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Die Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntnis im Film "Inception" von Christopher Nolan

Facharbeit (Schule) 2020 16 Seiten

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Exposition
1.1. Inhaltlicher Einstieg
1.2. Motivation
1.3. Vorgehensweise

2. Der kritische Metadiskurs hinter Inception
2.1. Vorstellung von „Inception“
2.2. Das erkenntnistheoretische Portrait

3. Untersuchung von den Graden der Vollkommenheit der menschlichen Erkenntnis
3.1. Von den Gegenständen
3.2. Von der Zeit
3.3. Von dem Raume
3.4. Von der Selbstwahrnehmung
3.5. Von der Apperzeption

4. Conclusio
4.1. Resümee der Abhandlung
4.2. Weiterführung

5. Literaturverzeichnis

1. Exposition

1.1. Inhaltlicher Einstieg

Der Mensch ist ein Wesen, in dessen Natur es liegt, konsistent nach neuem Wissen zu streben. Es ist ihm ein fortwährendes Bedürfnis, sowohl sein Umfeld, in welchem er sich bewegt, zugleich aber auch sich selbst als interagierendes Subjekt wahrzunehmen und die Wesenheiten, welche den betrachteten Objekten anhaften, zu erkennen. Die Intelligenz vermittelt dabei nicht selten die Vorstellung, dass die menschliche Sinneswelt zweifelsfrei die Realität absorbiert und der Verstand diese Eindrücke zu wahrheitsgemäßen Erkenntnissen formt, welche schlussendlich in den hohen Regalen des Gedächtnisarchivs verwahrt werden. Das Erkenntnisvermögen leistet dem Menschen stets gute Dienste und er hat gelernt, jenes natürliche Vermögen im Rahmen seiner Möglichkeiten, der Limitationen wohl bewusst, zu nutzen. Aus welchem Grund sollte man folglich das menschliche Erkenntnisvermögen in Frage stellen, obgleich es doch für das dem Menschen Nützliche durchaus geschickt zu sein scheint? Es sind tägliche Phänomene, wie das Träumen, das irrationale Urteilen und Handeln der Menschen, ja sogar der Diskurs über die Existenz eines Gottes, die den Zweifel aus den Tiefen des Geistes holen. Es sind die Fragen über die Möglichkeit wahrer Erkenntnisse, welche existentiellen Charakter haben. Was kann der Mensch wissen? Inwieweit kann er mittels seiner Kognition1 Wahres erkennen?

Aufgrund der existentiellen Signifikanz dieser Fragen sind die Ursprünge des philosophischen Diskurses bereits in der Antike zu verorten. Platon statuierte mit seinem Höhlengleichnis eine der wichtigsten Analogien der Philosophie, welche das Erkenntnisproblem behandelt. Es ist der erkenntnistheoretische Diskurs, der sich stringent durch alle Epochen zieht. Folglich ist es nachvollziehbar, dass es zahlreiche philosophische Ansätze der Möglichkeiten aller Erkenntnis gibt, welche sich primär dem Empirismus auf der einen und dem Rationalismus auf der anderen Seite zuordnen lassen. Weiterhin wird das Erkenntnisproblem oftmals in Film und Literatur portraitiert und metaphysisch beleuchtet, sei es in Goethes Faust2 oder aber in dem Oscar-prämierten Film „Inception“ des Regisseurs Christopher Nolan, welcher im Folgenden das Tragwerk dieser Ausarbeitungen darstellen wird.

1.2. Motivation

Der Handlungsstrang von „Inception“ ist vielschichtig konstruiert, die Geschichte changiert zwischen verschiedenen Traumebenen und korreliert infolgedessen mit der Komplexität des erkenntnistheoretischen Diskurses. Qualitativ bereichernd ist, dass der Inhalt des Films den Zuschauer dazu anregt, Teil des erkenntnistheoretischen Diskurses zu werden und darüber nachzudenken, inwieweit der Mensch fähig ist, Träume, deren Vorstellung ein jeder referieren kann, von der Realität zu unterscheiden und infolgedessen die Wahrheit zu erfassen vermag. Diese Überlegungen resultieren aus den Wahrnehmungen beim erstmaligen Schauen des Films „Inception“ und bilden aufgrund ihrer existentiellen Signifikanz den Ausgangspunkt der Befassung mit diesem Themengebiet.

1.3. Vorgehensweise

„Zur Erkenntnis der Dinge braucht man nur zweierlei in Betracht zu ziehen, nämlich uns, die wir erkennen, und die Dinge selbst, die es zu erkennen gilt.“3 Aufgrund dessen soll im Folgenden betrachtet werden, was der Mensch als erkennendes Subjekt sowohl von den Gegenständen als auch, was er von sich selbst wissen kann. Die empiristische Lehre von John Locke, der rationalistischen Ansatz des René Descartes und die empiristisch-rationalistische Synthesis in Form der ‚Kritik der reinen Vernunft‘ des Immanuel Kant werden als Referenz herangezogen und der Film „Inception“ wird als exemplarische Projektionsfläche und Grundlage für jegliche Überlegungen dienen. Überdies wird das filmimmanente, erkenntnistheoretische Portrait die Kategorien offenbaren, nach denen der Grad der Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntnis untersucht werden wird.

Dabei ist es nicht zielführend, lediglich die philosophischen Theorien von Kant, Descartes und Locke nüchtern zu rezitieren. Die Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntnis auf Grundlage der philosophischen Lehren und des Metadiskurses bei „Inception“ eigenständig zu begründen und eine Vorstellung von den Möglichkeiten und Grenzen der menschlichen Erkenntnis zu erhalten, steht stattdessen im Fokus der Betrachtungen.

2. Der kritische Metadiskurs hinter Inception

2.1. Vorstellung von „Inception“

Traum oder Realität, Erfolg oder Scheitern, Entschlossenheit oder Verzweiflung - Der 2010 erschienene, vierfach Oscar-prämierte Film „Inception“ des Regisseurs Christopher Nolan kontrastiert eindrücklich sowohl existentielle als auch emotionale Extrema. Die Möglichkeit, Träume künstlich zu konstruieren und diese diskret in das Bewusstsein von Menschen zu implementieren, stellt das Leitmotiv bei „Inception“ dar. Dem Protagonisten Dominick Cobb gelingt es zudem, Träume multidimensional zu kreieren, was eine Detektion eines solchen Traumes schwieriger macht. Dies hat zur Folge, dass sich Cobbs Ehefrau das Leben nimmt, da sie die Realität für einen Traum hält. Dabei inszeniert sie ihren Tod als Mord durch Cobb, mit dem Ziel, dass Cobb ihr in die vermeintliche Realität folgt, um der Strafverfolgung zu entfliehen. Sich der Unmöglichkeit dieses Unterfangens bewusst, flieht Cobb ins Exil, fernab seiner Kinder, wo er seine Profession als Traumarchitekt weiterhin praktiziert. Als Cobb mit seinen Mitarbeitern den Versuch unternimmt, an geheime Informationen des japanischen Geschäftsmannes Saito zu gelangen, indem sie ihm einen konstruierten Traum implementieren und die gesuchten Gedanken aus Saitos Bewusstsein extrahieren, fliegt dieser Angriff auf. Saito ist beeindruckt und rekrutiert Cobb und sein Team, um die Konkurrenz zu demontieren. Dieses Vorhaben soll mithilfe einer „Inception“ gelingen. Dazu implementieren Cobb und sein Team, welches unterdessen durch die Architekturstudentin Ariadne als neue Traumarchitektin erweitert wurde, dem Erben des konkurrierenden Unternehmens einen künstlichen Gedanken, der das Unternehmen marktunfähig machen soll. Als diese Unternehmung gelingt, erhält Dominick Cobb sein Quid pro quo: Straffreiheit in den Vereinigten Staaten und die emotionale Rückkehr zu seinen Kindern. (Vgl. Inception, 2010)

2.2. Das erkenntnistheoretische Portrait

„Inception“ offenbart eindrucksvoll sowohl die Kausalitäten des humanen Erkenntnisvermögens als auch die Grenzen desgleichen hinsichtlich der Unterscheidung zwischen Traum und Realität. Während der Implementation des Traumes, der Gedankenextraktion oder ‚Inception‘ ist das träumende Subjekt seines Traumstadiums unwissend. Es besitzt kein Bewusstsein und kann folglich die Dimensionen der Täuschung nicht erkennen. Um die Eventualitäten der menschlichen Erkenntnis zu ergründen, sind zunächst die Kategorien beziehungsweise die Dimensionen der Täuschung zu elaborieren.

Befindet sich ein denkendes Subjekt in einem Traum, unabhängig von dessen Ursprung, so wird dieser Traum von der geistigen Kognition angetrieben. Der Verstand arbeitet dabei dualistisch. Er erschaffe und nehme seine Welt gleichzeitig wahr.4 Das Unterbewusstsein gründe dabei die gegenständlichen Vorstellungen, die es erschafft, lediglich auf Inspiration5, mithin auf Empirie. Auf ebendieses Kreieren oder Erschaffen von Vorstellungen des Verstandes kann bei „Inception“ Einfluss genommen werden. Traumarchitekten entwerfen konstruierte Träume, deren Szenarien oft surreale Elemente enthalten und welche in das Subjekt implementiert werden. Folglich ist der Verstand in seinem Erschaffens-Vermögen limitiert und das Subjekt wird unbewusst getäuscht. Hiermit wird die erste Kategorie dargelegt, unter welcher das menschliche Erkenntnisvermögen mitsamt den Möglichkeiten aller Erkenntnis in Zweifel gezogen werden kann: Die Gegenständlichkeit der Vorstellungen. Fraglich ist, inwieweit das Subjekt über das Dasein der Objekte in seinen Vorstellungen und über das Kollektiv dergleichen, nämlich die Umgebung wissen kann.

Aufgrund der Tatsache, dass der Verstand im Traum wesentlich schneller funktioniere, fühle sich die im Traum erlebte Zeit langsamer an.6 Folglich stimmen die erlebte Zeit und die reelle Zeit keineswegs überein. Was kann der Mensch also von der Zeit wissen?

Überdies zeigt sich in „Inception“ jedoch, dass sich die Täuschung in gleichem Maße auf die Räumlichkeit erstreckt, wie sie sich gegenständlich und zeitlich äußert. Dies wird ersichtlich, als Ariadne mithilfe der rekursiven Spiegelung eine unendliche Brücke konstruiert.7 Was kann der Mensch folglich über den Raum wissen?

Die nächste Kategorie zeigt sich, als der Traumarchitektin Ariadne ihre erste Traumlektion gelehrt wird. Sie zögert nicht, im Traum von Dominick Cobb die physikalischen Gesetze zu modifizieren, woraufhin sein Unterbewusstsein die physikalischen Paradoxa und Unstimmigkeiten identifiziert.8 Inwieweit das Unterbewusstsein infolge dessen den Traum als Traum detektieren kann, bleibt offen, nichtsdestoweniger muss es imstande sein, die durch die kognitive Reflektion gewonnenen Vorstellungen zu vergleichen, zu verbinden und einer Prüfung zu unterziehen. Dieses Vermögen soll im Folgenden ebenfalls Teil der Untersuchung sein: Es handelt sich um die Reflektion der kognitiven Vorgänge, folglich um die Selbstwahrnehmung . Was kann der Verstand von sich selbst wissen?

Bemerkenswert ist, dass es Dominick Cobb und seinen Kollegen möglich ist, obschon sie sich in einem Traum befinden, bewusst zu handeln und ihre Mission zielgerichtet zu erfüllen. Ihnen ist fortwährend bewusst, dass sie sich in einem Traum, sogar auf welchem Traumlevel sie sich befinden. Des Weiteren rezipieren sie bewusst, sind sich über die Täuschung im Klaren und können beispielsweise das Ereignis der Totems9 kognitiv deuten10. Es handelt sich hierbei um die Kategorie der Apperzeption.11

Bereits zu diesem Zeitpunkt wird die Struktur des Portraits ersichtlich: Der Träumende wird sowohl zeitlich als auch gegenständlich, mithin räumlich getäuscht. Es obliegt nicht seinen Fähigkeiten, den Traum von der Realität zu unterschieden. Doch wenn sich das menschliche Erkenntnisvermögen bereits existentiellen Urteilen, Urteilen über das Dasein der Umgebung, entsagt, was kann der Mensch überhaupt wahrhaftig erkennen? Was kann er über die Gegenständlichkeit der Vorstellungen, über die Zeit und den Raum, von den Verstandesaktivitäten und von sich selbst wissen?

3. Untersuchung von den Graden der Vollkommenheit der menschlichen Erkenntnis

3.1. Von den Gegenständen

Wenn der Mensch auf Gegenstände trifft, nimmt er sie mit seinen sinnlichen Vermögen wahr. Daraufhin führen die Sinne der Seele beziehungsweise dem Verstand einfache Vorstellungen derselben hinzu, von welchen sie Begriffe bilde und über welche sie denken könne12. Befindet er sich allerdings im Traum, in welchem die Vorstellungen nicht mehr sinnlich, sondern empirisch sind, oder werden seine Sinne in die Irre geführt, so können seine Vorstellungen ihn täuschen, indem sie keine Gegenständlichkeit aufweisen. Der Mensch hat beispielsweise die Vorstellung, einen Stein in der Hand zu halten, obschon dies nicht der Fall ist. Was kann er von dem Gegenstand wissen, dessen Vorstellung er in seinem Verstand hat? John Locke, welcher sich dem Empirismus verschrieben hatte, war überzeugt, dass eine wahre Erkenntnis durchaus den Sinnen entspringen könne13. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Vorstellungen der Realität entsprechen müssen. Locke gibt sich hingegen in einem philosophischen Beweis für die Wahrhaftigkeit der sinnlich einfachen Vorstellungen zurückhaltend und leitet anstatt dessen auf die religiöse Fügung über.

Die einfachen Vorstellungen sind nur solche Auffassungen, als wir, nach der Art, wie Gott uns geschaffen hat, empfangen, […]. Deshalb besteht ihre (der Gegenstände) Wahrheit nur in solchen in uns hervorgebrachten Erscheinungen, welche diesen Kräften [welche der Weisheit und Güte Gottes entsprechen] entsprechen müssen, welche in die äußern Gegenstände gelegt sind, da sie sonst in uns nicht hervorgebracht werden könnten.14

Eine eindeutige Positionierung kann hingegen in den rationalistischen Abhandlungen des französischen Philosophen René Descartes gefunden werden. Dieser kam im Rahmen des ‚methodischen Zweifels‘15 zu einer Erkenntnis, die ihn dazu veranlasste, der Sinnlichkeit die Vertrauenswürdigkeit gänzlich abzusprechen. „Ich will annehmen […], dass ein boshafter Geist, der zugleich höchst mächtig und listig ist, all seine Klugheit anwendet, um mich zu täuschen.“16 Diese Täuschung kann darüber hinaus auch auf das Träumen transferiert werden, denn das ‚Wachen‘ könne durch kein sicheres Kennzeichen von dem Traume unterschieden werden17. Folglich ist bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ersichtlich, dass der Mensch als erkennendes Subjekt in keiner Weise etwas von den rezipierten Gegenständen wissen kann, da die Vorstellungen mithin einer Täuschung unterliegen. Das einzige, was er mit Gewissheit zu wissen imstande ist, sei, dass er als denkendes Subjekt bestehe18. Diese Annahme wird später noch einmal grundlegend beleuchtet werden, wenn es um die Untersuchung der Apperzeption geht.

Es ist zunächst zu konstatieren, dass weder die Lehre des John Locke noch die des René Descartes zufriedenstellend Aufschluss über das, was der Mensch von den Gegenständen wissen kann, gibt. Vielleicht kann er tatsächlich nichts über die Gegenstände der Vorstellungen wissen. Möglicherweise handelt es ich aber auch um ein Problem der Erkenntnismethodik, der Prinzipien, der Denkweise, die es ihm bislang verwehrt, etwas über die Gegenstände zu wissen. Möglicherweise gibt eine ‚Revolution in der Denkart‘ hierüber Aufschluss.

Immanuel Kant begründet in der „Kritik der reinen Vernunft“ die sogenannte ‚Kopernikanische Wende‘: „Um sicher etwas a priori zu wissen, müsse [man] der Sache nichts beilegen, als was aus dem notwendig folgte, was er seinem Begriffe gemäß selbst in sie gelegt hat.“19 Hierbei wird die Relation zwischen erkennendem Subjekt und dem zu erkennenden Objekt invertiert. Von nun an seien es nicht mehr die sinnlichen Vorstellungen, von denen der Mensch versucht, eine Erkenntnis zu erlangen. Stattdessen richte sich nun der Gegenstand, welcher rezipiert wird, nach der apriorischen Erkenntnis, welche von der menschlichen Vernunft geleistet wird.20 Wenn allerdings die Vernunft etwas wissen soll, von welchem sie keine empirischen Vorstellungen hat, so habe sie das Unbedingte zum Gegenstand. Über dieses Unbedingte könne sie keine Wahrheit erlangen, dennoch sei sie imstande, es zu erdenken21: Sie entwickle dann die sogenannte ‚transzendentale Idee‘, die sie einem Gegenstand, wie ein Stempel, a priori beilegen könne und die entweder empirisch verifiziert oder falsifiziert werde.22 Ebendiese ‚Revolution in der Denkart‘, in welcher sich der Gegenstand als Erscheinung nach der Erkenntnis a priori richtet, offenbart die Möglichkeit, das von dem Gegenstand mittelbar (über die Vorstellung) zu wissen, was die Vernunft diesem unbedingten Gegenstand beziehungsweise dessen Erscheinung beigelegt hat und was die Empirie mit ihrer Zustimmung oder Ablehnung komplettiert. Bemerkenswert ist hierbei, dass diese Denkweise sogar in „Inception“ portraitiert wird. Versucht ein Subjekt nämlich, das Totem, welches die Funktion hat, einen Traum zu detektieren, und sein Ereignis unwissend mit dem Verstand zu deuten, so wird es keinen Aufschluss erhalten. Denkt es hingegen mit der Vernunft die beiden potentiellen Ereignisse oder Möglichkeiten in das Totem hinein, so haben die empirischen Vorstellungen des Ereignisses Aussagekraft und es kann den Traum detektieren. Nichtsdestoweniger unterliegt das Vernunftvermögen einer Dialektik. Es liege in ihrer Natur, sich auf der Suche nach dem Unbedingten in Wiedersprüche zu verwickeln, weswegen einem jeden Vernunftschluss ein Schein anhaftet23. Aus diesem Grund sind es eben nur transzendentale Ideen, keineswegs aber Erkenntnisse. Folglich kann der Mensch mit dieser neuen Denkart durchweg etwas von den Gegenständen erdenken, mithin ihren Vorstellungen gewisse Eigenschaften objektiv beilegen, aber letzten Endes kann er nur etwas über die Erscheinungen derselben, nichts aber über die Gegenstände an sich wissen.

Zu konstatieren ist, …dass alles, was im Raume oder der Zeit angeschaut wird, mithin alle Gegenstände einer uns möglichen Erfahrung, nichts als Erscheinungen, d.i. bloße Vorstellungen sind, die…außer unseren Gedanken keine an sich gegründete Existenz haben.24

[...]


1 Gesamtheit der Erkenntnisvermögen (Sinnlichkeit und Geist)

2 Im ‘Prolog im Himmel’ spricht der Herr zu Mephistopheles: „Es irrt der Mensch, solang‘ er strebt.“

3 (Descartes, 1619)

4 Dabei darf in diesem Kontext das Wahrnehmen keinesfalls mit der sinnlichen Perzeption verwechselt werden. Die Wahrnehmung ist hier im Unterbewusstsein, folglich im Verstand, und nicht in der Sinneswelt zu verorten.

5 Vgl.: (Inception, 2010, p. 00:22:40)

6 Vgl. (Inception, 2010, p. 00:25:30)

7 Vgl. (Inception, 2010, p. 00:30:10)

8 Vgl. (Inception, 2010, p. 00:28:20 ff.)

9 Individueller Gegenstand, welcher anzeigt, ob man sich im Traumstadium oder in der Realität befindet.

10 Vgl. (Inception, 2010, p. 00:03:00 ff. et passim)

11 Apperzeption = Selbstbewusstsein, welches der Selbstwahrnehmung entspringt.

12 Vgl. (Locke, 1690, p. 31)

13 Vgl. (Locke, 1690, p. 339 et passim)

14 (Locke, 1690, p. 356)

15 Methodik, nach der man an all dem zweifeln soll, was sich dem Verstand nicht als vollkommen wahr darstellt.

16 (Descartes, 1641, p. Pos. 267)

17 Vgl. (Descartes, 1641, p. Pos. 225)

18 Vgl. (Descartes, 1641, p. Pos. 111)

19 (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B XI ff.)

20 Vgl. (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B XVI )

21 Vgl. (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B 383 f.)

22 Vgl. (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B XI)

23 Vgl. (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B 397)

24 (Kant, 1781 (A) 1787 (B), p. B 519)

Details

Seiten
16
Jahr
2020
ISBN (eBook)
9783346171207
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v594106
Note
1,0
Schlagworte
Erkenntnistheorie Immanuel Kant René Descartes Philosophie und Film Inception John Locke

Autor

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Titel: Die Unvollkommenheit der menschlichen Erkenntnis im Film "Inception" von Christopher Nolan