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Logistik-Controlling - Überblick zur funktionellen Sichtweise des Controllingbegriffes

Seminararbeit 2006 28 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

2. Logistikcontrolling
2.1. Einführung
2.2. Ziele und Aufgaben des Logistikcontrolling
2.2.1. Strategisches Logistikcontrolling
2.2.1.1. Bestimmung der strategischen Bedeutung der Logistik
2.2.1.2. Weitere Aufgaben des strategischen Logistikcontrollings
2.2.2. Operatives Logistikcontrolling
2.2.2.1. Präzisierung der Ziele der Logistik
2.2.2.2. Festlegung operationaler Größen zur Messung der Logistikziele
2.2.2.3. Unterstützung der Logistikplanung
2.2.2.4. Aufstellung von Logistikbudgets
2.3. Instrumente des Logistikcontrolling
2.3.1. Die Logistikkosten- und Logistikleistungsrechnung
2.3.1.1. Aufgaben der Logistikkosten- und Logistikleistungsrechnung
2.3.1.2. Definitionen der Grundbegriffe
2.3.1.3. Logistische Leistungs- und Kostenrechnung
2.3.2. Logistikkennzahlensysteme als Controllinginstrument

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Logistik als Koordinationsinstrument

Abbildung 2: Ableitung der Attraktivität der Logistik

Abbildung 3: Logistik-Portfolio

Abbildung 4: Beispiele für logistische Ziele

Abbildung 5: Gegenstromverfahren

Abbildung 6: Unterschiedlichen Ebenen der Logistikleistungen

1. Einführung

Zu Beginn des Controlling Seminars wurden die unterschiedlichen Controllingobjekte dargestellt. Das Logistikcontrolling gehört unter anderen zur funktionellen Sichtweise des Controllingbegriffes. In der vorliegenden Seminararbeit soll auf diese spezielle Controllingfunktion eingegangen und versucht werden dem Leser ein besseres Grundverständnis darüber zu verschaffen.

Logistikdefinition

Bevor auf die eigentliche Funktion des Logistikcontrollings eingegangen wird, soll dem Leser mit Hilfe einer Definition der Logistik der Einstieg erleichtert werden:

„Die Logistik ist eine moderne Führungskonzeption zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten (Güter-, Informations-, Geld- und Finanzflüsse) in unternehmensweiten und unternehmens-übergreifenden Wertschöpfungssystemen.“[1]

Man kann demnach sagen, dass es in der heutigen Zeit mit den rein physischen Aufgaben der Logistik nicht mehr getan ist. Denn darüber hinaus erfüllt die Logistik zusätzlich dispositive Aufgaben, welche sich auf alle Unternehmensbereiche erstrecken. In Abbildung 1 soll das weite Aufgabenspektrum der Logistik veranschaulicht werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Logistik als Koordinationsinstrument

Quelle: Weber, J., Logistik-Controlling, 2. Auflage, 1991, S. 11

In der vorliegenden Arbeit begrenzt man sich jedoch auf den engeren Begriff der betrieblichen Logistik. Sie befasst sich mit den Aktivitäten der Planung, Steuerung und Kontrolle der Lagerhaltung, des Handlings und des Transportes logistischer Objekte und damit den kompletten Materialfluss (d.h. den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, fertige und unfertige Erzeugnisse, fertig bezogene Teile und letztendlich die Handelswaren) innerhalb des Betriebes und zwischen dem Betrieb und seiner Umwelt.[2]

Nachdem wir uns in kurzer Form mit der Begriffsdefinition der Logistik beschäftigt haben, soll nun in die Materie des Logistikcontrollings eingestiegen werden.

2. Logistikcontrolling

2.1. Einführung

Als Einstieg soll wieder eine Definition aus der Literatur herangezogen werden, um anschließend der Thematik en detail auf den Grund zu gehen.

„Logistik-Controlling wird als Managementansatz zur regelkreisorientierten Steuerung logistischer Teilprozesse, logistischer Prozessketten und von Supply Chains mit Hilfe von Planung und Kontrolle verstanden. Logistische Prozesse sind hierbei alle material- und dazugehörigen informationswirtschaftlichen Prozesse zur Erfüllung der Kundenaufträge (Prozesskette der Material- und Informationsflüsse vom Kunden zum Kunden).“[3]

2.2. Ziele und Aufgaben des Logistikcontrolling

Die Ziele des Logistikcontrollings leiten sich, wie nicht anders zu erwarten, von den allgemeinen Zielen des Controllings ab. Man könnte sie deshalb auch auf die Logistik spezifizierte Controllingziele bezeichnen. Das Hauptziel des Logistikcontrollings ist die Minimierung der Logistikkosten bei bestmöglicher Zielerreichung. Daraus resultieren noch weitere Unterziele, wie die Erhöhung der Effektivität und Steigerung der Effizienz. Dies soll durch eine permanente Wirtschaftlichkeitskontrolle (Soll-Ist-Vergleiche von Kosten und Leistungen), sowie durch die Beschaffung, Verdichtung und Bereitstellung entscheidungsbezogener Informationen geschehen. Auf diese Themen wird im späteren Verlauf noch näher eingegangen.[4]

Bei den Aufgaben des Logistikcontrollings wird in der Literatur zwischen den operativen und strategischen Aufgaben dieses Controllinginstruments differenziert. Mit anderen Worten, mit den Aufgaben die eher einen kurzfristigen (bis zu einem Jahr) und andererseits entsprechend einen längerfristigen (drei bis fünf Jahre) Fokus haben.

2.2.1. Strategisches Logistikcontrolling

Das strategische Controlling umfasst grundsätzlich drei Gruppen von Aufgaben. Zum einen muss im Rahmen der Unterstützung der strategischen Planung der Planungsprozess organisiert, die strategischen Teilpläne koordiniert und die Dokumentation geplant werden. Darüber hinaus muss das strategische Controlling die Verbindung zwischen der strategischen und operativen Planung sicherstellen. Bei der dritten Aufgabe geht es um den Aufbau einer strategischen Kontrolle in Form einer Prämissen- und Durchführungskontrolle.[5]

Nun müssen diese allgemein üblichen Ziele und Aufgaben des strategischen Controllings auf den Logistikbereich konkretisiert werden. Der Zielbeitrag des strategischen Logistikcontrollings gliedert sich in 2 Teile:[6]

(1) Verbesserung des Prozesses der strategischen Entscheidungsfindung durch Verkürzung der Zeit für Entscheidungsprozesse, die Verringerung der Kosten die durch den Entscheidungsprozess entstehen und durch die Erhöhung der Qualität der Entscheidungen
(2) Verbesserung der Entscheidungsumsetzung durch Erhöhung der Transparenz mittels messbarer Plan- und Kontrollgrößen.

Aus diesen Zielbeiträgen ergeben sich die einzelnen Aufgaben des strategischen Logistikcontrollings, welche anschließend näher beschrieben werden.

2.2.1.1. Bestimmung der strategischen Bedeutung der Logistik

Ziel dieser Aufgabe ist die konkrete Untersuchung der Logistikattraktivität innerhalb der Unternehmung. Hierzu bedient man sich zunächst der Portfolio-Analyse von Weber und Kummer, wie man in Abbildung 2 sehen kann. Dabei wird der Logistikattraktivität die Logistikkompetenz gegenübergestellt.

Abbildung 2 : Ableitung der Attraktivität der Logistik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Weber, J., Logistik-Controlling, 2. Auflage, 1991, S. 33

Unter der Logistikattraktivität versteht man die Einschätzung des Erfolgspotenzials einer Logistikkonzeption für ein Unternehmen. In den beiden oberen Portfolios der Abbildung 2, wird zum einen die Bedeutung einer logistischen Kostenveränderung und einer Differenzierung durch die Logistik analysiert. Zum anderen wird dieses Ergebnis ergänzt durch die Einschätzung der tatsächlichen logistischen Möglichkeiten, die Kostenveränderungen und Differenzierungsmaßnahmen umzusetzen.[7] Letztendlich werden die Ergebnisse beider Portfolios in einer dritten Matrix zusammengefasst (siehe unteres Portfolio in Abbildung 2). In diesem Portfolio stellt man demnach die Attraktivität der Logistikkosten der Attraktivität der Differenzierung durch die Logistik gegenübergestellt.

Als weitere wichtige Eigenschaft muss in einem weiteren Schritt die Logistikkompetenz bestimmt werden, um sie der Logistikattraktivität gegenüberzustellen. Die Logistikkompetenz wird als, die Fähigkeit des Unternehmens, das Konzept der Logistik in Planung und Durchführung optimal umzusetzen, definiert. In die so genannte Kompetenzanalyse gehen unterschiedliche, zum Teil nur objektiv zu messende, Größen ein. Hierfür findet man in der Literatur Versuche, Kompetenzschichten mit den dazugehörigen Merkmalen darzustellen, wie die folgenden Beispiele verdeutlichen sollen:[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- prä-Logistiker: Erfüllung der logistischen Aufgaben erfolgt unkoordiniert
- Logistik-Interessierter: Beginn der Beschäftigung mit dem Logistik-Gedanken; erste Pilotstudien
- Logistik-Beginner: vereinzelte, inselbezogene Realisierung des Logistik-gedankens; Überlegungen zu einem Unternehmensgesamtkonzept für die Logistik
- Logistik-Fortgeschrittener: ganzheitlich eingeführtes Logistikkonzept; begonnene Überwindung der Unternehmensgrenzen
- Logistik-Profi: Realisierung umfassender Erfahrungskurveneffekte in der Logistik; breite Durchdringung des Unternehmens bezüglich des Logistikgedankens
- post-Logistiker: organisatorische Zurückführung der Logistik in die Funktionalbereiche; Projektorganisation der Logistik bei warenflussbezogenen Veränderungen

Ist die Logistikkompetenz analysiert, folgt als dritter und letzter Schritt für die Bestimmung der Bedeutung der Logistik, das Erstellen des Logistik-Portfolios. Dies soll in Abbildung 3 abschließend veranschaulicht werden.

Abbildung 3 : Logistik-Portfolio

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Weber, J., Logistik-Controlling, 2. Auflage, 1991, S. 36

Aus der Gegenüberstellung der Logistikkompetenz und der Logistikattraktivität, sollen aus dem Portfolio so genannte Normstrategien abgeleitet werden. Der Idealfall wäre gegeben, wenn das Unternehmen versuchen würde den Gleichgewichtspfad zu verfolgen. D.h. ein Gleichgewicht zwischen einer ausgeprägten Attraktivität und Kompetenz. Anderenfalls soll diese Darstellung verdeutlichen. welche Handlungsstrategien durchgeführt werden sollen, falls ein Ungleichgewicht zwischen beiden Eigenschaften vorherrscht.[9]

2.2.1.2. Weitere Aufgaben des strategischen Logistikcontrollings

Falls sich anhand der soeben kennen gelernten Analyse herausstellt, dass die Logistik eine Bedeutung für die Unternehmung besitzt, muss sie dementsprechend in die Planung integriert werden. Im Rahmen der Funktionalstrategie, der das Logistikcontrolling angehört, existieren demnach drei strategische Aufgaben:[10]

(1) Formulieren der Logistikstrategie
(2) Durchführung der strategischen Budgetierung
(3) Durchführung der strategischen Kontrolle

[...]


[1] Vgl. Göpfert, I., Logistik Führungskonzeption, 2. Auflage, 2005, S. 23

[2] Vgl. Reichmann, T., Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 5. Auflage, 1997, S. 331

[3] Vgl. Koether, R. u.a., Taschenbuch der Logistik, 2004, S. 375

[4] Vgl. Göpfert, I., Logistik Führungskonzeption, 2. Auflage, 2005, S. 116 f.

[5] Vgl. Weber, J., Logistik-Controlling, 2. Auflage, 1991, S. 29 f.

[6] Vgl. Göpfert, I., Logistik Führungskonzeption, 2. Auflage, 2005, S. 214 f.

[7] Vgl. Göpfert, I., Logistik Führungskonzeption, 2. Auflage, 2005, S. 216

[8] Vgl. Weber, J., Logistik-Controlling, 2. Auflage, 1991, S. 35

[9] Praxisbeispiel zur Bestimmung der strategischen Bedeutung der Logistik: siehe Weber, J., Logistik- und Supply Chain Controlling, 5. Auflage, 2002, S. 33 ff.

[10] Vgl. Kämpf, R., Clanet, A., Haesaert, C., Sels, R., Logistik-Controlling, http://www.ebz-beratungszentrum.de/logistikseiten/artikel/log_con1.htm, 2000, 24.02.2006, 19:26 Uhr

Details

Seiten
28
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783638503556
ISBN (Buch)
9783638663915
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55404
Institution / Hochschule
Hochschule Bochum
Note
1,7
Schlagworte
Logistik-Controlling Sichtweise Controllingbegriffes

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