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Militärgeschichte in der Offiziersausbildung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2006 25 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Anfänge von Militärgeschichte und Offiziersausbildung in der Vormoderne

3. Militärgeschichte in der preußisch-deutschen Offiziersausbildung zwischen Französischer Revolution und Zweitem Weltkrieg
3.1. Die Preußische Heeresreform
3.2. Vom Wiener Kongress zum Ersten Weltkrieg
3.3. Weimarer Republik und Drittes Reich

4. Militärgeschichte und Offiziersausbildung nach 1945

5. Schlussbetrachtung

Literatur

Quellen

Literatur

1. Einleitung

In den letzten Jahren hat die Geschichte von Krieg und Militär an den Universitäten verstärkt Beachtung gefunden. Dennoch war die Militärgeschichte lange Zeit fast ausschließlich den Militärs, namentlich den Offizieren vorbehalten. Die militärischen Führer hatten und haben ein fundamentales Interesse daran, aus den Erfahrungen vergangener Kriege die richtigen Schlüsse für zukünftige Auseinandersetzungen zu ziehen. Daher wird der Militärgeschichte in der Offiziersausbildung seit langem ein wichtiger Stellenwert beigemessen. Gleichzeitig stellt sich immer wieder die Frage nach der wirklichen Verwertbarkeit historischer Erfahrungen in der Zukunft.

In einem historischen Abriss soll aufgezeigt werden, wie sich die deutsche Militärgeschichte im Spannungsfeld von militärischen Anforderungen und Geschichtswissenschaft entwickelt hat. Dabei möchte ich einen weiten Bogen von der Vormoderne bis zur Gegenwart schlagen und auf die wesentlichen Strukturen und grundlegenden Umbrüche im neuzeitlichen Kriegswesen eingehen. Mit ihnen geht ein Wandel der Kriegswahrnehmung einher, der auch Folgen für die Militärgeschichte und die Offiziersausbildung hat. Im Mittelpunkt der Betrachtungen soll die amtliche, preußisch-deutsche Militärgeschichtsschreibung des 19. und 20. Jahrhunderts stehen. Auf Partikularentwicklungen in der Marine, den deutschen Einzelstaaten, wie auch in der DDR kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden und auch die akademische Militärhistoriographie kann nur am Rande Erwähnung finden[1].

Die sich wandelnden Konzeptionen von Militärgeschichte zeigen sich auch in der Terminologie. Die Kriegsgeschichte des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts begriff sich in einem eng gefassten Sinn als eine Erfahrungswissenschaft, welche primär angehenden Offizieren praktische Kenntnisse in der Kriegsführung vermitteln sollte. Um die enge Interpretation des Begriffs „Kriegsgeschichte“ zu überwinden, entstand in der Zwischenkriegszeit die Wehrgeschichte. Als Teil der Wehrwissenschaften wollte sie die gesamte Geschichte vom Gesichtspunkt der Wehr untersuchen. Unter Distanzierung von den früheren, ideologisierten und instrumentalisierten Konzepten setzte sich der Begriff „Militärgeschichte“ durch. Sie sieht sich als einen Teilbereich der Geschichtswissenschaft[2].

2. Die Anfänge von Militärgeschichte und Offiziersausbildung in der Vormoderne

Schon immer waren die Nachgeborenen von der Vergangenheit fasziniert und geneigt sie in ein positives Licht zu rücken. Auch Flavius Renatus Vegetius versuchte seine Zeitgenossen Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. mit einer Zusammenstellung älterer Quellen zu seiner fünfbändigen „Epitoma rei militaris“ zu einer Rückbesinnung auf die erfolgreiche römischen Militärorganisation der Vergangenheit zu bewegen. Sein Werk war im Mittelalter die einzige bekannte Quelle zum antiken Kriegswesen. Für die wenig formalisierten und differenzierten Ritterheere bot sich dieses zumindest als Anleitung für die technische Kriegsführung und Belagerungen an. Die Verwendung von Vegetius’ Werk als Lehrschrift für militärisches Handeln beschränkte sich allerdings auf wenige Einzelfälle, so dass sein Einfluss auf das mittelalterliche Kriegswesen nur minimal war. Das kriegstechnische Wissen des Mittelalters wurde vor allem mündlich vermittelt oder in der Praxis erworben[3].

Im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit war das Kriegswesen einem fundamentalen Wandel unterworfen. Die feudalen Ritterheere wichen den größeren Armeen der Pikeniere und Musketiere. Mit dem zunehmenden Organisationsbedarf und einer differenzierteren Führungsstruktur entwickelte sich auch der Beruf des Offiziers in seiner heutigen Funktion. Er trug die Verantwortung, dass die Soldaten durch Disziplin und permanenten Drill und die daraus resultierende Aufstellung und Bewegung in Formation, ein Höchstmaß an Effizienz erreichten. Seine höchste Entfaltung erfuhr diese Kriegs maschinerie im 18. Jahrhundert, als man die stehenden Heere mit mechanischen Uhrwerken verglich, deren Räder perfekt ineinander greifen sollten. Eine Schlacht löste sich nicht mehr in zahllose Einzelgefechte auf, so dass persönliche Tapferkeit und Wagemut von Soldaten und Offizieren in den Hintergrund traten. Wichtiger war es nun die Truppe und ihre Handlungen zu steuern und zu kontrollieren. Krieg und Kriegswesen waren mit der Systematisierung zugleich einer Verwissenschaftlichung unterworfen. Gerade auch aus der Geschichte und den vergangenen Kriegen versuchte man dabei Lehren für künftige Auseinandersetzungen zu ziehen[4].

Schon im 16. Jahrhundert hatten Militärtheoretiker ganz im Geiste der Renaissance auf antike Vorbilder zurückgegriffen. Machiavellis Werk „Libro dell´ arte della guerra“ von 1521 stützte sich in besonderem Maße auf Vegetius[5]. Das stärkere Gewicht der Infanterie gegenüber der Kavallerie in der frühenneuzeitlichen Kriegsführung und die wachsende Bedeutung von Drill und Disziplin ließen einen Rückgriff auf griechisch-römische Vorbilder als durchaus sinnvoll erscheinen. In den Niederlanden versuchten Moritz von Oranien und Wilhelm von Nassau mit veränderten Exerziermethoden die Wirkung der Feuerkraft zu maximieren. Unter Anleihe bei der römischen Manipel- und Kohortentaktik wurden aus wenig disziplinierten Gewalthaufen relativ flach gestaffelte Treffen[6]. Auch wenn seit Machiavelli die Erfahrungen antiker Autoren in Militärhandbücher, Kriegsordnungen und technische Beschreibungen einflossen, so stellte die Adaption antiken Kriegswissens dennoch eine Ausnahme dar. Die Unterschiede zum frühneuzeitlichen Kriegswesen waren letztlich so gravierend, dass man antike Kriegstechniken nicht eins zu eins übernehmen konnte. Eine Orientierung an den gegenwärtigen Erfordernissen war unerlässlich und aus der Geschichte übernahm man vor allem das, was von direktem Nutzen schien; gegenteilige Meinungen wurden einfach verschwiegen[7]. Zugleich war die Antikenrezeption vornehmlich eine Angelegenheit gebildeter Theoretiker. So entstand die oranische Heeresreform, die selbst Einzelheiten bis hin zur römischen Kommandosprache übernahm, unter dem maßgeblichen Einfluss des Humanisten Justus Lipsius (1547-1606). Die Ausbildung der Offiziere blieb hingegen an der Praxis von Exerzierplatz und Krieg orientiert. Ihr Geschichtswissen umfasste hauptsächlich eine additive Sammlung von Schlachtberichten, die zuallererst ein Beispiel für die aristokratischen Tugenden geben sollten[8].

Mit einer systematischen Auswertung von Kriegserfahrungen begann man im Verlauf des 18. Jahrhunderts. Absolutismus und Aufklärung wollten die zur „Kunst“ erhobene Kriegsführung rationalen Gesetzmäßigkeiten unterwerfen und durch das Studium vergangener Schlachten, auch künftige gewinnen. Zugleich trat die jüngere Militärgeschichte, im stärkeren Bewusstsein des Abstands zwischen Vergangenheit und Gegenwart, aus dem Schatten der antiken Kriegsgeschichte[9]. Umzusetzen versuchte man die neuen Ideen und Erkenntnisse an den zahlreichen neu gegründeten Kadettenschulen und Kriegsakademien. In die praktische Ausbildung der Offiziere sollten nun auch theoretische Elemente stärker einfließen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzten sich aufgeklärte und gebildete Offiziere in militärischen Lesegesellschaften oder Militärzeitschriften mit dem Wesen des Krieges, der Lage des einfachen Soldaten und mit der (Aus-)Bildung der Offiziere auseinander[10].

3. Militärgeschichte in der preußisch-deutschen Offiziersausbildung zwischen Französischer Revolution und Zweitem Weltkrieg

3.1. Die Preußische Heeresreform

Die großen Veränderungen, welche die Französische Revolution nach 1789 auch im militärischen Bereich mit sich brachte, erschütterten bald ganz Europa. Mit Enthusiasmus, Risikofreude und Aggressivität fegten die massenhaft mobilisierten, französischen Volksheere die Armeen der Anciennes Régiemes hinweg[11]. Das Königreich Preußen sah sich nach der katastrophalen Niederlage von Jena und Auerstädt 1806 und dem Frieden von Tilsit 1807 zu Reformen genötigt. Die Militär-Reorganisationskommission sollte unter Vorsitz Gerhards von Scharnhorst (1755-1813) das Heer an die veränderten Bedingungen der Kriegsführung anpassen[12]. Die von den Ideen der Aufklärung geprägten, preußischen Reformer hatten sich schon vor 1806 dem Krieg als Wissenschaft gewidmet[13]. In Preußen sollte nach französischem Vorbild eine patriotische Wehrpflichtigenarmee entstehen. Besonderen Wert legte Scharnhorst auf die Einrichtung guter militärischer Bildungseinrichtungen. Offiziere sollten künftig auf Grund ihrer Leistung und nicht wegen ihres Dienstalters befördert werden. Die Offizierslaufbahn sollte letzten Endes allen Bevölkerungsschichten offen stehen[14].

Bei der Reform der Offiziersausbildung konnte Scharnhorst auf seine Erfahrungen als Lehrer an der Regimentsschule in Northeim und der Artillerieschule in Hannover bzw. als Leiter der Lehranstalt für junge Infanterie- und Kavallerieoffiziere in Berlin stützen. Letztere konnte Scharnhorst ab 1804 nach seinen Vorstellungen umgestalten. Hier wollte er den künftigen militärischen Führern kriegstechnisches Wissen durch theoretischen Unterricht und praktische Tätigkeiten vermitteln. Gerade im Unterricht sollten Verstand und Urteilsfähigkeit der Offiziere geschärft und sie letztlich zum eigenständigen Denken geleitet werden. Als Vorsitzender der Militär-Reorganisationskommission erhielt Scharnhorst die Möglichkeit das gesamte militärische Bildungs- und Ausbildungswesen in diesem Sinne zu reformieren. Der Fächerkanon der Kadetten-, Unteroffiziers- und Offiziersschulen reichte- in unterschiedlichen Maßen- von Strategie und Taktik über Befestigungswesen und Militärgeografie bis hin zu angewandter Mathematik. Eines der wichtigsten Unterrichtsfächer war die Kriegsgeschichte[15], die zudem in praxisorientierte Disziplinen wie Belagerungskrieg und Taktik einfloss. Das kritische Studium kriegsgeschichtlicher Beispiele sollte, zusammen mit der praktischen Ausbildung bei Truppenteilen aller Waffengattungen, besonders dem Generalstabsoffizier die Beurteilung aktueller Lagen erleichtern, eigene Fehler vermeiden und ihn universell einsetzbar machen. Mit Scharnhorst hielt die applikatorische Methode in der preußischen Armee Einzug. Die Auswahl der zu vermittelnden historischen Inhalte und Gegenstände wurde der Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit in der militärischen Praxis untergeordnet. Dies bedeutete auch stetige Überprüfung und Anpassung der gewonnenen bzw. zu gewinnenden Erkenntnisse an veränderte Gegebenheiten[16]. Die von Scharnhorst vertretene Konzeption, durch kriegsgeschichtliche Analysen Regeln und Grundsätze für das Handeln abzuleiten, wurde von Clausewitz (1780-1831) weiterverfolgt, der in der 1810 gegründeten Allgemeinen Kriegsschule[17] in Berlin bis 1812 unterrichtete und sie von 1818 bis 1830 leitete. Auch für Clausewitz sollte Wissen zusammen mit dem Können vermitteln werden und die Offiziere auf die Kriegspraxis vorbereiten. Zum eigenständigen Denken sollte nicht Stofffülle, sondern ein exemplarischer, aber hochwertiger Unterricht führen. Es ist schwer „geschichtliche Ereignisse so vor den Augen des Lesers aufzubauen oder sich zutragen zu lassen, wie es nötig ist, um sie zu Beweisen brauchen zu können, denn es fehlt den Schriftstellern meistens ebenso an den Mitteln als an Zeit und Raum dazu; (...) wo es auf die Feststellung einer neuen oder einer zweifelhaften Meinung ankommt, [ist] ein einziges gründlich dargestelltes Ereignis belehrender (...) als zehn bloß berührte[18]. Unter Einfluss von Pestalozzis Lehre, wollte Clausewitz durch die Anregung des Abstraktionsvermögens und der Phantasie sowie durch eine nachvollziehbare, schrittweise Stoffvermittlung die künftigen Offiziere für den Unterrichtsstoff bis hin zum eigenständigen Lernen motivieren[19]. Nach der Individualisierung der Kriegsführung während der Revolutions- und Napoleonischen Kriege sollte das höhere Maß an Eigenständigkeit im Lernen, Denken und Handeln, zusammen mit dem Leistungsgedanken eine stärkere Individualität und Eigenverantwortlichkeit auf Seiten der Offiziere fördern.

[...]


[1] Zur akademischen Militärgeschichtsschreibung vgl. Nowosadtko, Jutta: Krieg, Gewalt und Ordnung. Einführung in die Militärgeschichte. Tübingen, 2002 (= Historische Einführungen, Bd. 6), S. 75-130; zur Entwicklung der Offiziersausbildung in der Marine vgl. Bald, Detlef: Der deutsch Offizier. Sozial- und Bildungsgeschichte des deutschen Offizierskorps im 20. Jahrhundert. München, 1982, S. 65-71, 98-100; zur Entwicklung in der DDR vgl. Nowosadtko 2002, S. 10 f., 72-74; zu Österreich vgl. ebd., S. 11; Kronenbitter, Günther: Ein weites Feld. Anmerkungen zur (österreichischen) Militärgeschichtsschreibung. In: Zeitgeschichte 30 (2003), S. 185-191

[2] Wohlfeil, Rainer: Wehr-, Kriegs- oder Militärgeschichte? In: Geschichte und Militärgeschichte. Wege der Forschung. Hrsg. von Ursula von Gersdorff. Frankfurt am Main, 1974, S. 165-175; Nowosadtko 2002, S. 20-24; Heuser, Beatrice: Kriegswissenschaft, Friedensforschung oder Militärgeschichte? Unterschiedliche kulturelle Einstellungen zum Erforschen des Krieges. In: Militärgeschichte - Erfahrung und Nutzen. Beiträge zum 80. Geburtstag von Reinhard Brühl. Hrsg. von Detlef Nakath/ Lothar Schröter. Schkeuditz, 2005 (= Beiträge zur Militärgeschichte und Militärpolitik, Bd. 6) , S. 119-146, bes. S. 131-133, 138-145; Unter Rückbesinnung auf das zentrale Thema Krieg, plädiert Beatrice Heuser für eine Rehabilitierung der Kriegsgeschichte, ohne jedoch zur eingeengten Perspektive der vorletzten Jahrhundertwende zurückzukehren. Vgl. ebd., S. 145; auch Wohlfeil 1974, S. 167 f.

[3] Leng, Rainer: Ars belli. Deutsche taktische und kriegstechnische Bilderhandschriften und Traktate im 15. und 16. Jahrhundert. 2 Bde., Wiesbaden, 2002 (= Imagines Medii Aevi. Interdisziplinäre Beiträge zur Mittelalterforschung, Bd. 12), S. 96 f. u. 100 f.; Vegetius’ Popularität, die sich in duzenden Abschriften zeigt, resultierte in erster Linie aus seinem christlichen Bekenntnis und blieb oft auf gelehrte, klerikale Kreise beschränkt. Vgl. ebd., S. 65-69

[4] Burkhardt, Johannes: Der Dreißigjährige Krieg. Frankfurt am Main, 1992, S. 213-220; Kroener, Bernhard R.: Der Offizier im Erziehungsprogramm der Aufklärung. In: Von der Friedenssicherung zur Friedensgestaltung. Deutsche Streitkräfte im Wandel. Hrsg. von Heinrich Walle. Herford/ Bonn, 1991, S. 23-34, hier S. 24 f.; Schulze, Hagen: Staat und Nation in der europäischen Geschichte. München 1999, S. 51-53, 69-73; Münkler, Herfried: Die neuen Kriege. Berlin 2000, S. 95-118; Die Professionalisierung und Disziplinierung des Militärs ging einher mit der politischen, administrativen und fiskalischen Ausweitung des Staates. Ein zentrales Ergebnis dieses Prozesses ist die Entstehung eines staatlichen Gewaltmonopols.

[5] Nowosadtko 2002, S. 32 f.

[6] Hahlweg, Werner: Die Heeresreform der Oranier und die Antike. Studien zur Geschichte des Kriegswesens der Niederlande, Deutschlands, Frankreichs, Englands, Italiens, Spanien und der Schweiz vom Jahre 1589 bis zum Dreißigjährigen Krieg. Berlin, 1941 (= Schriften der Kriegsgeschichtlichen Abteilung im Historischen Seminar der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin), S. 51 f., 111,118-122; Burkhardt 1992, S. 220 f.

[7] Nowosadtko 2002, S. 33

[8] Kroener 1991, S. 26; Parallelen zu antiken, biblischen und mythischen Helden sollten zudem die Taten der frühneuzeitlicher Herrscher und Feldherren glorifiziert werden. Kaiser Karl V. wurde etwa mit Scipio Africanus, Hannibal, Cäsar, Sulla, Justinian, Jupiter, Jason oder Herakles verglichen. Vgl. Nowosadtko 2002, S. 38 f.

[9] So stieß die einstigen Begeisterung für Vegetius ein Jahrhundert später nur noch auf Unverständnis. Vgl. Nowosadtko 2002, S. 30 f.

[10] Kroener 1991, S. 32; Ostertag, Heiger: Bildung, Ausbildung und Erziehung des Offizierskorps im deutschen Kaiserreich 1871-1918. Eliteideal, Anspruch und Wirklichkeit. Frankfurt am Main u.a., 1990 (= Europäische Hochschulschriften, Reihe 3, Bd. 416; zugl. Freiburg im Breisgau, Univ., Diss., 1989), S. 164

[11] Kennedy, Paul: Aufstieg und Fall der großen Mächte. Ökonomischer Konflikt und militärischer Wandel von 1500 bis 2000. Frankfurt am Main 2000, S. 198-206

[12] Neben Scharnhorst wurden am 25. Juli 1807- keine drei Wochen nach Unterzeichnung des Tilsiter Friedensvertrags- auch Bronikowsky und Gneisenau zu Mitgliedern der Militär-Reorganisationskommission berufen. Innerhalb der nächsten sechs Monate wurde diese um Grolman, Borstell, Goetzen und Boyen ergänzt. Vgl. Die Reorganisation des Preussischen Staates unter Stein und Hardenberg. Teil II: Das Preussische Heer vom Tilsiter Frieden bis zur Befreiung 1807-14. Bd. 1. Hrsg. von Rudolf Vaupel, Leipzig 1938 (= Publikationen aus den Preussischen Staatsarchiven, Bd. 94, N. F.), S. 7 f.

[13] So wurden in der Berliner „Militärischen Gesellschaft“, die ihre Hauptaufgabe in der Weiterbildung der Offiziere sah, ab 1801 die aktuellen Veränderungen im Kriegswesen diskutiert. Vgl. Stübig, Heinz: Gerhard von Scharnhorst. In: Klassiker der Pädagogik im deutschen Militär. Hrsg. von Detlef Bald/ Uwe Hartmann/ Claus von Rosen. Baden-Baden, 1999 (= Forum Innere Führung, Bd. 5), S. 62-76, hier S. 63

[14] Im Immediationsbericht der Militär-Reorganisationskommission vom 25. September 1807 heißt es: „Einen Anspruch auf Offizierstellen können in Friedenszeiten nur Kenntnisse und Bildung gewähren, im Kriege ausgezeichnete Tapferkeit, Tätigkeit und Überblick. Aus der ganzen Nation müssen daher alle Individuen, die diese Eigenschaften besitzen, auf die höchsten militärischen Ehrenstellen Anspruch machen können“. Vgl. Reorganisation, S. 101; auch Kollmer, Dieter H.: Wie viel Bildung braucht der deutsche Offizier? Offiziersausbildung in Deutschland zwischen humanistischer Allgemeinbildung und beruflich-fachlicher Qualifikation (1806-2003). In: S + F - Sicherheit und Frieden 22 (2004), S. 39-45, hier S. 40

[15] Clausewitz, Carl von: Vom Kriege. Mit einem Nachwort von Fredmund Malik. Frankfurt am Main/ Leipzig, 2005, S. 192

[16] Stübig 1999, S. 67-73, Brechenmacher, Thomas: Eduard von Peucker. In: Klassiker der Pädagogik im deutschen Militär. Hrsg. von Detlef Bald/ Uwe Hartmann/ Claus von Rosen. Baden-Baden, 1999 (= Forum Innere Führung, Bd. 5), S. 107-130, hier S. 120 f.

[17] 1810 trat an die Stelle der Militär-, Ingenieur- und Artillerieakademie, sowie der Akademie für Offiziere die Allgemeine Kriegsschule. Ihre Hauptaufgabe war die Ausbildung von Offizieren zum höheren Dienst, insbesondere zum Generalstabsdienst. 1859 wurde die Allgemeine Kriegsschule in Kriegsakademie umbenannt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie aufgelöst. 1935 wurde die Akademie für eine Dekade wiedereröffnet. In der Tradition der Kriegsakademie entstand 1957 die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Vgl. Tradition und Reform im militärischen Bildungswesen. Von der preußischen Allgemeinen Kriegsschule zur Führungsakademie der Bundeswehr. Eine Dokumentation 1810-1985. Hrsg. von Detlef Bald/ Gerhild Bald-Gerlich/ Eduard Ambros. Mit e. Einf. von Dieter Clauß. Baden-Baden, 1985, S. 95, 108 f., 206-208

[18] Clausewitz, Vom Kriege, S. 198

[19] Rosen, Claus von: Carl von Clausewitz. In: Klassiker der Pädagogik im deutschen Militär. Hrsg. von Detlef Bald/ Uwe Hartmann/ Claus von Rosen. Baden-Baden, 1999 (= Forum Innere Führung, Bd. 5), S. 77-106, hier S. 88-95

Details

Seiten
25
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638512183
ISBN (Buch)
9783638664691
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v56567
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Philosophische Fakultät
Note
1,0
Schlagworte
Militärgeschichte Offiziersausbildung Ansätze

Autor

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Titel: Militärgeschichte in der Offiziersausbildung