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Digitales Radio in Bayern: Am Beispiel von Radio Galaxy

Diplomarbeit 2006 144 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Von analog nach digital
1. Vorwort: Die Welt wird digital
2. Digitale Umstellung im Radio

II. Digital Radio – gestern, heute und morgen
1. Der lange Weg von DAB
1.1 Voraussetzungen
1.2 Anforderungen
1.3 DAB-Entwicklung gestern: Eureka EU
1.4 Zeitplan und Kosten
1.5 Sendernetze
2. Die DAB-Technik
2.1 MUSICAM
2.2 OFDM und COFDM
2.3 Fehlerschutzverfahren
2.4 Datendienste
2.5 MOT-Protokoll
2.6 TPEG
2.7 EPG
2.8 Multiplexbildung
2.9 Repeater
2.10 Variable Dynamik
2.11 DAB-Surround
3. Vorteile von DAB
3.1 Digitales Gleichwellennetz
3.2 Mobiler Empfang
3.3 Strahlungsemission
3.4 Hörqualität
3.5 Technische Neuerungen
4. Nachteile von DAB
4.1 Sendegebiete
4.2 Programmvielfalt
4.3 Finanzierung
4.4 Technische Neuerungen
5. Digitale Konkurrenz
5.1 DSR
5.2 ADR
5.3 World Space Radio
5.4 IBOC
5.5 DRM
6. Neue Technologien
6.1 DVB-T/-H
6.2 DMB
7. Pilotprojekte
8. Frequenzkoordinierung
8.1 DAB-Entwicklung heute: DAB-Netzabdeckung
8.2 DAB-Entwicklung morgen: RRC 06

III. DAB-Durchsetzung in Bayern, Deutschland und weltweit
1. DAB-Endgeräte
2. DAB – Politik
2.1 Medienpolitischer Entwicklungsstand
2.2 Henne-Ei-Problem
3. DAB – Industrie
4. Vorreiterrolle Bayerns
5. Vorzeigeland Großbritannien
6. Weltweite Entwicklung
7. Marketing
7.1 Prognos-Studie
7.2 DAB-Plattform e.V
7.3 World DAB Forum
7.4 Bayern Digital GmbH
7.5 IMDR

IV. Digitales Jugendradio in Bayern
1. Geschichte
2. Erfolg der Jugendwellen
3. Radio Galaxy Bayern
3.1 Entstehung
3.2 Struktur und Konzept der Sender
3.3 Entwicklung
3.4 DAB-Unterstützung durch Radio Galaxy
4. Radio Galaxy Ansbach
4.1 Entstehung
4.2 Struktur
4.3 Zukunftsprognose
5. Vergleich: Jugendradio gestern und heute

V. Wege in die Zukunft
1. Fazit der DAB-Entwicklung
2. Blick in die Zukunft: DAB, DMB oder Digital Advanced Broadcasting

VI. Literaturverzeichnis

VII. Anhang
1. Abkürzungsverzeichnis
2. DAB-Chronik: Entwicklung von 1998 - 2003
3. DAB-Ausbau in Deutschland
4. DAB-Ausbau in Deutschland
5. DAB-Ausbau in Deutschland
6. Planungen RRC 06 – Bedeckung
7. Bedeckung 2
8. Bedeckung 3
9. DAB-Autoradio `Woodstock DAB 54´
10. IMDR-Logo
11. IMDR-Website
12. IMDR-Kampagne „Digital Radio – on air now“
13. Logo Radio Galaxy ab 05.10
14. Internetauftritt Radio Galaxy
15. Internetauftritt Radio Galaxy Ansbach
16. iPAQ von Compaq
17. DMB-Entwicklungsszenario
18. Interview des Autors mit David Rohde
19. Interview des Autors mit Gerd Penninger

I. Von analog nach digital

1. Vorwort: Die Welt wird digital

„Wir sind in der digitalen Gesellschaft noch längst nicht angekommen; sie

wird ihre volle Wirksamkeit erst zwischen dem Jahr 2009 und dem Jahr

2014 entfalten.“[1]

Peter Glotz hat diesen Satz im Vorwort seines Buches „Von Analog nach Digital“ auf den Weg aller Gesellschaftsebenen in die digitale Zukunft angewandt, denn die Digitalisierung umfasst längst alle Lebensbereiche des Menschen. Wie richtig er mit diesem Zeitraum aber besonders im Bezug auf die digitale Umstellung des Hörfunks liegen sollte, konnte er 2001 vermutlich nur erahnen. Denn nach wie vor geht diese sehr schleppend voran. Daher soll sich diese Diplomarbeit mit der trägen Entwicklung des Digitalen Radios in Deutschland beziehungsweise in Bayern auseinandersetzen. Dabei werden zunächst verschiedene digitale Technologien mit ihren Chancen und Problemen vorgestellt. Besonders das stark geförderte System Digital Audio Broadcasting (DAB)[2] wird dabei im Mittelpunkt stehen: wie wurde es entwickelt, wie funktioniert es und mit welchen Problemen hat man trotz zahlreicher Subventions- und Marketingmaßnahmen seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten zu kämpfen. Des Weiteren soll die Entwicklung des Jugendradios in Deutschland dargestellt werden, um schließlich mit Radio Galaxy Bayern ein Produkt der digitalen „Evolution“ vorzustellen. Anhand des Senderstandorts Ansbach sollen Struktur und Aufbau von Radio Galaxy deutlich werden. Im Fortlauf der Arbeit sollen zusammenfassend einige Frage geklärt werden:

- welche Vorteile bringt der digitale Hörfunk im Vergleich zu UKW
- welche Rolle übernimmt dabei DAB und wie hat es sich entwickelt
- welche medien- und industriepolitischen Fehler wurden bei der DAB-Einführung begangen
- gibt es eine Alternative zu DAB und welche konkurrierenden Technologien haben keine Zukunftschancen
- welche Rolle übernimmt das Bundesland Bayern bei der Entwicklung von digitalem Radio
- wie hat sich dabei das digitale Projekt Radio Galaxy entwickelt und wie sein analoger Ableger in Ansbach
- und wie sind die aktuellsten Entwicklungen bei DAB und den möglichen Nachfolgetechnologien wie DVB-H oder Digital Multimedia Broadcasting?

Da die Literaturquellen hierfür häufig aus der Anfangszeit des digitalen Radios stammen, wurden zur Ergänzung vom Verfasser dieser Arbeit zwei Interviews mit Gerd Penninger, Programmverantwortlicher Radio Galaxy Bayern und mit David Rohde, Programmchef Radio Galaxy Ansbach geführt. Bei der Literaturdurchsicht fiel es ohnehin schwer, ein wirklich differenziertes Bild zum Beispiel von DAB zu erhalten, da sich vor allem anfangs nur wenige Autoren so kritisch mit der neuen Technologie auseinander setzten wie z.B. Stefan Rein im Jahr 2000.[3] Vielmehr werfen Publikationen der gegründeten Marketingplattformen oder von Vorreitern wie Frank Müller-Römer oft ein allzu positives Licht auf die Technik und die damaligen aktuellen Geschehnisse, so dass der Blick auf die tatsächlichen Fortschritte bzw. Vor- und Nachteile von DAB leicht verzerrt werden könnte. Publikationen beziehungsweise Entwicklungen aus dem Jahr 2006 konnten in der Arbeit nicht mehr berücksichtigt werden. Nichtsdestotrotz wird versucht, am Ende der Arbeit ein ausgewogenes Fazit der DAB-Entwicklung zu ziehen und außerdem einen Ausblick auf die digitale Zukunft in Bayern beziehungsweise Deutschland zu wagen. So soll zu guter Letzt geklärt werden, ob die digitale Aufbruchsstimmung, die Peter Glotz in seinem Buch beschreibt auch für den Hörfunk gilt und ob noch eine Chance auf digitales Radio “für alle“ besteht.

2. Digitale Umstellung im Radio

Die digitale Umstellung im deutschen Hörfunk vollzieht sich trotz der anfänglichen Aufbruchsstimmung seit den 80er Jahren nur mit kleinen Schritten. Und das, obwohl die Produktion in den Studios der Radiosender längst alle Vorteile digitaler Technik genießt und somit für die digitale Übertragung gerüstet wäre. Um zu verstehen, warum die digitale Technik so wenig Anklang findet, ist zunächst ein Blick in die Vergangenheit der Radiotechnik nötig. Die Radiotechnik umfasst dabei „die Aufnahme, Übertragung, Aussendung und den Empfang der akustischen Darbietung vom Ursprungsort.“[4]

Der drahtlose Rundfunk war vor allem durch die Entdeckungen von Heinrich Hertz 1887 und Guglielmo Marconi 1896 möglich gemacht worden.[5] Elektromagnetische Schwingungen konnten dank ihnen das erste Mal über mehrere Kilometer verbreitet werden und so waren die Voraussetzungen geschaffen für die Ausstrahlung der ersten „Radiosendung“ am 29.10.1923 aus Berlin.[6] Es folgten die Jahre der Nazi-Herrschaft, in denen der Rundfunk hauptsächlich zu Propagandazwecken missbraucht wurde. Aus diesem Grund musste Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg auch einen herben Rückschlag hinnehmen. Denn bei der Neuverteilung der Frequenzen auf der internationalen Wellenkonferenz 1948 in Kopenhagen verlor Deutschland einige der bisherigen Frequenzen.[7] Allerdings hatte man dem europäischen UKW-Rundfunk bereits 1947 auf der weltweiten Funkverwaltungskonferenz in Atlantic City den Bereich 87,5 bis 100 MHz zugewiesen.[8] Von daher besannen sich die deutschen Rundfunktechniker auf die kaum genutzten Frequenzen der Ultrakurzwelle, die bereits in den 1930er Jahren erfolgreich erprobt worden waren. Sobald die technische Qualität ausreichend war, konnten durch die UKW-Technik die Versorgungslücken geschlossen werden, die durch den Kopenhagener Wellenplan entstanden waren. So nahm bereits am 28. Februar 1949 in München – Freimann der erste UKW-Sender des Bayerischen Rundfunks seinen Betrieb auf.[9] Durch die im Vergleich zur Mittelwelle deutlich bessere Empfangsqualität nahm der Siegeszug des UKW-Radios seinen Lauf und es folgten beispielsweise mit der Einführung der Stereophonie 1963 weitere technische Verbesserungen. Des Weiteren erleichterte das Autofahrer-Rundfunk-Informationsverfahren (ARI) ab 1974 den Empfang von Verkehrsmeldungen. 1986 wurde das Radio-Daten-System (RDS) zum weltweiten Standard erklärt. RDS wird von den ARD-Sendern in Deutschland seit April 1988 angewandt und erlaubt die Übermittlung zusätzlicher Daten auf dem Radiodisplay ohne eine Verschlechterung der UKW-Empfangsqualität: Senderspezifische Daten wie zusätzliche Frequenzen, der Programmname oder andere Programmbezogene Daten sind möglich. Darüber hinaus sind inzwischen auch Programmartenkennung beziehungsweise Sprache- und Musikkennung durch RDS übertragbar.[10] Die begrenzte Reichweite der UKW-Sender machte darüber hinaus eine Mehrfachnutzung der Frequenzen möglich, sofern die Entfernung zwischen den Sendern groß genug war.[11] Auch wenn die geringe Reichweite natürlich in erster Linie ein Nachteil war und für den Empfang der UKW-Programme neue Geräte notwendig wurden, überwogen die Vorteile der UKW-Technik. So konnte im Gegensatz zur Mittelwelle das gesamte Tonspektrum von 30 Hz bis 15 kHz übertragen werden, kleinere Antennen genügten und aufgrund des Frequenz-Modulationsverfahrens (FM) hatten die Sender einen hohen Wirkungsgrad.[12] Nach dem erfolgreichen Start von UKW waren die Frequenzkapazitäten schnell ausgereizt und so beschloss man 1979 auf der weltweiten Funkverwaltungskonferenz in Genf, den UKW-Bereich Anfang der 80er Jahre bis 108 MHz zu erweitern, was 64 Prozent mehr Kanäle möglich machte.[13] „Der Genfer UKW-Plan 1984 bot endlich die Möglichkeit, neben den öffentlich-rechtlichen Programmen auch private Programme über terrestrische Sender auszustrahlen.“[14] Doch mit der Ausweitung des UKW-Bereichs waren die Probleme nur kurzfristig beseitigt, da mit den privaten Anbietern erneut die Auslastung stieg:

„Die Kommerzialisierung des Hörfunks hat allerdings Mitte der 80er Jahre zu

einem sprunghaften Anstieg der Zahl der UKW-Sender geführt. Dies wiederum

führte zu einem bis heute fortschreitenden Verlust an technischer Qualität in

diesem Frequenzbereich, der zudem durch übermäßige Aussteuerung und

Kompression der Programmsignale noch erheblich verstärkt wird.“[15]

Die Probleme durch die zu dichte Belegung führten bald zu Störungen, da preisgünstige UKW-Empfangsgeräte oft nur über eine geringe Trennschärfe und Großsignal-Festigkeit verfügten. Weitere technische Verbesserungen waren kaum mehr möglich, während die technischen Qualitätsmaßstäbe für Hörfunkprogramme durch die hörbar besseren digitalen Datenträger wie CD, MD oder DAT deutlich stiegen. Mit diesen „Klangwundern“ konnte UKW mit seinen technischen Standards aus den 50er und 60er Jahren nicht mehr mithalten.[16] „Lediglich die seit 1983 über Satelliten abgestrahlten Hörfunkprogramme werden zur Übertragung digitalisiert und können digital empfangen werden.“[17] Aus mehreren Gründen war das UKW-System demnach Ende der 80er Jahre an seine physikalischen Grenzen gelangt: es waren kaum weitere Programme möglich, durch den Mehrwegeempfang kam es häufig zu Empfangsstörungen, der RDS-Datenkanal war nicht mehr ausreichend für die Übertragung digitaler Zusatzdaten und zudem wurden durch die digitale Produktion neue Anforderungen an ein Hörfunk-Übertragungssystem gestellt.[18] Durch Systemverbesserungen und digitale Aufzeichnungsgeräte wurde die Aufzeichnungs- und Übertragungsqualität in fast allen Produktionsstudios soweit verbessert,[19] dass die UKW-Technik nicht mehr Schritt halten konnte:

„Aus technischer Sicht stellt damit die Übertragung und Wiedergabe von digital

produzierten Inhalten mittels analoger Technik einen unvertretbaren Qualitätsverlust dar.“[20]

Darüber hinaus sind die laufenden Kosten für die rund 1300 Einzelsender im deutschen UKW-Sendernetz mit gut 500 Millionen Euro immens. Aus diesem Grund und weil in den spärlichen terrestrischen Frequenzen die bestehende Nachfrage an zusätzlichen Sparten-Programmen nicht gedeckt werden kann, sollte nun ein digitales Nachfolgesystem Abhilfe schaffen:[21] „Die Tage des alten Radios […] sind gezählt.“[22] Die Frage, wer seine digitale Nachfolge übernehmen soll und kann, wird im nächsten Kapitel geklärt werden.

II. Digital Radio – gestern, heute und morgen

1. Der lange Weg von DAB

1.1 Voraussetzungen

Wie bereits einführend erwähnt, bestand in den 1980er Jahren das erste Mal Bedarf an einem digitalen Nachfolgesystem für den UKW-Rundfunk. Daher begannen in dieser Zeit auch erste Ausstrahlungs-Tests in Bayern, die in der Vorstellung eines neuen konkurrenzfähigen Systems enden sollten. Digital Audio Broadcasting (DAB), auf dessen Entwicklung und Technik nun genauer eingegangen werden soll, entpuppte sich früh als hoffnungsvoller Kandidat für eine zukunftsfähige UKW-Nachfolge, allerdings unter veränderten Startbedingungen:

„Die bisherigen UKW-Sendernetze wurden seinerzeit für den festen Empfang ausgelegt, dagegen ist DAB vor allem für den mobilen Empfang geeignet, was den stationären aber nicht ausschließt.“[23]

Natürlich musste der stationäre Empfang in Zukunft mit dem neuen System gewährleistet sein, um eine komplette Ablösung des UKW-Programms zu rechtfertigen. Allerdings mussten auch einige Voraussetzungen für die digitale Einführung gegeben sein: beispielsweise die ausschließliche Nutzung eines Frequenzbereichs durch digitalen terrestrischen Hörfunk. Des Weiteren sollte es zu einem Ausbau, das heißt zu einer Verdichtung der bereits vorhandenen Sendernetze kommen.[24] Doch bis es dahin kommen sollte, war zunächst fraglich, ob DAB überhaupt die Ansprüche erfüllen könnte, die an das digitale System gestellt wurden, welches den analogen Rundfunk für die nächsten 50 Jahre oder mehr ablösen sollte.

Dass der Begriff „DAB“ von Beginn an eigentlich nicht präzise genug war, sollte mit der Zeit keine Rolle mehr spielen, da dieses Kürzel bald beinahe als Synonym für digitalen Hörfunk angesehen wurde. So war es unbedeutend, dass durch die Bezeichnung unklar blieb, auf welchem Übertragungsweg das Signal bei DAB verbreitet wird. Eigentlich hätte man zu Beginn der Entwicklung „t-DAB“ für terrestrisch digitalen Hörfunk als Markenname wählen müssen, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um Kabel- oder Satellitengebundene Übertragung handelt.[25]

1.2 Anforderungen

Neben der technischen Ausgereiftheit und dem erwähnten stationären sowie mobilen Empfang hatte der digitale Nachfolger weitere Anforderungen zu erfüllen, die im Folgenden erläutert werden sollen. Zunächst musste die Übertragungsqualität im Vergleich zur bisherigen UKW-Qualität deutlich besser sein. Außerdem sollten die Beeinträchtigungen durch Gleich- und Nachbarkanalsender höchstens entsprechend den UKW-Werten sein. Das Versorgungsgebiet eines neuen digitalen Hörfunksystems sollte hingegen mindestens so groß wie die bisherige UKW-Ausbreitung sein.[26]

So war die DAB-Aufgabenstellung bereits Ende der 80er Jahre klar formuliert: es sollte ein digitales Übertragungsverfahren von hoher Qualität werden mit besserer Audioqualität, geringstmöglicher Bandbreite und uneingeschränktem mobilen, portablen und stationären Empfang. Darüber hinaus sollte der Empfang mit einer einfachen Stabantenne beziehungsweise im Auto möglich sein, da rund vier Fünftel der Geräte das Radiosignal auf diesen beiden Wegen empfangen. Auch bei der Übertragungskapazität sollte DAB dem bisherigen UKW-Programmvolumen von durchschnittlich 12 empfangbaren Stereoprogrammen mindestens gleichkommen. Zusätzlich sollten Kapazitäten für die Übertragung zusätzlicher Informationen über leistungsfähige Datenkanäle entstehen, auf denen zum Beispiel Verkehrsdurchsagen in künstlicher Sprache – die inzwischen durch die Anwendung beim Versand von SMS-Nachrichten auf das Telefon-Festnetz bekannt sein dürfte – parallel zum Audiosignal mit übertragen werden.[27] Gelöst werden sollten diese Anforderungen durch die Verbreitung eines so genannten Ensembles mit einer festen Gesamtkapazität in einem bestimmten Gebiet: „ Ein Ensemble verwendet dabei immer nur eine einzige Frequenz, hat eine eindeutige Identifikationsnummer und einen Namen.“[28] Der Aufbau, die Struktur und die Verbreitung von Ensembles werden in Kapitel III noch genauer erläutert.

Zunächst hatte man ohnehin mit den gestellten Anforderungen zu kämpfen, deren Lösung zum Teil heute noch die endgültige Durchsetzung von DAB verzögert – zum Beispiel: „Im Gegensatz zum UKW-System, bei dem mobiler und portabler Empfang überhaupt nicht vorgesehen waren, wird bei DAB gefordert, daß[29] der mobile Empfang nicht schlechter sein soll als der stationäre.“[30] In der Anfangszeit hätte man wohl nicht gedacht, dass es noch heute eher ein Problem ist, einen annähernd guten stationären Empfang zu ermöglichen wie er mobil längst gewährleistet ist. Andere Anforderungen wie die Vorsorge, künftige technische Entwicklungen der nächsten 50 Jahre zu ermöglichen, wurden hingegen bereits umgesetzt und so konnten einige Neuerungen wie „Raumklang“, Mehrkanalstereophonie und Variable Dynamik[31] teilweise schon in die „alte“ DAB-Technik integriert werden.[32]

1.3 DAB-Entwicklung gestern: Eureka EU 147

Doch wie kam es nun eigentlich zu der Entwicklung von DAB? Als „Geburts-stunde“ des Systems könnte man den 16.12.1981 bezeichnen:

„An diesem Tag fand eine Konferenz im Institut für Rundfunktechnik (München)

statt, bei der Einigkeit darüber festgestellt wurde, dass digitaler terrestrischer Hörfunk möglich und sinnvoll wäre.“[33]

Das Institut für Rundfunktechnik (IRT) hatte 1980 begonnen, erste Untersuchungen zu einem UKW-Nachfolgesystem anzustellen. Dabei hatte man früh gemerkt, dass es notwendig werden würde ein Verfahren zu finden, um die große digitale Datenmenge zu übermitteln. Auf das vom IRT entwickelte Quellencodierungsverfahren, bei dem „für die Datenreduktion die Eigenschaften des menschlichen Gehörs zur Redundanz- und Irrelevanzminderung“[34] eingesetzt werden, soll im Gliederungspunkt 2. Technik noch genauer eingegangen werden. Prof. Dr. Pflenge vom IRT erarbeitete Anfang 1980 zunächst erste Vorschläge zur Möglichkeit eines digital codierten Stereoprogramms in der Bandbreite eines Kanals im UKW-Bereich.[35] Schließlich begann das IRT 1985 zusammen mit dem Bayerischen Rundfunk in München mit ersten Ausstrahlungsversuchen. Dabei wurde schnell deutlich, dass die Idee einzelner digital codierter Kanäle im bestehenden UKW-Bereich nicht realisierbar war:[36]

„Entgegen der ursprünglichen Erwartung werden FM-modulierte Signale von

digital modulierten Signalen mehr gestört, als dies durch ein rein analog

moduliertes Signal der Fall ist.“[37]

Trotz dieser anfänglichen Rückschläge initiierten ARD und IRT 1985 ein großes Forschungsprojekt für digitalen terrestrischen Hörfunk, weshalb es Anfang 1985 schließlich zu einem Treffen mit europäischen Industrievertretern kam. Aus diesem resultierte das Eureka-Projekt EU 147, dessen zentrales Arbeitsergebnis die „Vorlage der endgültigen DAB-Norm ETS 300401“[38] werden sollte, in der die wichtigsten Systemparameter von DAB festgelegt waren. 1986 fiel auf der europäischen Ministerkonferenz in Stockholm der Startschuss für das Forschungsprojekt Eureka EU 147. Für die ersten vier Jahre von 1987 bis 1991 wurden Untersuchungen und Entwicklungen für rund 40 Millionen Euro beschlossen, wobei die Bundesrepublik Deutschland das größte Forschungs-kontingent stellte. Eine zweite Stufe von 1992 bis 1994 mit einem weiteren Aufwand von rund 23 Millionen Euro wurde im Herbst 1991 beschlossen. Mit Hilfe dieser Summe sollten unter anderem die bisherigen Systemspezifikationen vervollständigt und die Möglichkeit von zusätzlichen Datendiensten überprüft werden.[39] Mit Abschluss der ersten Eureka-Stufe 1991 konnte man jedoch bereits einen realisierbaren Systemvorschlag vorlegen, bei dem allerdings einzelne Punkte wie das zu verwendende Quellencodier- beziehungsweise Übertragungsverfahren noch zu klären sein würden.[40]

1.4 Zeitplan und Kosten

Natürlich wurden in dieser Anfangszeit auch schon konkrete Vorstellungen einer DAB-Einführung und UKW-Abschaltung deutlich. So sollte nach ersten Planungen DAB zur IFA 1995 eingeführt werden. Anschließend sollten UKW und DAB von 1995 bis 2010 parallel ausgestrahlt werden bis DAB schließlich ab 2010 im UKW-Bereich ausgestrahlt werden sollte, was die Abschaltung von UKW zur Folge hätte und zusätzliche Übertragungskapazitäten in den bis dahin genutzten DAB-Frequenzbereichen ermöglichen würde. Doch bis dieser Zeitplan umgesetzt werden konnte, mussten zunächst bis zum Frühjahr 1993 einige medienpolitische Entscheidungen getroffen werden, welche die DAB-Einführung weiter vorantreiben würden. So standen Grundsatzentscheidungen der Ministerpräsidenten und der Landesmedienanstalten, sowie Einführungs-beschlüsse der öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanbieter aus.[41] Einige grundsätzliche Planungsparameter standen allerdings zu diesem Zeitpunkt schon fest: so sollte für den digitalen Rundfunk zunächst der Fernsehkanal 12 genutzt werden, der zwei bis sechs DAB-Blöcke mit je sechs bis sieben Stereoprogrammen ermöglichen würde. Jedem Bundesland sollte dabei mindestens ein ganzer DAB-Block zur Verfügung gestellt werden, um seine landesweiten Programme zu verbreiten.[42] Eine zusätzliche Bedeckung über das so genannte L-Band sollte darüber hinaus die regionalen und lokalen UKW-Hörfunkstrukturen abbilden. Doch die hochgesteckten zeitlichen Ziele mussten bald zurückgeschraubt werden: 2001 spricht man nur noch davon, dass 2015 „jede analoge Übertragung im Hörfunk abgeschaltet sein“[43] soll, während dann 2003 sogar erste private Sender wie Alster Radio beginnen, ihre digitale Programmausstrahlung aus Kostengründen wieder einzustellen.[44]

Neben einem konkreten Zeitplan mussten natürlich auch die künftig aufzubringenden Kosten für DAB in die Planungen einbezogen werden. Da die Programme ohne zusätzliche Kosten auch in ein digitales Netz eingespeist werden konnten, würden für die Rundfunkanstalten zunächst keine Belastungen ausschließlich durch die Übertragung ihrer Inhalte über DAB entstehen. Allerdings käme es zu einer doppelten Kostenbelastung während des so genannten Simulcastbetriebs, bei dem die Programme parallel über UKW und DAB gesendet werden müssten. Trotz einer kostengünstigen Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur und der geringeren Betriebskosten durch die verringerte Hochfrequenz-Senderleistung mussten einige Kosten für die Startphase eingeplant werden: neben Investitionskosten von rund 20 Millionen Euro wurden etwa 205 Millionen Euro für den Aufbau der Sender veranschlagt. Die jährlichen Betriebskosten würden anschließend circa 20 Prozent der Investitionssumme betragen. Auch der Bayerische Rundfunk nahm 1992 eine erste Kostenabschätzung für die Übertragung seiner Hörfunkprogramme über ein DAB-Sendernetz vor: dabei wurde deutlich, dass sich die jährlichen DAB-Betriebskosten für den BR im Vergleich zu UKW mit 12,8 Millionen Euro auf gut 5 Millionen Euro mehr als halbieren würden.[45] Die Gesamtinvestitionen in Deutschland wurden für 700 Senderstandorte im Fernsehkanal 12 mit knapp 100 Millionen Euro und für 1400 Senderstandorte im L-Band mit gut 197 Millionen Euro kalkuliert.[46]

In einer Studie der Prognos AG[47] kam man nur fünf Jahre später bereits auf deutlich höhere Werte:

„Eine erste Grobschätzung für die Kosten der 1. Bedeckung (Kanal 12) in

Bayern belief sich auf eine einmalige Investition in Höhe von ca. 50 Mio. DM

[25,5 Mio. Euro] und jährliche Betriebskosten in Höhe von 11 bis 12 Mio. DM [ca. 6 Mio. Euro], bei einem Gleichwellennetz von 25 Sendern.“[48]

Auch für das L-Band wurden die Zahlen höher, da es sich erneut nur um die Rechnung für Bayern handelt und nicht für die ganze Bundesrepublik:

„Für die 2. Bedeckung (L-Band) ergäben sich nach dieser Überschlags- rechnung bei ca. 100 Einzelsendern (3 bis 4 Sender pro Standort)

Investitionen von rund 200 Mio. DM [ca. 102Mio. Euro] und jährliche

Betriebskosten von ca. 40 bis 50 Mio. DM [20-25 Mio. Euro], je nach Aufwand

der Modulationszuführung.“[49]

Da das L-Band aufgrund seiner Unwirtschaftlichkeit nie richtig ausgebaut wurde und bis heute nur partiell eingesetzt wird, musste man sich bei einer erneuten Berechnung 2003 auf die bisher geleistete Investitionssumme beziehen:

„Die staatlichen Rechnungsprüfer haben die Subventionen und Anschub-

finanzierungen auf die stolze Summe von mehr als 200 Millionen Euro

addiert, die bundesweit in den letzten 15 Jahren in die DAB-Projekte geflossen

sind.“[50]

Die Finanzierung von DAB umfasst alles in allem den Netz- und Infrastrukturaufbau, den laufenden Netzbetrieb und das Programm- und Diensteangebot. Die Kosten für den Netzaufbau sind dabei besonders schwer vorab kalkulierbar, da durch die Feinjustierung der Netzabdeckung mit weiteren Senderstandorten und so genannten Repeatern[51] Zusatzkosten entstehen können.[52] Natürlich wurde auch von Beginn an überlegt, wie man die Kosten für das neue DAB-Sendernetz tragen könnte. Als eine Möglichkeit wurde dabei sogar in Erwägung gezogen, beim Kauf eines DAB-Endgerätes ein Nutzungs-entgelt auf den Kaufpreis aufzuschlagen.[53] Nachdem die DAB-Subventionierung 2004 eingestellt wurde, wurde beispielsweise auch die Auflage eines „nationalen Digitalisierungs-Fonds“ für die DAB-Förderung diskutiert.[54] Dieser wurde allerdings nicht realisiert, sondern durch die Marketinginitiativen und

-offensiven der Industrie und der Länder quasi ersetzt.[55]

1.5 Sendernetze

Neben den Kosten musste auch die Sendernetzplanung bei der Umstellung von UKW auf DAB berücksichtigt werden. Während im UKW-Netz jeder Sender mehr oder weniger für sich allein steht und vor allem öffentlich-rechtliche Anstalten kaum zusammen mit den privaten Konkurrenten planen müssen, wäre dies bei DAB durch die gemeinsame Nutzung eines Ensembles für sechs bis sieben unterschiedliche Programme kaum mehr möglich:

„Öffentlich-rechtliche Programme und private Programme, lokale, regionale

oder landesweite Programme sind also auf jedem Sender untrennbar verbunden,

auch wenn das jeweilige Programmkonzept bzw. der gesetzliche Programm-

oder Lizenzauftrag ganz unterschiedliche Verbreitungsräume anspricht.“[56]

Dies erforderte eine durchdachte Rundfunkversorgungsplanung, da diese entscheidend für die Reichweite und damit für die Einnahmesituation der privaten Anbieter war. Um diese Problematik für alle Seiten fair zu handhaben und zu koordinieren, war zunächst der Einbezug der Landesmedienanstalten nötig.[57]

Wichtig für den zukünftigen DAB-Empfang und die Planung der neuen Sendegebiete war auch die Anordnung der Sender und wie weit diese im Vergleich zu den alten UKW-Sendern reichen:

„Im Fernsehkanal 12 kann für die Nutzung der gleichen Frequenz von einem

Wiederholungsabstand (minimaler Abstand, um die gleiche Frequenz erneut zu

verwenden) von 80km und einem Senderabstand (maximaler Abstand zwischen

zwei Sendern, ohne dass eine Empfangsverschlechterung durch Laufzeit-

unterschiede zu befürchten ist) von 70 km ausgegangen werden.[58]

Diese Werte qualifizierten die Nutzung des Fernsehkanals 12, um große Gebiete wie zum Beispiel ganze Bundesländer landesweit zu versorgen, während sich das L-Band mit einem Wiederholungsstand von 55 Kilometern und einem Senderabstand von 15 Kilometern nur für die Hörfunkübertragung in regionalen Zellen als sinnvoll erwies. Welche Vor- und Nachteile diese Anordnung der Sender und die neue Sendeplanung bei DAB mit sich bringen sollten, wird in Kapitel III noch genauer erläutert werden.

In jedem Fall war man sich nach der ersten konkreten Entwicklungsphase sicher, dass DAB – wenn auch eventuell nach einer langen Übergangszeit – die Fähigkeiten hätte, um UKW komplett abzulösen:

„Im März 2001 stimmte der Bundesrat der Frequenzteilungsverordnung der

Bundesregierung zu. Deshalb wird DAB eines Tages UKW ablösen. (…)

Geplant ist eine Abschaltung von UKW im Jahre 2015. In der Geschwindigkeit

der heutigen Informationswelt gerechnet ist das Schneckentempo – wenn man

bedenkt, wie rasant sich die CD oder DVD durchsetzten.“

Doch „die Schnecke“ der digitalen Umstellung im Hörfunk hatte sich immerhin in Gang gesetzt und sollte auch bis heute nicht mehr zum Stehen kommen. Mit welchen technischen Entwicklungen DAB vorangetrieben wurde und mit welchen konkurrierenden Technologien es mit der Zeit zu kämpfen hatte, soll in den folgenden Punkten dieses Kapitels deutlich gemacht werden.

2. Die DAB-Technik

Um ein gewisses Grundverständnis für die Problematik bei der DAB-Einführung und die jeweiligen Vor- und Nachteile im Vergleich zur analogen Rundfunktechnik beziehungsweise zur digitalen Konkurrenz zu schaffen, sollen nun einige Aspekte der DAB-Technologie genauer vorgestellt, definiert und erläutert werden.

Vorab unterscheidet man bei der Rundfunkübertragung zwischen Individual-kommunikation „Point-to-point“ (GPRS, WLAN, UMTS) und Broadcast „Point-to-Multipoint“ (DRM, DAB, DMB, DVB-H, DVB-T).[59] Im Folgenden soll zunächst allerdings nur die Punkt-zu-Multipunkt - Verbreitung von DAB im Mittelpunkt stehen, das heißt auf welchem technischen Weg gelangt das Programm-Signal vom Sender zum Empfänger und welche Vorteile der digitalen Technologie werden dabei genutzt.

„Der grundsätzliche Aufbau des DAB-Signals und die möglichen Varianten sind

durch folgenden europäischen Standard vorgegeben: ETS 300 401, Radio

broadcasting systems; Digital Audio Broadcasting (DAB) to mobile, portable

and fixed receivers.“ [60]

Das System der Rundfunkübertragung bedient sich grundsätzlich einer Ketten-schaltung von fünf Grundkomponenten: der Quelle, dem Sender, dem Über-tragungskanal, dem Empfänger und der Senke, welche die ursprüngliche Information wieder abbildet.[61]

Eine Aufgabe der Digitalisierung ist anfangs die Umwandlung einer Sinusform in eine Bitfolge:

Abbildung 1: Aufgabenstellung der Digitalisierung[62]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das analoge Signal wird bei der digitalen Umwandlung der Schwingungen in einzelne Samples zerlegt[63]:

„Im Gegensatz zu(m) analogen Verfahren, bei denen die zu übertragenden

Informationen in Form von Schwingungen dargestellt werden, geschieht die

Kodierung bei Digital Radio in langen Ketten in den digitalen Informations-

einheiten `0´ und `1´. So entsteht ein Datenstrom, der verschiedene Infor-

mationen beinhalten kann wie Töne, Texte, Bilder oder Software.“[64]

Daraus lässt sich bereits erkennen, dass es bei der digitalen Übertragung belanglos ist, welche Art von Daten umgewandelt und anschließend weitergeleitet werden müssen.[65] Zusammengefasst besteht die Digitalisierung aus Zeit- und Wertequantisierung und Codierung.[66] Während der Zeitquantisierung werden gleichmäßige Zeitintervalle gebildet und die Signalwerte abgetastet. Danach folgt die Wertequantisierung, bei der gleichmäßige oder ungleichmäßige Werteintervalle gebildet und die Abtastwerte zugeordnet werden. Zuletzt werden in der Codierung die Bitfolgen zu den Werteintervallen zugeordnet.[67] Bei der so genannten Quellencodierung, auf die im nächsten Punkt noch detailliert eingegangen werden wird, müssen „kontinuierliche(n) analoge(n) Signale in eine Reihe digitaler Momentanwerte umgewandelt werden.“[68]

Abbildung 2: Schrittfolge der Digitalisierung[69]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der Digitalisierung kommt es vor allem darauf an, mit welcher Rate das analoge Signal abgetastet wird. Um ein möglichst genaues digitales Ebenbild zu erhalten, sollte die Abtastrate hoch gewählt werden. Deshalb wählte man bei DAB – im Vergleich zur CD, die 44 100 Mal pro Sekunde abgetastet wird – eine Abtastrate von 48 000 kHz. Durch die Quantisierung mit 16 Bit ergibt sich schließlich für ein Stereoprogramm ein unkomprimierter Datenstrom von 1,5 MBit/s.[70] Der digitale Datenstrom von 1,5 MBit/s ist allerdings zu groß, um ihn frequenzökonomisch und damit wirtschaftlich zu übertragen, deshalb ist es in der Folge erforderlich, diesen Datenstrom durch ein weiteres digitales Verfahren zu reduzieren.[71]

2.1 MUSICAM

Der zu große Datenstrom erwies sich als erstes Problem auf dem Weg der Digitalisierung, da ohne eine Reduzierung der Frequenzbedarf zu hoch sein würde. Aus diesem Grund wurde bereits in den 1980er Jahren der Firma Philips, dem IRT und dem französischen Forschungszentrum CCETT[72] ein modernes Quellencodierverfahren zur Datenreduktion entwickelt, das heute unter dem Namen MPEG Layer II bekannt ist.[73] Zunächst wurde das Verfahren aber unter dem Kürzel „MUSICAM“ geführt und getestet, was für „Masking pattern adapted Universal Subband Integrated Coding And Multiplexing“ steht. Unter Verwendung spezieller Verfahren und Algorithmen was es möglich, die Datenrate von 1,5 MBit/s um den Faktor 7 auf 192 kBit/s zu verringern.[74] Möglich wird dies, indem Töne unterhalb der Ruhehörschwelle und durch lautere Töne gleicher Tonhöhe verdeckte herausgefiltert werden[75]:

„MUSICAM macht sich diese Effekte des menschlichen Gehörs zunutze, indem

es mit mathematischen Analyseverfahren die nicht wahrnehmbaren Toninfor-mationen ermittelt und bei der Übertragung ausfiltert.[76]

Nachdem also nicht jede Einzelfrequenz vom Ohr zu unterscheiden ist, wird der zu übertragende Frequenzbereich bei der Subband-Codierung in schmale Teilbereiche gegliedert und „von diesen jeweils nur ein(en) Mittelwert der Signalpegel (…) übertragen.“[77] Wichtig ist, dass es sich dabei nicht um Datenkompression handelt, sondern nur um ein Auslassen von Informationen, die nicht erforderlich sind. Ziele der Quellencodierung sind demnach Redundanz- und Irrelevanzreduktion ohne hörbaren Qualitätsverlust.[78] Um zu bestätigen, dass durch Datenreduktion keine Verschlechterung der Qualität auftritt, wurde 1988 vom IRT eine Studie zur akustischen Wahrnehmung durchgeführt. Diese zeigte, dass selbst bei klassischer Musik erst ab einer geringen Bandbreite von 128 kBit/s erste signifikante Wahrnehmungs-unterschiede der musikalischen Qualität festzustellen sind.[79]

Abbildung 3: Prinzip der Datenreduktion mit MUSICAM[80]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Grundlagen der Codierung sind zusammenfassend folgendermaßen zu beschreiben:

„Die effiziente Codierung beruht auf der Entfernung von Redundanz und

Irrelevanz aus dem Signal. Unter Redundanz versteht man die Abhängigkeit der

aufeinanderfolgenden Abtastwerte, die im Sender eliminiert und im Empfänger

komplett wieder hergestellt werden kann. Die Irrelevanz nutzt die Eigenschaften

des Ohrs als Nachrichtenempfänger aus; d.h. es wird Information, die der

Empfänger nicht hören kann, entfernt. Sie ist deswegen unwiederbringlich

verloren und kann im Empfänger nicht mehr rekonstruiert werden.“[81]

MUSICAM musste sich in der Entwicklungsphase gegen einen weiteren Vorschlag namens ASPEC (Transformationscodierung) durchsetzen, ehe es Anfang 1992 zu einer Einigung mit MPEG (Moving picture expert group) kam. Demnach hatte sich ihr Codierverfahren als „Testsieger“ der durchgeführten Hörtests erwiesen und wurde unter Einbeziehung von ASPEC-Teilaspekten für DAB fortentwickelt.[82]

„MUSICAM wurde 1992 als internationaler Standard ISO/IEC MPEG-Audio Layer 2 (MP2) standardisiert. Es findet übrigens neben DAB auch bei den Verfahren DVB und ADR Anwendung und diente als Grundlage für die Entwicklung von MP3.“[83]

Inzwischen wurde Datenreduktion weiter optimiert, so dass die heute über DAB übertragenen Musik-Stereoprogramme nur noch Bitraten von 128 kBit/s beziehungsweise 192 kBit/s benötigen. Bei Sendungen mit geringerem Qualitäts-bedarf wie zum Beispiel bei reinen Sprachprogrammen oder Nachrichten-sendungen ist teilweise sogar eine Datenrate von 64 kBit/s ausreichend.[84]

2.2 OFDM und COFDM

Neben der Datenreduktion bedarf es bei der Übertragung digitaler Signale aus Gründen der Zweckmäßigkeit und der Wirtschaftlichkeit noch eines Modulationsverfahrens:[85]

„Modulation ist die systematische Beeinflussung der Parameter eines

Trägersignals durch ein Modulationssignal, also das zu übertragende

Nutzsignal.“[86]

Dafür wird das Basisbandsignal zuerst durch ein Trägersignal auf eine hochfrequente Lage befördert, da es sich so mit geringerem Aufwand und unter höherer Auslastung der vorhandenen Kapazitäten der Übertragungskanäle übertragen lässt.[87] „Die Nutzsignale werden mit Hilfe der Modulation gewissermaßen `Huckepack´ von den Trägersignalen transportiert und müssen auf der Empfangsseite durch Demodulation zurückgewonnen werden.“[88] Beim Orthogonalen Frequenzmultiplex OFDM[89] geschieht dieses Huckepack-Nehmen nicht auf einem Träger, sondern auf einer großen Zahl nebeneinander liegender Träger, die sich allerdings deshalb nicht gegenseitig stören.[90] Man spricht daher von einem breitbandigen Multiträger-Übertragungsverfahren:[91] COFDM[92] kann dementsprechend als Optimierung von OFDM gewertet werden. Denn durch die Aufteilung des digitalen Signals eines DAB-Blocks[93] auf maximal 1536 Unterträger liegen häufig ähnliche Informationen auf den Subträgern so nahe nebeneinander, dass es zu Störungen kommt. Um diese zu minimieren, werden die Informationen bei COFDM nach einer festen Codierung getrennt auf die Subträger verteilt[94], so dass stets nur Teile der gesamten Information den möglichen Störungen zum Opfer fallen.[95] Während das Signal im VHF-Band 3 auf diesen 1536 Trägerfrequenzen in einer Bandbreite von 1,5 MHz übertragen wird, sind es im L-Band bei gleicher Bandbreite lediglich 384 Trägerfrequenzen. Geht man aber davon aus, dass im digitalen Verfahren auf diesem Weg sechs Programme oder mehr gleichzeitig übertragen werden können, sieht man den Vorteil zum analogen UKW, bei dem auf einer Frequenz ein einzelnes Programm mit einer Bandbreite von 300 kHz ausgestrahlt wird.[96] Insgesamt gibt es vier verschiedene Modi, die unter anderem unterschiedliche Trägerfrequenz-komponenten und Reichweiten haben und für die jeweiligen Anwendungs- und Ausstrahlungsgebiete von DAB entwickelt wurden.[97]

2.3 Fehlerschutzverfahren

Wie beschrieben, wird das digitale Signal durch die Verfahren von MUSICAM und COFDM für die Übertragung optimiert. Doch wie auch bei der analogen Ausstrahlung von Signalen, stellt es für die Quellcodierung eine weitere Heraus-forderung dar, das Funkfeld bis zum Empfänger möglichst störungsfrei zu überbrücken. Darüber hinaus sollte möglichst wenig Datenrate für den hierfür nötigen Fehlerschutz gebraucht werden:[98]

„MUSICAM ermöglicht die Übertragung von Audiosignalen großer Bandbreite und Dynamik mit relativ kleinen Bitraten. Das dabei verwendete Teilbandcodierungsverfahren ist auch bezüglich der Auswirkung von Bitfehlern günstig, weil sich diese nur im begrenzten Frequenzbereich des jeweiligen Teilbandes bemerkbar machen. Bei einer Bitfehlerhäufigkeit [engl.: bit error rate (BER)] von 10-3 oder kleiner treten keine hörbaren Störeffekte auf.“[99]

Im Allgemeinen sind Fehlerschutzverfahren „alle Maßnahmen, mit denen die zu übertragenden Bitfolgen der Nutzinformation, also der Audio- und Videosignale, gegen Fehler geschützt oder aufgetretene Fehler korrigiert werden.“[100] Dazu bedarf es der Komponenten Fehlererkennung und Fehlerkorrektur. Die unterschiedlichen Verfahren des Fehlerschutzes[101] wie Faltungscode etc. sollen in dieser Arbeit allerdings nicht ausführlich erläutert werden, da dies für den weiteren Verlauf nicht nötig ist. Es soll an dieser Stelle lediglich dargestellt werden, dass bei dem angewandten Verfahren namens „Unequal Error Protection“ (UEP) von einer unterschiedlichen Wichtigkeit der zu übertragenden Informationen ausgegangen wird.[102] Wie bereits beim Redundanzverfahren, werden dabei erneut die psychoakustischen Vorgänge des menschlichen Ohres berücksichtigt, da im Falle einer Störung nicht jedes Signal die gleiche Wichtigkeit für das Ohr hat:

„Geht man diesem Phänomen konsequent nach und verteilt den Fehlerschutz ungleichmäßig so, daß[103] in der Störwirkung hochwirksame Signalteile hoch geschützt werden und weniger störende weniger geschützt werden, so benötigt man einerseits erheblich weniger Kapazität für den Fehlerschutz und erreicht andererseits ein weicheres Ausstiegsverfahren (graceful degradation). Hierzu muß[104] allerdings bei der Quellcodierung schon eine Sortierung in weniger wichtige und wichtige Daten vorgenommen werden. Durch entsprechende Anordnung der Datenwörter wird dieser Forderung bei MUSICAM Rechnung getragen.“[105]

Um die Frequenzkapazität maximal auszunutzen und die Signalqualität zu optimieren, greift man demnach auf diesen variablen Fehlerschutz zurück. Des Weiteren ist aber zu beachten, dass die durchgeführte Codierung nach der Übertragung stets eine Decodierung im Empfänger notwendig macht: so werden beim so genannten „Zeit-Interleaving“ die Inhalte „in zeitlich verschachtelter Weise ausgestrahlt und erst wieder im Empfänger in die richtige Reihenfolge zusammengesetzt.“[106]

2.4 Datendienste

Von Beginn der Entwicklung an wurde ein Aspekt der DAB-Technik als große Neuerung im Vergleich zum analogen Hörfunk hervorgehoben: die Möglichkeit der Aussendung zusätzlicher Datendienste, zum Beispiel auf einem Bildschirm-Display, das neben dem Autoradio angebracht wird. Für die Zielgruppe der Autofahrer sollten so bei DAB neue Programme und Datenrundfunkdienste geschaffen werden, die Informations- und Leitsysteme bieten oder auch Daten an geschlossene Benutzergruppen wie beispielsweise Außendienstmitarbeiter übertragen. Diese menügesteuerten Informationsdienste würden durch Stau berichte, Wetterdienste, Verkehrsrouten oder auch Hotel-, Restaurant und Veranstaltungsführer auf dem Laufenden halten.[107] Als weitere Entwicklungen der Dienste waren Informationen über Parkhauskapazitäten, Fahr- und Flugpläne, Börsenkurse, Lottozahlen, Fußballtabellen und ähnliches geplant, die zum Teil inzwischen verwirklicht werden konnten.[108]

Abbildung 4: Hierarchischer Aufbau von Datendiensten[109]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei DAB wird zunächst zwischen drei Kategorien von Datendiensten unterschieden:

- Programmbezogene Daten: `programm associated data´ (PAD)
- Nicht-programmbezogene Daten: `non-programm associated data´ (NPAD)
- Zusatzdienste für geschlossene Benutzergruppen: `conditional access´ (CA)[110]

PAD-Dienste sind demnach als programmbegleitende Informationen in Form von Texten und Bildern fest an das Hörfunkprogramm gebunden. Dies könnte zum Beispiel die Telefonnummer ins Sendestudio sein oder auch Interpret und Titel des aktuellen Musikstücks mit dazugehörigem CD-Cover:

„Ein JPEG-codiertes Bild (auch andere Bildformate sind grundsätzlich

möglich) kann bereits vor dem Zeitpunkt seiner Darstellung übertragen und im

Speicher des Datenendgerätes gehalten werden, bis es zu einer vorgegebenen Zeit (Trigger Time) oder bei Aussendung eines Kommandos zur Darstellung (Header Update) auf dem Display erscheint.“[111]

Die Darstellung innerhalb von kurzen Texten über PAD übernimmt dabei ein einfacher Übertragungsstandard namens `Dynamic Label´, der ähnlich dem analogen Radiotext mit seinen 8 Zeichen arbeitet, allerdings mit 8 mal 16 Zeichen.[112] Die N-PAD-Dienste sind im Gegensatz zu PAD „nicht an ein bestimmtes Audioprogramm gebunden und werden zentral [als Pakete] von einem Multimedia-Datenserver eingetastet.“[113] Natürlich musste diesen zusätzlichen Rundfunkdiensten im DAB-Signal auch eine eigene Übertragungs-kapazität frei gehalten werden. Die Datenraten der Zusatzdienste sind dabei zwischen 8 kBit/s und 64 kBit/s je nach Gesamtkapazität im Ensemble frei wählbar.[114] Zudem sind bis heute noch rundfunkrechtliche Fragen zu den Datendiensten offen, da zum Beispiel ein CA-Betrieb nicht mehr mit dem ursprünglichen Rundfunk-Begriff vereinbar wäre und eine Aktualisierung dessen notwendig machen würde.[115]

Die Übertragung der PAD- beziehungsweise N-PAD-Daten erfolgt synchron zur Ausstrahlung des Audiosignals und behindert diese auch nicht:

„Während der Übertragung werden die komprimierten Daten der Reihe nach in einem so genannten Karussell ausgestrahlt und ständig wiederholt. Dabei können einzelne Daten hoher Priorität pro Zyklus öfter übertragen werden.“[116]

Schon beim Download von neuen Informationen sind bereits herunter geladene Daten abrufbar. Wie oft es neue Inhalte gibt, ob jede Minute oder nur alle zwei Stunden, ist vom Anbieter frei wählbar, allerdings muss die Zeit bis zum neuen Update natürlich ausreichen, um die alte Information vollständig zu über-tragen.[117] Die Übertragungsleistung der Datendienste liegt dabei ungefähr bei bis zu 400 DinA4-Seiten pro Sekunde.[118] Die einzelnen Seiten wurden im HTML-Format[119] erstellt, das geräteunabhängig gelesen werden kann und durch die Benutzung im Internet ohnehin bereits als Standard festgelegt war.[120] Als Quelle für die Datendienste war anfangs noch der Videotext in Betracht gezogen worden, da dieser durch die automatische Aktualisierung und die passende Länge kaum Mehraufwand für den Einsatz als DAB-Datendienst bedeutet hätte.[121] Diese Option steht zwar nach wie vor zur Verfügung, wird aber noch nicht genutzt, da die meisten Datendienste neben den PAD nicht über Verkehrs- und Parkinformationen hinausgehen. Nichtsdestotrotz befinden sich einige weitere Dienste in der Entwicklungs- beziehungsweise Aufbauphase, auch wenn sie erst von wenigen Endgeräten empfangbar sind. Neben Verkehrsinformations-diensten wie TMC, TPEG oder mobile.info sind auch ein interaktiver Nach-richtendienst namens TopNews und ein ortsbezogener Informationsdienst namens UMIS[122] in der Testphase.[123] Teilweise ist es auch schon möglich über ein Autoradio und bestimmte Handys wie zum Beispiel das Nokia 6600 via Bluetooth-Technik direkt auf DAB-Datendienste zurückzugreifen. Aufgrund der steigenden Display-Auflösung und dem allgemein multifunktionalen Gebrauch von Mobiltelefonen ist dieser kostenlose Zugang zu Informationen im Auto sicherlich eine viel versprechende und nutzerfreundliche Entwicklung.[124]

2.5 MOT-Protokoll

Die Texte und Bilder der Datendienste müssen in einem einheitlichen Format übertragen werden, daher verwendet man bei DAB den durch das Eureka 147-Projekt festgelegten Übertragungsstandard des MOT-Protokolls (Multimedia Objekt Transfer). Das MOT-Protokoll wird für die Übertragung von Informa-tionen und Steuerzeichen sowohl programmabhängiger als auch programm-unabhängiger Datendienste angewandt.[125] Die Schwierigkeit bei der Ent-wicklung eines solchen Standards war zunächst, ein einheitliches Format für die unterschiedlichen DAB-Endgerätevariationen zu finden. Der Vorteil des MOT-Objektes liegt dabei in seiner Kompatibilität zu HTML.[126]

2.6 TPEG

Unter 2.4 wurde bereits die Entwicklung des Datendienstangebots TPEG kurz erwähnt, die nun noch etwas genauer vorgestellt werden soll. TPEG wurde von der „Transport Protocol Expert Group“ der EBU[127] als digitaler Nachfolger für TMC[128] vorgestellt[129] und ist inzwischen „ein offener internationaler Standard zum Aussenden von sprachunabhängigen Verkehrs- und Reiseinformationen, der auf den Erfahrungen von RDS[130] -TMC aufbaut.“[131] TMC war seinerzeit für UKW-RDS entwickelt worden und dort seit für das Übertragen von Verkehrs-meldungen im Einsatz. Durch die größere Bandbreite bei DAB werden über TPEG mehr Meldungen in kürzeren Zeitabständen möglich. TPEG umfasst Mobilitätsinformationsdienste für Bahn, Straße, Flugzeug oder auch Wetter, die trägerunabhängig übertragen werden können, wobei sich DAB als ideales Trägersystem erwiesen hat. Die Anwendungsgebiete sind wie angesprochen zahlreich und reichen von der Verknüpfung mit Navigationssystemen, über Parkhausinformationen bis zur verschlüsselten CA-Übertragung. Zudem ist TPEG in Zukunft ohne Probleme erweiterbar, so dass neu entwickelte Techniken und Dienste mit übertragen werden können.[132]

2.7 EPG

Der Elektronische Programmführer (EPG) zählt wie TPEG zu den neueren Entwicklungen für den digitalen Hörfunk und wurde unter anderem auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2005 zum ersten Mal vorgestellt. Die Ausstrahlung der digitalen Programmzeitschrift als NPAD erlaubte zunächst zwar nur die Vorausschau auf das digitale Hörfunkprogramm der kommenden sieben Tage, wurde aber dennoch als wichtiger weiterer Schritt in die digitale Zukunft gewertet. Ähnlich der Timer-Funktion bei Videogeräten sollte als nächstes die programmierbare Aufnahme von bestimmten Sendungen folgen.[133] Dieser Forderung wurde auch bald Rechnung getragen:

„Das Unternehmen Frontier Silicon präsentierte [bei der Digital Radio Show am 1./2.Juni 2005 in London] seine Neuentwicklung DABplus, welche einen hochentwickelten EPG (electronic programme guide) mit Aufnahme und Timerfunktion kombiniert.“[134]

Der EPG stellt damit die Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Möglich-keit einer direkten Aufnahmefunktion in Autoradios wie dem Blaupunkt `Wood-stock DAB 54´ dar:

„So reicht zum Aufnehmen von DAB auf eine korrekt formatierte und leere Speicherkarte ein einziger Tastendruck auf `RecDel´. Die bei der Aufnahme erzeugte MP3-Datei wird automatisch mit dem aktuellen Datum und der Uhrzeit benannt und kann später einfach auf den PC übertragen werden.“[135]

Da diese einfache Aufnahme Musiktitel in digitaler MP3-Qualität liefert, sind Konsequenzen für den Musikmarkt nicht auszuschließen, so dass in diesem Punkt sicherlich noch urheberrechtliche Fragen geklärt werden müssen.

2.8 Multiplexbildung

Die technischen Voraussetzungen für die digitale Übertragung wurden bereits erläutert, so dass nun noch zu klären ist, in welcher Form das durch die beschrie-benen Verfahren entstandene Signal schließlich gesendet und verarbeitet wird. Bei DAB handelt es sich im Allgemeinen um ein so genanntes Gleichwellennetz, bei dem die digitalen „Rundfunksignale […] innerhalb eines Versorgungsgebiets von mehreren Sendern auf der selben Frequenz abgestrahlt“[136] werden. Diese Programmpakete werden demnach in einem DAB-Multiplex gemeinsam verbreitet. Der Multiplex ist dabei mit einer Baugruppe zu vergleichen, die verschiedene Programme in einem gemeinsamen Datenstrom vereint und überträgt:[137]

„Für den Sendevorgang werden die MUSICAM-reduzierten Audiosignale und

die zu übertragenden Datensignale der Dienste mit Hilfe eines Multiplexers zum

Transport-Multiplex zusammengefasst, danach durch den COFDM-Modulator

in ein COFDM-Signal umgesetzt und abschließend in die hochfrequente Lage

als DAB-Signal gebracht.“[138]

Durch die Nutzung dieser „Single Frequency Networks“ (SFN) und der Mehrwegnutzung kommt es im Gleichwellennetz nicht zu den von UKW her bekannten Empfangsstörungen.[139] Um die dennoch auftretenden Störungen möglichst zu minimieren, wird dem Fehlerschutz von vornherein in jedem Ensemble die nötige Datenkapazität frei gehalten.[140] Die Ensembles selbst werden im VHF-Band durch Satelliten beziehungsweise im L-Band über Glasfaserkabel an einem zentralen Punkt zusammengeführt und nach bestimmten Rechenmustern zur Übertragung gebündelt:[141]

„Die DAB-Bandbreite von ca. 1,5 MHz reicht, um sechs Stereoprogramme mit

je 192 kBit/s und einen für Mobilempfang bestens geeigneten Fehlerschutz zu

übertragen. Diese Konfiguration ist aber nicht starr vorgegeben, sondern nur

eine von vielen Möglichkeiten. Die Bandbreite von 1,5 MHz bedeutet eine

bestimmte Datenrate, die brutto […] maximal für Hörfunk und Datendienste

genutzt werden kann. Beim DAB-System sind dies genau 2,304 MBit/s. Die

erwähnten sechs Stereoprogramme mit Nettodatenraten von 192 kBit/s haben

mit einem passenden Fehlerschutz zum Beispiel Bruttodatenraten von je 373,33

kBit/s, was zusammen eine Bruttodatenrate von 2,24 MBit/s ergibt. 64 kBit/s

brutto stehen bei diesem Beispiel für Datendienste noch zur Verfügung. Es wäre

nun auch möglich, weniger Programme mit höherer Nettodatenrate und/oder

mehr Redundanz zwecks Fehlerschutz zu übertragen oder mehrere Programme

bei niedriger Datenrate.“[142]

Wie bereits erwähnt, ist es inzwischen durch verbesserte Redundanzverfahren ohnehin schon möglich, mehr Programme mit zum Beispiel 164 kBit/s bei gleich bleibender Qualität in einem Ensemble zu übertragen. Durch dynamisches Bit-ratenmanagement lassen sich die DAB-Übertragungskapazitäten schließlich maximal ausnutzen, da damit die Möglichkeit besteht, Bitraten zeitlich variabel zu gestalten.[143] Abschließend ist es natürlich noch entscheidend, welche Vorgänge im Empfänger durchgeführt werden müssen, um die teils codierten und verschachtelten Informationen wieder zu den eigenständigen Programmen umzuwandeln:

„Auf der Empfangsseite werden durch Abwärtsmischung, Demodulation,

Demultiplexierung und Decodierung die ursprünglichen Audiosignale und

Daten wieder gewonnen.“[144]

Mit diesen letzten technischen Schritten ist die Übertragung des digitalen Signals abgeschlossen und DAB kann endgültig aus dem Radio erklingen.

2.9 Repeater

Teilweise genügt die Sendeleistung noch nicht, um DAB in Deutschland ein-wandfrei und lückenlos zu empfangen. Es gibt Problemstellen wie den Inhouse-Empfang, das heißt innerhalb von Gebäuden oder den mobilen Empfang in Tunnels oder ähnlichem. Vor allem der Empfang in Gebäuden ist oft noch zu schwach, da das hochfrequente Signal durch Wände zum Teil stark abgedämpft werden kann. Aus diesem Grund werden an bestimmten Punkten so genannte `Repeater´ beziehungsweise `gap filler´ installiert, die das DAB-Signal em-pfangen und anschließend verstärkt beziehungsweise gezielt in das unter-versorgte Gebiet wieder abstrahlen. Die Repeater sind demnach mit Empfangs- und Sendeteil, sowie einer Richtantenne zur Abstrahlung ausgestattet, so dass bis dahin nicht abgedeckte Bereiche auch mit der erforderlichen Feldstärke versorgt werden können.[145]

Abbildung 6: Schließung von Versorgungslücken durch Repeater[146]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.10 Variable Dynamik

Obwohl DAB ohnehin klanglich deutlich besser ist als UKW, wurden mit der Zeit weitere akustische Verbesserungen entwickelt. So ist es bei DAB möglich, auf unterschiedliche Abhörbedingungen wie zum Beispiel während der Fahrt im Auto zu reagieren. Dieses System der Variablen Dynamik wurde vom IRT entwickelt und erlaubt eine individuelle Regelung zwischen lauten und leisen Programmpassagen, damit der Lautstärkepegel für den Hörer gleich bleibt. Das Dynamik-Stellsignal wird dabei zusätzlich aus dem Studio übertragen und kommt dann je nach Bedarf im Empfangsgerät zum Einsatz.[147]

2.11 DAB-Surround

Eine weitere Entwicklung akustischer Möglichkeiten stellt DAB-Surround dar. Zunächst war für DAB schon teilweise der vom analogen UKW her bekannte Stereo-Sound durch das so genannte Joint Stereo verbessert worden. Dabei machte man sich erneut psychoakustische Vorgänge zu Nutze und konnte durch die geringere Richtungsauflösung des Ohrs bei höheren Frequenzen im Vergleich zur Stereo-Codierung eine Daten-Einsparung von 10-30 kBit/s erreichen.[148] Doch es konnten nicht nur Kapazitäten eingespart werden, auch qualitativ wurden bei DAB neue Maßstäbe gesetzt durch die Entwicklung von DAB-Surround:

„Das DAB Surround-Verfahren benötigt neben dem normalen Stereoton für die

Codierung der Multikanal-Information lediglich 5 kBit/s Zusatzdaten.“[149]

Trotz des geringen Mehraufwands ist damit theoretisch über DAB zum Beispiel Surround-Klang im Auto möglich, wie man ihn heute gerade einmal per DVD von 5.1-Surround-Lautsprechersystem aus der Wohnzimmer-Anlage kennt. Möglich wird dies durch die Kombination des bisherigen Audiocodierverfahrens MPEG Layer-2[150] mit der neuen MPEG Surround-Technologie, die zudem bereits kompatibel wäre zu den marktüblichen DAB-Empfängern.[151]

Sogar portable Empfänger, bei denen die DAB-Programme über Kopfhörer gehört werden, wurden in die neuesten Entwicklungen mit einbezogen:

„DAB-Surround-Sound kann künftig auch über herkömmliche Stereokopfhörer

übertragen werden. Möglich macht das Ensonido, eine Technologie, die auf der

IFA vom Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen präsentiert wird.

Ensonido erzeugt über die Kopfhörer ein räumlich wirkendes Klangfeld.“[152]

Bisher wurde die Übertragung von DAB-Surround allerdings nur experimentell bei einzelnen Sendungen auf Bayern 4 Klassik durchgeführt, da eine raumklangfähige Ausrüstung in den meisten Produktionsstudios noch fehlt und auch noch keine geeigneten Endgeräte auf dem Markt sind. So ist die Entwicklung von DAB-Surround zwar zukünftig als Mehrwert für digitales Radio zu werten, braucht aber wohl wie so viele technische Entwicklungen bei DAB noch etwas Zeit bis zur tatsächlichen Marktreife beziehungsweise –durch-dringung.[153]

3. Vorteile von DAB

Wie soeben erläutert, ergeben sich durch die neuen digitalen Verfahren wie beispielsweise das Weglassen nicht wahrnehmbarer Informationen durch Redundanz und neue Fehlerschutzverfahren einige Vorteile gegenüber der analogen UKW-Technik. Diese Vorzüge von DAB sollen nun im Einzelnen vorgestellt werden.

3.1 Digitales Gleichwellennetz

Zunächst unterscheiden sich UKW und DAB in der generellen Verbreitung des Signals. So ist es bei DAB möglich, den gleichen Sender lückenlos in einem großen Gebiet wie zum Beispiel einem Bundesland auf einer einzigen Frequenz zu übertragen.[154] Während die Belegung der gleichen Frequenz über UKW nur bei großem geographischen Abstand möglich war, ist durch das digitale Gleichwellennetz von DAB ein Übertragungskanal im gesamten Versorgungs-gebiet ausreichend.[155] Aus frequenzökonomischer Sicht wird daher „für DAB im Vergleich zu UKW (FM) eine wesentlich geringere Bandbreite für die Verbrei-tung der Hörfunkprogramme und Datendienste in der Fläche benötigt.“[156] Eine Frequenzsuche entfällt damit zum Beispiel bei landesweit verbreiteten Hörfunk-programmen komplett, sobald das jeweilige Ensemble einmal auf dem DAB-Endgerät gespeichert wurde und man das Sendegebiet, in dem Fall das Bundes-land, nicht verlässt. „Im Vergleich zur UKW-Verbreitung liegt der Frequenz-bedarf [von DAB dementsprechend] um den Faktor 2 bis 4 niedriger.“[157] Durch die Mehrwegeausbreitung des Rundfunksignals kam es bei UKW häufig zu Störungen, da das Signal zeitversetzt mehrmals im Empfänger ankam und so das eigentliche Signal gestört wurde. Durch COFDM wird die Mehrwegeaussendung dagegen zum Übertragungsvorteil, was vor allem beim mobilen Empfang optimal genutzt werden kann.[158] So werden die Reflexionen der elektro-magnetischen Wellen an Bergen, Gebäuden etc. nun genutzt, um das DAB-Signal zu verbessern anstatt wie bisher zu Störungen zu führen.[159] Die teuren Füllsender und Repeater werden damit zumindest in gebirgigen Gebieten kaum benötigt.[160]

Darüber hinaus ist bei DAB nicht bloß nur noch die Hälfte des Frequenz-volumens von UKW nötig, sondern auch die Sendeleistung liegt im Vergleich zu UKW um 90 Prozent niedriger.[161] Dass DAB mit diesem Bruchteil der Sende-leistung des analogen UKW-Rundfunks auskommt, soll folgende Beispiel-rechnung veranschaulichen:

Bayern 3, ein landesweites Programm des Bayerischen Rundfunks wird über UKW von 36 Sendern mit einer Gesamtsendeleistung von 790 kW übertragen. Der Freistaat Bayern konnte demgegenüber im Herbst 2004 auf 92 Prozent der Fläche mit insgesamt 37 Sendern und rund 30 kW Gesamtleistung komplett mit DAB versorgt werden. Das entspricht einer Durchschnittsleistung von nur 4 kW pro landesweitem DAB-Programm.[162] Diese deutlichen Einsparungen bei der Sender-Infrastruktur und der Sendestärke ziehen natürlich auch eine Senkung der allgemeinen Betriebskosten nach sich.[163]

Außerdem arbeitet das DAB-Netz auch noch effizienter: wie bereits beschrieben, reduziert das für DAB neu entwickelte Komprimierungsverfahren MUSICAM die Datenmenge vor der Übertragung um ein Siebtel und durch Korrektur-verfahren und eine verbesserte Empfangtechnologie wird im Endeffekt dennoch eine Übertragungsoptimierung im Vergleich zu UKW erreicht.[164]

Zudem ist der Datenstrom bei DAB dimensionierbar und da reine Wortpro-gramme eine geringere Datenrate benötigen als ein hochwertiges Musik-programm, kommt es zu einer optimalen Ausnutzung des Datenstroms. Die Dimensionierung geht sogar so weit, dass die Datenrate im Minutentakt änderbar ist, um zum Beispiel während der Nachrichten Kapazitäten für die Übertragung von Zusatzdaten frei zu machen.[165] Dank der neuen Verfahren und den damit verbundenen Frequenzeinsparungen wird in der digitalen Zukunft Platz gemacht für mehr Programme. Neue Sparten- und Zielgruppenprogramme könnten künftig für eine bisher ungekannte Programmvielfalt sorgen, von der sowohl die Hörfunkteilnehmer als auch die Rundfunkanstalten profitieren könnten.[166]

3.2 Mobiler Empfang

Wie bereits erwähnt, kam es bei der analogen terrestrischen Übertragung von UKW durch Reflexionen im Gelände häufig zur störenden Mehrwege-Ausbreitung beim Empfang in bewegten Fahrzeugen:

„Sie verursacht unweigerlich Auslöschungen und Signaleinbrüche, die sich bei

stationärem Empfang durch geschickte Wahl des Antennenortes, beim

Autoempfang aber nicht vermeiden lassen.“[167]

Die Hoffnung auf einen störungsfreien Empfang lag daher auf DAB, da dieses ohnehin von Anfang an auf den mobilen Empfang, vor allem im Auto, ausgerichtet war. Durch die COFDM-Übertragung bei DAB werden die bisherigen Störungen im mobilen Bereich dann auch endgültig der Vergangenheit angehören:

„Man hat zum Beispiel beim Empfang im Auto keine Signaleinbrüche, keine

Zischgeräusche mehr, keine `Zaunlatteneffekte´, […] sondern einen stets gleich

bleibend guten Empfang.“[168]

Diesen „Zaunlatteneffekt“ kennt man beispielsweise beim Warten an Ampeln, wenn der Empfang beim Rollen auf wenigen Metern mal unterbrochen beziehungsweise verzerrt und dann wieder deutlich besser ist. Da „nach den Ergebnissen der Medienforschung 29 % der Hörer Radioprogramme beim Autofahren nutzen“,[169] sind Verbesserungen bei der mobilen Übertragung fraglos für alle Programmanbieter erstrebenswert und für den Hörer wünschenswert.

Doch nicht nur die Empfangsqualität konnte verbessert werden, sondern es wurde durch die neuen Zusatzdienste auch der ständige Empfang von Verkehrsinformationen möglich. Durch diesen speziellen Service bekommt der Autofahrer „Radio zum Sehen“[170], da über den Bildschirm des DAB-Radios neben allgemeinen Infos zum aktuellen Musiktitel, stets auch die neuesten Informationen zur Verkehrslage durch Grafiken oder wiederholbare Tondateien abrufbar sind. Damit wäre man bei DAB im Auto auch nicht mehr abhängig von den oft nur halbstündig gesendeten Verkehrsmeldungen.[171] In Zukunft könnte es dann sogar so sein, dass durch eine Verbindung von DAB-Signal und dem Navigationssystem im Auto bei einem Stau sofort aktuelle Umleitungs-empfehlungen übertragen werden.

Im Vergleich zum analogen Hörfunk werden bei DAB nicht nur die Störungen beim mobilen Empfang minimiert, sondern das Signal bleibt im Empfangsgebiet auch länger in guter Qualität hörbar:

„Während der UKW-Empfang mit steigender Entfernung zum Sender immer

schlechter wird und sich das Nutzsignal letztendlich im Rauschen verliert, bleibt

der DAB-Empfang bis zum Erreichen der Mindestfeldlautstärke einwandfrei und

bricht dann abrupt ab.“[172]

Dabei bietet DAB im Gegensatz zu anderen digitalen „Übertragungsverfahren durch einen optimierten Fehlerschutz ein etwas weicheres Ausstiegs-verhalten“.[173] Bei den übrigen Systemen kommt es ohne den vom analogen Hörfunk gewohnten Übergang bei Erreichen der Sendergrenze zum kompletten Ausfall des Empfangs. Auch für das Erreichen der Sendergrenze hat man durch `DAB Service Following´ ein Mittel entwickelt, den mobilen Empfang so komfortabel wie möglich zu gestalten: Sobald die Empfangsqualität eines Programms in einem bestimmten Ensemble nachlässt, wechselt das Autoradio automatisch auf einen anderen stärkeren Multiplex, sofern dort dieses Programm ebenfalls ausgestrahlt wird.[174] Da dieser Vorgang bereits abläuft, bevor man tatsächliche Störungen überhaupt akustisch wahrnimmt, wird dieses Feature zumindest für den Empfang von landesweiten Programmen einen klaren Vorteil zu UKW darstellen.

3.3 Strahlungsemission

Auf die effiziente Nutzung des DAB-Datenstroms und den damit verbundenen geringen Frequenzbedarf wurde bereits eingegangen. Doch neben der Frequenzökonomie gibt es auch ein umweltpolitisches Argument, das für einen Einsatz der digitalen Technologie spricht. Denn es bedarf nicht nur eines Bruchteils der Sendeleistung für ein DAB-Sendenetz, sondern es wird dabei auch deutlich weniger Strahlung emittiert. Wie erwähnt werden für die Übertragung von einem DAB-Programm durchschnittlich je 4 kW Leistung benötigt:

„Das heißt, für eine mögliche flächendeckende Abstrahlung digitaler

Hörfunkprogramme in der Bundesrepublik Deutschland wird über DAB eine

viel geringere Strahlung emittiert (610kW) als derzeit für eine analoge

Programmabstrahlung in Bayern (3773 kW).“[175]

Damit wäre bei DAB eine ganz erhebliche Reduzierung der elektromagnetischen Strahlung zu erzielen, die etwa 1/160 bis 1/190 der UKW-Strahlungsemission entspricht.[176]

3.4 Hörqualität

Unter Punkt 3.2 wurde schon angedeutet, dass sich durch DAB auch Verbesserungen der akustischen Qualität ergeben, die sich deutlich von der heutigen UKW-Qualität abheben. Zur Veranschaulichung dieses Unterschieds wurde von Anfang der Vergleich zwischen der Stereo-Qualität von UKW-Radio und dem Klang einer CD herangezogen:

„Die Einführung der Compact Disc (CD) ermöglichte eine Klangtreue und vor

allem einen Dynamikumfang, die mit analogen Übertragungsverfahren nicht zu

erreichen sind. Mit DAB wird für Radioprogramme eine CD-vergleichbare

Qualität erreicht.“[177]

DAB wurde daher auch als „das CD-Radio“ bezeichnet bei dem trotz Datenreduktion eine klangliche Verbesserung erzielt wird, die einwandfreien Empfang und uneingeschränkten Hörgenuss in CD-Qualität bis zum Erreichen der Sendergrenzen garantiert.[178] Doch neben den Hörfunkteilnehmern entstehen auch für die Rundfunkanstalten Vorteile durch die gleich bleibende Qualität, da bei UKW mögliche Vorteile durch einen besseren Empfang nun nicht mehr zum Wettbewerbsnachteil für andere Programme wie beispielsweise kleinere Lokalsender werden können.[179]

Neuerungen wie das System der Variablen Dynamik sorgen darüber hinaus für einen Klang ohne störende Laut-Leise-Variationen. Da die Lautstärke von Wort zu Musik individuell bestimmt werden kann, kann die Intensität des Programms an die jeweiligen Abhörbedingungen angepasst werden, so dass zum Beispiel die Sprache der Nachrichtenmoderatoren trotz der Nebengeräusche im Auto gut verständlich bleibt im Vergleich zur vorherigen lauten Musik.[180]

3.5 Technische Neuerungen

Neben den empfangstechnischen Vorzügen ergeben sich bei DAB auch einige Vorteile durch weitere technische Neuerungen, die im Folgenden dargestellt werden sollen. Aus Sicht der Hörer sind dies zunächst die neuen DAB-Endgeräte, die nicht nur durch den Einsatz neuester Technik und den guten Empfang, sondern zum Beispiel auch durch die erleichterte Frequenz- und Sendersuche besonders bedienungsfreundlich sind. Außerdem sind die neuen digitalen Programme auch bei portablen beziehungsweise mobilen Geräten mit einer einfachen Stabantenne zu empfangen.[181] Für den Hörfunkteilnehmer ergibt sich durch die zusätzlich übertragenen Informationen über Zusatz- und Mehrwertdienste ein weiterer Gebrauchsnutzen. So sind neben der einfachen Übermittlung der Musiktitel-Daten auch Programmgattungs- und Artenkennung möglich.[182] Diese Vielfalt an möglichen Übertragungsdaten wird unter anderem durch die Transparenz des digitalen DAB-Systems möglich gemacht. Dement-sprechend ist es egal, welche Inhalte im digitalen Datenstrom übertragen werden:[183]

„Aufgrund der größeren Bandbreite von Digital Radio können neben Tönen

auch Texte, Bilder, Soundfiles und multimedial aufbereitete Informationen

transportiert werden.“[184]

Da die Übermittlung der jeweiligen Informationen dabei stets zeitgenau festgelegt werden kann, entwickelt sich DAB zum „Radio auf Abruf“[185], bei dem die Informationen jederzeit abrufbar sind und eine Dokumentation, sowie die ständige Erneuerung der zuletzt gesendeten Nachrichtensendung oder Verkehrsinformation automatisch erfolgt.[186] Außerdem ermöglichte das DAB-System durch seine Transparenz inzwischen auch die Übertragung von bewegten Bildern, so dass sich weitere Nutzungsmöglichkeiten ergaben[187], die schließlich zu neuen Technologien auf DAB-Basis weiterentwickelt wurden.[188]

Einen weiteren Vorteil stellt die Möglichkeit dar, das DAB-Audiosignal zum Beispiel auf eine Speicherkarte im Autoradio aufzuzeichnen:

„Sofern man es nicht gerade mit einem DAB-Pocket-Radio zu tun hat, sind in

der Regel auch digitale Audioausgänge vorhanden, die das verlustlose

Mitschneiden auf beliebige digitale Datenträger zulassen.“[189]

Theoretisch möglich, aber noch nicht praktiziert wurde bisher der Einsatz eines so genannten Rückkanals bei DAB:

„Durch die Koppelung mit anderen Systemen (z.B. Mobilfunk) ist ein Rückkanal

vom Empfänger zum Sender möglich, was gewisse Formen der Interaktivität erlaubt.“[190]

Eine Form solcher Interaktivität wäre beispielsweise die direkte Bestellung des aktuell gespielten Musiktitels per Knopfdruck, wie man dies heute bereits über die Musikbörsen im Internet kennt. Bei DAB müsste der Hörer dann ebenfalls einfach bei dem Anbieter beziehungsweise Sender angemeldet sein oder die Kosten könnten zum Beispiel auch über die Mobilfunkrechnung abgerechnet werden. Somit wäre beim digitalen Rundfunk über diesen zusätzlichen Rück-kanal zur Senderseite für jeden einzelnen Nutzer interaktives Handeln möglich, während beim analogen Rundfunk das angebotene Programm lediglich rezipiert werden kann.[191]

4. Nachteile von DAB

Doch neben den aufgeführten Vorteilen, gibt es natürlich auch einige Nachteile, welche die Einführung eines neuen Rundfunksystems mit sich bringt.

4.1 Sendegebiete

Bei DAB mussten zunächst neue Sendegebiete definiert werden, die sich nicht immer an den UKW-Grenzen orientieren konnten. Zudem wird das abrupte Abbrechen des DAB-Signals bei Verlassen des Sendegebietes zum zusätzlichen Nachteil. Somit fällt das von UKW bekannte Übersenden in andere Sende-gebiete, der so genannte „Spill over-Effekt“ bei DAB weg und sorgt für eine weitere Verengung der Sendegebiete.[192] Demnach sind die „DAB-Versorgungs-gebiete aus technischen Gründen sehr scharf konturiert“[193], was darüber hinaus auch zu finanziellen Nachteilen führen kann.[194] Zunächst entstehen aber auch neue Kommunikationsgrenzen durch den Wegfall der Überreichweiten, die mit einem „elektronischen Mauerbau“[195] zu vergleichen sind, da zum Beispiel in den Randgebieten der Bundesländer die bisherigen lokalen Lieblingssender aus dem Nachbarland eventuell nicht mehr zu empfangen sind. Dadurch, dass der Fern-empfang beim digitalen Hörfunk außerhalb der Reichweite des Senders nicht mehr möglich ist, ergeben sich auch ganz spezielle Nachteile, zum Beispiel für Pendler zwischen zwei Bundesländern, die es gewohnt sind, von den Über-strahlungen der UKW-Sender zu profitieren. Überreichweiten kommen bei DAB aufgrund des hohen Frequenzbereichs nur sehr selten vor, sind aber bei bestimmten Wetterlagen wie beispielsweise bei Nebel möglich. Die DAB-Versorgung ist zwar im Flachland und im Gebirge einfach, doch hügelige und stark bebaute Gebiete sind kritisch:[196] „Obwohl bei DAB auch Reflexionen zur guten Versorgung beitragen, reagiert das Digitalradio äußerst empfindlich auf ein Hindernis in Richtung Sender.“[197] Da die dicken Wände von Häusern ein ebenso großes „Hindernis“ darstellen, hat man bis heute vor allem mit der schlechten Versorgung beim Inhouse-Empfang zu kämpfen, was vermutlich einer der Gründe für die bisherige schleppende Entwicklung von DAB in Deutschland sein dürfte.

4.2 Programmvielfalt

Auch wenn die Kapazitäten von digitalem Radio künftig eine größere Anzahl von Programmen möglich machen könnte als bisher, ist die UKW-Programmvielfalt im Moment für DAB noch unerreichbar, so dass der Nutzen für die Verbraucher, das heißt die Hörer, gering ist.[198] Das Problem sind die begrenzten Möglichkeiten für lokale und regionale Versorgungsaufgaben und die Tatsache, dass die „Schaufensterwirkungen“ durch die Überstrahlung der UKW-Sender wegfallen würde, worunter schließlich auch die Programmvielfalt leiden würde.[199]

„Auch das beliebte `Auseindanderschalten´, womit die privaten Senderketten

oder die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten unterschiedliche lokale

Fensterprogramme einbetten, ist mit DAB nicht mehr möglich.“[200]

Die Angebotsvielfalt würde unter diesem Verzicht auf Regionalisierung leiden, da überdies bisher wenig Nachfrage auf Lizenzen im regionalen L-Band herrscht.[201] Auch im landesweiten Frequenzband käme es bei der Umstellung auf DAB zu Veränderungen: pro Region wären häufig nur noch zwei öffentlich-rechtliche Programme vertreten, was mit der heutigen Programmvielfalt in keiner Form vergleichbar wäre.[202] So bietet zum Beispiel der Bayerische Rundfunk fünf verschiedene Programme an, die landesweit verbreitet werden und für die bei DAB beinahe ein eigenes Ensemble nötig werden würde. Aber: „Je mehr Inter-essen es zu berücksichtigen gilt, umso schwieriger gestaltet sich [eben] der Wechsel auf einen neuen Standard.“[203] Um dem Programmangebot von UKW nahe zu kommen, wäre ein weiterer Frequenzbereich neben dem Fernsehkanal 12 nötig.

4.3 Finanzierung

Durch die Einführung eines neuen Übertragungssystems würden immense Kosten entstehen, die zum Teil schon angeführt wurden. So hat beispielsweise allein der Aufbau des DAB-Sendernetzes bisher einige hundert Millionen Euro an Investitionen des Bundes, der Länder und aus der Industrie verbraucht. Daneben steht der Mehraufwand bei den Betriebskosten, die durch den Parallel-betrieb (Simulcast) von UKW und DAB entstehen. Auch den Kaufpreis der neuen Endgeräte muss man einberechnen, da dieser zunächst von den künftigen Hörern aufgebracht werden muss.[204] Nach dem Simulcast-Betrieb würden weitere Belastungen vor allem auf die privaten Anbieter zukommen. Die möglichen Reichweitenverluste durch die reduzierte Empfangsreichweite der neuen DAB-Sendegebiete hätten wirtschaftliche Folgen für die Privaten.[205] So würden die beschriebenen Kostenvorteile von DAB zum Teil durch den Wegfall der UKW-Überreichweiten aufgebraucht werden, da durch die kleineren Sendegebiete auch weniger Hörer erreicht werden würden, was sich schließlich auch auf die Berechnung der Kosten für einen Werbespot auf dem jeweiligen Sender auswirken würde. Um die Größenordnung dieser Verluste zu beziffern, sei das Beispiel Antenne Bayern angeführt: dieser landesweite Privatsender erreichte laut Media Analyse 1997 rund 12 Prozent seiner Hörer pro Stunde außerhalb Bayerns.[206] Sollten nun also nach der Umstellung auf DAB von rund 6,6 Millionen Menschen im weitesten Hörerkreis[207] knapp 800.000 Hörer außerhalb von Bayern wegfallen, hätte dies erhebliche wirtschaftliche Folgen für den Sender. Natürlich muss man berücksichtigen, dass dieser Nachteil für alle Sender gilt, die über UKW Hörer in anderen Bundesländern haben. So würde beispielsweise der aus Baden-Württemberg einstrahlende Sender Radio 7 seine Hörer in Bayern ebenfalls – eventuell dann wieder an Antenne Bayern –verlieren. Diese Zugewinne sollten die Verluste auf beiden Seiten so gut wie ausgleichen, wodurch dieser Nachteil der digitalen Umstellung deutlich reduziert werden könnte. Darüber hinaus sind die größeren landesweiten Sender in Deutschland im Durchschnitt wirtschaftlich relativ gut aufgestellt, so dass durchaus finanzieller Handlungsspielraum im Bezug auf den Simulcast-Betrieb und die Bereitstellung neuer Datendienste besteht. Regionale und lokale Sender sind dagegen wirtschaftlich kaum in der Lage, die zusätzlichen DAB-Kosten zu tragen, zumal die Übertragung über das regionale L-Band für die Lokalradios sogar höhere Kosten verursacht als UKW:[208]

„Hinzu kommt, dass die Verbreitungskosten im lokalen Bereich für die UKW-

Versorgung generell geringer sind als die für eine lokale DAB-Versorgung im

L-Band, sofern die Kapazitäten nicht mit anderen Programmen oder Diensten

gefüllt werden können.“[209]

Auch pro landesweitem Programmplatz liegen die Kosten im L-Band um zehn Prozent höher als die vergleichbare UKW-Übertragung, weshalb eine Refinanzierung zunächst unmöglich erscheint.[210] Da die Übertragung über die Frequenzen im Band 3 dagegen wie erläutert deutlich billiger ist als UKW und die öffentlich-rechtlichen Sender, welche hauptsächlich diese Frequenzen nutzen, ohnehin durch die Gebührenfinanzierung wirtschaftlich besser aufgestellt sind, kommt es durch DAB zu einer Verletzung der Chancengleichheit im Vergleich zu den Privaten.[211] Als Lösung wurde daher zunächst sogar über eine Quersubventionierung der L-Band-Versorgung durch den Kanal 12-Betrieb und die daraus resultierenden Kostenvorteile der landesweiten Programme gegenüber UKW nachgedacht, was allerdings anschließend nicht umgesetzt wurde.[212]

4.4 Technische Neuerungen

Nicht nur der eben beschriebene Betrieb der Sendernetze würde bei der Einführung von DAB zusätzliche Kosten verursachen. Auch in der Produktion müssten die nötigen Voraussetzungen für einen digitalen Programmablauf geschaffen werden:

„Bei einigen Hörfunkstudios sind technische Umrüstungen erforderlich, um die

erhöhte Qualität der Übertragung und Ausstrahlung terrestrisch digitaler

Programme vollständig nutzen zu können.“[213]

Auf der Nutzerseite fallen durch die Beschaffung der neuen Mehrnormengeräte, die sowohl DAB, als auch UKW, Mittel- und Langwelle empfangen können, ebenfalls weitere Kosten an. Dabei sind diese Endgeräte häufig technisch noch nicht ausgereift, so dass trotz hoher Anschaffungspreise oftmals Probleme auftreten können. So sind einige der neuen Funktionen noch nicht voll einsatzbereit: die automatische DAB/UKW-Umschaltung bei Autoradios ist beispielsweise noch ungenügend, da das Radio oft auf UKW wechselt, obwohl die auftretenden Störungen bei DAB vom Hörer nicht einmal wahrgenommen werden würden. Und das auch, wenn bei UKW nur noch Rauschen zu hören ist. Da die digitale Perfektion an dieser Stelle eher zu weit geht, ist demnach noch das manuelle Umschalten zu empfehlen, bis die Automatik letztendlich tadellos funktioniert.[214] Des Weiteren sind wichtige medienpolitische Fragen bei DAB nach wie vor ungeklärt: so ist die Gefahr des verlustlosen digitalen Mitschnitts von Musiktiteln über das DAB-Radio nicht von der Hand zu weisen. Ähnlich den illegalen Internettauschbörsen könnten auf diese Weise Raubkopien angefertigt werden, die für einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Schaden der Musikindustrie sorgen könnten.[215] Auch der Einsatz der Radiodisplays im Auto wurde bisher aus verkehrstechnischer Sicht noch nicht geklärt, denn der Fahrer könnte zum Beispiel durch das Bestellen eines Musiktitels und den damit verbundenen Blick auf das Display so abgelenkt werden, dass er sich nicht mehr auf den Straßenverkehr konzentrieren kann. Es müsste demnach eine Sicherheitssperre geben, die diese Formen der Interaktivität zumindest während der Fahrt unmöglich macht.[216]

Wenn man die Vor- und Nachteile zusammenfassend gegenüberstellt, so über-wiegen trotz allem die Vorteile der neuen digitalen Technik, vor allem wenn man bedenkt, dass sich viele Nachteile wie die finanzielle Mehrbelastung vor allem auf die jahrzehntelange Simulcast-Phase beziehen. Außerdem sind einige der negativen Konsequenzen durch die schrittweise Umstellung der Hörer nur als gering einzuschätzen. Nichtsdestotrotz ist ein schnellerer Kauf von DAB-Endgeräten nötig, um die Vorteile der neuen Technologie vollkommen auszuspielen.[217] Zudem lassen sich einige Nachteile vor allem bei der Planung der neuen Sendegebiete kaum von der Hand weisen. So wird es in Zukunft schwer sein, einzelnen Radiostationen eine neue Frequenz zu erteilen, da aufgrund der DAB-Ensembles immer gleich ein ganzes Sendegebiet mit sechs bis acht Sendern geplant werden muss.[218] Der Vorteil und die Chancen des digitalen Gleichwellennetzes werden also durch die unflexible Sendegebiets-planung und den Verlust von Überreichweiten zu einem großen Teil wieder relativiert.

Auch der Rückgang der Strahlungsemission bei DAB ist nur eingeschränkt richtig, da zunächst neue, zusätzliche Frequenzen geschaffen werden mussten, die nun neben den bisherigen UKW-Sendern Elektro-Smog ausstrahlen. Eine weitere Belastung stellen die kleinen Füllsender und Repeater dar, die eingesetzt werden müssen, um einzelne Versorgungslücken zu schließen. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass die neu geschaffenen Frequenzen nach der Abschaltung von UKW und dem Wechsel von DAB auf die bisherigen analogen Frequenzen nicht von anderen Anbietern wie zum Beispiel Mobilfunkunter-nehmen für neue Multimedia-Dienste genutzt werden. Somit würde die Elektro-Smog-Belastung nicht wie beschrieben zurückgehen, sondern im Endeffekt sogar steigen. Auch die Entwicklung und der Ausbau von Datendiensten sind noch nicht gewiss, da sich bisher nur wenige Anbieter finanziell an diesen Zusatzdiensten beteiligen. Im Grunde relativieren sich damit viele der technischen Vorteile erheblich, vor allem, solange DAB und UKW parallel betrieben werden.[219] Der Durchschnittshörer prüft ohnehin individuell Kosten und Nutzwert des neuen Systems und entscheidet dann über Kauf oder nicht. Da die Klangqualität allein dabei anscheinend nicht ausreichend zum Kauf animiert, liegt der potenzielle Vorteil von DAB in der Addition der vielen Einzelnutzen.[220]

5. Digitale Konkurrenz

DAB wurde zwar bisher als digitales Übertragungssystem am meisten gefördert und fortentwickelt, dennoch gab es natürlich von Beginn an andere Bewerber und Systeme, die als Nachfolgesystem von UKW oder als komplett neue digitale Lösung bestehen wollten. DAB stand demnach in Konkurrenz mit neuen und alten Medien, die Radio per Satellit, Kabel und Internet verbreiten. Zudem gibt es auch beim digitalen Fernsehen die Möglichkeit, zusätzlich Radioprogramme zu übertragen.[221]

Von den Konkurrenten kamen einige aber gar nicht erst zur Marktreife bezieh-ungsweise blieben von der Öffentlichkeit unbeachtet. So gingen Entwicklungen wie DARS, SARA oder DMX Music unter oder führen ein Schattendasein im deutschen Hörfunkmarkt. Vor allem über Satellit wurde früh versucht, Radio-programme digital zu verbreiten. Im Vergleich zur analogen Verbreitung waren auch hier deutlich mehr Programme möglich. So könnten über Astra-Satellit analog 100 TV- und 70 Radioprogramme gesendet werden, während digital 361 Radio- und TV-Programme möglich wären. Auch über den Eutelsat-Satelliten wären weitere digitale Programme möglich.[222] So sollten durch SARA über Eutelsat etwa 100 Hörfunkprogramme in CD-Qualität verbreitet werden, doch dieses Projekt konnte wie auch das DARS-Projekt nicht umgesetzt werden.[223]

Eine weitere Entwicklung gelang dagegen Digital Music Express (DMX), das schon in den Vereinigten Staaten von Amerika mit Erfolg verbreitet wird. Auch DMX Music wird per Satellit über einen Transponder in einzelnen Programm-paketen übermittelt.[224] Das Pay-Radio wird dabei auf 47 Kanälen über den ASTRA-Satellit übertragen und ist nur stationär zu empfangen. Die erwünschte Anzahl an DMX-Abonnenten in Deutschland konnte zwar noch nicht erreicht werden, dennoch wird DMX auch hier weiterhin angeboten.

5.1 DSR

Mit DSR (Digitaler Satelliten Rundfunk) startete bereits in den späten 80er Jahren der Digitale Satelliten Hörfunk. Damit wurde zum ersten Mal ein digitaler Direktempfang von Rundfunkprogrammen in CD-Qualität möglich, bei dem ein großer Versorgungsbereich abgedeckt werden konnte.[225] So wurden ab der IFA 1989 Hörfunkprogramme über DSR verbreitet, bei denen durch die digitale Übertragung kaum Empfangsbeeinträchtigungen für die Hörer zu erwarten waren:[226]

„Als am 4. September 1989 das Satellitenradio DSR über die Medientrabanten Kopernikus und TV-Sat 2 auf Sendung ging, feierte der erste digitale Rundfunkdienst Premiere.“[227]

Doch bei DSR machten sich auch bereits die ersten Nachteile von digitalem Satellitenradio bemerkbar. So ist noch kein mobiler Empfang möglich und zudem benötigt DSR die Kapazitäten von zwei kompletten Fernsehkanälen, um nur 16 Radioprogramme zu übertragen. Dagegen passen heute beispielsweise bei DVB (Digital Video Broadcasting) durch die Datenreduktion 180 Programme auf einen Fernsehkanal. Aufgrund dieser Nachteile und des ausbleibenden Erfolges wurde DSR daher zum 31.12.1998 wieder eingestellt.[228]

5.2 ADR

Mit ASTRA Digital Radio (ADR) schaffte es ein weiteres Satellitenüber-tragungssystem in den Regelbetrieb. Allerdings wird das Audiosignal dabei nicht wie bei DMX per Transponder oder wie bei DSR anstatt eines Fernseh-programms übertragen, sondern durch freie Kapazitäten auf Unterträgern[229] der Fernsehkanäle gesendet.[230] Über ADR wurden 1997 zunächst 40 öffentlich-rechtliche Programme der ARD, zehn private und zwölf ausländische Programme gesendet. Einige Vorteile der digitalen Technologie wurden bei ADR bereits deutlich: so bot es den Qualitätsstandard neuer Speichermedien und zeichnete sich durch die einfache Handhabung der digitalen Hörfunkempfänger aus, bei der eine Frequenzsuche entfiel und die Programmanwahl per einfacher Nummerneingabe möglich war.[231] Auch eine schnelle und breite Marktdurchdringung schien realistisch zu sein, da 87 Prozent der europäischen SAT-Empfänger auf den ASTRA-Satelliten ausgerichtet waren und außerdem mit rund 80 Programmen ausreichende Kapazitäten vorlagen.[232] Obwohl darüber hinaus Zusatzinformationen und weitere Dienste über ADR möglich waren, konnte es sich nicht durchsetzen, da für den Empfang ein extra Gerät an einem festen Platz installiert werden musste.[233]

5.3 World Space Radio

Nach dem gleichen Verfahren wie DMX Music wird auch World Space Radio als Pay-Radio-Angebot über Satellit übertragen. Mit World Space wird über drei Satelliten (AmeriStar, AfriStar und AsiaStar) weltweit eine großflächige Versorgung abgelegener Gebiete ermöglicht. In Deutschland ist World Space über den AfriStar-Satellit (21o Ost) empfangbar. Pro Satellit können dabei 120 Programme mit 128 kBit/s ausgestrahlt werden. Bei World Space ist außerdem durch die Ausrichtung kleiner Satellitenschüsseln sowohl stationärer als auch portabler Empfang möglich.[234]

5.4 IBOC

Das in Amerika entwickelte „In-Band-On-Channel“-System (IBOC) nutzt wie DAB ebenfalls den terrestrischen Übertragungsweg und stellt daher eine direkte Konkurrenz dar, die zudem inzwischen ernst zu nehmen ist. Da man in den Vereinigten Staaten mit DAB kein ausländisches „Produkt“ einführen wollte, wurde mit IBOC ein eigener Systemvorschlag zur digitalen Verbreitung der Hörfunkangebote ausgearbeitet. Bei IBOC sind wie bei DAB kurze Stab-antennen ausreichend für den mobilen Empfang. Bei ersten Feldversuchen zeigten sich schnell die Vor- und Nachteile dieser Technik. So kann bei IBOC die bestehende UKW-Infrastruktur genutzt werden, um digitale Hörfunk-programme zu übertragen. Dafür ist das Verfahren nur für erheblich geringere Reichweiten nutzbar, was der oft kleinzelligen Programmverbreitung in den USA entgegenkommt, aber für die großflächige Ausstrahlung von landesweiten Sendern in Deutschland ungenügend ist.[235]

5.5 DRM

Im Gegensatz zu IBOC ist Digital Radio Mondiale (DRM) insofern nicht als direkte Konkurrenz zu DAB zu werten, dass es nicht als Nachfolgesystem für UKW entwickelt wurde. Auf der World Radiocommunication Conference (WRC) in Genf wurde DRM im März 2003 als neuer Standard für die digitale Programmverbreitung über Lang-, Mittel- und Kurzwelle verabschiedet:[236]

„Töne werden in Daten umgewandelt und stark komprimiert. Durch den Einsatz

eines besonderen Codierverfahrens (MPEG-4-AAC+) wird der Datenstrom um

den Faktor 16 reduziert. Beim Empfang werden diese Daten wieder zu hörbaren

Tönen zurückgewandelt.“[237]

DRM ist ein schmalbandiges Verfahren, bei dem die AM-Frequenzbereiche unter 30 kHz (LW, MW und KW) digitalisiert werden:[238] „Über DRM kann auf einer Frequenz wegen der geringen Bandbreite ein Audioprogramm in Stereo mit UKW-naher Qualität übertragen werden.“[239] Mit großen Erwartungen wurde DRM schließlich am 16.06.2003 gestartet:

„Insgesamt 13 Radiosender starten weltweit gleichzeitig mit der Ausstrahlung

digitaler Hörfunksendungen im Mittel- und Kurzwellenbereich nach dem

Standard digital radio mondiale, DRM, dessen Entwicklung das

Bundesforschungsministerium mit 3,7 Millionen Euro unterstützt hat.“[240]

Besonders der Rundfunksender RTL engagierte sich bei DRM und startete Programme in Deutschland und Frankreich. Für DAB hat die Einführung von DRM sogar einen indirekten Vorteil, da mit dem DRM-Empfangsgerät RS500 auch DAB zu empfangen ist. Insgesamt senden weltweit bereits 70 DRM-Stationen:[241] „Das DRM-Konsortium[242] erwartet europaweit bis Ende 2006 eine Million DRM-Empfänger und täglich 700 Programmstunden von DRM-Sendern.“[243] Daneben wird eine mögliche Nutzung von DRM im UKW-Frequenzbereich geprüft, die allerdings frühestens gegen 2010 zur Marktreife zu bringen wäre.[244] RTL erweist sich auch weiterhin als Triebfeder für DRM in Deutschland, das inzwischen auch durch einen leistungsstarken Sender auf der Frequenz 1440 kHz ausreichend versorgt wird. Als Hemmschwelle für einen gemeinsamen Durchbruch von DRM und DAB erweist sich momentan aber noch, dass die Kombi-Empfangsgeräte zu teuer sind.[245]

Einen unbestrittenen Nachteil hat DRM ohne Frage: „Klanglich kommt DRM nicht an DAB heran. Somit ist DRM als `Weitbereichsergänzung´ für künftige digitale Radioempfänger zu verstehen.“[246] DRM ist demnach ebenfalls höchstens als Zusatz für DAB zu sehen, so dass es im Endeffekt kein konkurrierendes System gibt, das ähnlich viele Vorteile bei wenigen Nachteilen hat wie Digital Audio Broadcasting.

6. Neue Technologien

Neben den vorgestellten Konkurrenten wurde daher auch die Technologie von DAB selbst weiter entwickelt, so dass sich neue Möglichkeiten der digitalen Programmverbreitung ergaben, obwohl oder eben weil noch nicht einmal DAB den Durchbruch in Deutschland geschafft hat. Auf diese Fortentwicklungen und neuen Technologien soll nun kurz eingegangen werden. So wurden zunächst bei DAB Fortschritte mit der Encodierung erzielt, die es möglich gemacht haben, ein Stereo-Vollprogramm mit 128 kBit/s ohne Qualitätsverlust zu übertragen. Mit der Einführung des EPG und der Standardisierung eines CA-Systems gab es eine „stetige Weiterentwicklung der Nutzungsmöglichkeiten und der Software-Protokolle“[247], die schließlich in dem neuen Multimediastandard Digital Multimedia Broadcasting (DMB) mündete, der nachfolgend vorgestellt wird.[248]

[...]


[1] Glotz 2001, S. 8

[2] Anmerkung des Verfassers: ein Verzeichnis der häufig verwendeten Abkürzungen befindet sich

im Anhang VII 1., S. 119

[3] Rein: Das Ende von UKW?, http://www.querfunk.de

[4] Großmann 1991, S. 235

[5] Vgl. Riedel 1983, S.7

[6] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 51

[7] Vgl. Arnold 1999, S. 298

[8] Vgl. Posewang 1996, S. 117

[9] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 72

[10] Vgl. Großmann 1991, S. 239ff

[11] Vgl. Arnold 1999, S. 299

[12] Vgl. Großmann 1991, S. 238

[13] Vgl. Posewang 1996, S. 117

[14] Posewang 1996, S. 119

[15] Pohle 1997, S. 427

[16] Römer 1993, S. 10f

[17] Gebhard 1995, S. 44

[18] Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 86

[19] Vgl. Großmann 1991, S. 243f

[20] Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 73

[21] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 73

[22] Weber 2000, S. 51

[23] Brünjes/Wenger 1998, S. 211

[24] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 12

[25] Vgl. Gebhard 1995, S. 6

[26] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 12

[27] Vgl. ders., S. 13f

[28] o.V.: Digitale Radiorevolution, http://www.digital-world.de, S. 3

[29] Anmerkung des Verfassers: sic!

[30] Kuhn 1994, S. 9

[31] siehe II 2.

[32] Vgl. Kuhn 1994, S. 10

[33] Vowe/Will 2004, S. 15

[34] Müller-Römer 1993, S. 11

[35] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 11

[36] Vgl. ders., S. 12

[37] Müller-Römer 1993, S. 12

[38] Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 88

[39] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 13

[40] Vgl. ders., S. 15

[41] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 30

[42] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 33f

[43] Vowe/Will 2004, S. 16

[44] Vgl. ders., S. 16

[45] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 28f

[46] Vgl. Gebhard 1995, S. 127

[47] siehe dazu auch Kapitel III

[48] Hürst 1997, S. 43

[49] Hürst 1997, S. 44

[50] Posewang 2003, S. 12

[51] siehe dazu II 2.

[52] Vgl. Hürst 1997, S. 42f

[53] Vgl. Gebhard 1995, S. 75

[54] Posewang 2003, S. 12

[55] mit den unterschiedlichen Initiativen befasst sich Kapitel III 7. ausführlich

[56] Hochstein 1993, S. 39

[57] Vgl. Hochstein 1993, S. 39f

[58] Riegler 2005, S. 20

[59] Biehn: Terrestrische Multimedia Services, http://www.bmt-online.de, S. 7

[60] Freyer 1997, S. 56. Freie Übersetzung des Verfassers: “DAB als System der

Hörfunkübertragung zu mobilen, tragbaren und stationären Empfängern

[61] Vgl. ders., S. 10

[62] aus: Freyer 1997, S. 16

[63] Vgl. Großmann 1991, S. 236

[64] o.V.: Radio Galaxy - Digital Radio, http://www.radio-galaxy.de

[65] Vgl. Riegler 2005, S. 18

[66] siehe Abbildung 2: Schrittfolge der Digitalisierung, S. 19

[67] Vgl. Freyer 1997, S. 16ff

[68] Riegler 2005, S. 13

[69] aus: Freyer 1997, S. 17

[70] Vgl. Freyer 1997, S. 17

[71] Vgl. Freyer 2004, S. 81

[72] « Centre Commun d´Etudes de Telediffusion et Telecommunications »

[73] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 91

[74] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 15

[75] Vgl. Riegler 2005, S. 16

[76] Ebd.

[77] Freyer 1997, S. 23

[78] Vgl. Freyer 1997, S. 23f

[79] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 91

[80] aus: Freyer 1997, S. 61

[81] Seitzer 1994, S. 95

[82] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 16

[83] Riegler 2005, S. 17

[84] Vgl. Freyer 1997, S. 57

[85] Vgl. ders., S. 35

[86] Ebd.

[87] Vgl. ebd.

[88] Ebd.

[89] OFDM: „orthogonal frequency division multiplex“

[90] Vgl. Freyer 1997, S. 49

[91] Faehndrich 1998, S. 12

[92] COFDM: „coded orthogonal frequency division multiplex“

[93] siehe dazu auch II. 2.8

[94] Vgl. Freyer 1997, S. 54f

[95] Mehr zum Fehlerschutz von COFDM unter 2.3

[96] Vgl. Riegler 2005, S. 14

[97] Vgl. Riegler 2005, S. 19

[98] Vgl. Wilkens 1994, S. 108

[99] Freyer 2004, S. 84

[100] Freyer 1997, S. 26

[101] siehe dazu zum Beispiel: Freyer 1997, S. 26-29

[102] Vgl. Riegler 2005, S. 17

[103] Anmerkung des Verfassers: sic!

[104] Anmerkung des Verfassers:sic!

[105] Wilkens 1994, S. 112

[106] Riegler 2005, S. 17

[107] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 105

[108] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 212

[109] aus: Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 94

[110] Vgl. Breunig 1997, S. 559

[111] Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 136

[112] Vgl. Riegler 2005, S. 72

[113] Riegler 2005, S. 72

[114] Vgl. ebd.

[115] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 23f

[116] Riegler 2005, S. 72

[117] Vgl. Riegler, S. 73

[118] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 212

[119] „Hyper text markup language“

[120] Vgl. Faehndrich 1998, S. 73

[121] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 141f

[122] „Universelles Mobiles Informations-System“

[123] Vgl. Riegler 2005, S. 75f

[124] Vgl. ders., S. 77f

[125] Vgl. Faehndrich 1998, S. 72

[126] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 93

[127] „European Broadcasting Union“

[128] „Traffic Message Channel“

[129] Vgl. Dreher: Mobilität und (digitaler) Rundfunk, http://www.bmt-online.de, S. 5

[130] „Radio Data System“

[131] o.V.: Portrait: Future Room 2005, http://www.dr-m.info, S. 8

[132] Vgl. Dreher: Mobilität und (digitaler) Rundfunk, http://www.bmt-online.de, S. 6f

[133] Vgl. Pressemitteilung vom 08.08.2005, http://www.digitalradio.de

[134] o.V.: Nachrichten: Die Vorstellung von technischen Neuheiten im DAB- und DRM-Bereich,

http://dr-m.info, S. 2

[135] o.V.: Digitale Radiorevolution, http://www.digital-world.de, S. 6

[136] Riegler 2005, S. 17

[137] Vgl. ders., S. 18

[138] Freyer 2004, S. 84

[139] Vgl. Riegler 2005, S. 17

[140] Vgl. Faehndrich 1998, S. 13

[141] Vgl. Riegler 2005, S. 18

[142] Riegler 2005, S. 18

[143] Vgl. Freyer 2004, S. 84

[144] Ebd.

[145] Vgl. Freyer 1997, S. 99

[146] aus: Freyer 1997, S. 99

[147] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 15

[148] Vgl. Riegler 2005, S. 19

[149] Fact sheet – DAB-Surround, http://www.digitalradio.de

[150] Anmerkung des Verfassers: vormals MUSICAM genannt

[151] Vgl. Pressemitteilung vom 19.08.2005: News aus der DVD-Welt, S. 1

[152] o.V.: Nachrichten – DAB-Surround-Sound…, http://www.dr-m.info, S. 3

[153] Vgl. Riegler 2005, S. 68f

[154] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 211

[155] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 17

[156] Faehndrich 1998, S. 16

[157] Hürst 1997, S. 3

[158] Vgl. Freyer 1997, S. 49

[159] Vgl. Riegler 2005, S. 14

[160] Vgl. ders., S. 33

[161] Vgl. ders., S. 15

[162] Vgl. Riegler 2005, S. 25

[163] Vgl. Hürst 1997, S. 44

[164] Vgl. o.V.: Digital Radio – Background, http://www.digitalradio.de

[165] Vgl. Müller-Römer 1996, S. 84f

[166] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 18f

[167] Reuber 1996, S. 901

[168] Müller-Römer 1996, S. 82

[169] Faehndrich 1998, S. 15

[170] Brünjes/Wenger 1998, S. 212

[171] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 212

[172] Riegler 2005, S. 28

[173] Technische Kommission der Landesmedienanstalten 2005, S. 6

[174] Vgl. Riegler 2005, S. 35f

[175] Gebhard 1995, S. 189

[176] Vgl. Riegler 2005, S. 25

[177] Faehndrich 1998, S. 15

[178] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 211

[179] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 19

[180] Vgl. Kuhn 1994, S. 15

[181] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 18

[182] Vgl. Jenke 1996, S. 47

[183] Vgl. Müller-Römer 1996, S. 83

[184] o.V.: Fact Sheet – Digital Radio, http://www.digitalradio.de

[185] Vergleiche dazu den Titel von Schwanebeck/Ackermann: Radio auf Abruf

[186] Vgl. Jenke 1996, S. 47

[187] Vgl. Faehndrich 1998, S. 16

[188] siehe dazu auch II 6.

[189] Riegler 2005, S. 12

[190] Kliment 1999, S. 9f

[191] Vgl. Freyer 2004, S. 21

[192] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 214

[193] Hürst 1997, S. 47

[194] siehe dazu auch II 4.3

[195] Müller-Römer 1993, S. 35

[196] Vgl. Riegler 2005, S. 28ff

[197] ders., S. 33

[198] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 214

[199] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 34

[200] Rein: Das Ende von UKW? http://www.querfunk.de, S. 9

[201] Vgl. ders., S. 36

[202] Vgl. Riegler 2005, S. 11

[203] Ebd.

[204] Vgl. Kuhn 1994, S. 13

[205] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 35

[206] Vgl. Hürst 1997, S. 47

[207] Angaben laut MA 2003 Radio 1, aus: Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse 2003

[208] Vgl. Hürst 1997, S. 48f

[209] o.V.: Bericht zum digitalen Hörfunk über DAB in Deutschland 2005, http://www.atlas-digital-

radio.de, S. 13

[210] Vgl. Hürst 1997, S. 45

[211] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 36

[212] Vgl. Hürst 1997, S. 45

[213] Gebhard 1995, S. 124

[214] Vgl. Riegler 2005, S. 34f

[215] Vgl. Riegler 2005, S. 12

[216] Vgl. Brünjes/Wenger 1998, S. 212

[217] Vgl. Müller-Römer 1993, S. 36

[218] Vgl. Rein: Das Ende von UKW?, http://www.querfunk.de, S. 4

[219] Vgl. Rein: Das Ende von UKW?, http://www.querfunk.de, S. 10f

[220] Vgl. Kliment 1999, S. 106

[221] Vgl. Kliment 1999, S. 34

[222] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 91ff

[223] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH 1998, S. 97ff

[224] Vgl. Freyer 2004, S. 80

[225] Vgl. Großmann 1991, S. 245

[226] Vgl. Römer 1993, S. 11

[227] Tunze 1998, S. T2

[228] Vgl. ebd.

[229] Anmerkung des Verfassers: das heißt auf der Audiospur eines Fernsehsenders

[230] Vgl. Freyer 2004, S. 80

[231] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 96

[232] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH, S. 96

[233] Vgl. Stuiber 1998/1, S. 96

[234] Vgl. Freyer 2004, S. 94

[235] Vgl. Bayerische Medien Technik GmbH, S. 100

[236] Vgl. ARD 2005, S. 185

[237] o.V.: „Zukunftswerkstatt digitales Radio“, http://www.uni-erlangen.de

[238] Vgl. Freyer 2004, S, 94

[239] Technische Kommission der Landesmedienanstalten 2005, S. 3

[240] o.V.: Digitales Radio auf Mittel- und Kurzwelle startet weltweit, http://www.innovations-report.de

[241] Vgl. o.V.: Portrait: „Werbekuchen muss neu aufgeteilt werden“, http://www.dr-m.info, S.7

[242] Anmerkung des Verfassers: Das Konsortium wurde 1998 gegründet und umfasst derzeit rund

80 Mitglieder in mehr als 30 Ländern

[243] o.V.: Portrait: „Werbekuchen muss neu aufgeteilt werden“, http://www.dr-m.info, S.7

[244] Vgl. Technische Kommission der Landesmedienanstalten 2005, S. 3

[245] Vgl. Kuhl 2005, S. 62f

[246] Kuhl 2005, S. 63

[247] BLM 2004, http://www.blm.de, S. 6

[248] Vgl. ebd.

Details

Seiten
144
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638537377
ISBN (Buch)
9783638727075
Dateigröße
3.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v59940
Institution / Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Schlagworte
Digitales Radio Bayern Beispiel Galaxy Lehrstuhl Kommunikationswissenschaft
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Titel: Digitales Radio in Bayern: Am Beispiel von Radio Galaxy