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Alkohol und Schwangerschaft

Seminararbeit 2002 19 Seiten

Biologie - Humanbiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1 Sucht und Schwangerschaft

2 Alkohol in der Schwangerschaft
2.1 Historie
2.2 Wirkung
2.3 Mengen
2.4 Diagnose
2.5 Folgen
2.6 Prävention

3 Sucht und Schwangerschaft – ein frauenspezifisches Problem?

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Sachindex

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - FAS Gesichtsmerkmale beim kleinen Kind

Abbildung 2 - Gehirn eines alkoholgeschädigten Kindes

Einleitung

In der vorliegenden Semesterreflexion werden anhand der von mir verwendeten Literatur die Zusammenhänge der Thematik „Alkohol und Schwangerschaft “ erläutert. Es wird versucht, detaillierte Literaturangaben im Text sowie im Literaturverzeichnis zu formulieren, um dem an Fragestellungen interessierten Leser gezielt weitere Informationsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aufgrund der Komplexität der Thematik wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben.

Die Thematik „Alkohol und Schwangerschaft“ wurde von mir nicht nur aus Interesse gewählt, sondern die Auseinandersetzung mit der Literatur zu diesem Thema soll vor allem später meine Schülerinnen für dieses Thema sensibilisieren. Leider wissen viel zu wenige über das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) bzw. Alkoholembryopathie (AE) Bescheid.

Kapitel 1 befasst sich dem Thema Sucht und Schwangerschaft. Nach einer kurzen historischen Einleitung werden im Kapitel 2 Wirkung, Menge, Diagnose, Folgen und Prävention näher erläutert. Kapitel 3 beschreibt die Thematik Sucht und Schwangerschaft unter dem geschlechtsspezifischen Aspekt. Eine Schlussbemerkung soll diese Arbeit abrunden und schließlich werden im Literaturverzeichnis alle Literaturangaben und im Abbildungsverzeichnis die Abbildungen dargestellt.

1 Sucht und Schwangerschaft

Der Alkohol zählt bei diesen gefährdeten Frauen zum zentralen Bestandteil ihres täglichen Lebens und somit verdrängen sie die möglichen Schädigungen des Embryos durch das fortgesetzte Trinken oder sie verneinen ihre Alkoholsucht.

Jährlich werden z.B. in Deutschland über 2000 Kinder mit einem fetalen Alkoholsyndrom geboren. Noch mehr Kinder sind von Alkoholeffekten wie Entwicklungsverzögerung oder Intelligenzminderung betroffen. Vielen Frauen und Männern ist nicht bewusst, welche erschütternde und tiefgreifende Schäden der Alkoholkonsum bei dem ungeborenen Kind verursachen kann.[1]

Grund für diese Unwissenheit ist u.a. ein Mangel an aufklärender Literatur zu diesem Thema. Ebenso wenig gibt es für alkoholgefährdete Mütter und Frauen Präventionen, d.h. Aufklärungs- und Vorbeugungsmaßnahmen, die von Frauenärzten, Suchtkliniken und ambulanten Behandlungsstellen durchgeführt werden. Zudem fehlt es an adäquate Betreuung von schwangeren Frauen mit Alkoholproblemen. Am fetalem Alkoholsyndrom trägt der Vater des Kindes oft ebensoviel Verantwortung wie die Mutter, denn die gesunde Entwicklung eines Ungeborenen hängt auch von der Beschaffenheit der Samenzellen ab. Ist das befruchtende Spermium durch starken Alkoholkonsum des Vaters deformiert, können beim ungeborenen Kind in vielerlei Hinsicht Defizite entstehen.

Gleich welche Drogen konsumiert werden - illegal oder legal- sie alle können die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen oder den Wachstumsvorgang verlangsamen.

Alkohol ist die häufigste bekannte Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht. Vor 20 Jahren wurde erstmals vermutet, dass Alkoholismus in der Schwangerschaft zu einer spezifischen Kombination von Fehlbildungen, dem sogenannten "fetalen Alkoholsyndrom", führen kann. Die betroffenen Kinder sind sowohl körperlich als auch geistig-intellektuell und in ihrer sozialen Reifung beeinträchtigt. In Deutschland werden jährlich etwa 2000 Kinder mit dieser Kombination von Fehlbildungen geboren, nicht gerechnet die gering ausgeprägten Formen einer Alkoholschädigung, die sich z.B. nur als Konzentrationsstörungen bemerkbar machen.[2]

Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für angeborene Missbildung, für Entwicklungs- und Wachstumsstörungen, so wie für Verhaltensauffälligkeiten beim Kind. Häufig ist schwangeren Frauen der schädigende Einfluss des Alkohols auf das werdende Leben bekannt. Trotzdem nehmen ca. 80% der werdenden Mütter während des Schwangerschaftsverlaufs Alkohol zu sich. Zum einen geschieht dies aus Unkenntnis über das Bestehen einer Schwangerschaft, zum anderen kennen die werdenden Mütter die potentiell schädigende Wirkung, die bereits geringe Alkoholmengen verursachen können, nicht. Zudem wird Alkohol während der Schwangerschaft als besonders angenehm in der Wirkung und wohlschmeckend empfunden.[3]

Dies ist ein Widerspruch an dem die meisten Frauen leiden: sie wollen Alkohol zum eigenen Wohl genießen und zugleich wissen, dass er für den Embryo schädlich ist. Dennoch glauben sie, was einem selbst gut tut („Wohl bekommt`s“), muss auch zum Wohle des Kindes sein. Durch Nichtwissen oder Nichtverstehen wird die Trennung vom eigenen Leib und „ Mein- Kind- im- Leib“ nicht vollzogen oder nichtverstanden.[4]

Vor allem Frauen, die bereits Kinder haben, neigen in der Schwangerschaft verstärkt zum Alkoholkonsum. Keine andere Substanz schädigt die vorgeburtliche Entwicklung des Kindes so häufig und nachhaltig, wie Alkohol. Ferner ist das Trinken von Alkohol in der Schwangerschaft die häufigste, nicht - genetische Ursache einer geistigen Entwicklungsverzögerung bei Kindern. Seit Jahrhunderten beobachtet und dokumentiert die Wissenschaft die negativen Auswirkungen des mütterlichen Alkoholkonsums auf den Fötus, jedoch erst vor 25 Jahren konnte ein entsprechendes, medizinisches Symptombild definiert werden. Man nannte es Alkoholembryopathie (AE ) oder auch fetales Alkoholsyndrom (FAS).[5]

In Deutschland zum Beispiel werden jährlich etwa 2200 Kinder geschätzt, die an einem fetalen Alkoholsyndrom leiden.[6]

Jeder einzelne Fall von Alkoholembryopathie ist eine Tragödie, die verhindert werden kann!

2 Alkohol in der Schwangerschaft

2.1 Historie

Schon in der Bibel wird die schädigende Wirkung des Alkohols auf den Embryo beschrieben: „Und der Engel des Herrn erschien der Frau und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. So hüte dich nun, Wein oder starkes Getränk zu trinken und Unreines zu essen.“

Der Engel erscheint wenig später auch dem Mann:

„Der Engel des Herrn sprach zu Manoah: Vor allem, was ich der Frau gesagt habe, soll sie sich hüten: sie soll nicht essen, was vom Weinstock kommt und soll keinen Wein oder starkes Getränk trinken und nichts Unreines essen.“[7]

Dass der Alkohol - nicht nur auf den Konsumierenden selbst - sondern auch auf die Nachkommen schädigenden Einfluss hat, ist schon seit langem bekannt. So wurde damals den Brautleuten in Sparta und Karthago verboten, in der Hochzeitsnacht Wein zu trinken, um keine fehlgebildeten Kinder zu bekommen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde während der sogenannten „Gin- Epidemie“ eine Petition, d.h. eine Bittschrift ins englische Parlament eingebracht. Diese forderte eine Kontrolle des damals noch steuerfreien Schnapsbrennens. Die Begründung war u.a.: „...der Gin ist außerdem Ursache für schwache, einfältige und geistig gestörte Kinder...“[8]

Aus wissenschaftlicher Sicht wurde das Erscheinungsbild der Alkoholembryopathie erstmals 1899 von einem englischen Gefängnisarzt namens Sullivan benannt. Sullivan stellte bei chronisch alkoholkranken Frauen eine erhöhte Rate an Fehlgeburten und bei den überlebenden Kindern vermehrt Epilepsien fest. Ferner wurde die schädigende Wirkung des Alkohols in der Schwangerschaft auch von anderen Autoren erkannt (Pearson und Elderton 1910). Die Ergebnisse blieben allerdings ungenutzt und gerieten wieder in Vergessenheit.

Etwa 60 Jahre später (1968) wurde die AE von einem französischen Arzt namens Lemoine und seinen Mitarbeitern „wiederentdeckt“. Diese Entdeckung blieb der internationalen Öffentlichkeit jedoch vorenthalten. Wenig später kamen zwei amerikanische Forscher Jones und Smith (unabhängig von Lemoine) zu den selben Schlussfolgerungen. Anhand von 11 Kindern beschrieben sie ein bis dahin unbekanntes Dysmorphiesyndrom.

Sie nannten es auf Grund des direkten Zusammenhangs mit dem mütterlichen Alkoholkonsum: fetales Alkoholsyndrom (FAS) und machten diese Störung international bekannt. Diese Bekanntmachung löste eine Welle von Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet aus. Es folgten Untersuchungen an größeren Kollektiven in Deutschland, vor allem von Majewski et al. In den darauffolgenden 12 Jahren gab es laut Streissguth und LaDue (1987) nahezu 2000 Artikel zum Thema fetales Alkoholsyndrom bzw. Alkoholembryopathie.[9]

[...]


[1] Vgl. DHS / 1, Seite 1.

[2] Vgl. DHS / 1, Seite 7

[3] Vgl. M. Zobel, Kap. 2

[4] Vgl. DHS / 3, Seite 332

[5] Vgl. M. Zobel, Kap. 2

[6] Vgl. DHS / 1, Seite 1

[7] Zit. Bibel: Buch der Richter, 13, 3-4 und 13-14

[8] Vgl. DHS / 3, Seite 303

[9] Vgl. M. Zobel, Kap. 2.1

Details

Seiten
19
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638134033
ISBN (Buch)
9783656450429
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v5568
Institution / Hochschule
Pädagogische Akademie des Bundes in der Steiermark – Abteilung für Berufsschulen
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Alkohol und Schwangerschaft

Autor

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Titel: Alkohol und Schwangerschaft