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Essstörungen bei Mädchen, dargestellt am Beispiel der Bulimie

Studienarbeit 2005 14 Seiten

Soziologie - Kinder und Jugend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptformen gestörten Essverhaltens
2.1. Anorexia Nervosa
2.2. Bulimia Nervosa
2.3. Adipositas

3. Fakten und Zahlen

4. Beschreibung der Symptomatik

5. Auslösende Faktoren einer Essstörung
5.1 Familiäre Faktoren
5.2 Individuelle Faktoren
5.3 Gesellschaftliche Faktoren

6. Seelische und Körperliche Folgeerscheinungen

7. Behandlung/Therapie

8. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Wenn wir Nahrung zu uns nehmen, ist dass etwas Alltägliches und immer Wiederkehrendes, etwas scheinbar Selbstverständliches. Essen ist ein Bedürfnis, dem alle Menschen folgen müssen. Wir essen nicht ausschließlich um unseren Körper die nötige Energiezufuhr zu gewährleisten, sondern es erfüllt auch andere wichtige, unter anderem gesellschaftliche, kommunikative oder psychologische Zwecke. Es ist ein Ritual mit langer Tradition und Regeln. Heute aber, in der modernen Gesellschaft, gehen viele Traditionen verloren. Das betrifft unser Essverhalten im besonderem Maße. Es wird zunehmend ungesund und unregelmäßig gegessen. Dies führt zu Störungen des Essverhaltens und im Laufe der Zeit zu Essstörungen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der heutigen Mädchen und Frauen sich nahezu ausschließlich über ihr Aussehen definiert. Sie sind mit ihrem Körpergewicht und Aussehen unzufrieden und deshalb pausenlos darum bemüht, der Traumfigur nachzueifern. Das ist auch kein Wunder bei dem Schönheitsideal, welches in den Medien präsentiert wird. Im Kapitel 5.3. werde ich genauer darauf eingehen. Ein weiterer Aspekt ist auch der Wandel in der Lebensmittelindustrie. Dem Menschen stehen überall und jederzeit Nahrungsmittel in unterschiedlichsten Variationen zur Verfügung, mitunter besteht ein regelrechter Überfluss. Dieses Überangebot an verführerischen und schnell verfügbaren (fast food) ess- und trinkbaren Produkten, führt nicht selten dazu, dass Personen entgegen ihrem Hungergefühl geleitet werden. Selbstverständlich wird unser Essverhalten auch von den Medien beeinflusst. Zum einen werden Süßwaren, Fertigprodukte und andere Kalorienbomben, zum anderen aber auch die aktuellsten und angeblich erfolgversprechendsten Light- und Fitnessprodukte geworben. Einerseits soll der Mensch verführt werden, andererseits wird er dazu angehalten dem gängigen, von den Medien diktierten und verbreiteten Schönheitsideal zu entsprechen bzw. diesen wenigstens nachzueifern. Generell ist zu sagen, dass die Ernährungsweise des Menschen von den äußeren Einflüssen stark geleitet wird. Jedoch nicht nur durch die Medien und die unzähligen Konsummöglichkeiten, sondern auch durch das familiäre Beziehungsgefüge (5.1.) und individuelle Faktoren (5.2.).

Erstmals wurde ich mit dem Thema Bulimie, auch Eß – Brech - Sucht genannt, in meinem Freundeskreis konfrontiert. Ich konnte wahrnehmen, wie eine Mitschülerin sich in ihrem körperlichen und seelischen Zustand veränderte. Seit dem habe ich mich auch intensiver mit diesem Thema beschäftigt. Und mit der Zeit lernte ich immer mehr Fälle in meinem Umfeld kennen, wo junge Mädchen an Bulimie erkrankten. Was wollen junge Menschen ausdrücken, die hungern bzw. Massen von Nahrung verschlingen, um sie dann wieder zu erbrechen, die sich von morgens bis abends kasteien, kontrollieren und bewegen müssen?

Beginnen möchte ich mit der Vorstellung und Definition der drei Hauptformen gestörten Essverhaltens, wobei die Anorexia nervosa (Magersucht) und Adipositas (Fettsucht) kurz erwähnt werden und der Schwerpunkt auf die Bulimie gelegt wird, worauf auch die folgenden Kapitel bezogen werden.

2. Hauptformen gestörten Essverhaltens

2.1. Anorexia Nervosa

Diagnose-Checkliste gemäß ICD-10 F50.0:

Die Anorexia ist durch ein absichtlich selbst herbeigeführten oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust charakterisiert. Am häufigsten ist die Störung bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen; heranwachsende Jungen und junge Männer, Kinder vor der Pubertät und Frauen bis zur Menopause können ebenfalls betroffen sein. Die Krankheit ist mit einer spezifischen Psychopathologie verbunden, wobei die Angst vor einem dicken Körper und einer schlaffen Körperform als eine tiefverwurzelte Idee besteht und die Betroffenen eine sehr niedrige Gewichtsschwelle für sich selbst festlegen. Es liegt meist Unterernährung unterschiedlichen Schweregrades vor, die sekundär zu endokrinen und metabolischen Veränderungen und zu körperlichen Funktionsstörungen führt. Zu den Symptomen gehören eingeschränkte Nahrungsauswahl, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbstinduzierte Emesis und Abführen und der Gebrauch von Appetitzüglern und Diuretika.

2.2. Bulimia Nevosa

Der Begriff “Bulimie” ist an das griechische „bulimos“ angelehnt, was soviel wie „Ochsenhunger“ bedeutet. Einzelne Berichte über diese Krankheit gibt es bereits aus der Antike, doch erst seit der Veröffentlichung von Russel (1979) wird diese Krankheit „Bulimia Nervosa“ genannt und in ihren Eigenschaften wissenschaftlich beschrieben. Bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist das Essverhalten suchtartig gestört, es wird anfallsartig alles an kalorienreicher Nahrung verschlungen, was verfügbar ist („Syndrom des leeren Kühlschranks“). Anschließend erbrechen die Süchtigen absichtlich auf künstliche Weise oder nehmen Appetitzügler und Laxantien. Heißhungerattacken wechseln mit Hungerphasen. Die Krankheit wird durch die krankhafte Furcht, dick zu werden, ausgelöst. Alle anderen Lebensaspekte werden zweitrangig, das Essen oder Nicht-Essen bestimmt den Lebensinhalt.

Diagnose-Checkliste gemäß ICD-10 F50.2

Ein Syndrom, dass durch wiederholte Anfälle von Heißhunger und eine übertriebene Beschäftigung mit der Kontrolle des Körpergewichts charakterisiert ist. Dies führt zu einem Verhaltensmuster von Essanfällen und Erbrechen oder Gebrauch von Abführmitteln. Viele psychische Merkmale dieser Störung ähneln denen der Anorexia Nervosa, so die übertriebene Sorge um Körperform und Gewicht. Wiederholtes Erbrechen kann zu Elektolytstörungen und körperlichen Komplikationen führen. Häufig lässt sich in der Anamnese eine frühere Episode einer Anorexia Nervosa mit einem Intervall von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren nachweisen.

2.3. Adipositas

Übergewicht, ab einem bestimmten Grad auch Fettsucht (lat.: Adipositas) oder Fettleibigkeit genannt, ist eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts, die zur Erhöhung des Körpergewichts führt.

Als Berechnung für die Gewichtsklassifikation dient dabei der sogenannte Körpermaßindex (Body Mass Index, BMI), der sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in m zum Quadrat ergibt.

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Details

Seiten
14
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638503228
ISBN (Buch)
9783656068419
Dateigröße
459 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v55334
Institution / Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn – Berufsakademie
Note
1,8
Schlagworte
Essstörungen Mädchen Beispiel Bulimie Soziologie Lebensalter

Autor

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Titel: Essstörungen bei Mädchen, dargestellt am Beispiel der Bulimie