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Gibt es das ideale Wahlsystem? Auswirkungen von Verhältniswahl- und Mehrheitswahlsytemen

Seminararbeit 2006 15 Seiten

Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlen/Wahlsysteme
2.1.Definition und Funktion von Wahlen
2.2.Die traditionelle Definition und Unterscheidung der Wahlsysteme
2.3. Zuordnung und Definitionsfrage der Grundtypen

3. Die Auswirkungen der beiden Wahlsystemgrundtypen im Vergleich
3.1. Die Auswirkungen auf die Struktur der Parteiensysteme
3.1.1. Auswirkungen bei Mehrheitswahlsystemen
3.1.2. Auswirkungen bei Verhältniswahlsystemen
3.2. Die politischen Auswirkungen der Wahlsysteme

4. Fazit/Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis/ Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

Betrachtet man sich die gegenwärtigen Nationalstaaten der Erde, stellt man fest, dass Wahlen eine zentrale Rolle in der Staatenwelt spielen, wenngleich auch ihre faktische Bedeutung von Staat zu Staat divergiert.[1] Es gibt weit mehr als 250 verschiedene Wahlverfahren. Der Bundestag der Bundesrepublik Deutschland wird laut Bundeswahlgesetz, beispielsweise nach den Grundsätzen einer mit der Personenwahl verbundene Verhältniswahl gewählt. Diese große Anzahl von verschiedenen Wahlverfahren und Systemen lassen sich alle auf zwei Ausgangssysteme beziehen. Auf der einen Seite die Verhältniswahl und auf der anderen Seite die Mehrheitswahl. Der zentrale Unterschied dieser beiden Wahlsysteme liegt in der Umwandlung von Stimmen in Mandate. Das Wahlsystem ist eine entscheidende Größe in parlamentarischen Demokratien, da es unmittelbaren Einfluss auf die Regierungsbildung, die politische Kultur, die Struktur des Parteiensystems und auf die Stabilität von Regierungen hat.[2] Auf Grund dieser Erkenntnis behandelt nun die vorliegende Arbeit die Frage, ob es ein „best system“[3] gibt, dass in jedem Land, egal unter welchen kulturellen, historischen, sozialen und politischen Gegebenheiten, Anwendung finden kann?[4] Zunächst werde ich in Kapitel 2 den Begriff der Wahl definieren und ihre Funktionen darlegen. Darüber hinaus werde ich die beiden Grundwahlsysteme, Mehrheitswahl und Verhältniswahl einander gegenüberstellen. Außerdem wird in Kapitel 2 das Klassifikations- und Definitionsproblem von Wahlsystemen aufzeigt und mit Hilfe der Einführung des Repräsentationsprinzips und der Entscheidungsregel diese Probleme behandelt. Kapitel 3 widmet sich den Auswirkungen der verschiedenen Wahlsystemgrundtypen und stellt einen Vergleich an. Hier werde ich mich auf die Auswirkungen auf das Parteinsystem und auf die damit verbundenen politischen Auswirkungen beschränken. Kapitel 5 bildet eine zusammenfassende Betrachtung der vorliegenden Arbeit.

2. Wahlen/Wahlsysteme

2.1. Definition und Funktion von Wahlen

Es finden sich eine ganze Reihe Definitionen von Wahlen in der Literatur, der Politikwissenschaftler Dieter Nohlen definiert Wahlen in Verbindung mit demokratischen Entscheidungen wie folgt:

„Die Wahl ist die demokratische Methode der Bestellung von Personen in Vertretungsorgane oder Führungspositionen. Sie wird als Methode besonders in solchen Bereichen des öffentlichen Lebens hoch geschätzt, in denen die unmittelbare Beteiligung der Menschen an der Beratung und Herbeiführung von Entscheidungen nicht möglich ist und demokratische Anforderungen an das Vertretungs- oder Führungspersonal gestellt werden.“[5]

Dennoch ist bekannt, dass Wahlen nicht nur auf demokratische Systeme beschränkt sind.[6] Der Grund hierfür liegt darin, dass Wahlen, rein als Technik betrachtet, welche Personen Ämter übertragen und Körperschaften bildet, auch in nicht demokratische Systemen vorkommen.[7] Eine demokratische Wahl wird dann als eine solche angesehen, wenn sie den Wahlrechtsgrundsätzen, „allgemein“, „gleich“, „geheim“, und „unmittelbar“ entspricht.[8]

[...]


[1] Vgl. Dieter Nohlen, Wahlrecht und Parteiensysteme, Opladen 2000, Seite 21 (im Folgenden zitiert als: Wahlrecht).

[2] Vgl. Karl-Rudolf Kohrte, Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2003, Seite 20 (im Folgenden zitiert als: Wahlen).

[3] Ebenda, Seite 155.

[4] Vgl. Dieter Nohlen, Wahlsysteme der Welt, München 1978, Seite 15 (im Folgenden zitiert als: Welt).

[5] Vgl. Wahlrecht, Seite 21.

[6] Es gibt eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Wahlen in demokratischen, autoritären und totalitären Staaten. In freiheitlichen demokratischen Systemen werden sog. Kompetitive Wahlen veranstaltet, welche u.a. Auswahlmöglichkeiten, die Wahlfreiheit und die Stellung der Machtfrage beinhalten (in der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich ausschließlich auf diese Form der Wahlen beschränken). In autoritären und totalitären Systemen werden die Wahlen als semi-kompetitiv bzw. als nicht kompetitiv bezeichnet. Hier sind die Merkmale der kompetitiven Wahlen nicht oder nur teilweise gegeben. Siehe hierzu, Wahlrecht, Seite 25-28.

[7] Vgl. Dieter Nohlen, Kleines Lexikon der Politik, München 2001 Seite 558.

[8] Vgl. Eckard Jesse, Wahlen, Bundesrepublik Deutschland im Vergleich, Berlin 1988, Seite 45.

Details

Seiten
15
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638518086
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57309
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Institut fü Politikwissenschaft
Note
2.3
Schlagworte
Gibt Wahlsystem Auswirkungen Verhältniswahl- Mehrheitswahlsytemen Analyse Vergleich Politischer Systeme

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