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Bedeutung der Gesundheitswissenschaft für die Pflege

Hausarbeit 2006 36 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Gesundheitswissenschaften
2.1 Begriffserläuterung
2.2 Entwicklung
2.3 Aufgaben und Ziele
2.4 Die Einzeldisziplinen
2.5 Definition Gesundheit
2.6 Salutogenese
2.7 Abgrenzung und Verhältnis zu anderen Gebieten
2.7.1 Public Health
2.7.2 Medizin
2.7.3 Pflegewissenschaft

3 Gesundheitsförderung
3.1 Definition
3.2 Aufgaben und Ziele
3.3 Die Ebenen der Gesundheitsförderung
3.3.1 Die Personale Ebene
3.3.2 Die Verhaltensebene
3.3.3 Die Verhältnisebene
3.4 Abgrenzung zur „Prävention“
3.5 Setting-Ansätze
3.6 Strukturen der Gesundheitsförderung

4 Umsetzung der Gesundheitsförderung auf lokaler Ebene
4.1 Entwicklung betrieblicher Gesundheitsförderung
4.2 Gesundheitsförderung in einem Krankenhaus
4.3 Gesundheitsrisiken für Pflegeberufe
4.4 Gesundheitsförderungsstrategien
4.5 Gesundheitsfördernde Maßnahmen für Pflegekräfte
4.5.1 Gesundheitsförderung auf Verhaltensebene
4.5.2 Supervision
4.5.3 Gesundheitsförderung auf Verhältnisebene
4.5.4 Gesundheitszirkel

5 Schluss und Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis:

Tabelle 1: Belastungen des Pflegepersonals im Krankenhaus (vgl. PELIKAN et. al 2000, 59)

Tabelle 2: Maßnahmen gesundheitsfördernder Krankenhäuser auf Verhaltens-ebene

Tabelle 3: Maßnahmen gesundheitsfördernder Krankenhäuser auf Verhältnis-ebene

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Die Einzeldisziplinen der Gesundheitswissenschaften. – Quelle: HURRELMANN/LAASER 2003, 31.

Abbildung 2: Abgrenzung Public Health von Gesundheitswissenschaften – Quelle: HURRELMANN/LAASER 2003, 30.

Abbildung 3: Darstellung der Handlungsqualifikationen und Handlungsstrategien – Quelle: WHO 1993, 1.

Mit den Begriffen Pflegepersonal, Pflegende, Mitarbeiter, Patienten sind immer weibliche und männliche Personen gemeint.

1 Einleitung

„Gesundheit fördern! - Krankheit verhüten! - Gesundheit wiederherstellen! - Leiden lindern!“; das sind nach dem Deutschen Berufsverband für Krankenpflege die Aufgaben der Gesundheits- und Krankenpflege. Bei genauer Betrachtung wird deutlich, dass sich zwei Aufgabenbereiche auf Gesundheit (Gesundheitsförderung und Prävention) und zwei Bereiche auf Krankheit beziehen. Diese Aufgaben erfüllen auch die gewandelte Anspruchshaltung der Patienten, die heute nicht mehr nur Wert auf eine kompetente medizinische Versorgung, sondern auch auf eine fürsorgliche Pflege, auf eine umfassende Beratung und Informations-vermittlung, sowie auf ein Umfeld, dass sich positiv auf den Heilungs- und Genesungsprozess auswirkt, legen. Dieser Anspruch ist natürlich auch eine große Herausforderung an die Krankenhäuser, denn es gilt höchstmögliche Kundenzufriedenheit mit größter ökonomischer Effizienz zu vereinen. Doch gerade in der heutigen Zeit stellt dies eine Gradwanderung dar, da unter anderem der demographische Wandel, die Veränderungen des Krankheitspanoramas und der medizinisch-technologische Fortschritt die finanziellen Ressourcen des Sozialstaates immer weiter schrumpfen lassen. Für die Berufsgruppe der Pflegenden im Krankenhaus bedeutet dies, höchstes Leistungspotential in Bezug auf die stets steigenden Anforderungen (von Seiten der Patienten, der Angehörigen und auf Grund fortschreitender Akademisierung) auf Basis niedrigster Personalbesetzung. Gerade unter diesen Aspekten, nimmt die Gesundheitsförderung immer mehr auch in Krankenhäusern Einzug. Erstmalig wurde 1993 mit der Unterstützung der WHO das Pilotprojekt „Gesundheitsfördernder Krankenhäuser“ gestartet, aus dem das Deutsche Netz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser (DNGfK) hervorgeht. Das Netzwerk steht allen Krankenhäusern offen und hat in den letzten Jahren, mit dem Bedeutungsgewinn von Prävention und Gesundheitsförderung viele neue Mitgliedschaften verzeichnen können. Die Ziele des DNGfK nach den „Homburger Leitlinien“ von 1999 sind:

Gesundheitsgewinn

Patientenorientierung

Mitarbeiterorientierung

Partnerschaften und Gemeindeorientierung

Ökologie

(vgl. DNGfK 1998, 2)

Vor allem die Mitarbeiterorientierung spielt eine wesentliche Rolle, da sich hier zahlreiche Querverbindungen zum Management einerseits, und andererseits zu den Patienten ergeben. Deshalb lautet die zentrale Frage:

Wie kann Gesundheitsförderung für die Berufsgruppe der Pflegenden in einem Krankenhaus gestaltet sein?

2 Grundlagen der Gesundheitswissenschaften

Um die komplexe Thematik umfassend zu verstehen und zu begreifen, muss die Disziplin der Gesundheitswissenschaften mit ihren Einzeldisziplinen von der Medizin abgegrenzt und die Bedeutung für die Pflegewissenschaft dargestellt werden.

2.1 Begriffserläuterung

Der Begriff der Gesundheitswissenschaft wurde ursprünglich 1925 von den Autoren Gottstein, Schlossmann und Teleky im Singular verwendet, doch um die interdisziplinäre Ausrichtung des Gebietes zu betonen, sprechen die Herausgeber Hurrelmann und Laaser in ihrem Handbuch von „Gesundheitswissenschaften“. (vgl. HURRELMANN/LAASER 2003, 25). Im Wörterbuch für Gesundheitswesen wird Gesundheitswissenschaften definiert als „…Wissenschaft und Praxis der Krankheitsverhütung, der Lebensverlängerung und Förderung physischen und psychischen Wohlbefinden durch bevölkerungsbezogene Maßnahmen“. (CAREL/PIRK 2005, 94) Die Gesundheitswissenschaften beschäftigen sich demnach hauptsächlich mit den Bedingungen für Gesundheit und den Ursachen von Krankheit. Somit zählen einerseits die Wechselwirkungen zwischen Menschen und ihren natürlichen, technischen und sozialen Umwelten, andererseits auch die Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung, die Leistungen des Gesundheitssystems und die Möglichkeiten, dieses politisch und ökonomisch zu steuern, zu den wesentlichen Inhalten. Ebenso fließen die Evaluation und Qualitätskontrolle in diesen Prozess mit ein. Dadurch sollen die Zielgrößen des Forschens und des Handelns in den Gesundheitswissenschaften erreicht werden. Dazu gehört die Verlängerung der Lebenszeit und Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung insgesamt, aber auch besonderer Ziel- und Risikogruppen. (vgl. ebda 2005, 94)

2.2 Entwicklung der Gesundheitswissenschaften

Die heute noch relativ junge Disziplin der Gesundheitswissenschaften hatte bis zur Etablierung einen langen Weg vor sich. Nach den ersten Ansätzen in Deutschland Ende des 18. und Mitte des 19. Jahrhunderts, wurde der Terminus der Gesundheitswissenschaft erstmalig 1925 von Gottstein, Schlossmann und Teleky in ihrem Handbuch der Sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge verwandt. Doch die postnationalsozialistische Zeit, die gekennzeichnet war durch schweres Mißtrauen gegenüber öffentliche Gesundheitsdienste, und das erfolgreich weltweit umgesetzte streng naturwissenschaftliche Konzept von Krankheitsgeschehen verzögerten die wissenschaftliche Entwicklung bis in die Mitte der 80iger Jahre.

Gesundheitswissenschaften bestehen mittlerweile aus mehreren Einzeldisziplinen (siehe 2.4), die einerseits medizinisch-naturwissenschaftliche und andererseits sozialverhaltens-wissenschaftliche Ursprünge haben. Als zentrale Arbeitsgebiete der Gesundheitswissenschaften kristallisierten sich die Gesundheitsforschung und die Gesundheitssystemforschung heraus und die Entwicklung mündete zuletzt in einer eigenen Akademisierung, so dass inzwischen mehrere Universitäten und Fachhochschulen den Studiengang „Gesundheitswissenschaften“ anbieten. (vgl. HURRELMANN/LAASER 2003, 20 f.)

2.3 Aufgaben und Ziele

Aufgabe der Gesundheitswissenschaften ist die Beschäftigung mit den körperlichen, psychischen und gesellschaftlichen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit. Darüber hinaus soll die Verbreitung von gesundheitlichen Störungen in der Bevölkerung und den daraus entstehenden Konsequenzen für Organisation und Struktur des medizinischen und psychosozialen Versorgungssystems erfasst werden. Ziel der Gesundheitswissenschaften ist die Erforschung der somatischen, sozialen, psychischen und ökologischen Bedingungen der Gesunderhaltung. Letztendlich sollen daraus Konsequenzen für die Gestaltung des Gesundheitssystems abgeleitet werden können. (vgl. HURRELMANN/LAASER 2003, 17ff.).

Die Gesundheitswissenschaften beziehen sich dabei auf fünf zentrale Fragestellungen.

1.) Unter welchen gesellschaftlichen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen bleiben Menschen gesund?
2.) In welchem Interaktionsverhältnis stehen beim einzelnen Menschen und in verschiedenen Bevölkerungsgruppen gesundheits- und krankheits-fördernde Potenziale?
3.) Wie lässt sich die Auftretenshäufigkeit und Schwere von Krankheit durch Veränderung der Ausgangsbedingungen vermindern?
4.) Welche strukturellen Konsequenzen können für das Versorgungssystem und die gesellschaftlichen Arbeits- und Lebensbedingungen mit gesundheitlicher Relevanz abgeleitet werden?
5.) Welche Möglichkeiten bestehen in einer aufeinander abgestimmten und verzahnenden Versorgungskette von Gesundheitsförderung, Prävention, Kuration, Rehabilitation und Pflege, um Effizienz und Effektivität des Gesundheitssystems zu sichern? (vgl. ebda 2003, 25)

2.4 Einzeldisziplinen

Um die unter 2.3 gestellten Fragen wissenschaftlich klären zu können, haben sich Einzeldisziplinen herauskristallisiert, welche sich aus den Grundlagen der medizinisch - naturwissenschaftlichen und sozial - verhaltens- und organisations-wissenschaftlichen Denkmuster zusammensetzen (siehe Abb. 1). (vgl. HURRELMANN/LAASER 2003, 31)

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Details

Seiten
36
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638512930
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v56658
Institution / Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Schlagworte
Bedeutung Gesundheitswissenschaft Pflege

Autor

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