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Hans Pfitzners "Die Rose vom Liebesgarten" - Quellen und Wirkung

Referat (Ausarbeitung) 1995 7 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

1. Entstehung der Oper und biographisches Umfeld Hans Pfitzners

Nach der erfolgten Uraufführung des "Armen Heinrich" begaben sich Pfitzner und sein Librettist James Grun an die Erstellung des Librettos zu ihrer zweiten gemeinsamen Arbeit. Dabei ist unklar, ob Grun oder Pfitzner Anregung durch Hans Thomas Bilderzyklus empfingen. Wahrscheinlicher ist es, dass die Idee zum Opernthema Pfitzner kam, da dieser durch die Bekanntschaft mit Thomas Mann vielleicht die Chance hatte, die Bilder in der Pringsheimerschen Villa zu sehen. Di Bilder hängen heute in verschiedenen Museen (Zürich, Berlin) oder befinden sich in Archiven. (BEISPIELE).

Die Uraufführung erfolgte bereits 1901 in Elberfeld, erst aber die Wiener Aufführung von 1904 bezeichnet Pfitzner als erste "wirklich kongeniale Aufführung eines Werkes von mir", einen Erfolg, den er im Zusammenhang mit der Künstlerpersönlichkeit Gustav Mahlers sieht.

2. Rezeption der Oper als Märchenoper

Nach der Uraufführung der "Rose vom Liebesgarten" (9. November 1901, Elberfeld) entspann sich eine Diskussion um den symbolischen Gehalt der Opernhandlung, welcher Kritikern als überladen erschienen war. Pfitzner-Exegeten wie Müller-Blattau behalfen sich, indem sie die Oper der Modegattung der Märchenoper zuordneten:

"Detlev von Lilienkron bewundert die unbeschreiblich schöne "Märchenstimmung" darin. So wollte das Werk ja auch aufgenommen sein: als Märchen, in dem freilich, wie in allen echten Märchen, Weltgeschehen sichtbare Gestalt wird. Die Kritik aber orakelte weiterhin über "unklare Symbolik", über die "dramatisch unentwickelte Handlung". Und das Publikum sprach die Schlagworte nach; sie hängen dem Werk bis heute an."[1]

Die im Werk enthaltenen Märchenspuren mussten als Argument der Pfitznerianer gegen jede Form von Kritik herhalten, so wendet sich der Pfitzner-Biograph Walter Abendroth gegen den Vorwurf, im Libretto der „Rose vom Liebesgarten“ sei „Wagnerabhängigkeit“ nachzuweisen. Diese sei, so Abendroth, „in nichts weiter erkennbar [...] als in einer Reihe von Märchenmotiven, die der deutschen Sagenwelt längst vor Wagner schon eigen waren [...]“[2].

Auch Hans Pfitzner selbst betonte die Nähe der Oper zu Sage und Märchen:

Noch 94 Über die Symbolik der Handlung: "Wäre sie (die Sphäre der Handlung, Anm. SB) als Sage oder Märchen altbekant, würde niemand gegen eine Umdichtung zur Oper etwas einzuwenden haben; es wäre die erlaubte, gewohnte "Benutzung der Sage" und selbst Ausdeutungen im einzelnen, von den Lesern und Hörern zu findenden symbolische oder allegorische Finessen würden als Empfehlungen dienen und den Reiz des "Verstehens" – worin ja viele einzig einen Genuß erblicken – erhöhen; dem Dichter würden sie als "Vertiefungen" der Sage angerechnet."[3]

[...]


[1] Müller-Blattau, Joseph "Hans Pfitzner. Lebensweg und Schaffensernte", Waldemar Kramer Verlag Frankfurt/Main, 1969, S. 40/41 (Über die Reaktionen zur Uraufführung der "Rose")

[2] Abendroth, Walter „Hans Pfitzner“, Nachdruck in der Reihe „Texte zur Musik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Band 2, Kiefer & Albers Verlag, Aachen 1981 (Originalausgabe Albert Langen Verlag München,1935), S. 313

[3] Pfitzner, Hans "Gesammelte Schriften", Band II, Dr. Benno Filser Verlag, Augsburg 1926, S. 89-97 "Die "Symbolik" in der Rose vom Liebesgarten" (23. August 1915)

Details

Seiten
7
Jahr
1995
ISBN (eBook)
9783638503754
ISBN (Buch)
9783656556770
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55428
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Theaterwissenschaft
Note
2
Schlagworte
Hans Pfitzners Rose Liebesgarten Quellen Wirkung Hauptseminar

Autor

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Titel: Hans Pfitzners "Die Rose vom Liebesgarten" - Quellen und Wirkung