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Aufbau und Einsatz eines Value Reporting-Systems

Seminararbeit 2006 33 Seiten

BWL - Revision, Prüfungswesen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Neuorientierung der Rechnungslegung
2.1 Funktionen der Rechnungslegung nach HGB und IAS/IFRS
2.2 Der Shareholder Value-Ansatz
2.3 Die Idee des Value Reporting

3 Der Aufbau eines Value Reporting-Systems
3.1 Begriffseingrenzung
3.2 Aufbaumodelle des Value Reporting
3.2.1 Vorbemerkungen
3.2.2 Business Reporting des „Jenkins-Report“ (1994)
3.2.3 Value Reporting-Modell nach Müller (1998)
3.2.4 Value Reporting-Modell nach Labhart (1999)
3.3 Zwischenfazit

4 Der Einsatz des Value Reporting
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Value Reporting im Rahmen der Pflichtpublizität
4.2.1 Funktionen des Lageberichts als Element der Pflichtpublizität
4.2.2 Neuerungen in der Lageberichterstattung
4.2.3 Zwischenfazit: Der Lagebericht als Value Reporting?
4.3 Freiwillige Value Reporting-Elemente

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Elemente des Muster-Unternehmensberichts

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Internationalisierung und Globalisierung verändern im zunehmenden Maße die Kapitalmärkte und stellen Unternehmen, die auf ihnen tätig werden wollen vor neue Herausforderungen.

Beim Eigenkapital stehen diese einerseits mit anderen Unternehmen und andererseits mit alternativen Anlagemöglichkeiten in Konkurrenz.1 Auch die Aufnahme von Fremdkapital muss zunehmend mit einer Idee und Strategie unterlegt werden.2 Die Nutzung des Kapitalmarktes erhebt gleichzeitig den Aktienkurs zu einer bedeutenden Steuergröße.3 Dieses ist ebenfalls der Kerngedanke des Shareholder Value. Integraler Bestandteil dieses Ansatzes ist wiederum das Value Reporting, d.h. eine wertorientierte Unternehmensberichterstattung, die tiefe Veränderungen in der bisher gekannten Rechnungslegungs- und Berichterstattungspraxis der Unternehmen bewirken dürfte. Durch die beschlossenen Änderungen in der Lageberichterstattung zeichnen sich bereits die ersten Konsequenzen ab.

Die vorliegende Arbeit skizziert den Aufbau und den Einsatz des Value Reporting im Rahmen der externen Unternehmensberichterstattung. Im Kapitel 2 wird zuerst die Neuorientierung der Rechnungslegung als Ausgangspunkt des Value Reporting identifiziert und die Ideen des Shareholder Value und Value Reporting kurz erläutert. Kapitel 3 beschäftigt sich nach erfolgter Begriffseingrenzung mit dem modellhaften Aufbau eines Value Reporting-Systems anhand von drei Beispielen. Nach einem Zwischenfazit wird in Kapitel 4 der Einsatz des Value Reporting im Rahmen der Lageberichterstattung dargestellt. Es werden zudem Elemente der Berichterstattung erläutert, die ein freiwilliges Value Reporting der Unternehmen begründen können. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick, der die nach Meinung des Autors noch offenen Fragen von grundlegender Bedeutung aufgreift.

2 Neuorientierung der Rechnungslegung

2.1 Funktionen der Rechnungslegung nach HGB und IAS/IFRS

4 Im traditionellen Verständnis werden der Rechnungslegung nach dem HGB die Informations-, die Dokumentations-, die Rechenschafts- und die Ausschüttungsbemessungsfunktion5 zugewiesen.6 Sie können aus zahlreichen Vorschriften des HGB abgeleitet werden.7 Die Rechnungslegung an sich erfolgt dabei zum größten Teil vergangenheitsorientiert8 und versucht mit Hilfe eines bewussten Einsatzes von sachverhaltsdarstellenden und -gestaltenden Instrumenten das Verhalten der Adressaten zu beeinflussen.9 Eine zentrale Bedeutung kommt zudem dem im § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB kodifizierten Vorsichtsprinzip zu. Als eine Bewertungsregel bei unsicheren Erwartungen10 führt es zu einer asymmetrischen Erfassung erfolgswirksamer Vorgänge mit der Folge einer systematisch verzerrten Rechnungslegung.11 Die Berichterstattung enthält ferner kaum Angaben zu den Risiken der Geschäftstätigkeit sowie den zukünftig erzielbaren Einzahlungs- überschüssen. Sie ist so kaum geeignet, zukunftsorientierte Anlageentscheidungen aktueller und potenzieller Investoren zu beeinflussen.12 Vor diesem Hintergrund werden angesichts der in der Einleitung angesprochenen Veränderungen der gläubigerorientierten HGB-Rechnungslegung erhebliche Informationsdefizite13 sowie ein generell geringeres Berichtsniveau bescheinigt14.

Der Zweck der Rechnungslegung nach IFRS ist im sog. Framework festgelegt.15 Er wird in der Vermittlung entscheidungserheblicher Informationen („decision usefulness“) mit dem Ziel des Schutzes der Kapitalgeber gesehen.16 Maßstab hierfür sind die Informationsbedürfnisse der Adressaten der Rechnungslegung und primär die der Investoren. Die bereitgestellten Informationen sollen ihnen eine bessere Einschätzung der zukünftig durch das Unternehmen erzielbaren Einzahlungsüberschüsse ermöglichen.17

2.2 Der Shareholder Value-Ansatz

Die starke Kapitalmarktorientierung im angelsächsischen Raum hat im Laufe der 1980er Jahre zu der Entwicklung eines marktwertorientierten Managementansatzes geführt18, welcher den Marktwert des Unternehmens in Form des Marktwertes des Eigenkapitals (Shareholder Value) zur zentralen Größe macht.19 In seinem Grundlagenwerk fordert Rappaport20 dabei die Wertsteigerung, die sich in der Erwirtschaftung langfristiger Cash Flows äußert, zur wichtigsten Aufgabe des Managements zu machen. Der Ansatz „liefert die Zielsetzung, mit deren Hilfe ex ante strategische Entscheidungen ... im Unternehmen zu treffen und ex post die Leistungen des Managements zu beurteilen sind.“21 Im Kern werden dabei allgemein anerkannte investitionstheoretische Erkenntnisse auf die Unternehmensführung übertragen um eine Größe zur Messung des Geschäftserfolges bzw. der Managementleistung zu erhalten.22 Der Shareholder Value wird dabei als der Barwert freier Cash Flows verstanden23 und seine Maximierung durch Realisierung solcher Investitionsprojekte angestrebt, die bei der Verwendung der risikoadjustierten Renditeforderung der Kapitalgeber (Kapitalkosten) als Kalkulationszins zu einem maximalen positiven Kapitalwert führen.24 Dieser Sicht entspricht die Annahme, dass sowohl aktuelle als auch potenzielle Aktionäre ihre Investmententscheidung vom Unternehmenswert abhängig machen.25 Aus der Unternehmenssicht wird auf die Sicherstellung der Außenfinanzierung durch Beteiligungskapital hingewiesen, wofür die Maximierung des Shareholder Value einen entscheidenden Beitrag liefert.26 Durch unternehmenswertorientiertes Management sollen zudem „Wertlücken“27 verhindert bzw. geschlossen werden28, die die Differenz zwischen dem aktuellen Marktwert und dem potenziellen Wert bei Eigenkapitalwert maximierender Unternehmensführung darstellen.29

2.3 Die Idee des Value Reporting

Bestandteil einer wertorientierten Unternehmensführung ist zwingend auch die Unternehmenskommunikation und Unternehmenspublizität, die als die gesamte externe Berichterstattung des Managements verstanden wird.30 Auch der Begriff der Investor Relations ist hierfür gebräuchlich.31 Als Hauptzweck einer wertorientierten Berichterstattung wird in der Literatur vorwiegend die Entscheidungsunterstützung seiner Adressaten genannt.32 Sie soll sich daher primär an den Informationsbedürfnissen der Kapitalmarktteilnehmer ausrichten33 und um zusätzliche entscheidungsrelevante Elemente erweitert werden, die es den Aktionären ermöglichen, anhand der bereitgestellten Informationen die Werterzielung im Unternehmen zu beurteilen.34 Angenommen wird dabei eine zwischen dem Management und den Kapitalmarktteilnehmern bestehende asymmetrische Informationsverteilung bezüglich der Unternehmensführung, die beseitigt bzw. verringert werden soll.35 Dieses führt zu sinkenden Risikozuschlägen seitens der Kapitalgeber und somit zu verringerten Kapitalkosten für das jeweilige Unternehmen.36

Vor diesem Hintergrund wurde 1991 vom AICPA ein Special Committee eingesetzt mit der Zielsetzung, innovative Lösungen für eine „kundenorientierte“ Rechnungslegung und ihre mögliche Prüfung durch Wirtschaftsprüfer auszuarbeiten. Das Committee legte im Jahr 1994 seinen Bericht vor, der nach seinem Vorsitzenden auch „Jenkins-Report“ genannt wird.37 Es weist auf fundamentale Veränderungen im Wirtschaftsleben hin und fordert die Kundenorientierung die im Bereich des Produkt- und Dienstleistungsangebotes selbstverständlich geworden ist, auch auf die Berichterstattung im Sinne eines „Business Reporting“ zu übertragen. Das „Business Reporting“ wird dabei als vom Unternehmen zur Verfügung gestellte Informationen definiert, die die Investitionsentscheidung seiner Adressaten unterstützen. Das traditionelle „Financial Reporting“ ist dabei nur ein Bestandteil dieser Informationen.38 Als Adressaten werden Investoren und Kreditgeber sowie ihre Berater identifiziert, die in ihren Entscheidungen über die Kapitalallokation unterstützt werden sollen.39 Rechnungslegungsgrundsätze können nach Ansicht des Committee nur vor dem Hintergrund dieser Informationsbedürfnisse begründet und im Weiteren international harmonisiert werden.40

Als Handlungsrahmen für das Value Reporting können die vom AKEU41 veröffentlichten Grundsätze gelten. Im Einzelnen werden dabei genannt:

Aufbau und Einsatz eines Value Reporting-Systems 6

- Management Approach, d.h. die inhaltliche Ausgestaltung des Value Reporting soll sich an unternehmensintern zur Steuerung eingesetzten Informationen orientieren, da nur auf diese Weise Informationsasymmetrien zwischen dem Management und den Anlegern beseitigt werden können,42
- Klarheit, d.h. die bereit gestellten Informationen müssen klar und nachvollziehbar sein, wobei die Nennung von grundsätzlichen Annahmen ausdrücklich eingeschlossen wird,
- sachliche, zeitliche und formale Vergleichbarkeit, die auch im Sinne einer Darstellungsstetigkeit verstanden werden muss,
- Ausgewogenheit in Bezug auf die Darstellung von Chancen und Risiken,
- Segmentierung, d.h. dass sich diversifizierte Unternehmen beim Value Reporting an der Segmentberichterstattung orientieren sollten,
- Regelmäßigkeit der Anwendung der Grundsätze auch auf unterjährige Instrumente der Unternehmenspublizität (z.B. Quartalsberichte),
- Prüfung, d.h. dass die zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der gemachten Angaben, diese Teil des prüfungspflichtigen Lageberichts sein sollten.

3 Der Aufbau eines Value Reporting-Systems

3.1 Begriffseingrenzung

In der einschlägigen Literatur hat sich bisher keine einheitliche Begriffs- oder Konzeptdefinition für das Value Reporting durchgesetzt.43 Die Ansätze unterscheiden sich in der konzeptionellen Breite der Begriffsdefinition vor allem im Hinblick auf eine mögliche Werterklärungs- oder Wertbeeinflussungsfunktion.

In einem der ersten deutschsprachigen Beiträge zu diesem Thema definiert Müller44 Shareholder Value Reporting als eine freiwillige qualitative „Ergänzung und Erweiterung der Berichterstattung“ über die Wertschaffung im Unternehmen. Die von ihm vorgenommene Einteilung in drei Bereiche45 wird im Weiteren in vielen Publikationen in gleicher oder ähnlicher Form übernommen.46

Labhart47 definiert Value Reporting als offizielle externe Unternehmensbericht- erstattung, die bestehende Informationsasymmetrien zwischen interner und externer Sicht der wertorientierten Unternehmensführung reduzieren kann und dabei als Werttreiber durch zusätzliche Informationsvermittlung zur Wertsteigerung beitragen kann.48 Die Ausgestaltung des Value Reporting folgt dem Konzept der Balanced Scorecard.49

Ruhwedel und Schulze50 sehen unter Value Reporting die Bereitstellung „verdichteter, über die Pflichtpublizität hinausgehender Informationen“, die die Unternehmensbewertung erleichtern sollen und Lücken zwischen dem inneren Wert des Unternehmens und seinem aktuellen Marktpreis schließen sollen. Durch die angestrebte Verringerung der Informationsasymmetrien soll das Value Reporting einen Beitrag zur Kapitalmarkteffizienz leisten.

Eine ähnliche Sichtweise nimmt auch der AKEU in seinen Grundsätzen für das Value Reporting ein. Danach sollen mittels Value Reporting den Investoren über die Pflichtberichterstattung hinausgehende bewertungsrelevante Informationen zur Verfügung gestellt werden, die es ihnen ermöglichen, „ihre Investitionsentscheidungen auf Basis fundierter Unternehmensinformationen zu treffen“51.

Insgesamt ist eine Weiterentwicklung der Definition erkennbar. Die unterschiedlichen Ansätze vergleichend, gelangen Ruhwedel und Schulze52 zur folgenden Beschreibung des Value Reporting:

„VR [Value Reporting, Anm. d. Autors] bezeichnet die wertorientierte Zusatzberichterstattung über vergangene Wertschaffung, Instrumente der wertorientierten Steuerung sowie über Informationen zur Abschätzung zukünftiger Zahlungsströme. Es dient dabei der Verringerung der Informationsasymmetrien zwischen internen und externen Stakeholdern.“53

Heumann54 definiert Value Reporting unter Rückgriff auf Labhart sowie Ruhwedel und Schulze wie folgt:

„Value Reporting ist die regelmäßige, strukturierte externe Berichterstattung eines Unternehmens, die geeignet ist, die Informationsasymmetrien zwischen interner und externer Sicht des Unternehmens zu verringern und die Ermittlung des Unternehmenswertes durch die (potentiellen) Investoren zu ermöglichen bzw. zu verbessern.“

3.2 Aufbaumodelle des Value Reporting

3.2.1 Vorbemerkungen

Im vorangehenden Kapitel wurde deutlich, dass es keine einheitliche und allgemein anerkannte Definition oder Abgrenzung des Begriffes „Value Reporting“ gibt. Konsequenterweise konnte sich bisher auch keine Idee eines Aufbaumodells als eine Art „best practice“ weder in der theoretischen Literatur noch im praktischen Einsatz durchsetzen55. Es gibt vielmehr eine Fülle möglicher Vorschläge zur Ausgestaltung eines Value Reporting-Systems, die parallel nebeneinander existieren.56 In der vorliegenden Arbeit werden im Folgenden drei dieser Vorschläge in chronologischer Folge ihrer Unterbreitung aufgegriffen und vorgestellt.

[...]


1 Vgl. BAETGE/NOELLE 2001, S. 174.

2 Vgl. SAITZ/WOLBERT 2003, S. 191.

3 Vgl. VOLKART/SCHÖN/LABHART 2005, S. 539.

4 Aus Vereinfachungsgründen wird im Folgenden nur noch von IFRS gesprochen.

5 Zu beachten ist hier eine Differenzierung zwischen dem Jahresabschluss eines einzelnen Unternehmens und dem Konzernabschluss. Dem Konzernabschluss wird bisher nur die Informationsfunktion zugewiesen. Vgl. hierzu BALLWIESER 2001, S. 160 m.w.A.

6 Vgl. RÜCKLE 2005, S. 279f.; FREIDANK 2002, Sp. 1250f.

7 Vgl. z.B. BAETGE/KIRSCH/THIELE 2005, S. 91-105.

8 Vgl. z.B. BAETGE/NOELLE 2001, S. 175.

9 Vgl. FREIDANK 2000, S. 10-13.

10 Vgl. COENENBERG 2005, S. 45f.

11 Vgl. WAGENHOFER 2005, S. 232.; VOLKART/SCHÖN/LABHART 2005, S. 519.

12 Vgl. BAETGE/KÜMMEL 2003, S. 51f.

13 Vgl. SAITZ/WOLBERT 2003, S. 192f.; BAETGE/NOELLE 2001, S. 175.

14 Vgl. NONNENMACHER 2004, S. 149.

15 Vgl. BAETGE/KIRSCH/THIELE 2005, S. 143.

16 Vgl. STREIM/BIEKER/ESSER 2004, S. 229; RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S. 605.

17 Vgl. BAETGE/KIRSCH/THIELE 2005, S. 143f.

18 Ballwieser verweist in diesem Zusammenhang jedoch darauf hin, dass entscheidende Grundlagen des Sahreholder-Value-Ansatzes bereits lange davor durch Moxter thematisiert wurden. Vgl. BALLWIESER 1994 m.w.N.

19 Vgl. BRACKLO/BILSTEIN 2002, S. 220f. Sie liefern auch eine Gegenüberstellung zur Marktwertorientierung in den USA und in Deutschland. Vgl. BRACKLO/BILSTEIN 2002, S. 222.

20 Vgl. RAPPAPORT 1999, S. 1-8. Das Buch „Creating Shareholder Value“ ist bereits 1986 erschienen. Alle Angaben in der vorliegenden Arbeit beziehen sich auf die 2. Auflage der deutschen Übersetzung.

21 BALLWIESER 1994, S. 1383.

22 Vgl. GÜNTHER/BEYER 2001, S. 1623.

23 Zu Methoden der Messung des Shareholder Value mit Hilfe des Discounted Cash Flow vgl. BALLWIESER 1994, S. 1383-1385.

24 Vgl. GÜNTHER/BEYER 2001, S. 1623.

25 Vgl. BAETGE/NOELLE 2001, S. 174f.

26 Vgl. FREIDANK 2000, S. 16.

27 BALLWIESER 1994, S. 1386 definiert eine Wertlücke wie folgt: „Wertlücken entstehen, wenn die geplante Strategie einen DCF erzeugt, der kleiner ist, als er wäre, wenn man die Strategie verändern würde.“ Kritisch zum Begriff und Erklärungsansatz mittels der Wertlücke im Zusammenhang mit den Aufgaben des Value Reporting äußern sich BÖCKING/WESNER 2004, S. S104f. oder NONNENMACHER 2004, S. 157. Eine andere Position vertritt auch der AKEU 2002, S. 2337. Er stellt beim Value Reporting auf die Erklärung von Differenzen zwischen dem bilanziellen Eigenkapital, der Börsenkapitalisierung und dem Unternehmenswert aus der Sicht des Managements ab.

28 NONNENMACHER 2004, S. 154 gibt zu bedenken, dass auch der Schutz vor Überbewertung als gleichrangiges Ziel zu behandeln sei.

29 Vgl. RAPPAPORT 1999, S. 1f. Rappaport argumentiert dabei im Sinne eines „market for corporate control“, indem er feststellt, dass eine Wertlücke oder Unterbewertung des Unternehmens eine Einladung an Investoren sei, das Unternehmen zu übernehmen und das Management auszutauschen. Die drohende Übernahme könne wiederum nur durch „überragendes Shareholder Value“ vom Management abgewendet werden.

30 Vgl. BÖCKING/WESNER 2004, S. S102f.

31 Vgl. MEYER 2005, S. 81; HEUMANN 2005, S. 9-13.

32 Vgl. KÜTING 2000, S. 451-456; AKEU 2002, S. 2337. Differenzierter z.B. NONNENMACHER 2004.

33 Vgl. AICPA 1994, Chapter 1; KÜTING 2000, S. 451f. Zu den Anforderungen des Kapitalmarktes an Rechnungslegungsregeln vgl. BALLWIESER 2001.

34 Vgl. BÖCKING/WESNER 2004, S. S102-S105.

35 Vgl. RUHWEDEL/SCHULZE 2004, S. 489-491; FISCHER/WENZEL/KÜHN 2001, S. 1209; AKEU 2002, S. 2337. Einen Überblick über die Prinzipal-Agent-Theorie liefert z.B. KRÄKEL 2004, S. 1174-1181. Die Theorie selbst geht auf AKERLOF 1970 und JENSEN/MECKLING 1976 zurück.

36 Vgl. GÜNTHER/BEYER 2001, S. 1624; BAETGE/NOELLE 2001, S. 175.

37 Vgl. BERNDLMAIER/KLEIN 1997, S. 1089; Der vollständige Bericht ist im Internet unter Hhttp://www.aicpa.org/members/div/acctstd/ibr/index.htmH verfügbar. Einen historischen Abriss auf die darauf folgende historische Entwicklung des „Performance Reporting“ liefern KERKHOFF/DIEHM 2005.

38 Das Value Reporting erweitert insofern das Financial Reporting zum Business Reporting. Vgl. RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S. 608.

39 Vgl. AICPA 1994, Chapter 1.

40 Vgl. BERNDLMAIER/KLEIN 1997, S. 1095.

41 Vgl. im Folgenden AKEU 2002, S. 2339f. Eine ausführliche Herleitung von Rahmen-, ergänzenden und konzeptionellen Grundsätzen für das Value Reporting liefert HEUMANN 2005, S. 56-87.

42 KÖTHNER 2004, S. 302 weist hierbei darauf hin, dass der Management Approach auf Grund der individuellen Unterschiede der im Unternehmen eingesetzten Instrumente und Verfahren zu einer Einschränkung der Vergleichbarkeit führt.

43 Vgl. KLEY 2003, S. 841; RUHWEDEL/SCHULZE 2004, S. 490.

44 Vgl. MÜLLER 1998, S. 124-129.

45 Vgl. Kapitel 3.2.2.

46 Vgl. RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S.603 und S. 609f. Sie kritisieren in diesem Zusammenhang eine fehlende deduktive Herleitung und Begründung des Konzepts.

47 Vgl. LABHART 1999, S. 30f.

48 Vgl. ebenda, S. 228f.

49 Vgl. Kapitel 3.2.3.

50 Vgl. RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S. 609.

51 Vgl. AKEU 2002, S. 2337-2340.

52 RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S. 604.

53 Sie stellen jedoch auch gleichzeitig fest, dass diese Auflistung übereinstimmender Ziele und Bestandteile keine „umfassende und konsistente Definition“ auf Grund mangelnder theoretischer Fundierung liefern kann. Vgl. RUHWEDEL/SCHULZE 2002, S. 604. Hervorhebungen im Original nicht enthalten.

54 HEUMANN 2005, S. 7f. Hervorhebungen im Original nicht enthalten.

55 Vgl. NONNENMACHER 2004, S. 154. Zur grundsätzlichen Kritik am Value Reporting vgl. KLEY 2003.

56 Für einen kurzen Überblick über das Modell sei an dieser Stelle auf RUHWEDEL/SCHULZE 2002 und RUHWEDEL/SCHULZE 2004 verwiesen.

Details

Seiten
33
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638519823
ISBN (Buch)
9783638665421
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57536
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Institut für Wirtschaftsprüfung und Steuerwesen
Note
1,7
Schlagworte
Aufbau Einsatz Value Reporting-Systems Seminar Fragen Rechnungslegung Wirtschaftsprüfung Controlling

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Titel: Aufbau und Einsatz eines Value Reporting-Systems