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Innovationsquellen - Ein Überblick über aktuelle Methoden der Innovationsgenerierung

Wissenschaftlicher Aufsatz 2005 24 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Begriffsdefinitionen

3 Innovationsquellen aus Sicht der Forschung
3.1 Konzeptioneller Überblick
3.2 Technologie-getriebene Innovationsquellen
3.3 Nutzer-getriebene Innovationsquellen
3.4 Operationalisierung und Organisation von Innovationsfähigkeit

4 Ausgewählte Anwendungsbeispiele in der Praxis

5 Kritische Würdigung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Innovationsprozess im weiteren Sinne

Abbildung 2: Typisierung von Innovationsprozessen im weiten Sinne

Abbildung 3: Abgrenzung von Technologie- Innovations- und F&E-Management

Abbildung 4: Systematische Darstellung für Innovationsideen

Abbildung 5: Innovationsideen als Kombination aus Problemen und Problemlösungen

1 Einleitung

Der Begriff „Innovation“ ist in aller Munde. Sowohl Wirtschaft, Politik als auch die wissenschaftliche Forschung messen Innovationen in seltener Übereinstimmung einen hohen Stellenwert bei, wenn man auch in Zukunft erfolgreich sein will. Schon Schum- peter erkannte die Bedeutung der schöpferischen Zerstörung und der mit ihr einherge- henden Innovation, getrieben durch den Wettbewerb.1 Modernere Vertreter der wirt- schaftswissenschaftlichen Forschung wie von Hippel, Christensen, Utterback oder Herstatt haben diesen Gedanken fortentwickelt und leisten so einen großen Beitrag zur aktuellen Innovationsmanagementforschung. Ebenso argumentieren Praktiker wie Mc- Kinsey Berater Kluge2 oder Siemens Vorstand Kleinfeld3, die beide Innovationsfähig- keit als Kernkompetenz von Unternehmen auffassen. Schließlich hat auch Alt- Bundeskanzler Schröder mit der Agenda 2010 die Innovationspolitik viel stärker als bisher in den Mittelpunkt der Bundespolitik gerückt, da Deutschland als Land ohne Rohstoffe und mit hohem Lohnniveau nur eine Perspektive habe: „Vorsprung durch Innovation“.4

So einfach „innovativ“ zu sein, ist es dann aber doch nicht. Unternehmen sehen sich immer stärkerem Wettbewerbsdruck und größerer Umweltkomplexität ausgesetzt. Da- bei spielt besonders ein Faktor eine Rolle: die Zeit. Kürzere Nachfrage-, Technologie- und Regulierungszyklen sowie schnellere Imitation der Wettbewerber sind Kerntreiber, warum Innovationen immer schwieriger werden. Den Break-Even zu erreichen, wird bei schrumpfenden Lebenszyklen aber bei wachsenden Entwicklungszeiten und -kosten immer schwerer.5 Zudem stehen sich die meisten Unternehmen, wenn es um Innovatio- nen geht, selbst im Weg. Es beginnt bei der Definition. Als innovativ gilt hier zu Lande in der Regel das bahnbrechend Neue, die revolutionäre Produktidee, ganz egal, ob sie jemand brauchen kann oder nicht. Das missliche Grundverständnis zieht eine Kette von Überzeugungen und Verhaltensweisen nach sich, die auf den Erfolgen der Vergangen- heit basieren, und die, weil sie keiner mehr auf ihren Sinn überprüft, das Neue nicht fördern, sondern blockieren. Dass Innovationen die Domäne der eigenen Forscher und Entwickler sind, gehört genauso dazu wie die Fantasie der perfekten Planung oder der Irrtum, die neueste Technologie sei die Krönung der Innovationsdisziplin. Wie entsteht also Innovation? Wie kommt das Neue in die Welt? Was sind die Quellen der Innovati- on?

Um auf diese Fragen Antworten zu finden, soll nun im Folgenden nach einer Klärung der grundlegenden Begriffe ein systematischer Überblick über die unterschiedlichen Quellen der Innovationen gegeben werden. Im Anschluss werden anhand dieser Systematik die einzelnen Quellen beschrieben und erläutert, um abschließend mit operativen Fragen der Implementierung solcher sich zu beschäftigen. Danach soll in einem eigenen Abschnitt eine Auswahl der beschriebenen Quellen mit Hilfe von Beispielen aus der Praxis veranschaulicht werden. Zum Schluss soll eine kritische Würdigung und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben werden.

2 Grundlegende Begriffsdefinitionen

Um für die späteren Ausführungen eine gemeinsames Verständnis zu schaffen, sollen in diesem Abschnitt Kernbegriffe wie Innovation, Innovationsprozeß und Innovationsmanagement klargestellt werden.

Wie bereits dargestellt, ist eine Definition des Begriffs „Innovation“ schwer. Wörtlich bedeutet es soviel wie „Neuerung“ oder „Erneuerung“ und leitet sich etymologisch aus den lateinischen Wörtern novus für neu sowie innovatio für etwas neu Geschaffenes ab.6 Meist wird es auf technische Neuerungen bezogen, es kann aber auch soziale, organisa- torische oder sonstige Neuerungen meinen. Eine klare, abgrenzbare Begriffsdefinition ist leider nicht möglich. So definiert z.B. die Europäische Kommission Innovation als „[…] die Einführung, Aneignung und erfolgreiche Verwendung einer Neuerung in Wirtschaft und Gesellschaft.“7 Diese Definition soll als Grundlage an dieser Stelle ge- nügen Des Weiteren wird in der Innovationsökonomie zwischen Invention (der bloßen Erfin- dung), Innovation (der erfolgreichen Einführung einer Invention) und Diffusion (mas- senhafte Verbreitung) unterschieden. Aus dieser Reihenfolge lässt sich ein Prozess darstellen, der in der untenstehenden Abbildung veranschaulicht ist. Die Abbildung zeigt zudem, dass eine Unterscheidung zwischen Innovation im engeren Sinne und im weiteren Sinne möglich ist.

Abbildung 1: Der Innovationsprozess im weiteren Sinne8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Innovationsprozess, so wie er hier dargestellt ist, ist allerdings ebenso keinesfalls klar abgrenzbar. Dies liegt wesentlich an drei Gründen:

1. Die Ausdehnung des Innovationsprozesses wird in der Literatur sehr unter- schiedlich gesehen.9
2. Die Stufen des Prozesses sind nicht immer gleich bezeichnet oder gleich abge- grenzt worden.
3. Die Durchführung und die Initiative müssen keinesfalls innerhalb einer Organi- sation bleiben. Es können hersteller- und nutzerdominierte Innovationsprozesse unterschieden werden.10

Im Anschluss an den oben beschriebenen Innovationsprozess im weiteren Sinne kann somit auch eine Typisierung von Innovationsprozessen anhand der Involvierung von Hersteller und Nutzer vollzogen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Typisierung von Innovationsprozessen im weiten Sinne

Die Innovationsökonomie unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Innovationen: Produktinnovationen kennzeichnen neue Produkte, während Prozessinnovationen neue Wege für die Herstellung bekannter Produkte bezeichnen. Innovationen können inkrementelle Verbesserungen darstellen oder radikal neu sein. Die meisten technischen Innovationen finden entlang bestimmter "technologischer Pfade" statt - Dinge werden schrittweise verbessert. Auslöser einer solchen Entwicklung sind entweder so genannte „Technology Push“ oder „Market Pull“ Situationen, in denen auf der einen Seite Innovationen durch technologische Durchbrüche geschaffen werden oder auf der anderen Seite durch Nachfrage von Problemlösung vom Markt her verlangt werden. Diese Systematik wird dem folgenden Kapitel zu Grunde liegen.

Neben der Definition Innovation und Innovationsprozess soll an dieser Stelle auch ein gemeinsames Verständnis des Begriffs „Innovationsmanagement“ erlangt werden. Das Innovationsmanagement beschäftigt sich mit der Planung, Organisation, Führung und Kontrolle von Innovationen in einer Organisation. Eine wesentliche Aufgabe des Innovationsmanagements ist „die dispositive Gestaltung von einzelnen Innovationspro- zessen“.11 Dabei nimmt das Innovationsmanagement eine klassische Querschnittsfunk- tion ein, da es sowohl Forschung und Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb tangieren kann. Schwieriger wird die Abgrenzung zu Technologiemanagement. Einen Versuch macht Brockhoff (siehe Abbildung 3). Gegenstand des Technologiemanage- ments ist nur das technologische Wissen und zwar über seinen gesamten Lebenszyklus von Erwerb über Nutzung bis zur Verwertung. Die Schnittmenge zwischen Technologie- und Innovationsmanagement bildet das F&E-Management. Innovationsmanagement, hier im weiteren Sinne verstanden, bildet aber noch andere Prozesse ab (z.B. Diffusion) und bezieht sich nicht nur auf technologisches Wissen, sondern vielmehr auf Ideen und deren Verwertung.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Abgrenzung von Technologie- Innovations- und F&E-Management

3 Innovationsquellen aus Sicht der Forschung

Nachdem nun grundlegende Begriffe erklärt aber auch die Schwierigkeit mit klaren Abgrenzungen dargelegt worden sind, soll nun ein Überblick über die Quellen der In- novationen gegeben werden, um danach eine detaillierte Beschreibung anschließen zu lassen.

3.1 Konzeptionellerüberblick

Wie bereits gezeigt, lassen sich zwei Haupttreiber für Innovationen identifizieren. Auf der einen Seite der Markt. Hier existieren Nutzer, die mit bestehenden Produkten unzu- frieden sind. Oder sie können einen Bedarf artikulieren, der von keinem Produkt auf dem Markt bisher erfüllt wird. Neben den Nutzer können aber auch Wettbewerber als Teil des Marktes als Innovationstreiber fungieren. Der Wettbewerb macht es nötig, dass Unternehmen eine Innovation einführen, um weiter im Markt zu bleiben. Ein Innovationswettlauf zwischen den Konkurrenten um die Gunst des Kunden kann entstehen. Auf der anderen Seite fungiert die Technologie als Treiber für neue Innovationen. Dies ist die klassische Sicht, denn es werden mit Hilfe neuer Forschungserkenntnisse neue Produkte geschaffen. Neben der internen Forschung und Entwicklung können auch Kooperationen und externe Anbieter „Input“ geben, um das Unternehmen zu befähigen, Produkte mit neuen Funktionalitäten auf den Markt zu bringen.

Generell kann man sagen, dass auf der Marktseite eher die Bedürfnisse der Nutzer im Vordergrund stehen, während auf der Technologieseite eher das technisch Machbare bzw. die Forschung im Zentrum der Betrachtung steht. Eine Übersicht der Gruppierung von Ideenquellen versucht Abbildung 4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Systematische Darstellung für Innovationsideen13

[...]


1 Vgl. Schumpeter (1912).

2 Vgl. Kluge (2004).

3 Vgl. Kleinfeld (2005), S. 64-65.

4 Vgl. Schröder (2004).

5 Aktuelle Entwicklungen zeigen auch Grafik 1 und Grafik 2 im Anhang.

6 Vgl. Duden.

7 Vgl. Europäische Kommission (2003).

8 Vgl. Brockhoff (1999), S. 38.

9 Vgl. Vedin (1980), S. 17.

10 Vgl. von Hippel (1988).

11 Vgl. Hausschildt (1997).

12 Vgl. Brockhoff (1999), S. 70-71.

13 Vgl. Kobe (2003), S. 22; in Anlehnung an Rochford (1991), S. 288.

Details

Seiten
24
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638527781
Dateigröße
943 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v58643
Institution / Hochschule
European Business School - Internationale Universität Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel
Note
1,3
Schlagworte
Innovationsquellen Methoden Innovationsgenerierung Einführung Innovationsmanagement

Autor

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