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Investor Relations am Neuen Markt

Diplomarbeit 2001 111 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

I Inhaltsübersicht

II Executive Summary - Investor Relations am Neuen Markt

Verzeichnis der Abkürzungen

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Tabellen

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung
1.1 Einleitung
1.2 Zielsetzung dieser Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Börsensegment „Neuer Markt“
2.2 Investor Relations

3 Kritische Erfolgsfaktoren im Vorfeld eines Börsengangs und ihre Anforderungen an die Investor Relations
3.1 Das Management
3.2 Das Rechnungswesen
3.3 Die Equity Story
3.4 Das Emissionskonsortium
3.5 Der Börsengang aus Kommunikationssicht

4 Investor Relations nach dem Börsengang
4.1 Pflichtmaßnahmen
4.2 Freiwillige Maßnahmen
4.3 Investor Relations Management
4.4 Investor Relations in Krisen

5 Fazit und Ausblick
5.1 Fazit
5.2 Ausblick

VII Glossar und Kurzerläuterungen

VIII Anhang

IX Literaturverzeichnis

X Außerliterarische Quellen

II Executive Summary - Investor Relations am Neuen Markt

A Problemstellung

War das erste Quartal 2000 noch von ungewöhnlich großen Kursanstiegen an der Wachstumsbörse Neuer Markt gekennzeichnet, die hauptsächlich auf die damals am Markt vorhandene Liquidität in Verbindung mit der vorherrschenden Internet- und Medienwerte-Euphorie zurückzuführen sind, so sorgte eine sich dem Höhenflug anschließende Korrekturphase für ebenso extreme Kursverluste. Neben wirtschaftspolitischen Ursachen für diesen Kurssturz kommt auch eine andere Ursache in Frage: Die Angst, dass eine sich abschwächende Konjunktur Umsätze und Gewinne der jungen, innovativen Wachstumsunternehmen einbrechen lässt. Unterstützt wurde diese Angst durch die tatsächliche Zunahme der Umsatz- und Gewinnwarnungen von Unternehmen an Wachstumsbörsen. Dieser Tendenz konnte auch der Neue Markt nicht entgehen. Nachdem in der zweiten Hälfte des letzten Jahres erstmalig zwei Unternehmen des Neuen Marktes, die Gigabell AG und die teamwork AG, in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, zwei Vorstände der Infomatec AG wegen des Verdachts auf Insiderhandel verhaftet wurden und auch der ehemalige Börsenliebling EM.TV & Merchandising AG aufgrund von Fehlbuchungen und falschen Prognosen arg ins Straucheln kam, ging das Vertrauen der Anleger vollends verloren. So hat sich im Jahr 2000 der NEMAX-All-Share-Index mehr als halbiert.

Diese momentan vorherrschende Situation am Neuen Markt in Zusammenhang mit den spezifischen Informationsdefiziten aller Anlegergruppen hinsichtlich der Neuer-Markt-Werte stellt große Anforderungen an die Kapitalmarktkommunikation, die sogenannten Investor Relations (IR). In diesem Zusammenhang ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, den Unternehmen, die einen Börsengang am Neuen Markt anstreben, einen Leitfaden zur professionellen Investor Relations-Arbeit an die Hand zu geben. Sowohl der fachkundige als auch der mit der Thematik nicht vertraute Leser soll einen Überblick über die Grundlagen und die Feinheiten der IR erhalten. Folgende Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit beantwortet werden:

- Welche Anforderungen werden an die Investor Relations-Arbeit hinsichtlich der kritischen Erfolgsfaktoren eines Börsengangs am Neuen Markt gestellt?
- Welche Instrumente der Investor Relations sollen nach dem Börsengang zur Anwendung kommen?
- Wie können die Unternehmen am Neuen Markt die Instrumente gezielter und somit wirkungsvoller einsetzen?
- Welche Bedeutung kommt den Erwartungen des Kapitalmarkts zu?
- Wie lassen sich die Erwartungen steuern und was haben Unternehmen am Neuen Markt bei der Prognose ihrer Zahlen zu beachten?
- Welche Anforderungen werden an die Investor Relations-Arbeit in der Krise gestellt?

B Vorgehensweise

Zu Beginn der Arbeit wird zunächst das Börsensegment „Neuer Markt“ ausführlich beschrieben, wobei auf die Zielgruppe, die Organisation, die Performance sowie die Zulassungsvoraussetzungen eingegangen wird. Abschließend wird anhand eines kurzen Rückblicks die momentane Situation am Neuen Markt dargestellt. Darauf folgt eine ausführliche Darlegung der Grundlagen der Investor Relations, die neben der Begriffsdefinition auch auf Ziele, Zielgruppen und Instrumente der IR eingeht.

In einem weiteren Schritt werden die kritischen Erfolgsfaktoren im Vorfeld eines Börsengangs und ihre Anforderungen an die Investor Relations untersucht. Dabei wird auf das Management, das Rechnungswesen, die Equity Story, das Emissionskonsortium und den gesamten Börsengang aus Kommunikationssicht eingegangen.

Als nächstes wird die Praxis der Investor Relations nach dem Börsengang dargestellt, wobei zunächst erst die Pflicht- und dann die freiwilligen Maßnahmen betrachtet werden. Um eine optimale Wirkungsweise der dargestellten IR-Instrumente zu gewährleisten, wird im Rahmen des Investor Relations Managements auf Aktionärsstrukturmanagement und das Management der Erwartungen ausführlich eingegangen. Abschließend wird angesichts der momentanen Lage am Neuen Markt eine grobe Übersicht über Investor Relations in Krisensituationen gegeben.

C Erkenntnisse und Resultate

Bei einem Börsengang an den Neuen Markt spielen eine Reihe von kritischen Erfolgsfaktoren eine Rolle, welche wiederum unterschiedlich großen Einfluss auf die Kapitalmarktkommunikation, die Investor Relations, haben. Zielgruppe der IR ist primär die Financial Community, d.h. institutionelle Investoren, Analysten und Wirtschaftsjournalisten. Wichtige Zielgruppen sind aber auch die Privatanleger und Mitarbeiter. Grundsätzlich stechen vier Erfolgsfaktoren für einen gelungenen Börsengang signifikant hervor: Das Management, das Rechnungswesen, die Equity Story und das Emissionskonsortium. Allen Faktoren ist gemein, dass sie weitreichende Wirkung über den Börsengang hinaus haben und quasi das Fundament der professionellen IR-Arbeit darstellen. Primär liegt der Schwerpunkt natürlich auf einem kompetenten Management, dass sich gut zu präsentieren weiß und der IR-Arbeit eine große Bedeutung beimisst. Vom Finanzvorstand hängt es vor allem ab, ob das Unternehmen über ein funktionierendes Rechnungswesen verfügt und die Planzahlen stimmen. Diese fließen wiederum in die sog. Equity Story ein, die die Aufgabe hat, das Unternehmensprofil am Kapitalmarkt zu positionieren. Das Unternehmen, oder die Aktie, und nicht etwa ein Produkt, soll hier Gegenstand der „Vermarktung“ sein. Die Unternehmensstrategie steht dabei im Mittelpunkt und soll zielgruppengerecht in der Equity Story vermittelt werden. Dabei behilflich ist nicht zuletzt die konsortialführende Bank. Das Konsortium ist hauptsächlich nach der geplanten Aktionärsstruktur, der Branchenkompetenz und der Vermarktungskompetenzen auszuwählen, wobei auch die Investor Relations-Betreuung nach dem Börsengang beachtet werden soll. Der Börseneinführungsprozess wird im Drei-Phasen-Modell in eine Corporate-/Image-Phase, eine Pre-IPO-Phase und eine IPO-Phase unterschieden. Finanzanzeigen, Pressemitteilungen, die Equity Story, Road Shows, Press- und Analystenkonferenzen werden hier als Instrumente hauptsächlich eingesetzt.

Ist der Börsengang vollzogen, so ist häufig zu beobachten, dass die Unternehmen in Schweigen verfallen. Die vor dem Börsengang praktizierte Kommunikation mit Investoren und Analysten sollte auch nach danach weiter betrieben werden. Grundsätzlich ist offen, zielgruppenspezifisch, transparent und kontinuierlich zu informieren. Dazu dienen die verschiedenen Instrumente der Investor Relations, welche sich in Pflichtmaßnahmen und freiwillige Maßnahmen unterteilen lassen. Die Pflichtmaßnahmen sind dabei teilweise gesetzlich, teilweise segmentspezifisch vorgeschrieben und stellen lediglich ein Mindestmaß an Informationen zur Verfügung. Von größerer Relevanz sind daher die freiwilligen Instrumente wie z. B. Road Shows, One-on-One-Meetings (Einzelgespräche), Telefonkonferenzen, Analystenkonferenzen und der Geschäftsbericht. Inhaltlich sind hier insbesondere zukunftsgerichtete Informationen gefragt.

Der Einsatz der IR-Instrumente sollte dabei zielgruppenspezifisch erfolgen, es muss also den spezifischen Informationsbedürfnissen der einzelnen Zielgruppen ausreichend Rechnung getragen werden. Dazu muss die Aktionärsstruktur des Unternehmens ermittelt werden. Von besonderem Interesse sind dabei die Aktionäre im an der Börse frei handelbaren Streubesitz der Aktiengesellschaft. Zur Ermittlung bietet es sich an, externe Datenlieferanten hinzuziehen, da das einzelne Unternehmen kaum die Ressourcen hat, um solch eine Ermittlung auf monatlicher Basis durchzuführen. Aus der Aktionärsstruktur gehen schließlich als wichtigste Gruppe die institutionellen Investoren, in der Regel hauptsächlich Fondsgesellschaften, hervor. Diese können wiederum anhand ihrer Anlagestrategien unterschieden werden, wobei das Unternehmen eine Segmentierung vornehmen sollte, um so die relevanten Investoren herauszufinden und diese künftig gezielter und verstärkt anzusprechen.

Investoren und Analysten stellen regelmäßig hohe Erwartungen an die Unternehmen am Neuen Markt und möchten eine positive Performance des Unternehmens sehen. Den Erwartungen liegen dabei die vom Rechnungswesen des Unternehmens generierten Zahlen zugrunde. Aufgrund dieser Zahlen werden Prognosen sowohl vom Unternehmen als auch von den Analysten und institutionellen Investoren zur Umsatz- und Gewinnentwicklung getätigt. Dabei ist es wichtig, diese quartalsweise zu berichtenden Gewinn- und Umsatzzahlen möglichst konservativ zu planen, da eine auch nur geringe Verfehlung der Erwartungen der Investoren und Analysten, bekannt gegeben durch eine Gewinn- oder Umsatzwarnung, deutliche Kurseinbrüche zur Folge hat.

Diese Gewinn- und Umsatzkorrekturen, die das Unternehmen vornimmt, können zu einer Krise im Unternehmen führen. Dabei stellen sie nur eine mögliche Krisenart dar. Den meisten Krisen gemein ist die Tatsache, dass sie Auswirkungen auf den Kurs der Aktie haben und gleichzeitig das Vertrauen der Financial Community in das Unternehmen fundamental schwächen. Die momentanen Entwicklungen am Neuen Markt zeigen dabei fast wöchentlich, dass die beste Krisen-IR schon lange vor der Krise beginnt. Wer nämlich in guten Zeiten die Schar der Investoren und Analysten schon nicht offen, transparent, kontinuierlich und zielgruppengerecht informiert hat, der wird in einer unerwarteten Krise kaum auf ihre Treue hoffen können.

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Abbildungen

Abbildung 1: Übersicht der Marktsegmente

Abbildung 2: Performancevergleich Neuer Markt, EASDAQ und NASDAQ

Abbildung 3: Branchenzugehörigkeit der Unternehmen des Neuen Marktes

Abbildung 4: IR-Ziele der Unternehmen am Neuen Markt

Abbildung 5: Die wesentlichen Erfolgsfaktoren und die IR – eine Übersicht

Abbildung 6: Der Börsengang aus Kommunikationssicht im Drei-Phasen-Modell

Abbildung 7: Beispielhafte Aktionärsstruktur: CPU AG

Abbildung 8: Beispiel einer Aktionärsstrukturauswertung

Abbildung 9: Beispiel einer Verteilung der Investoren nach Art der Anlagegesellschaft

Abbildung 10: Segmentierung der anzusprechenden Investoren anhand der Anlagestrategie

Abbildung 11: Kurseinbruch der Intershop-Aktie durch Erwartungskorrektur

Verzeichnis der Tabellen

Tabelle 1: Übersicht der IR-Maßnahmen

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung

1.1 Einleitung

Seit Gründung im März 1997 erfreut sich der Neue Markt der Frankfurter Wertpapierbörse als Börsensegment für junge, innovative Wachstumsunternehmen großer Beliebtheit. Mit mittlerweile fast 340 dort notierten Unternehmen ist die Beschaffung von Eigenkapital zur Wachstumsfinanzierung zunehmend schwieriger geworden. Nicht nur die hohe Anzahl der bislang schon am Neuen Markt gehandelten Werte wirkt im Wettbewerb um Eigenkapital erschwerend, auch ist die anfängliche Euphorie aufgrund von Unternehmenskonkursen und steigender Zahl von Gewinnkorrekturen vorerst verschwunden. Für Unternehmen, die einen Börsengang an den Neuen Markt anstreben, gewinnt daher die Kapitalmarktkommunikation, die sog. Investor Relations (IR), stark an Bedeutung. Wurde Investor Relations bis Anfang der 90er Jahren noch als freiwillige Maßnahme zur günstigeren Beschaffung von Eigenkapital verstanden und von den großen Aktiengesellschaften allenfalls auf sporadischer Basis eingesetzt, so ist IR mittlerweile bei Börsengängen generell, insbesondere aber am Neuen Markt von herausragender Bedeutung. Vom einstigen Kerngedanken der IR wird dabei insofern abgewichen, als dass IR heute als Methode zur gezielten Vermarktung der Aktie begriffen wird. Dies soll keineswegs bedeuten, dass Investor Relations nur vor dem Börsengang von großer Relevanz ist, was, so erstaunlich es auch scheint, immer noch von vielen Unternehmen am Neuen Markt kolossal missverstanden wird. Auch nach dem Börsengang möchten die Aktionäre und Analysten fortlaufend und vor allem offen von den Unternehmen informiert werden. Die vorliegende Arbeit soll dabei Hilfestellung geben.

1.2 Zielsetzung dieser Arbeit

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, denjenigen Unternehmen, die einen Börsengang am Neuen Markt anstreben, aufzuzeigen, dass Investor Relations speziell in diesem Börsensegment besondere Bedeutung zukommt. Diesen Unternehmen soll mit vorliegender Arbeit gleichzeitig ein Leitfaden an die Hand gegeben werden, anhand dessen sowohl der sachkundige als auch der mit der Thematik nicht vertraute Leser einen Überblick über die Investor Relations-Arbeit am Neuen Markt erhält. Dabei soll ferner herausgestellt werden, dass die Investor Relations-Arbeit schon im Vorfeld des Börsengangs ein hohes Maß an Aufmerksamkeit benötigt, denn es gilt, möglichst frühzeitig Kontakte zur Finanzwelt aufzubauen, um langfristiges Vertrauen in das Unternehmen und die Aktie zu schaffen. Dem Leser soll weiterhin deutlich gemacht werden, dass die IR-Instrumente nur dann effektiv eingesetzt werden können, wenn die Aktionärsstruktur des Unternehmens einigermaßen bekannt ist und eine zielgruppengerechte Ansprache der großen Investoren erfolgen kann. Nur so kann daraufhin auch eine Steuerung der Erwartungen des Kapitalmarkts erfolgen, die, sofern sie nicht richtig angewandt wird und falsche Erwartungen am Markt weckt, das Unternehmen in ein Krise führen kann.

1.3 Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert. Das erste Kapitel der Arbeit enthält die Einführung in die Thematik und die Darlegung der Ziel- und Problemstellung.

Das zweite Kapitel der Arbeit geht zunächst umfassend auf das Börsensegment „Neuer Markt“ ein und beschreibt dessen Zielgruppe, Organisation und Zulassungsvoraussetzungen. Das Unterkapitel zum Neuen Markt abschließend wird dem Leser der Einstieg in die Thematik anhand eines die Performance des Neuen Marktes im letzen Jahr würdigenden Rückblicks erleichtert. Im zweiten Unterkapitel werden die theoretischen Grundlagen der Investor Relations dargestellt, wobei neben einer Definitionsherleitung auch auf die Ziele und Zielgruppen ausführlich eingegangen wird. Nach einem kurzen Überblick zu den IR-Instrumenten endet das zweite Kapitel mit den Grundsätzen der IR-Arbeit.

Das dritte Kapitel befasst sich mit den Erfolgsfaktoren der IR im Vorfeld eines Börsengangs und behandelt insbesondere das Management, das Rechnungswesen, die Equity Story und das Emissionskonsortium. Nach Erarbeitung dieses Fundaments eines Börsengangs wird dieser zum Abschluss des Kapitels aus Kommunikationssicht dargestellt.

Das vierte Kapitel beginnt mit einer Betrachtung der IR-Maßnahmen, die nach Pflichtmaßnahmen und freiwilligen Maßnahmen unterteilt sind. Im Anschluss daran wird auf das Investor Relations Management eingegangen, wobei hier besonders Aktionärsstruktur- und Erwartungsmanagement angesprochen werden. Das vierte Kapitel endet mit Investor Relations in Krisen unter Berücksichtigung von Krisenvermeidung, Krisenvorsorge und Krisenbewältigung.

Das fünfte Kapitel bildet den Schluss dieser Arbeit mit einem Fazit und Ausblick des Autors.

Zur Erstellung der Arbeit wurden vor allem deutschsprachige Artikel aus Finanzzeitschriften und Wirtschaftszeitungen sowie Publikationen zum Themengebiet herangezogen. Zur Sicherstellung des Praxisbezugs wurden nicht standardisierte Interviews und Gespräche mit einem Finanzanalysten, einem IR-Manager einer Bank, mehreren IR-Managern von Neuer-Markt-Unternehmen, IR- und PR-Beratern sowie einem Direktor Aktienemissionen/Corporate Finance einer Bank geführt. Zusätzlich wurden drei themenrelevante Veranstaltungen besucht, die alle zum Verständnis der Situation von Investor Relations am Neuen Markt beigetragen haben.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Das Börsensegment „Neuer Markt“

2.1.1 Unternehmen des Neuen Marktes

In der Vergangenheit standen gerade kleine mittelständische Unternehmen, die traditionell eine wichtige Rolle in der deutschen Wirtschaft spielen, vor der Schwierigkeit, an das zur Finanzierung des Wachstums erforderliche Eigenkapital zu gelangen.[1] Unter diesen kleinen mittelständischen Unternehmen lassen sich zwei Arten unterscheiden: junge, innovative Wachstumsunternehmen, und traditionelle Mittelstandsunterneh­men. Während letztere u.a. ihren Kapitalbedarf zunehmend am Qualitätssegment SMAX[2] decken, finanzieren sich die jungen Wachstumsunternehmen immer häufiger über einen Börsengang[3] im Segment Neuer Markt. Die Unternehmen des Neuen Marktes lassen sich dadurch charakterisieren, dass sie in von überdurchschnittlichen Umsatz- und Gewinnperspektiven gekennzeichneten Zukunftsbranchen[4] wie etwa der Telekommunikation oder der Biotechnologie operieren. Dabei verfügen sie über Gewinn- und Wachstumsraten von durchschnittlich mehr als 40 Prozent pro Jahr.[5] Mit einer wirtschaftlicher Existenz von durchschnittlich 14 Jahren sind sie nicht nur jünger als andere börsennotierte Unternehmen, sie weisen auch ein höheres Risiko-/Renditeprofil auf.[6]

2.1.2 Der Neue Markt als viertes Marktsegment der Deutsche Börse AG

Der Neue Markt ist seit seiner Gründung am 10. März 1997 als eigenständiges Marktsegment der Frankfurter Wertpapierbörse eingerichtet. Trägerin dieses Marktsegments ist die Deutsche Börse AG.[7] Nach dem amtlichen Handel, dem Geregelten Markt und dem Freiverkehr stellt der Neue Markt das vierte Marktsegment der Deutsche Börse AG dar, wie folgende Abbildung veranschaulicht. Sind der amtliche Handel und der Geregelte Markt öffentlich-rechtlicher Struktur, so zeichnet sich der Neue Markt dem Freiverkehr entsprechend durch seine privatrechtliche Organisation aus.[8] Diese privatrechtliche Grundlage erlaubte der Deutsche Börse AG die Schaffung eines anspruchsvollen Regelwerks, das internationalen Standards entsprechen soll und weit höhere Anforderungen an die Unternehmen stellt als die Regelwerke der traditionellen öffentlich-rechtlichen Börsensegmente.[9]

Abbildung 1: Übersicht der Marktsegmente[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.3 Der Neue Markt als führendes Wachstumswertesegment Europas

Seit seiner Gründung 1997 hat sich der Neue Markt zu dem mit Abstand führenden Wachstumswertesegment in Europa entwickelt.[11] So beträgt die Marktkapitalisierung aller 338 gehandelten Werte am Neuen Markt derzeit ca. 121 Milliarden Euro. Als einzige Alternative zum Neuen Markt bietet sich Emittenten[12] die EASDAQ[13] mit einer deutlich geringeren Marktkapitalisierung an.[14] 60 Prozent dieser Marktkapitalisierung entfallen jedoch auf US-Unternehmen, die ebenfalls an der US-amerikanischen Technologie-Börse NASDAQ[15] notieren und für die das EASDAQ-Listing[16] nur ein Zweitlisting darstellt. So braucht der Neue Markt den direkten Vergleich mit der NASDAQ mittlerweile nicht mehr zu scheuen: Beide Börsensegmente nahmen 1999 75 bis 85 Prozent aller Neuemissionen ihres Heimatmarktes auf.[17] Folgende Abbildung zeigt den Verlauf des Nemax-All-Share-Index[18] im Vergleich zur EASDAQ und NASDAQ, wobei auffällt, dass der Kursverlauf der beiden europäischen Wachstumsbörsen in zunehmender Abhängigkeit der NASDAQ steht.

Abbildung 2: Performancevergleich Neuer Markt, EASDAQ und NASDAQ[19]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1.4 Zulassungsvoraussetzungen des Neuen Marktes

Unternehmen, die eine Börsennotierung am Neuen Markt anstreben, müssen über die Zulassungsvoraussetzungen des Geregelten Marktes[20] hinaus vergleichsweise strenge Zulassungs-[21] und Folgepflichten[22] erfüllen. Diese sollen in erster Linie der Liquidität, Transparenz und dem Aktionärsschutz[23] dienen und internationalen Standards gerecht werden. So soll der Emittent mindestens drei Jahre als Unternehmen bestanden und seine Jahresabschlüsse für die vorangegangenen Geschäftsjahre entsprechend der geltenden Vorschriften offengelegt haben.[24] Mit der Antragstellung muss das Unternehmen ein Eigenkapital von mindestens 1,5 Millionen Euro nachweisen, über das es schon vor der zur Ausgabe der Aktien führenden Kapitalerhöhung verfügt hat.[25] Für die erstmalige Zulassung ist eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlage erforderlich, aus der mindestens 50 Prozent des zu platzierenden Emissionsvolumens[26] stammen soll.[27] Diese Vorschrift soll sicherstellen, dass ein hinreichend großer Anteil des Emissionsvolumens tatsächlich dem Unternehmen zufließt und die durch den Börsengang erfolgende Kapitalbeschaffung nicht lediglich den Altaktionären durch Verkauf von Aktien zugute kommt.[28] Zum Schutz des Marktes verpflichten sich die Altaktionäre zudem, alle nicht platzierten Aktien mindestens sechs Monate zu halten.[29] Die Einhaltung dieser sogenannten Lock-up-Periode soll dem Anleger zeigen, dass die Altaktionäre hinter den Zukunftsplänen des Unternehmens stehen.[30] Zum Neuen Markt werden des weiteren nur Stammaktien[31] zugelassen[32], die einen Kurswert von mindestens 5 Millionen Euro haben und sich nach dem Börsengang zu möglichst 25 Prozent im Streubesitz[33] (Free Float) befinden sollen, wobei ein Streubesitzanteil von 20 Prozent bei einem Emissionsvolumen von weniger als 100 Millionen Euro nicht unterschritten werden darf.[34] Zum Streubesitz in diesem Sinne zählen nur außenstehenden Aktionären gehörende Aktien; Anteile aus bevorrechtigten Zuteilungen etwa an Angehörige und verbundene Unternehmen sowie aus Mitarbeiter-beteiligungsprogrammen gehören nicht dazu.[35]

Um einen ordnungsgemäßen Handel mit ausreichend Liquidität am Neuen Markt zu gewährleisten, hat das Unternehmen mindestens zwei „Designated Sponsors“[36] zu verpflichten. Ihre Kernfunktion ist das Stellen von verbindlichen Geld- und Brieflimite für die betreuten Wertpapiere (Market-Maker-Funktion) im elektronischen Handelssystem Xetra[37].[38] Zum Geldkurs sind sie bereit, eine festgesetzte Anzahl Aktien auf eigene Rechnung zu kaufen. Analog sind sie bereit, die Aktien zum Briefkurs zu verkaufen.[39] Neben ihrer primären Funktion als Market Maker übernehmen die Designated Sponsors regelmäßig Zusatzfunktionen, die ebenfalls zur Steigerung der Liquidität am Markt beitragen: Sie unterstützen den Emittenten in seiner Investor Relations-Arbeit durch Organisation von Analystentreffen und Pressekonferenzen und durch Hilfe beim Erstellen von Geschäftsberichten und Aktionärsbriefen.[40] Ferner veröffentlichen sie Analysen zu den von ihnen betreuten Unternehmen.

Durch die Verpflichtung zur Rechnungslegung nach den international anerkannten Standards IAS[41] und US-GAAP[42], Verfassen von Jahres- und Quartalsberichten in deutscher und englischer Sprache und Erstellung eines Emissionsprospektes[43] nach internationalen Standards sollen auch verstärkt ausländische Investoren und Emittenten Zugang zum Neuen Markt finden.

2.1.5 Der Neue Markt: Ein Rückblick

Die Entwicklung des Neuen Marktes hat seit seiner Entstehung im März 1997 sämtliche Prognosen übertroffen. Im Jahr 1999 gingen insgesamt 168 Unternehmen an die Börse, davon alleine 140 an den Neuen Markt. Im Jahr 2000 waren es immerhin noch 138 Unternehmen, die in einem insgesamt sehr wechselhaften Börsenklima den Gang an den Neuen Markt wagten.

So war das erste Quartal 2000 von ungewöhnlich extensiven Kursanstiegen gekennzeichnet[44]: die am Markt vorhandene Liquidität in Verbindung mit der Internet- und Medienwerte-Euphorie sorgten für sich verdoppelnde Aktienkurse. So betrug die Marktkapitalisierung[45] am Neuen Markt zu jener Zeit nahezu 300 Milliarden Euro. Die sich der Euphorie anschließende Korrekturphase hatte neben wirtschaftspolitischen Faktoren wie den gestiegenen Rohölpreisen und dem Debakel der US-Präsidentschaftswahlen eine andere, weltweit bemerkbare Ursache: Die Befürchtung, dass eine sich abschwächende Konjunktur Umsätze und Gewinne der High-Tech-Unternehmen auf kurze wie lange Sicht nach unten zieht.[46] Die Zahl der für möglich gehaltenen Gewinnrückgänge (Gewinnwarnungen) von Unternehmen an Wachstumsbörsen hat sich dabei im dritten Quartal des Jahres 2000 drastisch erhöht.[47] Dieser Tendenz konnte auch der Neue Markt nicht entgehen. So hat sich im Jahr 2000 der NEMAX-All-Share-Index mehr als halbiert.

Auch gerieten in der zweiten Hälfte des letzten Jahres erstmalig zwei Unternehmen des Neuen Marktes in Zahlungsschwierigkeiten, die Gigabell AG und die teamwork AG. Neben der Verhaftung von zwei Vorständen der Infomatec AG wegen des Verdachts auf Insiderhandel erlitt auch der ehemalige Börsenliebling EM.TV & Merchandising AG aufgrund von Fehlbuchungen und falschen Prognosen einen deutlichen Kurseinbruch von 120 Euro auf nunmehr ca. 6 Euro.

Nachdem größere, am Markt etablierte Unternehmen wie bspw. Aixtron, Singulus und Qiagen eine gute Kurs-Performance auch in Zeiten der Korrektur aufweisen konnten, setzte gegen Ende des Jahres nicht, wie von vielen Optimisten erwartet, eine „Rallye“ ein, sondern eher ein „Ausverkauf“ in großem Stil. Dabei konnte beobachtet werden, dass es zwischen den einzelnen Sektoren hinsichtlich ihrer Performance zum Teil deutliche Unterschiede gab. Weniger zyklische Sektoren wie Biotechnologie, MedTech & Healthcare sowie einige Technologieaktien konnten sich besser als der zugrundegelegte Benchmark[48], der NEMAX-All-Share-Index, entwickeln. Auf der anderen Seite waren Software-, Telekommunikations- und Internet-Aktien durch eine unterdurchschnittliche Entwicklung gekennzeichnet. Grund hierfür ist neben den hohen Bewertungen die Kenntnis des Marktes, dass die Vielzahl der Geschäftsmodelle auf zu positiven Einschätzungen basieren und ein zyklischer Abschwung zu einer noch stärkeren Korrektur der Erwartungen führen kann. Das verlorene Vertrauen in die Geschäftsmodelle führte letztendlich zu Verkäufen größerer Aktienpakete insbesondere der ausländischen institutionellen Investoren.

Abbildung 3: Branchenzugehörigkeit der Unternehmen des Neuen Marktes[49]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Trotz zunehmender Zahl der Börsengänge blieb die Zahl derer, die die Öffentlichkeit mit Hintergrundberichten, Analysen und Anlageempfehlungen versorgen, stark zurück.[50] Meinungsbildende Analysten und Finanzjournalisten haben aufgrund der Vielzahl von Unternehmen am Neuen Markt Schwierigkeiten, detaillierte Analysen und Berichte zu allen Werten zu verfassen.[51] Folglich wird nicht nur der Erfolg eines Börsenganges, sondern auch der langfristige Erfolg des Unternehmens am Neuen Markt zunehmend durch die Qualität des zugrundeliegenden Kommunikationskonzeptes, also der Investor Relations, beeinflusst.

2.2 Investor Relations

Im Folgenden wird zunächst die historische Entwicklung der Investor Relations (IR) dargestellt. Nach einer inhaltlichen Abgrenzung und Darlegung verschiedener Definitionen der Investor Relations werden kurz Möglichkeiten der organisatorischen Einbindung aufgezeigt. Dem folgt eine Beschreibung der unterschiedlichen Ziele von Investor Relations mit Segmentierung der verschiedenen Zielgruppen. Die Grundlagen abschließend werden die Investor Relations Instrumente und Maßnahmen kurz umrissen. Das Kapitel endet mit einer Beschreibung der verschiedenen Grundsätze der Investor Relations.

2.2.1 Historische Entwicklung

Investor Relations hat seinen Ursprung in den USA. Dort wurden im Zuge des Börsencrashs 1929 detaillierte Vorschriften über die Informationspflicht der Unternehmen gegenüber den Kapitalgebern erlassen.[52] 1953 entwickelte dann das US-Unternehmen General Electric ein Kommunikations-Programm speziell für private Investoren: der Titel lautete „investor relations.“ In Deutschland wurde der Begriff „Investor Relations“ zum ersten Mal 1967 von Hartmann im Rahmen einer Dissertation verwendet[53], blieb aber bis Mitte der 80er Jahre noch weitestgehend unbekannt[54].

2.2.2 Definition und Abgrenzung

Da jegliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Problembereich eine definitorische Abgrenzung des untersuchten Gebiets voraussetzt, findet sich auch in der Literatur eine Vielzahl von häufig sehr ähnlich lautenden Definitionen des Begriffs „Investor Relations“.

Der früheste deutschsprachige Definitionsgeber, Hartmann, beschreibt 1968 Investor Relations als die „freiwilligen Bemühungen der obersten Geschäftsleitung, durch ein geplantes, langfristiges und kontinuierliches Programm von nach innen gerichteter Politik und nach außen zielenden Handlungen das dauernde Vertrauen der Investor-Öffentlichkeit zu gewinnen, zu vermehren und den Beliebtheits- und Bekanntheitsgrad des Unternehmens zu erhöhen.“[55] Hartmann betrachtet dabei Investor Relations als Teilbereich der Public Relations (PR).

Hartmanns Definition erfährt im Laufe der Zeit verschiedene Änderungen und Erweiterungen, so z.B. die von Süchting, der Investor Relations 1986 im Rahmen eines Marketingansatzes einordnet, wobei das Finanzmarketing ein an den Bedürfnissen der Kapitalgeber orientierter, zielgerichteter Einsatz finanzpolitischer Instrumente zur Überwindung der zwischen Kapitalnachfrage und Kapitalangebot bestehenden Marktwiderständen sein soll.[56] In diesem Ansatz werden Investor Relations als Kommunikationspolitik verstanden.[57]

Kotler/Bliemel definieren Kommunikation im Rahmen des Marketing als „eine längerfristige gestaltende Einflussnahme auf den Prozess des Kaufs und Konsums, den die Kunden von der ersten Kenntnisnahme eines Produktes bis zum Verhalten nach dessen Konsum durchlaufen.“[58] Wird die Aktie ferner als Produkt begriffen, so bedeutet Kommunikation eine längerfristige gestaltende Einflussnahme auf den Prozess des Kaufs und Haltens der Aktie, den Investoren von der ersten Kenntnisnahme der Aktie bis zum Verkauf durchlaufen. Besondere Beachtung sei hier der Tatsache geschenkt, dass gemäß obiger Definition die kommunikative Beeinflussung schon bei der ersten Kenntnisnahme des Produkts beginnt. Auf die Aktie übertragen kann also die erste Kenntnisnahme der Aktiengesellschaft und somit der Aktie schon im Vorfeld des Börsengangs erfolgen. Diese zeitliche Thematik findet bisweilen in gängigen Definitionen der Investor Relations wenig, wenn nicht keine Beachtung, ist aber für die vorliegende Arbeit von großer Bedeutung.

Mindermann sieht neben der externen auch eine interne Aufgabe für Investor Relations.[59] Investor Relations soll auch „als wesentliche Quelle für Basisinformationen, die im Rahmen der Unternehmenssteuerung und –strategie eingesetzt werden“[60]. Dabei sollen die Geschäftsfelder, die Strukturen und die geschäftlichen Aktivitäten des Unternehmens nach Maßgabe der bewertungsrelevanten Faktoren aus Sicht der Anleger überprüft werden. Investor Relations ist hier vor allem als Ratgeber für das Management gefordert. Soll nach Mindermann die Geschäftsführung informiert werden, so kann man die Richtung der internen Informationsvermittlung auch umdrehen. Interne Aufgabe sollte demnach auch der Aufbau eines Informationssystems sein, durch welches das Management die Mitarbeiter als Investoren informiert.[61] Dieser Aspekt erlangt in den momentanen Zeiten stark gefallener Aktienkurse und dementsprechend frustrierter Belegschaft größere Bedeutung.[62]

Lingenfelder/Walz begreifen ähnlich des Ansatzes von Süchting Investor Relations als Pflege der Beziehungen zu allen Kapitalgebern.[63] Dies beinhaltet neben dem Aktien- oder Eigenkapitalmarketing mit Investor Relations auch das Fremdkapitalmarketing[64] mit Creditor und Bondholder Relations. Das Aktienmarketing mit Investor Relations stellt dabei das für diese Arbeit relevante Teilgebiet dar.

Für die vorliegende Arbeit soll Investor Relations als schon im Vorfeld des Börsenganges beginnender, kommunikationspolitischer Teil des Aktienmarketings begriffen werden, der durch einen geplanten, langfristigen und kontinuierlichen Einsatz von finanzpolitischen Instrumenten durch das Management sich sowohl an unternehmensexterne als auch interne Zielgruppen richtet.

2.2.3 Organisatorische Einbindung der Investor Relations

In der Praxis wird IR eine eigenständige Bedeutung beigemessen. Das kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, dass IR oftmals in einer selbständigen Stabsabteilung organisiert ist, deren Leitungsebene unmittelbar an das zuständige Vorstandsmitglied, in aller Regel an das für Finanzen zuständige Vorstandsmitglied, berichtet.[65] Eine solche Zuordnung in der Berichtspflicht ist unter sachlichen Gesichtspunkten auch sinnvoll, weil die Informationen aus dem Finanzbereich stammen und deshalb von den fachkundigen Urhebern kommuniziert werden sollten.[66]

In Betracht kommt auch eine Zuordnung zur Public Relations-Abteilung.[67] Dafür spricht zum einen, dass in Kommunikationsangelegenheiten geschulte PR-Mitarbeiter in der Lage sein könnten, die gewonnen Erkenntnisse verständlicher zu vermitteln; zum anderen kann der durch den hohen Abstimmungsbedarf zwischen IR und PR bedingte Informationsfluss durch Zusammenlegung der beiden Bereiche häufig verbessert werden.[68]

Bei der 1995 von Günther/Otterbein unter den Mitgliedern des Deutschen Investor Relations Kreises e.V. (DIRK)[69] durchgeführten Umfrage kam heraus, dass 63 Prozent der Unternehmen mit einer eigenen IR-Abteilung (76 Prozent von 21 befragten Aktiengesellschaften) diese direkt dem Finanzvorstand oder der Finanzabteilung zuordnen.[70] Lediglich 25 Prozent ordneten sie der Abteilung für Kommunikation oder Öffentlichkeitsarbeit zu. Günther/Otterbein ziehen daraus den Schluss, dass „für solide IR-Arbeit fundiertes finanzwirtschaftliches Wissen Voraussetzung ist“.[71]

Zu einem abweichenden Ergebnis kommt eine vergleichbare Umfrage des Deutschen Aktieninstituts e. V. (DAI) von März 1999. Aus dieser geht hervor, dass nur noch 28 Prozent der befragten Unternehmen die Investor-Relations-Abteilung dem Finanzwesen zuordnen, das entspricht in etwa dem Anteil der Unternehmen, der die IR-Abteilung dem PR-Bereich zuordnet.[72] 35 Prozent aller Befragten haben die IR-Aufgaben dem Vorstandssekretariat angegliedert. Wird das Börsensegment Neuer Markt gesondert betrachtet, so hatten alle der Anfang 1999 befragten Unternehmen die Investor Relations-Funktion dem Vorstandssekretariat angegliedert.

2.2.4 Ziele der Investor Relations

2.2.4.1 Das Primärziel

War nach Hartmann noch die Steigerung des Beliebtheits- und Bekanntheitsgrades des Unternehmens das Primärziel von Investor Relations, so stellt für Link, Süchting und Krystek/Müller die Kurswertmaximierung der Aktie das Primärziel der Investor Relations dar.[73] Durch einen höheren Aktienkurs kann das Unternehmen seine Eigenkapitalkosten senken, was sich schon frühzeitig als das von nahezu allen Aktiengesellschaften mehr oder weniger bewusst mit ihren Investor Relations verfolgte Ziel herausstellte.[74] So sollen Neuemissionen bei Ausgabekursen am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne ohne Probleme vom Markt aufgenommen werden.[75] Bei zukünftigen Kapitalerhöhungen bedeutet die relative Stärke der eigenen Aktie[76], dass die Aktiengesellschaft am Markt ein relativ höheres Agio[77] durchsetzen und sich somit preiswerter Kapital beschaffen kann.[78] Ein hoher Börsenwert bedeutet auch, dass der Erwerb einer Gesellschaft durch einen Aufkäufer aufgrund eines höheren zu zahlenden Preises erschwert wird.[79] Neben dem relativen Schutz vor feindlichen Übernahmen[80] wird analog das Akquirieren anderer Unternehmen preiswerter, da man diese mit den eigenen hoch bewerteten Aktien bezahlen kann.[81]

Paul und Dürr sehen das Hauptziel der Investor Relations in einer nachhaltigen, angemessenen Unter­nehmensbewertung,[82] „die fair das gegenwärtige Geschäft und zukünftige Wachstumsmöglichkeiten reflektiert“[83]. Investor Relations soll demnach an die beschränkte Effizienz und Rationalität auf den Märkten anknüpfen, weil diese zu falschen Vorstellungen und mangelndem Verständnis führen.[84] Falsche Vorstellungen und mangelndes Verständnis wirken sich negativ auf den Aktienkurs aus und haben eine Unterbewertung des Unternehmens zur Folge. Die bei am Neuen Markt notierten Gesellschaften bis vor kurzem vorkommenden Überbewertungen werden im betriebswirtschaftlichen Schrifttum weitestgehend vernachlässigt.[85] Mag die Beseiti­gung von Überbewertungen am Markt theoretisch im Sinne der Informationseffizienz noch erwünscht sein, so wirkt sie doch der Maximierung des Unter­nehmenswertes und der Minimierung der Kapitalkosten entgegen und findet in der Praxis bislang nur vereinzelt Beachtung.[86] Folglich scheint das Hauptziel der „fairen“ Unternehmensbewertung lediglich eine gewünschte, den Kurs nach oben bewegende Korrektur von Unterbewertungen zu sein. Langfristig bedeutet dies die Annährung an den langfristig maximalen Aktienkurs. Dieses Ziel lässt sich durch Verfolgung der im Folgenden näher dargestellten, nicht überschneidungsfreien Unterziele erreichen.

2.2.4.2 Die Erhöhung des Bekanntheitsgrades

Insbesondere für kleine Aktiengesellschaften stellt die oben erwähnte Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Aktie und der dahinter stehenden Aktiengesellschaft ein wesentliches Ziel der Investor Relations-Arbeit dar.[87] Kleinere Unternehmen verfügen aufgrund ihrer geringen Marktkapitalisierung über weniger Liquidität am Aktienmarkt und weisen im Vergleich zu liquideren Werten eine relativ hohe Volatilität auf.[88] Da vor allem institutionelle Investoren ihre Investments nur in einem funktionierenden Markt tätigen, haben die wenig liquiden Werte Probleme, sich nachhaltig in deren Blickfeld zu halten. Eine rechtzeitige und dauerhafte Erhöhung des Bekanntheitsgrades kann möglicherweise die Nachfrage nach den Aktien des Unternehmens erhöhen. Daraus ergeben sich verbesserte Platzierungsmöglichkeiten bei Neuemissionen und Kapitalerhöhungen und eventuell ein höheres Agio.[89] Insbesondere bei Unternehmen am Neuen Markt scheint die Erhöhung des Bekanntheitsgrades durch Investor Relations häufig als einmaliger Vorgang zum Börsengang begriffen zu werden.[90] So verwundert es nicht, dass viele am Neuen Markt notierten Werte schon kurz nach ihrem Börsengang ein unbekanntes Dasein führen und keine nachhaltige Aufmerksamkeit von Analysten und Fondsmanagern auf sich ziehen können (siehe hierzu auch Kapitel 4).

2.2.4.3 Vertrauensbildung

„Vertrauen ist die entscheidende Grundlage für Investor Relations.“[91] Serfas führt als oberstes Ziel eines Investor Relations-Managers die Herstellung einer dauerhaften Vertrauensbasis zu seinen regelmäßigen Gesprächspartnern, vor allem Analysten und institutionelle Investoren, auf.[92] Die Vertrauensbildung beim Anleger trägt durch einen kontinuierlichen Dialog zum einen zur Sicherung des Kapitalbedarfs bei Kapitalerhöhungen bei, zum anderen sorgt das Vertrauen der Aktionäre für eine Stabilisierung des Aktienkurses in schlechteren Börsenzeiten.[93] Anleger sind eher bereit, in ein Unternehmen zu investieren, das sie über die Ergebnisse und Aktivitäten des Unternehmens regelmäßig informiert, als in ein Unternehmen, das nur die gesetzlichen Mindestvorschriften einhält.[94] Bei den oftmals erst wenige Jahre existierenden Unternehmen am Neuen Markt erscheint Vertrauen als der alles definierende Faktor. Ein IR-Berater bemerkt treffend: „Es braucht Vertrauen, sein Geld in einem solchen Unternehmen zu lassen. Vertrauen in das Geschäftsmodell, Vertrauen in die Produkte, die Dienstleistungen, Vertrauen in das Management[95] “.[96]

2.2.4.4 Stabilisierung der Kursentwicklung

Dem Grundsatz zufolge, dass zu große Schwankungen des Aktienkurses das Vertrauen der Anleger zerstören, muss es nach Günther/Otterbein auch Ziel der IR-Arbeit sein, die Kursentwicklung im Vergleich zu einem allgemeinen Aktienindex oder Branchenindex zu stabilisieren und somit große Kursschwankungen zu vermeiden.[97] Diese können das Unternehmen leicht in den Ruf eines Spekulationspapiers bringen. Zusätzlich erschweren starke Kursausschläge die langfristige Planung einer eventuellen Eigenkapitalbeschaffung; die folgenden Kurseinbrüche erleichtern den möglichen Aufkauf der Aktiengesellschaft durch andere Unternehmen.[98]

2.2.4.5 Breite Streuung der Aktien und Internationalisierung des Aktionärskreises

Die Möglichkeit zur breiten Streuung der Aktien erhält eine Gesellschaft erstmals in der Vorbereitungsphase des Börsengangs. Durch die verschiedenen, im Emissionskonsortium vertretenen Banken können unterschiedliche Investoren angesprochen werden. Sinn und Zweck einer breiten Aktienstreuung ist die Verringerung der Abhängigkeit des Managements von kurzfristig disponierenden und einzelnen großen, hauptsächlich institutionellen Anlegern.[99] Von der breiten Streuung geht daher eine börsenkursstabilisierende Wirkung aus. Um eine breite Streuung der Aktie letztendlich zu erreichen, muss die IR möglichst viele potentielle Aktionäre zum Kauf der Aktie bewegen. Nicht zu vernachlässigen sind hierbei die privaten Anleger, die ein Gegengewicht zu den häufig eher kurzfristig orientierten institutionellen Anlegern darstellen.

Eine breite Streuung der Aktien kann sich auch durch eine gezielte Internationalisierung des Aktionärskreises ergeben. Dies kommt den Diversifikationsbestrebungen ausländischer Anleger entgegen, stützt zusätzlich den Kurs der eigenen Aktie und schafft auch Steigerungspotential durch Erhöhung der Umsätze an den Börsen.[100]

2.2.4.6 Ziele der IR für Unternehmen am Neuen Markt

Ergänzend zu den oben beschriebenen theoretischen Zielen, ergeben sich für Unternehmen am Neuen Markt aus ihrer individuellen Situation heraus andere Ziele. Diese in einer aktuellen Umfrage des Handelsblatt und IRES herausgestellten Ziele werden in folgender Grafik veranschaulicht:

Abbildung 4: IR-Ziele der Unternehmen am Neuen Markt[101]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2.5 Zielgruppen der Investor Relations

„Investor Relations stehen im Spannungsfeld zwischen den Unternehmen und dem internationalen Kapitalmarkt und seinen jeweiligen Zielgruppen.“[102] Hat vor einigen Jahren der Aktienkurs vor allem in Zeiten vor einer Kapitalerhöhung oder einem Börsengang eine große Rolle gespielt, so hat sich dies mit dem Einzug des Shareholder-Value-Konzepts deutlich geändert.[103] Der Aktienkurs bzw. der daraus resultierende Unternehmenswert (Marktkapitalisierung) ist mittlerweile zum entscheidenden Erfolgskriterium für börsennotierte Unternehmen geworden.[104] Dies hat zur Konsequenz, dass die Gruppen, die den Aktienkurs beeinflussen, verstärkt in den Fokus des Unternehmensinteresses geraten sind.[105] Diese Gruppen bilden sich entweder eine Meinung von einem Unternehmen und lassen diese in Kauf- oder Verkaufsempfehlungen einfließen, oder treffen Anlageentscheidungen unter Berücksichtigung der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen.[106] In beiden Fällen können sie unter einer Vielzahl von Anlageentscheidungen wählen. Vor diesem Hintergrund kommt es verstärkt darauf an, die richtigen Zielgruppen zu identifizieren, nach ihrer Bedeutung für das Unternehmen zu bewerten und entsprechend der unterschiedlichen Bedürfnisse zu kommunizieren.[107]

[...]


[1] Vgl. Haffa: Unternehmerische Freiheit, 2000, S. B 3

[2] SMAX steht für Small Cap Exchange und ist eine am 26.04.1999 geschaffene Börsenplattform der Deutschen Börse AG für erfolgreiche mittelständische Unternehmen aus Traditionsbranchen. Vgl. ausführlich Neidhart: Rolle der Börsenmarktsegmente, 1999, S. 108f

[3] Synonym werden im weiteren Verlauf der Arbeit die Bezeichnungen Gang an die Börse, Neuemission, Going Public und Initial Public Offering (IPO) verwendet.

[4] Auch Unternehmen, die in einer traditionellen Branche wie z.B. dem Maschinenbau tätig sind, jedoch neuartige Produkte oder Dienstleistungen anbieten und überdurchschnittliches Wachstum erwarten lassen, kommen für ein Listing am Neuen Markt in Betracht. Vgl. Abschn. 1, Ziffer 1.2 des Infoordners Neuer Markt

[5] nach Angaben der Deutsche Börse AG, Dezember 2000

[6] nach Angaben der Deutsche Börse AG, Dezember 2000

[7] Vgl. Römer/Müller: Going Public, 2000, o. S.

[8] Vgl. Kersting: Der Neue Markt, 1997, S. 223

[9] Vgl. Großmann: Das europäische Wachstumswertesegment, 2000, S. B 1

[10] Quelle: in Anlehnung an Zitzmann/Taubert: Rechtsfragen der IR, 2000, S. 113

[11] Vgl. Großmann: Das europäische Wachstumswertesegment, 2000, S. B1; vgl. auch Klein: Neuer Markt, 1999, S. 152f; sowie Kersting: Der Neue Markt, 1997, S. 222

[12] Emittenten sind juristische Personen oder öffentlich-rechtliche Körperschaften, die Wertpapiere, wie z.B. Anleihen oder Aktien, ausgeben. Vgl. Krumnow/Gramlich: Gabler-Bank-Lexikon, 2000, S. 439

[13] Abk. für European Association of Securities Dealers Automated Quotation; europäische Wachstumsbörse

[14] Vgl. Benner/Schnatz/Tellkamp: Neuemissionen, 1999, S. 7

[15] Abk. für National Association of Securities Dealers Automated Quotation; Zielgruppe der NASDAQ sind junge und innovative Wachstumsunternehmen.

[16] Unter einem Listing versteht man die Notierung an einer Börse.

[17] Vgl. Benner/Schnatz/Tellkamp: Neuemissionen, 1999, S. 7

[18] Der NEMAX-All-Share-Index umfasst alle Werte des Börsensegments Neuer Markt.

[19] Quelle: Thomson Financial Datastream, 15.01.2001

[20] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 2.3 (1) des Regelwerks Neuer Markt; aktuellste Fassung vom 01.01.2001

[21] Siehe hierzu Anhang 3: Übersicht der Notierungsregeln an der Frankfurter Wertpapierbörse

[22] Siehe hierzu Anhang 4: Folgepflichten börsennotierter Unternehmen

[23] Siehe hierzu Anhang 5: Einordnung der wichtigsten Zugangsvoraussetzungen des Neuen Marktes

[24] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 3.2 des Regelwerks Neuer Markt

[25] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 3.1 (2) des Regelwerks Neuer Markt

[26] Das Emissionsvolumen ergibt sich aus der Zahl der Aktien, die an der Börse angeboten werden , multipliziert mit dem Ausgabepreis.

[27] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 3.8 (1) des Regelwerks Neuer Markt

[28] Vgl. Römer/Müller: Going Public, 2000, o. S.

[29] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 2.2 (1) des Regelwerks Neuer Markt

[30] Vgl. von Rosen: Die Qual der Wahl, 2000, S. 59

[31] Die Stammaktie ist die Normalform der Aktie. Sie verkörpert die Mitgliedschaft in einer AG mit den damit einhergehenden Aktionärsrechten und -pflichten. Vgl. Krumnow/Gramlich: Gabler-Bank-Lexikon, 2000, S. 1202

[32] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 3.4 des Regelwerks Neuer Markt

[33] Der Streubesitz (Free Float) ist der prozentuale Anteil am gesamten Aktienkapital eines Unternehmens, der frei an der Börse gehandelt wird, sich also nicht im Besitz von Familiengesellschaften oder Beteiligungsgesellschaften befindet. Vgl. Krumnow/Gramlich: Gabler-Bank-Lexikon, 2000, S. 541

[34] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 3.10 des Regelwerks Neuer Markt

[35] Vgl. Römer/Müller: Going Public, 2000, o. S.

[36] Die Betreuerfunktion wird generell von Banken oder Wertpapierhandelshäusern ausgeübt, insbesondere von der dem Emissionskonsortium vorstehenden Bank.

[37] Abk. für Exchange Electronic Trading: elektronisches Handelssystem der Deutsche Börse AG, das allen Marktteilnehmern anonym das vorhandene Handelsinteresse anzeigt.

[38] Vgl. Abschn. 2, Ziffer 2.2 (1) des Regelwerks Neuer Markt; Großmann: Das europäische Wachstumswertesegment, 2000, S. B1

[39] Vgl. Kempf: Market Maker, 1997, S. 641

[40] Vgl. Vossen/Knips: Designated Sponsors, 2000, S. B 5

[41] Abk. für „International Accounting Standards“

[42] Abk. für die US-amerikanischen „Generally Accepted Accounting Principles“

[43] Neben § 5 Abs. 1 VerkProspG i.V.m. § 38 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 BörsG i.V.m. den §§ 13 bis 40 und 47 der BörsZulV sind die Vorschriften für den Inhalt unter Abschnitt 2 Ziffer 4 des Regelwerks Neuer Markt zu beachten. Der Begriff „Emissionsprospekt“ wird synonym mit dem Begriff „Verkaufsprospekt“ verwendet.

[44] Siehe hierzu Anhang 1: NEMAX-All-Share-Performance seit Januar 2000

[45] Kennziffer, die durch Multiplikation des Börsenkurses mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien der Gesellschaft ermittelt wird.

[46] Vgl. o.V.: Trader, 2000, S. 273

[47] Vgl. Horneff/Johann/Rüppel: Aktien im Rückblick, 2000, S. 63ff

[48] Im eigentlichen Sinne ist der Benchmark ein zwischen Anleger und Portfoliomanager (verwaltet den Gesamtbestand von Wertpapieren) vereinbartes Vergleichsportfolio als Basis und Richtgröße zur langfristigen Ausrichtung und Beurteilung des Anlageerfolges des Portfoliomanagers. Dabei wird vielfach auch ein Index wie der Nemax-All-Share als Vergleichsbasis zugrundegelegt.

[49] Eigene Darstellung, Quelle: Deutsche Börse AG, Dezember 2000

[50] Vgl. Delhougne/Menges: Kommunikation zum Börsengang, 1999, S. 71

[51] Vgl. Pauly/Reuter: Kaufen, 2000, S. 83

[52] Vgl. Diehl: Investor Relations, 1993, S. 173

[53] Vgl. Dürr: Investor Relations, 1994, S. 2

[54] Vgl. Link: Die Hauptversammlung, 1994, S. 364

[55] Hartmann: Investor Relations, 1968, S. 7

[56] Vgl. Süchting: Finanzmarketing, 1986, S. 654; Süchting: Financial Communications, 1991, S. 11

[57] Vgl. Süchting: Financial Communications, 1991, S. 11f; ebenso Link: Aktienmarketing, 1993, S. 107 und Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 295

[58] Kotler/Bliemel: Marketing-Management, 1999, S. 927

[59] Vgl. Mindermann: Investor Relations, 2000, S. 26

[60] Mindermann: Investor Relations, 2000, S. 25

[61] Rainer Lizon im persönlichen Gespräch, 18.12.2000

[62] Vgl. zu dieser Thematik Louven/Mertgen/Thienel/Vieser: Bombige Bescherung, 2000, S. 132ff

[63] Vgl. Lingenfelder/Walz: Investor Relations, 1988, S. 467; vgl. auch Klein/Claussen: Fremdkapital, 2000, S. 141

[64] Vgl. Link: Aktienmarketing, 1991, S. 7f; vgl. auch Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 298ff

[65] Vgl. Ahlers: Organisatorische Einbindung, 2000, S. 32f

[66] Vgl. Krystek/Müller: Investor Relations, 1993, S. 1787

[67] Vgl. Link: Aktienmarketing, 1993, S. 130; Krystek/Müller: Investor Relations, 1993, S. 1786f

[68] Vgl. Kirchhoff: Grundlagen der IR, 2000, S. 35

[69] Der in Frankfurt/Main ansässige DIRK hat sich zum Ziel gesetzt, den Erfahrungsaustausch der mehr als 150 Mitgliedsunternehmen untereinander zu fördern und so die Qualität der Beziehungen der Unternehmen zu Investoren weiter zu verbessern. Für weitere Informationen siehe www.dirk.org.

[70] Vgl. Günther/Otterbein: Gestaltung der Investor Relations, 1996, S. 396

[71] Günther/Otterbein: Gestaltung der Investor Relations, 1996, S. 396

[72] Vgl. von Rosen: Neuemittenten, 1999, S. 20

[73] Vgl. Paul: Investor Relations, 1993, S. 139; vgl. auch Link: Aktienmarketing, 1993, S. 117; sowie Süchting: Finanzmanagement, 1989, S. 279ff

[74] Vgl. Mindermann: Investor Relations, 2000, S. 25; Bruns/Schmitt/Schoenen: Meinungsspiegel, 1993, S. 185ff; o.V.: Investor Relations, 1993, S. 19

[75] Vgl. Krystek/Müller: Investor Relations, 1993, S. 1785

[76] Zu Kapitalerhöhungen vgl. auch Krystek/Müller: Investor Relations, 1993, S. 1785

[77] Agio ist der Betrag, der bei der Neuausgabe von Wertpapieren den Nennbetrag übersteigt. Synonym verwendet wird der Begriff Aufgeld.

[78] Da sich der Ausgabekurs der jungen Aktie am Kurs der Altaktie orientiert, lässt sich durch einen höheren Emissionskurs neuer Aktien ein höheres Agio erreichen. Vgl. hierzu ausführlich Bittner: Wirkung von IR, 1996, S. 10; vgl. auch Paul/Zieschang: Wirkungsweise der IR, 1994, S. 1486; Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 300; sowie Link: Hauptversammlung, 1994, S. 365

[79] Vgl. Hartmann: Investor Relations, 1968, S. 91; Link: Die Hauptversammlung, 1994, S. 365

[80] Vgl. Müller: Tempo, 2000, S. 205

[81] Vgl. Thielemann: Shareholder Value, 1999, S. 105

[82] Vgl. Paul: Investor Relations, 1993, S. 139

[83] Dürr: Investor Relations, 1994, S. 22

[84] Vgl. Paul: Investor Relations, 1993, S. 139

[85] Vgl. Günther/Otterbein: Gestaltung der Investor Relations, 1996, S. 394

[86] Vgl. Günther/Otterbein: Gestaltung der Investor Relations, 1996, S. 394

[87] Vgl. Krystek/Müller: Investor Relations, 1993, S. 1786

[88] Vgl. Eickhoff/Wortmann: IR bei Small Caps, 1998, o. S.

[89] Vgl. Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 301

[90] Dies ist das Ergebnis einer Studie der Wolff & Häcker Finanzconsulting AG (whf): Akzeptanz der Neue-Markt-Emissionen, 2000, S. 15

[91] Serfas: Harte Fakten, 1996, o. S.

[92] Vgl. Serfas: Harte Fakten, 1996, o. S.

[93] Vgl. o.V.: Investor Relations, 1993, S. 19

[94] Vgl. Schreib: Investor Relations, 1993, S. 163

[95] Siehe hierzu Kapitel 3.1

[96] Scior/Peter: Der Markt verzeiht nichts, 2000, S. B8

[97] Vgl. Günther/Otterbein: Gestaltung der Investor Relations, 1996, S. 398

[98] Vgl. Hartmann: Investor Relations, 1968, S. 93; Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 300; Süchting: Financial Communications, 1991, S. 10

[99] Vgl. Becker: Finanzmarketing, 1994, S. 301

[100] Vgl. Paul: Entwicklung und Bedeutung deutscher Aktien, 1993, S. 92

[101] Vgl. Handelsblatt/IRES: IR-Monitor, 2000, S. 30

[102] Nix: Zielgruppen von IR, 2000, S. 35

[103] Vgl. Nix: Zielgruppen von IR, 2000, S. 35

[104] Vgl. Müller: Tempo, 2000, S. 195

[105] Vgl. Nix: Zielgruppen von IR, 2000, S. 35

[106] Vgl. Paul: Investor Relations, 1993, S. 141

[107] Vgl. Paul: Investor Relations, 1993, S. 142

Details

Seiten
111
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638536196
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v59775
Institution / Hochschule
International School of Management, Standort Dortmund
Note
1,5
Schlagworte
Investor Relations Neuen Markt

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Titel: Investor Relations am Neuen Markt