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Kinder brauchen Erziehung - Rezension

Rezension / Literaturbericht 2006 8 Seiten

Didaktik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden

Leseprobe

Kinder brauchen Erziehung - Rezension

Bernd Ahrbecks Werk „Kinder brauchen Erziehung“ wird mit Sicherheit noch einigen Staub aufwirbeln und zu einigen hitzigen Diskussionen Anregung geben. Deshalb scheint eine kritische Auseinandersetzung mit seinen Aussagen geboten. Zu diesem Zweck werde ich zunächst versuchen den zentralen Inhalt des Buches auszugsweise und in aller Kürze darzustellen. Anschließend werde ich mich kritisch mit der getroffenen Auswahl an Literatur sowie dem inneren Aufbau auseinandersetzen. Zum Schluss werde ich dann noch einige meiner Ansichten zu Ahrbecks Thesen formulieren und begründen.

1. Zentrale Aussagen Ahrbecks

Ahrbeck versucht in seinem Werk eine begründete Gegenposition, zum seiner Ansicht nach weit verbreiteten Rückzug von Erziehern und Eltern aus dem Erziehungsgeschehen, einzunehmen und zu verdeutlichen weshalb dies der falsche Weg ist. Hierzu beschreibt er zunächst die Erziehung im Nationalsozialismus anhand eines ausgewählten Werkes von Haarer (Haarer, 1941) und erörtert daraufhin den Umgang mit dieser Thematik anhand eines aktuellen Werkes von Sigrid Chamberlain (Chamberlain, 1997). Nach der Darstellung der autoritär - unterdrückenden Erziehungsmethoden die Haarer fordert, beispielsweise, dass mit der „Befriedigung der biologischen Grundbedürfnisse (...) eine hinreichende psychische Versorgung verbunden“ (Ahrbeck, 2004, S. 16) sei, verurteilt er diese klar (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 15 ff.). Nun geht er auf das Werk Chamberlains ein. Er kritisiert hieran vor allem, dass zur Gegenüberstellung mit Haarers Forderungen Ergebnisse der neueren Säuglingsforschung verwendet werden. Dies führe dazu, dass innere Konflikte der Mutter als auch des Kindes unter den Tisch fallen, da das Hauptaugenmerk auf Aspekten der Bindung zwischen Mutter und Kind gerichtet sei (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 23 ff.). Sozusagen als Ersatz für innere Konflikte spricht Chamberlain von Pseudogefühlen die nach Ansicht Ahrbecks Tätern „das am tiefsten Beunruhigende und Erschreckende“ (Ahrbeck, 2004, S.28) nehmen. Ahrbeck geht als Psychoanalytiker im Gegensatz zu Chamberlain davon aus, dass es ein „triebgesteuertes Störungspotenzial für ein friedliches Zusammenleben“ (Ahrbeck, 2004, S.30) gibt. Chamberlain hingegen glaubt, ganz im Sinne der Säuglingsforschung, dass Destruktives durch eine geglückte, also spannungsfreie, Mutter – Kind Bindung relativ einfach zu verhindern sei. Dieser Position kann sich Ahrbeck nicht anschließen (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 30).

Im folgenden Kapitel beschäftigt sich Ahrbeck nun mit neueren Erkenntnissen der Säuglings- und Kleinkindforschung. Hierbei beruft er sich vor allem auf Schriften von Dornes (Dornes, 1996) und fasst deren Aussagen wie folgt zusammen: „Der Säugling gilt nicht mehr als ein passives Triebwesen, dass in erster Linie hilflos und abhängig ist, sondern von Anfang an als beziehungsfähig und mit einer Vielzahl von Kompetenzen ausgestattet.“ (Ahrbeck, 2004, S. 31). Nach einer kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorgehenswiese der Säuglingsforschung, setzt sich Ahrbeck kritisch mit dieser auseinander. Der für ihn entscheidende Kritikpunkt ist erneut die Ausblendung der Triebe: „Der kompetente Säugling leidet nicht, ist nicht in sich zerrissen, er funktioniert – wie ein kleiner Erwachsener.“ (Ahrbeck, 2004, S. 48). Des weiteren missfällt ihm der zunehmende Einfluss der Naturwissenschaften auf primär geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Problembereiche (vgl. Ahrbeck, 2004, S. 49).

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Details

Seiten
8
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638522717
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57964
Institution / Hochschule
Universität Augsburg
Note
2,5
Schlagworte
Kinder Erziehung Rezension

Autor

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Titel: Kinder brauchen Erziehung - Rezension