintergrund der Vorbereitung zur EWU entwickelt wurden152, makroökonomische und monetäre Erklärungsgrößen sowie Kosten- Nutzen-Analysen verwendet, die vermehrt dynamische Elemente in die Diskussion miteinbringen.153 Jüngste Ansätze in der Theorie optimaler Währungsräume beziehen sich auf die Endogenität einer Währungsunion, nachdem sich die Entwicklung der OCA- Kriterien ex-post einstellen kann, selbst wenn ex-ante keine Optimalität vorlag. Nach der „neuen“ Theorie werden nicht nur die Kosten der Aufgabe des Wechselkursinstrumentes betrachtet, vielmehr muss jedes potentielle Beitrittsland einer Währungsunion die Kosten und Nutzen seines Beitritts selbst abwägen, so für die betrachtete Volkswirtschaft daraus ein Nettonutzen resultiert.154 Nicht in jedem Fall verläuft die Trennung zwischen „Klassik“ und

„Moderne“ eindeutig, was eine Kategorisierung der Kriterien erschwert und wodurch das Konzept Teile seiner ursprünglichen Prägnanz verliert.155

3.2. Kapitalmobilität

Das von itovsky (1967)156 zur Abgrenzung optimaler Währungsräume entwickelte Kriterium der Kapitalmobilität steht in engem Zusammenhang zum Mundell´schen Kriterium der Arbeitsmobilität.157 An die elle der Mobilität der Arbeitskräfte, die für einen Leistungsbilanzausgleich sorgen (könnten), tritt in diesem Ansatz das Kapital, so dass der Leistungsbilanzausgleich über die Kapitalbilanz kompensiert wird. Wählt man als Abgrenzungskriterium die Faktorbezogenheit, so müsste dieser Ansatz eigentlich (auch wegen der frühen Veröffentlichung 1967) unter die klassischen Theorien einzuordnen sein, üblicherweise wird er jedoch der moderneren Theorie zugeordnet.158

3.2.1. Darstellung des Konzeptes

159 Auch itovsky analysiert, wie die klassischen Autoren, Anpassungsmechanismen zum Ausgleich von Leistungsbilanzunterschieden zwischen Regionen.160 Er erkennt die ausgleichende Funktion der Arbeitsmobilität nach einem exogenen hock an, hält den Ausgleichsmechanismus jedoch besonders in der kurzen Frist für überschätzt.161 Um nach einer exogenen örung (unter der Voraussetzung eines uneingeschränkten internationalen Kapitalverkehrs) für einen Ausgleich sorgen zu können, könnte in Mundells 2-Regionen- Modell beispielsweise die Defizitregion des Westens an den Osten Wertpapiere emittieren, was zu einer Erhöhung des Realzinsniveaus (aufgrund der kurzfristig das Wertpapierangebot die Nachfrage übersteigt, woraus geringere Kurse resultieren) im Osten führen würde.162 Die Wirtschaftssubjekte sehen sich nun aufgrund der entstandenen Zinsdifferenz veranlasst, Kapital im Osten (zu höheren Zinsen) anzulegen, was zu einem Ausgleich der Zahlungsbilanz führt.163 mit können sich die Wirtschaftspolitiken der Regionen auf Erreichung ihrer internen Ziele konzentrieren und es bedarf bei hoher internationaler Kapitalmobilität (kurzfristig) keiner flexiblen Wechselkurse, um Leistungsbilanzsalden zu korrigieren, da kleine Zinsdifferenzen zwischen Ländern (im Unterschied zu fehlenden Zinsdifferenzen zwischen Regionen eines Landes) ausländisches Kapital anziehen:164 „The much greater proportion of assets transferable and usable as reserves in interregional than in international economic relations explains much of the contrast between the painless ease of the one and the painful difficulty of the other. [...] Equilibrating capital flows among regions of the same country are probable the main reason why one never hears of balance-of-payments difficulties in interregional relations.”165 Demnach wird eine hohe Integration der Finanzmärkte bzw. eine hohe Kapitalmobilität als Optimalitätskriterium erwogen.166

3.2.2. Kritische Anmerkungen

Gegen die Abgrenzung von optimalen Währungsräumen bezüglich der Mobilität des Portfoliokapitals wenden Tower/Willett ein, „[...] this mechanism serves primarily to finance rather than to correct or adjust a payment imbalance.“167 Demnach dient der Mechanismus lediglich der Finanzierung, nicht der Korrektur der Zahlungsbilanz, so dass ungewiss bleibt, ob „[...] insgesamt die anfallenden Kosten der Zahlungsbilanzkorrektur auf diese Weise vermindert werden können.“168 Ingram bemerkt, dass durch kurzfristige Kreditfinanzierung eine Vergrößerung des Produktionspotentials in der Defizitregion zur Folge haben kann (wodurch z.B. Investitionen getätigt werden können),169 wodurch eine Konvergenz von Ausgaben und Einnahmen der Defizitregion über eine Erhöhung des Volkseinkommens und nicht durch Verringerung der Ausgaben erfolgt.170 Auch haben internationale Zahlungsströme nur dann eine kompensierende Wirkung, „[...] wenn sie durch Preissignale oder individuelle Vermögenskalküle ausgelöst werden.“171 Eine Verstärkung des Ungleichgewichts ist jedoch zu erwarten, wenn die Kapitalströme vor dem Hintergrund erwarteter bzw. tatsächlicher Änderungen der makroökonomischen (oder politischen) Rahmenbedingungen stattfinden,172 weswegen das Konzept der Kapitalmobilität als Abgrenzungskriterium als „janusköpfig“173 zu bezeichnen ist, da es je nach Konstellation zu gegenläufigen Effekten führt.174 Die potentiell negativen Effekte völliger Kapitalmobilität auf die Autonomie der Geldpolitik werden völlig vernachlässigt.175 Masson und Taylor fordern eine Differenzierung zwischen Finanzkapital und Anlagegütern: „Mobility of physical capital is typically higher within than between countries, for a number of reasons: absence of exchange-rate risk, uniformity of tax codes, similarity of regulations, common national characteristics (language, political goals, etc.).“176 Langfristige Kapitalbewegungen in Form von Direktinvestitionen erhöhen demnach das zukünftige Produktionspotential und beseitigen die Ursachen des Ungleichgewichts.177 Nach Neubert stellt das Kriterium der Kapitalmobilität zwar eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für die Abgrenzung eines optimalen Währungsraumes dar.178 In der folgenden Diskussion wurde das Kriterium der Kapitalmobilität zur Abgrenzung von optimalen Währungsräumen erweitert und auf die Bedeutung der Integration von Finanz- und Gütermärkten verwiesen179, da diese „[...] wesentlichen Einfluss auf die Investitionsbereitschaft nehmen und erst deren günstige Konstellation internationalen Kapitalbewegungen den Weg ebnet und somit zum Ausgleich der Zahlungsbilanz beiträgt.“180

3.3. Die Ähnlichkeit der Inflationsraten

3.3.1. Darstellung des Konzeptes

Der Grundgedanke des Konzepts der Gleichheit der Inflationsraten zur Abgrenzung von optimalen Währungsräumen, das von Fleming181, Haberler und Magnifico entwickelt wurde182, besteht in der Überlegung, dass sich einerseits bei Ländern mit übereinstimmenden Präferenzen bezüglich der Inflationsrate183 das Preisniveau im Zeitablauf angleicht, was die Durchführung der Geldpolitik im einheitlichen Währungsgebiet erleichtert.184 Demnach können feste Wechselkurse zwischen Gebieten auf Dauer nur bestehen, wenn ähnliche Inflationsraten bzw. -tendenzen vorliegen. Länder mit überdurchschnittlichen Inflationsraten in einer Währungsunion müssen bei flexiblen Wechselkursen eine (entsprechend der Kaufkraftparitäten- und Zinsparitätentheorie) nicht hinnehmbare Abwertung vornehmen, die den Bestand der Währungsunion gefährden könnte.185 Bei festen Wechselkursen bedingt die Abwertung ein Leistungsbilanzdefizit, das über Reduzierung von Devisenreserven ausgeglichen werden muss, was langfristig nicht tragbar erscheint.186 Umgekehrt stellt sich im Falle einer im Inland geringen Inflationsrate das Problem eines Inflationsimportes (durch die Übertragung inflationärer Tendenzen der Partnerländer im einheitlichen Währungsraum), was das inländische Preisniveau gefährden kann.187 Als „optimal“ wäre demnach eine Währungsunion einzustufen, deren Mitglieder eine ähnliche bzw. gleichgerichtete Inflationsentwicklung aufweisen, wohingegen den Ursachen der Inflationsdifferenzen in diesem Konzept keine Bedeutung zugemessen wird.188

3.3.2. Kritische Anmerkungen

Presley und Dennis führen kritisch an, dass gleiche bzw. ähnliche Inflationsraten nicht notwendigerweise ausgeglichene Leistungsbilanzen nach sich ziehen: beeinflusst nicht nur die Preisentwicklung den Ex- bzw. Importwert, sondern auch die nachgefragte Menge.189 Im Falle einer Währungsunion wirken sowohl Preisunterschiede als auch abweichende Elastizitäten auf die Leistungsbilanzentwicklung,190 was zu Leistungsbilanzsalden führen kann, die Wechselkursänderungen erforderlich lassen werden, was wiederum eine Währungsvereinheitlichung erschwert.191 Weiterhin wendet Willms bezüglich der Problematik divergierender Inflationsraten anhand des Philipps-Kurven-trade- offs unter der Prämisse der relativen Kaufkraftparität ein, dass „[...] die Auswirkung abweichender Inflationserwartungen und die daraus resultierenden internationalen Kapitalströme auf die Veränderung des Wechselkurses unberücksichtigt bleibt.“192 Daraus können sich Abweichungen zwischen tatsächlichem Wechselkurs und dem Wechselkurs gemäß der Kaufkraftparität ergeben, weshalb es selbst bei gleichen Inflationsraten zu Wechselkursänderungen kommt.193 Da bereits in diesem frühen Ansatz Kosten und Nutzen einer Währungsunion thematisiert wurden, war das Konzept der Ähnlichkeit der Inflationsraten insbesondere beim Aspekt der Erwartungsbildung zukunftsweisend: wurden daraus Aspekte der ignorage sowie die Glaubwürdigkeit194 von Währungsunionen und die damit verbundene Problematik der potentiellen Zeitinkonsistenz in die Debatte miteingebracht.195 sind nach De Grauwe niedrige Inflationsraten in der Vergangenheit nicht Voraussetzung, sondern vielmehr das Ergebnis einer glaubwürdigen und stabilen Geldpolitik.196 Auch Mongelli schließt sich dieser chtweise an: „In summary, similarities of inflation rates could be a feasible outcome from participating in a monetary union but is not a necessary precondition.“197

3.4. Koordination der Fiskal-, euer- und Wirtschaftspolitik

Die Diskussion über die Ähnlichkeit der Inflationsraten steht in engem Zusammenhang mit der Konvergenz wirtschaftspolitischer rategien, insbesondere der Fiskal- und euerpolitik.198 Bereits Haberler betont, dass eine Koordination der Geld-, Fiskal- und Einkommenspolitik Ungleichgewichte reduzieren kann und bemerkt „[...] dass zwischen zwei Regionen eines Landes seltener Zahlungsbilanzungleichgewichte auftreten, als dies zwischen zwei Ländern der Fall ist.“199 Haberler sieht den Grund in der vereinheitlichten Geld- und Fiskalpolitik der Regionen einer Volkswirtschaft, wohingegen diese zwischen zwei Ländern oft divergiert.200 Auch andere Verfasser betonen die Koordination der Fiskalpolitik als Bedingung für die Tragfähigkeit einer Währungsunion: „me collective control or influence over the rate of creation of government debt [...] would be a necessary postrequisite for the maintenance of a currency area.“201 Gegenüber der ursprünglichen tuation unabhängiger Nationalstaaten kann sich in einer Währungsunion die Bereitschaft zu höheren fiskalischen Defiziten ergeben, „[…] die durch ein potentielles “bail-out” durch die Gemeinschaft und die damit verbundene moral-hazard-Problematik verstärkt wird.”202 Eine übermäßige Verschuldung einzelner Mitgliedsstaaten in der Währungsunion birgt die Gefahr eines Zinsanstieges für alle Mitgliedsstaaten durch ein „crowding-out“ und führt in der Folge zu geringeren Wachstumsraten.203 Aus dieser Problematik resultiert die Notwendigkeit einer Koordination der Geld- und Fiskalpolitik in einer Währungsunion, was in der Literatur unter dem ichwort „parallel unification“ diskutiert wird:204 „The basic rationale for policy coordination is that national policy actions have non-trivial „spillover“ effects on other countries [...]: (i) macroeconomic spillovers associated with stabilization policy, and (ii) externalities related to budget discipline and credibility of monetary policy. The latter externalities imply a persistent bias in the direction of excessive deficits. In contrast, externalities related to stabilization policies in the face of shocks will depend on the sign of the shock.”205 Entscheidend für die Tragfähigkeit bzw. Optimalität der Währungsunion ist neben der absoluten Höhe eventueller Defizite auch der Transfermechanismus (fiskalischer Ausgleich) innerhalb der Union, was in der Literatur uneinig diskutiert wird: Einerseits wird er als notwendige Bedingung verstanden206, zum anderen hängt die Bedeutung von Transferzahlungen davon ab, inwieweit andere Kriterien optimaler Währungsräume verletzt werden.207 Falls in einer Währungsunion unterschiedliche euersätze vorliegen und die Arbeitsmobilität der Arbeitskräfte hoch ist, besteht die Gefahr einer Abwanderung der Arbeitskräfte aus unterdurchschnittlichen euerregionen, was eine Harmonisierung der euerpolitik notwendig macht.208 Gegen die Notwendigkeit einer Koordinierung der Fiskalpolitik in einer Währungsunion spricht jedoch, dass der Verlust geld- und währungspolitischer Freiheitsgrade durch die Währungsunion gerade eine nationale fiskalpolitische Autonomie erforderlich macht, um bei exogenen hocks ein adäquates Anpassungsinstrument zur Hand zu haben.209

3.5. Gleichgerichtete konjunkturelle Entwicklung und hocksymmetrie

Magnifico nennt als weiteres Kriterium des optimalen Währungsraumes eine gleichgerichtete Konjunktur.210 Verlaufen die Konjunkturzyklen der Mitgliedsländer einer Währungsunion diametral bzw. mit zeitlicher Verschiebung, kann sich die Notwendigkeit einer veränderten Wechselkursparität ergeben, um variierende Aktiv- oder Passivsalden der Leistungsbilanz auszugleichen.211 Dies würde jedoch den Funktionsbedingungen einer Währungsunion widersprechen. „Der internationale Konjunkturverbund kann demnach als ein Kriterium zur Abgrenzung funktionsfähiger Wirtschaftsräume betrachtet werden.“212 Artverwandt mit diesem Kriterium ist auch das von Alesina/Grilli und De Grauwe/Vanhaverbeke entwickelte Kriterium zur Abgrenzung eines optimalen Währungsraumes:213 Demnach erscheint die Errichtung einer Währungsunion umso tragfähiger, je geringer die Differenzen zwischen den gesamtwirtschaftlichen Wachstumsraten ausfallen.214 Als „catch-all or `meta` property“ bezeichnet Mongelli ein weiteres Kriterium zur Abgrenzung eines optimalen Währungsraumes, dem insbesondere in der neueren Theorie zu optimalen Währungsräumen durch seine Funktion als Kosten- und Nutzendeterminant bei eventuellen Ausgleichsmechanismen eine große Bedeutung beigemessen wird:215 In einer Währungsunion fällt die Geld- und Wechselkurspolitik als abilisierungsinstrument nach einem exogenen hock aus, so dass nach Tower und Willett216 die Teilnehmer einer Währungsunion gleichgerichteten Angebots- bzw. Nachfrageschocks unterliegen sollten, um divergente Entwicklungen in einem Mitgliedsland zu verhindern (Abb. 1):217 Ein positiver Nachfrageschock (langfristig ergibt sich ein Gleichgewicht in D´´) erhöht langfristig die Preise (temporär von P nach P´, weiterer Anstieg bis P´´) und führt zu keinen permanenten Output- bzw. Beschäftigungseffekten (temporär von Y nach Y´, anschließend Rückgang auf Y), wohingegen eine positive Angebotsstörung (langfristig ergibt sich ´) langfristig sowohl das Preisniveau verringert (temporär auf P´, langfristig auf P´´) als auch eine Zunahme des Outputs (temporär auf Y´, langfristig auf Y´´) bewirkt:218 „pply shocks have a permanent effect on output, whereas demand shocks have only transitory effect. Furthermore, both supply and demand shocks have permanent effects on the price level. A supply shock depresses the price level, whereas a demand shock increases it.“219 Flexible

Abb. 1: Wirkung eines Angebots- bzw. Nachfrageschocks auf Preis/Output (Quelle: Neubert (2000), 255)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wechselkurse sind demzufolge insbesondere bei externen idiosynkratischen hocks, die ihren Ursprung im realwirtschaftlichen Bereich haben, von Bedeutung, weswegen sich ein Großteil der Literatur auf die Korrelation realer Angebots- und Nachfrageschocks konzentriert, ohne zwischen der Ursache der örung (intern bzw. extern) zu differenzieren.220

4. Kosten und Nutzen der europäischen Währungs- union

4.1. Vorbemerkungen

Während die bisherigen OCA-Kriterien zur Bestimmung des optimalen Währungsraumes vorwiegend als Einzelkriterien221 definiert waren, wird im Rahmen einer Kosten-Nutzen- Analyse222 den monokausalen Einzelkriterien eine aggreggierte Betrachtung der Vor- und Nachteile der Etablierung eines Währungsraumes gegenübergestellt.223 „The key insight of the theory of optimum currency areas is that the relative merits of fixed versus flexible exchange rates should not be debated only in the abstract. There are costs and benefits to both fixed and flexible exchange rates and the balance of these can vary substantially from one country to another based on a number of factors identified in the theory of optimum currency areas.”224 Die neueren Beiträge zur Theorie optimaler Währungsräume beurteilen die Kosten-Nutzen-Bilanz der EWU insofern optimistischer „[…] weil die Effektivität einer eigenständigen Geld- und Währungspolitik relativiert wird und für Länder mit mangelnder abilitätstradition zusätzliche Vorteile in Form eines Glaubwürdigkeitszuwachses gesehen werden.“225 Allerdings erschwert die komplexe Verteilung der Kosten und Nutzen über die Zeit ein Aufrechnen. Auch stellt sich die Frage, aus welcher Perspektive Nutzen und Kosten berechnet werden: Für Weichwährungsländer wird der Nutzen anders ausfallen als für Länder, die bisher eine harte Währung hatten.226 Federführend bei der mikroökonomischen Nutzenanalyse war vor allem die im Auftrag der EU-Kommission (1990) erstellte udie „Ein Markt, eine Währung“, die Kosten und Nutzen der Bildung der EWU gegenübergestellt hat.227 Weitere Arbeiten zu diesem Komplex wurden von Gros/Thygesen (1992), Tavlas (1993), De Grauwe (1994), von Hagen/Neumann (1994), Melitz (1995) und Grassinger (1998) verfasst, deren Ergebnisse jedoch außerordentlich kontrovers diskutiert wurden, was angesichts oben angesprochener Probleme nicht verwundert. Einigen Autoren erscheint die EWU als zu komplex, „[...] als dass man sie in das Rechenexempel einer Kosten-Nutzen-Analyse pressen könnte.“228 Trotz dieser Defizite durch mangelnde Quantifizierbarkeit wichtiger Vor- und Nachteile (aufgrund der Unkenntnis der gesamtgesellschaftlichen Nutzenfunktion) lassen sich auf Basis einer Kosten-Nutzen- Analyse qualitative Aussagen herleiten, so dass im Folgenden nun die wichtigsten Vor- und Nachteile (bzw. Kosten und Nutzen) der EWU dargestellt werden sollen.229

4.2. Wesentliche Kostenaspekte der EWU

4.2.1. Kosten auf der Mikroebene

4.2.1.1. Kosten der Währungsumstellung

Insbesondere im Finanzsektor ist mit (einmaligen) Kosten der Währungsumstellung zu rechnen. Es entstehen spezielle Ausbildungskosten für das Personal und bei Fortentwicklung der EDV-steme. Weiterhin sind Preislisten, Kataloge, Verträge mit Zulieferern und Abnehmern und ähnliches neu zu drucken und auf EURO auszuweisen. Moritz/adtmann schätzten alleine das Ausmaß der Kosten der Währungsumstellung in Deutschland auf über 100 Mrd. DM.230

4.2.2. Kosten auf der Makroebene

4.2.2.1. Verlust des Wechselkurses als Anpassungsinstrument nach exogenen hocks

Im Vordergrund der Analyse der Kosten einer Währungsunion steht der Verlust des Wechselkurses als Anpassungsinstrument bei asymmetrischen hocks, „[...] wobei die Höhe der dabei entstehenden Kosten durch die spezifische Ausgangssituation eines Landes bestimmt wird.“231 „These costs will be small, if the size of transitory, country-specific shocks within the union is small compared to common shocks and permanent shocks, if capital and labor mobility are high within the union and if the majority of the members´ trade occurs with other members of the monetary union.“232 Werden die Wechselkurse in einer Währungsunion unwiderruflich fixiert, müssen nach solchen asymmetrischen örungen, welche die Volkswirtschaften der Währungsunion unterschiedlich beeinflussen können, andere Anpassungsmechanismen, wie z.B. Lohn- und Preisflexibilität treten, um das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht wiederherzustellen.233 nd Löhne und Preise nach unten rigide und kann auf den Wechselkurs als Anpassungsinstrument nicht zurückgegriffen werden, so kann der Einsatz alternativer Anpassungsinstrumente u.U. mit höheren Kosten verbunden sein.234

4.2.2.2. Verzicht auf autonome Geldpolitik

Im Falle der Europäischen Währungsunion erfolgte der Übergang der nationalen geldpolitischen Kompetenzen auf eine supranationale Institution, durch die Errichtung der Europäischen Zentralbank. Die an der EWWU beteiligten Volkswirtschaften können asymmetrische örungen somit nicht mehr durch eine eigenständige Währungspolitik kompensieren bzw. mit Hilfe einer autonomen Geldpolitik eigene wirtschaftspolitische Ziele verfolgen. Auch könnte eine einheitliche Währungspolitik bei den beteiligten aaten zu unterschiedlichen realen Entwicklungen führen, die ihrerseits Anpassungskosten hervorrufen würden.235 Eine eindeutige Quantifizierung der Höhe der Kosten einer Währungsunion beruht letzten Endes auf der Konvergenz der wirtschaftspolitischen Präferenzen und der realen Entwicklung in den beteiligten Ländern vor Eingehen der Währungsunion - die Integrationskosten dürften umso geringer ausfallen, je homogener die Anwärter auf die Währungsunion diesbezüglich sind.236 Feldstein237 untersuchte das erste Jahr der europäischen Zentralbankpolitik und kam zu dem hluss, dass die europäische „one size fits all“ Geldpolitik der EZB für Europa nicht geeignet ist, „[...] da sowohl die konjunkturellen als auch die inflationären Bedingungen sich stark zwischen den einzelnen europäischen Ländern unterscheiden.“238

4.2.2.3. Verzicht auf Philipps-Kurven trade-off

Das Konzept der Philipps-Kurve (muelson/low (1960)) beschreibt die Beeinflussung der Arbeitslosigkeit durch konjunkturpolitische Maßnahmen.239 Demnach besteht für die abilisierungspolitik eines Landes der trade-off zwischen weniger Arbeitslosigkeit (auf Kosten einer höheren Inflation) und umgekehrt einer höheren Inflation (auf Kosten einer geringeren Arbeitslosigkeit). Durch den Verlust einer autonomen Geldpolitik bei Anschluss an eine Währungsunion muss eine von allen Mitgliedern präferierte Inflationsrate zu Ungunsten einer eigenen aufgegeben werden.240 Keynesianisch geprägte Autoren, die an einen stabilen Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit glauben, ausgedrückt in einer fallenden Philipps-Kurve, bescheinigen Ländern, deren Präferenzen bezüglich der gemeinsamen optimalen Kombination aus Inflationsrate und Arbeitslosigkeit nicht mit der der Währungsunion übereinstimmen, somit eine schlechtere Anpassungsfähigkeit,241 da ihnen die Möglichkeit geraubt wird, „ [...] durch Erzeugung von Überraschungsinflation die gewünschte kurzfristige Kombination von Inflation und Arbeitslosigkeit auf der Phillips- Kurve autonom zu bestimmen.“242 Allerdings kann durch die alleinige Ausrichtung der Geldpolitik auf das Ziel der Geldwertstabilität die Inflationsrate in hwachwährungsländern sinken, so dass sich ein niedrigeres nominales Zinsniveau ergibt.243 Dem Konzept der stabilen Phillipskurve wird heute allerdings kaum noch Relevanz beigemessen: Vor allem Friedman (1968) brachte das Konzept der stabilen Phillipskurve zu Fall und heute „[…] ist allgemein anerkannt, dass ein Trade-Off zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit allenfalls in der kurzen Frist und bei gegebenen Inflationserwartungen existiert.“244 Die langfristig vertikale Phillipskurve relativiert somit die traditionelle, pessimistischere Kostensicht der OCA-Theorie: unterschiedliche Inflationsraten (unterschiedliche Präferenzen bzgl. Arbeitslosigkeit und Inflation) können somit keinen Nutzen stiften und eine Währungsunion (mit einer Inflationsrate) führt daher (langfristig) zu geringeren Kosten.245

4.2.2.4. Verzicht auf ignorageeinnahmen

Eine weitere Kostenart, die einem an der Währungsunion beteiligten Land entstehen kann, stellt der Verlust auf ignorageeinnahmen dar.246

[...]


1 Zitiert nach Rahmeyer (2000), S. 1

2 Krugman/Obstfeld (2004), S. 773

3 Neubert (2000), S. 1. Trotz des Aufrufs zahlreicher Wirtschaftswissenschaftler und renommierter Professoren (vgl. Kösters (2000) u. Hankel (2000)) gegen die ökonomisch begründete Einführung des EURO begann die Europäische Währungsunion zum 01.01.1999 (Neubert (2000), S. 1)

4 Krugman/Obstfeld (2004), S. 773

5 Zu einer ausführlicheren Darstellung der bisherigen Entwicklungslinien der monetären Integration Europas seit ihren Anfängen in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert, institutionellen Aspekten eines Beitritts zur EWU und aktuellen Entwicklungen siehe Anhang 7.1.

6 Rübel (1998), S. 387.

7 The Theory of optimum currency areas is primarily a scholastic discussion which contributes practical problems of exchange rate policy and monetary reform.“ (Ishiyama (1975), S. 378)

8 Tavlas (1993a), S. 32

9 Vgl. Frankel/Rose (1998)

10 heckmann, (2005), 4

11 Burda (2001), 257

12 sagte auch der 94jährige Ökonom Milton Friedman der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion ein baldiges Ende voraus: „Euro-Land bricht in 5 bis 15 Jahren auseinander.“ (in: Capital, Ausgabe 15/2002, zitiert nach Belke/Baumgärtner (2002), 384)

13 Neubert (2000), 3

14 Zum Kriterium der „politischen Reformfähigkeit“ siehe beispielsweise Heinemann (1998)

15 Neubert (2000), 3

16 Rübel (1996), 348-349 gebraucht den Begriff „Währungsblock“.

17 Neubert (2000), 8

18 Neubert (2000), 8. Vgl. dazu Gandolfo (1986), 372

19 Altmann (1994), 312

20 Neubert (2000), 8. Vgl. Feldsieper (1980), 546.

21 Neubert (2000), 8. Vgl. Tavlas (1993a), 32. Auria (1997) schreibt zur Definition einer Währungsunion: „Die höchste ufe der Integration im Währungsbereich ist die Währungsunion. Nach der Definition von Willms (1995) und Tavlas (1993a) erfordert diese zusätzlich eine gemeinsame Zentralbank und die Einführung einer einheitlichen Währung. Während in der Wechselkursunion Paritätsänderungen grundsätzlich noch möglich sind, ist dies in der Währunsunion ausgeschlossen. Ein Währungsraum ist in der Literatur des OWR ein Währungsgebiet mit den Merkmalen einer Währungsunion.“ (Auria (1997), 22)

22 Altmann (1994), 312

23 Hermann (2001), 22

24 Die klassische Theorie wurde v.a. durch die Artikel von Mundell (1961), McKinnon (1963) und Kenen (1969) geprägt.

25 Grubel (1970), 319. Kenen (1969) definiert den optimalen Währungraum wie folgt: „If the prevailing exchange-rate regime, fixed or flexible, can maintain external balance without causing unemployment (or, on the other side, demand-induced wage inflation), that regime is optimal.” (Kenen (1969), 41).

26 Ishiyama (1975), 344-383. Allen und Kenen ((1980), 381 - 396) bemerken dazu, dass „[…] ”optimal” in OCA theory indicates a minimization of the costs of balance-of-payments adjustment” (zitiert nach Horvath (2003), 8)

27 Willms (1998), 41. Nach Mélitz ((1995), 496) macht es nn über den Begriff „Optimalität“ zu sprechen, „[…] when the question is, what the optimum enlargement of the currency area would be from the standpoint of the individual country or region in question.“ (zitiert nach Horvath (2003), 8)

28 Duwendag, et. al. (1999)., 12. Vgl. dazu Kap. 4.1.

29 Während Mundell lediglich die Faktormobilität als Anpassungsmechanismus anführt, findet sich eine etwas weitergefasste Definition bei ider (1967): „Ein optimales Währungsgebiet ist ein Gebiet, innerhalb dessen die optimale Anpassung mit festen Wechselkursen erfolgt, während die optimale Anpassung in Hinblick auf die Beziehungen dieses Gebietes zu anderen eine Entscheidung für variable Kurse erfordert. Der Begriff des optimalen Währungsgebietes kann also nicht von dem optimalen Anpassungsmechanismus getrennt werden.“ (ider, (1967), 13)

30 Mundell (1961), 661

31 Neubert (2000), 10.

32 Im Laufe der Theorieentwicklung setzte sich die Bezeichnung „asymmetrischer hock“ gegen die von Mundell verwendete Bezeichnung „asymmetrischer Nachfrageschock“ durch. (Vgl. Mundell (1961), 658)

33 hrade (2004), 3

34 hrade (2004), 3. Vgl. Wohlers (1997), 79 ff.

35 hrade (2004), 3 Auch nehmen einige Autoren eine Trennung in binnen- (interne) und außenwirtschaftliche (externe) örungen vor: Externe hocks resultieren beispielsweise aus Veränderungen der Exportnachfrage oder der Weltmarktpreise (z.B. Ölpreisschock). Interne hocks können z.B. auf divergenten Konjunkturverläufen, abweichenden Wachstumsraten oder unterschiedlichen Wirtschaftspolitiken beruhen. (Duwendag et al. (1999), 13)

36 hrade (2004), 3. Vgl. Europaparlament (1998), Kap. 1, 13

37 hrade (2004), 3

38 Abhandlungen über die monetäre Integration begannen schon früher von Maede (1957) und itovsky (1957), insbesondere sei jedoch an dieser elle auf die Arbeiten über die Problematik „fixe oder flexible Wechselkurse“ auf Friedman (1953) verwiesen, der als Bedingung eines funktionsfähigen Währungsraumes Preis- und Lohnflexibilität nennt. (Mongelli (2002), 8). Falls Lohn- und Preisflexibilität eines Landes hoch sind, ist die hwankung des (realen) Wechselkurses gering und die Kosten eines Beitritts in eine Währungsunion fallen ebenfalls gering aus. (Nickel (2002), 114)

39 Mundell (1961), 661 ff.

40 Vgl. McKinnon (2000), 1

41 Hermann (2001), 23

42 Mundell (1961), 657

43 Vgl. Zotter (1995), 408

44 Neubert (2000), 68 und Mundell (1961), 663

45 Herrmann (2000), 21

46 Vgl. Juchems (1994), 9-12.

47 Hermann (2001), 34

48 Hermann (2001), 34. „Keynes selbst beschrieb die Unbeständigkeit der Erwartungen mit dem „animal spirit“ der Unternehmer, die darin ihren Optimismus bzw. Pessimismus im Hinblick auf die Zukunft ausdrückten. Genauer konnte er die Erwartungsbildung nicht konkretisieren.“ (Hermann (2001), 34. Vgl. chs/Larrain (1995), 47 ff.)

49 Vgl. Lucas (1972)

50 Hermann (2001), 34

51 Mundell (1961), 657

52 Bokr (1995), 54

53 Vereinfachte Darstellung in Anlehnung an Bokr (1995), 54-56

54 Der Ausdruck „Gebiet“ ist ein Oberbegriff, der sowohl für Länder als auch für Regionen stehen kann.

55 Vgl. Mundell (1961), 659 ff.

56 Da sich die Mundell´sche Analyse auf Güterströme beschränkt, ist die Zahlungsbilanz mit der Leistungsbilanz gleichzusetzen.

57 d.h. es herrschen nach unten Lohninflexibilität, völlig unelastisches Arbeitsangebot und beide Länder verfolgen eine auf Preisniveaustabilität ausgerichtete Wirtschaftspolitik (vgl. Mundell (1961), 658)

58 Bokr (1995), 55

59 Mundell (1961), 659

60 Bokr (1995), 55

61 Aschinger (1993), 11

62 Mundell (1961), 660

63 Er differenziert nicht ausdrücklich zwischen Arbeit und Kapital, allerdings deuten seine Ausführungen darauf hin, dass er sich ausdrücklich auf die Mobilität der Arbeitskräfte beruft (Vgl. Fischer (1973), 14 ff.)

64 Mundell (1961), 657-658, 661

65 „Dies setzt jedoch voraus, dass der Faktor Arbeit nicht nur interregional und intraindustriell, sondern zudem auch interindustriell mobil ist.“ (Wolfrum (1998), 60). Nach Kenen (1969), 43 kann bei unterschiedlich hoher Arbeitsintensität ein Residualbetrag an Arbeitskräftemangel bzw. Arbeitslosigkeit bestehenbleiben.

66 Elborgh-Woytek (1998), 25

67 Mundell (1961), 660

68 Auria (1997), 31. Dies ist jedoch nur möglich, falls die keynesianische Prämisse inflexibler Löhne und Preise nicht aufrechterhalten wird.

69 Mundell (1961), 664

70 itovsky (1967), Corden (1972)

71 Maede (1957), 385

72 Vgl. Kenen (1969), 44ff.

73 Altmann (1994), 313 und Corden (1972), 16

74 Mundell (1961), 661

75 Hermann (2001), 24

76 Es soll eine Aussage des optimalen Währungsregimes in Abhängigkeit von der Arbeitsmobilität getroffen werden, also: f(AM)=WKR. Hängt die Arbeitsmobilität vom Wechselkursregime ab, ist eine solche Aussage logisch nicht möglich, denn: f(WKR)=AM. (Juchems (1994), 26)

77 McKinnon (1963), 714. Vgl. Willgerodt (1965), 358

78 Elborgh-Woytek (1998), 33/34. Vgl. dazu lm (1995), 110 ff.

79 Bofinger (1994), 128

80 Giersch (1971), 192

81 Elborgh-Woytek (1998), 33

82 De Grauwe (1992), 30-31

83 Die Arbeitnehmer erkennen nicht, dass die Währungsabwertung die Importpreise steigen lässt, somit ihren Nominallohn real entwertet.

84 Bofinger (1994), 128. Vgl. Mundell (1961), 663 11

85 Ishiyama (1975), 349

86 Die Übersetzung des englischen Originaltextes im Deutschen findet sich in Luckenbach (1979), 260- 273.

87 Vgl. zu den folgenden Ausführungen McKinnon (1963), 717-725

88 Wie bei vielen anderen Kriterien zur Theorie der optimalen Währungsräume mangelt es auch beim McKinnon´schen Kriterium an charakteristischen Grenzwerten, ab wann eine Volkswirtschaft als „offen“ zu bezeichnen ist. (Kocher (1991), 629-630)

89 Elborgh-Woytek (1998), 26

90 Die Größe eines Landes kann etwa durch sein reales BIP, ausgedrückt in einer Referenzwährung, gemessen werden.

91 Die bedeutet, dass Politikänderungen im Inland die Auslands-(Weltmarkt)preise und das Auslandseinkommen unbeeinflusst lassen (Aschinger (1993), 13). (Vgl. auch Menkhoff/ll (1991), 578)

92 Ab welchem Grenzwert das Kriterium “Offenheit” erfüllt ist, lässt sich bei McKinnon nicht exakt bestimmen. Vgl. dazu Kocher (1991), 629-630.

93 Vereinfachte Darstellung in Anlehnung an Elborgh-Woytek (1998), 27

94 Zur Vereinfachung wird der Rest der Welt als ein Ausland mit einer Währung angesehen.

95 Fraglich ist, inwiefern die Abwertung der heimischen Währung dazu beiträgt, das externe Gleichgewicht wiederherzustellen, ohne die Ziele der Wirtschaftspolitik (Preisniveaustabilität und Vollbeschäftigung) zu verletzen (vgl. Revelas (1980), 41)

96 McKinnon (1963) geht in seiner Analyse von einer unendlichen Elastizität der ausländischen

Importnachfrage sowie des ausländischen Exportangebots aus.

97 Vgl. Juchems (1994), 28

98 Entscheidend für den Umfang des Ausgleichs der Leistungs- bzw. Handelsbilanz ist die tuation am Arbeitsmarkt (vgl. Revelas (1980), 42-43): produziert die Volkswirtschaft bei Vollbeschäftigung, tritt eine Verbesserung nur bei einer Verringerung der inländischen Absorption (d.h. einer Kürzung der realen Ausgaben) ein. Gemäß McKinnon soll lediglich der Fall der Vollbeschäftigung analysiert werden.

99 Vgl. Menkhoff/ll (1991), 578

100 McKinnon (1963), 719

101 McKinnon (1963), 723 ff. bzw. in expliziter Form Ishiyama (1975), 350

102 McKinnon (1963), 719.

103 Neubert (2000), 110. Je größer der Anteil der handelbaren Güter an der Gesamtproduktion, desto stärker wird die Preissteigerung im Inland ausfallen, so dass Preisniveaustabilität nicht mehr gewährleistet werden kann.

104 Aschinger (1993), 13. Elborgh-Woytek bemerkt dazu auf 28: „Im theoretischen Extremfall einer Volkswirtschaft mit ausschließlich handelbaren Gütern ist das einheimische Preisniveau vollständig durch das ausländische bestimmt.“ (vgl. Presley/Dennis (1976), 18)

105 Revelas (1980), 44 ff.

106 Neubert (2000), 111

107 Absatz 2.4.2 orientiert sich, sofern nicht anders vermerkt, weitestgehend an Elborgh-Woytek (1998), 28

108 McKinnon (1963), 720

109 Vgl. Feldsieper (1980), 549; Altmann (1994), 314

110 Corden (1972), 20

111 Corden (1972), 17-21 und Giersch (1973)

112 Ishiyama (1975), 352 ff. und Presley/Dennis (1976), 27ff. Allerdings entfalten flexible Wechselkurse ihre „shock-absorber“ Funktion nur unter der Prämisse, „[...] dass die Leistungsbilanz infolge einer Wechselkursvariation normal reagiert. Ist die Nachfrage des Inlandes nach Importen unelastisch, so ist die außenwirtschaftliche Absicherung durch flexible Wechselkurse nicht sichergestellt [...].“ (Neubert (2000), 115.) Vgl. ebert (1992), 266-269

113 Flassbeck (1988), 79 ff.

114 Feldsieper (1980), 550

115 Neumann-Whitman (1967) definieren den Öffnungsgrad einer Volkswirtschaft daher mittels marginaler Importneigung.

116 McKinnon (1963), 721

117 lin (1977), 186

118 Neubert (2000), 116

119 McKinnon (1963), 721

120 Kocher (1991), 629-630. Auch die Definition des Begriffes „Offenheit“ ist als kritisch einzuschätzen: „Misst man beispielsweise ein großes Land wie die U am Quotienten der handelsfähigen zu den nicht-handelsfähigen Gütern, so kann man sie als relativ offen bezeichnen, weil der Anteil der produzierten Welthandelsgüter an der Gesamtproduktion ein hohes Ausmaß einnimmt. Beurteilt man hingegen die Offenheit der U durch das Verhältnis des Außenhandelssektors am inländischen zialprodukt, so läge eine relativ geschlossene Volkswirtschaft vor.“ (Neubert (2000), 113)

121 Ishiyama (1975), 35

122 Kenen (1969), 41-60, insb. 49-54

123 Neubert (2000), 142. Zotter (1995) spricht in diesem Zusammenhang von einer impliziten Anwendung der Markowitzschen Portfolioselektion auf die Risikominimierung des Exportertrages einer Volkswirtschaft.

124 Menkhoff/ll (1992) verwenden im Extremfall, dass eine Volkswirtschaft nur ein Gut produziert/exportiert, den Ausdruck „Monoproduktland“.

125 Elborgh-Woytek (1998), 30

126 Elborgh-Woytek (1998), 30

127 Kenen schließt von der Diversifikation der Produktionsstruktur auf die Diversifikation der Exportstruktur: „A country that engages a number of activities is also apt to export a wide range of products.“ Kenen (1969), 49

128 Elborgh-Woytek (1998), 30

129 Das Beispiel ist umilas (2004), 8 entnommen.

130 Revelas (1980), 53

131 Feldsieper (1980), 550

132 Kenen (1969), 49

133 Hermann (2001), 26

134 Elborgh-Woytek (1998), 36

135 Elborgh-Woytek (1998), 36

136 Kenen (1969), 54

137 Aliber (1972), 436; De Cecco (1974), 467

138 Rühl (1975), 133 ff.

139 Elborgh-Woytek (1998), 36

140 Vgl. Juchems (1994), 55-56. schlug Kenen (1969) das Ausmaß der fiskalischen Integration (Kenen (1969), 46/47) als Abgrenzungskriterium optimaler Währungsräume vor, Haberler (1970) betonte, dass letzten Endes der politische Wille (Haberler (1970), 121 ff.. zeigt in jüngerer Zeit z.B. Cohen (1993), dass i.d.R. der politische Wille ökonomische Argumente dominiert) ausschlaggebend für eine Währungsunion ist, Fleming (1971) betont die Konvergenz der Inflationsraten als Bedingung für eine tragfähige Währungsunion (vgl. Kap. 4.3.), Ingram (1973) schlägt den Grad der Kapitalmarktintegration als Abgrenzungskriterium vor (vgl. Kap. 4.2.) und Vaubel (1978) versucht schließlich in der Variabilität der realen Wechselkurse ein „perkriterium“ zu definieren: „Allein diese (unvollständige) Aufzählung unterschiedlicher Kriterien zeigt den Dissens in der Ökonomie, auf welcher Basis die Entscheidung für ein bestimmtes Wechselkurssystem und damit für oder gegen eine Währungsunion fallen sollte.“ (Beckmann et al. (2000), 32).

141 Tower/Willett (1970), 61

142 Pelkmans (1975), 98

143 Vgl. Elborgh-Woytek (1998), 41

144 Duwendag, et al., (1999), 15

145 Mit Hilfe des Kriteriums der „Minimalen Varianz realer Wechselkurse“ kam Vaubel (1978) im Zeitraum 1971 - 1976 zu dem Entschluss, dass die sechs besten Kandidaten für eine Währungsunion Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich und Luxemburg gewesen wären. (Vaubel (1978), 325 ff.)

146 Bofinger (1994), 135 ff. Auch andere Autoren schätzen dieses Kriterium eher vorsichtig ein: Nach Duwendag et al. (1999) führen verschiedene Einzelfaktoren wie unterschiedliches reales Wachstum, Realzinsunterschiede oder ein divergierendes Auslandsvermögen zu hwankungen der realen Wechselkurse, so dass erst eine genaue Kenntnis dieser Faktoren notwendig wäre, um überhaupt die EWU in Bezug auf dieses Kriterium aussagekräftig bewerten zu können. (Duwendag et. al. (1999), 15)

147 Bofinger (1994), 135/136

148 Bayoumi/Eichengreen (1997), 209 ff.

149 Hermann (2001), 33

150 Hermann (2001), 33

wurde die Theorie optimaler Währungsräume schon als „dead-end-problem“ (Johnson (1969), 395) bezeichnet. Ingram (1969) merkte Ende der 60er Jahre an: „I confess, that I do not think the question of an optimum currency area is any longer a very interesting one.“ (Ingram (1969), 96) und Niehans ((1984),

291) beschreibt das Problem der Theorie optimaler Währungsräume wie folgt: „[…] the problem is logically similar to the problem of how a country should be devided into voting districts in such a way that the parliamentary seats for a given party are maximized. In its full generality, it is obvious a prohibitively difficult problem, so it is hardly surprising that twenty years of academic efforts have brought little progress toward its solution. What we have is a variety of suggestions about certain elements that may play a role in the solution.” Krugman (1994) hingegen sieht in der Theorie optimaler Währungsräume Mitte der 90er Jahre die „[…] central intellectual question of international monetary economies.“ (zitiert nach Tavlas (1993b), 663)

151 Vgl. Tavlas (1993a), 34

152 „Nach Tavlas (1993b) ist das Wiederaufleben der Theorie, nach gewissem illstand Mitte der 70er Jahre, auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Einerseits ergaben sich diverse Einflüsse im weltwirtschaftlichen Umfeld, wie z.B. die annungen im EW Andererseits ergaben sich in der Makroökonomie neue Erkenntnisse: hat sich die Tatsache einer fallenden Philippskurve durchsetzen können, was impliziert, dass die Arbeitslosigkeit nicht über eine Inflationserhöhung gesenkt werden kann. Veränderungen des Geldangebots haben somit keine langfristigen realen Folgen. Flexible Wechselkurse haben dann den Vorteil, dass zwischen verschiedenen Inflationsraten beschäftigungsneutral gewählt werden kann. In den 80er Jahren rückt unter dem Begriff „Glaubwürdigkeit“ ein weiterer Begriff ins Zentrum der wissenschaftlichen Diskussion. Bei nkung der Inflation ist die Glaubwürdigkeit verantwortlicher Institutionen relevant, da sie die Kosten der Volkswirtschaft wesentlich beeinflusst. Auch der Aspekt der „Zeitinkonsistenz“ ist in diesem Zusammenhang relevant - Modelle zeigen die Gefahr, die von Politikern ausgeht, die eigene Interessen verfolgen und über den Wechselkurs „bestimmen“ können.“ (Hermann (2001), 34/35)

153 Mittendorfer (1994), 67 ff.) bemerkt zu den makroökonomischen Aspekten der Theorie optimaler Währungsräume, dass diese weniger einen Grund, als vielmehr einen Indikator für den Erfolg einer Währungsunion darstellen.

154 Die Ermittlung eines solchen „Nettonutzens“ stellt eine empirisch nur schwer lösbare Aufgabe dar. (Vgl. dazu Kap. 4.1. und 4.4.)

155 Elborgh-Woytek (1998), 43

156 Vgl. itovsky (1967), 524-525. Auch Ingram untersuchte die Kapitalmobilität als Kriterium zur Abgrenzung von optimalen Währungsräumen. Vgl. Ingram (1969), 98-100 sowie Fischer (1973), 184- 189

157 Vgl. McKinnon/Oates (1966)

158 Elborgh-Woytek (1998), 43

159 Die Darstellung orientiert sich, soweit nicht anders vermerkt, an Elborgh-Woytek (1998), 43/44

160 Die Kapitaltransfers resultieren in einer Kompensation des Leistungsbilanzsaldos über die Kapitalbilanz. Vgl. auch Magnifico (1971), 9 ff.

161 itcovsky (1967), 523

162 itovsky (1967), 524-525; Ingram (1969), 98-100 und Fischer (1973), 184-189

163 Der zum Leistungsbilanzsaldo entgegengesetzte ldo der kurzfristigen Kapitalbilanz kompensiert diesen. Allerdings kommt es zum vollständigen Ausgleich nur unter der Prämisse, dass das Leistungsbilanzdefizit der Ostregion und der Leistungsbilanzüberschuss des Westens äquivalent sind. (Fischer (1973), 184)

164 Vgl. Neubert (2000), 93

165 itovsky (1967), 527 und auch Kenen (1967), 537/538

166 Vgl. Revelas (1980), 30 ff.

Plasaj (2004) bemerkt dazu auf 18: „Mit seinen Ansätzen führte er die Diskussion über optimale Währungsräume von der Vorstellung weg, mit Geld- oder Wechselkurspolitik allokative Probleme auf den Arbeits- und Gütermärkten lösen zu können. Zudem relativierte er das Ziel des externen Gleichgewichts mit seiner Feststellung, dass Leistungsbilanzungleichgewichte bei perfekten Kapitalmärkten auch bei fixen Wechselkursen nur eine freiwillige, vorübergehende Umverteilung des Konsums in jeweils beiden Ländern darstellen.“

167 Tower/Willett (1970), 51

168 Hermann (2001), 26

169 Ingram (1973), 23

170 Auch Neumann-Whitmann (1967) und Corden (1972) unterstützen Ingrams Ansicht.

171 Elborgh-Woytek (1998), 44

172 itovsky (1967), 530 und Cooper (1967)

173 Elborgh-Woytek (1998), 45

174 Rühl (1975) 141 und Fleming (1971), 473

175 Elborgh-Woytek (1998), 44. Vgl. dazu Kenen (1995), 181 ff. und Bini aghi/Micossi (1990), 145

176 Masson/Taylor (1993), 10

177 Nickel (2002), 115. Die Autorin bemerkt dazu „Allerdings haben die Währungskrisen der Vergangenheit gezeigt, dass gerade kurzfristig sehr mobile Kapitalströme eher destabilisierend wirken. Wenn es aufgrund der [in Mundell´s Beispiel angenommenen, Anm.] Nachfrageverlagerung zu einem Rentabilitätsgefälle zwischen den Regionen kommt, dann kommt es in dem Land mit dem Leistungsbilanzdefizit zu Kapitalexporten, die das Ungleichgewicht in der Leistungsbilanz durch die Kapitalbilanzen noch verstärken.“ (Nickel (2002), 115. Vgl. dazu Fleming (1971), 472 - 475)

178 Neubert (2000), 98

179 Kawai (1987), 532

180 Bokr (1995), 65

181 Flemings Ansatz beruht auf detaillierten, empirischen Untersuchungen im Europäischen Währungssystem.

182 Fleming (1971), 468-483; Magnifico (1973), 61-72 und Haberler (1971), 276. Vgl. dazu auch Krämer (1970) und Kasper/ahl (1971).

183 In der Literatur wird auch das Kriterium „homogener Präferenzen“ als „Überkriterium“ der Ähnlichkeit der Inflationsraten diskutiert. Homogene Präferenzen in Bezug auf Preisniveaustabilität, hohen Beschäftigungsgrad, Wirtschaftswachstum und externes Gleichgewicht erleichtern die Koordination der Wirtschaftspolitiken der betrachteten Volkswirtschaften, so dass die Bereitschaft zur Abgabe der Geldpolitik an eine supranationale Instanz bei homogenen Präferenzen bezüglich der Preisniveaustabilität als relativ hoch einzuschätzen ist. (Traud (1996), 103). Menkhoff/ll reduzieren das Kriterium „homogener Präferenzen“ auf das Kriterium ähnlicher Inflationsraten, da „[...] der entscheidende wirtschaftspolitische Maßstab aus währungspolitischer cht in der Ausgestaltung der Geldpolitik liegt, die sich letzten Endes in der Inflationsrate niederschlägt.“ (Menkhoff/ll (1991), 578). Diese Arbeit schließt sich der chtweise Menkhoffs und lls an.

184 Neubert (2000), 178. Insbesondere ist dieses Kriterium in die Konvergenzkriterien von Maastricht eingegangen.

185 Bofinger (1986), 187 ff. und Dornbusch (1983)

186 Elborgh-Woytek (1998), 49

187 Elborgh-Woytek (1998), 48

188 Auf Unterscheidungen zwischen Cost-push-, Wage-push-, Demand-pull-, Demand-shift-Inflation oder monetaristische Modelle soll hier nicht näher eingegangen werden, da diese für die Analyse eines optimalen Währungsraumes von nachrangiger Bedeutung sind. (Elborgh-Woytek (1998), 49)

189 Presley/Dennis (1976), 39-43

190 Presley/Dennis (1976), 39 und Neubert (2000), 183

191 Vgl. Tower/Willett (1970), 56-57

192 Neubert (2000), 184. Vgl. dazu Willms (1977), 466

193 Neubert (2000), 184

194 Zur Definition und Implikation von Glaubwürdigkeit siehe Barro/Gordon (1983): „[…] Der Argumentation zufolge werden die positiven (Beschäftigungs-)Effekte einer Überraschungsinflation von langfristig höheren Inflationserwartungen konterkariert, wobei das Ausmaß der gegensätzlichen Tendenzen in Abhängigkeit von Erwartungsbildungsmechanismen, Zeitpräferenz und institutionellem Kontext zu analysieren ist: Die Glaubwürdigkeit steigt mit den Kosten der Abweichung von den definierten wirtschaftspolitischen Zielen. Entsprechend dem Prinzip des „tying one´s hands“ ergibt sich hieraus die Option, die Anbindung an eine stabile Währung als „committment technology“ zu nutzen und eine institutionell bedingte Erhöhung der Glaubwürdigkeit zu erreichen […]“ (Elborgh-Woytek (1998), 52)

195 Elborgh-Woytek (1998), 51/52

196 DeGrauwe (1992), 16. Vgl. dazu auch Gandolfo (1992), 765 - 767

197 Mongelli (2002), 16.

198 Traud (1996), 103 ff.

199 Neubert (2000), 190. Vgl. dazu Haberler (1970), 121

200 Haberler (1970), 121 und Haberler (1967), 532

201 Tower/Willett (1976), 24. Vgl. auch Huber (1995), Wyplosz (1991, 182); Bredenkamp/Deppler (1990); van der Ploeg (1989). Beetsma/Bovenberg (1995, 8) betonen die Konvergenz der Fiskal- und rukturpolitik sowie arbeitsmarktpolitischer Institutionen als Bedingung für die Errichtung einer Währungsunion.. ider (1967, 15) misst der gleichwertigen Ressourcenausstattung sowie Mindestanforderungen an Größe und Grad der lbstversorgung eines Währungsgebietes große Bedeutung bei. Emminger (1971, 69) schlägt die Angleichung des Einkommensniveaus als Voraussetzung für eine Währungsunion vor.

202 Elborgh-Woytek (1998), 57. Nach Kenen (1995) verstärkt sich mit zunehmenden lvenzproblemen eines aates die Gefahr eines „bail-out“.

203 Elborgh-Woytek (1998), 57. Vgl. dazu Kenen (1995), 91; Masson/Taylor (1993), 28 ff. und Moutos/arth (1988, 396).

204 Elborgh-Woytek (1998), 57

205 Masson/Taylor (1993), 28; Vgl. auch Tower/Willett (1976), 24

206 Vgl. la-i-Martin/chs (1992), 216 und Currie (1992), 141

207 Masson/Taylor (1993), 40 ff. schätzen den Bedarf an Transferleistungen besonders bei asymmetrischen hocks, geringer Faktormobilität und starren Löhnen und Preisen hoch ein.

208 Andernfalls wäre mit ineffizientem Wettbewerb zwischen den euersystemen zu rechnen. Vgl. dazu Hagen (1993), 282, bert (1992) und Glick/Hutchison (1990)

209 Elborgh-Woytek (1998), 59. Vgl dazu Masson (1996, 13) und Kenen (1995), 81

210 Magnifico (1971), 3

211 Elborgh-Woytek (1998), 46

212 Revelas (1980), 63

213 Alesina/Grilli (1994); De Grauwe/Vanhaverbeke (1993). Ebenfalls unter dieses Kriterium zu subsumieren ist McKinnons Hinweis (1971), der darauf hinweist, dass Produktivitätsentwicklungen gleicher Größenordnung das geeignete Kriterium darstellen (zitiert nach Elborgh-Woytek (1998), 47. Vgl. dazu Pieper (1995), 155)

214 Elborgh-Woytek (1998), 47

215 Mongelli (2002), 25

216 Tower/Willett (1976), 29-32

217 Vergleich zu folgenden Ausführungen Neubert (2000), 256 ff.

218 Neubert (2000), 256

219 Fidrmuc/Korhonen (2003), 11

220 Neubert (2000), 253

221 Horvath (2003) schreibt dazu auf 30: „The criteria suggested in the OCA literature give no clear-cut guidance for choosing an exchange rate regime. Moreover, political factors seem to play important role in such decisions. The theoretical considerations stemming from OCA theory are not easily translated into practical procedures.”

222 Kosten-Nutzen-Analysen bilden auch die Grundlage für spieltheoretische Analysen zu optimalen Währungsräumen. Vgl. zu einem spieltheoretischen Modell optimaler Währungsräume Juchems (1994), Kapitel 4

223 Elborgh-Woytek (1998), 65.

224 Willett/Al-Marhubi (1994), 796

225 Fuest/Matthes (2005), 7

226 Duwendag et al. (1999), 17

227 EU Kommission (1990)

228 Duwendag, et. al. (1999), 17

229 Elborgh-Woytek (1998), 75

230 Moritz/adtmann (1999), 209

231 Willett/Al-Marhubi (1994), 800

232 Hagen (1993), 264. Vgl auch Bayoumi/Thomas (1994)

233 Tower/Willett (1976), 21 ff.

234 Willms (1998), 48. Der Verlust des Wechselkurses als Anpassungsinstrument stellt jedoch nicht nur einen Kostenfaktor dar - vielmehr ist damit zu rechnen (dass bei einer stabilen Kaufkraft des Euro nach innen und außen) durch den Wegfall des Kursrisikos auch Vorteile entstehen können. (Duwendag et al. (1999), 19)

235 Neubert (2000), 50 und Kurm/Engels (1998), 12

236 Neubert (2000), 50

237 Vgl. Feldstein (2000)

238 Hermann (2001), 38

239 A.W. Phillips untersuchte konnte über einen längeren Zeitraum einen Zusammenhang zwischen Nominallohnsteigerungen und Arbeitslosigkeit feststellen. Eine Zusammenfassung und Kritik der Phillipskurve findet sich in Felderer/Homburg (1993), 257 - 285

240 Vgl. Feldsieper (1980), 555

241 Jarchow/Rühmann bemerken dazu auf 301, dass „[...] aufgrund der vorliegenden Erfahrungen seit dem Ende der 60er Jahre die Existenz einer Wahlmöglichkeit zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit in Zweifel gezogen [wird], und es hat sich die Auffassung verbreitet, dass die Arbeitslosenquote durch Erhöhung der Inflationsrate allenfalls vorübergehend, nicht aber langfristig in einem wirtschaftspolitisch bedeutsamen Umfang vermindert werden kann. In dieser (nicht unumstrittene) cht bedeutet es langfristig kein Opfer, sondern nur den Verzicht auf ein untaugliches Mittel, wenn sich ein Land - entsprechend den Regeln eines Festkurssystems - der Möglichkeit zur autonomen Festlegung seiner Inflationsrate begibt. Bei dieser Wertung bleibt unberücksichtigt, dass diejenigen Länder, die zur Vereinheitlichung ihre Inflationsraten senken müssen, mit Anpassungskosten in Form einer zeitweilig erhöhten Arbeitslosigkeit zu rechnen haben. Dem lässt sich allerdings für ein Land mit sehr hohen Inflationsraten entgegenhalten, dass sich ohnehin eine Politik der Inflationsbekämpfung letztlich als unvermeidbar erweisen dürfte. In diesem Fall können etwaige Anpassungskosten nicht der Beteiligung an einem Festkurssystem oder dem Beitritt zu einer Währungsunion zugerechnet werden. [...] Insofern ist nicht eindeutig zu entscheiden, ob in der Ausgangslage bestehende Unterschiede in der Ausrichtung der abilisierungspolitik die Kosten für die Bildung von Währungsräumen insgesamt erhöhen oder nicht.“

242 Auria (1997), 24.

Willms (1995) bemerkt dazu auf 205: „Obwohl langfristig mit einer Überraschungsinflation keine Beschäftigungsgewinne zu realisieren sind, stellt diese für Politiker mit kurzem Zeithorizont ein immer wieder eingesetztes Instrument [vor allem vor den Wahlen] dar.”

243 Auria (1997), 24

244 Beckmann et al. (2000), 34

245 Beckmann et al. (2000), 34

246 EU-Kommission (1990), Kapitel 7. Zur unter Besteuerungsgesichtspunkten suboptimalen Einschränkung der ignorage siehe Dibooglu/Horvath (1997), 39; Bean (1992); Canzoneri/Rogers (1990); Dornbusch (1988); Fischer (1982).

Details

Seiten
191
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638538008
ISBN (Buch)
9783638902854
Dateigröße
6.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v60032
Institution / Hochschule
Universität Ulm
Note
1,7
Schlagworte
Eurozone Währungsraum

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Titel: Ist die Eurozone ein optimaler Währungsraum?