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Platons Charmides - Laches - Gorgias

Seminararbeit 2001 12 Seiten

Philosophie - Philosophie der Antike

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Zusammenfassung „Charmides“
Inhalt

Zusammenfassung „LAches“
Inhalt

Zusammenfassung „Gorgias“
Inhalt
Gespräch mit Gorgias
Gespräch mit Polos
Gespräch mit Kallikles

BIBLIOGRAPHIE

Zusammenfassung Platon „Charmides“

Glaukons Sohn Charmides gibt in diesem Dialog Anlass zur Diskussion über die Besonnenheit (griechisch: SOPHROSYNE). Die Frage nach der Besonnenheit erwäschst aus der Rahmenhandlung. Alle Versuche, eine adäquate Definition zu finden, scheitern. Was jedoch Inhalt und Begründung der Thesen angeht, so stehen im „Charmides“ verschiedene Konzepte zur Disposition, die geprüft und letzten Endes als unhhingestellt werden.

Inhalt

Sokrates kehrt nach längerer Zeit aus dem Krieg zurück und trifft am Tempel auf eine Gruppe von Bekannten. Er erkundigt sich nach den Jünglingen, nach deren Weisheit und Stärke. Einer der Männer, Kritias, hebt den Jüngling Charmides besonders hervor. Er behauptet, dieser zeichne sich nicht nur durch sein Schönheit aus, sondern auch durch seinen Verstand. Es folgt eine ausführliche Beschreibung der Vorzüge des Charmides.

Als der junge, kopfschmerzgeplagte Charmides auftritt mit allen äußeren Anzeichen einer besonnenen Gesinnung auftritt, weckt dies den Wunsch des Sokrates, seinen Gesundheitszustand durch Besingung zu verbessern, zuvor jedoch von ihm gleichsam als einem durch sein Verhalten ausgewiesenen Experten zu erfahren, was Besonnenheit ist.

Ausgangspunkt der Diskussion sind Charmides Kopfschmerzen, für die Sokrates ein angebliches Gegenmittel parat hat. Als Charmides das Mittel von ihm fordert, erklärt ihm Sokrates, dass es nur ein Blatt sei, und dass unbedingt noch ein Spruch zur Gesundung notwendig wäre. Der Spruch besagt, dass man keinen Teil des Körpers isoliert behandeln kann, man muss auch den restlichen Körper mit behandeln. Den Leib darf man demzufolge nicht ohne die Seele behandeln. Eine Behandlung der Seele nun erfolgt über Besprechungen und schöne Reden, die in der Seele Besonnenheit entstehen lassen, und so allen Teilen des Körpers zur Gesundung verhelfe.

Kritias bemerkt, dass Charmides der besonnenste unter allen Jünglingen sei, und dass er auch sonst niemandem nachstünde. Charmides selbst ist sich nicht sicher, ob er besonnen ist oder nicht, und stimmt einem Gespräch mit Sokrates zu. Dieser fordert ihn daraufhin auf, ihm seine Vorstellung von Besonnenheit aufzuzeigen.

In mehreren Anläufen versucht Charmides nun, die Bestimmung der Besonnenheit herauszufinden.

Sein erster Gedanke ist Besonnenheit als Bedächtigkeit. Doch das widerlegt Sokrates sehr schnell. Er beginnt mit gezieltem Hinterfragen, die Grundaussage in Frage zu stellen und berichtigt den Gedanken schließlich zu Besonnenheit als Schnelligkeit.

Als nächstes führt Charmides die Besonnenheit als Scham an. Auch das wird von Sokrates abgelehnt und im einzelnen analysiert.

Der nächste Punkt lautet Besonnenheit als das Tun des Seinigen. Diese Ansicht teilt Sokrates. Er zeigt aber auf, was damit auf keinen Fall gemeint sein kann, nämlich alles nur für sich zu tun und nichts anderes an sich heranzulassen.

Erst der vierte Glaubenssatz, welcher der Besonnenheit das Sich-Selbst-Kennen zuordnet, scheint für Sokrates einigermaßen zufriedenstellend zu sein. Jedoch kann Charmides nicht erklären, was hinter dieser Aussage steckt. Also greift Kritias in das Gespräch ein.

Dieser erklärt, dass es einen Unterschied zwischen Machen und Tun gäbe. Er meint, dass kein Verrichten (Tun) Schande, Machen davon aber verschieden sei. Er definiert Besonnenheit als Tun des Guten. Sokrates meint nach einiger Überlegung, dass jemand bisweilen auch besonnen handelt, indem er nützlich handelt, ohne dabei zu wissen, dass es besonnen gehandelt hat. Kritias weist das zurück, und erweitert seine Gedanken zu Besonnenheit als Sich-Selbst-Erkennen. Sie ist somit eine Erkenntnis von sich selbst. Auf die Frage, welches Werk sie vollbringe, entgegnet Kritias, dass die Erkenntnis ihrer Natur allem übrigen unterschieden werden muss. Die Erkenntnis ist sowohl aller anderen Erkenntnisse Erkenntnis als auch Erkenntnis von sich selbst. Somit kann der Besonnene sich selbst erkennen, und ergründen, was er weiß und was er nicht weiß, und dasselbe auch bei anderen Personen. Sokrates hat damit Schwierigkeiten, und fängt eine Untersuchung an, ob eine solche Erkenntnis überhaupt existiert. Er beginnt damit, dass die Erkenntnis eine Erkenntnis von etwas hat und sich damit auf etwas beziehen muss. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Erkenntnis die Eigenschaften auf die sie sich bezieht auch selbst hat. Bei der weiteren Betrachtung stellt sich heraus, dass die Erkenntnis der Erkenntnis nur erkennen lässt, dass man etwas weiß, jedoch nicht was man weiß. Somit ist die Erkenntnis untauglich für die Prüfung von irgendeinem Wissen. Dadurch hätte die Besonnenheit keinen Nutzen mehr. Eine solche Besonnenheit konnte von beiden Diskussionsteilnehmern nicht aufgezeigt werden.

Im Gespräch mit Kritias wird also die These beleuchtet, dass Besonnenheit das Tun des Eigenen ist, und dass der Besonnene weiß, was er weiß oder nicht, und dass er über Wissen verfügt oder nicht, das heißt der Behauptung einer Identität von reflexivem und inhaltsbezogenem Wissen. Beides erweist sich jedoch als problematisch.

Daraufhin stellt sich für Sokrates die Frage, ob die Besonnenheit überhaupt irgendein Gut bewirkt und den Menschen zu einem guten und glücklichen Leben verhilft. Dabei stellt sich heraus, dass das erkenntnismäßige Leben, wie es Kritias zuerst vorgeschlagen hatte, eine Erkenntnis von Gut und Böse ist, und dass diese uns nutzt. Also kann die Besonnenheit nur etwas anderes sein als nützend. Letzten Endes gibt Sokrates auch zu, dass er das Wesen der Besonnenheit noch nicht bestimmen kann. Trotzdem aber, so glaubt er, sei sie ein großes Gut, und wenn man sie besitzt, sei man sehr glückselig.

Zusammenfassung „Laches“

In diesem Dialog findet ein Gespräch über die Tapferkeit statt.

Inhalt

Zu Beginn haben zwei Väter, Lysimachos und Melesias, gemeinsam mit den zwei Generälen Laches und Nikias eine Schaustellung eines Waffenkämpfers beobachtet. Da die Väter mit dem Gedanken spielen, ihre Söhne in der Fechtkunst unterrichten zu lassen, befragen sie die Generäle nach deren Meinung, ob eine solche Ausbildung sinnvoll wäre oder nicht. Auf Vorschlag des Laches wird noch Sokrates gebeten, dem Gespräch beizuwohnen, und eine Art Schiedsrichter zu sein. Wie sich rausstellt, ist das auch durchaus notwendig, denn die beiden Generäle sind unterschiedlicher Meinung.

Nikias plädiert für den Unterricht, da dadurch der Körper zum einen an Stärke gewinnt , und zudem auch die Kunst der Schlachtordnung erlernt würde. Aus auf diese Weise erzogenen Jünglingen sind allseits tapfere Männer geworden.

Laches jedoch ist gegen die Fechtkunst, da sie seiner Ansicht nach nur unnütz und gefährlich ist.

Schließlich greift Sokrates in das Gespräch ein. Er versucht herauszufinden, was der Endzweck ist, der mit solch einer Ausbildung verfolgt würde. Die Frage nach der Erziehung und Ausbildung mündet letztlich in der Frage nach der Seele, und wie sie der Tugend, speziell der Tapferkeit teilhaftig werden kann.

Zuerst einmal soll geklärt werden, was man eigentlich unter Tapferkeit versteht. Laches antwortet, dass jemand tapfer ist, wenn er sich im Gefecht standhaft gegen den Feind verhält und nicht die Flucht ergreift. Für Sokrates ist diese Definition zu einseitig. Er möchte den Sinn auf etwas Allgemeineres bringen. Und so schlägt Laches vor, Tapferkeit mit einer bestimmten Beharrlichkeit der Seele gleichzusetzen. Diese Bestimmung nun ist Sokrates wieder zu weitläufig. Er führt mehrere Beispiele an, wo Beharrlichkeit keineswegs Tapferkeit bedeutet.

Als nächster versucht sich Nikias. Er definiert Tapferkeit als ein Wissen vom Furchtbaren und vom Unbedenklichen. Für Sokrates gibt es jedoch einen Unterschied zwischen Tapferkeit und Furchtlosigkeit. Denn in Bezug auf Furcht können durchaus verschiedene Meinungen gelten. Darüber kann man sich irren. Wenn eine Sache von jemandem für furchtbar gehalten wird, muss das nicht für jeden Menschen gelten. Tapfer könnte allenfalls bedeuten, wenn sich jemand nicht über diese Dingen irrt, und die Tapferkeit somit zu einer Art Erkenntnis des gefährlichen und Unbedenklichen in Bezug sowohl auf künftige Güter und Übel als auch auf diejenigen, welche da sind und schon gewesen sind.

Letzten Endes kann man sich wieder nicht auf eine Definition einigen, und so bleibt das Gespräch ohne Resultat und die Wesensbestimmung der Tapferkeit erfolglos.

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638135894
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v5852
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Philosophie
Note
1,7
Schlagworte
Platon Charmides Laches Gorgias Besonnenheit Tapferkeit Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit Tugenden

Autor

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