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Die Mindestkapitalanforderungen nach Basel II und die Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand

Hausarbeit 2004 22 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hintergrund zu den Baseler Regelungen
1.2 Die Zeitliche Entwicklung von Basel II

2 Die Umsetzung der ersten Säule durch die Betrachtung der Ratingverfahren
2.1 Grundlagen
2.2 Arten des Rating
2.2.1 Der Standardansatz
2.2.2 Die internen Ansätze (IRB)
2.3 Umsetzung des Ratings bei den Sparkassen

3 Auswirkungen im Mittelstand
3.1 Worauf ein Betrieb achten muss
3.2 Möglichkeiten der Bilanzpolitik
3.2.1 Allgemeine Maßnahmen
3.2.2 Leasing

4 Was muss eine Bank noch zusätzlich beachten

5 Zusammenfassung und kritische Würdigung

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:Die Struktur von Basel II

Abbildung 2: Die Ratingklassen im DSGV Standartrating

Abbildung 3: Welche Finanzierungsinstrumente künftig wichtiger werden mit der Skala: 0 (unwichtig) bis 6 (sehr wichtig)

Abbildung 4: Unterscheidung zwischen Operate- und Finance- Leasing

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Keine Regelung oder Gesetzesänderung hat die Finanzwelt in den letzten Jahren so geprägt, beeinflusst und zu Diskussionen angeregt, wie der neue Entwurf zur Eigenmittelhinterlegung des Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht. Dieser Akkord hat zum Ziel die Finanzwirtschaft nachhaltig zu sichern, wobei er dieses mit drei Ansätzen erreichen will (siehe Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1:Die Struktur von Basel II[1]

Der inhaltliche Schwerpunkt dieser Facharbeit liegt auf den Mindestkapitalanforderungen und den damit verbunden Vorgaben und Wirkungen insbesondere bezogen auf den Mittelstand in Deutschland.

1.1 Hintergrund zu den Baseler Regelungen

Kreditinstitute verfolgen im Grundaufbau zwei einfache Ziele: Erstens nehmen sie Einlagen von Gläubigern auf, um diese dann zweitens an Kreditnehmer, z.B. Unternehmen, wieder auszuleihen. Wird ein Kreditnehmer illiquide und kann seinen Kredit nicht mehr begleichen, belastet das die Bank. Bei einer Häufung könnte dies im Extremfall dazu führen, dass die Bank auf Grund dieser Verluste zusammenbricht, wodurch die Einlagen der Sparer gefährdet wären.

Um dies zu verhindern und Stabilität an den Finanzmärkten zu sichern, haben die Aufsichtsbehörden der G 10 Staaten 1988, unter der Leitung der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, einheitliche Richtlinien für die Eigenkapitalausstattung der international tätigen Banken erlassen. Diese vorgeschriebene Eigenkapitalausstattung dient als Puffer für die Verluste, die durch den Ausfall von Forderungen entstehen können[2].

Die Richtlinien sind einfach gehalten und sehen vor, dass jeder Kredit mit 8 Prozent des Kreditvolumens durch Eigenkapital zu hinterlegen ist (Solvabilitätskoeffizient). Zusätzlich erfolgt eine Gewichtung dieses Faktors, entsprechend des Kreditrisikos eines Kreditnehmers (Adressenrisiko), welche unterteilt sind in die Kategorien Unternehmen, Banken, Staat und sonstige, sowie nach ihrer Besicherung. So werden die einzelnen Positionen bei der Ermittlung der gewichteten Risikoaktiva nur zu bestimmten Prozentsätzen berücksichtigt z.B. Forderungen an die öffentliche Hand mit 0 Prozent, an Kreditinstitute mit 20 Prozent und durch ein erstrangiges Grundpfandrecht gesicherte Darlehen mit 50 Prozent[3].

Da die maximale Ausleihung eines Kreditinstitutes auf das 12,5 fache (Kehrwert von 8 Prozent) seines Eigenkapitals beschränkt ist, aber das Risiko nur geringfügig differenziert wird, besteht die Schwäche der Regelung darin, dass die knappe Ressource Eigenkapital nicht der effizientesten Verwendung zugeführt werden kann. Die Kredite an Kreditnehmer mit guter Bonität müssen genauso hinterlegt werden wie solche, die an fast illiquide Kunden vergeben werden. Eine an den tatsächlichen ökonomischen Risiken ausgerichtete Bewertung gibt es in dieser Regelung nicht.[4]

Diese Thematik wurde nun durch die Überarbeitung der Regelungen (Basel II) aufgegriffen. So steht neben dem Hauptanliegen der ausreichenden Eigenkapitalversorgung aus Basel I, nun zusätzlich die Berücksichtigung der unterschiedlichen Risiken der verschiedenen Bankgeschäfte im Vordergrund.[5]

1.2 Die Zeitliche Entwicklung von Basel II

Der erste Baseler Akkord (Basel I) wurde im Juni 1988 eingeführt und richtete sich zunächst nur an international tätige Banken. Durch die Wichtigkeit der bankenaufsichtlichen Eigenkapitalanforderungen erlangte die Regelung weltweite Anerkennung in über 100 Ländern und wurde im Dezember 1992 auch per Gesetz in Deutschland umgesetzt (§§ 10 und 10a Kreditwesen Gesetz).

Angesichts der wachsenden Bedeutung der Handelsaktivitäten der Banken wurde im Januar 1996 das Papier zu Basel I um die Marktpreisrisiken (z.B. Zins- und Aktienkursrisiken des Handelsbuches) ergänzt.

Nach der Kritik an der pauschalen Bewertung wurde von dem Baseler Ausschuss im Juni 1999 das erste Konsultationspapier zu Basel II veröffentlicht. Durch Anmerkungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge folgte im Januar 2001 das zweite und im April 2003 das dritte Konsultationspapier.

Wenn es bei der zurzeit gültigen Planung bleibt, wird im Juni 2004 die nun gültige Fassung verabschiedet, mit der Folge, dass diese im Dezember 2006 in den Mitgliedsstaaten implementiert wird und somit ab 2007 verbindlich gilt[6].

[...]


[1] Siehe auch Deutsch Bundesbank, 2001, Seite 17

[2] Vgl. Fehr, 2000, Seite 49

[3] Vgl. Ettmann, Wolf, Wurm, 2002, S. 137

[4] Vgl. Fehr, Seite 49

[5] Vgl. Fehr, Psotta, Welter, 2004, Seite 13

[6] Vgl. Deutsche Bundesbank, 2001, Seite 16

Details

Seiten
22
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638516952
ISBN (Buch)
9783638684859
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v57176
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Mindestkapitalanforderungen Basel Auswirkungen Mittelstand Controlling

Autor

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