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Der methodische Zweifel René Descartes

Seminararbeit 2006 14 Seiten

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Descartes - Leben und Werke

3 Die Erkenntnistheorie

4 Der methodische Zweifel
4.1 Zweifel hinsichtlich meiner kognitiven Grundlage
4.1.1 Wahrnehmung entfernter Gegenstände
4.1.2 Wahrnehmung naher Gegenstände
4.2 Zweifel hinsichtlich meines kognitiven Zustandes
4.2.1 Wahrnehmung naher Gegenstände und des eigenen Körpers jetzt
4.2.2 Zerlegung der wahrnehmbaren Gegenstände in Wirklichkeitselemente
4.3 Zweifel hinsichtlich meiner kognitiven Autonomie
4.4 Konsequenz der Zweifel

5 Zusammenfassung

Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

„Schon vor einer Reihe von Jahren habe ich bemerkt, wie viel Falsches ich in meiner Jugend habe gelten lassen und wie zweifelhaft alles ist, was ich hernach darauf aufgebaut, dass ich daher einmal im Leben alles von Grund aus umstoßen und von den ersten Grundlagen an neu beginnen müsse, wenn ich jemals für etwas Unerschütterliches und Bleibendes in den Wissenschaften festen Halt schaffen wollte.“[1]

Dies sind die ersten Zeilen von Descartes erster Meditation „Woran man zweifeln kann“. Das Zitat enthält die Grundlage für Descartes Forschungen und seinen Zweifel.

Descartes war nicht nur Philosoph, was in seinen Anhängen im Discours de la methode deutlich wird, sondern auch Naturwissenschaftler. Wie so viele Forscher und Denker vor und in seiner Zeit sich nicht nur auf ein Gebiet beschränkten.

In der Folgenden Ausarbeitung werde ich zunächst auf das Leben und die Werke Descartes eingehen. Dabei werde ich seine wichtigsten Lebensabschnitte darlegen und auf wichtige ihn und sein Leben prägende Ereignisse eingehen.

Danach gebe ich eine kurze allgemeine Einführung zur Erkenntnistheorie, bevor ich dann auf Descartes Methodischen Zweifel eingehe.

2 Descartes - Leben und Werke

René Descartes wurde am 31. März 1596 in La Haye/Touraine in Frankreich als drittes Kind einer kleinadligen Familie geboren. Sein Vater war Gerichtsrat am obersten Gericht der Bretagne. Seine Mutter starb rasch nach seiner Geburt, weshalb Descartes die meiste Zeit seiner Kindheit bei einer Amme und einer Großmutter verbrachte. „Seine Lebenszeit (1596-1650) fällt in eine Epoche des politischen, religiösen, naturwissenschaftlichen und philosophischen Umbruchs“[2]. Er gehörte zu jenen Denkern, der frühen Neuzeit, die eine wissenschaftliche Revolution einleiteten. „Fast sein gesamtes zurückgezogenes, abgeschirmtes Leben galt diesem Projekt einer wissenschaftlichen Erneuerung.“[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: René Descartes A

Mit acht Jahren kam er nach La Flèche in ein Internat, das 1604 von König Heinrich IV gegründete Jesuitenkolleg. Als er 1612 das Kolleg verlies, war für das Leben eines jungen Adligen vorbereitet. Er war breit und fundiert gebildet, mit einer klassischen und mathematischen Bildung und überwiegend guten Erfahrungen und Erinnerungen an Lehrer und Mitschüler. Während seines Studiums hatte er sein Wissen in lateinischer Grammatik, Rhetorik, Lektüre antiker Klassiker und Philosophie erweitert.

Der damals 18 Jährige hatte dort eine gründliche scholastisch-humanistische Ausbildung erhalten, die sein weiteres Leben deutlich beeinflussen sollten. So betonte Perler: „Seine späteren revolutionären Theorien waren keine ex-nihilo-Schöpfungen. Sie entstanden häufig aus einer kritischen Auseinandersetzung mit dem scholastischen Erbe.“[4]

Anschließend ging Descartes auf die Universität nach Poitiers, wo er Jura studierte und 1616 sein juristisches Examen ablegte. „Danach strebte er aber keine juristische oder politische Laufbahn an. Er entschied sich, wie er in einem Autobiographischen Abschnitt des Discours berichtete, kein anderes Wissen zu suchen als jenes, das sich in mir selbst oder im großen Buch der Welt finden könnte.“[5]

Direkt im Anschluss 1618 verdingte Descartes sich bei Feldherrn Moritz von Nassau im niederländischen Breda. Dort begegnete er dem Arzt Isaac Beckmann, welcher ihn dann für die Physik begeisterte. 1618 widmete er sein erstes wissenschaftliches Werk, das mathematisch-physikalisch orientierte Musicae compendiu, seinem „Erwecker“ Beckmann, in welchem Descartes den Versuch unternahm mit Hilfe einer mathematischen Proportionstheorie musikalische Harmonien und Intervalle zu erklären.

Im Jahr 1619 quittierte René Descartes den Dienst und schloss sich den Streitkräften von Maximilian von Bayern an. Unter Herzog Maximilian von Bayer nahm er an der Eroberung von Prag teil einer der ersten Kämpfe des Dreißigjährigen Krieges. Auf seinem Weg nach Bayern kam er durch Ulm, wo er im November 1619, wie er in seiner autobiographischen Selbststilisierung im Discours de la méthode schrieb, eine Vision hatte. Kurz zuvor hatte Descartes die Arbeitsstätte der Astronomen Tyho Brahe und Johannes Kepler besichtigt und in ihm kam die Idee auf, dass es „eine universale Methode zur Erforschung der Wahrheit“ geben müsse. Er war der Meinung diese Methode zu finden und wollte dabei keine Erkenntnis akzeptieren, die er nicht selbst entdeckt oder auf seine Logik hin überprüft hätte. Sein neues Lebensziel sah er jetzt nicht mehr im Militär, „von nun an wollte er sich ganz der Frage nach der Wahrheit und Falschheit in den Wissenschaften zu widmen“.[6]

Zum Dank für seine Vision machte Descartes eine Pilgerfahrt nach Loretta und anschließend begab er sich erneut auf Reisen. Mehrere vielmonatige Touren führten ihn durch Deutschland, Holland, die Schweiz und Italien. Er wollte Erkenntnisse sammeln und mit den unterschiedlichsten Personen und Gelehrten ins Gespräch kommen.[7]

1625 ließ sich Descartes dann in Paris nieder und trat sein Erbe an. Es ermöglichte ihm ein auskömmliches Leben und er verkehrte mit Intellektuellen in der guten Gesellschaft, las und schrieb. So schrieb der Philosoph z.B. 1628 den kleinen Traktat Regulae ad directionem ingenii, Regeln zur Leitung des Intellekts. Damit gewann er zusehends an Ansehen. Den Kardinal Pierre de Bérulle beeindruckte er so sehr, dass Descartes von ihm zu einer Privataudienz eingeladen wurde, bei der er seine Theorien ausführlicher erläutern und damit die Philosophie reformieren sollte.

1629 verkaufte er seinen Besitz und zog in die Niederlande, weil er sich dort mehr Gedankenfreiheit versprach als im royalistischen Frankreich.[8] Vielleicht reizte ihn auch die in den Niederlanden große Dichte von Schulen und Hochschulen. Er tauschte sich mit Intellektuellen unterschiedlicher Richtungen aus lebte aber dennoch relativ zurückgezogen und wechselte in den folgenden 18 Jahren unstet Orte und Wohnungen. In dieser Zeit arbeitete er an seinem Werk le monde. Als er von der Verurteilung Galileis erfuhr, der aufgrund der Anzweiflung des ptolemäischen Weltbildes 1633 von der Inquisition zum Widerruf seiner Forschungen die von Kopernikus und Kepler bestätigten Theorien gezwungen worden war, ließ er das Werk unvollendet und veröffentlichte nur ungefährliche Teile seines Werkes in Discours de la methode mit Anhängen über die Geometrie, Meteorologie und Dioptrik. Das populärwissenschaftliche Werk wurde auf lange Sicht seine bekannteste Veröffentlichung. Es erschien 1937 anonym in Leiden, der Rest wurde später nach seinem Tod veröffentlicht[9]

[...]


[1] Grundmann; Stüber 1996, 61

[2] Perler 1998, 11

[3] Perler 1998, 11

A http://www.et.fh-koeln.de/ia/ma/descartes.html (13.04.2006)

[4] Perler 1998, 12

[5] Perler 1998, 14

[6] Perler 1998, 17

[7] Vgl. Perler 1998

[8] Vgl. Encarta

[9] vgl. Perler 1998

Details

Seiten
14
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638506397
ISBN (Buch)
9783640731459
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55772
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Schlagworte
Zweifel René Descartes Proseminar

Autor

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