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Analyse eines Musikvideos

Hausarbeit 2006 10 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Musikvideos

3. MTV und Viva

4. Analyse eines Musikvideos
4.1. Videobeschreibung
4.2. Analyse des Videos

5. Abschließende Bemerkung

6. Literatur

1. Einleitung

In dieser Hausarbeit soll ein Musikvideo analysiert werden, um festzustellen in welcher Form Musikvideos auf ihre Rezipienten wirken. Dabei liegt das Hauptaugenmerk vor allem auch der Vermittlung von Gewaltarten durch das Musikvideo. Untersuchungsgegenstand ist ein Musikvideo aus der HipHop Sparte, das vor allem bei Jugendlichen sehr bekannt ist. Es handelt sich um einen HipHop-Song, eines überaus erfolgrei­chen Rap-Interpreten der Gegenwart, er hatte 2005 ein Jahresgehalt von schät­zungs­weise 70 Millionen Dollar.[1] Dieser Interpret ist der amerikanischen Rapper 50 Cent. Sein Song In Da Club war 2003 sehr erfolgreich und ist deshalb auch Ziel dieser Analyse. Zunächst soll jedoch der Begriff „Musikvideo“ definiert werden.

2. Musikvideos

Ein Musikvideo oder ein Videoclip ist in erster Linie ein zwei bis vierminütiger Werbespot für ein „Musik­produkt“[2] mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ein be­stimmtes Musikprodukt zu lenken und bei ihm einen Besitz- bzw. Kauf­wunsch zu we­cken. Das Musikvideo stellt jedoch im Ver­gleich zu einem herkömmlichen Werbespot eine Stei­gerungsform der Werbung dar, da es selbst als Unterhaltungsware anzusehen ist.[3] Es ist die visuelle Ausdrucksform eines Musikstückes, durch die Kombina­tion von Musik und Bild. Zunehmend ist jedoch erkenn­bar, dass die Bildebene über die Musik dominiert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Regisseure der Musikvi­deos der Musik eine völlig eigen­ständige visuelle Interpretation hinzufügen können.[4] Es ist deshalb kaum verwunderlich, dass durch die Musikvideos die eigentli­che Musik an Bedeutung verloren hat.

Im Gegensatz zu einem Spielfilm, in dem die Musik das bildliche Geschehen untermalt, ist im Musikvideo die Musik der Ausgangspunkt und wird bildlich untermalt. Während im Spielfilm dem Zuschauer durch Dialoge der Inhalt erklärt wird, ist dies im Musikvideo durch die Dominanz der Musik nicht möglich. Deshalb werden in Musikvideos Sym­bole und Mythen verwendet, die beim Betrachter auf einer visuellen Ebene Assoziationen auslösen sollen.[5] Der Inhalt des Videos muss dabei nicht zwingend mit dem Songtext übereinstimmen, sondern kann sich auch aus völlig abstrakten Bildern oder nicht nach­vollziehbaren Handlungen zusammensetzen. Einem Musikvideo sind somit in formaler und inhaltlicher Hinsicht kaum Grenzen gesetzt. Im „günstigsten Fall kann ein Musikvideo ei­nen Musiktitel ausdrucksvoller, intensiver und überzeugender erscheinen lassen und da­mit den Wunsch fördern, die Musik-Ware zu besitzen.“[6] Für die Musikindustrie ist das eine glückli­che Begebenheit, denn so wirbt sie mit einer Art von Werbung, die selber schon Produktwert besitzt. Das Musikvideo kann dadurch als Kunst deklariert werden, wodurch der ei­gentliche Werbecharakter die­ses Mediums verschleiert wird.

Nur mit Hilfe des Musikvideos kann ein Musiker in kurzer Zeit ein Millionenpub­likum errei­chen, eine große Zahl von Tonträgern verkaufen und nicht zuletzt zu einem „Star“ wer­den.[7] Mit der Entstehung eigener Musiksender stieg das Musikvideo zum eige­nen Pro­dukt auf, das neben der Musik, auch das Image der Interpreten und sich selbst zu ver­kaufen hatte. Ein Musiker präsentiert somit nicht nur seine Musik durch die­ses Medium, sondern auch sich selbst vor Millionen von Zuschau­ern. Vor einer inhaltli­chen Analyse eines Musikvideos wäre deshalb von Bedeutung festzustellen, ob die Ju­gendlichen über­haupt Interesse an Musikvideos haben und ob sie überhaupt an sie he­rankom­men. Des Weiteren wäre wichtig zu wissen, wie hoch die Präsenz von HipHop-Mu­sikvideos in den Medien ist?

3. MTV und Viva

Die Jugendlichen im Rahmen meiner Befragung gaben alle an, Musikvideos im Fernse­hen zu konsumieren. Es stellt für sie dabei kein Problem dar, an diese Musikvideos heran zu kommen. Einige gaben sogar an, Musikvideos im Internet anzuschauen. Die Ver­bin­dung des Musikvideos zum Musikfernsehen und damit zum Musiksender liegt aller­dings näher. Im Folgenden möchte ich auf den Anteil der HipHop-Musikvideos eingehen, die auf den zwei großen deutschen Musiksendern ausgestrahlt wurden.

Ich habe an zwei Werktagen zwischen 13 und 16 Uhr auf den Musiksendern MTV und Viva die Menge der ausge­strahlten HipHop-Videos in einem Schaubild (vgl. Abb. 4) fest­gehalten. Die Zeit zwischen 13 und 16 Uhr erschien mir besonders geeignet, weil in die­sem Zeitraum die befragten Jugendlichen schulfrei haben und über das Fernsehpro­gramm zu Hause frei verfügen können, ohne eventuell von den noch arbeitenden Eltern gestört zu werden. Festgehalten wurden nur Musikvideos aus Sendungen die sämtliche Musikrich­tungen umfassten (d. h. keine Musiksendungen eines einzelnen Musikgenres, Shows, Interviews oder sonstiger Speci­als über Bands, Interpreten oder Konzerte). Zu HipHop-Musikvideos wurden alle Videos gezählt, in denen Rap vorkam oder die eindeutig der Rapmusik zugeschrieben werden konnten.

[...]


[1] Vgl. BRAVO 2006, S. 16.

[2] Klein/Friedrich 2003, S. 92.

[3] Vgl. Bühler 2002, S. 157.

[4] Vgl. Röll 1998, S. 177 f.

[5] Vgl. Ebd., S. 272-276; Vgl. Busse 1996, S. 64 f.

[6] Bühler 2002, S. 157.

[7] Vgl. Ebd., S. 158.

Details

Seiten
10
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638531832
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v59179
Institution / Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
Schlagworte
Analyse Musikvideos Ausdrucksformen Medien

Autor

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