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Hunger und Armut als grundlegende Probleme der Entwicklungsländer

Hausarbeit 2006 21 Seiten

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungsproblem: Hunger
2.1. Was heißt Hunger?
2.2. Ursachen des Nahrungsmangels
2.3. Auswirkungen des Nahrungsmangels
2.4. Strategien gegen den Hunger

3. Entwicklungsproblem: Armut
3.1. Was heißt Armut?
3.2. Armut auf dem Lande
3.3. Armut in der Stadt
3.4. Armut der Kinder
3.5. Die Teufelskreise der Armut

4. Schlussfolgerungen

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Jeder Mensch kennt sie – die Entwicklungsländer. Wir begegnen dem Begriff häufig in den Medien, wenn über Probleme der Entwicklungsländer in den Nachrichten gesprochen oder wenn für diverse Spendenaufrufe geworben wird. Die Thematik schließt einen abwechslungsreichen Blick auf die Kontinente ein. Für weltweite Zusammenhänge entwickelt man Verständnis, man bekommt Einsichten in fremde Lebensweisen und vielfältige Alltagssorgen werden vermittelt. Die Thematik der Entwicklungsländer weckt Betroffenheit und Engagement. Bei dem Komplex „Entwicklungsländer“ geht es oftmals um Themen wie Bevölkerungswachstum, Landwirtschaft, Industrialisierung, Export, Kinderarbeit, die Benachteiligung der Frauen oder um die Gesundheit. Des Weiteren assoziiert man mit Entwicklungsländer Regionen wie Brasilien, Argentinien oder Afrika.

Heutzutage wird es jedoch immer schwieriger, die Welt zu verstehen. Überall auf der Erde vollziehen sich Wandel und Veränderungen. Dennoch leiden auch Teile der Menschheit daran, dass sich vieles nicht ändert, denn Hunger und Armut nehmen beispielsweise nicht ab und auch die Bevölkerungszahlen wachsen weiter, die Natur ist bedroht und immer wieder brechen neue Kriege und Konflikte aus. Da Hunger und Armut immer noch aktuelle Probleme sind, habe ich mich für diese Themen entschieden.

Das Ziel meiner Arbeit ist, einen Überblick und eine Zusammenfassung von zwei grundlegenden Problemen von Entwicklungsländern, Hunger und Armut, darzustellen. Allerdings erhebt die Arbeit keinen Anspruch auf eine vollständige Ausarbeitung zu den grundlegenden Problemen der Entwicklungsländer, denn es gibt zu viele, wie zum Beispiel Kinderarbeit, Gesundheit, AIDS oder die Benachteiligung der Frauen. Ich werde mich vor allem auf die Begriffsdefinition von Hunger, dessen Ursachen und Auswirkungen sowie auf Strategien gegen den Hunger konzentrieren. Des Weiteren werde ich auf die Begriffsdefinition von Armut, auf die städtische und ländliche Armut, auf die Armut der Kinder und auf die Teufelskreise der Armut eingehen. Für meine Erarbeitungen werde ich mich besonders auf Bücher von Franz Nuscheler, Robert Cassen, Claus D. Grupp und Werner Wallert beziehen.

2. Entwicklungsproblem: Hunger

2.1. Was heißt Hunger?

Viele Entwicklungsländer sind bisher nicht in der Lage, ihre wachsende Bevölkerung aus eigener Kraft ausreichend zu versorgen. Dadurch kommt es zu einem grundlegenden Problem der Entwicklungsländer: dem Hunger.

[Hunger ist die] subjektive Empfindung des Verlangens nach Nahrungsaufnahme, die vom Magen und vom Hypothalamus ausgeht. Bei weitergehendem Abbau der Nährstoffreserven treten H.krankheiten wie Stoffwechselstörungen und Ödeme auf. Der H. als Massenphänomen ist so alt wie die Menschheit, doch hat er in neuester Zeit Dimensionen angenommen, die ohne Beispiel sind. (ISIS Verlag 1997, S. 395; Einfügung: J.H.)

Nach Daten der Welternährungsorganisation (FAO) lag die Zahl der Menschen, die an Hunger leiden, zur Jahrhundertwende um 840 Millionen. Häufig fehlernährt und sehr schlecht ernährt ist jedoch eine weitere Milliarde. Des Weiteren bedeutet Hunger eine chronische Unterernährung (vgl. Nuscheler 2004, S. 252). Unterernährung bedeutet ein Mangel an Kalorien und das man quantitativ zu wenig Nahrung zur Verfügung hat. Die World Health Organization (WHO) schätzt, dass unter den 840 Millionen Hungerleidenden 200 Millionen Kinder nicht genug zu essen haben. Weitere Schätzungen besagen, dass täglich 40 000 Kinder an Krankheiten sterben, die durch den Nahrungsmangel hervorgerufen wurden, wie zum Beispiel Infektionskrankheiten (vgl. Wallert 2001, S. 36). „Ein Erwachsener benötigt täglich mindestens 2 500 Kalorien bei leichter Tätigkeit. Wird diese täglich verbrauchte Energiemenge nicht durch Nahrung wieder zugeführt, so kommt es zu einem Energiedefizit, das zu Gewichtsabnahme und Teilnahmslosigkeit führt.“ (Wallert 2001, S. 36). Mangelernährung ist ein Defizit bei der qualitativen Ernährung und bestimmte Proteine, Mineralstoffe sowie Vitamine fehlen bei einer einseitigen Ernährung. Des Weiteren treten Mangelerscheinungen bei einer zu geringen Zufuhr von Kohlenhydraten und Fetten auf, wenn die Energieträger fehlen (vgl. Wallert 2001, S. 37).

Alles in allem ist die Nahrung eine Grundvoraussetzung für das Leben und Überleben und um Krankheiten vorzubeugen. Die Nahrungsaufnahme ist lebenswichtig und hungern kann tödlich sein.

2.2. Ursachen des Nahrungsmangels

Oftmals wird die Vermutung angeführt, dass die Ursachen für den Hunger, also auch für den Hungertod und die Mangelernährung, auf einem Mangel an Nahrungsmitteln zurückzuführen sind. Doch diese Vermutung ist nicht die einzige und ausschlaggebende Ursache für den Hunger. Dieser entsteht in sehr vielen Fällen durch Armut. Dies beinhaltet unter anderem, dass der Nahrungsmangel auf Kriege, Dürreperioden, die Überbevölkerung oder auch auf falsche Politik zurückzuführen ist (vgl. Grupp 1992, S. 26). Um die Ursachen für den Hunger zu erläutern, werden im weiteren Verlauf dieser Arbeit zwei Fragen beantwortet: Warum müssen 840 Millionen Menschen hungern und sind nicht in der Lage, sich ausreichend mit Nahrung zu versorgen? Warum sind viele Staaten nicht in der Lage, ihrer Bevölkerung Nahrung in ausreichender Menge und zu erschwinglichen Preisen anzubieten?

Es gibt unterschiedliche Gründe, weshalb 840 Millionen Menschen hungern müssen. Als eine natürliche Ursache des Hungers sind extreme Witterungsbedingungen zu nennen. Es können beispielsweise Hitzeperioden, Wirbelstürme oder auch Überschwemmungen zu Krisen bezüglich der Versorgung führen. Oftmals sind Entwicklungsländer nicht in der Lage Vorsorgungen auf Grund der unterentwickelten Infrastruktur zu treffen und dies sind die Folgeprobleme, die von den Naturkatastrophen hervorgerufen werden (vgl. Nuscheler 2004, S. 259).

Vor allem auch die Kleinbauern haben mit dem Hunger zu kämpfen. Diese sind kaum in der Lage sich selbst zu versorgen und sie sind des Weiteren nicht in der Lage Überschüsse zu erwirtschaften. Dadurch wiederum können sie sich auch keine Kunstdünger, Geräte oder andere Hilfsmittel leisten. Außerdem sind sie oftmals Wuchergeschäften ausgeliefert, da sie keinen Zugang zu billigen Krediten haben. Dies hat zur Folge, dass die Kleinbauern so gut wie gar nichts investieren können, dadurch können sie nicht mehr produzieren und somit die wachsende Stadtbevölkerung nicht mehr versorgen (vgl. Nuscheler 2004, S. 260). Drei Viertel der Armen und somit auch der Hungernden leben auf dem Land. Dies ergaben Studien des Internationalen Fonds für Agrarentwicklung. Die Menschen auf dem Land leiden meist an Hunger, weil sie kein Land besitzen bzw. nur über kleine Parzellen verfügen und dadurch arm sind (vgl. ebd.)

Eine weitere Ursache des Nahrungsmangels ist, dass Tiere weltweit mit einer so großen Menge an Getreide gefüttert werden, dass etwa 2,5 Milliarden Menschen ernährt werden könnten. Der ehemalige EG-Präsident Sicco Mansholdt umschrieb diesen Fakt mit „Mensch oder Schwein?“. „40 % des Weltgetreides, knapp die Hälfte der Fischfänge (als Fischmehl), 60-70 % der Ölsaaten und etwa ein Drittel der Milchprodukte wandern durch die Mägen von Kühen, Schweinen und Geflügel.“ (Nuscheler 2004, S. 261).

Des Weiteren kann die Nahrungsmittelhilfe als Ursache für den Hunger angesehen werden. Dies klingt zunächst widersprüchlich. Bei Notsituationen werden häufig Nahrungsmittel kostenlos geliefert. Dies kann allerdings zur Folge haben, dass das Preisniveau auf dem Markt in dem bedürftigen Entwicklungsland so sehr sinkt, dass die Produktion für den Bauern sich nicht mehr lohnt (vgl. Wallert 2001, S. 41).

Man darf auch nicht vergessen, dass es in den meisten Entwicklungsländern kein soziales Netz gibt. In Industrieländern, wie zum Beispiel Deutschland, werden Erwerbslose und nicht mehr Erwerbsfähige unterstützt. In den meisten Entwicklungsländern werden die Menschen nicht unterstützt. Wer dort keine Arbeit hat, hat folglich auch kein Geld. Natürlich können die Nahrungsmittel auch knapp sein, wenn man Arbeit hat, wie beispielsweise bei den Kleinbauern (vgl. Grupp 1992, S. 27).

Es gibt unterschiedliche Ursachen dafür, dass auch viele Staaten nicht in der Lage sind, ihre Bevölkerung mit ausreichend Nahrung zu versorgen. Einerseits lassen es die natürlichen Umstände, also das Klima oder der Boden, nicht zu und andererseits haben einige Entwicklungsländer eine zu hohe Bevölkerungsdichte. Des Weiteren kommt es zu politischen Fehlentscheidungen. Auf Grund von ausbleibenden Bodenreformen oder einer verfehlten Preispolitik kommt es zum Nahrungsmangel. Einige Länder haben unter vorübergehenden Schwierigkeiten zu leiden, wie beispielsweise lange Dürrezeiten oder Krieg, die ebenfalls zu einer Nahrungsmittelknappheit und somit einer hungernden Bevölkerung führen (vgl. Grupp 1992, S. 27).

Alles in allem gibt es sehr viele unterschiedliche Ursachen für den Mangel an Nahrung. Jede Ursache trifft nicht auf jedes Entwicklungsland zu. So können beispielsweise Widrigkeiten der Natur, das hohe Bevölkerungswachstum, aber auch die Folgen des Politikversagens zu Unterernährung führen. Es lässt sich oftmals ein Zusammenhang zwischen Hunger und Armut erkennen. Der Nahrungsmangel hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Bevölkerung und diese werden im weiteren Verlauf erläutert.

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Details

Seiten
21
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638506304
ISBN (Buch)
9783640972258
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55758
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Soziologie und Demographie
Note
1,7
Schlagworte
Hunger Armut Probleme Entwicklungsländer Soziologie Thema Armut

Autor

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Titel: Hunger und Armut als grundlegende Probleme der Entwicklungsländer