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Der Entwicklungsstand der südasiatischen Länder Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal. Eine vergleichende Analyse

von S. Fößel (Autor) C. Wolf (Autor) D. Jahreiß (Autor) S. Helmreich (Autor)

Seminararbeit 2006 29 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Leseprobe

Gliederung

I. Einleitung

II. Landeskundlicher Überblick
1. Indien
2. Pakistan
3. Bangladesch
4. Nepal

III. Wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungsstand

IV. Entwicklungsstufen der Staaten

V. Wandel der Wirtschaftsstrukturen

VI. Verlauf des demographischen Übergangs

VII. Erfüllungsgrad der Entwicklungsziele der UN

VIII. Bewertende Zusammenfassung der Ergebnisse

IX. Quellen

I. Einleitung

Südasien ist eine Region der Gegensätze: Einerseits müssen 40 Prozent der Bevölkerung mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen, andererseits kann der Hunger des aufstrebenden Indien nach Rohstoffen und Energie kaum gestillt werden. Nahezu 1,5 Milliarden Menschen leben derzeit in Südasien, etwa ein Viertel der Weltbevölkerung.

Wenngleich es durchaus ausbaufähige multilaterale Strukturen wie die Regionalorganisation SAARC (South Asian Association for Regional Cooperation) gibt, hält sich der gemeinsame politische Gestaltungswille in Grenzen. Zu unterschiedlich sind natürliche Gegebenheiten, politische Befindlichkeiten, Stand der Volkswirtschaften und kulturelle Entwicklungen.

Dennoch bleibt erkennbar, dass nicht nur Geographie und Geschichte, sondern auch die spannungsreichen tagespolitischen Wechselwirkungen die Staaten Südasiens eng miteinander verwoben haben und auch die Probleme der einzelnen Staaten sind ähnlich gelagert. Diese Länder leiden allesamt unter Armut, Hunger, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung und verheerenden Umweltkatastrophen, zu den schlimmsten gehören vor allem Seebeben und Überschwemmungen. Zudem liefert das Miteinander der verschiedenen Religionen, Glaubensrichtungen und Völker ständiges Konfliktpotenzial, verschärft noch durch den Umstand, dass sich Indien und Pakistan seit Jahrzehnten zu den Atommächten zählen. Obwohl sich das Bildungs- und Gesundheitswesen in der jüngeren Vergangenheit verbessert hat, konnte noch kein westliches Niveau erreicht werden. Auch die Gleichberechtigung der Frau ist in den Ländern Südasiens noch nicht gegeben.

Trotz der vielfältigen Probleme birgt die Region, der neben Indien, Pakistan, Nepal und Bangladesch, auch das Königreich Bhutan, die Malediven sowie Sri Lanka zugeordnet werden, auch ungeheures Potenzial. Indien gilt bereits heute als einer der Gewinner der Globalisierung und auch die anderen Länder stellen für Investoren ein zunehmend interessantes Gebiet dar, nicht zuletzt wegen des niedrigen Lohnniveaus.

Die vorliegende Arbeit untersucht den Entwicklungsstand der südasiatischen Staaten Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal. Nach einem kurzen landeskundlichen Überblick zu jedem dieser Länder sollen sowohl die wirtschaftliche als auch die soziale Entwicklung vergleichend dargestellt werden. Darüber hinaus wird der Prozess des demographischen Übergangs thematisiert.

Ein weiterer Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den „Millenium Development Goals“ der Vereinten Nationen. Diese haben sich zum Ziel gesetzt, acht der größten Probleme der Zeit zu lindern, dazu zählen unter anderem die Beseitigung des extremen Hungers sowie die Gleichstellung von Mann und Frau. Abschließend soll für die vier untersuchten Länder eine Standortbestimmung und Entwicklungsprognose vorgenommen werden.

II. Landeskundlicher Überblick

1. Indien

Indien ist mit mehr als 1,1 Milliarden Einwohnern der nach China bevölkerungsreichste Staat und mit einer Fläche von 3.287.590 Quadratkilometern der siebtgrößte Staat der Erde. Laut Verfassung ist Indien eine parlamentarische Demokratie und gilt wegen seiner Einwohnerzahl als größte Demokratie der Erde. Der Norden ist durch das Himalaya-Gebirge von den Staaten Pakistan, China, Nepal und Bhutan getrennt. Im Osten des Landes grenzen Myanmar und Bangladesch an, im Süden der Indische Ozean, in dem auch mehrere Inselgruppen liegen, die zu Indien gehören.

Der Name Indien leitet sich von dem in Tibet entspringenden Strom Indus ab. Indiens längster und wichtigster Fluss ist jedoch der Ganges, der seinen Ursprung im Himalaya hat. Der Brahmaputra durchfließt das Land im Nordosten, vereinigt sich mit dem Ganges und bildet vor der Einmündung in den Golf von Bengalen ein riesiges Delta. Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet dieser beiden Ströme.

Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi, das direkt an Delhi anschließt und mit rund 11 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes ist. Größte Stadt und zugleich wirtschaftliches Zentrum ist Mumbai mit 13 Millionen Einwohnern, bzw. 20 Millionen in der gesamten städtischen Agglo-meration. Abgesehen von den Trockengebieten im Nordwesten und den Gebirgsregionen ist Indien überall dicht besiedelt. Besonders hoch ist die Bevölkerungskonzentration in den Küstenregionen und im Gangestiefland, wo in einigen Gebieten mehr als 500 Einwohner pro Quadratkilometer leben. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt in Indien etwa 308 Einwohner pro Quadratkilometer.

Indien ist ein Vielvölkerstaat, rund 72 Prozent der Bevölkerung sind Indoarier. 25 Prozent sind Draviden, die hauptsächlich im Süden Indiens leben. Drei Prozent entfallen auf sonstige Völker-gruppen. 8,2 Prozent der Einwohner gehören der indigenen Stammesbevölkerung an, die sich selbst als Adivasi bezeichnet, obwohl sie ethnisch sehr uneinheitlich ist. In Indien werden insgesamt 415 Sprachen und Idiome gesprochen. Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch gibt es 21 anerkannte Nationalsprachen, so viele wie in keinem anderen Land.

Mit Ausnahme der Bergregionen ist Indiens Klima vornehmlich tropisch, wobei Nord- und Zentralindien kontinentaler geprägt sind als der Süden. Aufgrund der Größe des Landes und der verschiedenen klimatischen Bedingungen gibt es in Indien vielfältige Landschaftsformen und eine breit gefächerte Tier- und Pflanzenwelt.

Indien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, seit 1991 zunehmend dereguliert und privatisiert. Seitdem erlebt das Land ein enormes Wachstum und gilt als einer der Gewinner der Globalisierung. Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs der letzten Jahre ist Indien noch immer ein Entwicklungsland. Armut, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Moslems bleiben die Hauptprobleme des Landes.[1]

2. Pakistan

Die Islamische Republik Pakistan ging 1947 aus der Spaltung Indiens hervor. Trotz vieler historischer, kultureller und sprachlicher Gemeinsamkeiten ist das Verhältnis zum größeren Nachbarn seitdem von Rivalität geprägt. Um Kaschmir ist es wiederholt zu kriegerischen Auseinandersetzungen gekommen, da beide Staaten das Territorium für sich beanspruchen.

Mit einer Fläche von 803.940 Quadratkilometern ist Pakistan der neuntgrößte Staat Asiens und mit 150 Millionen Einwohnern nach Indonesien das zweitgrößte islamische Land der Welt. Im Osten hat es die längste gemeinsame Grenze mit Indien, im Südwesten grenzt Pakistan an Iran, im Nordwesten an Afghanistan, im Nordosten an China und im Süden hat Pakistan eine dünn besiedelte Küste am Arabischen Meer.

Das Land ist föderal gegliedert und besteht aus den vier Provinzen Punjab, Sind, North West Frontier Province (NWFP) und Belutschistan sowie den der Zentralregierung direkt unterstehenden Stammesgebieten (Federally Administered Tribal Areas) entlang der afghanischen Grenze und dem Distrikt der Hauptstadt Islamabad mit 790.000 Einwohnern. Die von Pakistan kontrollierten Gebiete Kaschmirs sowie die so genannten „Northern Areas“ unterliegen einem Sonderstatus und werden de facto von der pakistanischen Bundesregierung verwaltet. Die größte und wirtschaftlich wie kulturell wichtigste Stadt des Landes ist Karachi mit 12 Millionen Einwohnern. Hier leben zu 90 Prozent Zuwanderer, die aus Indien kamen oder Landflüchtlinge sind. In Pakistan werden mehr als 20 Sprachen gesprochen, offizielle Landessprachen sind Urdu und Englisch. Islam ist Staatsreligion, Christen, Hindus, Sikhs und Parsen bilden religiöse Minderheiten.

Pakistan ist ein Land großer landschaftlicher Gegensätze: Im Norden treffen die Hochgebirgsregionen des Karakorum, Hindukusch und Himalaya im Pamir-Knoten zusammen. Von den vierzehn Achttausendern der Erde liegen fünf auf dem Gebiet von Pakistan, darunter der K-2, der zweithöchste Berg der Erde. Im Karakorum sind die längsten Gletscher außerhalb der Polarregionen anzutreffen. Die fruchtbaren Talregionen dazwischen sind Heimat pakistanischer Bergvölker. Den flächenmäßig größten Teil des Landes nimmt das Fünfstromland des Indus mit seinen Nebenflüssen ein. In diesem fruchtbarsten Teil lebt über die Hälfte der Bevölkerung. Das Industiefland wird im Westen von den Bergen Belutschistans, einer trockenen und kargen Landschaft begrenzt.

Auch das Klima weist erhebliche Unterschiede auf. Im Süden herrscht ein tropisch-feuchtes Seeklima, im Norden dagegen Kontinentalklima mit kühlem Winter und heißem Sommer. Die sommerlichen Monsunregen von Ende Juni bis September erreichen nicht alle Landesteile, so dass in Gebieten mit niedrigem Niederschlägen der Anlage von Bewässerungskanälen eine große Bedeutung zukommt. Dies bringt zugleich das größte Umweltproblem Pakistans mit sich: Durch Überbewässerung und Versalzung der Böden verliert Pakistan beträchtliche landwirtschaftliche Flächen.[2]

3. Bangladesch

Bangladesch wurde erst im Jahre 1971 selbstständig, bis dahin war es ein Teil Pakistans. Heute ist die Volksrepublik Bangladesch mit mehr als 144 Millionen Einwohnern und einer Landfläche von knapp 134.000 Quadratkilometern das nach Malta und den Malediven am dichtesten besiedelte Land der Erde. Im Jahr 2000 lebten in Bangladesch rund 897 Einwohner auf einem Quadratkilometer, die Bevölkerung wächst jährlich etwa um 2,09 Prozent. Nahezu die Hälfte aller Menschen ist unter 15 Jahre alt. Die bevölkerungsreichste Stadt Bangladeschs ist die Hauptstadt Dacca mit rund 6,4 Millionen Einwohnern.

Bangladesch wird im Westen, Norden und Osten über eine Länge von 3.700 Kilometer von indischen Bundesstaaten umschlossen. Im äußersten Südosten grenzt das Land an Myanmar und wird im Süden durch den Golf von Bengalen begrenzt. Es besteht zu 80 Prozent aus einem durchschnittlich zehn Meter über dem Meeresspiegel liegenden Küstentiefland, etwa 40 Prozent der Landesfläche bilden die so genannten „flood plains“, Flächen, die regelmäßig von Ganges, Brahmaputra und Meghna, den großen Flüssen des Landes, überflutet werden.

Ewa 98 Prozent der Bevölkerung sind Bengalen, die Bihari bilden mit 1,9 Prozent den größten Ausländeranteil. Die große Mehrheit der Bewohner ist muslimischen Glaubens (83 Prozent), etwa 16 Prozent sind Hindus. Die Anzahl der Menschen christlichen oder buddhistischen Glaubens ist in Bangladesh verschwindend gering. Vorwiegende Sprachen sind Bengali und Englisch.

Wie in ganz Südasien wird das Klima auch hier durch den jahreszeitlichen Wechsel der Monsune und den Wechsel von Regen- und Trockenzeit bestimmt. Im Frühsommer sorgt neben den übermäßigen Regenfällen auch das Schmelzwasser aus dem Himalaya für Überflutungen in weiten Teilen des Landes. Da Bangladesch zudem über sehr wenige Bodenschätze verfügt und die natürliche Vegetation als Folge einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung stark geschädigt ist, hat das Land mit massiven wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Bangladesch gehört zu den ärmsten Staaten der Erde und ist in hohem Maß auf Entwicklungshilfe angewiesen.[3]

4. Nepal

Das Königreich Nepal liegt zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Tibet, die autonome Region der Volksrepublik China, begrenzt Nepal gen Norden, die südliche Grenze bildet Indien. Nepals Gesamtfläche umfasst 140.797 Quadratkilometer, davon entfallen 136.800 auf Landfläche. Die restlichen 4.000 Quadratkilometer errechnen sich aus Binnengewässern.

Der Norden wird von einem großen Teil des Himalaya-Gebirges durchzogen, darunter auch der mit 8.850 Metern höchste Punkt der Erde. Weiterhin liegen sieben der zehn höchsten Berge innerhalb der Landesgrenzen des Königreichs. Der tiefste Punkt Nepals misst gerade einmal 70 Meter über dem Meeresspiegel. Dennoch ist Nepal das durchschnittlich höchstgelegene Land des Erdballs – 40 Prozent liegen über 3.000 Meter.

Nepal lässt sich in drei Teilregionen untergliedern. Die im Süden gelegene Tiefebene, das Terai, hat sich zu einem bedeutenden Wirtschafts- und Siedlungsraum entwickelt, obwohl es nur 14 Prozent der Gesamtfläche des Landes ausmacht. Gut 47 Prozent der Bevölkerung leben im Terai, welches durch fruchtbare, wenig erosionsgefährdete Böden sowie ein ganzjährig frostfreies Klima ideale Rahmenbedingungen zur landwirtschaftlichen Nutzung bietet.

Das Mittelland erreicht Höhen bis 3.000 Meter. Böden und Klima variieren hier sehr stark, dennoch ist diese Region das alt besiedelte Kernland Nepals. Hier leben 45 Prozent der Bevölkerung auf etwa einem Drittel der Landesfläche. Die Hauptstadt Katmandu ist der Nabel des ganzen Königreichs. Hier leben nahezu 850.000 Menschen, im gesamten Ballungsraum sind es 1,5 Millionen. Alle Fäden der landesweiten Industrieansiedlungen laufen dort zusammen, schon allein wegen des einzigen internationalen Flughafens.

In der Hochgebirgsregion finden sich kaum Siedlungsraum und Landwirtschaft. Die starken Monsunniederschläge sowie die hohe Reliefenergie tragen zur Bodenerosion bei, was die landwirtschaftliche Nutzung erschwert. Diese konzentriert sich daher in der Hochgebirgsregion auf die Wald- und Forstwirtschaft. Ethnografisch lässt sich Nepal in zwei wesentliche Volksgruppen aufgliedern, die indo-arischen und tibeto-birmanischen Gruppen bilden den Grundstock der Bevölkerung.[4]

Jüngst geriet Nepal in die Schlagzeilen, da der König Gyanendra aufgrund anhaltender Proteste das Parlament wieder einsetzen musste, das er vor vier Jahren eigenmächtig aufgelöst hatte.

III. Wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungsstand

Wie bereits erwähnt, gilt Indien als eines der wirtschaftlichen Boomländer des frühen 21. Jahrhunderts und als einer der Gewinner der Globalisierung. Von dieser Entwicklung konnten jedoch längst nicht alle Bewohner des Landes profitieren und auch in den benachbarten Staaten gibt es nur wenig Grund zur Euphorie. Pakistan, Bangladesch und Nepal sind allesamt Entwicklungsländer geblieben, das gilt selbst für das aufstrebende Indien.

Für den Weltentwicklungsbericht 2005 wurde das Bruttoinlandseinkommen bei Kaufkraftparität pro Kopf gemessen. Indien ist der Krösus der Region mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Bruttoinlandseinkommen von 2.880 US-Dollar, nicht ganz halb so hoch ist das von Nepal, das bei 1.420 US-Dollar liegt. Die Werte von Bangladesch und Pakistan liegen dazwischen, für den gesamten südasiatischen Raum ergibt sich ein Durchschnitt von 2.660 US-Dollar.

Allerdings bekommen diese Zahlen einen ganz anderen Stellenwert, wenn man das Bruttoinlandseinkommen der Bundesrepublik oder das der USA heranzieht: Kommen die Deutschen auf einen Durchschnittswert von 27.460 US-Dollar, sind es in den Vereinigten Staaten 37.500 US-Dollar. Das heißt, dass das durchschnittliche Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommen der US-Amerikaner mehr als 26-mal so hoch liegt wie das der Nepalesen. Diese Diskrepanz weist sicher auf die Wirtschaftskraft der Amerikaner hin. Noch viel stärker wird aber deutlich, dass die Dimensionen der Armut in Nepal und auch noch im boomenden Indien eine ganz andere Qualität besitzen müssen. Wenn Globalität bis zu einem gewissen Grad auch für weltweite Angleichung der durchschnittlichen Wirtschaftsleistung stehen soll, haben die Länder Südasiens noch einen weiten Weg vor sich.[5]

Tabelle 1: Bruttoinlandseinkommen (BNE) pro Kopf bei Kaufkraftparität 2003

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Weltbank 2005

Zerlegt man nun das Bruttoinlandsprodukt der untersuchten Staaten nach der prozentualen Wertschöpfung der drei Wirtschaftssektoren, so wird deutlich, welche große Rolle in den südasiatischen Staaten die Landwirtschaft noch spielt. Extrem zeigt sich dies im Falle des Königreichs Nepal: 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wurden 2003 aus der Landwirtschaft erlöst, fast doppelt so viel wie in Bangladesch (22 Prozent), Indien und Pakistan (jeweils 23 Prozent). Zieht man hingegen Deutschland und die USA heran, macht dort die Landwirtschaft lediglich ein bis zwei Prozent aus. Diese extrem niedrigen Werte mögen angesichts der zweifellos vorhandenen großen Agrarflächen überraschen, zeigen jedoch, dass die hier erzielte Wertschöpfung bereits zu vernachlässigende Dimensionen angenommen hat. Die internationale Arbeitsteilung scheint die Industriestaaten langsam völlig aus der Landwirtschaft zu entlassen und nicht zuletzt Subventionen dürften es sein, die diesen Sektor hier noch erhalten.

Gleichmäßiger verteilt scheint da die Wertschöpfung im Industriesektor. Hier trennen USA (23 Prozent) und Nepal (21 Prozent) gerade einmal zwei Prozent. Umso weiter geht die Schere im Dienstleistungssektor auseinander. Macht dieser Bereich inzwischen drei Viertel der Wertschöpfung des US-Bruttoinlandsprodukts aus, sind es in Nepal nur 39 Prozent und auch Bangladesch, Indien und Pakistan kommen kaum über 50 Prozent.[6]

[...]


[1] Vgl. Rothermund, Dietmar (Hrsg.): Indien. Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt. Ein Handbuch. München, 1995 sowie CIA World Factbook 2006

[2] Vgl http://www.suedasien.net/laender/pakistan/land.htm und http://www.suedasien.net/laender/pakistan/bevoelkerung.htm

[3] Vgl. Bähr, Jürgen u.a.: Harenberg Länderlexikon, S.98 sowie CIA World Factbook

[4] Vgl. CIA World Factbook

[5] Vgl. Weltbank: Weltentwicklungsbericht 2005. Ein besseres Investitionsklima für Jeden. Düsseldorf 2005, S. 308.

[6] Vgl. ebd., S. 312.

Details

Seiten
29
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638504447
ISBN (Buch)
9783638825504
Dateigröße
853 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55518
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt – Mathematisch-Geographische Fakultät, Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie
Note
1,0
Schlagworte
Entwicklungsstand Länder Indien Pakistan Bangladesch Nepal Eine Analyse Proseminar Kulturgeographie

Autoren

  • S. Fößel (Autor)

  • C. Wolf (Autor)

  • D. Jahreiß (Autor)

  • S. Helmreich (Autor)

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Titel: Der Entwicklungsstand der südasiatischen Länder Indien, Pakistan, Bangladesch und Nepal. Eine vergleichende Analyse