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Aufgaben, Ziele und Arbeitsweise der berufsständigen Verbände - VDB, VdDB, VDD

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Bibliothekswissenschaften, Information Science

Leseprobe

Inhalt

1. Überblick

2. Historie der einzelnen berufsständigen Verbände
2.1. VDB – Verein Deutscher Bibliothekare e.V
2.2. Der Verein der Diplombibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken (VdDB)
2.3. Der Verein Deutscher Dokumentare (VDD)

3. Aufgaben, Ziele und Strukturen der einzelnen berufsständigen Verbände:
3.1. Der VDB
3.2. Der VdDB
3.3. VDD
3.4. Der „Berufsverband Information Bibliothek“ (BIB)
3.5. Die „Bibliothek & Information Deutschland“ (BID)
3.6. Zusammenarbeit der VDB und BIB

4. Organisationen des mittleren Dienstes
4.1. Der “Deutsche Verband Medizinischer Dokumentare“
4.2. Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste
4.3. Medizinische Dokumentare
4.4. Medizinische Dokumentationsassistentinnen und -assistenten (MDA)
4.5. Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen (Akribie)

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

Aufgaben, Ziele und Arbeitsweise der berufsständigen Verbände

VDB, VdDB, VDD

Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dieses Thema ist insoweit spannend, da anhand der Beobachtung die Entstehung und die Entwicklung der einzelnen berufständigen Verbände gut zu verfolgen ist. Viele Umwälzungen haben dazu geführt, dass die Berufsverbände in diesem heutigen Format erscheinen. Zuerst erfährt der Leser den historischen Abriss der einzelnen Verbände VDB, VdDB und VDD. Im Anschluss bekommt der Leser einen Überblick über die Arbeitsweise der einzelnen Verbände. Des Weiteren erfährt der Leser über die medizinischen Verbände MD, MDA, FAMI und Verband der kritischen Bibliothekare (AKRIBIE). Empfehlenswerte Literatur finden Sie in „50 Jahre VdDB“ von Herausgeber VdDB, und „Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation“ von Kuhlen, Seeger und Strauch sowie in „Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland – Ein Handbuch“ von Busse, Ernestus, Plassmann und Seefeldt. Auch im Internet finden sich zusätzliche Informationen unter www.vdb-online.org und wikipedia.

Teilnehmer des Bibliothekartages 1955 in Düsseldorf (Archivfoto)

2. Historie der einzelnen berufsständigen Verbände

2.1. VDB – Verein Deutscher Bibliothekare e.V.

Der VDB ist eine Vereinigung der wissenschaftlichen Bibliothekare, die am 07.06.1900 in Marburg gegründet wurde. Das Ziel dieses Zusammenschlusses war neben der Interessenvertretung seiner Mitglieder hauptsächlich die Förderung des Bibliothekswesens. Zur Zeit der Gründung entstand gerade erst der Beruf des Bibliothekars. Seit 1897 gab es eine „Sektion für Bibliothekswesen“ innerhalb der deutschen Philologie und 1899 bereits die ersten Bestrebungen, einen Verband zu gründen. W. Erman von der UB Berlin legte einen Satzungsentwurf vor und hielt ein Referat über „Vorschläge wegen Gründung eines Vereins der Bibliothekare in Deutschland“. Bei der Gründung im Jahre 1900 zählte man 58 Mitglieder, im folgenden Jahr waren es bereits 210.

Themen wie Bibliotheksgeschichte und Buchkunde standen zu dieser Zeit im Vordergrund. Ausbildung und Verwaltung waren dagegen weniger bedeutsam . Auch Standesfragen blieben unbeantwortet. Das änderte sich erst 1921, als ein Mitglied erklärte, dass es die Aufgabe der Bibliothekare sei, ihre eigenen beruflichen Interessen zu vertreten. Daraufhin wurde eine Kommission gegründet. Nach dem ersten Weltkrieg erhöhte sich die Zahl der Mitglieder um etwa 600 Mitglieder. Die Bibliotheken und Bibliothekare arbeiteten inzwischen enger zusammen, wobei es hauptsächlich um die Organisation des Leihverkehrs ging.

Im Jahr 1933 schalteten die Nationalsozialisten die Bibliotheken gleich und auch der VDB verhielt sich zunehmend regimetreu. Die Bibliotheken verloren schnell an Bedeutung. Sechs von elf Mitgliedern des Vereinsvorstandes gehörten der NSDAP an. 1938 begrüßte ein Berliner Ministerialreferent für das wissenschaftliche Bibliothekswesen in Passau die „Entfernung des Judentums aus dem Geistesleben des deutschen Volkes“. Der Zusammenbruch des "Dritten Reiches" war dann auch das Ende für viele Bibliotheken, auch den VDB.

Ohne sich groß mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen, wurde der VDB 1948 in München vom Generaldirektor der Bayrischen Staatsbibliothek, Gustav Hoffmann, neu begründet. Der Verein verfügte zu diesem Zeitpunkt über 16 Kommissionen. Seit der Gründung des VDB gibt es jährlich einen Bibliothekartag; der VdDB kam 1951 hinzu und fortan veranstalten beide Verbände den deutschen Bibliothekartag. In den 50er Jahren wurde heftig um die Sachaufgaben der VDB diskutiert.

Die Bibliotheken wuchsen rasant und der VDB konnte nicht mehr die Sacharbeit der wissenschaftlichen Bibliotheken übernehmen. Auch finanziell war der VDB überfordert. Die Sacharbeiten wurden seit 1974 an den neu gegründeten Deutschen Bibliotheksverband (DBV) abgegeben und somit konnte sich der VDB endgültig auf Berufs- und Ausbildungsfragen spezialisieren(1).

2.2. Der Verein der Diplombibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken (VdDB)

Am 10. Juni 1948 wurde der „Verein der Diplombibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken e.V.“ (VdDB) durch Kollegen und Kolleginnen aus wissenschaftlichen Bibliotheken in Hamburg mit ungefähr 50 Mitgliedern gegründet. Die Satzung wurde im selbem Jahr festgelegt. Vor der Gründung des VdDB gab es die Vereinigung „Bibliothekarisch Arbeitender Frauen“ sowie den „Reichsverband Deutscher Bibliotheksbeamter und –angestellter“, Beide waren aber 1933 durch die Reichskulturkammer verboten worden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der VdDB arbeitete von Anfang an mit den anderen Verbänden im Bibliothekswesen zusammen. Es wurde sehr früh über Zusammenschlüsse verhandelt. In Münster nahm der VdDB 1951 zum ersten Mal an der Organisation des Bibliothekartages teil. Die Kommission für Besoldungs- und Angestelltenfragen des VDB und des VdDB wurde1954 in Bremen gegründet. Seit 1956 arbeitete man mit dem Deutschen Beamtenkartell in Fragen des Besoldungs- und Tarifrechts zusammen. 1957 trat der VdDB dem Beamtenkartell offiziell bei. Außerdem fand der Beitritt zu „International Federation of Library Associations (IFLA)“ – auf deutsch: „Internationale Verband der bibliothekarischen Vereine und Institutionen“ statt. 1958 gab es erste Bemühungen zu einer Fusion mit dem VDB, welche jedoch scheiterte. Nichtsdestotrotz arbeiteten VDB und VdDB ab 1964 zusammen. Der VdDB wirkte in mehreren Kommissionen des VDB mit. Entscheidend war, dass der VdDB sich an der "Arbeitsgruppe für die Ausarbeitung von Vorschlägen zur einheitlichen Gestaltung von Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für die Laufbahnen des Höheren und des Gehobenen Dienstes" beteiligte, die das Ziel verfolgte, eine einheitliche 3-jährige Ausbildung für Diplombibliothekare in allen Bundesländern zu konzipieren. 1975 wurde in der Mitgliederversammlung einem „Abkommen über die Kooperation des VDB und des VdDB“ zugestimmt.

Mit Helmut Sontags Aussprache über "Vorschlag zur Konzentration bibliothekarischer Verbandsarbeit" beginnt 1985 eine mehrjährige Diskussion in den Verbänden über die Gründung eines gemeinsamen bibliothekarischen Verbandes. Jedoch scheiterten die Verhandlungen im Dezember 1994. Eine Satzungsänderung 1995 ermöglichte Bibliothekaren aller Laufbahnen in allen Einrichtungen Mitglied im VdDB zu werden.

!998 wurde das 50-jährige Bestehen der VdDB gefeiert. Dazu wurde eine Festschrift „Innenansichten – Außenansichten: 50 Jahre VdDB“ herausgebracht(2)..

VdDB und vba fusionierten im Jahr 2000 zum neuen Verein „Berufsverband Information Bibliothek“ (BIB)(3)..

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638536417
Dateigröße
918 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v59804
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Bibliothekswissenschaften
Note
1,0
Schlagworte
Aufgaben Ziele Arbeitsweise Verbände VdDB Grundlagen Dokumentationswesens

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Titel: Aufgaben, Ziele und Arbeitsweise der berufsständigen Verbände - VDB, VdDB, VDD