Lade Inhalt...

Les jeux sont faits von Jean Paul Sartre

Rezension / Literaturbericht 2004 8 Seiten

Romanistik - Französisch - Literatur

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe

3. Analyse des Drehbuches
3.1 Gemeinsamkeiten der Protagonisten
3.2 Absurdität nach Albert Camus (1913-1960)
3.3 Existentialismus nach Sartre

4. Literarische Form und Funktion

5. Schlusswort

Anhang

Quellenangaben

1. Einleitung

1947 schrieb der Vater des Existentialismus Jean-Paul Charles Aymard Sartre (1905-1980) das Filmdrehbuch Les jeux sont faits, das die Basis für ein filmisches Meisterwerk Jean Delannoy’s gab, das in der ganzen Welt aufsehen erregte.

Es geht dabei um die beiden Protagonisten, Pierre und Eve, die zu gleicher Stunde durch Gewalt sterben, sich in der Welt der Toten begegnen, sich verlieben und schließlich sogar die Chance auf ein zweites Leben erhalten, um ihre Liebe in vollen Zügen verwirklichen zu können. Jedoch, der Titel lässt es schon vermuten, ist das Spiel für die beiden schon am Anfang des Drehbuchs verloren, denn die Vergangenheit der beiden stellt ihre Forderungen, und somit verspielen sie auch ihre zweite Chance.

2. Inhaltsangabe

Die Geschichte beginnt damit, dass Eve und Pierre zeitgleich umgebracht werden. Kurz darauf erheben sich ihre Seelen und die beiden beginnen, ohne zu wissen, dass sie tot sind, und ohne dass die Menschen um sie herum sie wahrnehmen, durch die Gegend zu wandern. Dabei sind sie auf der Suche nach der Laguénésie-Gasse, in die sie von einer geheimnisvollen Stimme gerufen werden. Dort angekommen werden Eve und Pierre einzeln von einer alten Dame empfangen und über die Umstände ihres Todes aufgeklärt: Eve erfährt, dass ihr Mann, der sie nur wegen ihrer Mitgift geheiratet hatte, sie vergiftet hat; und Pierre erhält die Nachricht, dass er von einem Spitzel der Miliz, namens Lucien, aus dem Hinterhalt erschossen wurde. Nach geleisteten Unterschriften, die die beiden für offiziell tot erklären, begeben sich die Protagonisten in die Welt, die sie kennen, mit dem Unterschied, dass sie nun die Lebenden und die Toten sehen können. Während Eve in ihre alte Wohnung zurückkehrt und zusehen muss, wie ihr Ehemann sich nun um ihre jüngere Schwester bemüht, begibt sich Pierre in den Palast des tyrannischen Regenten, gegen den er und seine Freunde seit Jahren eine Revolution geplant haben. Dort muss er mit Schrecken erfahren, dass der Regent schon lange von der Verschwörung weiß und alle, die sich daran beteiligt haben, festnehmen und exekutieren lassen will, und Pierre will, wie Eve ihrer Schwester, seinen Freunden helfen und sie warnen, was ihnen natürlich nicht gelingt. Verzweifelt spazieren Pierre und Eve durch die Gegend und treffen sich zufällig im Park. Sie verlieben sich auf Anhieb ineinander und wünschen sich, dass sie noch einmal ins Leben zurückkehren könnten, um ihre Liebe in vollen Zügen zu genießen. Dieser Wunsch wird ihnen erfüllt: Wieder bei der alten Dame in der Laguénésie-Gasse, erfahren die beiden von Artikel 140, der besagt:

si, par suite d’une erreur […], un homme et une femme qui étaient destinés l’un à l’autre ne se sont pas rencontrés de leur vivant, ils pourront demander et obtenir l’autorisation de retourner sur terre […], pour y réaliser l’amour […].[1]

Dabei müssen sie jedoch die Bedingung erfüllen, dass sie sich binnen 24 Stunden als wahrhaft liebend erweisen müssen.

Pierre und Eve willigen ein, kehren ins Leben zurück und die Geschichte beginnt wieder auf dem Stand der Minute, in der die beiden verstorben sind. Es wird jedoch sehr bald klar, dass weder Pierre noch Eve einzig und allein um des anderen Willen zurückgekehrt sind; Eve versucht ihre Schwester vor ihrem Mann zu schützen, während Pierre seine Freunde warnen und von ihrem Vorhaben abhalten will. Beide scheitern jedoch nicht nur an diesen Rettungsversuchen, sondern auch an ihrer Liebe und verspielen somit ihr Leben zum zweiten Mal.

3. Analyse des Drehbuches

3.1 Gemeinsamkeiten der Protagonisten

Der Plot dieses Buches ist relativ einfach gehalten:

Zwei scharf entgegen gesetzte Gestalten, Mann und Frau, Rebell und Aktivistengattin, Revolutionär und Dame der Gesellschaft; zwei völlig grundverschiedene Personentypen also, die unabhängig voneinander in zwei verschiedenen Welten leben und anscheinend nur durch Zufall im Jenseits aufeinander treffen und sich kennen und lieben lernen.

Bei genauerer Betrachtung erkennt man auf den zweiten Blick jedoch einiges, was die beiden Protagonisten dennoch miteinander verbindet:

Eve und Pierre haben den Todeszeitpunkt und die Todesart gemeinsam: Beide werden vorsätzlich von ihnen wohlbekannten Menschen ermordet, wobei Eve von ihrem Mann vergiftet und Pierre von einem Spitzel erschossen wird. Man kann sagen, dass sie an den Fährlichkeiten ihrer spezifischen Existenz zugrunde gehen, da Eves Mann nur hinter ihrer Mitgift her ist und Pierre von dem Regime ausgelöscht wird, gegen das er schon so lange kämpft. Ihr Tod ist daher gesellschaftlich bedingt.

Sartre führt demnach die Schicksale dieser Klassenrepräsentanten zusammen und zeigt noch mehr als die gemeinsamen Verstrickungen zweier Individuen:

[...]


[1] Vgl.: Sartre, Jean-Paul: Les jeux sont faits, Paris, Gallimard Verlag, 1996,

Details

Seiten
8
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638507080
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55863
Institution / Hochschule
Universität des Saarlandes – Romanistik
Note
2,3
Schlagworte
Jean Paul Sartre

Autor

Zurück

Titel: Les jeux sont faits von Jean Paul Sartre