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Luther und die Reformation

von Johanna Klugkist (Autor) Christina Lücht (Autor)

Hausarbeit 2005 20 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Biographie Martin Luthers
2.1 Luthers Theologie
2.2 Der Abendmahlsstreit
2.3 Die Bibelübersetzung

3 Gesellschaftliche Hintergründe
3.1 Gesellschaftliche Situation allgemein
3.2 Der Bauernaufstand

4 Die Reformation
4.1 Definition
4.2 Ursachen
4.3 Luthers Einfluss
4.4 Ablasshandel und Ablassstreit
4.5 Die Verhöre Luthers und der Wormser Edikt (1521)
4.6 Luthers drei Hauptschriften (1520)
4.6.1 An den christlichen Adel deutscher Nation
4.6.2 Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche
4.6.3 Von der Freiheit eines Christenmenschen

5 Bedeutung der Reformation
5.1 Gesellschaft
5.2 Bauern
5.3 Entstehung der Kirchen

6 Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Martin Luther ist wohl allen ein Begriff. Als deutscher Theologe und Reformator stellt er eine bedeutende und ausschlaggebende Persönlichkeit der evangelischen Kirche dar. Viele kennen ihn durch seine Übersetzung der Bibel, welche heute in revidierter Fassung häufig als biblischer Grundlagentext dient. Aber nicht nur die Übersetzung des alten und neuen Testaments bezeichnen ihn, sondern auch viele andere Gesichtspunke seiner Werke und seines Handelns.

In dieser Hausarbeit wollen wir uns näher mit der Person Martin Luthers beschäftigen und seinen Einfluss in damaliger Zeit sowie seine immerwährende Bedeutung betrachten. Wir wollen uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Bedeutung Martin Luther wirklich für die Reformation hatte, was um ihn herum zu seiner Lebzeit geschah und was wirklich der ausschlaggebende Grund der Reformation war. Dabei werden wir uns auf folgende Schwerpunkte beschränken:

Zu Beginn der Ausarbeitung wird ein Abriss von Luthers Leben wiedergegeben und die wichtigsten Stationen seines Lebens benannt. Dabei wird in besonderer Weise Rücksicht auf seine Bibelübersetzung genommen und seine Sicht der Theologie dargestellt. Der Punkt des Abendmahlsstreites wird dabei aus Rahmentechnischen Gründen nur kurz angerissen, soll aber für einen objektiven Eindruck in die damaligen theologischen Auseinandersetzungen nicht fehlen.

Anschließend wird der Hintergrund aus politischer und geschichtlicher Sicht erläutert. Als rausragenden Punkt betrachten wir dabei die Bauernkriege, welche häufig mit Luther in Verbindung gebracht werden.

Nach der Grundlagenschaffung gehen wir näher auf die Reformation ein. Hierzu dient als Einführung eine Definition des Begriffes Reformation. In den folgenden Unterpunkten werden Ursachen und Luthers Einfluss auf verschiedenen Ebenen betrachtet und analysiert.

Der vorletzte Punkt beschäftigt sich mit der Bedeutung der stattgefundenen Reformation und betrachtet nochmals gesondert die Auswirkungen dieser auf die allgemeine Gesellschaft, die Bauern und die Entstehung der Kirchen.

Als Abschluss der Arbeit dient ein Resümee, in dem wir diese Ausarbeitung reflektieren.

2 Biographie Martin Luthers

Martin Luther wurde am 10. November des Jahres 1483 in Eisleben geboren. Er wuchs zusammen mit seiner Familie unter strengen Erziehungsmethoden in seinem Geburtsort auf. Da sein Vater aus beruflichen Gründen nach Mansfeld musste, siedelte die ganze Familie von Eisleben nach Mansfeld über. Die damalig übliche strenge Erziehung und Züchtigung galt als nicht außergewöhnlich und der Kontakt zu seinen Eltern wird als herzlich beschrieben.

Martin Luther besuchte die Domschule in Magdeburg und die Lateinschule in Eisenach. Schon hier kam er bereits in seinen Reifejahren mit der wohl „tiefsten Frömmigkeitsbewegung des gesamten Mittelalters in nähere Berührung“[1]. 1501 begann Luther sein Studium an der Universität in Erfurt. In dem dort klösterlich geregelten Leben war der Unterricht von Nominalismus und Aristotellismus geprägt, also von der klaren Begriffsbildung und der Kenntnis der Moralphilosophie. 1502 erreichte er den ersten akademischen Grad (Baccalaureus), woraufhin er 1505 den zweiten akademischen Grad erreichte (Magister artium). In diesem Studium erlangte Luther auch seine gute Beherrschung der Grammatik und der Rhetorik

Trotz der Vorstellungen seines Vaters, Jura zu studieren, entschied Luther sich aus Angst vor dem Gottesgericht, innerer Anfechtung und letztendlich wegen einer Todeserfahrung während eines Gewittererlebnisses für das Leben als Mönch. Während dieses Erlebnisses, in welcher er sich in tiefster Todesnot sah, äußerte Luther den bekannten Ausspruch: „Ich will ein Mönch werden“. 1505 trat er in das Erfurter Augustiner-Eremiten-Kloster ein. Nun wurde sein Leben durch Enthaltsamkeit und Bibelstudium geprägt. Nachdem er 1506 das Mönchsgelübde ablegte, wurde er 1507 zum Priester geweiht. Damit begann für Martin Luther das Theologiestudium und bereits fünf Jahre darauf erfolgte für ihn die Promotion zum Doktor der Theologie. Zwischenzeitlich verbrachte er einen Aufenthalt in Rom, da der Orden ihn 1510/1511 dorthin sandte.

1513 übernahm Luther an der Universität Wittenberg die Bibelprofessur. Er unterrichtete hauptsächlich die Auslegung biblischer Bücher und tat dies zusammen mit seinen Studenten in den Vorlesungen. Ein Jahr darauf widmete er sich dem Predigtdienst der Stadtkirche und trat somit an die Öffentlichkeit.

Die bekannten 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche veröffentlichte Luther am 31. Oktober 1517. Folglich kam es zum Konflikt mit Rom, wobei er vom Papst gebannt und vom Kaiser auf dem Reichstag zu Worms 1521 geächtet wurde. In dieser für Luther bedrohlichen Zeit fand er Zuflucht in der Wartburg und fand als Junker Jörg Schutz. Nach zehn Monaten kehrte er zurück nach Wittenberg und heiratete im Jahr 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora, welches damals aufgrund des Zeitpunktes unheimliches Aufsehen erregte. Gerade zu dieser Zeit gab es heftige Streitigkeiten der Bauern mit den Fürsten und Herren. Martin Luther und seine Frau hatten sechs Kinder, von denen drei frühzeitig starben.

Luthers letzte Lebensjahre waren bestimmt von wiederkehrenden Krankheiten. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther im Alter von 62 Jahren in Eisleben, wohin er als letztes reiste, um Streitigkeiten mit dem Grafen von Mansfeld zu schlichten. Begraben wurde er in der Wittenberger Schlosskirche.[2],[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.1 Luthers Theologie

Luthers theologisches Gedankengut wurde durch die reformatorische Erkenntnis geprägt. Die Hauptsächliche Orientierung richtete sich an die paulinischen Schriften. Diese beinhalten die wichtige Aussage, dass der durch die Erbsünde bestimmte Mensch Rechtfertigung nur durch die Barmherzigkeit Gottes erfahren kann. Die Rechtfertigungslehre bildet damit für Luther einen Gegenstand und Kriterium der Theologie, ja sogar die Mitte der Heiligen Schrift. Begriffe wie die Kreuzestheologie finden für Luther eine besondere Bedeutung.

Eine weitere für Luther wichtige Sicht ist die Bibel als Gesetz und Evangelium. Luther beschreibt das Wort Gottes, also die Bibel als richtendes und begnadigendes Wort. Die Zehn Gebote, die Bergpredigt und zuletzt das Gewissen eines jeden Menschen sollen diesen zur Erkenntnis der Sünde und der Abkehr von Gott bringen.

Luther sieht die Antwort auf Gottes Angebot der sich in dieser Form äußernden Gerechtigkeit im Glauben.

Für Luther ist die Demut Voraussetzung für die Rechtfertigung, nur die totale Hingabe an Gott bringt Heil (Hebräer 11,17).

1516 teilt er in seiner Rechtfertigungslehre mit, dass der Gläubige nicht durch irgendwelche guten Taten, sondern allein durch die Gnade Gottes „sola gratia“ und den Glauben „sola fide“ das Heil erlangt. Dieser Glaube wird allein durch die Heilige Schrift vermittelt, deren Sinn sich einem jeden selbst erschließt und keine Lehrautorität benötigt.

Fazit seiner Sicht der Rechtfertigung ist, dass der Mensch nicht durch gute Werke gerecht wird, sondern allein durch die Barmherzigkeit Gottes. Der Glaube an diese Barmherzigkeit bildet dann die Basis anderer Tugenden wie beispielsweise die Liebe und die Hoffnung.[4]

2.2 Der Abendmahlsstreit

Die mittelalterliche katholische Theologie war eine Sakramentstheologie. Bei der Frage nach dem rechten Verständnis des Abendmahls ging es um den Kern des katholischen Denkens. Es ging um die Grundsatzfrage, wie eine Theologie des Wortes zum Kern der alten Theologie und zur Sakramentstheologie stehen muss und dies hatte Konsequen­zen für alle weitere Lehren.[5]

Nach katholischem Verständnis steht die Kirche als sakramentale Heilsinstitution im Mittelpunkt, wobei nach Luthers Auffassung das Abendmahl ein Geschehen zwischen dem einzelnen Gläubigen und Gott ist. Die daraus resultierende Gemeinschaft der Christen untereinander ist für ihn sekundär.

Der Abendmahlsstreit fand unter anderem zwischen Luther und Karlstadt statt. Luther geht dabei von der Realpräsenz von Christi Leib und Blut in den Elementen aus, wobei Karlstadt und Zwingli in der Abendmahlfeier lediglich ein Bekenntnis und Zeugnis und die Verkündigung des Todes Christi sehen. Zudem sehen die beiden das geistliche Essen des Leibes Christi als notwendig an, nicht aber das fleischliche. Luther argumentiert jedoch, dass der Erwerb der Vergebung zwar einmal geschehen sei, die Austeilung aber ständig wiederholt werde. 1525 nennt Zwingli in seiner Schrift "Von wahrer und falscher Religion" Luthers Abendmahlslehre gottlos und frivol und ergreift Partei für Karlstadt.

2.3 Die Bibelübersetzung

Eine wichtige Arbeit Luthers war neben der Reformation die Bibelübersetzung, welche in unserer heutigen Zeit immer noch aktuell ist und bei vielen Arbeiten mit der Bibel in revidierter Form als Standartübersetzung dient. Die Bibelübersetzungen Luthers vollzogen sich in einem sehr kurzen Zeitraum und entstanden auf Anregung und Betreiben Philipp Melanchthons.

Während seines kurzen Aufenthaltes auf der Wartburg übersetzte der das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Erstmals erschien das deutsche Neue Testament 1522 und wurde als Septembertestament bezeichnet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Luther übersetzte weniger wörtlich, sondern versuchte, die biblischen Aussagen sinngemäß in deutsch wiederzugeben. „Luther, schwärmte der Schriftsteller Thomas Mann 400 Jahre später, habe „durch seine gewaltige Bibelübersetzung die deutsche Sprache erst recht geschaffen, die Goethe und Nietzsche dann zur Vollendung führten“.“[6] Auch hier spiegelt sich Luthers Auffassung wieder, einem jeden die Möglichkeit der Bibellese zu schaffen.

1523 begann Luther mit der Übersetzung des Pentateuch des Alten Testaments, gefolgt von den historischen Büchern und den poetischen Büchern 1524. 1532 schlossen sich die prophetischen Bücher an.

Im September 1534 lag der erste Druck der gesamten Bibel in deutscher Sprache bei Hans Lufft in Wittenberg vor.[7]

3 Gesellschaftliche Hintergründe

Für ein richtiges Verstehen der Reformation Luthers ist die Betrachtung des politischen und geschichtlichen Hintergrundes der damaligen Zeit unabdingbar und für Luthers Wirken von großer einflussreicher Bedeutung.

[...]


[1] Lohse, 1981, Seite 33

[2] vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000; Stichwort: „Luther, Martin“

[3] vgl. Lohse, 1981, S. 32f

[4] vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000; Stichwort: „Luther, Martin“

[5] vgl. http://www.ekir.de/examen/index.htm?kg/kg3/index.htm, 2003/04

[6] DER SPIEGEL, 15.12.03, S. 83

[7] vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie 2000; Stichwort: „Luther, Martin“

Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638526753
ISBN (Buch)
9783640334186
Dateigröße
650 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v58504
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Institut für evangelische Religion
Note
1,5
Schlagworte
Luther Reformation Roma Christiana

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Titel: Luther und die Reformation