Lade Inhalt...

Das Für und Wider des Offenen Unterrichts

Hausarbeit 2006 17 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Wie ist Offener Unterricht zu verstehen?
2.1 Wulf Rabenstein: Offene Schule- Offener Unterricht
2.2 Jörg Ramseger: Offener Unterricht in der Erprobung
2.3 Weitere Definitionen
2.4 Zusammenfassung

3. Ist Offener Unterricht sinnvoll?
3.1 Henning Günther: ein Kritiker des Offenen Unterrichts
3.2 H. Brügelmann: ein Befürworter des Offenen Unterrichts

3. Fazit

Literatur

Internet

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die Thematik des Offenen Unterrichts ist in erstaunlich großen Teilen der Pädagogik noch immer ein Reizthema. Die definitorische Unklarheit führt dazu, dass man versucht, sich ein subjektives, eigen erstelltes, aber meist auch ein fehlerhaftes Bild von diesem Begriff zu machen um überhaupt einen Zugang zum Thema zu bekommen.

Manche Menschen bilden gleich den Gegensatz <<offen- geschlossen>>, andere kommen auf sprachliche Bilder, die ihnen zum Wort <<offen>> einfallen, beispielsweise ein offenes Gesicht, ein offenes Ohr, eine offene Tür, eine offene Situation.

Mit dem Wort <<offen>> verbundene Vorstellungen sind hingegen auch, dass Platz ist für das Denken und die Einstellung von anderen Menschen, außerdem die Möglichkeit Raum zu geben für Veränderungen, für Spannungen, für Widersprüchliches, für Neues oder für Zukünftiges und vieles mehr.

Mit dem gegenteiligen Begriff <<geschlossen>> verbindet man dagegen Enge, Abgeschlossenheit, Fertiges oder Festgelegtes. In Bezug auf Schule und Unterricht spiegeln sich im Gegensatz zu <<offen>> die vorgefertigte Systematik und festgeschriebene Methoden wider. Offener Unterricht wird demnach auch meist dem Frontalunterricht gegenübergestellt.

Diese Ungewissheit, die man mit dem Begriff <<offen>> verbindet, ist auch oft die Ursache für die abwehrenden Meinungen der Lehrerschaft. Sie können sozusagen „mit dieser Thematik nichts anfangen“, sehen es als einen Teil der Reformpädagogik und nutzen diese Offenheit als eine spielerische Ergänzung zu ihrem „gewöhnlichen“ Unterricht.

Diese Unklarheiten und Fehlschlüsse sollen im Folgenden durch ausführliche Definition des Themengebiets geklärt werden. Die vorgestellten Meinungen der Kritiker wie auch Befürworter des Offenen Unterrichts sollen ein Bild über die Vor- und Nachteile der Öffnung des Unterrichts abgeben. Sie sollen dem Leser letztendlich eine Hilfe dabei bieten, sich seiner eigenen Position in diesem Themenbereich bewusst zu werden.

2. Wie ist Offener Unterricht zu verstehen?

Seit ungefähr 30 Jahren wird Offener Unterricht in Deutschland thematisiert. Eine Vielzahl an Definitionen, Merkmalen und Theorieansätzen sind in dieser Zeit entstanden, welche jedoch als lückenhaft bezeichnet werden müssen, so Thorsten Bohl in seinem Buch „Prüfen und Bewerten im Offenen Unterricht“. Er befindet diese Situation als unbefriedigend, weil Missverständnissen und Beliebigkeit Vorschub geleistet wird. Eine einheitliche Definition, die in der Lehrerbildung eine klare Orientierung bieten würde, ist bisher nicht erkennbar, trotz zahlreicher Vorschläge, bemängelt der Autor die bisherigen Definitionen wie die Folgenden:

2.1 Wulf Rabenstein: Offene Schule- Offener Unterricht

Wulf Wallrabenstein lässt in seinem Buch zunächst Kinder auf die Frage „ Was ist Offener Unterricht?“ antworten. Kinder finden selbstverständlich keine allgemeine Definition als Antwort auf diese Frage, sondern erzählen von ihren Erlebnissen, beispielsweise „Das wichtigste ist diese Freie Arbeit. Wo man machen kann, was man möchte von den Sachen, die es da gibt.“ (Wallrabenstein 1994, S. 52) Ein durchaus wichtiger Punkt für die vorliegende Diskussion, worauf jedoch erst im weiteren Teil eingegangen wird.

Wallrabenstein zieht aus dieser und den anderen Antworten, den üblichen pädagogischen Interpretationen und seinem Buch die Schlussfolgerung, dass es sich bei Offenem Unterricht nicht um eine Methode handelt, sondern um ein pädagogisches Verständnis und eine pädagogische Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen. (Wallrabenstein 1994, S. 53 ff.)

Im weiteren Text legt er mithilfe verschiedener Literatur Offenen Unterricht, wie folgt, fest:

Offener Unterricht ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Reformansätze in vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind auf der Grundlage eines veränderten Lernbegriffs. (Wallrabenstein 1991, S. 54)

Dies stellt eine leere Definition dar, die, wie bereits Thorsten Bohl in seinem Buch erwähnt, keinen Aufschluss in die Thematik von „Offenem Unterricht“ gibt. Jedoch sollte an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass Wallrabenstein diese Definition auf der folgenden Seite wie auch in den einzelnen Kapiteln seines Buches ausführlich erklärt.

Unter den <<unterschiedlichen Reformansätzen>> versteht der Autor die als Reformpädagogik bezeichnete Bewegung, getragen von Pestalozzi und Montessori.

Die <<vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung>> führt er umfassend am Ende seines Buches aus, was im weiteren Text noch zur Sprache kommt.

Der <<veränderte Umgang mit dem Kind>> legt er fest in der Spannung von Erziehen, Anleiten, Freisetzen, Unterstützen, Individualisierung und der Notwendigkeit einer allgemeinen, grundlegenden Bildung.

(Wallrabenstein 1994, S.55)

Im hinteren Teil seines Buches stellt er Qualitätskriterien für den Offenen Unterricht fest. Sie dienen als Standortbestimmung unterrichtlichen Handelns und für fassbare Kriterien zur Verständigung über Offenen Unterricht.

(Wallrabenstein 1994, S. 169) Folgende Fragen waren dabei zielsetzend:

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638522878
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57982
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe – Institut für Naturwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
Wider Offenen Unterrichts

Autor

Zurück

Titel: Das Für und Wider des Offenen Unterrichts