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Digitale Versorgungsprozesse - Workflow management Systems und Clinical Pathways

Hausarbeit 2005 30 Seiten

Gesundheitswissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise

2. Digitale Versorgungsprozesse - Digitales Krankenhaus
2.1 Workflow Management Systems (WfMS)
2.1.1 WfMS in stationären Einrichtungen
2.1.2 Der Nutzen von WfMS
2.1.3 Probleme und Kritik an WfMS
2.2 Clinical Pathways (CP)
2.2.1 Anforderungen an CP
2.2.2 Anwendung von CP am Beispiel des KH Klagenfurt
2.2.3 Die Umsetzung von CP mithilfe von EDV und IuK

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Das Gesundheitswesen ist zu teuer und nicht effizient genug. Seine Kosten belasten in der Krise zudem die Wirtschaft und zusätzlich den Staatshaushalt.“1

Deutschland steht am Anfang seiner bedeutendsten und umfangreichsten sozialstaatlichen Reform. Die Geldströme, die die sozialen Sicherungssysteme speisen, versiegen.2 Die aktuelle Zahl von mehr als 5 Millionen Arbeitslosen ist nun, Realität.3 Unsere Bundesregierung versucht, mit der AGENDA 2010, für Deutschland Antworten auf diese Problemlagen zu finden. Harz IV und die aktuelle Gesundheitsreform (Gesetz zur Modernisierung der GKV) sind hier als die wichtigsten zu nennen.4

Das Gesundheitswesen unterliegt nun auch Veränderungsprozessen, denen sich andere Branchen (Industrie) schon längst anpassen „mussten“. Deren Leistungserbringer erkennen zunehmend die Notwendigkeit, sich den Mechanismen des wirtschaftenden Marktes zu nähern.5 Dieser Markt hat nach dem Statistischen Bundesamt (2002) einen Umsatz in Höhe von jährlich 235 Milliarden Euro. Allein 64 Milliarden Euro werden für die stationäre Versorgung in den Krankenhäusern ausgegeben.6 Das Gesundheitswesen stellt damit eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Größe dar. Der demographische Wandel lässt das Marktpotenzial der Gesundheitsversorgung für die Zukunft erahnen.7 Man kann von einem realen Wirtschaftspotenzial sprechen.8

Das „Gesundheitswesen wird erneuert.“9 Dies ist der Leitsatz der aktuellen Gesundheitsreform (1. Januar 2004). Die Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit in der medizinischen Versorgung, der Ausbau von Transparenz der Versorgungsprozesse, bessere Arbeitsbedingungen, Abbau von Bürokratie und letztendlich die Schaffung einer leistungs- und wettbewerbsfähigen Versorgungsstruktur sind deren wesentliche Inhalte.10

Die Bedeutsamkeit der Neugestaltung von Gesundheitsversorgung zeigt sich weiter in der Gründung der „Partner für Innovation“11. Auf Drängen des Bundeskanzlers Gehard Schröder haben sich Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaft und Politik gemeinsam einem Zukunftsthema genähert. Hierbei stehen Innovation und Technologie im Mittelpunkt. Im Rahmen der Gesundheitsversorgung wird die bessere Vernetzung der einzelnen Akteure durch die Informations- und Kommunikationstechnologie forciert.12

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Die Verbesserung der Versorgungsstrukturen beinhaltet nach Regierung und Opposition die Weiterentwicklung der Integrierten Versorgung.13 Die Integrierte Versorgung ist nach dem §§ 140 a-h SGB V geregelt.14

„Integration bedeutet die umfassende, koordinierte und kontinuierliche Bereitstellung von Dienstleistungen und die Organisierung eines nahtlosen Versorgungsprozesses. Zusammengeführt werden „Fälle“ und „Informationen über Fälle“, die in unterschiedlichen Einrichtungen, Versorgungsebenen und über Zeitverläufe hinweg auftreten.“15

Der IST – Zustand der Integrierten Gesundheitsversorgung zeigt eine Konkurrenz und geringe Kooperation zwischen den einzelnen Leistungsträgern. Die „räumlichen“ Trennungen, die jetzige Budgetirungsform16 (sektoral) und die hohe Spezialisierung verhindern sektorübergreifende Versorgungsstrategien. Man kann hier von einer „Schnittstellenproblematik“ sprechen, was die mangelnde Kommunikation zwischen den Leistungserbringern fördert aber auch verursacht. Die Folgen, die aus dieser Versorgungsstruktur wachsen, können als die Gesamtheit der suboptimalen Gesundheitsversorgung des Klienten (Patienten) benannt werden.17

Das Aufbrechen der sektoralen Budgetierung scheint als ein Lösungsansatz dieser suboptimalen Versorgung. „Solange diejenigen, die am Behandlungsprozess mitwirken, nicht einem gemeinsamen Ziel verpflichtet sind, wird jeder seine Binnenziele verfolgen – auch wenn dies für den Prozess selbst kontraproduktiv ist.“18

Als ein Beispiel der praktizierenden Integrierten Versorgung sei Hamburg zu nennen. Dort findet die Integrierte Versorgung aus der Notwendigkeit eines „riesig“ zu versorgenden Einzugsgebietes statt. Hier ist die Kooperation der einzelnen Leistungserbringer, im Besonderen der stationären Versorgung, „überlebensnotwendig“.19

Um die Versorgungsprozesse in der Gesundheitsversorgung so zu gestalten, dass sie effizient und effektiv sind (bedingt durch Kooperation), ist eine sektorübergreifende Kommunikation20 deren grundlegende Voraussetzung. Die momentane Kommunikationsstruktur der Gesundheitsversorger lässt sich zusammenfassend wie folgt beschreiben:

„Mangelnder Austausch von Informationen, Abstimmungsprobleme zwischen einzelnen Versorgungsstufen, zahlreiche Schnittstellen, mangelnde Vernetzung der Leistungsbereiche, Defizite an gemeinsamen Zielvorstellungen und Werthaltungen sowie fehlende Zuordnungen von Funktionen und Positionen im System der Versorgungsprozesse erschweren in ihrem Zusammenwirken eine ganzheitliche, am Einzelfall orientierte Versorgung, [...].“21

Die hier angesprochenen Defizite im Bereich der Kommunikation und Information zwischen den Leistungsträgern im Gesundheitswesen sollen in dieser Arbeit lösungsorientiert betrachtet werden. Die effektive und effiziente Gestaltung der Versorgungsprozesse im stationären Bereich, unter der maßgeblichen Berücksichtigung des Datentransfers, soll hier an zwei Methoden erörtert werden. Dies sind dasWorkflow Management Systemund dieClinical Pathways.Beide methodischen Ansätze lassen sich in den Bereich der Digitalen Versorgungsprozesse einordnen.

1.2 Vorgehensweise

Die hier vorliegende Arbeit fand ihre Fragestellung am Ende einer 3-tägigen „Innovationswerkstatt“ mit dem Arbeitstitel „Innovation im Gesundheitswesen“. Die Tätigkeit bezog sich auf die Internetrecherche, um die Möglichkeiten und Anwendungen von E- Health zu evaluieren. Ein großer Literaturteil der hier vorgestellten Methoden basiert auf Grund ihrer innovativen Charaktere auch auf der Internetrecherche. Die wichtigsten Schlagwörter hierbei waren: Workflow, Workflow Management, Workflow Management Systems, Pathways, Clinical Pathways, Behandlungspfade und Klinische Behandlungspfade (etc.). Im Folgenden wird die Digitalisierung stationärer Einrichtungen zum Gegenstand dieser Arbeit. In den Fokus rücken dann das Workflow Management System und die Clinical Pathways.

2. Digitale Versorgungsprozesse – Digitales Krankenhaus

„Digitalisierung bedeutet in diesem Fall, dass alle Prozesse eines Krankenhauses zukünftig ohne Medienbrüche und ohne die Verwendung von Papier ablaufen werden.“22

Die Gesundheitsreform bringt für die Versorgungsprozesse im Krankenhaus viele Neuerungen. Hier sind die Elektronische Gesundheitskarte (eGK), der Heilberufsausweis für Ärzte (HBA), das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte zu nennen.23 Das Bundesgesundheitsministerium empfiehlt aber, neben dem Einsatz von neuen Technologien, den Ausbau und die Verbesserung der elektronischen Kommunikation. Dies soll auf der Basis einer einheitlichen Telematikplattform realisiert werden.24

Die etablierten KIS mit ihrer, eindimensionalen Struktur werden in naher Zukunft den Gesundheitsnetzwerken weichen. Hier werden neben den isolierten Sektoren alle Leistungsanbieter via Internet oder Intranet miteinander vernetzt. Es werden Grenzen und Distanzen der Kommunikation sowie des Informationstransfers überbrückt.25

Die Telemedizin ermöglicht durch den Einsatz von Gesundheitstelematik, Distanzen zwischen den Patienten und mehreren gleichzeitig behandelnden Ärzten (räumliche Trennung/ unterschiedliche Fachbereiche) aufzuheben. „Entfernungen zwischen Datenquellen und Beurteilungskapazitäten werden durch Telekommunikationstechniken überbrückt.“26

[...]


1 Bundesregierung Online – Grundideen der Agenda 2010 (2005), S.1

2 näheres zu strukturellen Veränderungen Vgl. Drauschke, S.; Pieper, U. (2002), S.5f.

3 Vgl. Bundesagentur für Arbeit online (2005)

4 Vgl. Bundesregierung Online – Grundideen der Agenda 2010 (2005), S.1

5 Vgl. Drauschke, S.; Pieper, U. (2002), S.5f.

6 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland Online (2002)

7 Vgl. Schwarz, F., W.; Walter, Ulla: Altsein – Kranksein? In: Schwarz, F., W. et al. (2003), S. 166ff.

8 Vgl. Drauschke, S.; Pieper, U. (2002), S.5f.

9 Vgl. Bundesregierung Online – Gesundheitswesen wird erneuert (2005), S.1

10 Vgl. Bundesregierung Online – Gesundheitswesen wird erneuert (2005), S.1

11 Vgl. Material für die Presse in: www.bundeskanzler.de Stand: 18.01.05, S.1f.

12 Vgl. Material für die Presse in: www.bundeskanzler.de Stand: 18.01.05, S.1f.

13 Vgl. Bundesregierung online – Gesundheitswesen wird erneuert (2005), S.2

14 Vgl. Mühlbacher, A. (2002), S.59

15 Vgl. Kühn, H. (2001), S.75

16 näheres zur sektoralen Budgettierung. Vgl. Mühlbacher, A. (2002), S. 52 – 58

17 Beschreibung der Mängel der Gesundheitsversorgung. Vgl. Mühlbacher, A. (2002), S. 52 – 58

18 Plassmann, W. in: Tophoven, C.; Lieschke, L. (2003), S. 13f.

19 Vgl. Plassmann, W. in: Tophoven, C.; Lieschke, L. (2003), S.12 u. 30

20 näheres zur sektorübergreifenden Kommunikation. Vgl. Mühlbacher, A. (2002), S. 55

21 Mühlbacher, A. (2002), S. 55

22 Digitales Krankenhaus www.informatik.fh-gelsenkirchen.de

23 Vgl. Digitales Krankenhaus www.informatik.fh-gelsenkirchen.de

24 Vgl. Einigung über Ausbau der Telematik im Gesundheitswesen in: www.bundesregierung.de

25 Vgl. Vom linearen Prozess zum Netzwerk - Gesundheitsnetzwerke in: Trill, R. 2001, S.28

26 Vgl. Chancen und Probleme der Telematik. Dietzel, G. T. W. in: Jecke, A. 2000, S. 14ff.

Die Digitalisierung von Daten ermöglicht auf Grund ihrer „Geschwindigkeit“ und ihrer „totalen Grenzüberschreitung“ im Rahmen der angeschlossenen Telekommunikationsbenutzer, die Qualitätssteigerung in der Gesundheitsversorgung.27

Details

Seiten
30
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638530095
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v58952
Institution / Hochschule
Hochschule Neubrandenburg
Note
1,0
Schlagworte
Digitale Versorgungsprozesse Workflow Systems Clinical Pathways Gesundheit Pflege

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Titel: Digitale Versorgungsprozesse - Workflow management Systems und Clinical Pathways